Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Witzig und voller Fantasie
Ein Tiger im Zug von Mariesa Dulak
Der kleine Junge schaut zu dem großen Tiger auf, der trägt einen Zylinder und schaut in eine Zeitschrift, so hat man mit dem Cover schon einen ersten Eindruck.
Zu Beginn des Buches sitzt der Junge ziemlich gelangweilt neben seinem Papa, der intensiv auf Hand schaut. So war das auch schon auf dem Bahnsteig und es ging nach dem Einstig so weiter, dabei wollen die beiden doch ans Meer.
Aber da steigt dann ja der nette Herr Tiger ein, als der Junge seinen Papa auf ihn aufmerksam macht, hat der sein Gesicht allerdings hinter der Zeitung versteckt, so schaut Papa weiter auf Handy. Es geschehen noch viele verrückte Sachen, der Junge hat eine Menge Fantasie. Am Ende brüllt der Tiger und verschluckt das Handy. Da können Vater und Sohn ihren Tag am Meer so richtig genießen.
Vielleicht brauchen viele Eltern und vor allem die Kinder einmal so einen Tiger, der das Handy verschluckt und macht, dass sich die Eltern mal um die Kinder kümmern.
Rezensionen von Lesemama:
Märchen und Legenden
Naturgeschichten rund um die Welt von Angela Mc Allister
Zum Buch:
Märchen und Legenden aus aller Welt. Alle haben eines gemeinsam, sie erzählen rund um die Natur. Ob Tiere, Wetter oder sonstige Naturereignisse.
Meine Meinung:
Ich liebe Märchen, Legenden und Sagen und freue mich immer wenn ich neue entdecke. So war ich natürlich auch auf die Naturgeschichten sehr neugierig.
Aufgeteilt in unterschiedliche Kategorien, die da wären:
- Blumen, Früchte und Samen
- Wind und Wetter
- Große und kleine Geschöpfe
- Sonne, Mond und Sterne
- Blätter und Bäume
- Seen, Flüsse und Meere
- Wüsten, Gebirge und Steine
Die Geschichten sind kurz, meist nur eine Seite, sie haben immer mindestens eine Illustration und führen uns in ferne Länder. So lernt man verschiedene Geschichten kennen, aber auch verschiedene Länder und deren Glauben an die Macht der Legenden. Sehr interessant, allerdings vielleicht eher für ältere. Für Kinder sind die Geschichte manchmal nicht nachvollziehbar. Dennoch ein schönes, großformatigen Buch, das für den ein oder anderen Erzählnachmittag sorgt. Mir hat es jedenfalls gefallen. Ich mag sowas ganz gerne, wenn ich zwischendurch mal nur eine nette Geschichte lesen mag.
Rezensionen von Meli:
Breakup-Tour oder doch eher Second-Chance-Tour?
The Breakup Tour – Der Sound unserer Liebe von Emily Wibberley; Austin Siegemund-Broka
Rileys neues Album handelt von verlorener Liebe und Trennungen und so wird sie durch ihren Liebeskummer erfolgreich. Doch plötzlich behauptet ihr manipulativer Ex-Mann, dass der erfolgreichste Song des Albums ihm gewidmet sei und um dieses Missverständnis aus dem Weg zu räumen, geht Riley also zu dem Ex, um den es in diesem Song wirklich geht: Max.
Einst wollten sie zusammen auf Tour gehen, doch Max wollte sich lieber um die Seniorenresidenz seiner Familie kümmern und blieb zurück, während Riley als Sängerin erfolgreich wurde. Max hat in den letzten Jahren versucht, ihrer Musik aus dem Weg zu gehen, aber das ist fast unmöglich. Als sie nun seine Hilfe braucht, hat er noch einmal die Chance, einen neuen Weg einzuschlagen und mit Riley zusammen aufzutreten.
Man spürt, dass es noch Gefühle zwischen ihnen gibt, das führt ihnen der Song immer wieder vor Augen, aber sie wagen es kaum, auf eine neue Chance für ihre Liebe zu hoffen, dafür steht zu viel zwischen ihnen. Max weiß nicht, ob er für Riley mehr sein kann als eine Inspiration für ein Lied und Riley erwartet immer schon von Anfang an, enttäuscht zu werden, und tröstet sich damit, dass ihr Herzschmerz zumindest zu tollen Songs führt.
Manchmal ging es mir schon etwas zu schnell, weil es viele Auftritte gibt, die ja ähnlich ablaufen und dann wird nur kurz davon berichtet, wie es gelaufen ist. Alles andere hat sich aber viel Zeit gelassen und manchmal fand ich das auch frustrierend. Die Liebesgeschichte zieht sich schon ein wenig in die Länge, man beschäftigt sich mit den gleichen Missverständnissen, Riley und Max reden aneinander vorbei und halten lange an ihren Ängsten fest, sodass sie sich wirklich ewig einfach selbst im Weg stehen.
Trotzdem hat mir ihre gemeinsame Tour wirklich gut gefallen, denn auch mit ihren Unsicherheiten sind die Protagonisten sympathisch und man kann ihre Ängste und Wünsche gut nachvollziehen.
Rezensionen von Karo:
Fehlende Handlung mit schönem Schreibstil
The Breakup Tour – Der Sound unserer Liebe von Emily Wibberley; Austin Siegemund-Broka
"The Breakup Tour" dreht sich um die Singer-Songwriterin Riley. Diese ist für ihre Alben und Songs bekannt, in denen sie ihren Liebeskummer und Trennungen verarbeitet. Ihre Songs berühren die Zuhörerinnen und Zuhörer und sie wird zu einem globalen Superstar. Insbesondere ihre Scheidung sowie eine Trennung in ihren Jugendtagen bewegen sie noch heute und spiegeln sich immer wieder in ihren Songs wider.
Eines Tages behauptet ihr Ex-Mann öffentlich, dass er die Inspiration hinter ihrem größten Hit ist und versucht so, erneut von ihrem Rampenlicht und ihrer Prominenz zu profitieren. Riley ist hiervon sehr getroffen, da der Song nicht um ihren Ex-Mann dreht, sondern stattdessen von Max, ihrer Jugendliebe, inspiriert wurde. Um ihrem Ex-Mann die Prominenz zu nehmen und zu beweisen, dass sich der Song nicht um ihn dreht, sucht sie ihre Jugendliebe Max auf. Aber Max will sich nur als ihre einstige große Liebe outen, wenn sie ihn als Keyboarder mit auf Tour nimmt. Und so beginnt der Sound ihrer Liebe von Neuem.
"The Breakup Tour" hatte mich interessiert, da die Geschichte und Handlung doch sehr an einige sehr bekannte Popstars - insbesondere auch Taylor Swift erinnern und ich diese Welt der globalen Prominenz sehr interessant finde. Der Schreibstil der Autoren hat mir ebenfalls zugesagt - er ist sehr poetisch/melodisch und erinnert sehr an Musik, eine wirklich passende Entscheidung für dieses Werk. Obwohl mir der Schreibstil sehr zugesagt hat, bin ich mit dem Buch nicht ganz warm geworden. Die Handlung fand ich sehr vorhersehbar und es fehlte mir einfach an mehr Spannung und einem besser ausgearbeiteten Handlungsbogen. Aus diesem Grund gehe ich nicht so glücklich aus der Lektüre. Ich hatte mir echt mehr versprochen und bin enttäuscht, dass die Handlung nicht wirklich durchdacht war.
Rezensionen von Anndlich:
Die letzten Stunden eines Mörders
Notizen zu einer Hinrichtung von Danya Kukafka
Der Serienmörder Ansel Packer wartet auf seine Hinrichtung, die in zwölf Stunden vollzogen werden soll. Sein Schicksal ist der Tod und damit das gleiche, das er seinen Opfern Jahre zuvor auferlegt hat. Während Ansel Packer nicht sterben und stattdessen verstanden werden möchte, erleben wir die Geschichte der Frauen, die er zurücklässt.
Die Geschichte einer Mutter, einer Schwester und einer Kommissarin.
Notizen zu einer Hinrichtung von Danya Kukafka ist ein atemraubendes Buch, das einem von der ersten bis zur letzten Seite eine beklemmende Atmosphäre bietet und das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt.
Dabei erleben wir die Geschichte aus der Sicht von Ansel Packers Mutter, einer Schwester eines seiner Opfer und der Kommissarin. Die Ausschnitte aus dem Leben der drei Frauen reichen Jahre zurück, bis wir die Gegenwart erlangen. In Ansel Packers Perspektive werden wir mit der „Du-Form“ direkt von der Autorin angesprochen, diese Form ist unglaublich packend und zusammen wirken alle Perspektive wahnsinnig ergreifend.
Durch die drei Perspektiven lernen wir sowohl Ansel Packer aus deren Sicht kennen - drei Ansichten, die Parallelen, aber auch Divergenzen haben und im Verbund mit den teilweise philosophischen Gedanken des Serienmörders eine Komplexität ergeben, die mich zum Nachdenken angeregten. Zu einem Nachdenken, das weit über das Buch hinaus geht, bis heute anhält und vermutlich noch eine Weile andauern wird.
Die drei Perspektiven zeigen jedoch nicht nur unterschiedliche Ansichten auf den Serienmörder, sondern auch unterschiedliche Wege die daraus resultierten. Kleine Berührungspunkte im Leben, die das eigene nachhaltig veränderten und damit auch die Perspektive.
Notizen zu einer Hinrichtung ist ein ergreifendes Werk, das weit über das Leben nachdenken lässt und unabhängig von der Thematik der Hinrichtung an Ansel Packer eindringlich und packend ist.
Rezensionen von S.:
Oscars Truhe
Der Wortschatz von Rebecca Gugger
Oscars Truhe
Was ist in der Truhe? Nur olle zerknüllte Worte, och!
Erst durch einen Zufall erfährt Oscar, dass er mit diesen Worten Dinge verändern kann. Ob der quietschbunte Igel erzürnt ist, der Baum mit lila Perücke schick aussieht, der Käfer plötzlich monströs geworden ist, der Bagger federleicht oder das Krokodil handzahm, Wörter sind wichtig.
Jetzt hat Oscar Spaß daran, mit Wörtern Dinge zu gestalten, sucht neue, bildet selber welche, z.B. pinkflossig, sauergurkig oder blubberweich. Das ganze Geschehen wird phantasievoll und witzig illustriert, tolle Zeichnungen bringen zum Staunen und gefallen gut. Das Buch macht Lust, selber Neues zu kreieren, Sprachspielereien zu veranstalten und überhaupt der Sprache mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Natürlich kann man so auch den Wortschatz erweitern, Wortarten üben, Synonyme finden, Gegenteilpaare bilden usw.
Schöne Idee!
Rezensionen von ingrid78:
spannend, gruselig, gefährlich
Die Burg von Ursula Poznanski
Maxim, der einige Escape-Rooms betreibt, bekommt eines Tages eine Einladung von dem Milliardär Nevio, dessen neueste Escape-Welt zu testen: Die Burg. Maxim ist zwiegespalten, denn Nevio ist mit seiner mittelalterlichen Burg sein größter Konkurrent. Allerdings kann Maxim das Geld, das Nevio ihm für den Test bietet sehr gut gebrauchen, außerdem ist er neugierig auf die Konkurrenz.
Mit ihm im Testteam ist ein Sportler, ein Geschichtsprofessor, eine Influencerin und eine Rätselexpertin. Maxim ist von der geschaffenen Escape-Welt beeindruckt, Nevio hat die neueste Technik verwendet und mit der Burg eine Attraktion geschaffen, die kurz vor der Eröffnung steht. Doch der Testlauf verlangt den Kandidaten alles ab, denn die KI macht sich selbständig...
Mit dieser Idee hat mich die Autorin sofort gepackt. Die Geschichte wird aus Maxims Sicht erzählt sowie aus der Perspektive von Alissa, die im Kontrollraum als Gamemasterin alles auf Bildschirmen überwacht. Die Teilnehmer sind ganz verschiedene Typen, man erfährt einiges zu ihrem Background, so dass man sich ein ganz gutes Bild von den meisten machen kann. Im Fokus steht aber die KI-generierte Welt in den Escape-Rooms, die die Autorin so plastisch beschreibt, dass man meint, direkt dabei zu sein. Schnell wird klar, dass die KI ein ganz anderes Ziel verfolgt, sie weiß Geheimnisse der Teilnehmer, die eigentlich keiner kennen kann.
Ich habe die Story gespannt verfolgt, allerdings gibt es im Mittelteil auch einige Längen, zum Ende hin wird es dann wieder absolut spannend.
Rezensionen von Sarah:
Once Upon a Broken Heart von Stephanie Garber
Nach dem Tod ihrer Eltern ist Evangelines einziger halt ihre erste große Liebe Luc. Doch als dieser sich wie aus dem nichts in ihre Stiefschwester verliebt und ihr direkt einen Heiratsantrag macht, sieht Evangline keinen anderen Ausweg mehr, als sich auf einen Deal mit einer Schicksalsmacht einzulassen, welche die Hochzeit verhindern soll.
Zwar gelingt ihr dieses Unterfangen, der Preis dafür war jedoch höher als erwartet, denn anstatt die Hochzeit einfach nur zu verhindern, wird die ganze Hochzeitsgesellschaft in Stein verwandelt und nur Evangeline kann den Fluch brechen, jedoch nur, wenn sie dadurch selber zu Stein erstarrt.
Ich hatte aufgrund des Hypes um diese Reihe sehr hohe Erwartungen an dieses Buch. Leider wurden diese sehr schnell enttäuscht. An sich war das Buch nicht schlecht, ich musste nur sehr schnell feststellen, dass ich allmählich nicht mehr in der richtigen Altersklasse für solch einen Roman bin. Die Sprache war leider schon sehr einfach, die Sätze viel zu kurz und Inhaltlich ist kaum was passiert. Spannung aufbauen konnte das Buch leider auch nicht, da jeder kleine Twist sofort aufgedeckt wurde und die Gedankengänge der Protagonistin waren durchgehend wiedersprüchlich und an Naivität kaum zu übertrumpfen. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch für sehr junge Menschen die wenig lesen durchaus Charme hat, da es sehr einfach zu lesen ist, man dabei nicht groß denken muss und man das Buch auch wirklich sehr schnell durch hat aber für mich war es leider ein Reinfall und ich werde die beiden anderen Teile der Reihe wahrscheinlich nicht lesen.
Rezensionen von C.P.:
Romantasy im vermeintlichen Sci-Fi-Gewand
Star Bringer von Tracy Wolff; Nina Croft
Sci-Fi muss für mich persönlich nicht immer mit komplexer Technik, durchdachten und detaillierten Beschreibungen von Raumschiffen oder Physik lastigen Erklärungen der Umgebung zu tun haben. Ja, ich bevorzuge solche ausgeklügelten Geschichten und finde es grandios mitzubekommen, welche Gedanken sich Autor:innen gemacht haben.
Aber es MUSS nicht jedes Sci-Fi Buch so sein, es kann auch ab und an einfach eine spannende Geschichte mit unserem oder einem fremden Weltall als Handlungsort sein.
Was ich dann nur auch erwarte ist, dass sich die Autor:innen dann trotzdem spürbar Gedanken um diesen Handlungsort gemacht haben und es nicht einfach eine x-beliebige, austauschbare Geschichte ist, die als Setting nur ein nettes, neues Gewand übergestülpt bekommen hat.
Leider war das hier aber genau der Fall. Betrachtet man nämlich einmal nur unseren Planeten, so fällt (zum Glück!) die Fülle an Kulturen und Sprachen auf. Dehnt man dies nun einmal auf ein ganzes, bevölkertes Universum aus, muss es einfach unzählige Variationen, Lebensarten, Gebräuche und Kulturen geben. Wer dies wirklich mit viel Feingefühl umgesetzt hat, ist Becky Chambers, deren Bücher ich an dieser Stelle wirklich uneingeschränkt empfehlen kann. Für mich fühlte es sich in diesem Buch einfach nach Faulheit der Autorin an, dass merkwürdiger Weise es eine allgemein gültige Sprache gibt, die alle sprechen und verstehen. Auf fast 700 Seiten hätte man auch einfach drei Absätze für ein Gerät unterbringen können, dass die verschiedenen Sprachen übersetzt. Aber das wäre ja leider mit Worldbuilding verbunden und dass die Autorin dies nicht kann, hat sie ja schon mit ihrer Crave-Reihe bewiesen. Mini-Rant over.
Abgesehen vom Worldbuilding fand ich das Hörbuch wirklich in Ordnung. Es ist keine Geschichte, die mich total vom Hocker gerissen hat und die mir lange in Erinnerung bleiben wird, aber ich habe mich immer drauf gefreut, das Hörbuch hören zu können und den Charakteren auf ihrer Reise weiter zu folgen. Das Buch fällt für mich eindeutig in die Kategorie „kann man mal mitnehmen, muss man aber nicht“.
Die Charaktere waren ok. Ich fand sie alle weder sympathisch, noch total unsympathisch. Sie sind nur echt unglaublich klischeebeladen, aber nach Crave habe ich um ehrlich zu sein auch nichts anderes erwartet.
Da wäre die Prinzessin, die nur an schöne Kleider denkt und schockiert ist, wenn sich nicht an die Etikette gehalten wird. Der Draufgänger, der der geborene Anführer-Typ ist, eine tragische Vergangenheit hat und sowieso unnahbar, verdammt attraktiv und brutal ist. Der beste Freund von ihm, der ein Sonnenschein ist und natürlich alle Frauen bezirzen kann. Eine Priesterin, die die Unschuld vom Lande ist, aber eigentlich den Zwängen ihrer Position ausbrechen möchte. Das weibliche Gegenstück zum Draufgänger, böse, mit spitzer Zunge und gefährlich. Ach ja und zwei eher unwichtige Typen, aber es braucht schließlich einen mit Grips, der das Raumschiff reparieren kann und die Priesterin braucht einen Leibwächter.
Tada, schon ist die Crew komplett.
Ahh und natürlich werden sie von jeder großen Instanz des Universums gejagt, aber zum Glück ist ihr Raumschiff irgendwie magisch und Bibbidi-bobbidi-boo entkommen sie aus jeder noch so aussichtslosen Lage.
Was mir hingegen wirklich gut gefallen hat, war die Einbindung von queeren Charakteren in die Geschichte.
Ich tendiere dazu, Liebesbeziehungen, wenn sie in mir keine Gefühle wecken, einfach zu überlesen und dadurch auch nie zu kommentieren. Fast wäre dies mir hier auch passiert. Dabei fand ich den Anfang und die ersten Gefühle gar nicht mal schlecht beschrieben, ganz im Gegenteil. Ich mochte die Art und Weise, wie bestimmte Charaktere sich langsam näherkamen. Leider wandelte es sich viel zu schnell im Laufe der Geschichte, das Tempo fand ich so nicht mehr richtig und es fühlte sich etwas zu sehr nach Insta-Love an.
Was sich auch nicht wirklich richtig anfühlten, waren die veschiedenen Sex-Szenen. Ich verstehe den Trend nicht, jede Geschichte in ein Smut-Buch verwandeln zu müssen. Ja, ich finde es toll, dass Sex in Büchern mehr thematisiert wird und sich die Buchwelt ganz offen dafür zeigt. Und es muss auch echt nicht immer Blümchen-Sex sein, aber es muss sich für mich persönlich trotzdem noch natürlich anfühlen. Ich hatte an vielen Stellen mehr das Gefühl, die Charaktere schauen sich nur in die Augen – blutend, verletzt, in gefährlichen Situationen – und plötzlich fliegen die Klamotten durch die Gegend. Es fühlte sich an vielen Stellen vollkommen willkürlich und erzwungen an.
Was mir sehr gut gefallen hat war, dass verschiedene Sprecher:innen im Hörbuch zu hören waren. Sie verliehen den Charakteren dann ein wenig mehr Leben und Abgrenzung zu den anderen.
Für mich ist das Buch ganz allgemein kein Sci-Fi, sondern eine rosane Prinzessinnen-Geschichte, die aus Versehen auf einem Raumschiff spielt, aber eigentlich auch gut in ein Glitzerschloss von Disney passt.
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Ein Appell auch für Männer!
Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus
Elisabeth Zott, eine intelligente, gleichzeitig attraktive Frau, ist nicht bereit sich dem erwarteten Frauenrollenbild der 50er und 60er Jahre in den USA zu fügen. Sie sagt, was sie denkt und fühlt, ordnet sich nicht unter und lässt sich weder vom Schicksal (Tod des geliebten Mannes), noch von der frauenerniedrigenden Männerwelt, noch von diffamierenden Intrigen und kränkenden Zeitungsartikeln brechen.
Die gelernte und leidenschaftliche Chemikerin und Spezialistin für die spontane Entstehung von Leben (Abiogenese) erteilt in einer zunehmend erfolgreichen Kochshow den Frauen Amerikas Unterricht in Chemie der Lebensmittel, in Chemie zwischenmenschlicher Beziehungen, in Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung. Eine Feministin im Kampf um Emanzipation? Nein, diese Begriffe kommen im Buch nicht vor, eine mutmachende und um Anerkennung weiblicher Denk- und Fühlweise, aber vor allem um ihren eigenen Platz in der Welt kämpfende Frau, die sich nie verbiegt und anpasst. An ihrer Seite ein kluger Hund, der 981 Begriffe kennt, eine hochintelligente Tochter, ein Pfarrer mit Weitblick, eine aus dem Alltag ausbrechende Nachbarin und weitere Wesensverwandte, die zuletzt jene Familie formen, die Elisabeth zuvor nie hatte. Ihr unerbittliches Stehen zu sich und ihrer Weltsicht geht zuletzt auf, sie erfährt Gerechtigkeit und Anerkennung. Ein Märchen im Amerika der 60er Jahre, ein Lehrgang in Chemie und deren Amplifikation, ein Appell zu Mut und Veränderung, sonst droht die Anti-Abiogenese, der Verlust von Vitalität und Spontanität.











