Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Frauenleben um 1820 in Norwegen
Die Hebamme von Edvard Hoem
Der norwegische Autor Edvard Hoem erzählt in diesem Buch die Lebensgeschichte seiner Ururgroßmutter Marta Kristine Andersdatter, die 1821 aus ihrem Heimatdorf an der Westküste Norwegens aufbricht, um in Christiana eine Ausbildung als Hebamme zu machen.
Wir lernen Marta Kristine und ihren harten Alltag kennen.
Die Menschen leben ein einfaches Leben, die kargen Böden können sie kaum ernähren. Der Fischfang bietet sowohl Nahrung als auch Einkommen. Mit einprägsamen Worten schildert Hoem die Mühen, über die Runden zu kommen.
Ich habe viele interessante Details zu Norwegens Geschichte gelernt. Die Auswirkungen der Napoleonischen Krieg sind mir bekannt, aber dass zur Senkung der Säuglings- und Müttersterblichkeit ein Gesetz erlassen wurde, dass bei einer Geburt eine ausgebildete Hebamme verpflichtend vorgeschrieben wurde, war mir neu. Viele Frauen verstoßen gegen dieses Gesetz, weil sie sich schlichtweg die Gebühren nicht aufbringen konnten (oder wollten). Interessant, dass Marta Kristine sogar vor Gericht gehen muss, um ihre Forderungen einzutreiben. Das verhilft ihr zwar zu den ihr zustehenden Einnahmen, verbessert aber ihren Standpunkt nicht wirklich.
Feinfühlig erzählt Edvard Hoem Marta Kristines Beziehung zu ihrem Mann Hans und den Alltag mit ihren elf Kindern.
Fazit:
Ein einfühlsamer biografischer Roman, der nicht nur die Person Marta Kristin, sondern auch das Leben in Norwegen vor 250 Jahren beschreibt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Basiert auf hist. Tatsachen
Niemandsmeer von Hope Adams
Dieser historische Roman basiert auf Tatsachen. Er handelt von der Schiffsreise straffällig gewordener Frauen aus England, die nach Tasmanien deportiert werden. Rund 200 Frauen, die wegen geringer Vergehen wie Diebstahl verurteilt worden sind, werden aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und von ihren Familien getrennt, vorgeblich um ihnen eine zweite Chance zu geben, aber eigentlich, um die Besiedlung von Tasmanien voranzutreiben.
Einige wenige dürfen ihre Kinder mitnehmen.
Wir beschäftigen uns hauptsächlich mit einer kleinen Gruppe von Frauen, die von Kezia Heyer auserwählt sind, während der langen Überfahrt, an einem Quilt zu nähen. Wir lernen die einzelnen Frauen und ihre Vergangenheit kennen. Die meisten haben aus Not heraus Verbrechen begangen und haben ihre Schicksalspäckchen zu tragen. Doch eine von ihnen ist eine Mörderin, die sich unter falschem Namen an Bord geschlichen hat, um der Hinrichtung zu entgehen.
Als dann eine Frau ermordet wird, muss die Täterin ausgeforscht werden, was gar nicht so einfach ist. Gemeinsam mit dem Kapitän, dem Schiffsarzt und dem Seelsorger, beginnt Kezia die Frauen zu befragen. Dabei stößt sie auf vorgefasste Meinungen und Vorverurteilungen.
Meine Meinung:
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Charaktere sind gut dargestellt. Hin und wieder handeln sie, wie im echten Leben, widersprüchlich. Es ist sehr interessant zu lesen, wie aus der zusammengewürfelten Schar doch so etwas wie eine Gemeinschaft entsteht.
Zwei kleine Kritikpunkte muss ich anbringen: Erstens erschließt sich mir der deutsche Titel nicht ganz. Der englische Originaltitel „Dangerous Women“ ist viel griffiger. Zweitens können die Leser stellenweise den Eindruck haben, dass es sich hier um eine „Vergnügungsreise“ handelt. Wenig ist vom beschwerlichen Alltag der Seeleute, den Unwettern und der rauen See zu lesen.
Fazit:
Ein interessanter historischer Roman, dem ich gerne 4 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine sehr detaillierte Biografie
Helmholtz von Hope Adams
Anlässlich des 200. Geburtstags von Hermann von Helmholtz bringt der Verlag WBG-Theiss diese knapp 1.000 Seite dicke, sehr ausführliche Biografie heraus.
Geboren 1821 als Sohn eines preußischen Gymnasialprofessors und erklärtem Franzosenhassers in der Garnisonsstadt Potsdam, stellt sich schon früh sein Interesse an den Naturwissenschaften heraus.
In drei Teilen beleuchtet der Autor das Leben Hermann von Helmholtz‘:
Teil 1 - Die Geburt eines Wissenschaftlers
Teil 2 - Der Weg zu wissenschaftlichem Renommee
Teil 3 - Ein großer Wissenschaftler
Die Stationen seines (Privat)Lebens und seiner wissenschaftlichen Karriere werden sehr ausführlich und akribisch dargestellt. Der Leser erfährt, dass Hermann von Helmholtz vielseitig interessiert war. So hält er zum Beispiel Vorträge zu Johann Wolfgang von Goethes „Farbenlehre“.
Wir lesen von seiner Liebe zu Musik, zur Malerei sowie zu Theater und Literatur. Er pflegte intensive Freundschaften zu zahlreichen Kapazitäten wie Werner von Siemens (seine Tochter Ellen wird Arnold von Siemens heiraten), Johann Georg Halske oder dem Staatswissenschaftler Robert von Mohl, dem Vater seiner zweiten Ehefrau, seiner Zeit.
Hermann von Helmholtz ist so etwas wie ein Universalgelehrter, der anders als andere, auch über den Tellerrand seiner eigenen wissenschaftlichen Disziplin hinausschaut.
Was ist von ihm geblieben? Am bekanntesten ist wohl die Erfindung des Ophtalmometers zur Bestimmung des Krümmungsradius der Augenhornhaut. Auch in der Physik („Helmholtz-Spule“, „Helmholtz-Resonator“) und Mathematik („Helmholtz-Differentialgleichung“).
In zahlreichen erkenntnistheoretischen Diskussionen setzt sich Helmholtz mit den Problemen des „Zählens und Messens“ auseinander. Auch das „Vier-Phasen-Modell des kreativen Prozesses“ geht auf Beobachtungen von Helmholtz (1884) zurück.
Meine Meinung:
Der Autor ist ein echter Spezialist für Hermann von Helmholtz. Das ist zugleich Segen und Fluch. Der Leser erfährt unzählig viele Details aus Helmholtz‘ Leben, was manche bestimmt überfordert. Nicht alles, was ein Autor selbst weiß, muss dem Leser nahegebracht werden.
Der Schreibstil ist einem Sachbuch angemessen. Dazu gibt es zahlreiche Abbildungen, die das Buch auflockern. Der Epilog und der Anhang umfassen gleich noch einmal 200 Seiten.
Leider hat das Lektorat gleich auf Seite 30 einen groben Schnitzer übersehen: Napoleons Truppen haben Potsdam 1796-1798 besetzt gehalten und nicht wie angegeben 1896-1898. Da war Napoleon schon lange bei Waterloo (1815) endgültig geschlagen, auf Sankt Helena verbannt und 1821 verstorben. Solche Fehler dürfen einem wissenschaftlichen Verlag einfach nicht passieren. Das kostet jedenfalls einen Stern.
Fazit:
Wer sich für die Naturwissenschaft im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Fachgebieten wie Medizin, Physik und Chemie interessiert, und sich von den 992 Seiten nicht abschrecken lässt, wird hier viele Informationen erhalten. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Kein Fairplay unter dem NS-Regime
Julius oder die Schönheit des Spiels von Tom Saller
Der junge Julius von Berg spielt Tennis für sein Leben gern. Seiner privilegierten Herkunft hat er einen eigenen Tennisplatz zu verdanken. Zunächst wächst er auf der Burg am Rhein gemeinsam mit seinen beiden Schwestern Almuth und Viktoria behütet, aber im Geiste von Anstand und Respekt auf.
Tennis spielt die ganze Familie, doch Julius ist mit außerordentlichem Talent gesegnet und übersiedelt nach Berlin.
Dort angekommen, muss er erkennen, dass das Leben hier ganz anders ist, als er es bislang gewöhnt ist.
Anstand und Respekt zählen im Berlin der Zwischenkriegszeit außerhalb des Tennisklubs wenig. Trotzdem bleibt er diesen Prinzipien und sich selbst weiter treu. Er wird in die deutsche Tennismannschaft geholt und eilt von Sieg zu Sieg. Dem aufstrebenden Nationalsozialismus kann er ebenso wenig abgewinnen wie den Bestrebungen zahlreicher Frauen, Politiker und Industrieller, die sich in seinem Schatten sonnen wollen.
Als Julius von Berg, groß, blond und erfolgreich - der Prototyp eines Vertreters der Herrenrasse, den entscheidenden Sieg beim Turnier im Davis-Cup zugunsten des Fairplays und eines Amerikaners vergibt, bekommt er die volle Härte des Regimes zu spüren.
Meine Meinung:
Autor Tom Saller ist ein wunderbarer historischer Roman gelungen, auch wenn dessen Ausgang für Julius in einer Tragödie endet.
Der Beginn dieses Romans, der an das Leben des deutschen Tennis-Asses Gottfried von Cramm angelehnt ist, ist geprägt von der privilegierten Herkunft hoch droben auf der Burg im Rheintal. Weltgewandt, frankophil und nicht vom täglichen Überlebenskampf gezeichnet, ruft der mädchenhafte Erbe gleich an seinem ersten Schultag Aufsehen hervor. „Die Berg’schen Mädchen sind Rowdys! Und dann gibt es Julius.“
Kurz nach dem Ersten Weltkrieg ist es nicht opportun, es sich mit den französischen Besatzern des Rheintals gut zu stellen. Schnell ist man verdächtig, mit dem Feind gemeinsame Sache zu machen.
„Zu der Zeit war der Tennissport nicht sonderlich populär in Deutschland. Der Krieg war vorbei, dennoch gab es für die Menschen Wichtigeres, als ihre Kräfte bei einer scheinbar sinnentleerten Tätigkeit zu vergeuden, die vor allem darin besteht, einer Filzkugel mittels eines geformten Holzstücks, das mit ein paar Metern Tierdarm bespannt ist, eben dort hinzuschlagen, wo niemand steht - genau genommen die Antithese zu dem Gedanken des Miteinanderspielens.“
Der Bruch im Leben von Julius beginnt mit dem Erstarken des NS-Regimes. Er hilft seinem jüdischen Tenniskollegen bei der Emigration 1933 aus Deutschland.
Als er 1937 auf dem Centercourt antreten muss, ist das eine Art Stellvertreterkrieg, ähnlich wie ihn Max Schmeling in seinem Kampf gegen Joe Louis, führen muss. Hier hätte er die Chance, den Davis-Cup-Sieg für Deutschland erringen. Doch sein Verständnis von Anstand, Respekt und Fair Play lassen ihn, den Sieg vergeben. Er wird als Homosexueller denunziert, was ihn besonders gefährdet, denn das NS-Regime hat den §175 verschärft. Hier hat jener Schulkollege seine Finger im Spiel, der in schon an seinem ersten Schultag verunglimpft hat.
Berührend sind die Szenen in denen wir Julius im Gefängnis begegnen. Zu Beginn scheint ja noch so etwas wie eine kleine Hoffnung zu bestehen, dass er freikommt. Doch seine offenherzigen Antworten beim Verhör besiegeln sein Schicksal.
„Ich gehe jedes Match so an, als ginge es um Leben und Tod. Ich kann nicht anders.“
Aufschlussreich sind auch die geschichtlichen Details zu Gottfried von Cramm, dem historischen Vorbild für Julius von Berg. Gottfried von Cramm wird die NS-Zeit überleben, obwohl er 1940 „zur Bewährung“ an die Ostfront abkommandiert wird, und bereits 1948 den deutschen Tennisverband neu gründen.
Sowohl der fiktive Julius als auch der echte Gottfried spielen elegantes, schönes Tennis, auch um den Preis einer Niederlage. Damals wird nicht gestöhnt wie ein brunftiger Hirsch oder das brachiale Bumm-Bumm-Tennis eines Boris Becker gespielt, sondern Tennis in Vollendung.
Fazit:
Ein berührender historischer Roman, der ein reales Vorbild hat. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und „Spiel, Satz, Sieg“ mit 5 Sternen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gelungener Reihenauftakt
Die Zahl von Daniela Larcher
Die Zahl Zwölf spielt in diesem Krimidebüt der Vorarlberger Autorin Daniela Larcher eine entscheidende Rolle.
Es beginnt damit, dass im idyllisch eingeschneiten Ort Landau eine Leiche mit einer in die Stirn eingeritzten „XII“ aufgefunden wird. Sehr zum Leidwesen des Chefinspektors Otto Morell, der die Gewaltverbrechen in Wien überdrüssig gewesen ist, uns sich in seinen langweiligen Heimatort versetzen hat lassen.
Landau wird über kurz oder lang gar nicht langweilig sein, denn die Leiche am Friedhofstor wird nicht die Einzige bleiben ...
Aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse kann Morell weder auf eine Soko noch sonst eine Hilfe von außen hoffen. Er muss, anfänglich ganz gegen seinen Willen, nur mit der Unterstützung seines Revierinspektors Robert Bender, seinem ehemaligen Schulkollegen Leander Lorentz, einen auf Besuch weilenden Archäologen und der auf der Durchreise von Innsbruck nach Italien befindlichen Gerichtsmedizinerin Nina Capelli setzen.
Niemand kann das Dorf Landau verlassen, niemand kann herein - also muss der Täter jemand aus dem Dorf sein. Und der Täter gibt dem Quartett eine Menge Rätsel auf. Wer spielt hier Richter und Henker?
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist im Stile von Agatha Christies „closed room-Krimis“ geschrieben.
Die mystische Zahl Zwölf geistert durch das gesamte Geschehen: Ein Jahr hat 12 Monate, 12 Stunden haben der Tag und die Nacht. Wir kennen die zwölf auch aus der Bibel: 12 Apostel, die 12 Stämme Israels .... usw.
Durch geschickte Perspektivenwechsel erfahren wir einiges aus der Sicht des Täters, ohne ihn aber vorab identifizieren zu können. Die Autorin macht es weder dem Otto noch ihren Lesern einfach. Doch das ist auch gleichzeitig das Markenzeichen von Daniela Larcher, die unter ihrem Pseudonym Alex Beer ausgezeichnete historische Krimis schreibt (die Reihe um August Emmerich und jene um Isaak Rubinstein).
Die Charaktere sind gut ausgefeilt. Lediglich die Gerichtsmedizinerin kommt mir ein wenig naiv vor. Allerdings nur im Leben, wenn sie Leichen seziert, ist sie voll auf Zack. Schmunzeln musste ich natürlich über Otto, der der lauten und an Gewaltverbrechen Großstadt den Rücken gekehrt hat und prompt, ohne Hilfe von Kollegen und Kavallerie diesen Serienmörder zur Strecke bringen muss. Und ja, er ist ein leidenschaftlicher Koch (und Esser). Dass ihn da so manche Dorfgrazie umgarnen will, versteht sich von selbst. Kurz sieht es so aus, als ob die Nina an ihm Gefallen fände.
Auch die nervige Frau Vogelmann schießt immer wieder einen Vogel ab. Der Bürgermeister verhält sich so, wie man es von einem „Dorfkaiser“ erwartet.
Fazit:
Alles in allem ist es ein sehr gelungenes Krimi-Debüt, das ich jedem Krimi-Fan nur empfehlen kann. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von cr:
Abendliche Rituale
Dreh hin - Dreh her 1: Gute Nacht, kleiner Bär! von Sylvia Tress
Abendliche Rituale
Was für ein ungewöhnliches Kinderbuch, was zum Mitmachen animiert.
Zum Thema hat das Buch die abendlichen Rituale beim/vorm zu Bett gehen.
Der kleine Leser begleiten den kleinen Bären bei seinem täglichen Abendritual, wie zum Beispiel etwas Trinken vor dem zu Bett gehen, Kuscheltiere Bettfertig machen, Zähne putzen und Pyjama anziehen.
Das Buch ist sehr schön gestaltet - das Cover, sowie auch die Seiten im Buch - da haben die kleinen Leser viel zu entdecken.
Desweiteren animiert das Buch zum Mitmachen und die kleinen Leser helfen dem Bären bei den Ritualen - indem an einer Schlaufe gezogen wird, ändert sich das Bild. Ich habe nur die Befürchtung, dass wenn man etwas grob damit umgeht, dass es zu verklemmungen beim herumschieben kommen könnte - insbesondere bei dieser Altersgruppe, daher ein Stern weniger.
Ansonsten eine absolute Empfehlung - ein sehr süßes Kinderbuch zum Schlafen gehen.
Rezensionen von TheUjulala:
Tolle Idee verpackt in einer wunderschönen Lovestory mit sehr facettenreicher Umsetzung!
What if we Trust von Sarah Sprinz
Den ersten Band der What-if Reihe von Sarah Sprinz habe ich erst vor kurzem gelesen, der mich schon sehr überzeugt hat. Als dann der 3. Band bei Netgalley angeboten wurde, habe ich sofort meine Chance genutzt und angefragt. Ein herzliches Dankeschön an den LYX Verlag für mein Leseexemplar und das Vertrauen!
Die einzelnen Bände dieser Reihe sind unabhängig voneinander, da in jedem Buch eine eigene Liebesgeschichte erzählt wird, also ist es nicht schlimm, dass ich den 2.
Band noch nicht gelesen habe.
Coverbild
Ganz in LYX-Manier erscheint auch dieses Cover und reiht sich passend zur What-if Reihe ein. Hier ist der Hintergrund in Altrosa mit ein bisschen Rostrot gehalten, der Buchtitel ist in einem gedeckten Pastellrosa. Wie auch schon beim ersten Band finde ich das Cover schon gut, aber ohne dem “Besonderen”. Es ist halt ein typisches LYX-Cover - was aber funktioniert, weil man genau das erhält, was man erwartet: einen romantischen NA Liebesroman.
Handlung
Schon seit ihrer Jugend schreibt Hope Fan-Fictions und vor allem über den einen großen Star und ihren ersten Crush: PLY, mit bürgerlichem Namen Scott Plymouth. Gerade, weil dieser weltberühmte Sänger bisher nur mit einer Panthermaske aufgetreten ist, hat das ihre Fantasie beflügelt und eine romantisch-tragische Geschichte entstehen lassen.
Doch als sie in ihrer Uni zufällig nun den echten Scott begegnet, ist es wie ein Schlag ins Gesicht, denn er ist überhaupt nicht so, wie sie sich ihn immer in ihren Geschichten ausgedacht hat. Er ist launisch, abweisend und manchmal ein echter Kotzbrocken. Und dennoch begegnen sich ständig ihre Wege und Hope beginnt hinter die Fassade des verschlossenen Superstars zu blicken. Als dann ein Verlag ihre Fan-Fiction groß rausbringen möchte, wirft das Hope in einen extremen Gewissenskonflikt.
Buchlayout / Haptik
Die rund 528 Seiten wurden auf 42 Kapitel in angenehmer Leselänge aufgeteilt. Einige Kapitel sind ein Auszug aus Hopes Fan-Fiction und mit Symbolen und einer klaren San-Serifen visuell abgesetzt. Ansonsten bleibt das Layout wie in Band 1 auch eher sehr schlicht. Die Kapitelüberschriften tragen lediglich nur die Kapitelnummer und das Wort Kapitel. Am Anfang gibt es aber eine Playlist und am Ende sogar den Songtext zu Skin Deep.
Idee / Plot
Seit meine eigene Tochter sehr viele Fan-Fictions auf Wattpad liest und mir immer begeistert (oder auch manchmal weniger begeistert) von den Geschichten erzählt, fand ich die Idee einer Liebesgeschichte, in der die Protagonistin den Star ihrer Fan-Fiction tatsächlich begegnet und quasi ihre eigene reale Fan-Fiction erlebt, wirklich super spannend und interessant. Gerade, wenn es um den Star ein oder mehrere große Geheimnisse gibt. Aber was, wenn die ausgedachte Geschichte auch die Wahrheit ist und die Fan-Fiction real wird? Und wie muss es sich für einen untergetauchten Superstar anfühlen, wenn hinter jeder Ecke jemand lauern könnte, der nur auf eine heiße Story aus ist? Wie kann er da Vertrauen aufbauen, zu Menschen und Personen, die er nicht kennt, ohne Gefahr zu laufen, seine Geheimnisse zu verraten?
“Ich wusste nicht, was das war zwischen Scott und mir, aber das änderte nichts daran, dass ich dabei war, sein Vertrauen zu missbrauchen. Er ahnte nicht, dass ich diese Geschichte über ihn geschrieben hatte, die offensichtlich erschreckend große Ähnlichkeit mit seinen tatsächlichen Gedanken und Gefühlen hatte. Das alles war viel zu verrückt, um wahr zu sein.”
Sarah Sprinz “What if we Trust (What-if-Reihe 3)” Pos. 3162. (eBook Edition ©2021 LYX.digital)
Emotionen / Protagonisten
Hope ist eine junge und wortgewandte Studentin, die Zimmerpflanzen liebt und heimlich Fan-Fictions über ihren absoluten Lieblingsstar PLY schreibt. Mir gefällt Hope sehr gut, sie zeigt sehr viel Leidenschaft und Empathie. Sie ist Synästhetikerin und empfindet gesprochene Worte in Farben. Manchmal entschuldigt sie sich mir dann doch zu oft, ein bisschen hat mich das zum Ende hin genervt, aber sie will keinem zur Last fallen und es jedem Recht machen. Besonders zu knabbern hat sie an dem Verlust ihrer Freundin Jenn, mit der sie gemeinsam an ihren Fan-Fictions geplottet haben.
“Weißt du, was noch viel mehr wehtut als harte Worte? Keine Worte. Schweigen, kalter Krieg. Aber sie sagt, es geht ihr besser, seitdem ich kein Teil ihres Lebens mehr bin.”
Sarah Sprinz “What if we Trust (What-if-Reihe 3)” Pos. 2972. (eBook Edition ©2021 LYX.digital)
Am Anfang ist Scott unglaublich misstrauisch, gerade wenn es um kreischende Fan-Fiction schreibende Girlies geht. Er lebt mit der ständigen Angst, entdeckt zu werden und vor allem davor, dass jemand sein Vertrauen erschleicht, um an eine fette Story zu kommen. Sein Leben als Superstar mit einer Maske, die Angst davor entdeckt zu werden, und das Label, das ihm im Nacken sitzt und immer mehr fordert, hat unheimlich tiefe Spuren hinterlassen. Er aber kann nicht der sein, der er eigentlich sein möchte und nicht die Musik machen, die seine wahren Gefühle ausdrückt. Das alles lastet auf ihn, und dann ein Geheimnis, warum er vor einem Jahr plötzlich aufgehört hat.
Die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Hope und Scott ist sanft aber für mich absolut passend. Besonders gut gefallen haben mir die Momente, in der Hope Scott vor brenzligen Situationen mit Fans “retten” musste. Auch den Konflikt, in dem Hope steckt, kann ich gut nachvollziehen und kann ihn verstehen und nachvollziehen. Soll sie mit ihrer Fan-Fiction nun groß raus gehen und damit ungewollt ein Geheimnis preisgeben und indirekt Scott verraten, aber damit auch endlich ihren Eltern wieder etwas zurück geben? Aber was wird Scott zu dieser Fan-Fiction sagen, wenn er davon erfährt, und dass Hope zum einen so nah an die Wahrheit kam und tatsächlich so ein Fan-Fiction schreibendes Fangirl ist? Beide machen im Laufe der Geschichte aber eine sehr anschauliche und nachvollziehbare Wendung durch, die mir gut gefallen hat.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Besonders gut hat mir gefallen, dass Hope und PLY gleich zu Beginn der Geschichte aufeinander treffen und es gleich um den Konflikt zwischen Fan-Fiction schreibenden Fangirl und untergetauchten Superstar geht. Und trotzdem ist die Entwicklung und die Wendung in der Beziehung zwischen den beiden sanft aber für mich absolut passend. Hopes Gewissenszwiespalt ist immer spürbar, und weist dem Leser schon auf das anbahnende Drama hin. Wie auch im ersten Band, empfand ich dann aber den Moment, in dem Scott von Hopes Geheimnis erfährt, und der eigentlich anschließende Konflikt zwischen den beiden, viel zu kurz. Hier hätte ich mir mehr Drama gewünscht, bis die beiden sich wieder annähern bzw. aussöhnen. Aber Sarah Sprinz wartet dann noch mit einem recht aufregenden Showdown auf, der mir auch ein bisschen zu kurz kommt, aber dann in einem Happy End die Geschichte mündet.
Szenerie / Setting
Wie auch im ersten Band passt das Uni-Setting sehr gut. Junge Erwachsene müssen neben dem Studium arbeiten, um die Gebühren bezahlen zu können, wollen sich einerseits von den Eltern abnabeln, sind aber trotzdem noch darauf angewiesen. Die Umgebung wird mir von Sarah Sprinz schön dargestellt und ich kann mir das kanadische Setting gut vorstellen. In dieser Geschichte hüpfen wir aber auch nach Amerika nach Los Angeles und New York.
Sprache / Schreibstil
Besonders gut gefallen hat mir Sarah Sprinz facettenreicher Sprachstil mit einer Mischung aus schön ausgewogenen, bildhaften Beschreibungen und der Anreihung von kurzen Sätzen, teilweise auch nur Nominalsätze. Hopes Synästhesie kommt immer wieder schön zum Ausdruck und zeigt deutlich den Unterschied zwischen dem echten und unechten Scott. Die Geschichte wird aus der Sicht von Hope als Ich-Erzähler im Präteritum erzählt.
FAZIT
Hat mich total überrascht und überzeugt. Für mich besser als Band 1, mit einem interessanten Plot und durch den flüssig und abwechslungsreichen Sprachstil hat die Geschichte mich gepackt und mitgerissen.
Rezensionen von Lesehörnchen99:
Großartige Unterhaltung
Die Schlotterbeck-Chroniken von Mark Wamsler
Julius besucht die Gesamtschule Zitterbold und hatte eigentlich die Sommermondferien ganz anders geplant. Aber der Rektor der Schule hat eine besondere Aufgabe für Julius. Denn Julius ist ein Vampir, der sowas von Unvampirig ist und das soll sich gefällt ändern ...
Ich finde das Cover schon total ansprechend, einerseits ein bisschen gruselig, andererseits total witzig gezeichnet.
Die Story beginnt dann auch gleich mit dem Besuch beim Rektor und mit der etwas ungewöhnlichen Aufgabe.
Ein toller, flüssig zu lesender Schreibstil, humorvoll, spannend und abenteuerlich. Die Kapitel sind nicht zu lang und jedesmal mit einer kleinen Zeichnung versehen. Die Geschichte macht richtig Spaß, egal welches Alter man hat. Für jüngere eignet es sich auch schon zum Vorlesen, für ältere dann natürlich zum Selberlesen. Aber wenn man das Glück hat und es vorlesen darf, ist Lesespa garantiert. Absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von Hennie :
Wir sind Heimat!
Heimatsterben von Sarah Höflich
Der Roman beginnt mit Tilde Ahrens. Sie ist mit ihren 97 Jahren die Älteste des Familienclans, der mit seinen Nachkommen den Mittelpunkt der Geschichte bildet. Ihr schweres Schicksal, der weitere Verlauf ihres Lebens/Sterbens/Tod und ihr unmittelbare Einfluß auf die sie umgebenden Menschen werden immer wieder thematisiert und bilden das Gerüst für das aktuelle Geschehen.
Die Entwicklung eines neuen Deutschlands wird hauptsächlich erzählt anhand der Familienmitglieder Ahrens und von Altdorff.
Ich bekam mit der Geschichte beunruhigende Ausblicke in die nahe Zukunft, in das Jahr 2023. Die Pandemie ist gerade vorbei. Aus der Türkei droht die nächste große Flüchtlingswelle – Hauptziel Deutschland.
Die Situationen und Handlungsabläufe werden anhand der verschiedenen Charaktere, zu denen es durchaus ähnliche Pendants zur heutigen politischen Szene gibt, sehr authentisch dargestellt.
Mit dem Slogan „Wir sind Heimat“ erhob sich eine neue Partei, die BürgerUnion, nachdem die AfD implodiert war. Felix von Altdorff ist der Spitzenkandidat der Partei. Seine Ehefrau Trixie ist die Schwester von Hanna Ahrens, der ältesten Enkelin von Tilde.
Schließlich erstarkten die nationalistischen, heimatbewussten Kräfte so sehr, dass die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten entschieden wurden. Die rechte Partei BürgerUnion siegt mit überwiegender Mehrheit. Felix von Altdorff, „die neue deutsche Hoffnung“, wird der neue Bundeskanzler mit großer Strahlkraft. Er ist der Typ Saubermann, der die Massen schon mit seiner Erscheinung beeindrucken kann. Erst recht mit seinem Hintergrund des uralten Adels, seiner aparten Frau und den properen Kindern. Durch seine charismatische Art versteht er es auch Hanna auf seine Seite zu ziehen, obwohl sie eine andere Einstellung hat. Sie wird ihm zunächst eine große Stütze in der politischen Arbeit sein.
Sehr beeindruckend, wie Sarah Höflich es verstanden hat, in ihrem Debütroman so packende Szenen mit ungeheuerlicher Sogwirkung zu entwickeln. Die Ereignisse überstürzen sich. Die dramatische Entwicklung für die gesamte Gesellschaft wird überdeutlich. Extrem rechtsradikale Kräfte agieren mit roher Gewalt, ohne Rücksichten und ohne Verstand.
Das schlichte Cover mit dem verfaulenden Apfel kommt für mich symbolträchtig daher. Sehr stimmig zur Geschichte! Hilfreich beim Lesen und Verstehen der Zusammenhänge ist der Stammbaum der Familie im vorderen Innenteil des Buches.
Die politischen Geschehnisse sind fiktiv. NOCH! Ich verstehe das Buch als Warnung. Vieles kommt schon sehr realistisch und aktuell daher. Deshalb wehret den Anfängen. Wir müssen aufpassen.
Ich empfehle den Debütroman mit der Höchstbewertung!
Rezensionen von rewareni:
Die Kreatur im Dschungel
Die Saat des Hasses von Markus K. Korb
Als Akoni am Sterbebett seines Vaters einen Schlüssel für ein Bankschließfach in der Schweiz erhält, ahnt er noch nicht welch furchtbare Geschichten und Ereignisse auf ihn warten werden. Eine alte Tasche mit scheinbar geheimen Akten und Protokollen werden ihn in lange zurückliegende Geschehnisse entführen, wo das Grauen sogar bis in die Gegenwart hinein reicht und selbst er dabei um sein Leben fürchten muss.
Der Roman ,, Die Saat des Hasses“ von Markus K. Korb, ist nichts für schwache Nerven. Die Mischung zwischen Spannung, subtilen Horror und auch blutrünstigen Szenen vermischen sich zu einem spannenden Roman, wo man zu lesen beginnt und dabei unweigerlich in der Geschichte gefangen ist.
Der Autor beweist dabei eine tiefgreifende Fantasie, wo er gekonnt tatsächliche Begebenheiten und Ereignisse in seine Geschichte einfließen lässt. So gibt es unter anderem einen Abstecher zu der Villa Diodati wo sich einst der bekannte Lord Byron oder Mary Shelley, die den Roman Frankenstein geschrieben hat, getroffen haben. Oder aber auch die Erwähnung aus der unrühmlichen NS Zeit, wo der Arzt Josef Mengele seine furchtbaren Menschen Experimente durchgeführt hat.
Der Autor hat dabei seine unterschiedlichen Geschichten für den Leser interessant dargestellt, in dem er Akonis gefundene Akten und Protokolle auf einem anderen Hintergrund, ähnlich Tagebuch Eintragungen niedergeschrieben hat. Sogar das Gerichtsprotokoll ist in dieser besonderen Art abgedruckt und vermittelt somit den Leser mehr Authentizität des Gelesenen.
Die Geschichten sind nicht chronologisch erzählt, was aber gar nichts ausmacht, weil man schnell herausfindet, wie sie zusammen hängen.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft, wo ich mir die spannenden und unheimlichen Szenen, die sich immer wieder im dichten Dschungel abspielen gut vor mir sehen konnte. Gänsehautgefühl wird man dabei immer wieder verspüren, weil man ahnt, dass bald wieder etwas passieren wird, das der menschliche Verstand nicht begreifen kann. Es ist eine tolle Geschichte die zeigt, dass es schon immer Menschen gegeben hat, die Gott spielen wollten und die die Büchse der Pandora öffnen ohne zu ahnen, welch furchtbare Kettenreaktion sie dadurch in Gang setzen. Fanatiker, die selbst nicht merken, dass ihnen bereits alles über den Kopf wächst, aber immer noch glauben, dass sie alles unter Kontrolle haben. Wer blutrünstige und mordende Kreaturen mag, wo man nie so genau weiß, was als nächstes passiert, der wird von dem Roman ,, Die Saat des Hasses“ nicht enttäuscht werden. Markus K. Korb ist nicht nur ein gruseliger sondern im Grunde auch ein berührender Roman gelungen, wo das eher offenen Ende direkt nach einer Fortsetzung ruft.











