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Rezensionen von Eternal-Hope:

Eine Frau flieht in ihren Intellekt

Orion von Petra Morsbach

Dieses Buch zu rezensieren fällt mir nicht leicht. Das hat wohl damit zu tun, dass es sich um ein komplexes, anspruchsvolles Werk handelt, das sich auch nicht unbedingt einheitlich liest. Auf den ersten etwa 200 Seiten hatte ich ein recht angenehmes Leseerlebnis: wir folgen der jungen Nora durch die Stationen ihres Lebens, angefangen in ihrer Kindheit, in der die ersten Grundsteine ihrer Liebe zu den literarischen Klassikern gelegt werden, über die Zeit als junge Lehramtsstudentin für Deutsch und Geschichte, die nebenbei in einem Archiv arbeitet, über erste Annäherungen zwischen ihr und ihrem auch dort arbeitenden promovierten Vorgesetzten Theseus, bis zur Zeit nach dem Studium, als sie als Lehrerin arbeitet, Theseus heiratet und einen Sohn bekommt.

Ein "normales" Leben einer deutschen Frau aus der gebildeten Mittelschicht also.

Danach folgten etwa 100 Seiten, die für mich deutlich uninteressanter waren, weil sie sich in unzähligen kurzen Ausschnitten aus Lebensgeschichten verschiedener Figuren verlieren, denen Nora auf einer Bank einer Kuranstalt begegnet und die ihr, analog zu den Büchern die ihr Leben begleiten, kurz mehr oder weniger spannende Episoden aus dem eigenen Leben erzählen. Diese Menschen vergleicht sie mit den Büchern, die sie liest:

„Bei der fünften Kehre bog er nach links ab zum Haupthaus ohne einen weiteren Blick zur Bank. Trotzdem, Ebner, schön, dass du da warst, dachte ich. Schon der Umschlag dieses Buches hat mich inspiriert. Vielen Dank.“ (S. 265)

Gegen Ende wurde das Buch wieder interessanter für mich, als es wieder mehr um Nora selbst und ihr Leben ging.

Dabei ist aber die Frage, ob es dem Buch überhaupt anzulasten ist, dass dieser Zwischenteil für mich nicht so spannend zu lesen war. Das, was mich am meisten daran gestört hat, nämlich, dass mir all die geschilderten Figuren emotional überhaupt nicht nahegegangen sind, hat nämlich sehr viel mit der Persönlichkeit unserer Hauptperson Nora zu tun.

Nora ist eine zutiefst Intellektuelle, die es vor allem zur klassischen Literatur hinzieht. Zwar vergleicht sie diese ein bisschen mit ihrem Leben (weit weniger, als die Buchbeschreibung mich vermuten hätte lassen - ein weiterer Kritikpunkt), doch scheint es so, als ob ihr Klassiker umso lieber seien, je weiter diese zeitlich und inhaltlich von einem heutigen Leben in Mitteleuropa entfernt seien. Nicht nur kommt zeitgenössische Literatur, in der sich viele Perlen der Weisheit finden lassen könnten, so gut wie überhaupt nicht vor, auch bei den älteren Werken gehören die der Bronte-Schwestern noch zu den neueren Büchern, mit denen sich Nora neben hauptsächlich antiken philosophischen und literarischen Werken der alten Griechen, etwa Homers Odysseus, auseinandersetzt.

Diese Frau flieht also regelrecht emotional vor ihrem eigenen Leben in eine weit entfernte Vergangenheit und in die Intellektualität. Dazu passt auch ihre sonstige Herangehensweise an ihr eigenes Leben: sie wählt sich einen Partner, der ihr in dieser Hinsicht sehr ähnlich ist, und führt mit ihm eine distanzierte Ehe. Selbst die Beziehungspflege zu ihren eigenen Eltern (zu den Schwiegereltern sowieso) überlässt sie Mann und Sohn. Und erfährt sie in ihrer Tätigkeit als Lehrerin von Skandalen etwa um einen Kollegen, der sich schon lange an junge Schülerinnen ranmacht, scheint auch das sie eher intellektuell-forschend zu interessieren als emotional wirklich zu berühren, zumindest war das mein Leseeindruck. Eine andere als die rein intellektuelle Ebene kennt sie nur kaum und es kommt ihr nicht in den Sinn, zu hinterfragen, ob ihr vielleicht im emotionalen Bereich etwas fehlen könnte in ihrer Beziehungsgestaltung mit anderen Menschen:

„Es hatte eine gewisse Ironie, dass ausgerechnet Tobi und Enni, die meinem pädagogischen Eifer am stärksten ausgesetzt gewesen waren, mein Bildungsangebot so komplett verworfen hatten. Was hatte ich falsch gemacht? Falls ich nichts falsch gemacht hatte, folgte daraus, dass Bildung für die meisten Menschen viel weniger attraktiv war als für mich.“ (S. 344)

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Alltagsflucht dieser Protagonistin noch größer wird, als sie mit einer existenziell bedrohlichen Nierenerkrankung konfrontiert ist, dialysepflichtig wird, auf Rehabilitation fährt und dort eben auf besagter Parkbank sich die Geschichten irgendwelcher Menschen anhört. Die Geschichten berühren mich beim Lesen nicht, vielleicht als Spiegelung davon, dass auch diese Frau sich von nichts so wirklich berühren lassen will, zu groß muss wohl ihre Angst vor tiefgründigen Emotionen sein. Auch Entscheidungen in Bezug auf das Eingehen einer Partnerschaft trifft sie aus intellektuellen Überlegungen heraus:

„Das ist offenbar der Ernst des Lebens, dachte ich. Nein, ich dachte: das ist die Wucht der Existenz. Bisher war alles glänzend verlaufen: gefördert, gut ausgebildet, sinnvolle Arbeit, nette Kollegen. Irgendwie hatte ich angenommen, dass es allen so gehen würde, und merkte nun, dass Lehrer auch an diesem privilegierten Ort schlechte Ehen führten oder dem Alkohol verfielen und dass, noch schlimmer, Schüler nicht nur empfindlich und explosiv, sondern verzweifelt und gefährdet sein konnten; dass also, kurz gesagt, das Leben vertrackt war und Probleme bereitete, die nur mit großer Anstrengung zu lösen seien und dass man sie vermutlich leichter aushalten würde, wenn man nicht allein wäre.“ (S. 46)

Damit ist es zwar kein durchgängig leicht zu lesendes Werk, aber ein psychologisch hochspannendes Psychogramm einer Frau, die ihr ganzes Leben damit verbringt, andere Menschen auf Distanz zu sich zu halten und sich auch vor sich selbst und der Konfrontation mit emotional existenziellen Themen in möglichst abstrakte Intellektualität zu flüchten. Dabei ist sie durchaus eine interessante Frau mit spannenden Gedanken, die immer wieder doch vergnüglich zu lesen sind und nachdenklich machen, wie sich zum Beispiel hier zeigt, als sie anlässlich einer Klassenfahrt darüber nachdenkt, was wohl von ihren Erläuterungen bei ihren Schülerinnen und Schülern ankommt:

„Nichts bedeuteten ihnen die Begriffe „Aufklärung“ und „Säkularisation“. Ich nahm das gelassen. Dichtung verstehen sie schon in diesem Alter, denn Subjektivität, Gefühl und Fantasie erleben sie direkt; es scheint eine natürliche poetische Erregbarkeit zu geben, die leider selten die Jugend überlebt. Geschichte dagegen ist ein Fach für Erwachsene. Objektivität, Distanz, Übersicht erwirbt man, wenn überhaupt, erst jenseits des Abiturs. Ich hörte die Kids also im Bus hinter mir lärmen und rechnete mit einer mühseligen Partie.“ (S. 314)

Insgesamt ist es also ein höchst lehrreiches Werk darüber, was sich zwar einerseits auf intellektueller Ebene durch klassische Bildung gewinnen lässt, wie einseitig aber andererseits eine rein intellektuell ausgerichtete Bildung die Persönlichkeit prägen kann, wenn diese nicht gleichzeitig von einer Entwicklung emotionaler und sozialer Kompetenzen im ähnlichen Ausmaß begleitet wird.

Damit ist das Buch ein kluger Spiegel der Unzulänglichkeiten, mit denen ein klassisch geprägtes Bildungssystem bis heute in vielen Bereichen zu kämpfen hat und das dann Gefahr läuft, Akademikerinnen und Akademiker zu produzieren, die sich zwar für hochgebildet und intellektuell halten, aber kaum in Kontakt mit dem eigenen Herzen sind und denen es an ganzheitlicher Persönlichkeitsentwicklung fehlt.

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Rezensionen von begine:

Einfühlsam

Die kleinste größte Welt von Katrin de Vries

Katrin de Vries führt uns in ihrem Roman „Die kleinste größte Welt“ in das Leben zweier Hebammen in den sechziger Jahren in einem Dorf in Ostfriesland.
1959 wird Greta geboren, die Mutter ist noch jung. Die Dorfhebamme hilft ihr.
Die Autorin erzähl gekonnt über diese Zeit und wie sich viel ändert.

Greta wächst erst bei den Großeltern auf und später wechselt sie zwischen den Eltern und den Großeltern. Das ist toll gemacht.
Die Hebammen Geeske aus dem Dorf und Käthe aus der Stadt haben sich bei ihrer Ausbildung kennen gelernt, jetzt sind sie über siebzig. Es ist interessant ihre Eindrücke in ihren Briefen und Dialogen mitzuerleben.
Die Autorin schreibt mit Raffinesse und viel Einfühlung diese Geschichte.
Da konnte sie mich mit ihrer Kunst überzeugen.

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Rezensionen von trebor:

Die vielfältige Welt der Bakterien verstehen lernen

Bakterien – die heimlichen Helden von Peter Wohlleben

"Bakterien – die heimlichen Helden - Wie sie uns Menschen prägen und die Natur beeinflussen", so heißt das neue Buch von Peter Wohlleben.

Auf vertraute Art und Weise beschreibt der Autor die biochemischen Vorgänge in seiner bildhaften und zuweilen flapsigen Sprache. Dies bewirkt vermutlich auch, sich auf die Vielfalt der Aspekte des Themas einzulassen und vor allem auch solche Kapitel zu lesen, die nicht für zart Besaitete geeignet sind.

Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch von Anfang bis Ende durchzuarbeiten, um sich bewußt zu werden, dass Bakterien ein natürlicher und unabdingbarer Teil unseres Lebens sind.

In drei großen Kapiteln geht der Autor zunächst auf die evolutionsbiologische Bedeutung der Bakterien für die Entstehung des Lebens ein, gefolgt vom umfangreichsten Teil, der unseren Alltag betrifft mit vielen brauchbaren Tipps zur Hygiene und zu guter Letzt ein Ausblick auf aktuell sich entwickelnde Zukunftsszenarien.

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Rezensionen von Claudia R.:

tierisch spannend

Merlin und Princess von Rika Mohn

Klappentext / Inhalt:

Eigentlich findet der Husky-Schäferhund-Mischling Merlin sein Leben schön.
Jedenfalls so lange, wie er die ungeteilte Liebe seiner Menschen spürt und seiner Leidenschaft, dem Zughunderennen, nach- kommen kann. Doch plötzlich scheint beides nicht mehr sicher zu sein.
Er ist nicht der Einzige, der Veränderungen spürt.

Auch seine Katzenfreundin Princess wartet mit Neuigkeiten ungeplanter Art auf.
Und da Princess nun mal Princess ist, gerät sie umgehend in massive Schwierigkeiten.
Ihre gemeinsame Freundin, die Straßenkatze Lore, bittet Merlin um Hilfe.
Schaffen die beiden es, Princess zu retten?

Cover:

Das Cover ist super niedlich und sehr schön gezeichnet und umgesetzt. Die Wiedererkennungseffekt ist auch hier zu den anderen Bänden sehr gut erkennbar.

Meinung.

Es handelt sich hierbei bereits um den dritten Band dieser tierischen Geschichte. Und wer Merlin und Princess noch nicht kennt, sollte vielleicht am Anfang beginnen, wird sie aber auf jeden Fall schnell lieben lernen, denn beide sind einfach sympathisch und die Mischung aus Spannung, Humor, Überraschungen und Unterhaltung ist auch hier wieder sehr gut gelungen.

Inhaltlich möchte ich auch hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. In Charaktere und Geschehnisse findet man sich sehr schnell und gut hinein. Natürlich sind einige Wesenszüge sehr vermenschlicht, was aber auch das Empfingen und die Nähe zum Ganzen sehr gut herstellt. Die wechselnden Perspektiven werden auch hier sehr gut beibehalten. Hier kommt jedoch die Sicht von Lore und Boss hinzu, welche hier wichtige Rollen spielen und so trifft man hier auf bekannte, aber auch neue Charaktere. Durch die wechselnden Perspektiven kommt Tempo hinein. Wobei Merlins Perspektive in der Ich Sicht erzählt wird, wird Lore aus der dritten Person betrachtet, so merkt man hier schon die Unterschiede der Wichtigkeiten und der Ansichten. Dennoch sind alle Charaktere sehr gut ausgearbeitet und durchdacht und man merkt, dass viel Herzblut in der Geschichte steckt. Ganz nebenbei werden auch wichtige Themen mit angesprochen und auf Besonderheiten wie Zerebralparese aufmerksam gemacht. Verschiedene Aspekte werden hier einfühlsam und geschickt mit eingebaut.

Ich fand die Geschichte sehr interessant, emotional und spannend.

Die einzelnen Abschnitte haben eine angenehme und gute Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind sehr gut erkennbar durch die kleinen Silhouetten der Charaktere am Beginn. Gestaltung und Gliederung ist sehr schön umgesetzt.

Die Geschichte ist toll verfasst, die Charaktere und deren Entwicklungen haben mir auch sehr gut gefallen. Eine tolle Geschichte zum Eintauchen und miterleben. Die Charaktere wirken lebendig und gut durchdacht. Die Geschehnisse werden bildlich und vorstellbar beschrieben und in Ereignisse findet man sich gut hinein. Die Emotionen und Gedanken sind gut nachvollziehbar und auch die Erlebnisse sind toll beschrieben. Schöne Lesestunden werden hier geschaffen. Mir hat es gut gefallen.

Fazit:

Tierisch schöne und spannende Lesemomente.

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Rezensionen von div:

Tech-Thriller

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln von Florian Schwiecker

Tech-Thriller
Florian Schwiecker verbindet in "Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln“ Cyberkriminalität, künstliche Intelligenz und politische Machtspiele zu einem spannenden und zugleich beunruhigenden Szenario.

Charlie ist eine Computerspezialistin, die Spezialistin im Bereich Cyberangriffe und KI ist - auch hat sie ein Programm geschrieben, eine KI, namens KIM die unglaublich schnell eine Menge an Daten analysieren kann.

Charlie und ihre KI sollen einen groß angelegten Cyberangriff auf das europäische Satellitensystem stoppen sollen.

Charlie überzeugt als intelligente, selbstbewusste Protagonistin, während die KI KIM für interessante Fragen rund um Verantwortung, Kontrolle und Vertrauen in künstliche Intelligenz sorgt.

Sehr spannend und hochaktuell, denn keiner kann abschätzen denke ich, was und ei KI noch so bescheren kann/wird.

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Rezensionen von Claudia R.:

tierisch schicksalhaft

Merlin und Princess von Rika Mohn

Klappentext / Inhalt:

"Das kann er nicht machen!"
Wer von den beiden mehr entrüstet ist, lässt sich schwer entscheiden.
Der Schäferhund-Husky-Rüde Merlin hat Liebeskummer. Seine Herzensdame ist eine wunderschöne, reinrassige Husky-Hündin. Deren Besitzer hält jedoch nichts von Mischlingen, er will reinrassige Welpen verkaufen können.

Für seine Katzenfreundin Princess wäre Merlins Glück eine halbe Katastrophe, denn sie mag keine Hundewelpen.
Die zweite Hälfte der Katastrophe bahnt sich auch schon an. Ihre alte Besitzerin will die Katze zurückholen. Auf keinen Fall darf das passieren! Princess würde lieber sterben, als in das Horror-Haus zurückzukehren!
Doch ihre Chancen stehen schlecht.
Princess hat Merlins Familie durch ihren Katzen-Dickkopf so gründlich verärgert, dass eines der Mädchen sie lieber heute als morgen loswerden möchte.
Ob die beiden Pechvögel ihr Schicksal noch wenden können?

Cover:

Das Cover ist sehr niedlich und liebevoll umgesetzt. Katze und Hund, Seite an Seite und sehr vertraut machen hier eine tolle Eindruck und sind sehr schön erfasst und umgesetzt. Die Zeichnungen sind liebevoll erfasst und das Cover gibt eine sehr lebendige und sehr schöne Atmosphäre herüber. Die Wiedererkennungseffekt der Reihe ist auch auf diesem Cover gut erkennbar.

Meinung:

Es handelt sich hierbei bereits um den zweiten Band und auch dieser konnte mich wieder voll und ganz mitnehmen und begeistern. Merlin und Princess sind ein ganz eignes Duo und auf die zwei wartet so manches Chaos, dass sie selbst gelegt haben und so manch Abenteuer, die Situationen sind humorvoll und bildlich beschrieben und man findet sich daher sehr gut und schnell hinein. Princess ist recht eigen, aber auch Merlin ist ein toller Charakter und durch die Sichtweise der tierischen Charaktere in der Ich Perspektive ist und fühlt man sich diesen sehr nah.

Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Man würde sich sicherlich auch ohne Vorkenntnisse hineinfinden, aber um alles zuordnen zu können ist das vorherige Lesen des ersten Teils schon vorteilhaft, da man so bereits gut in den Charakteren und Situationen drin ist. Fürs Verständnisse und Zusammenhänge ist ein Lesen und Reihenfolge schon vorteilhafter.

Die Perspektiven zwischen Princess und Merlin wechseln ständig und man bekommt so einen Eindruck der unterschiedlichen Denkweise und findet so auch tiefer in die beiden Charaktere hinein. Die wechselnden Perspektiven bringen außerdem zusätzlich Spannung und Tempo ins Geschehen.

Die einzelnen Kapitel haben eine sehr gute und angenehme Länge und lesen sich so sehr flüssig und schönen lesen und ermöglichen einen guten Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind deutlich erkennbar. Die kleinen Silhouetten einer Katze oder eines Hundes verdeutlichen auf welcher Sicht das Kapitel erzählt wird. Die Anfänge sind gut erkennbar und auch die gesamte Umsetzung ist sehr schön gemacht. Gliederung und Gestaltung hat mir hier sehr gut gefallen.

Die Geschichte steckt voller Emotionen, Wendungen und so mancher Überraschung, aber auch Humor und Unterhaltung kommen hier nicht zu kurz. Die Charaktere sind wieder wundervoll erfasst und umgesetzt. Man fühlt sich wohl an der Seite der Beiden und ist auf deren Erlebnisse und Erzählungen gespannt. Die Eindrücke sind wundervoll umgesetzt und auch die Gespräche sind klasse verfasst. Es sorgt für gute und kurzweilige Unterhaltung. Auch die Stimmung und Atmosphäre wird gut aufgenommen und man findet gut in Geschehen und Charaktere hinein. Mir hat es sehr gut gefallen und ich hatte wieder eine wunderschöne Lesezeit.

Fazit:

Tierisch gute Unterhaltung mit einigen Hindernissen und schicksalhaften Wendungen.

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Rezensionen von DoraLupin:

Tolles Hörbuch

Das Geheimnis von Lissabon von Kerry Barrett

Auf dieses Hörbuch war ich schon gespannt, denn ich höre unheimlich gerne Geschichten in denen es Geheimnisse gibt und Spionage. Ich bin auch sehr glücklich diese Geschichte gefunden zu haben, denn sie hat mir richtig gut gefallen!

Lissabon, 1938. Europa steht am Rand des Krieges, und für die junge Schauspielerin Lara Hope beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

Nach dem Tod ihres Vaters sucht sie einen Neuanfang, und reist nach Lissabon. Während über Europa der Krieg tobt, findet Lara Zuflucht in der Buchhandlung ihrer Vermieterin, einem Ort voller Frieden, Geschichten und Hoffnung. Als sie eines Tages beobachtet, wie ein Kunde heimlich ein Buch austauscht, wird ihr klar: Diese Buchhandlung birgt Geheimnisse. Plötzlich findet sich Lara in einem undurchsichtigen Netz aus Täuschung und Gefahr wieder; begegnet neuen Freunden und einer unerwarteten Liebe. Doch wie viel ist sie bereit zu riskieren für dieses neue Leben – und für die Wahrheit, die in den Schatten von Lissabon verborgen liegt?

Der Schreibstil war sehr angenehm und leicht, deshalb ist es auch nicht schwer gefallen sich auf die Geschichte zu konzentrieren. Die Autorin hat Lissabon und den Menschen dieser Zeit richtig Leben eingehaucht und es war eine schöne Reise in die Vergangenheit. Es geht viel um Geheimnisse, versteckte Organisationen im Untergrund aber auch um Freundschaft und Liebe.

Lara war eine sehr sympathische Protagonistin mit der ich von Beginn an mitfiebern konnte und die ich sehr gerne durch die Story begleitet habe. Sie war immer sehr hilfsbereit und hat einen lieben Charakter, mit dem ich mich gut identifizieren konnte.

Besonders spannend fand ich die Story um die geheimen Organisationen und die Geheimaufträge, die Geschichte zeigt aber auch, dass nicht alle Deutschen oder Österreichen einen verdorbenen Charakter hatten, sondern das es immer auf den einzelnen Menschen ankommt und wie er sich entscheidet.

Sehr spannend fand ich auch wie Edward und Wallis Simpson mit in die Geschichte integriert worden sind. Das hat mir sehr gefallen. Was ein wenig gefehlt hat war für mich ein Nachwort, was Wahrheit und was Fiktion an diesem Hörbuch gewesen ist.

Die Sprecherin hatte eine angenehme Stimme und hat das Hörbuch auch sehr schön und lebendig vorgelesen.

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Rezensionen von Shilo:

Eine besondere Reise ins Jahr 1910

Karolinenhöhe von Kirsten Karg

Die Karolinenhöhe ist kein Ort, an dem alles seinen gewohnten Gang geht. Schon kurz nach Idas Ankunft wird deutlich, dass hier andere Vorstellungen vom Leben gelten als in der Welt, die sie aus Berlin kennt. Für sie beginnt ein neuer Abschnitt, der viele Veränderungen mit sich bringt.
Die junge Krankenschwester kommt aus einfachen Verhältnissen und möchte sich etwas Eigenes aufbauen.

Dabei läuft nicht alles geradlinig. Gerade das macht ihre Geschichte so glaubwürdig. Ida muss Entscheidungen treffen, zweifelt, macht Fehler und sucht ihren Platz in einer Umgebung, die ihr zunächst fremd erscheint.
Die Naturheilanstalt auf der Karolinenhöhe hat beim Lesen schnell mein Interesse geweckt. Die dort vertretenen Ideen unterscheiden sich deutlich von dem, was damals als selbstverständlich galt. Vieles wirkt aus heutiger Sicht ungewohnt, manches erstaunlich modern. Dadurch hebt sich das Buch angenehm von vielen anderen historischen Romanen ab.
Sehr gelungen sind die Einblicke in das Leben jener Zeit. Ob in der Anstalt oder in Baden-Baden selbst, überall zeigen sich die Unterschiede zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach persönlicher Freiheit. Ohne lange Erklärungen entsteht nach und nach ein lebendiges Bild der Jahre vor dem Ersten Weltkrieg.
Auch die Menschen, denen Ida begegnet, tragen die Geschichte. Einige wachsen schnell ans Herz, andere sorgen für Konflikte. Besonders spannend ist dabei die Frage, welchen Weg Ida für sich wählen wird. Ihre Beziehung zu Carl spielt eine wichtige Rolle, drängt sich aber nie zu sehr in den Vordergrund.
Großen Eindruck hat bei mir hinterlassen, wie selbstverständlich die damaligen Grenzen für Frauen dargestellt wurden. Viele Möglichkeiten, die heute normal erscheinen, waren damals keineswegs selbstverständlich. Genau deshalb wirken Idas Wünsche und Hoffnungen umso nachvollziehbarer.
Das Buch erzählt seine Geschichte ohne Hast. Statt großer Überraschungen stehen die Figuren und ihr Alltag im Mittelpunkt. Dadurch entsteht eine ruhige Atmosphäre, die gut zur Handlung passt.
Zurück bleibt ein Roman mit einem besonderen Schauplatz, interessanten historischen Einblicken und einer Hauptfigur, deren Weg gerne begleitet wurde. Die Geschichte wirkt stimmig, authentisch und bleibt auch nach der letzten Seite noch eine Weile im Kopf. 5 Sterne.

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Rezensionen von Anjulia :

Toxisch, absurd, fesselnd

Ein unheimlich guter Mensch von Kirsten King

Das ganze Buch dreht sich um Lillian. Seit vier Monaten trifft sie sich mit Henry. Länger war sie noch nie mit jemandem zusammen. Während Lillian gerne eine feste Beziehung hätte, hält Henry die Sache unverbindlich. Nachdem er sie sitzen lässt, rächt Lillian sich mit einem YouTube-Schadenszauber.

Tatsächlich ist Henry am nächsten Tag tot und Lillian ist Tatverdächtige.

Ein unheimlich guter Mensch von Kirsten King ist eine Mischung aus Gesellschaftskritik und bitterböser Satire. Hauptprotagonistin Lillian, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, kann man einfach nicht mögen. Sie ist eine toxische, manipulative Narzistin mit einem Alkoholproblem, der es gelingt, sich die unmöglichsten Situationen schönzureden. Schließlich hält sie sich für einen unheimlich guten Menschen, nur die anderen sind zu blöd, es zu sehen. An vielen Stellen denkt man, das kann sie jetzt nicht wirklich machen oder denken. Die Geschichte ist dabei modern, eher schräg als lustig und hat mich trotz kleiner Längen fasziniert.

Wer schwarzen Humor und absurde Situationen mag und mit einer Protagonistin umgehen kann, die gleichermaßen anstrengend wie unterhaltsam, aber keineswegs sympathisch ist, sollte hier unbedingt zugreifen.

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Rezensionen von S.:

Ein unheimlich guter Mensch von Kirsten King

Ist sie nicht
Lillian mit Doppel-L ist einsam und sucht krampfhaft den Mann, der sie liebt. Selbstverleugnung und der Verlust jeglicher Selbstachtung begleiten ihre Bemühungen. Sie lässt sich von Henry benutzen und findet das ok.
Hilft alles nicht, Henry erwidert die Liebe trotz aller Bemühungen nicht in erwünschtem Maße.

Dabei kann Lilian auch anders. Höchst unsympathisch, gemein und herablassend behandelt sie andere Menschen, besonders ihre beste Freundin.
Und was stellt sie mit dem enttäuschenden Wunschmann an? Ein Zauber soll sie rächen. Das geht sowas von schief, die Folgen sind unerwartet.
Nein, diese Lilian ist egozentrisch angelegt, manipulativ, leidet an enormer Selbstüberschätzung, hält sich für gut und genial. Ihre Wahrnehmung ist verzerrt. Außerdem trinkt sie zu viel.
Kirsten King hat ihre Hauptfigur konsequent überzeichnet. Sie sorgt für negative Gefühle beim Lesen, die angekündigte Witzigkeit habe ich vermisst. Ich hatte sehr auf Lillians Erkenntnis, dass sie doch nicht so toll ist, einen läuternden Twist, gehofft. Vergeblich.
Fazit: angenehmer Schreibstil, offene Sprache, polarisierende, aber nervende Protagonistin. Ich wurde enttäuscht, von der „Heldin“ und vom Buch.

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