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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

Originelle Erzählweise einer eindringlichen Kindheit

Die Überlebenden von Alex Schulman

In „Die Überlebenden“ geht es um die Brüder Benjamin, Nils und Pierre, und ihre Kindheit in dem schicksalshaften Sommer im Haus am See. Als die Mutter stirbt, treffen sich ihre erwachsenen Söhne nach langer Zeit wieder, um sie zu beerdigen. Benjamin blickt zurück und muss sich unweigerlich fragen: Was ist passiert?

Im Fokus der Erzählung steht Benjamin, der stets als stiller Beobachter die Stimmungen und Verhaltensweisen seiner Familienmitglieder analysiert.

Sein jüngere Bruder Pierre ist eng mit ihm verbunden, während Nils als Ältester sich immer mehr zurückzieht. Die Familie verbringt idyllische Sommer am See, umgeben von einem Birkenwald. Die Brüder begegnen sich mit Rivalitäten, teilen gemeinsame Erlebnisse und begegnen sich mit Distanz und Stillschweigen, während die Eltern in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen, die vor allem ein kühles alkoholisches Getränk beinhaltete, klare Regeln und Routine. Ich habe die Stimmung des Romans nicht nur als sommerlich wahrgenommen, sonder auch als bedrohlich und aufgeladen. Man spürt, da ist etwas bedrückend vorgefallen, aber man weiß nicht was. Diese eindrücklichen Fragen werden erst im Laufe des Roman geklärt, bis man am Schluss das ganze Ausmaß versteht. Alex Schulman erzählt die Geschichte auf zwei Ebenen. Abwechselnd reist man mit den Brüder in die Vergangenheit und in die Gegenwart. Das Besondere: die Handlungsstränge wechseln sich Kapitelweise ab und fügen sich nahtlos ineinander. Dabei wird die Gegenwartsebene rückwärts erzählt. Ein gewöhnungsbedürftiger Geniestreich, der mir Geduld und Aufmerksamkeit abgefordert hat. Am Ende hat mich die Geschichte aufgewühlt und es war unmöglich, sich diesem Sog zu entziehen. Viel zu eindringlich war die Sprache, die sommerlichen Bilder und die distanzierten Beschreibungen. Einige Rückblicke haben mich besonders aufgewühlt, die mir auch nach dem Lesen im Gedächtnis geblieben sind. Zusammenfassend lässt sich sagen, es ist ein dramatisches Werk über die zerstörerischen Ausmaße von tragischem Unglück und daraus entstehender emotionaler Distanz und Verschwiegenheit innerhalb der Familie.

Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt und mir durch die originelle Erzählweise und die eindrücklichen Sprachbilder besonders gefallen hat. Es empfehlt sich, das Buch möglichst ahnungslos zu lesen und sich einfach von der Intensität mitreißen zu lassen.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Der Titel ist Programm

Eskalation von Nora Benrath

Der Titel ist wörtlich zu nehmen. Es beginnt mit einem Anruf, während einer Autofahrt. Dina Martin muss tun, was der Anrufer ihr sagt. Sie darf nicht anhalten, sonst würde die Situation eskalieren. Man fragt sich, warum und was mit ihr passieren wird, als es ungewollt zum Stillstand kommt. Wer einen Thriller wie den Film „Speed“ erwartet, irrt, denn das anfängliche Szenario findet schnell ein dramatisches Ende.

Polizeiliche Ermittlungen werden aufgenommen, der Fall ist äußerst brisant und die Presse gnadenlos. Der Täter mordet, entführt und gewährt immer wieder Einblicke in sein erschreckendes Denken. Wenn er sein Opfer mit einem „na, na, na“ maßregelt, dann bekommt man schon eine Gänsehaut. Die Tortur der Opfer wird eindringlich und packend beschrieben. Immer wieder gibt es einen erzählerischen Sichtwechsel, der gekonnt gewählt wird, weshalb man einen vielfältigen Eindruck von den Ermittlungen erhält, der Pressearbeit, den Opfern und Angehörigen und dem Täter. Durch diese vielen Sichtweisen kam die Ermittlungsarbeit leider etwas kurz.

Ich habe „Eskalation“ als gelungenen Debütroman wahrgenommen, der unterhält und mit Spannung zu überzeugen weiß. Besonders das abschließende Plädoyer der Verteidigung als Romanausklang fand ich als Idee gelungen. Lose Fäden wurden miteinander verknüpft, abschließende Worte schlugen einen runden Bogen. Es kam mir allerdings etwas konstruiert vor, um den Leser oder die Leserin möglichst das ganze Buch über im Dunkeln tappen zu lassen, wer der Täter ist. Deswegen würde ich den Thriller zwar gut bewerten, aber im Vergleich mit anderen Thriller, die mich mehr gepackt haben, verpasst man in meinen Augen auch nichts, wenn man ihn nicht liest.

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Rezensionen von Ele:

Hebammen-Stina

Die Hebamme von Edvard Hoem


Die Hebamme, Roman von Edvard Hoem, EBook, 300 Seiten, erschienen im Verlag Urachhaus.

Die Lebensgeschichte der Ururgroßmutter des Autors, Marta Kristina Andersdatter Nesje, die auf historischer Grundlage beruht. Ein Bild das Edvard Hoem hier gezeichnet hat, dass viel mehr beinhaltet als eine Biografie, es ist gleichzeitig ein Bild einer ganzen Epoche, einer Landschaft wild und rau und insbesondere eine Schilderung des Hebammenberufs, wie er vor 200 Jahren war.

Das Werk besteht aus drei Teilen, die sich in 12 Kapitel gliedern, die mit Überschriften versehen sind, die zum Inhalt passen. Der Text enthält Fußnoten die im Anhang erklärt werden. Besondere fremdsprachliche Ausdrücke vor allem dänische und norwegische, sowie Bibelstellen, Gebete und Lieder erscheinen kursiv.
Ich habe „Die Hebamme“ in einem Stück ausgelesen, so faszinierend und ergreifend fand ich den Roman, nüchtern erzählt und dennoch voller Poesie, die bildhaften Schilderungen der wilden Landschaft im norwegischen Fjord, das wilde Wetter, die majestätischen Berge, all das hatte ich bei der Lektüre vor Augen. Der raue Art der Menschen so tief charakterisiert und beschrieben, da ist jede Handlung authentisch.
Auch das Berufsbild der Hebamme, im frühen 19. Jahrhundert ist so gut beschrieben, dass man jeden Handgriff oder den Stand der damaligen Medizin gut nachvollziehen kann. Besonders bemerkenswert fand ich die Tatsache, dass Marta Kristina, auch für die Pockenimpfung verantwortlich war, Parallelen zur aktuellen Pandemie-Impfung konnte ich immer wieder vorfinden.
Meine Lieblingsperson, natürlich die Protagonistin, eine absolut bewundernswerte und starke Frau, die Zeit ihres Lebens über tausend Kindern ans Licht der Welt geholfen, dabei aber selbst 11 Kinder geboren hat. Schon früh und durch ein traumatisches Erlebnis hat sie sich entschlossen diesen Weg zu gehen. Einige wichtige Männer, darunter Pastor Stubben, der Dorfschuster ihr Vater, ihr Lehrer Dr. Wolf und natürlich Hans ihr Ehemann, haben sie auf ihren Weg gebracht und begleitet. Mit dem Ruderboot über den Fjord, auf den Weg zur Hebammenausbildung nach Christiania. Kein Hindernis zu groß konnte sie von ihrem Weg abbringen, dabei hat sie in ihrem Leben selbst viele Schicksalsschläge einstecken müssen.
Hebamme - eine so bedeutende Tätigkeit, von der zwei Menschenleben abhängen, oder … Stubben wies sie an zum Lesen weder morgens noch abends Licht zu sparen, denn wenn die Menschen kein Wissen erlangten, würden ihre Seelen auf immer im Dunklen verbleiben. Solche und ähnliche Sätze haben mich tief berührt.
Eine wunderbare Unterhaltung und interessante Information. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Nächtliche Reisegeschichten zum Schlafengehen

Anouk, die nachts auf Reisen geht (Anouk 1) von Hendrikje Balsmeyer; Peter Maffay

Heldin dieser Geschichte ist die fast siebenjährige Anouk. Jeden Abend, wenn sie einschläft, scheint sie durch Zeit und Welt zu reisen. Wenn sie aufwacht, ist sie immer wieder an einem anderen Ort. Aber eines bleibt stets gleich: Anouk begegnet einem Kind in ihrem Alter, dass ein Problem hat und eine gute Freundin braucht.

Anouk steht mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt ihren neuen Freund oder ihre neue Freundin mit viel Wärme und Verständnis. Wenn Anouk schließlich in ihrem Bett aufwacht, hat sie immer ein Geschenk zur Erinnerung, dass ihr beweist, dass sie dieses nächtliche Abenteuer wirklich erlebt hat. Ihre Eltern jedoch wiegeln flüchtig die aufgeregten Berichte ihrer Tochter ab, woraus Anouk zurecht schließt: sie sind einfach viel zu erwachsen sind, um das zu verstehen. Dabei ist das Buch eine in sich abgeschlossene Geschichte, bei der die nächtlichen Reisen zwar im Fokus stehen, aber auch Anouks Alltag ein bisschen beleuchtet wird.
Dabei sind die sieben verschiedenen Reiseorte genau das, was Kinder lieben: auf dem Meer mit Piraten segeln, in einer Burg Rittern begegnen, im Zirkuszelt Artisten bestaunen oder auf dem Bauernhof Tiere erleben. Da ist für jeden etwas dabei. Die sieben Kapitel sind etwas lang als Gute-Nacht-Geschichte für fünfjährige, aber es ist auch möglich, sie zu teilen. Die wiederholende Botschaft der Geschichte mag für Erwachsene etwas aufdringlich erscheinen, aber für die Zielgruppe ergibt es genau die richtige Mischung aus Behaglichkeit und Abenteuer, mit dem Gefühl, auf die eigenen Stärken vertrauen zu können. Die bekannte Illustratorin Joëlle Tourlonias hat mit ihren farbigen Bildern zum abwechslungsreichen Leseerlebnis beigetragen. Besonders das erste Bild des neuen Reiseortes fasziniert auf einer kompletten Seite und lädt zu einem kleinen Rätsel ein, wo Anouk diesmal gelandet sein könnte. Der kleine Tabaluga, in Anouks Zimmer, sorgt außerdem für nostalgische Kindheitserinnerungen.

Ein gelungenes Kinderbuch, mit liebevoller Umsetzung und schöner Idee. Ich würde es für Kinder von 4-6 Jahren empfehlen. Für ältere Kinder ist es vermutlich etwas vorhersehbar.

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Rezensionen von nil_liest:

Kinder-Roadtrip vom Feinsten!

Das Universum ist verdammt groß und supermystisch von Lisa Krusche

Was für ein nettes Kinderbuch! Mir hat dieser feine kleine Roman für Kinder richtig gut gefallen. Eine Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln, über die Vergänglichkeit und wie gut Freundschaft tut!
Im Mittelpunkt steht Gustav, der mit seiner alleinerziehenden Mutter lebt. Die möchte gerne mit ihrem neuen Freund an die Ostsee fahren und Gustav will weder mit noch findet er es gut, dass seine Mama Lily sich mal wieder das Herz brechen lassen will.

Also streicht er verbal und sagt nix mehr und fährt nicht mit. Zu seinem Glück trifft er das Mädchen Charly und das Abenteuer nimmt so langsam seine Form an, den Charly will Gustav helfen seinen Vater zu finden, den er nie kennengelernt hat und von dem Gustav nichts weiß, weil seine Mutter nicht über ihn spricht. Das ganze endet in einem witzigen und schönen Roadtrip bei dem nicht nur ein Vater gefunden wird sondern auch Freundschaft, Lebensfreude und Offenheit.
Witzig fand ich das Figurenkabinett, da merkt man schnell die Kreuzberger Bubble! Etwas unkonventionell und ganz im hier und jetzt, so wie es jedem beliebt. Herrlich und begrüßenswert. Gestört hat mich persönlich nur, dass ab der 2. Hälfte doch recht oft das Wort Scheiße fällt. Bei drastischen Situationen, ja ok, einmal -gerne, aber nicht ständig.
Davon mal abgesehen, ist das Buch sprachlich sehr sehr gut gelungen, denn ich habe selten ein Kinderbuch gelesen, dass so viele zitierfähige Sätze enthält! Mein liebster Satz des Romans: „Ein Ziel ohne Plan ist auch nur ein Wunsch.“ (S.11), dicht gefolgt von: „Das Leben ist ein großer Scherz“ (S. 6) und „So ist das mit der Liebe, sie hinterlässt Spuren, die sich nicht tilgen lassen.“ (S. 23)
Lisa Krusche schreibt locker leicht für Kinder sehr gut lesbar ohne lange Passagen, Schlag auf Schlag und doch mit Platz für eigenes Kopfsummen und Überlegen.
‚Das Universum ist verdammt gross und super mystisch‘ ist zum Selbstlesen geeignet ab ca 9 Jahren und zum Vorlesen ab der 2. Klassen aus meiner Sicht.
Von uns gibt es alle Daumen hoch die wir haben!!! :0)

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Rezensionen von Kokoloreslot:

Unser erstes Buch der Reihe

Auf fliegender Mission 4 - Malas geheime Insel von Lutz Kucher

In der magischen Buchreihe „Auf fliegender Mission“ gehen drei Geschwister mit einem fliegenden Teppich und einem Tropenvogel auf Reisen, um eine Mission zu erfüllen. So folgen sie einer Spur nach der anderen. Dabei lernen sie verschiedene Orte, freundliche Menschen und Tiere kennen. Besonders gut haben uns die spannenden Situationen gefallen, wenn die Kinder nicht aufgegeben haben, um eine Lösung zu finden, weil immer alle zusammenhalten, wenns drauf ankommt, und das die Tiere sprechen konnten.

Die vielen modernen Illustrationen haben uns auch prima gefallen. Man flog nur so durch die Kapitel und manchmal waren sogar illustriere Doppelseiten dabei. Alle vorkommenden Figuren sind einfach gestrickt, aber sehr sympathisch und fördern ein positives Weltbild. Ein bisschen mehr Witz und Charaktervielfalt würde die Geschichte noch lebendiger machen.

„Marlas geheime Insel“ ist unser erstes Buch der Reihe „Auf fliegender Mission“. Durch den Rückblick sind wir aber gut reingekommen und haben jetzt Lust, die anderen Teile auch zu lesen, um zu erfahren, was es mit dem Professor auf sich hat und wie genau die Geschwister den fliegenden Teppich Kasimir eigentlich getroffen haben. Eine spannende Reihe mit Suchtfaktor, die neben außergewöhnlichen Abenteuern auch einen Blick auf wichtige Themen unserer Zeit wirft, wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

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Rezensionen von inya:

sehr gut

Der Panzer des Hummers von Caroline Albertine Minor

Mich hat der Titel und das Cover des Buches direkt angesprochen. Jedoch hat sich mir der Titel beim Lesen des Buches nicht weiter erschlossen, aber das ist mir nicht weiter wichtig. Das Buch handelt von den drei Geschwistern Sidsel, Niels und Ea. Die Drei haben schon sehr jung beide Elternteile verloren und sind so mehr oder weniger auf sich allein gestellt.

Das Buch beleuchtet die drei Leben der Geschwister. Dabei sind manche Leben mehr miteinander und manche weniger miteinander verwoben. Das Buch zoomt sehr nah in die Leben herein und es beleuchtet auch die Leben von Personen, die die Geschwister treffen. Ich finde das Buch sehr gut zu lesen. Obwohl nicht viel passiert, möchte ich trotzdem wissen wie es mit den einzelnen Personen weitergeht und ob sich die Wege wieder kreuzen werden oder wie sich noch die Leben ineinander verweben werden.

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Rezensionen von KimVi:

Lebendig erzählte Zeitgeschichte

Ein Koffer voller Schönheit von Kristina Engel

Anne Jensen und ihr Mann Benno leben mit den gemeinsamen Zwillingen in Lüneburg. Benno ist, so wie sein Vater und sein Großvater, leidenschaftlicher Tischler. Das harmonische Familienleben der Jensens beginnt langsam zu bröckeln, als Benno sich von einem alten Freund dazu überreden lässt, ein eigenes Möbelhaus zu eröffnen.

Benno ist kaum noch daheim und wird seiner Familie immer fremder. Da die Zwillinge immer selbstständiger werden, hegt auch Anne den Wunsch, arbeiten zu gehen. Ihre Schwiegermutter bringt sie auf die Idee, sich als Kosmetikberaterin bei Avon zu bewerben und die Produkte des Herstellers direkt bei den Kundinnen vorzuführen und ihnen zu verkaufen. Benno hält nichts davon. Um diese Arbeit ausführen zu können, braucht Anne allerdings die Erlaubnis ihres Mannes...

Die Handlung trägt sich in Lüneburg, Ende der 1950er Jahre zu. Es gelingt der Autorin vom ersten Moment an, den damaligen Zeitgeist zwischen den Zeilen schweben zu lassen. Es herrscht eine Zeit des Aufschwungs, die Menschen wollen sich Wünsche und Träume erfüllen. Alles scheint möglich zu sein. Allerdings müssen viele Frauen zurückstehen, denn die Ehemänner haben eindeutig das Sagen.

Die Charaktere in diesem Roman werden so lebendig beschrieben, dass man sie schon nach wenigen Seiten vor Augen hat und gespannt das Familienleben beobachtet. Auch wenn Anne und ihr Ehemann Benno den Krieg körperlich unversehrt überstanden haben, gibt es Unausgesprochenes und Unverarbeitetes, das zwischen ihnen steht. Auch das wird sehr gut beschrieben, wodurch man sich gut in die Protagonisten hineinversetzen und ihre Handlungen verstehen kann. 

Die Handlung selbst überrascht durch einige Wendungen, wobei Annes Tätigkeit als Avon-Beraterin gelungen in die Erzählung einfließt. Leider aber nicht in dem Ausmaß, das der Buchtitel erhoffen lässt. Dennoch bekommt man einen interessanten und durchaus authentisch wirkenden Einblick in die damalige Zeit des Wirtschaftswunders. Es kommt im Verlauf der Handlung außerdem zu äußerst dramatischen Situationen, die eindringlich beschrieben werden. Dadurch wirkt das Ganze zwar spannend, aber dennoch etwas konstruiert und zuweilen unglaubwürdig.

Durch die lebendigen Charaktere und den hervorragend beschriebenen Zeitgeist, kann man darüber aber großzügig hinwegsehen und unterhaltsame Lesestunden mit diesem Buch verbringen. 

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Rezensionen von Gaby 2707:

„G8 trifft 5G“

Instagrammatik von Johannes Schröder

Herr Schröder auf dem Cover mit und ohne Veränderung von Snapchat hat mich sofort angesprochen.

Allein die 37 Punkte des Inhaltsverzeichnisses inkl. Prolog und Epilog machen neugierig, da sie fast nichts verraten. So war ich sehr gespannt auf Herrn Schröder und seine HFG.

Obwohl ich kein Fan von HF bin, finde ich den Namen der Gesamtschule sehr witzig und er hat mir ein erstes Schmunzeln entlockt.

Und genau so geht es auch weiter.

Ich habe es mir so gut vorstellen können, wie die Lehrer sich das erste mal nach langer Zeit wieder zu einem Kick-off-Meeting treffen und dann weder Zettel im Postfach liegen, noch mit Bargeld in der Mensa bezahlen können. Zu allem braucht man jetzt, dank der Neuerungen der neuen Schulleiterin Frau Windkamp, einen Chip. Die neuen Medien machen auch vor Schule, den 82 Lehrern und Lehrerinnen und dem Unterricht nicht halt. Da müssen Lehrer wie Herr Schröder, Kollege Eisermann, Kollegin Kuschel-Ursel oder auch Zeynep in der Mensa nun durch. Die Schüler*innen Jan, Murat, Anastasia, Zoey, und Justin sind da mit der neuen Materie schon sehr vertraut. Genau wie im richtigen Leben.

Passend zum Thema der Pandemie gibt es jetzt Fernunterricht und Referate werden per Videokonferenz gehalten. Hier und da kommt es zu Verzerrungen, Zeitverzögerungen und Sprachstörungen. Und Geheimnisse werden auch aufgedeckt.
Ob oder wie Herr Schröder sich mit den neuen Gegebenheiten arrangiert und ob er sogar neuer Klick-Millionär wird? Das müsst ihr in diesem Buch selbst lesen.

Insgesamt hat mir der Einblick in „Instagrammatik“ in Zeiten von und bestimmt auch nach Corona sehr gut gefallen. Schmunzelalarm!

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Rezensionen von Nele33:

Beeindruckender Roman

Die Hebamme von Edvard Hoem

Das Buch des norwegischen Bestseller Autors Edvard Hoem über seine Ururgroßmutter Marta Kristine genannt Stina.

Anhand der ihm bekannten original Daten beschreibt er das harte und raue Leben in Norwegens kargen Zeiten um 1800. Stina wollte immer mehr als nur die Landwirtschaft, Kinder bekommen und Ehefrau sein-darum machte sie schon 1817 einen Kursus zur Hebammenbildung mit.

Dies reichte ihr nicht und so machte sie sich nur 4 Jahre später auf den Weg nach dem heutigen Oslo welches 600km weit weg war. Sie bestritt diesen langen Weg zu Fuß-unfassbar. Dort war es ihr möglich eine 1-jährige Ausbildung zur Hebamme zu machen. Mit diesem Wissen, wieder zurück in ihrer Heimat schaffte sie schier unmögliche Dinge für die Frauen ihrer Zeit.

Bei dem Buch " Die Hebamme" handelt es sich um eine Mischung aus belegten Daten aus den Kirchenbüchern über Stina, die fiktiven Dinge reihen sich ein in die damalige Zeit und beleuchten die historischen Zusammenhänge excellent. Stinas Leben war entbehrungsreich, immer in Armut, doch sie war eine aufrechte, stolze Frau, die genau wusste was sie wollte und die sich nicht von den Schiksalschlägen und Widrigkeiten des Lebens unterkriegen ließ.

Mich lässt der Roman beeindruckt und überwältigt von dieser Frau zurück und ich bin wieder einmal dankbar in der heutigen Zeit leben zu dürfen.
Welch ein Unterschied zum damaligen Leben.

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