Kunden em pfehlungen
Rezensionen von cosmea:
Kein unheimlich guter Mensch
Ein unheimlich guter Mensch von Kirsten King
Lillian O´Malley, Ende 20, ist seit vier Monaten mit dem charmanten Henry Davis zusammen und glaubt, dass er das Potential für eine dauerhafte Beziehung hat. Sie versucht, ihrem Partner zu gefallen und lässt alles mit sich machen, was Henry will. Henry ist jedoch nicht daran interessiert, aus der „situationship“ eine „relationship“ zu machen und serviert sie überraschend ab.
Lillian betrinkt sich und beschließt, sich zu rächen. Sie belegt ihn mit einem im Internat gefundenen Schadenzauber. Wenig später wird Henry erstochen aufgefunden. Für die Polizei ist sie dringend tatverdächtig, und sie hat kein solides Alibi. Weil sie mehrfach verhört wird, nimmt sie sich einen Anwalt. Dann findet Lillian heraus, dass Henry seit 10 Jahren in einer festen Beziehung war. Sie trifft Nora und spricht mit ihr. Lillian versucht herauszufinden, wer Henry umgebracht hat und warum. Sie steckt in Schwierigkeiten, auch an Ihrem Arbeitsplatz in einer Marketing Firma und gerät mit ihrer Vorgesetzten Candice aneinander.
Kirsten Kings Debütroman liest sich zügig. Ich fand ihn allerdings nicht so witzig, wie in vielen Kommentaren behauptet. Der Roman hat eine Protagonistin, mit der man sich wohl kaum identifizieren kann. Lillian ist egozentrisch und narzisstisch, hält sich für einen unheimlich guten Menschen und erwartet, dass alle Welt sie liebt und bewundert. Manches an ihrem Verhalten ist ausgesprochen abstoßend. Mich stören auch etliche recht derbe Stellen und die Darstellung von Henrys sexuell übergriffigem Verhalten, das nicht kommentiert oder und erst recht nicht kritisiert wird. Deshalb spreche ich keine absolute Leseempfehlung aus.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:
Rilke in ungewohnter Umgebung
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Welch schönes Buch!
Die Charaktere sind einfühlsam, humorvoll, aber immer mit Respekt gezeichnet und es ist wirklich vergnüglich, das Buch zu lesen. Die Handlung mutet manchmal etwas märchenhaft (konstruiert) an und es ist schön, dass durch eine besondere Stress Situation in fast allen Menschen das Gute zum Vorschein kommt : das nebeneinander Herleben wird von mehr Miteinander abgelöst.
Ich kann das Buch mit gutem Gewissen weiter empfehlen.
Rezensionen von carola1475:
Erschreckende Aussichten
Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln von Florian Schwiecker
Aktueller kann ein Buch über die Bedrohung durch Cyberterrorismus nicht sein, wenn ich mir die derzeitige Berichterstattung über Anthropics Claude Mythos anschaue.
In 'Code Null' wird die EU von einer Gruppe namens Timeout erpresst, Cyberterroristen, die sich Zugang zum Galileo-Satellitensystem verschafft haben und zur Demonstration Navigationssysteme in Berlin an einem Sonntagnachmittag sekundenlang ausfallen lassen.
Auf Galileo verlassen sich viele Teile der Infrastruktur, darunter das Transportwesen, die Energieversorgung, die Finanzmärkte. Die Gefahr durch Timeout wird schnell erkannt und Ermittlungen aufgenommen, in die der Autor reale und auch fiktive Institutionen einbindet.
Die sozial zurückhaltende aber geniale Hackerin Charlie versteht als Erste Vorgehen und Plan der Terroristen und wird mit ihrer selbstlernenden Künstlichen Intelligenz KIM Teil der Ermittlungsgruppe.
Florian Schwiecker versieht die wichtigsten Charaktere mit einem Hintergrund, dennoch bleiben für mich die Figuren auf Distanz, ich finde sie wenig greifbar. Zu viel läuft bei ihnen im Kopf ab statt in der Interaktion mit anderen.
Sehr klar wird jedoch, wie schwierig die Entscheidung ist, jemandem zu vertrauen, um so mehr, wenn es um Macht und Geld geht. Und auch auf technologischer Basis: wie sehr kann man einer selbstlernenden KI vertrauen, die möglicherweise irgendwann den ihr gesteckten Rahmen ignoriert?
Der Autor hat bereits erfolgreiche Justiz-Krimis zusammen mit Michael Tsokos geschrieben und beginnt mit 'Code Null' eine eigene, neue KI-Thriller-Reihe. Schwiecker hat beruflich mit IT zu tun und kennt sich aus, was zur sehr ausführlichen Beschreibung des technischen Hintergrunds von 'Code Null' führt und mir gelegentlich etwas zu viel war.
Aus verschiedenen Erzählperspektiven wird die Gefahr von Cyberterrorismus gut verständlich beschrieben, wohl noch erschreckender ist die mögliche Entwicklung eines Selbst-Bewusstseins von KI und daraufhin entstehender Gefühle.
Ich habe den beängstigenden Tech-Thriller mit seinen unerwarteten Wendungen gern gelesen. Ein Glossar hätte ich mir noch gewünscht. Ich vergebe 3,5 Sterne.
Rezensionen von 19cici95:
Gütesiegel Fitzek
REM von Annika Strauss
Das Buch REM von Annika Strauss wäre in der großen Menge an Neuveröffentlichungen wahrscheinlich untergegangen. Das Buch REM von Annika Strauss mit Sebastian Fitzek verkauft sich wie warme Semmeln und schon prangt ein Spiegel-Bestseller-Sticker auf dem Cover.
Ich bin ein riesiger Fitzek-Fan und das war ehrlicherweise auch der einzige Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte.
Auch wenn seine letzten Bücher mal mehr, mal weniger gut waren und gerade die weniger guten immer abgedrehter wurden, sind diese kein Vergleich mit REM.
Während die erste Hälfte noch spannend und in Fitzek-Manier geschrieben ist (junge Protagonistin aus Berlin mit dringendem Problem, das sie gemeinsam mit einem Freund lösen muss), wird es zunehmend und gerade im letzten Drittel einfach nur noch wirr.
Die Charaktere waren mir bis zum Ende eigentlich alle total egal, warum werden sämtliche Themen (von Organhandel über Missbrauch bis Torture-Porn) angeschnitten und dann im Sande verlaufen lassen, und wieso ist das Ende viel zu plötzlich und Sci-Fi-mäßig erklärt. Dass es paranormal wird, wird relativ schnell klar, doch die Ausführung ist weder psychothrilling noch Horror.
Hier wurde viel versucht und wenig gekonnt. Man könnte zu der Annahme kommen, dass Fitzeks Leserschaft dieses Buch in der Luft zerrissen hätte, hätte er es alleine geschrieben. So kann man der Horror-Queen die wirre Story anlasten.
In den Danksagungen wird ein weiteres Buch der beiden angeteasert. Da bin ich dann wohl raus.
Rezensionen von e_kieh:
Lernen fürs Leben mit Spaß und Begeisterung
tiptoi® Abenteuer Großwerden - Smilla lernt ein gutes Miteinander von Sandra Grimm
Smilla lernt ein gutes Miteinander aus der Ravensburger Tiptoi Reihe ist für uns genau zur richtigen Zeit erschienen und ebenfalls zum perfekten Zeitpunkt bei uns Zuhause eingezogen. Unsere Tochter geht seit Kurzem in den Kindergarten, und gerade dort ist ein gutes Miteinander essenziell. Themen wie Rücksichtnahme, Freundschaft, Teilen und der respektvolle Umgang miteinander spielen im Alltag eine große Rolle.
Das Buch greift diese Inhalte kindgerecht auf und vermittelt sie auf eine verständliche und altersgerechte Weise. Besonders schön finden wir, dass unsere Tochter vieles von dem, was sie im Buch lernt, direkt im Kindergartenalltag wiedererkennt und umsetzen kann.
Wie bei den tiptoi Büchern üblich, gibt es sehr viel zu entdecken. Die interaktiven Elemente sorgen dafür, dass die Kinder aktiv eingebunden werden und die Inhalte spielerisch vermittelt bekommen. Unsere Tochter liebt tiptoi Bücher generell und kann sich oft sehr lange selbstständig damit beschäftigen. Auch dieses Buch wird immer wieder aus dem Regal geholt und mit großer Begeisterung erkundet.
Die Kombination aus einer alltagsnahen Geschichte, wichtigen sozialen Lerninhalten und der bewährten tiptoi Interaktivität macht dieses Buch für uns zu einer klaren Empfehlung. Besonders für Kinder, die gerade in den Kindergarten starten oder sich mit sozialen Situationen im Alltag auseinandersetzen, ist Smilla lernt ein gutes Miteinander eine äußerst wertvolle und zugleich unterhaltsame Begleitung.
Rezensionen von booklover00:
Für kleine Entdecker
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 31 - Tiere im Winter von Andrea Erne
Unser Kleiner liebt Bücher mit Tieren, weshalb dieses Buch ein Muss ist. Er ist absolut begeistert. Die schönen großen Bilder, die Klappen – alles weckt seine Neugier. Das Buch hat dicke Pappseiten, ist aber dennoch nicht zu schwer. Die Qualität ist wirklich super! In diesem Buch werden ganz unterschiedliche Fragen behandelt, wie z.
B.: Wie bereiten sich Tiere auf den Winter vor oder
warum fliegen Vögel in den Süden? Diese und noch weitere Fragen werden verständlich und kindgerecht erklärt. Die Texte sind kurz, was ich toll finde, denn dadurch können die Tiere wunderbar groß abgebildet werden. Es gibt einfach so viel auf den Seiten zu entdecken und die Klappen machen einfach Spaß. Das Buch ist sehr abwechslungsreich gestaltet und zum Schluss gibt es noch ein kleines Rätsel, was für Faszination sorgt. Es ist einer unserer Favoriten und absolut empfehlenswert!
Rezensionen von Leser1964:
Positive Überraschung
Eine Handvoll und zwei Kurzgeschichten von Thilo Städtler
Eigentlich lese ich "richtige" Romane, am liebsten Krimis. Dieses Buch mit den Kurzgeschichten hat mich sehr positiv überrascht. Die Geschichten sind sehr gut geschrieben, sehr kurzweilig mit verschiedenen Hintergründen. Zwei Reiseerlebnisse werden ergänzt von einer Liebesgeschichte mit überraschendem Ausgang.
Dann hat es einen humorvollen, aber nicht ganz so ernst zu nehmenden Krimi und einen zweiten Krimi mit dem korrupten Herrn Rossi. Gut oder nicht: für das Ende der Geschichte muss man auf den Teil 2 warten. Die vorletzte Geschichte ist eine Story mit einem sehr traurigen Urlaubsende. Der Sommerausflug ist eine sehr spezielle Geschichte über ein Pärchen und ihr erstes Mal. Sehr erotisch beschrieben, aber aus meiner Sicht an keiner Stelle anstössig. Alles in allem ein gelungenes Werk mit hoffentlich weiteren spannenden Bänden.
Rezensionen von fantasia:
Inselsommer
Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen
Sommer, Sonne, Ferien, Mädchenfreundschaften, verliebt sein. Das sind kurz die Stichworte, um die sich „Seaside Sisters“ Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen dreht. Der Untertitel zeigt, dass eine der drei Hauptfiguren im Mittelpunkt des Mädchenbuches steht und deutet schon an, dass in den Folgebänden die Erlebnisse der anderen im Fokus stehen.
Die Hauptfiguren im 1. Band sind die Zwillinge Lene und Elsa, ihre Freundin Amba - ein Mädchentrio mit unterschiedlichen Interessen - zu dem sich ein viertes Mädchen gesellt, Frida. Diese verbringt mit ihrer Mutter einige Zeit in der „Silbermöwe“, dem Gästehaus von Lenes und Elsas Eltern. Nach einiger Zeit wird klar, dass Fridas Mutter vorhat, mit ihrer Tochter auf der Insel Rosenholm zu bleiben.
Sätze und Ausdrücke wie: „Der Morgen fing an, wie die Nacht aufgehört hatte: mit Quatschen, Gekicher und Gegacker.“ (S.119), Lene spürt „prickelndes Brausepulver im Bauch“ (z.B. S.145) und am Himmel stehen „Sahneerdbeerwolken“ stehen für dieses liebevoll in pastelligen Farben gestaltete Mädchenbuch. Schöne farbige Illustrationen, Comic-Elemente und kleine kreative „Bonbons“ ergänzen den Text: Besonders ist die Verzierung der Schnittkante.
Aber zu den ersten Eindrücken gesellt sich dann die Rettung eines jungen Seehundes, verbunden mit dem Thema Umweltschutz. Lenes Ambitionen Journalistin zu werden, die im Nachspann aufgegriffen wird. Die Leserinnen erhalten Tipps, wie man diesen Beruf erlangen kann. Das passt und ist stimmig.
Etwas konstruiert wirkte auf mich die Gegenüberstellung von Fridas Mutter, die mit ihrer Lebensgefährtin zusammenziehen möchte, und dem Mädchengespann, das überwiegend traditionellen Mädchenhobbys wie Backen, Mode, Nähen und Muscheln anmalen nachgeht.
Rezensionen von Ruth:
Bildungsroman im besten Sinne
Orion von Petra Morsbach
Petra Morsbach lässt sich Zeit beim Schreiben. Ihrem Debut „Plötzlich ist es Abend“, 1995 erschienen, folgten bisher erst sieben weitere Romane, die allesamt ganz unterschiedliche Milieus porträtieren, so z.B. die sowjetische Gesellschaft in ihrem Erstling, in „Opernroman“ die Musikwelt und in „Gottesdiener“ die Kirche und die Geistlichkeit.
Stand in ihrem letzten Roman „Justizpalast“, 2017 veröffentlicht, eine Richterin mit ihrer lebenslangen Suche nach Gerechtigkeit im Zentrum, ist es dieses Mal eine Lehrerin für Deutsch und Geschichte mit einer Passion für die Literatur, die aus der Ich- Perspektive auf ihr Leben zurückblickt.
Den Grundstock für diese Leidenschaft legt Oma Auguste, bei der die achtjährige Nora ein paar Wochen verbringt. Denn diese singt abends vor dem Zubettgehen alte Lieder oder rezitiert Balladen mit zum Teil schauerlichem Inhalt. „Seit den Bertinger Abenden führe ich ein zweites Leben in der Literatur. In der Kindheit bot es Nahrung für meine Träume, in der Jugend Trost und Abenteuer, danach Erholung und Orientierung.“
Aus einfachen Verhältnissen stammend schafft es Nora, dank der Fürsprache ihres Volksschullehrers, auf das Gymnasium. Nach dem Abitur geht sie zum Studium nach München. Daneben jobbt sie im Münchner Hauptstaatsarchiv und begegnet dort ihrem späteren Ehemann, dem zehn Jahre älteren Dr. Theseus Dellenbrücker. Dieser ist ein Archivar, wie man ihn sich vorstellt, „hypergebildet, nur ein bisschen unterbelebt“.
Es erfordert einige Umwege, bis die beiden heiraten. Zwanzig Jahre wird diese Ehe anhalten, ein gemeinsames Kind geht daraus hervor.
Doch die Beziehung erweist sich als lieblose Zweckgemeinschaft, voller emotionaler Kälte. Das, was ihr fehlt, menschliche Nähe und Leidenschaft, findet Nora dann bei Bruno. Als Theseus von der Affäre erfährt, ist diese zwar schon längst beendet, doch er ist gekränkt und will die Scheidung. Das Verhältnis zum Sohn, das auch zuvor kein so inniges war, bleibt danach schwierig.
Erfüllung findet Nora in ihrem Beruf als Lehrerin. Mit großem pädagogischen Geschick und eigenem Interesse am Stoff vermag sie zu begeistern. Ihr wichtigstes Ziel ist es, die Schüler zu kritischem Denken und Hinterfragen anzuleiten. Dabei ist sie immer bereit, selbst auch von den Schülern zu lernen.
Doch dann macht sie eine Nierenerkrankung zur Dialysepatientin und Nora muss leider den Schuldienst quittieren. Auch in diesem Moment ist ihr die Literatur Trost und Hilfe.
So wie sie die großen Dichter und Denker bei allen Lebenslagen zu Rate zieht und dort nach Antworten sucht. Nicht immer wird sie dabei fündig. In Fragen der Schwangerschaft findet sie wenig Hilfreiches in der Literatur. Gerade der klassische Kanon ist voll mit schreibenden Männern, die ein geschöntes Bild von Schwangerschaft und Geburt haben. Erst bei Euripides findet sie wahre Worte: „Ich wollte lieber dreimal ins Grauen / Der Schlacht mich werfen, als einmal nur gebären.“
Man mag kritisieren, dass sich Petra Morsbach vor allem auf Literatur aus weit zurückliegenden Zeiten bezieht und sich nicht Rat bei zeitgenössischen Autoren und Autorinnen holt. Mich hat das nicht gestört, sondern es hat mir im Gegenteil gezeigt, dass „klassische“ Literatur zeitlos ist und uns immer noch etwas zu sagen hat. So wie Sokrates, den sie zitiert, der auf die Frage eines Schülers, ob er heiraten soll , die Antwort gibt: „Was du auch tust, du wirst es bereuen.“ Nicht nur mit diesem Zitat beweist die Autorin ihren Humor.
Allerdings liest Nora nicht nur Bücher, sondern „ liest“ ebenso die Menschen. „ Wenn jedes Buch ein Mensch ist, ist auch jeder Mensch ein Buch.“ Aber so wie manche Bücher langweilen oder ein Buch gerade nicht zur eigenen Lebensphase passt, so kann es einem mit Mitmenschen gehen. Auf das banale Geschwätz einer Bekanntschaft reagiert Nora mit Desinteresse. Da heißt es dann im Roman: „ Auch dieses Buch wollte ich nicht weiterlesen.“
Petra Morsbach berichtet aber vorrangig von den Begegnungen mit Menschen und Büchern, die Nora bereichern: „Die Menschen, die ich traf, und die Bücher, die ich las, gingen durch mich hindurch, und nicht mal ich kenne die Chemie, nach der manche …spurlos verschwanden und andere … einen Volumengewinn für immer bedeuteten.“
Die Autorin hat schon in früheren Büchern bestimmte Gesellschaftskreise genau in den Blick genommen, so auch hier. Deshalb nimmt der Bereich der Schule breiten Raum ein. Dabei zeigt sich erneut, wie gut die Autorin recherchiert. Die drei „Skandale“, in die die Lehrkraft Nora verstrickt sind, dürften der Realität entnommen sein. Ebenso werden die Lehrerkollegen mit ihren Stärken und Schwächen, ihren Interaktionen und ihren hierarchischen Strukturen lebensnah gezeichnet.
Es ist ein gänzlich unspektakuläres Leben, das Petra Morsbach hier ausbreitet, aber so, dass man es mit Interesse verfolgt. Es ist die genaue Beobachtungsgabe, mit der sie Situationen und Personen beschreibt, aber auch ihr subtiler Humor, der das Buch zu einem Vergnügen für mich gemacht hat. Dabei verwebt sie Lebensgeschichten anderer mit ihrem eigenen Leben und das wiederum mit Zitaten aus ihren Lektüren, klug und reflektiert.
Und auch die Figur Nora hat mich für das Buch eingenommen. Sie mag zwar nicht sehr emotional wirken, gerade weil sie einen eher pragmatischen und beobachtend distanzierten Blick auf ihr eigenes Leben hat, trotzdem habe ich sie als keineswegs gefühlsarm empfunden. Sie ist jemand, der Menschen und Schicksalsschläge annehmen kann, nicht jammert, sondern reflektiert, analysiert und voller Optimismus die Dinge angeht. Dabei beweist sie, wie viel Trost und Kraft man aus der Welt der Literatur schöpfen kann.
So ist „Orion“ von Petra Morsbach für mich ein Bildungsroman im besten Sinne.
Rezensionen von Leser:
Falsche Versprechen
Waldmann von Thomas Ziebula
Ich habe die historische Krimireihe um Kriminalinspektor Paul Stainer mit großer Begeisterung gelesen und war gespannt auf einen aktuellen Krimi aus der Feder des Autors.
Waldmann. Vor sieben Jahren ist seine Frau während eines Urlaubs spurlos verschwunden. Jetzt kehrt der Kommissar zurück in die Bonner Mordkommission.
Immernoch verfolgen ihnen die Schatten von damals und die Skepsis unter den Kollegen ist da, ob er der Aufgabe gewachsen ist.
Er lässt sich nicht unterkriegen und setzt alles daran den aktuellen Fall aufzuklären, der ihn in gewissser Weise auch privat beschäftigt. Ihm zur Seite steht Pia Luninger, eine Journalistin, die auf eigene Faust ermittelt. Beide kommen den Verbrechern näher, was nicht ungefährlich ist und für aufregende Momente sorgt.
Ein spannender Krimi, der mich gleich abgeholt und mitgenommen hat. Dafällt es schwer, dass Buch mal zur Seite zu legen. Das Thema Zwangsprostitution, ukrainische Flüchtlingsfrauen und Menschenhandel wurde hier aufgegriffen und gut eingearbeitet.
Die verschiedenen Perspektivwechsel sind perfekt, um sich ein umfassendes Bild von allen Seiten machen zu können. Dank der gut skizzierten Charaktere wirkt die Geschichte sehr real und umso glaubhafter. Waldmann ist kein Typ von der Stange. Er ist nicht immer einfach, auch schon mal neben der Spur. Aber er ist authentisch und seine Rolle wirkt glaubwürdig.
Ich würde mich freuen, wenn es noch eine oder mehrere Fortsetzungen geben würde. Denn noch ist Waldmanns Geschichte nicht aus erzählt.











