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Rezensionen von marcialoup:

eine bittersüße, gefühlsintensive Liebesgeschichte ... mit besonderem Schreibstil

Dem Meer entgegen von Lidija Hilje

Dieses Buch rührt zu Tränen, es bohrt sich ins Herz, schüttelt die Seele durch, reißt an den Nerven und erschüttert immer wieder!
Dazu ist die Geschichte dicht und gefühlvoll mit wohlgeformtem Klang erzählt.
Dieses Buch kann man nicht loslassen!

Zu Beginn eher harmlos, braucht man einige Kapitel, um sich einzufinden.

Man begleitet Ivona durch ihr Leben, das anders als gewünscht verläuft. Sie ist Biologin und hätte gern in diesem Beruf gearbeitet, bekommt im Kroatien der 1990er aber wenig Chancen. Sie trifft früh ihre große Liebe Vlaho, kommt in dessen Familie zunächst beinahe mehr an als in ihrer eigenen, wird dann aber durch Schicksalsfügungen getrennt.
Ivona’s verflossene Liebe tut auch den Lesern weh, die Zurück-Erinnerung an das Kennenlernen knistert durch die Seiten...
Als Ivona die Trennung, die brutal erscheint, rückblickend betrachtet, erkennt sie darin auch andere Lebenslinien, die dahin geführt haben wo sie Jahre später steht. Ivona muss sich mit vielem auseinandersetzen, das an die Substanz geht.
Ihre Mutter verliert sie viel zu früh, unsinnig und tragisch. Später pflegt sie ihren Vater, weil niemand anders sich verantwortlich fühlt.
Ihr Herz ist in Vlaho verloren. Der Schmerz wütet in ihr. Auch Jahre später. Immer!
Denn Vlaho bleibt sehr nah.
Auch mit einem neuen Partner findet sie keine innerliche Ruhe.
Diese eine Liebe... sie ist so echt und wahr, sie zerreisst Ivonas Körper, verbrennt ihre Seele und bekleidet ihr Leben.

Weitere Entscheidungen werden ihr abverlangt und sie bemerkt die Fremdbestimmung, die sich durch ihr Leben zieht.
Ist sie selbstlos oder egoistisch?

Der Roman wird schwebend in zwei Zeitebenen erzählt, bis man im aktuellen Jetzt ankommt.
Dem Schreibstil der Autorin schenkt man gern besondere Beachtung, denn sie hat eine wortverspielte Ausdrucksweise, die leise und subtil durch die Zeilen huscht. Dabei gehen die Gefühle beider Protagonisten, Vlaho und Ivona, in eine so tiefe Ebene, dass man sie selbst erlebt.
Bitterzart, schmerzverzehrend, herzbebend ... läuft diese Liebe in einer unsichtbaren Bahn, in der jeder für sich gefangen ist.
Atmosphärische Beschreibungen einer wunderschönen Kulisse Kroatiens gepaart mit zutiefst Ehrlichem machen die Geschichte sehr lebendig.

Eine unbeschreibliche Liebesgeschichte, die lange nachhallt.
Es ist schwer, dieses Buch loszulassen!

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Beeindruckendes Kinderbuch zum Wald kennenlernen

Lotta liebt den Wald von Sandra Grimm

Auf den ersten Blick beeindruckt sofort die Art und Weise, wie das Buch gestaltet ist: echte Fotos von echtem Wald und darin eingezeichnet die Figuren Lotta und ihre Familie sowie die Tiere des Waldes. Die echten Fotos bringen einen sehr lebendigen Effekt in die Darstellungen! Insgesamt sind alle Zeichnungen darin liebevoll und passend.

Lotta ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter im Wald, mal mit Mutter oder Vater, mal mit Henri oder Onkel Paul und auch Oma kommt mal mit. Dabei entdeckt Lotta viel Unterschiedliches, allein durch die wechselnden Jahreszeiten, es sind andere Früchte reif, verschiedene Blumen am Blühen und Blätter am Wachsen. Begegnungen mit Tieren machen die Waldausflüge spannend.
Jeder Waldspaziergang erzählt eine kleine Geschichte. Dazu findet man Info-Rahmen mit Erklärungen wie z.B. der Unterschied zwischen den Früchten der Nadelbäume oder warum ein Baumstamm Ringe hat.
Und über das "Wusstest Du?"-Kästchen erfährt man noch mehr über Natur und Tiere.

Dieses Buch macht Lust auf Ausflüge in den Wald, um dort gnauso wie Lotta viel zu entdecken und dabei zu lernen, die Natur zu respektieren und zu schützen!

Ein wirklich wertvollen Buch!

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Hoffnungsschimmer in gnadenloser Zeit

Nach dem Ende von Elisabeth Schmidauer

Mila lebt in einer Welt nach der absoluten Katastrophe. Das Klima ist chaotisch und die Infrastruktur ist zusammengebrochen.
Ohne Strom, ohne Geschäfte, ohne neue Kleidung lebt Mila mit ihren Eltern und Geschwistern in dem Haus ihrer Großeltern auf dem Dorf, da ein Leben in der Stadt nicht mehr möglich ist.

Sie alle müssen sich von dem Schock noch erholen und in diesem neuen Leben klarkommen, in dem sie nun als Selbstversorger agieren müssen. Nahrung anbauen, Kleidung nähen, Wasser besorgen, ohne Strom leben, kein Benzin, kein Auto, Handys sowieso nicht. Alle müssen sehr erfindungsreich sein, um überhaupt zu überleben!

Diese Szenarien sind realitätsnah dargestellt und auch die Rückblicke der Familie an die Zeit davor bringen unser aller Leben, so wie wir es jetzt haben, in diese Realität, die jederzeit genauso passieren könnte, wenn alles kippt.
Das Buch führt uns vor Augen, an welch seidenem Faden wir hängen mit unserer Art zu leben.
Es beschreibt eine sehr nahe Dystopie.

Gerade Tochter Mila ist sehr involviert, da sie schon vor der Katastrophe intensiv versucht hat, den Klimawandel aufzuhalten. Vegan und plastikfrei leben, fridays-for-future und andere Aktivisten-Demos, bei Einkäufen hinterfragen ob man das wirklich braucht, usw. ...
Sie hat Schul- und -freunde aktiviert mitzumachen. Auch wenn jeder Einzelne zählt, ist es schwer noch etwas zu retten, was schon jahrzehntelang zerstört wurde.
Schade, dass der Mensch erst dann versteht, wie wichtig ein Leben im Einklang mit Natur und Umwelt ist, wenn er selbst in seiner Komfortzone betroffen ist.
Sicherlich sind schon viele sehr umweltbewusst, zähle mich seit Jahrzehnten dazu. Aber der Großteil eben nicht.
Man erfährt viel über Milas Gedanken und ihr Leben jetzt und vorher.

Viele möchten sich auf Politik und Staaten verlassen. Das ist wohl eher Ausrede als Umsetzung, denn wenn jeder von sich aus wirklich etwas tun würde, wären Politik und Staaten gezwungen mitzugehen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber Überleben ist einfacher wenn man zuvor schon geübt ist...

Die Geschichte verknüpft das Leben vor der Katastrophe, also vor dem Ende, mit dem Zustand, in dem sie jetzt leben müssen: nach dem Ende. Es liest sich zunächst flüssig und schlüssig.
Stellenweise immer wieder etwas langatmig...
Auch muss man manch grobe und blutige Beschreibungen aushalten können, sei es beim Tier schlachten oder Menschen, die erkrankt sind.
Das Buch schildert es gnadenlos, weil es dann auch gnadenlos ist!
Dem ein oder anderen mag es zu aktivistisch, zu sehr Zeigefinger-Verbot, zu einseitig aus Sicht der Klimakatastrophe geschildert zu sein, aber... es ist doch so! Tatsachen ins Gesicht sehen sind unbequem!

Da viel aus Milas Sicht geschildert wird, könnte es Jugendliche in ihrem Alter gut ansprechen, doch geht es nicht an der älteren Generation vorbei, denn es sind schlussendlich alle betroffen.
Was ein bisschen fehlt ist die Entwicklung, denn das heutige Leben ist viel zu rasant und ressourcenverschwendend, in dem auch die Jugend lebt, was u.a. digitale Toxikation, ex und hopp und Paketversand-Wahnsinn betrifft. Vor vierzig Jahren z.B. war weniger noch Mehr. Dinge wurden repariert, die heute durch Sollbruchstellen schon vorzeitig kaputt gehen und weggeworfen werden. Der Irrsinn ist in die falsche Richtung gelaufen.
Leider ist das Buch im Verlauf auch irgendwie seltsam abgedriftet in Geschichten der Figuren hinein, die ich nicht mehr lesen mochte.
Das letzte Drittel war für mich kein Lesegenuss.

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Leerstelle... Nicht-Geschichte...Menschsein?

Frieda von Geraldine Oetken

Geraldine Oetken geht auf die Suche nach ihrer Urgroßtante Frieda. Durch Zufall hat sie von ihr erfahren, denn über Frieda wurde nie in der Familie erzählt, Frieda gab es einfach nicht. Umso intensiver kümmert sich Geraldine nun um die Wahrheit, die zu Kriegszeiten einfach und gewollt verschütt ging, um die restliche Familie zu schützen, um nicht nachdenken zu müssen, was wirklich im zweiten Weltkrieg mit Frieda passiert ist, um sich der Grausamkeit keiner Schuld bewusst zu machen.

Deshalb gab es Nicht-Geschichten um Frieda, still, verschwiegen, bruchstückhaft herausgeredet.
In der Familie selbst kommt Geraldine also nicht weiter, doch sie möchte Frieda gern kennenlernen und begibt sich auf eine spannende, schockierende und zeitintensive Reise, deckt Wahrheiten auf, die sie in kleinen Puzzleteilen zusammenstecken muss. In akribischer Detailarbeit durchschaut Geraldine Akten der Vergangenheit von unzähligen Betroffenen, die mit Frieda in Blankenburg im Gertrudenheim waren.
Dabei erscheint Frieda immer mehr, wird lebendiger und zu einer eigenen Person, was ihr zur Nazizeit nicht gewährt wurde... Frieda zu sein, eine Persönlichkeit zu sein, eine Stimme zu haben...
Die Autorin schafft eine Frieda, wie sie hätte sein können, selbst die Umgebung wird bildreich recherchiert und sie geht ins Zwiegespräch mit Frieda.

Frieda war in Blankenburg und dann tot.
Dezentrale Euthanasie.
Wegen Krankheiten die es nicht geben durfte.
Unmenschlichkeit in höchster Form.

Geraldine Oetken beschreibt ihre Findung sehr liebevoll, zart annähernd und zwischendurch in Du-Form, als spräche sie Frieda direkt an, und erweckt sie damit zum Leben. Dabei entsteht ein sehr persönlicher Bezug, eine innige Verbundenheit was die tragische Schwere von Frieda's Schicksal in eine dramatische, gefühlsintensive Tonlage bringt.

Mir ist dieses Buch aus eigener Betroffenenheit wichtig, bei mir ist es die Großtante...
Wie viele haben in der Familie eine verborgene Person, die wie ein Geist über denen schwebt, die von ihr wissen, sie aber verschweigen... als Leerstelle... als Nicht-Geschichte... Aus Scham, aus Vergessen-Wollen, aus Gründen des Wegsehens.
Allein deshalb ist Geraldine's Aufarbeitung so wichtig, um Leben in die zu Tode gequälten armen Seelen zu hauchen, die schuldlos sterben mussten und die Schwächsten der Schwachen waren.
Geraldine recherchiert überall und intensiv, bleibt hartnäckig und dringt tief in Verschollenes ein.
Stellenweise wird einiges öfter wiederholt, warum erzählt Geraldine mit anderen Worten immer wieder Gleiches?
Aber im Verlauf merkt man, dass dies eine gewisse Vertiefung erzielt.

Das Buch macht mehr als nachdenklich, denn gibt es nicht Ausläufer von Parallelen auch in heutiger Zeit?!
Blankenburg war auch danach eine Auffangstätte, als Psychiatrie, als Flüchtlingsheim usw.

Einzig die Gender*Sternchen haben mich anfangs beim Lesen gestört. Diese heben jedoch die Wichtigkeit jeder einzelnen Person hervor und genau das, was eben bei Frieda und vielen Leidensgenoss*innen "Damals" niemals akzeptiert wurde. Die Gender* haben hier eine ganz starke und bewusst andere Bedeutung!

Das Cover ist perfekt! Die Brauntöne sind passend gewählt, das angedeutete Fenster mit leicht schimmerndem Lichteinfall, die Gardine, die auch verstecken kann... alles in subtiler Optik, die Einsamkeit und Vergessen darstellt und darüber Frieda in großen Lettern Raum gibt.

Ich wünsche diesem Buch viele Leser*innen, damit niemals und Nichts vergessen wird!

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Die Welt da draußen

Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking

Ms. Atkins und die Bibliothek der Träume erscheint schon äußerlich beeindruckend auch durch ein etwas anderes Format. Harmonisch abgestimmt mit farblich passendem Seitensaum und einer besonderen Bibliothek als Cover überrascht der Bucheinband unter dem Schutzumschlag noch mit dem mysteriösen Fahrstuhl und seinen 333 Knöpfen.

Die Idee ist einfach bezaubernd!

In ruhiger, einladender Sprache erzeugt die Autorin Vanessa Göcking von Anfang an wunderbar ausgereifte Szenen, so dass man das Gefühl hat, man ist mit der Protagonistin Amanda Atkins in der Bibliothek, in dem besonderen Lesezimmer. Die Einrichtung ist so authentisch beschrieben, dass man die Biblbiotheksregale neben sich spürt, den Geruch der Bücher, den Bodenbelag unter den Füßen und selbst in den bequemen Sesseln versinkt.
Dieser Roman weiß zu verzaubern und streift mit den Lesern durch die magische Welt der Bücher.
Zu Beginn fiel mir auf, dass für Amanda Bücher eine Flucht aus der Welt "da draußen" sind, was mehrmals erwähnt wurde. Und ja, das sind sie. Die Welt "da draußen" ist machmal nicht einfach und Bücher machen vieles wieder gut! Auf geschickte Weise wird diese Verknüpfung der Außenwelt, die Schicksale und schmerzhafte Erfahrungen aufweist, mit den noch unbeschriebenen Seiten der Bücher in den Regalen des magischen Lesezimmers verflochten. So setzt sich Amanda automatisch mit der eigenen Vergangenheit auseinander, die sie in ihrem sonst so durchstrukturierten, nahezu festgefahrenen Lebensabläufen vergessen wollte.

Die Geschichte geht zu Herzen und ist einfach wunderbar erzählt.

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Eine Reise zum Gold des Meeres

Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin

Mit einem atmosphärisch und farblich wunderschönem und idyllischem Cover werden wir durch den Roman um die Geschichte der Bernsteinfischerin begleitet, deren beiden Protagonistinnen sehr sympathisch sind.
Ebba, ein wahrer Wildfang in den 1940ern, findet als Kind einen besonderen Bernstein mit einem spektakulären Tier als Einschluss, als sie mit ihrem Vater unterwegs am Meer ist.

Obwohl sie weiß, dass ihr Vater alle Funde abgeben muss, behält Ebba heimlich diesen Bernstein!

In heutiger Zeit lernen wir Julika kennen. Sie ist Bernsteinforscherin, ein Beruf der sie aus ihrem Alltag entreißt, denn dieser ist behaftet mit vielen Aufgaben und Pflichten, die sie eigentlich gar nicht möchte, sowie negativen Erlebnissen, denen Julika nur schwer entkommen kann: ihre Schwester ist bei einem Unfall ums Leben gekommen und seitdem ist ihre Mutter depressiv und pflegebedürftig. Diese Pflege teilen sich Julika und ihr Vater und die Stimmung Zuhause ist immer am Kipppunkt. Einzig ihre Arbeit im Labor mit den Bernsteinen und deren Inklusen geben Julika Halt und Sinn.
Bis sie den Bernstein von Ebba auf dem Labortisch liegen hat und eine außergewöhnliche, absolute Sensation vermutet. Sie muss unbedingt Ebba finden, was sich nicht als einfach herausstellt, denn wenn Ebba noch lebt ist sie um die 90 Jahre alt.

Die Kapitel sind unterteilt in Ebba ab 1940er Jahre und Folgejahre und in Julika in der heutigen Zeit.
Die Charaktere sind sympathisch und lebendig gezeichnet. Beide Frauen sind Kämpferinnen in ihrer Zeit, auch wenn sie innerlich mit zerbrechlichen Störungen belastet sind, geben sie doch nicht auf und gehen ihre Wege.
Es zeigt, dass auch heute die Selbstbestimmung der Frauen nicht ohne weiteres sondern vielleicht einfach nur anders schwierig ist.

Die Sprache der Autorin ist mitreißend, farbenfroh und lebendig, stellenweise spannend, aber auch sehr feinfühlig. Die Szenarien sind naturgetreu und detailliert beschrieben, sodass man tief eintauchen kann!
Man hat eine schöne Lesezeit und verbringt diese gedanklich an der Küstenregion um Lübeck, dem Brodtener Steilufer und anderen nahe gelegenen Orten, wo Ebba's Geschichte spielt, denn diese Orte und das Meer sind perfekt wiedergegeben in diesem Roman.
Von der Autorin werde ich gern auch weitere Bücher lesen!

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Abendroutine zur Schlafenszeit

Bring alle Katzen ins Bett! von Naomi Tipping

Ein niedlich illustriertes Büchlein, das interaktiv Tasten und Greifen lernt und dabei in einer Abendroutine die eigene Schlafenszeit einleitet.
Fünf Kätzchen stecken in einem Pappeinschub. Sie sind unterschiedlich und farbenfroh gestylt, sodaß es ein buntes Bilderbuch ergibt.
Die Kätzchen schauen noch verspielt auf der einen Seite, doch dreht man sie um, haben sie einen Schlafanzug an und die Augen schon geschlossen.

Man steckt sie zurück in den Pappeinschub, sodaß sie schlafen können.
Dazu gibt es eine sehr kurze kleine Geschichte zu der jeweiligen Katze, die gerade gegessen oder gespielt hat. Doch nun ist der Tag vorbei und wir sagen Gute Nacht zu den fünf Kätzchen und bringen sie ins Bett.
(eine schöne Abendroutine, die vielleicht das eigene Zubett-Gehen leichter macht)!
Und theoretisch müsste man morgens nach dem Aufwachen auch die Katzen wieder umdrehen, damit sie mit den Kindern in den Tag starten.

Das Buch selbst ist kompakt gestaltet. Die Katzen sind sehr stabil, der Pappeinschub, der gleichzeitig die Decke der Kätzchen ist, ist zunächst auch stabil, aber ich bin nicht sicher, ob er allzu lange hält, da die Katzen ja regelmäßig rein und rausgeholt werden.

Ich bin noch nicht sicher, ob man nicht zu schnell das Interesse an diesem spielerischen Buch verliert...
Für 2-jährige sicher ok, ab 3 Jahren wird es wohl schon eher langweilig.

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Prävention... Oder einfach gesünder leben

Die Longevity-Strategie für Frauen von Viyan Dr. med. Sido

Dr. Viyan Sido heißt uns in ihrem Vorwort herzlich willkommen in der Welt des Longevity, also wie man länger gesund lebt.
Mit einfachen Schritten und einer großen Portion Motivation begleitet die Ärztin uns gut durch aufeinander aufbauende Kapitel.
Und dies auch in speziellem Bezug auf Frauen, denn Männer- & Frauenkörper arbeiten und reagieren unterschiedlich, was in der Medizin gern über einen Kamm geschoren wird.

Zunächst wird der Blick auf die politischen Voraussetzungen eines Landes geleitet und der Schalter scheint in Deutschland nicht auf Prävention zu stehen.
Hier wird eher Krankheit behandelt als vermieden obwohl Krankheit ein hoher Kostenfaktor ist, an der eine gewisse Lobby aber auch gut verdient...
Egal. Frau kann das auch selbst umsetzen, braucht halt nur Motivation und Durchhaltevermögen.
Und hier ist der Wegbegleiter!

Spannende Einblicke in die Blue Zones werden gegeben, die schon kleine Aha-Momente verursachen und die Motivation hochschrauben.
Wissenschaftlich erforschte Fakten untermauern den veränderten Blick auf den Alltag, der in einigen Dingen ausreicht, um mehr Gesundheit zu erreichen.
Die Ärztin und Autorin beschreibt aus eigener Erfahrung ihres Berufslebens und wissenschaftlichen Erkenntnissen gut verständliche, sehr interessante Zusammenhänge. Gerade auch die hormonelle Ebene spielt eine große Rolle im Leben der Frau. Und Hormone verändern sich in den Lebensphasen und Zyklen der Frau immer wieder. Dieses Thema ist faszinierend erklärt in Bezug auf Longevity.
Wie arbeitet das Gesamtsystem Leben in uns, wie harmonieren Zeitpunkte, Umwelteinflüsse, Hormone den Stoffwechsel und wie einfach ist es letztendlich, Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress selbst zu beeinflussen.
Hilfreiche Übersichten einzelner Nährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll erklärt,
Blut- und andere Werte aufschlussreich vermittelt.

Allerdings wird es nicht leicht, vom Arzt einfach mal so HOMA-Werte zu bekommen. Selbst erlebt, wurde ich von einem Diabetologen verabschiedet mit den Worten, dass er ohne eine Diabetes-Diagnose nichts für mich tun kann, als ich um regelmäßige HOMA-Kontrollwerte bat...

Kleine Änderungen im Alltag helfen schon in der Umsetzung und dazu findet man am Ende des Buches einige Strategien, die es lohnt sie auszuprobieren und für sich herauszufinden, welche einem gut tun.

Longevity ist in vieler Munde, doch letztendlich bedeutet dies einfach nur: gesund leben, und wir wissen alle, selbst instinktiv, was das bedeutet.
Man kann in jedem Alter damit anfangen... los geht's!

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Vorsicht, schmerzhaft ehrlich! Eine Familienaufarbeitung

Fremde von Belle Burden

Ein erschütternder, ehrlicher Bericht über eine Ehe, Belle's Ehe mit James, die von einer auf die andere Stunde endet. Ohne Vorhersehbarkeit. Im kuscheligen Home-Dress sitzt Belle eben noch gemütlich auf dem Sofa und ist nun eine geschiedene Frau! Aus dem beschützenden Kokon einer Familie hinausgeworfen in eine kalte einsame Welt, in der der Partner, der eben noch nah war, fremder ist, als eine unbekannte Person.

Vor der plötzlich geöffneten Tür klafft ein Abgrund ohne sicheren Boden.
Mitten im Corona-Lockdown und dem familieneigenen Alltag kommt wie aus dem Nichts ein Anruf, der wie ein Tornado Belle's Leben durchfegt und Unfassbares zu Tage befördert, das das Gehirn gar nicht klar aufnehmen kann...
Das stabile Fundament zerfällt in Schockmomente. Eben noch ein Paar, Familie mit drei Kindern, nun allein mit allen Sorgen, allen Pflichten, allem anderen... und... endlosem Schmerz, der über allem steht. Der unfassbar grausame Schmerz, der horizontal, vertikal und mitten durchs Herz schießt, der jede Faser im Körper lähmt, der Tränen losschickt, die gequält und ohne Ende laufen und doch keinen Trost geben, dieser Schmerz beherrscht den Alltag, der mit klaffenden Wunden durch die Stunden pocht.

Eindringlich beschreibt Belle ihre Situation, die den Leser so nah erreicht, als erlebe man es selbst.
Vorsicht, es tut weh!

Und dann kommt die Erinnerung, die mit der Suche nach Schuld und Wahrheit beginnt.
Warum?
Warum musste das geschehen?
Erinnerungen ans eigene Leben... Analysen über sich selbst, über ihre beiden Familien, James!
Was ist mit James?
Warum ist er gegangen und plötzlich so unnahbar, so kalt, absolut fremd. Wo gibt es Parallelen in seinem Leben, seiner Familie?
Zerwürfnisse hat jeder zu bekunden.
Sollten das schon die Puzzleteile gewesen sein, die unweigerlich zu dieser Trennung führten? Schicksal im Buch der Ahnen? Kleine Details, die man zu Beginn der Verliebtheit übersehen hat?

Belle hat ein Netzwerk um sich, das sie zunächst auffängt, ihr eine Ahnung von neuem Halt gibt, ohne den sie total untergehen würde.
Ihre Kinder, auch sie möchten betreut sein und wieder behütet, auch wenn ein Elternteil fehlt, auch ihre Ängste und Gefühle müssen gehört werden. Aber wie, wenn einem für sich selbst die Kraft fehlt?

Belle erzählt mit bewundernder Offenheit die traumatischen Erlebnisse ihres Wegs aus der Krise mit Rückblicken und Blick nach vorn.
Dabei findet sie Zusammenhänge aus familiären Mustern in der Vergangenheit.
Tragen wir also alle ein Stück unserer Herkunftsfamilie in uns, auf das wir keinen Einfluss haben, weil durch Prägung und Vorleben Muster entstanden sind nach denen wir unbewusst handeln?!

Überraschend wie blind Belle sich zu Beginn der Beziehung auf James eingelassen hat mit all ihrem Hab und Gut, das nicht wenig war, um einem beinahe mittellosen James aus ihrem Treuhandfond ein schönes Leben einzurichten und dabei ihren eigenen beruflichen hochdotierten Werdegang zu cutten und auf Familie zu setzen. Belle ist mein Jahrgang... Doch in ihrer Geschichte steckt noch der angestaubte Hauch der Siebziger, in der Frauen sich angepasst haben, während James sein Patriarchat noch leben konnte...

Die Geschichte verwandelt sich von schmerzhaften, dramatischen Anfangsszenen in eine Familienaufarbeitung.

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Die Seele lüften

Tage am Fluss von Jochen Mariss

Man nehme ein altes Haus im Nirgendwo, mit viel Natur, und stecke dort interessante Protagonisten hinein, die immer wieder am Haus renovieren, während nebenbei eine Geschichte läuft.
Davon gibt es zahlreiche Bücher, die angenehm entschleunigen und schön zu lesen sind, man muss die Perlen herauspicken.

In dieser Geschichte ist neben dem Haus und der traumatischen Vergangenheit der Protagonistin auch Umweltschutz thematisiert.

Sara ist Fährfrau im Dorf Erlengrund. Sie lebt auf dem Hof, den ihre Eltern ihr hinterlassen haben. So langsam ist alles in die Jahre gekommen und Sara hat viele Baustellen. Nicht nur am Haus, auch um ihre Fähre muss sie bangen, weil der Bürgermeister eine Brücke durch ihr Grundstück bauen möchte. Und auch die Brücke zu ihrem Herzen ist in vielerlei Hinsicht unpassierbar. Aufarbeitungen der Vergangenheit sind bitter nötig und werden ihr mit Leon serviert, der eines Tages, äußerlich völlig zerstört, auf ihre Fähre kommt und sofort, wie auf der Flucht, auf die andere Seite möchte.
Sara verarztet Leon, der sie stark an ihren Bruder Jan erinnert. Und damit sind viele Steine ins Rollen gebracht worden...
Sara muss dringend ihre "Seele lüften" wie sie so schön sagt!

Ein schönes Sommerbuch... nicht mehr, nicht weniger!

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