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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Claudia R.:

Herz gestohlen?

How to steal his heart von TinaSusanne

Klappentext / Inhalt:

Herz zu verschenken!

Eine liebenswerte Diebin und ein korrekter Cop vor einer Herzensentscheidung.

Ausgerechnet ein Cop! Samantha Jones steht kurz vor dem Coup ihres Lebens, sodass es eine ausgesprochen dumme Idee ist, ihr Herz an einen Cop zu vergeben. Kann sie sich zwischen Geld und Liebe entscheiden?

Ausgerechnet eine Trickbetrügerin! Aus ihm unerfindlichen Gründen hat sein Bruder als notorischer Junggeselle und begehrenswertester Bachelor Philadelphias eine gerissene Heiratsschwindlerin an Land gezogen.

Cop Ross St. John ahnt freilich nicht die größte Gefahr: selbst sein Herz zu verlieren.

Die lang erwartete Fortsetzung der Philadelphia-Cop-Reihe von TinaSusanne.

Amüsant, scharfzüngig und herzerwärmend.

Cover:

Das Cover ist etwas plastisch, aber auch sehr fantasievoll umgesetzt. Die Skyline findet im Hintergrund ihren Platz und die Geste der Hände und des darinliegenden Herzens ist romantisch und hingebungsvoll umgesetzt. Optisch und farblich finde ich das Ganze auch sehr schön umgesetzt. Die Wiedererkennungseffekt zum Cover des ersten Bandes ist unverkennbar.

Meinung:

Es handelt sich hierbei um den heißbegehrten zweiten Band der Philadelphia Storys, diese sind aber auch sehr gut unabhängig lesbar. Mir war der Vorgängerband und auch einige weitere Bücher der Autorin bereits bekannt und somit konnte ich Schreibstil und auch Geschehnisse schnell einordnen und kam auch hier wieder in die Geschichte sehr gut und schnell hinein.

Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu bedeckt.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Charaktere sind facettenreich und gut durchdacht. Samantha ist eine wundervolle und gerissene Trickbetrügerin und Ross, der Cop, mit dem Herz am rechten Fleck und ihre Bekanntschaft mehr ein Zufall oder doch richtungsweisend für beide?

Auf jeden Fall werden hier schnell Spannung und Gefühle aufgebaut. Emotionen werden spürbar herübergebracht und eine Mischung aus Humor und guter Unterhaltung spielt hier auch mit rein.

Die einzelnen Abschnitte haben eine angenehme und gute Länge und ermöglichen so einen tollen Lesefluss. Die Anfänge sind sehr gut herausgearbeitet und auch sehr gut erkennbar. Gliederung und Gestaltung haben mir auch bei diesem Band sehr gut gefallen.

Die Geschichte ist spannend, interessant und emotional aufgebaut. Man ist schnell an der Seite der Charaktere und Ereignisse und lässt sich von diesen mitnehmen. Eine Geschichte, die durchaus auch zum Nachdenken anregt, Spannung aufbaut, aber auch der Humor und die Emotionen kommen nicht zu kurz.

Fazit:

Die Geschichte ist spannend, interessant und emotional umgesetzt. Trickbetrügerin trifft auf Cop, ob sie sein Herz stehlen kann?

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Rezensionen von Claudia R.:

Trauerbewältigung

Den Himmel für Stella von Christa Maria Gerigk-Jauernik

Klappentext / Inhalt:

Wie erklärt man einem Kind, dass jemand für immer weg ist?

Die meisten Eltern stehen irgendwann vor dieser Frage — und wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Dieses Buch nimmt ihnen das ab.

Was Kinder in der Trauer wirklich brauchen

Lina hat ihre beste Freundin Stella verloren.

Plötzlich, ohne Abschied, ohne letzte Worte. Was folgt, ist keine ruhige Trauergeschichte — sondern ein Abenteuer zwischen Erde und Himmel, das Kinder ab 9 Jahren mitnimmt auf einen Weg, den sie so noch nie gegangen sind. Und der am Ende zeigt: Loslassen bedeutet nicht, zu vergessen.

Ein Buch wie kein anderes

Handgemalte Aquarelle statt digitaler Illustrationen. Ein Märchen, das auf einem erfolgreichen Theaterstück basiert. Zwei Geschichten in einer — die der Kinder und die ihrer Eltern. Und ein eigens komponierter Song, der die Geschichte weiterträgt, wenn das Buch zugeklappt wird.

Das perfekte Trauergeschenk für Familien

Ob nach dem Tod eines Großelternteils, eines Freundes oder eines Elternteils — "Den Himmel für Stella" begleitet Kinder durch Verlust und Trauerbewältigung, ohne zu beschwichtigen. Und gibt Erwachsenen die Worte, die ihnen selbst oft fehlen.

Cover:

Das Cover ist sehr schön und kreativ gestaltet. Ein Mädchen breitet ihre Arme aus, auf der Erde stehend und in die Ferne blickend. Die Unendlichkeit scheint sich vor ihr aufzutun und sie zu empfangen oder ihre farbenfroh entgegen zu strahlen. Optisch ist das Ganze sehr schön umgesetzt und die Neugier und das Interesse gegenüber der Thematik werden hier geweckt.

Meinung:

Trauerbewältigung ist kein einfaches, aber sehr wichtiges Thema und besonders bei den Kleinen sollte es sehr einfühlsam und bedarfsvoll angegangen werden. Lina hat ihre beste Freundin Stella verloren und in dieser Geschichte wird sehr einfühlsam und kreativ mit diesem Geschehnis umgegangen und es fast wie ein Märchen erzählt.

Das Buch eignet sich für Kinder ab 8 Jahren. Darunter ist es von Verständnis eher nicht etwas schwieriger zu verstehen oder es muss entsprechend mehr von den begleitenden Erwachsen erklärt und besprochen werden.

Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und gut verständlich. Der Geschichte kann man gut folgen. Das Thema Tod ist nicht ganz leicht und eher schwierig sich darauf einzustellen. Das Buch und die Geschichte versucht aber sehr gut darauf einzugehen, auch wenn sicherlich immer einige Frage bleiben, weswegen es gut ist dies gemeinsam mit einem Erwachsenen zu lesen, damit dieser nicht für entsprechende Fragen zur Seite und zur Verfügung steht.

Auf das Thema Tod und Trauer wird hier sehr einfühlsam und gut eingegangen und ein sehr schöner Weg gefunden. Die Geschichte ist fantasievoll und berührend umgesetzt und auch die entsprechenden Emotionen sind hier sehr nah spürbar.

Das Format ist recht groß, aber dennoch handlich umgesetzt. Die Passagen sind teils etwas länger und ich würde es schon eher zum Vorlesen anraten oder zumindest in Begleitung eines Erwachsenen für eventuelle Rückfragen. Denn auch Schriftgröße und Schriftlänge können bei der Altersstufe eventuell etwas bedenklich zuerst wirken, daher würde ich zu einem gemeinsamen lesen anraten.

Die Bilder sind auch sehr schön und passend zur Geschichte und Thematik umgesetzt. Die Bilder runden das Ganze sehr schön ab. Die Aquarelle sind bunt und fantasievoll gezeichnet und umgesetzt.

Die Geschichte ist nicht nur für Kinder ansprechend, auch Erwachsene können hier Trost finden und diese regt zudem zum Nachdenken an. Liebevoll und berührend umgesetzt.

Fazit:

Liebevoll und berührend umgesetzt, eine Geschichte über Trauer und Tod.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

Fortsetzung im eigenen Leben

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska

Der Buchtitel ist an Alltäglichkeit nicht zu übertreffen, ebensowenig wie der Schauplatz, eine große Siedlung am Rande einer Stadt und die Menschen, die darin wohnen. Aus der Vogelperspektive aber, die von Tanja Kokoska schon auf der ersten Seite eingenommen wird, verweben sich die individuellen, durchaus ungewöhnlichen Schicksale zu einem faszinierenden Geflecht.

So wird aus dem sich anfangs etwas schleppenden Roman ein liebevolles und humorvolles Plädoyer für Vielfältigkeit und Empathie. Und ich spüre den augenzwinkernden Hinweis der Autorin, für eine Fortsetzung dieser Lektionen im eigenen Leben zu sorgen.

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Rezensionen von Ameland:

Tolles Mutmachbuch

Hahn Bruno traut sich was von Janina Wanek

Der kleine Zwerghahn Bruno lebt mit seinen drei Hennen eigentlich glücklich und zufrieden in ihrem neuen Zuhause. Die Hennen hören zwar nicht immer auf ihn, denn er ist ihnen zu herrisch und dabei noch sehr ängstlich.

Als sein Lieblingshuhn Lilly aus dem Gehege ausbricht, um Abenteuer zu erleben, macht er sich auf, sie zu suchen.

Unterwegs trifft er auf unterschiedliche Tiere und stellt nach anfänglicher Angst fest, dass sie ihn gar nicht fressen wollen, sondern sie entpuppen sich sogar als Helfer bei seiner Suche. Ein ums andere Mal stellt er dabei fest, dass es sinnvoll ist eigene Erfahrungen zu machen. Und so wächst Schritt für Schritt sein Selbstvertrauen und er lernt, seine Angst zu überwinden bzw. mit ihr umzugehen. Wunderbar verstärkt wird der Text durch die vielen schönen Illustrationen von Olha Andrus.

Auf eine kindgerechte Art und Weise zeigt Janina Wanek, dass Angst zu haben nicht schlimm ist, denn sie ist hin und wieder auch ein guter Ratgeber. Vorsichtig zu sein ist kein Fehler, aber der Angst kann man sich stellen, vielleicht mit einem guten Freund an der Seite und so nach und nach mutiger werden und Selbstvertrauen aufbauen.

In der spannenden Geschichte sind so viele Botschaften enthalten. Es geht um Angst, Mut, Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Zusammenhalt. Wir begegnen vielen Tieren, die alle ganz eigene Charaktereigenschaften aufweisen. Mir ist besonders das Albino Kaninchen ans Herz gewachsen, welches zuerst wegen seines Aussehens nicht gemocht wurde.

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Rezensionen von Sassy:

So niedlich

Gans, Gans, Elch - Ein tierischer Zählspaß von Kael Tudor

Das Cover ist schön bunt und kindgerecht. Man hat sofort Lust, das Buch zu lesen und die tollen Illustrationen zu betrachten.
Die Illustrationen sind sehr niedlich. Schön finde ich, dass man die Gefühle der Tiere an Mimik und Gestik ablesen kann. Das hat meine Kleine sehr interessiert und wir sind dadurch richtig gut ins Gespräch gekommen.

Alle Szenen sind kindgerecht mit ganz viel Liebe zum Detail illustriert.
Auch der Schreibstil ist sehr kindgerecht und rhythmisch. Mein Achtjähriger hat das Buch meiner Kleinen vorgelesen
Dass die Kinder ganz nebenbei ans Zählen herangeführt werden, ist natürlich ein weiterer Pluspunkt.
Meine Kinder fanden das Wirrwarr und die Verwirrung sehr lustig.
Am Schluss habe ich meinen Großen gefragt, was man aus der Geschichte eigentlich lernen kann. Er hat gesagt, dass man niemanden ausschließen und jeder sich überall anstellen dürfen sollte. Das fand ich schön. ????
Eine Leseempfehlung für alle Kleinen, die es gerne turbulent mögen und das Zählen für sich entdeckt haben.

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Rezensionen von Sassy:

Außergewöhnlich

She's a Star! von Meredith Hambrock

Das Cover von "She's a Star" ist mir sofort ins Auge gefallen. Die Frau mit ihren weit aufgerissenen Augen wirkt ganz schön panisch.
Die Ich-Perspertive und die persönliche Ansprache des Lesers fand ich sehr gelungen. Dadurch wird man richtig in die Geschichte gezogen. Tief in Jess Gedankenwelt, die sehr viele Gewaltphantasien beinhalten.

Jessamyn ist eine unglaublich interessante Protagonistin. Sie lebt in ihrer eigenen Realität. Im wahren Leben ist sie Platzanweiserin, aber in ihrer Phantasie ist sie berühmt, erfolgreich und wird bewundert. Sie ist der Meinung, sie sei für die Hauptrolle bestimmt. Selbst als mal wieder eine Absage kommt. Realität und Phantasie verschwimmen immer mehr. Wo der Ehrgeiz erst noch bewundernswert ist. Ist die Selbsttäuschung dann sehr beklemmend. Es entsteht eine ungesunde und beängstigende Dynamik. Erst hatte ich Mitglied, dann fand ich sie zunehmend nur noch unsympathisch.
Ehrgeiz ist ein guter Motivator, der einen antreibt die eigenen Träume und Ziele zu verfolgen. Zu wenig Ehrgeiz ist sicherlich nicht gut. Problematisch ist er dann, wenn er zu einer Obsession wird. Wenn die Fixierung auf ein bestimmtes Ziel so weit geht, dass man die eigenen Grenzen nicht akzeptieren kann. Wenn das ganze dazu führt, dass man die Realität nicht akzeptieren kann. Die Realität ist nämlich, dass es manchmal eben so ist, dass man machen kann, was man will und es klappt vielleicht trotzdem nicht. Weil einem einfache das Fünkchen Glück fehlt. Weil die, die es zu entscheiden haben, eben einen anderen besser finden. Das muss man akzeptieren und immer einen Plan B haben. Das alles fehlt Jess aber vollkommen.
Jess dabei zu begleiten, wie ihr ihr komplettes Leben Stück für Stück immer weiter entgleitet, war so bedrückend, dass es teilweise fast nicht auszuhalten.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die intensive und außergewöhnliche Geschichten mögen.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Großartiges 4-Generationen-Porträt

Unerwünschte Töchter von Miriam Carbe

Miriam Carbe, geboren 1967, stammt aus einer Linie von intelligenten und selbstreflektierten Frauen, die alle Tagebuch geschrieben haben und von denen deshalb viel an schriftlichen Lebenserinnerungen erhalten ist. Basierend auf diesem Material hat sie einen berührenden, spannenden und auch zeitgeschichtlich äußerst interessanten autofiktionalen Roman geschrieben, der sich beginnend mit ihrer Urgroßmutter Margarethe über ihre Großmutter Marianne und ihre Mutter Monika bis zur Autorin selbst erstreckt.

Erzählt wird weitgehend chronologisch, mit kleinen Einschüben in Form von Kurzkapiteln aus der heutigen Sicht der Autorin, in denen sie darauf eingeht, wie das Geschehene sie geprägt hat, sich bis heute auf sie auswirkt und sich in ihrem jetzigen Leben spiegelt.

Urgroßmutter Margarethe wächst als älteste von mehreren Töchtern in einem großbürgerlichen Haushalt auf, erst spät wird der erwünschte Sohn und Stammhalter geboren. Man lebt in einer Villa, kann sich von Dienstboten bedienen lassen und genießt das gute Leben, doch bald wird das Glück von den Ereignissen der Zeit, insbesondere vom 1. Weltkrieg, überschattet. Weiters gibt es diverse Beschränkungen des Zeitgeistes, ein Verehrer aus ursprünglich jüdischer, aber zum Protestantismus konvertierter Familie, der um Margarethes Hand anhält, wird von ihren Eltern brüsk abgelehnt. Und wo der Platz einer Tochter aus gutem Hause sein soll, ist gesellschaftlich auch ganz klar: unterstützend und liebend an der Seite ihres Ehemannes, die Kinder großziehend, aber auf keinen Fall einen Beruf ausübend. Dabei möchte Margarethe so gerne Kindergartenpädagogin werden und nach einigem Drängen erlauben ihr die Eltern auch die Ausbildung dazu, allerdings soll sie danach nur ehrenamtlich in diesem Bereich tätig sein, alles andere wäre nicht standesgemäß. Schließlich heiratet Margarethe und bekommt Tochter Marianne, doch bald muss ihr Mann und der Vater des Babys fort in den 1. Weltkrieg, aus dem er nicht lebend zurückkehren wird.

Margarethe ist also erst einmal auf sich allein gestellt, die Zeiten sind insgesamt herausfordernde und sie muss ihre durchaus vorhandene Geschäftstüchtigkeit einsetzen, um auch als Witwe den Wohlstand der Familie zu gewährleisten. Bald wird sie neu heiraten, doch der weit weniger geschäftsfähige neue Ehemann wird den sozialen Abstieg der Familie eher beschleunigen. In Zeiten von Weltwirtschaftskrise, hoher Inflation und verbreiteter Arbeitslosigkeit laufen die Massen in den 1930er Jahren in Deutschland bekanntlich in Scharen einem gefährlichen Verführer zu. Auch Tochter Marianne lässt sich von diesem und seinem Gedankengut stark beeinflussen, während Margarethe selbst kritisch und misstrauisch bleibt.

Wieder zu Kriegszeiten, diesmal gegen Ende des 2. Weltkrieges, bringt Marianne Tochter Monika auf die Welt. Der Vater, ein Jurist und Offizier im Dienste des Regimes, ist in den letzten Kriegstagen gefallen, und wieder muss eine Mutter ihre Tochter alleine aufziehen. Monika wiederum wächst in der langen Friedenszeit nach dem Ende des Krieges auf, ursprünglich in Ost- und dann in Westdeutschland, ist sehr intelligent, aber hat mit vielfältigen psychischen Problemen und einem niedrigen Selbstwert zu kämpfen. Sie ist es, die letztlich die Mutter der Autorin sein wird, heftig gegen bestehende Familiennormen rebelliert und gegen den Druck ihrer Mutter, die eine Abtreibung von ihr verlangt, die kleine Miriam, Tochter eines nigerianischen Vaters, der im Rahmen eines Entwicklungshilfeprogrammes als Student in Deutschland ist, auf die Welt bringt. Diese Miriam ist es, die uns die Geschichte erzählt, die Aufzeichnungen, Erzählungen und Erinnerungen ihrer Familiengeschichte aufgearbeitet, strukturiert und daraus diesen spannenden Roman gemacht hat. Über ihr Leben selbst erfahren wir aber nur am Rande etwas, im Zentrum der detaillierten Geschichten stehen klar die drei Vorfahrinnen.

Es ist ein Buch, das mit seinem Umfang von knapp 600 Seiten, dem langen Zeitraum, über den es sich erstreckt und der Detailgenauigkeit durchaus einiges an Lesezeit und Konzentration braucht. Ganz am Anfang hat es ein bisschen gedauert, bis mich die Geschichte wirklich gepackt hat, da mir insbesondere die Kindheit Margarethes etwas zu detailreich erzählt für meinen Geschmack vorkam. Das betraf aber wirklich nur die ersten paar dutzend Seiten, denn danach hat aber die sehr interessante Handlung an Fahrt aufgenommen und ich habe das Buch sehr gerne gelesen, habe mit den differenziert gezeichneten Figuren sehr mitgefühlt, mich für ihr weiteres Schicksal interessiert und mit viel Freude und Interesse bis zum Ende weitergelesen.

Auch die zeitgeschichtlichen Entwicklungen sind so fundiert beschrieben und dabei gleichzeitig interessant und figurennah erzählt, dass bestimmt viele Leserinnen und Leser - auch ich - so einiges aus den Erzählungen unserer eigenen Familiengeschichten wiedererkennen und gleichzeitig noch ein tiefer gehendes Verständnis für die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts entwickeln können. Ein weiteres zentrales Thema dieses Buches sind natürlich die diversen Mutter-Tochter-, aber auch Oma-Enkelin- bzw. sogar Uroma-Urenkelin-Beziehungen, die ebenfalls differenziert und psychologisch plausibel in ihrer Bandbreite und Entwicklung dargestellt sind.

Damit handelt es sich insgesamt um ein literarisch hochwertiges, sehr interessant erzähltes, spannendes Buch, das ich einer breiten Leserinnenschaft und jedenfalls allen, die sich für Familiengeschichten und/oder für Zeitgeschichte interessieren, sehr empfehlen kann!

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Rezensionen von marcialoup:

Unsichtbar

Mit anderen Augen von Jane Tara

Tilda, eine Frau in den Fünfzigern, wird unsichtbar. Eines Tages ist ihr kleiner Finger nicht mehr sichtbar. Sie spürt ihn zwar, aber er ist äußerlich nicht mehr da und so verliert sie nach und nach weitere Körperteile. Die Diagnose ist Unsichtbarkeit in zweiten Stadium. Sie betrifft hauptsächlich Frauen um die Menopause, ist nicht heilbar und Forschung gibt es nicht.

Im vierten Stadium ist man komplett unsichtbar... Im ersten Stadium wird man von der Gesellschaft ignoriert...

Eine absolute Metapher die hervorragend in diesem Buch umgesetzt wurde. Letztendlich geht es um die Unsichtbarkeit im Leben und sicher sind alternde Frauen davon betroffen, wie im Buch beschrieben, sie werden nicht mehr gesehen oder übersehen, aber mir fallen hierzu noch viele weitere Möglichkeiten ein und ich sehe das Buch eher so, dass man auch mal an die Menschen denken sollte, die aus der Gesellschaft verschwunden sind. Personen die krank sind und das Haus nicht mehr verlassen können, fallen unter dieses Kriterium und eben weil man sie nicht mehr im Alltag der Gesellschaft "draußen" sieht, sind sie unsichtbar.
Menschen mit Long Covid oder ME/CFS, die zu krank, zu geschwächt sind, um in der Gesellschaft auftauchen...
Menschen mit einer Duftstoff-Allergie oder multiplen Chemikaliensensibilität, die wegen der Duftstoffe und anderer Trigger in der Öffentlichkeit nicht mehr am öffentlichen Leben teilhaben können...
Menschen mit Erkrankungen, die sie ans Bett oder Haus fesseln...
All diese Menschen - und es sind viele ! - fallen raus aus der Gesellschaft, sind verschwunden im öffentlichen Leben und damit unsichtbar!
Dieses Buch von Jane Tara, das übrigens interessant und leichtgängig, sowie auch gut unterhaltend geschrieben ist, legt den Finger genau in die Wunde, die die funktionsfähige Menschheit und auch der Staat lieber nicht genauer betrachten möchte!

Auch wenn das Buch darauf hinausläuft, dass die Protagonistin Tilda an sich selbst
arbeiten soll, um aus ihrem eigens zurückgezogenen Leben herauszukommen und proaktiv zu sein usw. ... ist dies für o.g. Gruppen oft nicht möglich obwohl sie es möchten.

Eine bemerkenswerte Stelle im Roman war für mich die Begegnung zwischen Tilda und Patrick. Sie verurteilte im Stillen Patrick, dass er beim Kennenlernen seine Sonnenbrille nicht abnahm. Wie sich nach ihrem ersten Gespräch herausstellte, ist Patrick blind.
Überraschend für Tilda war, wie gut Patrick Tilda wahrnahm, obwohl sie doch unsichtbare Körperteile hatte.
Patrick konnte das nicht sehen, wohl aber Tilda auf andere Art wahrnehmen die viel tiefer geht und viel wichtiger ist als die Oberflächlichkeit des Äußeren.

Dieses Buch ist wichtig und es sollte zum Umdenken bewegen...

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Rezensionen von begine:

Vier Generationen Frauen

Unerwünschte Töchter von Miriam Carbe

Miriam Carbe stammt aus einer deutsch nigerianischen Verbindung.
In dem Roman „Unerwünschte Töchter“ verarbeitet sie ihre Familiengeschichte.
Ihre Großmutter und Urgroßmutter hinterließen ihr Tagebücher bis 1908.
Margarete, Marianne, Monika und die Schriftstellerin Miriam sind die Frauen in dieser Geschichte.

Margarete verlor im ersten Weltkrieg ihren ersten Mann und im zweiten Weltkrieg einen Sohn.
Mit Marianne erlebten wir die Nazizeit und den Krieg.
1945 kam Monika zur Welt. Ihre Kinderzeit mit alle ihren Emotionen und der Freundschaft mit Mireile war interessant. Leider wurde sie in der Jugend physisch krank. Als sie in Marburg studierte hoffte ich ja, das sie gesund wird. Als sie von ihrem nigerianischen Freund ein Kind erwartet, und sich durchsetzte um es zu behalten, sah-es doch erst gut aus.
Marianne war für eine Abtreibung, aber später war sie doch eine liebevolle Großmutter.
Das Alles hat Miriam Carbe mit ehrlicher Sprache zu Papier gebracht.
Es war ein eindrucksvolles Leseerlebnis.

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Rezensionen von Piet1990:

Spannend bis zur letzten Seite

Alles ihre Schuld von Andrea Mara

„Alles ihre Schuld“ hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden eines Kindes und entwickelt sich schnell zu einem nervenaufreibenden Psychothriller, bei dem man ständig seine Meinung ändern muss. Immer wieder tauchen neue Hinweise und Verdächtige auf, sodass ich bis zum Schluss nicht wusste, wem ich eigentlich trauen kann.

Besonders gut gefallen haben mir die verschiedenen Perspektiven. Dadurch bekommt man Einblicke in die Gedanken und Motive der Figuren, ohne dass sofort klar wird, was wirklich passiert ist. Gerade dieses Spiel mit Schuldzuweisungen und Vorurteilen macht das Buch so spannend.

Der Schreibstil ist flüssig, die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man ständig weiterlesen möchte. Einige Figuren waren nicht unbedingt sympathisch, aber genau das hat sie für mich glaubwürdig gemacht.

Fazit:
Ein fesselnder Psychothriller mit vielen Wendungen und einer konstant hohen Spannung. Wer Geschichten mag, bei denen man bis zum Ende miträtselt und niemandem so recht vertrauen kann, wird mit „Alles ihre Schuld“ bestens unterhalten.

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