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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Annabell95:

Suche nach Milo

Alles ihre Schuld von Andrea Mara

Marissa will ihren Sohn abends von einem Playdate abholen. Doch als sie an der genannten Adresse ankommt, läuft dort alles anders. Die Frau, die öffnet, kennt weder Milo noch die angebliche Gastgeberin. Von einem Playdate weiß sie nichts. Milo ist verschwunden, und für Marissa beginnt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit.

Während die Suche immer dringlicher wird, breiten sich im scheinbar friedlichen Dubliner Vorort Gerüchte aus, und eine junge Frau gerät unter Verdacht. Hinter der Fassade des Alltags kommen dunkle Wahrheiten ans Licht, die lange verborgen waren.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Die Schilderung der Geschehnisse ist jeweils aus Sicht der jeweils handelnden Protagonisten. Das macht die Protgaonisten greifbar und gleichzeitig sorgt es dafür, dass man nie sicher ist, wem man glauben kann. Jeder verbirgt seine eigenen Geheimnisse und Schatten, dass man sich die Frage stellt: “wem kann man wirklich trauen?”.

Es ist sehr undurchsichtig. Von Anfang an lässt es sich nicht erahnen, was hinter Milos Verschwinden steckt und wie es zu dieser Tragödie kam. Durch unerwartete Wendungen und falschen Fährten baut man sich immer wieder neue Theorien, sodass es bis zum Schluss spannend bleibt. Man liest weiter, weil man unbedingt wissen will, was mit Milo passiert ist und welche Geheimnisse die Nachbarschaft verschweigt. Einzig der Mittelteil hat ein paar kleine Längen durch Wiederholungen bzw. Gedanken und Gespräche, die sich ähneln. Am Ende fügt sich alles zu einer schlüssigen, stimmigen Auflösung zusammen.

Die emotionale Ebene zu den einzelnen Protagonisten ist stark gemacht. Marissas Panik, als ihr Sohn verschwindet, ist greifbar und authentisch. Man fühlt mit ihr, spürt ihre Verzweiflung, ihre Angst und die Hoffnung.

Das Setting mit dem wohlhabenen Vorort von Dublin ist gut gewählt. Es wirkt nach außen alles makellos, doch hinter der Fassade brodeln Neid, Gerüchte und Geheimnisse.

Mein Fazit:
Atmosphärisch, emotional und clever konstruiert. Ein Thriller, der mit Perspektivwechseln, falschen Fährten und starken Figuren überzeugt. Er zeigt, wie brüchig perfekte Fassaden sein können. Ich vergebe gerne eine klare Leseempfehlung.

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Rezensionen von PMelittaM:

Zweiter Band, der die Geschichte gut voran bringt

Dinghai Fusheng Records. Buch 2 von Fei Tian Ye Xiang

China im vierten Jahrhundert nach Christus: Xiang Shu ist nicht nur Chen Xings auserkorener Schutzpatron sondern auch der Große Chanyu, der Anführer der Stämme, die im Norden jenseits der Mauer leben, daher machen sich die beiden zunächst auf den Weg in Xiang Shus Heimat, danach gilt es die Dinghai-Perle zu finden, die, so hofft Chen Xing, ihm helfen kann, die Magie wieder herzustellen, die vor Jahrhunderten verschwand.

Bald stehen sie wieder großer Gefahr gegenüber.

Der Roman führt die Geschichte des ersten Buches nahtlos weiter, sogar die Kapitelnummerierung wird fortgesetzt, so dass man hier mit Kaptitel 27 startet. Die Erzählung startet zunächst recht geruhsam, man lernt mit Chen Xing die Region Chi-Le-Chuan und die Menschen, denen Xiang Shu vorsteht, kennen. Es gibt entspannte Szenen, eine Schnellballschlacht, es wird gerodelt und gefeiert, und einiges ist sehr humorvoll, wie schon im letzten Band steht Chen Xian dabei meist im Mittelpunkt. Dramatische Szenen werden noch genug folgen.

Denn dann geht es sehr schnell, die Gefahr ist da, die Spannung zieht an und man ist mittendrin im nächsten Abenteuer der beiden, oder besser gesagt geht deren Abenteuer weiter, denn der Feind ist immer noch derselbe, man erhält nun neue Informationen über ihn und diejenigen, die ihm folgen. Gleichzeitig erfährt man auch mehr über die Geschichte und Mythologie Chinas, denn das Geschehen basiert auf der realen Geschichte des Landes. Auch über die Protagonisten, vor allem über Xiang Shu erfährt man in diesem Band mehr. Fand ich im letzten Band die Geschichte noch hin und wieder etwas verwirrend, war das dieses Mal nicht der Fall.

Auch in diesem Band gibt nicht nur eine Karte und vielfältiges zusätzliches Material im Anhang, sondern auch mehrere im selben Stil wie das Cover gezeichnete Illustrationen im Roman, die die Charaktere in Romanszenen zeigen.

Die Geschichte geht spannend weiter, es gibt neue Erkenntnisse und Charaktere. Ich bin gespannt auf Band 3.

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Rezensionen von Igela:

Auftakt!

Der Clan - Die Straße von Pascal Engman

In Sollentuna, einem Vorort von Stockholm, regiert die Familie Mansour. Drogenhandel, Schlägereien, Gewalt, Unterdrückung, Schutzgelderpressung...die Liste der Vergehen ist lang.

Die Einwohner leiden unter dem Clan, der Mafia ähnlich organisiert ist.

Josef Mehrabi ist 19 Jahre alt und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen.

Er kann sich, durch eine zündende Idee, dem Clan anschliessen und sieht sich am Ziel seiner finanziellen Probleme. Die gleichaltrige Antonia Strauss hingegen flüchtet nach einem traumatischen Erlebnis aus Schweden.

Hjalmar Noren, Polizist in Stockholm, versucht dem Clan das Handwerk zu legen.

Sie alle müssen erkennen, dass die Hand des Clans weit reicht...


Dieses Buch ist der Auftakt in eine neue Reihe, in dessen Mittelpunkt der Mansour-Clan steht. Wo sie sind, herrscht Angst und Gewalt ist nicht weit. Da werden junge Mädchen in Schwimmhallen belästigt, mit Drogen gehandelt oder Geld gewaschen. Und das fast immer straffrei und ohne Konsequenzen. Denn der Clan herrscht nicht nur über die Bevölkerung in dem Stockholmer Vorort, sondern dirigiert auch die Behörde, Politik und Teile der Ordnungsbehörde.

Etliche Erzählstränge machten mir den Start nicht leicht. Viele Figuren mit ihren Nebengeschichten mischen mit und öfters musste ich überlegen, wer wohin gehört. Dies vor allem bei den vielen Namen der Mitglieder des Mansour-Clans.

Die Geschichte ist mit all der vielschichtigen Kriminalität düster und gewaltvoll. Die Handlung empfand ich ab und zu doch als etwas zäh und langfädig, dies vor allem zu Beginn der Geschichte. Es gibt aber auch etliche Passagen, da lief es mir kalt den Rücken runter. So brutal und roh wie der Clan das Zepter führt, das war schon eindrücklich beschrieben. Es gibt immer wieder Szenen, bei denen ich schlucken musste.

Die Figuren sind gut charakterisiert.

Da ist zum Beispiel Josef Mehrabi, der bei seiner Mutter aufwächst, die chronisch verschuldet ist. Josef ist das Beispiel junger Leute, die versuchen sich aus der Armut zu befreien und in falsche Kreise abrutschen.

Eine weitere Figur ist Antonia Strauss, die Mobbing vom schlimmsten erlebt und versucht so schnell wie möglich Schweden den Rücken zu drehen. Antonia geht jedoch auch in Mailand, wo sie landet, durch Höhen und Tiefen. Sie versucht, als Model ihren ehemaligen Peinigern etwas zu beweisen. Diese Motivation habe ich nicht ganz nachvollziehen können, ich fand sie weit hergeholt.

Eine eindrückliche Lebensgeschichte erlebt Zara Mansour, die Tochter des Clanchefs. Mit ihr habe ich buchstäblich mitgelitten und gehofft, dass sie heil durch ihre Jugendzeit kommt.

Hjalmar Noren ist der Polizist, der versucht der Kriminalität Herr zu werden. Sich gegen einen ganzen Clan zu behaupten, ist nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Realität fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Ende hat Pascal Engman offen gestaltet, da es eine Trilogie werden soll. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil, der im Januar 2027 erscheinen soll.

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Rezensionen von Annaja:

Fehlende Beweise

Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel

Ein auffälliges Cover mit Frau und wehender Haarmähne wurde als Hingucker für ein Buch, das nach Wahrheiten sucht, verwendet.
Ein psychologisch meisterhafter Thriller, den die Autorin hier als Debütwerk ausgezeichnet erzählt.
Marlene lehrt an einer Universität über ihr Fachgebiet Mikroexpressionen und erklärt den Studenten, wie sie Emotionen erfolgreich lesen können, sie ist eine Expertin auf ihrem Gebiet.

Kriminalhauptkommissar Deniz Kurt hat eine schwierige Einvernahme vor sich, da die einvernommene Person, eine junge Frau, nicht spricht. Sie hat aus Notwehr einen jungen Mann getötet, äußert sich jedoch nicht dazu. Denizs Exlebensgefährtin Marlene soll ihm jetzt helfen. Sie erkennt sofort, dass hinter dem Schweigen eine Lüge verborgen ist und beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren. Sie muss einfach wissen, was hinter dem Fall steckt.
Man kann hier mit Marlene mitfiebern, mitfühlen und immer wieder neu erleben, wie die vermeintlichen Opfer handeln, was sie zu ihren Taten führte und was sie antreibt. Marlene stürzt sich sogar so weit in das Abenteuer bei der Suche nach Wahrheiten, dass sie ihren Job total vernachlässigt und dass es auch für sie sehr gefährlich wird.
Ein außergewöhnlicher Thriller mit Täter-Opfer Umkehr und gnadenlosem Verständnis für die Abgründe und deren Folgen.

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Rezensionen von Vobabooks:

Winterlicher Wohlfühlread

Warm me in Winter. Eine sugar glazed Romance von Laurie Gilmore

„Warm me in Winter“ ist eine sugar glazed Romance von Laurie Gilmore, übersetzt von Martina Takacs. Annie will sich von Mac fernhalten, doch für die Hochzeit ihrer Freunde müssen sie zusammenarbeiten.
Das war eine schöne winterliche Romance mit vielen Wohlfühlvibes. Es geht zurück nach Dream Harbor mit einigen Wiedersehen (man sollte jedoch auch gut ohne Vorwissen folgen können).

Unterhaltsam zu lesen mit charmant-schrulligem Touch und einem cozy Smalltownsetting. Die Lovestory ist romantisch und Second Chance.

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Rezensionen von Vobabooks:

Schöne Slow Burn Gothic Romantasy

Reap & Sow von Charlotte B. Plumb

„Reap & Sow - Dämonenpakt“ ist der 1. Band der Gothic-Romantasy-Dilogie von Charlotte B. Plumb. Eda und ihre beiden Brüder müssen ihren geerbten Pakt mit dem Dämon Mr. Night erfüllen: sie bringen ihm willige Besucher des Antiquitätenladens in Blackbridge, die Lebensjahre gegen ihre Wünsche eintauschen.

Doch etwas geht schief und Edas Brüder werden verhaftet. Und Eda weiß sich nicht anders zu helfen, als einen anderen Dämon namens Kit aufzusuchen und einen Pakt zur Rettung ihrer Brüder zu schließen…
Das war eine schöne Gothic-Romantasy, die ich wirklich gerne gelesen habe. Die Handlung ist geprägt durch die Seelenhandel und die Rettung der Brüder - und die Bedrohungen durch die Kirche und so manches Geheimnis. Zudem gibt es eine romantische slow burn Romance. Die Stimmung ist mystisch und geheimnisvoll und das Setting historisch. Das Handlungstempo habe ich als gediegen mit einigen Spannungspunkten empfunden. Eda selbst ist eine toughe Hauptfigur und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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Rezensionen von Romy:

Herbstliche Smalltown-Romance

Cinnamon Spice Love von Harper Graham

Madison hat ihr altes Leben weit hinter sich gelassen: Ihr kleine Heimatstadt Maple Falls mit dem Cinnamon Spice Inn, das ihre Familie führt, den Tod ihrer Mutter und genauso Zack, ihre große Jugendliebe. Bis sie ein geheimnisvoller Brief ohne Absender zurück in die Heimat ruft, denn das Cinnamon Spice steckt in Schwierigkeiten und ihr Vater braucht dringend ihre Hilfe.

Also kehrt sie zurück und versucht, dem Inn neues Leben einzuhauchen. Gleichzeitig wird die alte Liebe zu Zack neu entfacht...

„Cinnamon Spice Love“ ist das perfekte Buch für gemütliche Herbsttage auf der Couch, wenn es in Strömen regnet. Beim Lesen vermittelt es so ein schönes gemütliches Gefühl und macht definitiv Lust auf Herbst! Das raschelnde Laub, die kühle Herbstluft, der Duft von Zimtschnecken und Apfelsirup. Die Autorin Harper Graham ist großartig darin, Herbsteindrücke zu erzeugen, die man mit allen Sinnen spüren kann.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Madison und Zack war grundsätzlich sehr süß, wobei man nichts allzu Tiefgründiges erwarten sollte. Der Plot ist eher seicht, auch wenn es zum Ende hin nochmal zu Verwicklungen kommt, die sich meiner Meinung nach aber etwas zu einfach und schnell lösen haben lassen.

Besonders die Aufmachung des Buches hat mich sehr überzeugt. Selbstverständlich in den typischen orangen Herbstfarben, enthält das Buch eine süße Karte von Maple Falls und sogar eine Cinnamon Spice Love Playlist.

Fazit: Insgesamt eine cozy Smalltonw-Romance, die extrem Lust auf Herbst macht!

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Rezensionen von verhei:

Lesenswert! spannend und aktuell

Buberlpartie von Petra Hartlieb

Freitagnachmittag vor dem Osterwochenende rast ein Auto auf einem belebten Wiener Markt in ein beliebtes jüdisches Restaurant – gefolgt von einer Explosion. Chefinspektorin Alma Oberkofler, die privat selbst vor Ort ist, rettet einem Restaurantangestellten das Leben und findet sich mit ihrem Team bald in einer ebenso explosiven Ermittlung wieder.

War es ein Unfall, war es ein Anschlag? Und wenn letzteres wer war das Ziel des Anschlages und was das Motiv? - der jüdische Restaurantinhaber, seine Schwester kritische Autorin, der linke Investigativjournalist oder die ukrainische Familie die über dem Restaurant wohnt? Alles brisant, war doch auch der Fahrer politisch sehr rechts orientiert und aber auch Sohn einer Bauunternehmerdynastie mit Aussicht auf höhere Ämter. Die versuchte Einflussnahme durch die Politik lässt nicht lange auf sich warten.

Das Ermittlerteam um Alma Oberkofler ist charmant und unvoreingenommen, ermittelt man doch in alle Richtungen. Man landet in Sackgassen, kommt oft nur zäh voran und wundert sich im Zuge der Ermittlungen ob so manchem Zufall. Als Leser habe ich jeweils meine eigenen Theorien gebaut. Besonders gelungen fand ich auch die Rolle von Werner Althuber vom DSN, erlaubt er doch so manchen Blick hinter die Kulissen der Macht.

Petra Hartlieb präsentiert diese Geschichte trotz aller politischen Einflüsse und unklaren Gemengelage sehr klar, flüssig und nachvollziehbar. Vor allem aber auch mit nötigem Feingefühl im Hinblick auf die Opfer und deren Hinterbliebenen: Die Erzählung wechselt zwischen dem Blick aus Ermittlersicht, hier durch Alma Oberkofler und den Gedanken und Erkenntnissen der Angehörigen der Opfer. Man merkt dabei, wie schnell man diese Perspektive bei so mancher Meldung gerne aus den Augen verliert.

Und als Österreicher bzw. mit der österreichischen Politik vertrauter schmunzelt man über so manchen Namen und beschriebenen Szenen, wenn man so an die letzten Jahre denkt, stand doch so oft die Realität Modell.

Ich hoffe auf weitere Bände der Autorin.

Wirklich lesenswert!

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Mitreißende und bewegende Familiengeschichte

Buckeye von Patrick Ryan

Der aktuelle Roman "Buckeye" des amerikanischen Autors Patrick Ryan, der im September 2025 in den USA erschienen ist und dort auf Anhieb die Bestsellerlisten eroberte, liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor. Im Mittelpunkt der 656 Seiten umfassenden Geschichte stehen zwei Paare, deren Leben auf besondere Weise miteinander verflochten sind.

Ann Napolitano, Chris Whitaker und Tom Hanks haben sich sehr lobend über das Buch geäußert, meine Erwartungen waren dementsprechend hoch - und ich wurde nicht enttäuscht!

Bonhomie in Ohio: Wir schreiben das Jahr 1945, als die attraktive Margaret Salt den Werkzeugladen von Cal Jenkins betritt und ihn fragt, ob er ein Radio besitzt. Die Nachricht vom Kriegsende versetzt sie in so große Freude, dass sie Cal spontan küsst. Dieser kurze Moment setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die zwei Familien für immer miteinander verbinden wird.

Die Handlung springt 3 1/2 Jahre zurück, und wir lernen Cal kennen, der mit Becky verheiratet ist und im Werkzeugladen seines Schwiegervaters arbeitet. Er ist wegen eines von Geburt an verkürzten Beins kriegsuntauglich. Das Paar hat einen Sohn, den sie Skip nennen. Becky ist erfolgreich als Medium tätig und versucht in Séancen, für ihre verzweifelten und trauernden Klienten mit Verstorbenen in Kontakt zu treten. Dass sie ihre Fähigkeiten ohne Cals Wissen in einer Zeitung anbietet, führt zu einer Entfremdung des Ehepaars.

In einem zweiten Erzählstrang treffen wir auf Margaret und Felix Salt. Margaret wurde als Baby von ihrer Mutter vor einem Waisenhaus abgelegt und lebt dort bis zu ihrem 18. Lebensjahr. Sie zieht nach Columbus, um dort in einem Café zu arbeiten. Bald lernt sie Felix kennen, der ihr nach drei Monaten einen Heiratsantrag macht. Er hat Betriebswirtschaft und Ingenieurswissenschaften studiert und ist für eine Firma tätig, die Aluminium produziert. Nach ihrer Hochzeit wird Felix befördert, und sie ziehen nach Bonhomie. Doch die junge Frau, die auf Wunsch ihres Mannes nicht mehr berufstätig ist, ist in ihrer neuen Umgebung nicht glücklich.

Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs und des Vietnamkriegs begleiten wir die beiden Familien über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten, lernen ihre Lebensgeschichten kennen und erleben ihre Höhen und Tiefen. Es geht nicht nur um Liebe, Familie und Verlust, sondern auch um Eltern und ihre Kinder, Lügen und Schuld, um Freundschaft und Identität. Geheimnisse und verdrängte Neigungen werden offenbart, und es gibt schicksalhafte Wendungen.

Das fesselnde Buch hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen und begeistert, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Schicksale der Protagonisten haben mich erschüttert und zutiefst berührt. Ich mochte die klare Sprache des Autors, seinen Humor und den ruhigen Erzählstil. Der damalige Zeitgeist und der gesellschaftliche Wandel sind hervorragend beschrieben, ebenso die Auswirkungen der Kriege auf die amerikanische Bevölkerung. Auch die Charakterzeichnung ist Patrick Ryan perfekt gelungen, er skizziert seine Figuren so authentisch, dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Meine Lieblingsfigur war Felix, dem es nicht gelingt, seine Kriegstraumata und den Verlust seiner großen Liebe zu verarbeiten. Ich mochte aber auch Tom, konnte seine Bitterkeit wegen Margarets Verhalten und seinen Zorn wegen Felix' Schweigens gut nachvollziehen. Auch das Schicksal von Cals Vater Everett, der seine Traumata aus dem Ersten Weltkrieg in Alkohol zu ertränken versucht, hat mich sehr berührt.

Absolute Leseempfehlung für diesen meisterhaft geschriebenen Roman, in dem der Autor gekonnt die amerikanische Geschichte mit den Schicksalen zweier Familien verwebt und den ich mir auch sehr gut als Vorlage für eine bewegende Verfilmung vorstellen könnte!

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Rezensionen von Gavroche:

Durchhalten lohnt sich

Totensee von Sophie Czerny

Ich habe mich zu Beginn wirklich schwer getan mit dem Buch, aber das Durchhalten lohnt sich wirklich. Es dauert, bis man die vielen unterschiedlichen Perspektiven auseinanderhalten kann und die Geschichte der Protagonistin Ada Sabel besser verstehen kann.
Gleich zu Beginn kommt es zu einem bizarren Fund in einem Boot, von dem man aus mehreren Perspektiven liest.

Unterbrochen von der Geschichte von Ada, die noch immer auf der Suche nach ihrer Tochter Mara ist, von der sie nicht glaubt, dass sie tot ist. Sie arbeitet nicht, ist suspendiert, versteckt sich aber regelmäßig auf dem Dachboden des Kommissariats. Dann gibt es noch weitere Erzählstränge und man muss genau aufpassen, was wo und wann spielt und wie zusammen hängt.
Die Geschichte führt in die Vergangenheit von Ada, es geht um Selbstverletzung, um eine Suche, viele verstörende Themen, immer mehr, je weiter man vordringt.
Ein Buch, das mich noch weiter beschäftigen wird. Ein Buch, das mir auch einiges abgefordert hat.

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