Kunden em pfehlungen
Rezensionen von trebor:
Licht
Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig
Matt Haig beginnt in seinem Roman "Die Unmöglichkeit des Lebens" sehr ungewöhnlich mittels eines E.Mail-Nachrichtenwechsels und zieht mich als Leserin geschickt in die Geschichte hinein.
Unversehens befinde ich mich auf Ibiza, noch bevor ich darüber nachdenken kann, ob ich überhaupt dort hin möchte.
Großartig !
Man könnte das Buch als eine Art Ökokrimi bezeichnen, der überaus spannend und mit viel Empathie für seine Figuren erzählt wird bis zum Schluss, mit immer wieder neu entstehenden, unerwarteten Wendungen.
Zwischenzeitlich waren mir die übersinnlich und spirituellen Elemente ein wenig zu intensiv und ich hätte das Buch fast zur Seite gelegt. Aus irgendeinem Grund habe ich dennoch durchgehalten und bin am Ende dafür belohnt worden.
Ganz nebenbei ist der Roman eine kleine Kulturgeschichte der Insel Ibiza mit ihren Menschen und ihrer Natur sowie eine Liebeserklärung an dieselbe.
Rezensionen von trebor:
Erkundung der essbaren Pflanzenwelt
Welche essbare Pflanze ist das? Kindernaturführer von Katrin Hecker; Frank Hecker
In ihrem Kindernaturführer "Welche essbare Pflanze ist das? erläutert das Autorenehepaar Katrin und Frank Hecker nicht nur die wichtigsten Merkmale und Erscheinungsbilder der Wildkräuter, sondern gibt auch hilfreiche Tips zu deren Verwendung in Küche und Volksmedizin.
Das Büchlein im A5-Format ist übersichtlich und schlüssig strukturiert.
Die häufigsten und am einfachsten zu bestimmenden Wildpflanzen werden jeweils auf Doppelseiten vorgestellt und 3 Kapiteln nach den Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst zugeordnet. Es ist eine sehr ansprechende Kombination aus zeichnerischen Darstellungen und Fotos der Pflanzen geworden. Sofern es giftige Doppelgänger gibt, wird deutlich darauf hingewiesen.
Den Rezepten, die anschaulich mittels kleinen Texten, Fotos und Zutatenlisten informieren und inspirieren, wird ein eigenes Kapitel gewidmet.
Vorab werden die Regeln für ein achtsames Vorgehen in der Natur herausgestellt.
Ein rundum gelungenes Werk zur ersten Erkundung der essbaren Pflanzenwelt.
Rezensionen von clematis:
Lockdown
Mitternachtsschwimmer von Roisin Maguire
Evan erlebt eine schwierige Zeit und möchte eine Woche lang Abstand nehmen von seiner Familie und seiner Arbeit. Dazu zieht es ihn aus Belfast in die kleine Ortschaft Ballybrady an der irischen Küste. Grace, eine verschrobene, zurückgezogene Frau, welche aber hart zupacken kann und im Einklang mit der Natur lebt, verdient sich ihr Geld unter anderem durch das Vermieten eines kleinen Häuschens, diesmal an Evan.
Während der junge Mann sich nur langsam zurechtfindet in der neuen Umgebung, heißt es Lockdown aufgrund einer weltweiten Pandemie, sein Firmenkompagnon stellt Aufträge zurück, seine Frau will, dass er länger fortbleibt. Lockdown also auch in der Familie.
Voller Empathie und mit einem rechten Blick für die heilende Natur entwirft Roisin Maguire diese erfrischende Erzählung rund um Evan, der nach einem traumatischen Erlebnis erst wieder Halt finden muss. Was ihn quält, erfährt der Leser erst im Laufe der Zeit, alles entwickelt sich recht langsam und ruhig, genau so, wie auch der Schreibstil der Autorin Ruhe und Gelassenheit vermittelt. Bisweilen wird es sogar poetisch, beispielsweise dann, wenn vom Tanz der Sonnenstrahlen auf dem Wasser (kindle, Pos, 376) die Rede ist. Besonders gut gelungen ist die Szene mit Becky, ab der Evan anfängt über das Unglück in seinem Leben nachzudenken, und ob er vielleicht seinen Blickwinkel ändern sollte, um aus dem Tief wieder herauszukommen.
Der Corona-Lockdown spiegelt einerseits den persönlichen Lockdown Evans wider und hält ihn andererseits durch die Bewegungseinschränkungen in Irland an Ort und Stelle fest. Aber auch ohne die schicksalhaften Pandemiezwänge – welche mit Händedesinfektion und Masken bisweilen unnötig vom Geschehen ablenken – enthält die Geschichte genug tiefgehende und ernsthafte Themen, welche Maguires Leser berühren und nachdenklich stimmen. Ihre Charaktere stellt sie sehr realistisch und glaubwürdig dar, die Kulisse Nordirlans mit der rauen See und den schroffen Felsen umrahmt die Handlung perfekt.
Ein ruhiger Roman, der mittels bildhafter Erzählweise und ungewöhnlichen Figuren punkten kann. Ich vergebe gerne vier Sterne.
Rezensionen von la_stellina:
Alltägliches Thema unterhaltsam aufbereitet
Kuckuck, Kacka! von Christine Kugler
Schon das witzig, bunt gestaltete Cover hat mich auf das Büchlein neugierig gemacht. Und auch die "Leseprobe" hat mir gefallen. Die Illustrationen sind ansprechend umgesetzt worden und die Schieber und Drehräder tun ihr Übriges, dass der Spaß und die Abwechslung beim Anschauen und Lesen des Büchleins nicht zu kurz kommt.
Außerdem finde ich die dicken, robusten Seiten super, da das Buch nicht sofort Beschädigungen aufweist, wenn es einmal etwas ruppiger angefasst wird. Meinem Kleinen gefällt es jedenfalls zu sehen was bei Roboter, Gespenst, Meerjungfrau usw. „hinten raus kommt“.
Ich denke, dass das Büchlein nicht nur Eltern, sondern auch den Kindern gut gefällt und sie viel Spaß beim (Vor-)lesen des lustigen Textes haben. Auch die Auseinandersetzung mit dem Thema trocken werden und aufs Töpfchen gehen kann mit Hilfe des Buches erklärt und besprochen werden.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Die Geschichten, die ein Ort erzählt
Die Frauen von Maine von J. Courtney Sullivan
Spannender und interessanter Ansatz die Geschichte einer Gegend und insbesondere eines bestimmten Hauses, verwoben mit unterschiedlichen Schicksalen und einer Familiengeschichte zu erzählen. Für mich wirkte die Geschichte aber fast schon überladen und hat den Fokus innerhalb der Haupthandlung für mich ein bisschen verloren.
Was mich ein bisschen unschlüssig zurücklässt, sind die vielen Einzelschicksale und Geschichten, die zwar angerissen werden, aber dann irgendwie so im Raum hängen bleiben. Im Fokus der Geschichte steht zu Anfang und rahmengebend ganz klar Jane, im Verlauf der Handlung erfährt man aber auch ganz viel über Generationen anderer Frauen, die in Maine lebten und den Ort, sowie seine Geschichte geprägt haben. Die verschiedenen Handlungsstränge sind hier vielschichtig miteinander verwoben und ergeben eine stark verdichtete Handlung. Auch das Leben der indigenen Bevölkerung wird immer mal wieder aufgegriffen und war sehr interessant aufgearbeitet.
Teilweise fand ich diese Schicksale sogar spannender und ergreifender als die Haupthandlung rund um Janes Leben, die dagegen fast schon blass und abgedroschen wirkt. Aber nachdem sie für Janes Recherche dienlich waren, verschwinden die Frauen aus der Vergangenheit wieder in der Versenkung.
Immer wieder greift die Geschichte auch das Thema Spiritualität auf, um die Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. So richtig wollte das für mich zwischen Janes Alkoholismus und den katastrophalen Familienverhältnissen aber nicht funktionieren.
Für mich hat sich die Story sehr überladen angefühlt und war ein ständiger Wechsel zwischen Kapiteln, die ich wirklich mochte und einer Protagonistin, die ich als anstrengend empfunden habe. Für mich ist der Funke nicht übergesprungen, aber das Buch hat einiges zu bieten.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Eine Liebe, die dich in den Abgrund reißt
Mein Mann von Maud Ventura
Ich hatte das Buch gar nicht selbst auf dem Schirm, bin auf Buchportalen und Social Media aber immer häufiger darüber gestolpert und bin dadurch doch neugierig geworden. Und ein Glück, denn ich hätte wirklich was verpasst, wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte.
Es ist erschütternd, voyeuristisch und absolut abgründig.
Ein düsteres Porträt über die Zerstörungskraft der Liebe.
Zum Inhalt: ihre Liebe ist der Inbegriff von perfekt- ein gut aussehender, erfolgreicher Mann, in den sie nach 15 Jahren noch verliebt ist wie am ersten Tag. Nur dass sie sich seiner Liebe gar nicht mehr so sicher ist. Liebt sie mehr als er? Liebt er sie überhaupt noch? Sie beschließt es mit allen Mitteln herauszufinden.
Die Protagonistin spricht auf fast schon obzessive Weise von ihrem Mann, den sie auf schräge Art als ihr Eigentum erachtet, dessen Zuneigung sie sich aber gleichzeitig plötzlich nicht mehr sicher ist und vor dem sie selbst etliche Geheimnisse bewahrt. Das schafft ein interessantes Ausgangskonstrukt, bei dem man direkt schon ein ungutes Gefühl bekommt.
Ich fand es anfangs inrritierend wie unfassbar bemüht sie in allem, was sie in Bezug auf Mann und Familie tut, wirkt. Und gleichzeitig ist sie wahnsinnig überempfindlich was vermeintliche Gwgenreaktionen betrifft. Kurz gesagt: sie ist eine anstrengende Person. Gleichzeitig wirkt es in dieser Erzählung einer fast schon wahnhaften, abgründigen Liebesgeschichte sehr passend und entwickelt sich zu einer düsteren Spirale.
Die Geschichte ist sehr raffiniert erzählt, da man sie völlig aus den Augen der verunsicherten Ehefrau erlebt. Nur ganz zum Ende bekommt man einen klitzekleinen, ehrlichen Einblick in das Innenleben des so begehrten, hochgelobten Ehemanns. Der Epilog hat mich nochmal richtig geflasht und dieses Buch rückblickend absolut grandios gemacht und ihm eine besondere, psychologisch perfide Note gegebenen. Ganz großes Kino!
Rezensionen von div:
emotional...
Ich komme nicht zurück von Rasha Khayat
emotional...
"Ich komme nicht zurück" ist der zweite Roman von Rasha Khayat. Ein Roman der Corona thematisiert, neben vielen anderen Themen. Puh, davon will glaube ich keiner mehr etwas hören. Mutig, diesen Punkt aufzunehmen, dennoch hat mir die Themenzusammensetzung und Ausarbeitung letztendlich sehr gut gefallen.
Hannah, Deutschland 2020: Midlife Crisis ist angesagt, Mitten zur Corona Zeit. Die Einsamkeit drückt auf ihre Wahrnehmung: sie bildet sich ein, eine Frau mit dunklen, kurzen Haaren zu sehen - die Frau sieht aus wie ihre Kindheitsfreundin Zeyna, zu der sie keinen Kontakt mehr hat. Was ist damals eigentlich passiert?
Das Buch wird aus der Aus der Ich-Perspektive erzählt, dadurch bekommt man wirklich einen tollen Einblick in das Leben und die Gefühlswelt der Protagonistin und die Emotionen kommen durch beim Lesen.
Mich hat das Buch überzeugt - ich kann es empfehlen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Lebenswege
Die andern sind das weite Meer von Julie von Kessel
Es gibt so Bücher, die tief im Inneren etwas bewegen. Für mich ist dieses Buch so ein Buch. Eine Familiengeschichte, die so viel mehr ist als nur das, eine Geschichte über das Leben, das Scheitern, darüber Verantwortung zu übernehmen und über Vergebung. Eine berührende Geschichte.
Zum Inhalt: Hans Cramer war mal Botschafter, jemand der was zu sagen hatte, dem man wichtige Entscheidungen anvertraute.
Nun steht er vor dem Haus der Nachbarn und sucht das Schwimmbad, dass es seit über 20 Jahren nicht mehr gibt. Und während seine Welt in Vergessenheit gerät, schlagen seine Kinder ihre ganz eigenen Schlachten, die drohen an allen Fronten verloren zu gehen.
Die Geschichte wird aus den wechselnden Perspektiven der Familienmitglieder erzählt, die alle mit sich selbst und ihren eigenen Problemen beschäftigt sind. Es werden ganz unterschiedliche Lebenswege aufgezeigt, Entscheidungen und ihre Konsequenzen. Zwischen Job, Beziehung und Familie kämpfen die drei Kinder von Hans Cramer jeder für sich allein.
In feinen Nuancen werden Scheidewege aufgezeigt und sehr nahbar beschrieben, wie verloren man sich auch als erwachsene Person fühlen kann. Eigentlich ist diese Geschichte eine banale Alltagsgeschichte, aber genau das macht sie so authentisch und ergreifend.
Die kurzen Kapitel und schnellen Perspektivwechsel haben mir gut gefallen, genauso wie der Moment, an dem alles zusammengeführt wird. Der Schreibstil ist sehr angenehm, nicht überbordend, aber bildhaft und mit emotionaler Tiefe.
Hat mir richtig gut gefallen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Familienbande
Was von meinem Vater bleibt von José Henrique Bortoluci
Ich finde das Cover seltsam einnehmend, ich weiß gar nicht so genau, was daran mich so anspricht, aber es ist mir nicht aus dem Kopf gegangen. Obwohl Vater-Sohn-Geschichten nicht unbedingt mein Beuteschema sind, hat mich das Thema „Aufstieg eines Kindes bildungsferner Eltern“ doch angesprochen. Und tatsächlich hatte ich beim Lesen viele Aha-Momente und das Gefühl, etwas mit auf den Weg zu bekommen.
Zum Inhalt: Josés Vater Didi ist LKW-Fahrer und hat von seiner Fahrerkabine aus den Wandel des Landes hautnah miterlebt, während er beim Aufwachsen seines Sohnes und vom Familienleben viel verpasst hat. Im Zuge der Coronapandemie und als sein Vater krank wird setzen sich Didi und José zusammen und blicken zurück auf dieses Leben zwischen weiter Strecke und dem, was Didi jedes Mal zurückließ.
Das Buch ist kein Roman, es ist eine Biografie, ein Familien- und Gesellschaftsporträt. Der Autor schreibt hier nicht nur von seinem Vater, dessen Leben und Abwesenheit vom Familienleben, er schreibt dadurch auch viel über sich, sein Erleben und Empfinden der Beziehung zum Vater, die viel zu selten da und trotzdem Dreh- und Angelpunkt der Familie ist.
Es ist ein empfindsames Werk, das gleichzeitig auch das Thema Immigration nach Südamerika, Politik und Gesellschaft aufgreift.
Das Buch ist gleichzeitig eine Reise weiter in die Vergangenheit, in die Erinnerungen des Vaters. Die Schilderungen des Lebens als Fernfahrer
Für mich ist das kein Buch, das man mal eben so weglesen kann. Vllt liegt es an der sprunghaften Erzählart- zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Informationen über das brasilianische System und Familienanekdoten. Es liest sich nicht direkt schwergängig, aber war für mich eher Buch, bei dem ich Zeit brauche, mich mit dem gelesenen auseinanderzusetzen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
absolut sympathisch
Altern von Elke Heidenreich
Wow, was hat Elke Heidenreich denn für eine angenehme Erzählstimme?! Ich könnte ihr tatsächlich stundenlang zuhören und mag ihre klare, schnörkellose Art zu erzählen. Vielleicht liegts am Thema, dafür kenne ich die Autorin fernab ihrer Bücher zu wenig, aber ich mag, wie sie hier eine klare, fundierte Meinung vertritt, dabei auch links und rechts des eigenen Lebensweges den Blick schweifen lässt und damit ein Werk schafft, das Altern aus Sicht von Literatur, Kultur, Sozialpolitik und Philosophie betrachtet.
Das Buch geht direkt schon recht schonungslos los- Elke Heidenreich berichtet über ihren Lebensweg. Ich kenne zwar ihre Bücher, habe mich aber nie mit dem Menschen dahinter beschäftigt und war dementsprechend überrascht, dass sie so offen über ihr Leben und ihren Werdegang spricht. Ehrlich und ungeschönt reflektiert sie, was gut war und was hätte besser laufen können.
Die Autorin philosophiert nicht nur das Altern und das Alter an sich, sondern auch worum es auf dem Weg ins Alter geht. Sie referenziert dabei auch andere Autoren und bekannte Persönlichkeiten, deren Gedankengänge sie selbst beeinflusst und einen Eindruck hinterlassen haben. Ich mochte es, dass sie uns an diesen Ideen und ihrer Meinung dazu teilhaben lässt.
Sie erzählt davon, wie sie mit dem Alter fertig wird und sich davon nicht unterkriegen lässt. Elke Heidenreich präsentiert sich hier nachdenklich und grundsympathisch. Mit Würde altern- so kanns gehen und daran sollte man sich ein Vorbild nehmen. Besonders schön fand ich folgendes Zitat „Am schnellsten Altern lässt einen ein Leben ohne Herausforderungen“. Also das Leben auskosten, mutig sein, einfach leben- alt wird man von allein.
Sie erzählt auch von den Schwierigkeiten des alt seins in Zeiten der Digitalisierung und Enkeltricks und öffnet dem Leser die Augen dafür, dass Altern auch ein Zustand des zunehmend isolierter und hilfloser Werdens ist und macht aufmerksam auf die Gefahr von Altersarmut und das „auf andere angewiesen sein“. Es sind mahnende, wach rüttelnde Worte, die ein ehrliches Bild vom Alter vermitteln.
Für mich eine schöne Lektüre, die viele Aspekte beleuchtet, aufmerksam macht und gleichzeitig unterhält.











