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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Michaela:

Solider Krimi

Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi von Maarten Vermeer

Im Zeeland Krimi 'Die Toten von Veere' ermittelt Liv de Vries im Fall des verschwundenen Kochs Rob van Loon. Hierbei stößt sie auf rechte Netzwerke und Rassismus, weiters werden Themen wie Fake-News und das Zurechtbiegen von Ereignissen behandelt, um den eigenen Standpunkt zu untermauern.

Sehr geschickt finde ich die Verknüpfung mit Ereignissen aus dem Jahr 1944. Wie passen diese Ereignisse zur Geschichte in der Jetzt-Zeit?

Durchwegs sehr spannend, mit sehr sympatischen Figuren und einem vielseitigen Ermittlerteam. Ruben von der Meer finde ich vielschichtig und empathisch, Liv de Vries wirkt clever und furchtlos und Ann-Remi Blom mit ihrem ausgezeichneten Blick für Details. Gelegentlich mischen sich allerdings Längen in die Geschichte, welche dann wieder von spannenden Passagen abgeholt werden. Vor allem gegen Ende wird es nochmal richtig spannend, mit unerwarteten Twists.

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Rezensionen von peedee:

Sehr gute Unterhaltung

Es klopft von Franz Hohler

Manuel Ritter, HNO-Spezialist, erlebt auf der Rückfahrt nach einem Ärztekongress zum Thema Tinnitus etwas Merkwürdiges: Eine ihm unbekannte Frau klopft gegen das Fenster seines Zugabteils. Ein paar Tage später steht diese Frau in seiner Praxis und sagt, dass sie ein Kind von ihm möchte. Er ist überrascht, schockiert (schliesslich ist er verheiratet und zweifacher Vater), aber auch geschmeichelt und willensschwach.

Neun Monate später erhält er einen Brief: „Es hat geklappt“. Davon darf niemals jemand etwas erfahren. Jahre später ist das Geheimnis immer noch gewahrt, doch dann stellen sich stressbedingt Klopfgeräusche in seinen Ohren ein…

Erster Eindruck: Auf dem Cover des Schutzumschlages ist leicht verschwommen eine gut gekleidete junge Frau zu sehen – ich mag keine Schutzumschläge.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, zuerst aus Manuels, später u.a. auch aus der Sicht seiner Frau Julia und den mittlerweile erwachsenen Kindern. Dies macht die Erzählung lebendig und lässt den Leser mehr wissen als die Protagonisten.

Hätte ein Bekannter Manuel erzählt, dass er das erlebt hat, was Manuel mit der ihm unbekannten Frau erlebt hat, hätte er es nicht geglaubt. Er hätte den Bekannten auf jeden Fall als willensschwach und/oder triebgesteuert abgestempelt – denn genau das war er – Manuel – ja offensichtlich auch. Wie hatte er es nur so weit kommen lassen? Er hatte doch alles: eine Frau, zwei kleine Kinder, eine gutgehende Praxis, ein Eigenheim an der Goldküste. Was wollte er mehr?
Die Jahre vergehen, Manuel hat den Zwischenfall zu verdrängen versucht. Manchmal erfolgreich, manchmal weniger. Als sein erwachsener Sohn Thomas der Familie seine neue Freundin Anna vorstellt, wird ihm angst und bang, denn Anna erinnert ihn sehr an seinen Seitensprung. Wie kann das sein?

„Heute war ihm auf einmal klar geworden, dass es eine Verjährung zwar in der Justiz geben mochte, niemals aber im Leben.“

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und das Buch war aufgrund der geringen Seitenzahl im Nu ausgelesen – ich mag den Stil des Autors. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Rezensionen von Sheilo:

Ein sehr amüsanter Regency Roman

Bevelstoke - Die unergründlichen Wege einer Lady von Julia Quinn

Olivia ist eine aufgeschlossene junge Frau, die sich bereits in ihrer dritten Saison befindet. Sie ist wunderschön und zudem die Tochter eines Earls, wodurch sie eine der besten Patien auf dem Hochzeitsmarkt ist. Als neben Olivia ein neuer Nachbar, Sir Harry Valentine, einzieht, brodelt die Gerüchteküche über ihn.

Olivia ist neugierig und beobachtet ihn, doch sie ist dabei nicht so unauffällig, wie sie selbst glaubte...
"Bevelstoke – Die unergründlichen Wege einer Lady" ist der wahnsinnig amüsante Regency Roman von Ella Quinn. Ich habe so viel gelacht beim Lesen, es war wirklich eine wahre Freude. Ich liebe den lockeren Schreibstil der Autorin und auch die verschiedenen kleinen Hinweise auf ihre anderen Bücher, so tauchen in diesem Band beispielsweise die Namen Bridgerton oder Smythe-Smith auf.
Olivia ist eine besondere Frau. Sie ist sich bewusst, dass die Gesellschaft sie nur für eine schön anzusehende Frau hält, aber Olivia ist eine wirklich kluge Dame, die auch gerne auf einen Mann wartet, der perfekt zu ihr passt. Als Harry nach London kommt, denkt er gar nicht ans Heiraten, eher ist er irritiert von der neugierigen Nachbarin. Aber er stellt schnell fest, wie interessant sie doch eigentlich ist.
Ich liebe dieses Buch sehr und ich habe selten bei Regency Romanen so viel gelacht und auch das Ende war etwas ganz besonderes. Wer Regency Romane genauso liebt wie ich, wird hier besonders viel Freude haben.

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Wunderbarer, zeitloser und bittersüßer Liebesroman

Ava liebt noch von Vera Zischke

Ich bin bei Liebesromanen schon wählerisch. Sehr wählerisch. Obwohl ich grundsätzlich nichts gegen eine gut erzählte Liebesgeschichte einzuwenden habe.
Aber da fangen die Probleme schon an. Ich finde viele Liebesgeschichten zu reduziert auf Geschlechterklischees und Rollen, beschränkt auf Rettungsphantasien oder machmal sogar mit toxischen Tropes.

Der Roman von Vera Zischke ist ein lupenreiner Liebesroman, der sich in weiten Strecken gegen klassische Tropes verwehrt, ohne das Genre neu zu erfinden. Mit Ava und Kieran hat Zischke zwei Protagonist*innen geschaffen, die ich zwar durchaus als idealisiert bezeichnen würde, die aber so sympathisch, perfekt unperfekt und lebensecht wirken, dass sie das Herz des Romans bilden.
Ava ist eigentlich eine klassische, frustrierte Hausfrau und Mutter Anfang 40, deren Ehe schon lange lieblos und tot ist und deren Persönlichkeit jetzt auf den Servicemodus für ihre drei Kinder eingeschrumpft ist. Mir gefallen Avas gesellschaftskritische Gedankengänge zum Mutterschaft und Ehe und ich kann ihre Frustration nachempfinden. Allerdings nicht die mangelnden Konsequenzen daraus.
An ihrem Tiefpunkt trifft Ava auf Kieran, den Schwimmlehrer ihrer Tochter. Kieran ist 24, natürlich ein Ädonis und hat seine eigenen Struggles. Sein Vater ist vor ein paar Jahren gestorben und seine Mutter hat danach im Leben nicht mehr richtig Fuß gefasst.
Zischke wechselt zwischen beiden Perspektiven, wobei ich Avas Parts stärker und authentischer finde.
Ava verliebt sich in den wesentlich jüngeren Mann und es stellt sich heraus, dass es Kieran genauso geht. Sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die beide neuen Auftrieb im Alltag und das Gefühl lebendig zu sein gibt.
Natürlich lassen die Probleme nicht lange auf sich warten und Ava muss sich bald zwischen ihrem Mann und der Familie und ihrer frischen, jungen Liebe entscheiden…

Was mir an dem Roman besonders gut gefällt ist der lange Zeitraum, über den Zischke ihre Figuren begleitet. Denn nach der Affäre geht das Leben für Ava und Kieran weiter und das Nachbeben dieser Begegnung wird noch Jahre nachhallen.

Wie genau, verrate ich dir natürlich nicht, ich verrate dir aber, dass ich den Roman ziemlich schnell verschlungen habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit den beiden weitergeht und auch mitgefiebert habe.
In diesem Sinne ist Zischke ein großartiger Roman gelungen, den ich dir bedenkenlos weiterempfehlen kann.

Trotz meines großen Lesevergnügens gibt es von mir dezente Kritik. Für mein persönliches Empfinden sind sind mir manche Szenen und Entwicklungen eine Spur over the top Ich muss einige meiner moralischen Fragen bzgl. Eigenverantwortung und Altersunterschieden in Beziehungen zur Seite schieben, was mir Zischke mit ihren einzigartigen und liebenswerten Figuren erleichtert.
Da ich an das Konzept von perfekt zueinander passender Menschen nur bedingt oder gar nicht glaube, habe ich am Wahrscheinlichkeitsgehalt der Geschichte so meine Zweifel, aber das ist für eine gute Liebesgeschichte kein Ausschlusskriterium.

Wenn du Geschichten wie „Salz auf unserer Haut“, „Die Brücken am Fluss“ oder „Zwei an einem Tag“ mochtest, wirst du bestimmt „Ava liebt noch“ lieben!

Das wunderschöne Cover verspricht nicht zu viel, dahinter steckt ein wunderbarer und empfehlenswerter Liebesroman, der von mir in kürzester und angenehmster Lesezeit verschlungen wurde!

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Rezensionen von R.H.:

Perspektivenwechsel

Geile Zeit von Niclas Seydack

Für Leute der Generation Boomer, wie ich bin, ist dieses Buch sehr augenöffnend. Es ist einem vielleicht gar nicht so bewusst, wie es der Jugend der 90er und 00er Jahre damals gegangen ist und auch heute noch geht. Während wir in Pension gehen, müssen sich diese jungen Menschen erst noch in der Berufswelt einfinden, und der Autor Niclas Seydack weiß dies sehr gut in dem Buch zu beschreiben.

Obwohl das Cover eine unterhaltsame Lektüre verspricht war es eher schmerzhaft zu lesen, was für einen Einfluss verschiedenste Ereignisse auf diese Generation hatten. Trotzdem schafft es der Autor, immer wieder heitere Momente in der sonst doch eher bedrückenden Lektüre einzubauen.
Ich würde das Buch auf trotzdem auf jeden Fall weiterempfehlen, für ältere Leser in meiner Generation sowie auch für jüngere Leser, die sich bestimmt sehr gut mit dem Autor identifizieren können.

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Rezensionen von sho:

Unglaublich ehrlich

Geile Zeit von Niclas Seydack

Das Cover und der Titel haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Ich muss sagen, dass ich mir dadurch auch eine lustigere Lektüre erwartet habe.
Trotzdem wurde ich nicht enttäuscht. Ich bin nur wenige Jahre älter als der Autor und konnte mich während des Lesens trotzdem komplett mit dem Geschriebenen identifizieren.

Und das, obwohl der Autor aus Deutschland stammt und ich in Österreich aufgewachsen bin.
Oft habe ich mich gefragt, ob Niclas Seydack schon während der 90er und 00er Jahre Tagebuch geschrieben hat, da er diese Zeit wirklich so detailliert beschrieben hat.
Es ist auch interessant, dass er die Verbindung zur heutigen Zeit geschafft hat und zeigt, wie sich Jugendlichen von damals heute in die Gesellschaft einordnen und wie sie die Pandemie beeinflusst hat, da sie sich noch nicht im Geschäftsleben etablieren konnten.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich mir zwar eine heitere Lektüre erwartet habe, doch die teilweise brutale Ehrlichkeit des Autors hat mich auf jeden Fall trotzdem überzeugt.

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Rezensionen von nuean:

Gute Idee allerdings ganz viel Potential verschenkt

Insight - Dein Leben gehört mir von Antonia Wesseling

Das Buch ist mir sofort ins Auge gesprungen, ich liebe die Farben und die glitzernden Elemente. Der Titel klingt spannend und auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht.
Valerie Sophie lebt den Traum als Influencerin und ist damit sehr erfolgreich. Doch alles ändert sich, als sie mysteriöse Briefe erhält, die ihr Angst machen.

Bei der Polizei trifft sie auf Paul einen ehemaligen Mitschüler, der ihr in Ihrer Situation hilft und zur Seite steht. Langsam kommen sich die beiden näher, doch es gibt viel mehr Geheimnisse als sie erahnen.
Der Einstieg ins Buch ist mir sehr gut gelungen. Die „Posts“ am Anfang der Kapitel sind auch gut gelungen. Leider wurde ich mit Valerie einfach nicht warm. Valeries Leben als Influencerin fand ich jetzt nicht so spannend und ich fand es passierte auch lange nicht viel.
Leider wurde ich mit Valerie einfach nicht warm. Alles nur für Like´s und Click´s, die tolle Wohnung, die teuren Klamotten alles nur sehr oberflächlich und den echten Menschen dahinter konnte man nicht erkennen. Auch Paul fand ich jetzt nicht so spannend. Er war halt einfach da, aber so richtig kennenlernen konnte man ihn auch nicht. Die Beziehung der beiden kam bei mir leider auch nicht an. Ich habe kein Knistern oder Schmetterlinge gespürt, es ging für mich auch immer sehr unerwartet zur Sache.
Die Nebencharaktere blieben auch bis zum Schluss sehr blass und für mich hätte es einige auch gar nicht gebracht.
Die Handlung plätscherte so vor sich hin und für mich kam leider keine Spannung auf. Auch die Wendungen waren für mich schwer nachvollziehbar. Auch Paul fand ich jetzt nicht so spannend. Die Beziehung der beiden kam bei mir auch nicht an. Ich habe kein Knistern oder Schmetterlinge gespürt, es ging für mich auch immer sehr unerwartet zur Sache. Alles wirkte wie eine schlechte Seifenoper.
Das Ende hat mich dann sehr überrascht und noch mehr verwirrt. Ich habe keine Ahnung, was ich davon halten soll. Ich hatte erwartet, dass das Buch ein bisschen in die Richtung von Stefanie Hasses „Bad Influence“ geht, bin aber enttäuscht zurückgeblieben.
Fazit: Leider überhaupt nicht meins

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Rezensionen von Marie aus E.:

Gar nicht so funny wie gedacht

Funny Story von Emily Henry

Bei dem Titel habe ich mir eine vergnügliche "Nach dem Trennungsdrama eine Fake-Beziehung und dann große Liebe-Geschichte" erwartet.
Es war dann so ganz anders.

Anfangs lief es erwartungsgemäß. Daphne und Miles werden sitzengelassen, Daphne auch noch ausgerechnet nach dem Junggesellenabschied ihres Verlobten, ganz kurz vor der Hochzeit.

Weil Daphne nicht weiß wohin, zieht sie bei Miles ein. Dieser leidet ebenso, schließlich ist seine Ex-Freundin in die Arme von Daphnes Ex-Verlobten gefallen.
Schon bald wird klar, dass die Zweck-WG nicht so ganz gefühlsneutral zueinander ist.

Der Fake-Beziehungsanteil der Geschichte ist eher ein Randthema, dafür gab es für mich überraschend erstaunlichen Tiefgang, weil beide Protagonisten Kindheitsverletzungen mit sich herumtragen, die sie bis heute prägen. Das hat dem Buch Tiefe gegeben, hat aber natürlich die Leichtigkeit, die ich hier erwartet hatte, genommen.
Andererseits gab es so viele witzige Sprüche, da hat der Titel wirklich Wort gehalten, das war funny!
Gut gefallen hat mir auch, dass man den Ort der Handlung (am Michigansee) gut kennengelernt hat. Es gab zahlreiche Ausflüge, dadurch wurde das vor meinem inneren Auge richtig vorstellbar.

Soweit, so gut.
Was mir allerdings nicht so gefallen hat, das war die Dramaturgie. Ich konnte das ständige hin und her nicht nachvollziehen, das war für mich auch zu den Zeitpunkten, in denen es ihnen immer einfiel, dass das ja alles nicht geht, für mich nicht stimmig.
Dazu war es dadurch sehr langatmig und hat sich schon stellenweise gezogen.
Und dann hatte das Buch einige sehr explizite Erotikszenen, das war auch nicht mein Fall.

Ich habe die Hörbuch-Version gehört und hier fand ich die Übergänge zwischen den einzelnen Tracks zu lang, das war immer eine nervige Pause.
Die Sprecherin fand ich beim Lesen sehr gut, nur bei der direkten Rede mit verstellter Stimme leider gar nicht, besonders bei Miles schon fast nervig.

Also ein etwas durchwachsenes Gesamtfazit.

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Rezensionen von yellowdog:

Martina und Kasia

Alle wissen hier alles von Mareike Krügel

Ein packender Roman über zwei Frauen, die sich gegenseitig helfen
Martina Voss ist eine junge Mutter, gerade von ihrem Mann getrennt. Sie trifft im Kindergarten Kasia, ebenfalls eine Mutter, die offensichtlich von ihrem Mann misshandelt wurde.
Martina will helfen und nimmt Mutter und Kind mit zu sich.

Zu viert leben sie zusammen.
Aber auch Martina ist von frühen Erlebnissen her beschädigt und schleppt einiges unverarbeitetes mit sich rum.

Außerdem ist die dörfliche Umgebung immer noch eine männerdominierte und es wird nicht einfach für sie.

Mareike Krügel ist eine Autorin, die zu schreiben weiß. Der Text bleibt kontinuierlich im Fließen. Immer mehr lässt sie die Situation zuspitzen. Das Buch ist so intensiv, dass man als Leser gefesselt ist.

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Rezensionen von PMelittaM:

Wie aus Norma Marilyn wurde

Marilyn und die Sterne von Hollywood von Claudia Beinert; Nadja Beinert

Marilyn Monroe dürfte einer der bekanntesten Personen sein, doch, was weiß man über ihr Privatleben, vor allem dem, das sie vor ihrem Bekanntwerden lebte? Dieser Frage haben sich die Beinert-Schwestern angenommen.

Geboren 1926 als Norma Jeane Mortensen beziehungsweise Baker, die Namen von Geburtsurkunde und Taufschein unterscheiden sich, hatte die Protagonistin keine behütete Kindheit, im Gegenteil, sie wurde bei Pflegefamilien und im Waisenhaus groß, da ihre Mutter psychische Probleme hatte.

Der Roman setzt mit dem Prolog1934 ein, Norma, wie sie im Roman durchgehend genannt wird, erhält die Chance auf eine glückliche Kindheit, da eine Freundin ihrer Mutter sich ihrer annehmen möchte.

8 Jahre später treffen wir Norma wieder, leider scheint ihr Glück zu enden, ihre Familie verlässt den Bundesstaat, sie kann aus rechtlichen Gründen nicht mit, und wird, um nicht wieder ins Waisenhaus zu müssen, mit Jim Dougherty verheiratet. Wir begleiten Norma nun in ihrem Leben als junge Ehefrau, die sich, nachdem Jim in den Krieg zieht, langsam emanzipiert und versucht, ihre Träume zu leben, zunächst als Fotomodell, immer aber mit dem Wunsch Schauspielerin zu werden. Mit der Erfüllung dieses Wunsches und dem Erhalt ihres Künstlernamens endet der Roman im Jahr 1946.

Wieder einmal bin ich bei einer Romanbiografie aus den Reihen um bedeutende Frauen etwas zwiegespalten. Wenn man selbst ein bisschen recherchiert, kann man zum Beispiel schnell lesen, dass Normas Leben bei der Familie, bei der ihr der Roman eine glückliche Zeit bescheinigt, nicht ganz so glücklich gewesen sein kann, was auch vieles im späteren Verlauf des Romans weniger glaubhaft macht.

Die Erzählung ist recht ausführlich, manches wiederholt sich dadurch, ich hätte mir eher gewünscht, dass wir mehr von Normas Leben erfahren könnten, vor allem nachdem sie Marilyn ist, zumal der Titel ja suggeriert, dass es um Marilyn und nicht um Norma geht. Trotzdem habe ich den Roman nicht ungern gelesen, man muss sich halt im klaren sein, dass es ein Roman ist und sich die Autorinnen erzählerische Freiheiten genommen haben. Immerhin macht er Lust darauf, selbst zu recherchieren und andere Bücher über Marilyn Monroe zu lesen.

Die meisten Kapitel sind aus Sicht Normas erzählt, ein paar wenige aus der Darryl Francis Zanucks, der Studiochef 20th Century Fox', der Norma unter Vertrag nahm. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das nötig war, es war aber recht interessant, einen Blick auf ihn zu werfen.

Gut gefällt mir, dass die einzelnen Teile des Romans, insgesamt vier zuzüglich Prolog, mit Zitaten Marilyn Monroes eingeleitet werden, so kommt man Marilyn auf eine gewisse Weise näher. Gut gelungen ist auch der Einbezug des historischen Hintergrunds, interessant diverse gesetzliche Regelungen, wie die, dass verheiratete Schülerinnen die High School verlassen mussten.

Im Anhang befindet sich ein Nachwort der Autorinnen, das auf jeden Fall lesenswert ist, aber auch etwas ausführlicher hätte sein können, was Fakten und Fiktion angeht, berichtet wird darin auch, wie es nach dem Romangeschehen mit Marilyn und anderen Charakteren weiterging.

So ganz hat mich der Roman leider nicht erreicht, dennoch wurde ich recht gut unterhalten und dazu angeregt, mich weiter mit Marilyn Monroes Leben zu beschäftigen. Ich hätte mir die Geschichte ein wenig geraffter gewünscht, und dafür mehr auch über Marilyn, nicht nur über Norma. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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