Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gänseblümchen :
Ansprechende Anleitung für ein rundum gesundes Leben mit mehr Bewegung
Die Bewegungs-Docs - Unser Programm für mehr Gesundheit und Leichtigkeit von Melanie Hümmelgen; Helge Riepenhof; Christian Sturm
Wie wichtig ein gesunder Körper ist, das ist bekannt. Doch an der täglichen Umsetzung eines gesunden Lebensstils scheitert es manchmal.
Die Bewegungsdocs stellen in ihrem neuen Buch Gesundheit und Leichtigkeit für ein gesundes Leben vor. Hierbei ist die fachliche Qualität der drei Ärzte für die alltagstauglichen Gesundheits-Programme die Grundlage.
Das Buch ist unterteilt in einen Theorie- und Praxisteil. Im Theorieteil werden sehr gut verständlich die Themen Muskeln, Stress-Management, Durchhaltevermögen, Atmen, Ernährung, ganzheitliche Unterstützung und Schlaf erklärt. So erfährt man zum Beispiel warum es wichtig ist richtig zu atmen, welche Übungen man dafür ausüben kann und es wird zu allen Themen erklärt, warum es sinnvoll ist diese Bereiche zu trainieren. Zum Beispiel führen zu wenig Schlaf oder zu wenig Bewegung zu einer verkürzten Lebenszeit und wer seine Muskeln trainiert kann eventuell schmerzfreier leben. Motivierend wird beschrieben, warum es wichtig ist seine Gesundheit zu fördern und dass dies in jedem Alter erfolgen kann.
Im Praxisteil ist ein 3-Wochen Fitness-Programm enthalten, inklusive kurzem Aufwärmen und Cool-Down. Dieses Programm habe ich begonnen und bin von den kurzen täglichen Übungen begeistert. Etwa 7-15 Minuten täglich dauern viele Übungen und diesen Zeitraum kann man auch täglich aufbringen. Auch wenn die Übungen nur durch skizzierte Männchen dargestellt werden, so sind sie doch verständlich beschrieben und gut nachmachbar. Fotos von den entsprechenden Übungen fände ich dennoch vorteilhafter.
Den Tipp sich morgens oder abends schon die Sportmatte und Sportschuhe sichtbar aufzubauen finde ich sehr gut.
Ebenso begeistert bin ich von den 7-Minuten-Selbsthilfeprogrammen, zum Beispiel bei Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Tinnitus, Bluthochdruck und weiteren Themen. Diese 7 Minuten lassen sich gut umsetzen und erbringen eine erste Linderung.
Ganz am Ende finden sich zusätzlich zu all den Bewegungstipps einige leckere, ansprechend und sehr gesunde Rezepte, bei denen mir bereits auf Grund der Fotos das Wasser im Mund zusammen läuft.
Wer seine tägliche Bewegung, Fitness und Gesundheit verbessern möchte, der findet in diesem tollen Ratgeber die Grundlage dazu. Insgesamt ist es eine gelungene Kombination aus Theorie und Praxis. Für alle die bisher eher Sportvermeider sind, werden Motivation und Sinnhaftigkeit sehr gut präsentiert und hilfreiche Informationen mit Anleitungen vorgestellt.
Eine Empfehlung für alle, die mehr Bewegung in ihr Leben bringen und ihre Gesundheit verbessern möchten.
Rezensionen von heinoko:
Sammlung von Klischees und ein offenes Ende überzeugen nicht
Die Pausenkicker - Anpfiff auf dem Schulhof von Andreas Schlüter
Sammlung von Klischees und ein offenes Ende überzeugen nicht
Von diesem Buch hatte ich mir aufgrund der Werbe-Ankündigungen sehr viel mehr versprochen. „Eine Fußballserie für alle, ob Mädchen, ob Junge, ganz egal“. Der Teamgeist soll entscheidendes Thema sein. Wunderbar, dachte ich als Lesepatin.
Doch nach Lektüre des Buches war mir klar, dass ich dieses Buch nicht mit „meinen“ Kindern lesen möchte.
Es geht um eine durchschnittliche Klasse mit Kindern unterschiedlicher Herkunft mit unterschiedlichen Begabungen. So weit so gut. Einige spielen in den Pausen regelmäßig Fußball. Im Gebüsch finden sie eines Tages einen halb verhungerten Hund, den sie „Referee“ (Schiedsrichter) nennen und der eifrig verschossene Bälle wieder zurückbringt. Er wird zum Maskottchen und Klassenhund erklärt. Als die Lehrer zu einem Pausenkicker-Meisterschaftspokal aufrufen, bei dem ALLE mitspielen müssen, gibt es erhebliche Diskussionen zwischen denen, die gar nicht mitspielen wollen und denen, die gut kicken können, zwischen Mädchen und Jungen usw. Das Buch endet, bevor das entscheidende Spiel überhaupt beginnt.
Das Buch ist eine entsetzliche Sammlung von Klischees. Der Dicke isst natürlich immerzu, steht sogar mit Stulle in der Hand auf dem Spielfeld. Mädchen schminken sich, haben Handtäschchen in der Schule und interessieren sich nur für Mode. Dicke und Mädchen können nicht fußballspielen bzw. stellen sich dabei dumm an. Die Handlung als solche lässt erst einmal eine gewisse Spannung erwarten, zeigt sich aber im Verlauf uneinheitlich zusammengeschustert. So taucht zum Beispiel ein heimatloser Hund auf, der kurzerhand zum Maskottchen erklärt wird. Niemand kümmert sich darum, ob dieser Hund einen Besitzer hat. Eltern scheint es auch egal zu sein, wenn der Hund von verschiedenen Kindern nach Hause mitgenommen wird. Dass dieser Hund im Fortlauf der Geschichte nicht ein einziges Mal mehr erwähnt wird, spricht ebenso sehr für eine willkürliche Anordnung von Szenen wie die Tatsache, dass das Buch mitten in Erwartung des Pokalspiels aufhört. So soll der Verkauf der Folgebände auf recht billige Weise angeleiert werden. Teamgeist wird in diesem ersten Band nur ansatzweise entwickelt, leider auch nicht wirklich nachvollziehbar.
Dieses Kinderbuch wirkt auf mich unausgereift zusammengeschrieben, mit einem ärgerlichen offenen Ende und groben Illustrationen, die eher ins Comichafte tendieren. Mir hat das Buch leider überhaupt nicht gefallen.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Testleserin RENEE, Tyrolia-Filiale Innsbruck (12 Jahre, Innsbruck)
Boy from Mars - Auf der Jagd nach der Wahrheit von Christian Linker
Testleserin RENEE, Tyrolia-Filiale Innsbruck (12 Jahre, Innsbruck)
In diesen Buch sind din Hauptfiguren: Jonto und seine neuen Freunde
Rückkehr in eine fremde Welt!
Als sein Großvater Ben stirbt, muss der dreizehnjährige Junge schweren Herzens die Marskolonie verlassen, die bisher sein Zuhause war.
Er soll jetzt auf der Erde wohnen, die er nur aus Geschichten kennt - bei einer Mutter, die er seit zwölf Jahren nicht gesehen hat. Im Gepäck hat er das Tagebuch seines Opas voll kryptischer Andeutungen auf eine spektakuläre Erfindung. Angeblich soll es eine Superwaffe zum Schutz des Klimas sein. So begeben sich er und seine neuen Freunde auf die Suche nach der Superwaffe. Doch sie sind die einzigen Werber, die Bedarf an der Klima-Schutzwaffe haben.
Ich finde den aufregenden Abenteuer- und Zukunftsroman sehr interessant.
Er ist für Kinder ab 10 Jahren, die sich für Fridays for Future-Themen interessieren, sehr gut geeigntet.
Testleser TILL, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Rankweil)
Im Jahr 2099 ist Jonto 13 Jahre alt und lebt seit seiner Geburt zusammen mit seinem Opa auf dem Mars, während seine Mutter vor 12 Jahren zurück zur Erde ging. Als Opa Ben stirbt, muss Jonto ebenfalls zurück zur Erde, diesem fremden, kaputten Planeten. Nach seiner Ankunft trifft er auf die gleichaltrige Gülcan und ihre Gang, die erst feindselig wirkt, sich jedoch später als wertvolle Verbündete herausstellt. Besonders bei Jontos Suche nach Opas Erfindung – dem Supergenerator „Future Boost“, bei der er auch Blutfinger kennenlernt. Dieser schlachtet Tiere, um sie zu essen - eine verstörende und absolut illegale Sache im Jahr 2099! Kann der „Future Boost“ tatsächlich einen weiteren Klimakrieg verhindern oder wird er in den falschen Händen doch noch zur Superwaffe?
Aufregend, spannend, lustig, traurig. Von allem ist was dabei! Besonders nachdenklich machte mich die Vorstellung, wie es im Jahr 2099 auf der Erde aussehen könnte, welche Probleme wir uns in diesem Moment selbst bauen und dass Technologie uns sowohl retten als auch letztlich zerstören kann.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (15 Jahre, Mieming)
Ich sage Hallo und dann NICHTS von Lilly Axster
978-3-7022-3260-3
Jecintas Entschluss steht fest, ihr Leben muss sich ändern. Sie will ab jetzt nur mehr "Nichts" sein. Dazu gehört: fast nichts mehr mögen, keine Markenklamotten tragen. Sogar ihren Namen ändert sie zu Jay. Viel hat sich dadurch in ihrem Leben leider noch nicht geändert, aber dann lernt Jay Leo mit der gelben Jacke kennen.
Die beiden werden schnell ziemlich gute Freunde. Doch dann findet Jay heraus, dass Leo ihr die ganze Zeit etwas verschwiegen hat...
Ich fand das Buch interessant. Vor allem, weil es das erste Mal war, dass ich etwas von dieser Autorin gelesen habe. Was mir nicht gefallen hat war, dass es sich etwas in die Länge zog, es fast immer um das Gleiche ging und es eigentlich nie einen spannenden Plot-Wechsel gab. Toll war, dass Jays und Leos Charaktere sehr außergewöhnlich und spannend beschrieben waren.
Rezensionen von NT:
Kompakt und fundiert
Physio @Home von Vanessa Lämmle
Physiotherapie ohne Termin und ganz spontan zuhause? Genau das bietet Physio @ Home in einem kompakten und fundierten Ratgeber an. Da ich hier und da mal Nacken- und Rückenschmerzen habe und Physiotherapie mir immer geholfen hat, habe ich zu dem Buch gegriffen. Anfangs hatte ich nur etwas Sorge welche Inhalte mich erwarten, da die Autorin laut Autoreninfo - neben der Physiotherapie - auch den Beruf der Heilpraktikerin gelernt hat.
Aber ich wurde positiv von den evidenzbasierten medizinischen Inhalten überrascht. Keine naturheilkundlichen Infos und keine aus der Luft gegriffenen Heilversprechen. Die Autorin wirkt insgesamt super kompetent. Manchmal waren die vielen Infos zur Anatomie etwas zu viel auf einmal, Fachbegriffe wurden nicht immer erklärt und Beschreibungen lasen sich wie aus dem Lehrbuch. In den Übungsanleitungen gab es dann aber wieder leicht verständliche Inhalte und gut geschossene Bilder. Die 5 Sterne hätte das Buch für mich bekommen, wenn zu jeder Übung der passende QR-Code mit Link zu einem Anleitungsvideo gewesen wäre. Geführte Videoanleitungen sind dann doch etwas hilfreicher als Textanweisungen, die man irgendwie nebenher noch lesen muss. Trotzdem insgesamt lehrreich und empfehlenswert!
Rezensionen von Peachy_Bookdreams:
Band zwei komm bitte schnell
Glow Like Northern Lights von Sarah Stankewitz
Inhalt: Lillys Zwillingsbruder liegt im Sterben, schuld daran ist eine restriktive Kardiomyopathie, eine Herzerkrankung. Als Lucas stirbt, hält Lilly nichts mehr bei ihrer übrigen Familie, denn wie ein Zuhause fühlt sich dieses schon lange nicht mehr an. Deshalb fliegt sie ungeplant nach Island, um Aron zu sehen.
Die beiden haben sich in einem Internetforum für herzkranke Angehörige kennengelernt, denn Aron’s Freundin ist auch von einer Herzerkrankung betroffen.Als sie vor Aron steht, ist dieser unerwartet kalt und distanziert.Doch Aron kann seine Gefühle für Lilly nicht leugnen …
Fazit: Ich kann einfach nur wow sagen . Schon nach ungefähr zwanzig Seiten musste ich heulen. Der Schreibstil der Autorin ist dermaßen gefühlvoll, dass ich mich sofort verbunden gefühlt habe mit der Protagonistin. Ich denke, dieses Buch kommt unter meinen top drei Romance Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe. Denn ich habe schon lange nicht mehr so oft weinen müssen bei einem Buch. Dennoch oder besser gesagt genau deshalb ist das Buch so besonders und schön. Ich kann und will gar nicht warten auf Band zwei, ich muss einfach unbedingt wissen wie es mit Lilly und Aron weiter geht.
Rezensionen von Sheilo:
Große Empfehlung
tiptoi® Mein Wimmelbuch von Anja Kiel
Tiptoi Bücher sind heute aus vielen Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. Mit diesem Buch hat der Ravensburger Verlag wieder ein tolles Buch für die Kinder geschaffen. Wie ein klassisches Wimmelbuch greift auch dieses Alltagsszenen auf, in denen es sehr viel zu entdecken gibt. Der Vorteil liegt hier ganz klar auf der interaktiven Aktion der Kinder, um mehr Details zu den Gegenständen und Personen zu erfahren.
Die großflächigen Illustrationen sind kindgerecht und bunt gestaltet sowie mit vielen liebevollen Details bestückt.
Im Buch sind neben drei Liedern vielfältige Spiele bzw. Quizfragen zu finden. Unser Favorit war auf zwei Doppelseiten ein Spiel, was sehr an "Ich packe meinen Koffer und nehme mit" erinnert, da immer mehr Gegenstände in der richtigen Reihenfolge ausgewählt werden mussten. Mit "Ich sehe was, was du nicht siehst" wurde ein weiterer Klassiker aufgegriffen. Meine Kinder haben sich mit dem Buch sehr intensiv beschäftigt und hatten sehr viel Spaß dabei. Sie haben sich sehr darüber gefreut, dass bestimmte Personen und Dinge in den verschiedenen Szenen immer wieder aufgetaucht sind, sodass diese natürlich jeweils als erstes auf den neuen Bildern gesucht werden mussten.
Für mich ist dieses Wimmelbuch eine wunderschöne Geschenkidee für Kinder, aber auch eine praktische Beschäftigung, falls es mit den Kindern unterwegs zu längeren Wartezeiten kommt. Wichtig ist zu beachten, dass ein Tiptoi Stift benötigt wird, der nicht enthalten ist.
Wir können dieses Tiptoi Buch für Kinder im Alter von 3-5 Jahren sehr empfehlen.
Rezensionen von Tara:
Eindringlich & erschütternd
Wären wir Vögel am Himmel von Erin Litteken
„Wären wir Vögel am Himmel“ ist der zweite Roman in dem die in Illinois lebende Autorin Erin Litteken über die Erfahrungen ihrer Familie in der Ukraine berichtet.
Die Handlung beginnt 1941 mitten im Zweiten Weltkrieg in Wolhynien. Die Sowjets sind auf dem Rückzug aber statt des erhofften Friedens walzen nun die Nazis durch das Land und nehmen sich rücksichtslos was sie brauchen.
Familien werden auseinander gerissen und die Kinder werden zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt.
Anhand der siebzehnjährigen Lilija, ihrem vierzehnjährigen Cousin Slavko und der elfjährigen Halya - denen genau dieses Schicksal widerfährt – und ihren Familien schildert die Autorin eindringlich die damaligen Ereignisse.
Auch wenn mir von vornherein klar war, dass dies keine leichte Lektüre ist, waren die Schilderungen stellenweise für mich kaum auszuhalten. Die Grausamkeiten des Krieges waren mir nicht unbekannt, aber diese durch Einzelschicksale zu erleben ist noch einmal etwas ganz anderes.
Die Schilderungen werden im Wechsel aus Liljas, Halyas und Vikas - Slavkos Mutter – berichtet, wodurch ich mich gut in die Gedanken und Gefühlswelt der Charaktere einfinden konnte.
Es ist unglaublich welche Kraft die Menschen aufgebracht haben, um sich durch die Kriegswirren zu kämpfen, um geliebte Familienangehörige wiederzufinden. Ebenso unbegreiflich sind die Grausamkeiten, die die Menschen sich gegenseitig angetan haben. Gleichzeitig gibt es eine einzigartige Hilfebereitschaft zwischen denen, die schon unsagbar viel Leid ertragen mussten und müssen.
Der Schreibstil von Erin Litteken ist eindringlich und lässt sich leicht lesen. Durch die Perspektivwechsel baut sie Spannung auf. Ich habe mit den Charakteren gebangt, gehofft und geweint.
Sehr hilfreich fand ich die historischen Informationen vorab, in denen die Autorin die politische Lage einordnet. Mit ihrem Nachwort rundet die Autorin ihr Werk gelungen ab und ordnet die Geschichte in ihre reale Familiengeschichte ein.
„Wären wir Vögel am Himmel“ ist ein Buch, das unter die Haut geht und vor dem derzeitigen Weltgeschehen aktueller denn je ist.
Rezensionen von Tara:
Eindringlich & erschütternd
Wären wir Vögel am Himmel von Erin Litteken
„Wären wir Vögel am Himmel“ ist der zweite Roman in dem die in Illinois lebende Autorin Erin Litteken über die Erfahrungen ihrer Familie in der Ukraine berichtet.
Die Handlung beginnt 1941 mitten im Zweiten Weltkrieg in Wolhynien. Die Sowjets sind auf dem Rückzug aber statt des erhofften Friedens walzen nun die Nazis durch das Land und nehmen sich rücksichtslos was sie brauchen.
Familien werden auseinander gerissen und die Kinder werden zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt.
Anhand der siebzehnjährigen Lilija, ihrem vierzehnjährigen Cousin Slavko und der elfjährigen Halya - denen genau dieses Schicksal widerfährt – und ihren Familien schildert die Autorin eindringlich die damaligen Ereignisse.
Auch wenn mir von vornherein klar war, dass dies keine leichte Lektüre ist, waren die Schilderungen stellenweise für mich kaum auszuhalten. Die Grausamkeiten des Krieges waren mir nicht unbekannt, aber diese durch Einzelschicksale zu erleben ist noch einmal etwas ganz anderes.
Die Schilderungen werden im Wechsel aus Liljas, Halyas und Vikas - Slavkos Mutter – berichtet, wodurch ich mich gut in die Gedanken und Gefühlswelt der Charaktere einfinden konnte.
Es ist unglaublich welche Kraft die Menschen aufgebracht haben, um sich durch die Kriegswirren zu kämpfen, um geliebte Familienangehörige wiederzufinden. Ebenso unbegreiflich sind die Grausamkeiten, die die Menschen sich gegenseitig angetan haben. Gleichzeitig gibt es eine einzigartige Hilfebereitschaft zwischen denen, die schon unsagbar viel Leid ertragen mussten und müssen.
Der Schreibstil von Erin Litteken ist eindringlich und lässt sich leicht lesen. Durch die Perspektivwechsel baut sie Spannung auf. Ich habe mit den Charakteren gebangt, gehofft und geweint.
Sehr hilfreich fand ich die historischen Informationen vorab, in denen die Autorin die politische Lage einordnet. Mit ihrem Nachwort rundet die Autorin ihr Werk gelungen ab und ordnet die Geschichte in ihre reale Familiengeschichte ein.
„Wären wir Vögel am Himmel“ ist ein Buch, das unter die Haut geht und vor dem derzeitigen Weltgeschehen aktueller denn je ist.
Rezensionen von Ruth:
Aus Jim wird James
James von Percival Everett
Percival Everett ist einer der renommiertesten schwarzen Schriftsteller der USA. Er hat über dreißig Bücher verfasst, darunter dreiundzwanzig Romane, von denen bisher nur wenige ins Deutsche übersetzt wurden. Doch spätestens seit seinem letzten Buch „ Die Bäume“ ist er auch bei uns mehr als ein Geheimtipp.
Mit dem Roman „ James“ ist er ein Wagnis eingegangen. Hat er doch einen Klassiker der amerikanischen Literatur, ja der Weltliteratur, genommen und seinen Fokus auf eine andere Figur gerichtet.
Bei Mark Twains „ Die Abenteuer des Huckleberry Finn“, 1884 erstmals erschienen, spielt der Sklave Jim eine wesentliche Rolle . Everett nennt ihn nun „ James“ und macht ihn zur Hauptfigur seines Romans. Und zeigt uns so durch dessen Perspektive, wie anders sich hier die Geschichte liest.
Anfangs ist Everett noch sehr nah am Original. Jim und Huck treffen sich auf einer Insel im Mississippi. Beide sind hierher geflohen, Huck vor seinem gewalttätigen Vater und Jim, weil er verkauft werden soll. Mit einem Floß versuchen sie Richtung Süden zu kommen, in einen jener Staaten, in denen die Sklaverei schon abgeschafft worden ist. Dabei erleben sie viele gefährliche Situationen und treffen auf einige Gauner und Betrüger. Doch was sich bei Twain als vergnügliches Abenteuer liest, bekommt bei Everett, bei allem Witz, den der Roman hat, eine bittere, ernste Note. Denn für James ist das alles kein Spiel, sondern lebensbedrohend.
Wenn sich die Wege der beiden ungleichen Flüchtenden trennen, gibt das Everett die Möglichkeit, völlig neue Episoden dieser Geschichte hinzuzufügen. James wird Teil einer Minstrel-Show, wo er zwischen lauter schwarz geschminkten Sängern auftritt; er wird verkauft und muss in einem Sägewerk schuften. Dabei muss er ständig um sein Leben fürchten. Hier zeigt Everett das ganze Ausmaß und die Brutalität des Rassismus und erspart uns dabei keine Grausamkeit. So wird z. B. ein Sklave, der James einen Bleistiftstummel zukommen lässt, erst gefoltert, dann gelyncht.
Schon von Beginn an aber ist die Figur Jim/ James anders, wesentlich komplexer angelegt. Das zeigt sich schon in der Eingangsszene. Wie bei Twain wird Jim hier Opfer eines Streiches von Tom und Huck. Doch bei Everett durchschaut der Sklave das Spiel und stellt sich nur dumm, denn „ Es lohnt sich immer, Weißen zu geben, was sie wollen,…“
So ist James höchst gebildet, hat in Richter Thatchers Bibliothek die großen Philosophen studiert und führt in seinen Träumen Diskussionen mit Voltaire und Locke. Dabei entlarvt er sie als nicht die großen Freiheitsdenker, sondern als Kinder ihrer Zeit.
Auch lässt Everett seinen James zweisprachig auftreten. Unter seinesgleichen sprechen die Schwarzen ein gepflegtes Englisch. Erst in der Begegnung mit Weißen verfallen sie in ihren Südstaatenslang. „ Die Weißen erwarten, dass wir auf eine bestimmte Weise klingen, und es kann nur nützlich sein, sie nicht zu enttäuschen…. Wenn sie sich unterlegen fühlen, haben nur wir darunter zu leiden.“ Da ist es nur folgerichtig, wenn James Kinder unterrichtet, wie sie mit Weißen zu sprechen haben. „ Sie genießen es, euch zu verbessern und zu glauben, dass ihr dumm seid.“ Hiermit entlarvt der Autor gar nicht subtil die Dummheit der Sklavenhaltergesellschaft. Und gleichzeitig wirft er einen Blick auf unsere Gegenwart, in denen schwarze Eltern ihren Kindern Verhaltensregeln im Umgang mit weißen Polizisten auf den Weg geben.
Everett verweist nicht nur auf die subversive Kraft des Lesens und von Bildung, sondern lässt James seine Geschichte aufschreiben. „ Mit meinem Bleistift schrieb ich mich ins Dasein. Ich schrieb mich ins Hier.“
James‘ Geschichte steht stellvertretend für die vieler. Es ist wichtig und notwendig, die Geschichte der Schwarzen im ( literarischen ) Gedächtnis zu behalten, deshalb schreibt James, deshalb schreibt Everett.
Ein weiterer Unterschied zu Twain liegt in der zeitlichen Verortung. Spielte „ Huckleberry Finn“ in den 1840er Jahren, so verlegt Everett seinen „ James“ ins Jahr 1861, rund um den Beginn des amerikanischen Bürgerkriegs. Aber auch hier macht sich die Hauptfigur keine Illusionen. „ Eins wusste ich: Was auch immer zu diesem Krieg geführt hatte, die Befreiung der Sklaven war ein Nebenmotiv und würde ein Nebenergebnis sein.“
Am Ende sieht James keine andere Lösung, als sich mit Gewalt sein Recht zu verschaffen.
Im Verlaufe der Handlung wird Jim zu seinem eigenen Herr; er legt seinen alten Sklavennamen ab und nennt sich fortan James. „ Mein Name gehörte endlich mir.“
Mit viel Phantasie und großer Sprachmacht hat Percival Everett einen Roman geschaffen, der zwar in der Vergangenheit spielt, aber aktuelle Debatten aufgreift und auf die Gegenwart verweist.
Lobenswert ist die Leistung des Übersetzers Nikolaus Stingl. Denn es war kein Leichtes, die spezielle Sprache, derer sich James bedient, in ein glaubwürdiges Deutsch zu transportieren. Diese Aufgabe hat er bravourös gemeistert.
Zwei Fragen stellen sich manche bei diesem Buch:
Die eine ist die nach der Legitimation. Darf Percival Everett das? Ja, denn Literatur darf alles. Außerdem ging es dem Autor nicht darum, Mark Twain zu demontieren. Mark Twain war kein Rassist, aber natürlich ein Kind seiner Zeit. Wie Everett in seiner Danksagung schreibt, sei der Roman eine Referenz vor Mark Twain. „ Sein Humor und seine Menschlichkeit haben mich beeinflusst, lange bevor ich Schriftsteller wurde.“
Die zweite Frage ist, ob es überhaupt eine Neu- Erzählung dieses Klassiker braucht? Ja, denn es ist ein Buch für Schwarze und weiße Leser gleichermaßen. Den einen bietet er als Identifikationsfigur statt eines dümmlich- naiven Sklaven einen intelligenten, mutigen und selbstbewussten Mann, der für seine Freiheit und die seiner Familie kämpft und die anderen lässt er miterleben, wie sich die Welt einem Schwarzen zeigt.
„ James ist ein kluges, ein wichtiges Buch; eine fesselnde und bedrückende Lektüre.










