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Rezensionen von Ruth:

Im Spinnennetz

Lichtspiel von Daniel Kehlmann

Georg Wilhelm Pabst ist heute beinahe vergessen, dabei zählte er einst zu den Großen der Filmindustrie. Neben Lang, Murnau und Lubitsch war er einer der berühmtesten Regisseure der Weimarer Republik. Er gilt als Entdecker von Greta Garbo, die durch seinen Film „ Die freudlose Gasse“ zu Weltruhm kam.

Nun hat Daniel Kehlmann, der schon mehrmals historische Figuren zu Protagonisten seiner Bücher gemacht hat, diesen Regisseur ins Zentrum seines neuesten Romans gestellt.
Pabst war zum Zeitpunkt der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Frankreich und reiste dann in die USA. Er versucht, wie viele emigrierte Künstler, hier Fuß zu fassen. Doch er scheitert. Denn er wird gezwungen, einen mittelmäßigen Film abzuliefern, der dann auch ein Misserfolg wird. Daraufhin kehrt Pabst mit Frau und Sohn nach Europa zurück, in die „ Ostmark“, wie das besetzte Österreich nun heißt, zu seiner kranken Mutter. Aber dann bricht der Krieg aus, die Grenzen sind dicht und die Familie Pabst sitzt fest.
Nicht lange und Goebbels ruft ihn zum Gespräch. Deutschlands Filmindustrie braucht namhafte Künstler, nicht nur aus Imagegründen, sondern auch, weil durch die Emigration ein Mangel an ihnen herrscht.
Pabst versucht sich zu entziehen; er habe nicht die Absicht, weitere Filme zu machen. Doch Goebbels kennt keinen Widerspruch. „ Falsche Antwort, falsche Antwort, falsche Antwort …“
Dies ist eine der zentralen Szenen im Roman. Surreal und übermächtig mutet schon das übergroße Büro des Propagandaministers an. Und unverhohlen droht der mächtige Goebbels: „ Bedenken Sie, was ich Ihnen bieten kann… zum Beispiel KZ. Jederzeit. Kein Problem. Aber das meine ich ja gar nicht. Ich meine, bedenken Sie, was ich Ihnen auch bieten kann, nämlich: alles, was Sie wollen. Jedes Budget, jeden Schauspieler. Jeden Film, den Sie machen wollen, können Sie machen.“
Und hier liegt die große Versuchung. Denn Pabst will natürlich arbeiten. Die Arbeit ist sein Leben. Doch Filme drehen kann man nicht für sich daheim, dazu benötigt man viele Ressourcen, ist angewiesen auf Geldgeber. Aber darf man deshalb einen Pakt schließen mit dem Bösen? Rechtfertigt die Kunst alles? Inwiefern macht sich Pabst schuldig? Um diese Fragen kreist der Roman.
Pabst begründet seine Zusammenarbeit mit den Nazis. „ Denn all das geht vorbei. Aber die Kunst bleibt.“ Seine kluge Frau Trude dagegen sieht das anders, denn, selbst wenn das stimme, „ Bleibt sie nicht beschmutzt? Bleibt sie nicht blutig und verdreckt?“
Es ist unbestritten, dass Pabst nie reine Propagandafilme gedreht hat; er war kein Nazi. Aber er hat sein Schaffen in den Dienst eines unmenschlichen und skrupellosen Regimes gestellt. Darf man das und was macht das mit einem ?
Die andere Frage ist, ob Pabst überhaupt eine Wahl hatte.
Diesen Zwiespalt und seine Konsequenzen aufzuzeigen, das schafft Kehlmann auf großartige Weise.
In unzähligen Episoden und mit einer Fülle von Details lässt er die damalige Zeit aufleben. Wir treffen jede Menge historischer Figuren, Mitläufer wie Heinz Rühmann ( „ Ganz ohne Kompromisse geht es natürlich nicht“.) oder die Schauspielerin und Regisseurin Leni Riefenstahl, die ihre Arbeit ganz in den Dienst der NS- Ideologie gestellt hat. Bei Kehlmann wird sie zur bösen und völlig talentfreien Nazisse.
Und der britische Schriftsteller P.G. Wodehouse, hier unter dem Namen Rupert Wooster, fungiert in einem Kapitel sogar als Ich-Erzähler. Ihn haben die Nazis als Gefangenen im Hotel Adlon untergebracht, mit der Auflage regierungsfreundliche Rundfunkbeiträge zu verfassen.
Eine zentrale Rolle im Roman spielen ebenfalls Pabsts Ehefrau Trude und sein Sohn Jakob. An Beiden macht sich Pabst schuldig durch seine Rückkehr nach Nazi-Deutschland. Die Umstände führen zur Entfremdung der Eheleute und lassen Trude Zuflucht im Alkohol suchen. Und der Sohn lernt sich anzupassen, entwickelt sich zum begeisterten Hitlerjungen und Kriegsfreiwilligen.
Es gibt jede Menge filmreifer Szenen, wie die Hollywood-Party gleich zu Beginn. Wie eine Kamera wird der Fokus auf eine Gruppe Menschen gerichtet, man belauscht deren Gespräche und dann zoomt die Kamera weiter zum Nächsten. Nicht frei von Komik sind hier Pabsts Versuche, Anschluss an Hollywoods Filmschaffende zu finden. Wie ein Fremdkörper wirkt er mit seinen österreichischen Manieren und seinem rudimentären Englisch.
Ein weiterer komödiantischer Höhepunkt ist jene Szene, in der Trude in die Fänge eines nur aus Damen bestehenden Lesezirkels gerät. Denn in der Gruppe werden ausschließlich Werke des Nazi-Schriftstellers Alfred Karrasch gelesen und besprochen. Doch was soll sie sagen zu einem Buch , das „ so uninteressant [ ist ], dass es nicht einmal schlecht war.“
Und ausgerechnet diese Schmonzette wird Pabst später unter dem Titel „ Der Fall Molander“ verfilmen. Wie ein Besessener arbeitet er in den letzten Kriegstagen an der Fertigstellung dieses künftigen „ Meisterwerks“. Hier lässt Kehlmann offen, ob der Regisseur, wie Leni Riefenstahl für „ Tiefland“ , Menschen aus Arbeits- und Konzentrationslager als Statisten benutzt hat.
Die Filmrollen gehen dann in den Wirren der letzten Kriegstage unter und bleiben verschollen, so will uns Kehlmann glauben lassen. ( Tatsächlich lagern sie in einem Filmarchiv in Prag.)

Der Roman wechselt beständig die Perspektiven. Es gibt diverse Ich- Erzähler und dazwischen auktoriale und personale Erzählpassagen. Interessant ist, dass wir keinen Einblick in die Innenwelt des Protagonisten bekommen. Pabst wird umkreist wie mit einer Kamera, die seine Handlungen und seine Mimik und Gestik vorführt, die der Leser deuten soll. Aber Pabst war anscheinend, wie Kehlmann andeutet, selbst für seine Nächsten ein Rätsel.
„ Man konnte nicht sehr gut mit ihm sprechen. Wenn er nicht gearbeitet hat, war er nicht ganz anwesend… Es ist ja alles in seinen Filmen.“ lässt er seinen Sohn Jakob rückblickend sagen.
Mit der Sprache geht der Autor gekonnt um. Passend zum Setting und zur jeweiligen Figur ändert sich diese. Surreale und alptraumhafte Sequenzen durchbrechen den ansonsten vorherrschenden Realismus.
Aufgebaut ist der Roman in drei Teile: „ Draußen“, „ Drinnen“ und „ Danach“, wobei „ Drinnen“ in den Fängen der Nazi-Diktatur im Zentrum steht.
Dazu gibt es eine Rahmenhandlung um den fiktiven Regieassistenten Franz Wilzek, der mit Pabst in Prag am Film „Molander“ gearbeitet hat. Dieser Fritz hat gleich zu Beginn des Romans einen tragikomischen Auftritt. Er, mittlerweile alt und leicht dement, wird als Gast in eine Fernsehtalkshow eingeladen und soll hier erzählen, wie die Zusammenarbeit damals mit dem großen Regisseur war. Als die Frage nach dem unauffindbar gewordenen Film kommt, bestreitet Fritz, sichtlich nervös, dass dieser je gedreht wurde. Am Ende dann erfahren wir hierzu mehr.
Kehlmann hat eine intensive Recherche betrieben, doch er hat, wie er selbst betont, keine Biografie geschrieben, sondern einen Roman. Um das zu unterstreichen gibt es z.B. kleine Namensänderungen und es gibt zwei entscheidende Figuren, die Kehlmanns Phantasie entsprungen sind, so z. B. Franz Wilzek.
Daniel Kehlmann ist mit „ Lichtspiel“ ein großer, ein vielschichtiger Roman gelungen über einen Künstler, der sich korrumpieren ließ. Aus dem ehemals „ roten Pabst“, der Brechts „ Dreigroschenoper“ verfilmt hat und der mit sozialkritischen Werken in die Filmgeschichte einging, wurde ein Verbündeter des Dritten Reichs. Ein Urteil maßt sich Daniel Kehlmann nicht an. Das mag der Leser fällen. Der darf sich aber auch fragen, wie er sich in einem ähnlichen Fall verhalten würde. So weist der Roman über die historische Ebene hinaus.

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Rückzug aus dem Internet

Zeiten der Langeweile von Jenifer Becker

In ihrem Debütroman "Zeiten der Langeweile" erzählt Jenifer Becker die Geschichte der 34-jährigen promovierten Kulturwissenschaftlerin Mila, die im Oktober 2021 den Entschluss fasst, offline zu gehen. Sie will online nicht mehr gesehen werden und auch niemanden sehen. Also beginnt sie mit der Löschung ihrer Accounts in den sozialen Medien.

Ersatzweise konsumiert sie daraufhin zunächst verstärkt YouTube-Videos. Nach und nach löscht sie sich immer mehr aus dem Internet, tilgt alle Spuren von sich im Netz, streamt nicht mehr, verzichtet auf Online-Banking und Online-Shopping. Ihr Smartphone ersetzt sie durch ein einfaches Handy, mit dem sie lediglich telefonieren und SMS verschicken kann. Ihre Aktion hat zur Folge, dass sie sich zunehmend langweilt. Sie hat sich eine berufliche Auszeit genommen und ist in den Sozialen Medien für andere nicht mehr erreichbar. Langsam beginnt sie zu vereinsamen ...
 
Die Autorin zeigt in ihrem Buch auf, was geschieht, wenn man sich aus dem Internet löscht, und was mit Kontakten passiert, die in den Sozialen Medien bisher eifrig gepflegt wurden. Das ist sehr interessant beschrieben, und ich fand es erschreckend, wie schnell es aufgrund andauernder Internetabwesenheit innerhalb kurzer Zeit zur Isolation kommen kann. 

Vor dem Hintergrund aktueller Themen, wie der Coronapandemie und dem Ukrainekrieg, begleiten wir Mila durch ihren Alltag und blicken in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Wir erleben auch ihren Frust darüber, dass sie anscheinend von niemandem im Netz vermisst wird und ihre zunehmende Angst vor jeglicher Strahlenbelastung.
 
Das Buch liest sich für mich nur teilweise flüssig, zahlreiche Abkürzungen und Begriffe aus der digitalen Welt haben meinen Lesefluss immer wieder gebremst. Ich fand die Grundidee des Romans sehr interessant und habe mich auf die Lektüre gefreut. Das Buch ließ mich nicht nur meinen eigenen Internetkonsum auf den Prüfstand stellen, sondern machte mich auch hinsichtlich der Themen allgemeines Konsumverhalten und ökologischer Fußabdruck nachdenklich. Die vielen, mir unbekannten Begriffe, haben meine Lesefreude allerdings deutlich getrübt. 
 
Ich empfehle das Buch jungen Lesern, die mit dem Internet aufgewachsen sind und sich mit den Fachbegriffen der digitalen Welt gut auskennen.

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Rezensionen von PMelittaM:

Spannend und sehr unterhaltsam

Die Mission des Goldwäschers von Ralf H. Dorweiler

Juni 1771: Magnus von Auenstein reist als Buchhändler viel um Bücher zu kaufen und zu verkaufen. Immer wieder findet er dabei besonders wertvolle Schätze. Dieses Mal ist es aber Eleonore, seine Tochter, die, ihn in Männerkleidung begleitend, einen besonderen Schatz findet, der noch dazu eine verborgene Botschaft zu enthalten scheint.

Leider können Eleonore und ihr Vater diese nicht alleine decodieren. Bei einem Aufenthalt in St. Gallen bitten sie einen kundigen Mönch um Hilfe, und tatsächlich, im Buch scheint es Hinweise auf einen Schatz zu geben. Zusammen mit dem Mönch Melchior begeben sich Vater und Tochter nun auf Schatzsuche, allerdings muss das Rätsel innerhalb kurzer Zeit gelüftet werden.

Frieder Fischer ist Goldwäscher im Rhein bei Neuenburg und findet eines Tages eine Leiche im Fluss, ganz offensichtlich wurde der Tote ermordet. Kurz darauf trifft er zusammen mit seinen beiden Freunden auf drei Reisende, die angegriffen werden und eilen zu Hilfe, nicht ahnend, dass damit für sie ein großes Abenteuer beginnen wird.

Ganz schnell hat mich dieser Roman gefesselt. Die Protagonist:innen gefallen mir gut, die Perspektivewechsel bringen Spannung mit sich, und der Schreibstil ist fesselnd, voller Überraschungen und oft auch humorvoll. Ich wurde von Anfang bis Ende gut unterhalten.

Die Protagonist:innen mochte ich schnell, auch wenn ich mir manchen, wie z. B. Magnus von Auenstein, etwas tiefer gezeichnet gewünscht hätte. Besonders gut gefallen haben mir Melchior, der zunächst nicht nach einem guten Weggefährten aussieht, mich dann aber mehr als einmal überrascht hat, und Frieder, den ich einfach von Anfang bis Ende mochte. Ein überraschender Weggefährte ist der Student Wolfgang, besser bekannt als Johann Wolfgang Goethe, der gleich auch ein bisschen Humor, und einige, bis heute bekannte, Aussprüche mitbringt.

Auch die Antagonisten sind erwähnenswert, aber auf deutlich negativere Weise, vor allem bei einem wurde mir regelrecht übel.

Die Schatzsuche besteht aus mehreren Rätseln, die Ralf H. Dorweiler alle gut gelungen sind, es macht Spaß, die Gruppe bei der Lösung zu begleiten. Der Autor erzählt sehr bildhaft und eindringlich, so dass manche Szenen bei mir sogar direkte Auswirkungen hatten, wie etwa eine, hoch oben, die mich schwindeln ließ. Auch Sätze wie dieser gefallen mir sehr gut: „Die Strömungen fühlten sich nicht mehr wie liebe Familienmitglieder an, sondern wie weit entfernte Verwandte“ (Pos. 287).

Goethe ist nicht die einzige historische Persönlichkeit, die hier auftritt, wie man auch dem Personenregister entnehmen kann, in dem diese besonders gekennzeichnet sind. Der Autor hat gut recherchiert, auch beim sonstigen historischen Hintergrund, und vor allem auch bei Frieders Beruf. Goldwaschen im Rhein war mir bis dahin unbekannt. Näheres zu den historischen Fakten kann man dem Nachwort des Autors entnehmen.

Das Ende der Schatzsuche hat mir sehr gut gefallen, ich hatte es so nicht erwartet, aber es war absolut passend. Auch sonst ist der Roman gut abgeschlossen, absolut rund.

Ich wurde sehr gut unterhalten, gut gezeichnete Protagonist:innen, mit denen man mitfühlen kann, ein interessantes Thema und eine fesselnde Geschichte haben mit sehr kurzweilige Lesestunden verschafft, und mich außerdem Neues gelehrt.

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Rezensionen von Kokoloreslot:

Ein Klassiker für Kita- und Grundschulkinder

Der geheime Garten von Calista Brill


Ich kenne die Romanvorlage und war gespannt auf die Umsetzung, einer durchaus bedrückenden und komplexen Geschichte für Kita- und Grundschulkinder. Das Ergebnis konnte mich dann sehr begeistern. Die meist ganzseitigen Illustrationen sind sehr schön und künstlerisch einnehmend. Sie passen auch hervorragend zu diesem Klassiker, der Moderne und Historie vereint.

Ich war auch überraschend, wieviel meine Kindern aus den Bildern lesen konnten und dem, was zwischen den Zeilen stand, ohne die Romanvorlage zu kennen. Dies zeigt, wie viel Liebe im Detail hier drinsteckt und das die Kerngeschichte, die, nach den Kürzungen, übrig geblieben ist, völlig ausreichend ist, um die Botschaften von Freundschaft, Naturzauber und der Zuversicht weiterzutragen. Sogar mir hat diese frische Version gefallen, die das Original wertschätzt und letztlich Lust macht, das Buch noch einmal zu lesen. Sehr empfehlenswert für Kinder ab vier Jahren und alle, die blumige Illustrationen mögen.

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Rezensionen von Kokoloreslot:

Die graue Freudlosigkeit

Die graue Stadt von Torben Kuhlmann


Die Bilderbuchgeschichten von Torben Kuhlmann sind große Kunst und laden die ganze Familie zum Staunen ein. Sie gehören zu unseren meistgelesenen Vorlesebüchern und deshalb waren wir sehr gespannt auf „Die graue Stadt“. In dem neuen Buch geht es nicht um Mäuse, die Abenteuer erleben, sondern ein Mädchen namens Robin, die in eine Stadt gezogen ist, der alle Farben fehlen.

Nur grau, wohin man sieht. Dabei liebt Robin Farben und drückt sich gern künstlerisch aus. Deshalb möchte sie sich der grauen Ordnung nicht einfach unterordnen und trägt weiterhin ihre gelbe Regenjacke. Dadurch entdeckt sie stilles Aufbegehren, bei den Menschen, die trotzdem ihre bunte Seite nicht verstecken wollen.

Die Geschichte um Robin weckt das Interesse der Kinder und die Erwachsenen fühlen sich an Klassiker erinnert und nicht zuletzt an historische Ereignisse. Damit macht das gemeinsame Vorlesen und Entdecken viel Spaß. Ein tolles Buch, das uns sehr gefallen hat und das man unbedingt behalten und öfter anschauen möchte.

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Rezensionen von Kokoloreslot:

Sehr empfehlenswertes Kinderbuch

Henry Kolonko und die Sache mit dem Finden von Maja Konrad


Dieses kurzweilige Kinderbuch mit berührender Botschaft erzählt von dem 9-jährigen Henry Kolonko. Dieser schüchterne Junge hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Fundstücke aufzubewahren und sie denen zurückzubringen, die sie verloren haben. Diese Aufgabe bedeutet ihm alles. Für Freunde hat er keine Zeit.

Da passt es nur zu gut, dass sich das neue Mädchen in der Nachbarschaft förmlich aufdrängt. Pippa schafft es, zu Henry durchzudringen, hilft ihm dabei, die Fundstücke zurückzubringen und sorgt dafür, dass Henry sein Tun hinterfragt. Was heiter und spannend klingt, hat auch einen ernsten Hintergrund, aber ohne spürbare Schwere. Diese gelungene Gratwanderung, kombiniert mit einer einfallsreichen Handlung (die angemessen kindgerechte Spannung bietet), tollen Charakteren (deren Blick auf die Welt im Vordergrund steht) und einem flüssigem Schreibstil, wird Kinder begeistern. Somit ein wirklich empfehlenswertes Kinderbuch!

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Richtig gut und gar kein Shit

Shitmoves von Iris Gavric; Matthias Renger


Ein provokantes Cover, das im Gedächtnis bleibt und ein Titel, bei dem sofort Fragezeichen aufkommen? Shit, was?

Man merkt den Autoren deutlich an, dass sie Spaß daran hatten, all die rhetorischen Fundstücke der Manipulation auseinander zu nehmen. Dabei herausgekommen ist ein Sachbuch, das sich überhaupt nicht theoretisch anfühlt, aber viel über Debattenkultur und Menschlichkeit verrät.

Das wäre ein Argument, allen nahezulegen, dieses Buch zu lesen. Die zahlreichen Beispiele, mit denen die manipulativen Techniken erklärt wurden, waren sehr anschaulich (im wahrsten Sinne des Worten). Richtig spannend war es, diesen kleinen Kommunikationsstudien zu folgen, Streitgespräche zu beleuchten, die Angespanntheit auszuhalten und eben mal nicht „wegzuhören“. Ich konnte eine Menge aus dem Buch mitnehmen, was mir in meinem Leben wirklich dienlich sein könnte, was vor allem an dem humorvollen und unkomplizierten Schreibstil lag.

Abschließend kann ich sagen, dass dieses lockere Sachbuch wirklich für jeden geeignet ist und auch als reine Unterhaltungslektüre ihre Dienste tut. Dank der guten Aufteilung kann man auch super querlesen und ist wahrscheinlich schneller durch, als man denkt.

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Toll, für Kinder und Erwachsene

Das NABU-Vogelbuch von Peter Mullen; Fabian Karwinkel

Seit wir einen eigenen Garten haben, interessieren sich die Kinder mehr für unsere Vogelwelt. Also haben wir eine Buch für die ganze Familie gesucht, das viel Wissen enthält, einfach zu handhaben ist und dabei hilft, die Arten leicht zu bestimmen. Mit dem Nabu-Vogelbuch sind wir sehr zufrieden. Hier findet man kompakt alles Wissenswerte über Vögel.

Ganz anschaulich. Es gibt eine große Übersicht zur schnellen Orientierung und auch das Inhaltsverzeichnis ist sehr übersichtlich. Da finden sich auch die Kinder problemlos zurecht. Eine App macht es möglich, die dazugehörigen Vogelstimmen zu hören, was den Lernfaktor und das Interesse der Kinder noch erhöht hat. Wir greifen immer wieder gern zum Buch und hatten es auch schon auf Reisen dabei. Es ist also kein zu schweres Buch, das man irgendwann nicht mehr aus dem Regal nehmen mag. Deswegen können wir diese Investition für die ganze Familie sehr empfehlen. Den Preis finden wir aufgrund der qualitativen Aufmachung angebracht und das Projekt sehr unterstützenswert.

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Schule für die Gauner der Zukunft

Schule der Meisterdiebe von J. J. Arcanjo


Wir haben das Buch gemeinsam gelesen und das Vorlesen hat großen Spaß gemacht. Gabriel ist ist nur ein talentierter Held, sondern auch jemand, mit dem man gern Abenteuer erleben möchte. So haben wir uns immer wieder gern in diese geheimnisvolle Welt Crookhaven begeben, die tollen Charaktere kennengelernt und wissbegierig die Ausbildung zum Meisterdieb verfolgt.

Die Schule befindet sich auf einer Insel und dieses ganze Setting macht süchtig. Das ist schon mal eine sehr gute Voraussetzung für eine Buchreihe. Mehr Illustrationen wären richtig toll gewesen, aber wir haben uns bereits über die schönen Bildchen am Kapitelanfang gefreut. Diebstahl wird zu keiner Zeit verherrlicht, sondern es geht mehr darum, die Fähigkeiten zu würdigen und in die richtige Richtung zu lenken. Dazu werden Werte und schöne Botschaften vermittelt. Vor allem steht aber Freundschaft und eine abwechslungsreiche Story im Vordergrund, die lustig und spannend erzählt wird. Wir können den zweiten Band wirklich kaum erwarten und empfehlen dieses tolle Kinderbuch weiter.

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Wie läuft ein Gerichtsprozess ab?

Der war's von Juli Zeh; Elisa Hoven

Alles beginnt damit, dass die superleckeren Pausenbrote von Marie gestohlen werden und ein Mitschüler dafür verantwortlich gemacht wird.

Hier trifft eine alltagsnahe Handlung auf Sachinhalte, die sich mit der Unschuldsvermutung befassen und der wichtigen Tatsache, dass es stichhaltige Beweise braucht, um ein Verbrechen nachzuweisen.

Vorverurteilung begegnet uns oft im Alltag und deswegen finde ich es sehr wertvoll, sich dem kindgerecht und sachlich, auf juristische Weise, zu nähern, damit bereist Kinder es benennen und verstehen können. Dazu gehören auch Fachbegriffe, die dieses Buch zwar anspruchsvoll machen, aber nicht überfordern, sondern eher die Neugierde wecken. So war jedenfalls mein Eindruck. Das ist sogar bei den Kindern in der Geschichte so, die schließlich für ihren Fall brennen und kurzerhand ein Gerichtsprozess nachstellen. Das Lesen fiel uns leicht, weil der Text flüssig geschrieben ist, die Schriftgröße angenehm groß ist und viele Bilder enthalten sind, die das Dranbleiben unterstützen. Absoluter Favorit war aber Helmut, der Schulhund, der schiere Begeisterung ausgelöst hat. Außerdem war es spannend für die Kinder, weil sie wissen wollten, wer die Brote genommen hat und wie sich alles auflöst. Da wir im Anschluss noch viel darüber geredet haben, könnte ich mir das Buch auch sehr gut als Schullektüre vorstellen.

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