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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Glück und Leid liegen so eng beieinander

Die Schwestern vom See - Neue Wege von Lilli Beck

Glück und Leid liegen so eng beieinander

Auerbach am Bodensee 2023:
Rose König steckt voll in der Planung ihrer Hochzeit mit ihrem Nico. Heute wird sie auch endlich ihre Schwiegereltern kennenlernen. Bis am Polterabend etwas ans Licht kommt, was Nico ihr verschwiegen hat. Rose geht jegliches Vertrauen verloren und sie löst die Verlobung.

Ihr nun Ex-Verlobter setzt sich in seinen Sportwagen und wird bei einem Unfall schwer verletzt. Haben die beiden doch noch eine gemeinsame Zukunft?
Auch zwischen Iris und ihrem Noch-Ehemann Christian kriselt es gewaltig. Warum unterschreibt er nicht endlich die ihm schon lange vorliegenden Scheidungspapiere?
In den Büchern der Pension sieht es nach der Pandemie, wo alles still stand, nicht rosig aus. Es müssen neue Ideen her. Rose schafft es immer wieder neue Gäste anzulocken und neue Konzepte auszuarbeiten. Die Familie tut alles um den Konkurs des Gästehauses zu vermeiden.
Einzig die Konditorei mit Café blüht unter der Leitung von Annemarie immer mehr auf. Aber was hat ihre Stiefschwester Charlotte aus Wien im Sinn, als sie für einen Kurzbesuch mit Tochter Elisabeth vorbei kommt?

Die Geschichte um die Familie König knüpft hier nahtlos an Band 1, der mir schon so gut gefallen hat, an. Dabei werden auch immer wieder vergangene Begebenheiten kurz angesprochen, was für diejenigen, die mit Band 2 beginnen, sehr wertvoll ist. Mir hat es aber mehr Spaß gemacht, die Familie ab der ersten Seite immer besser kennenzulernen. Mir sind diese so sympathischen Menschen, die alle sehr authentisch und real rüber kommen, ganz schnell ans Herz gewachsen und ich konnte es kaum abwarten, sie weiter in ihrem Leben zwischen Privatem und Geschäftlichem begleiten zu können.
Genau wie in Band 1 ist der Erzählstil von Autorin Lilli Beck hier so fesselnd, spannend und äußerst unterhaltsam, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen und mal eine Pause machen wollte. Trotzdem war auch diese Geschichte viel zu schnell ausgelesen. Und ich bin froh, dass ich mich zügig wieder an den Bodensee träumen kann, da Band 3, leider der letzte aus dieser Reihe, schon vor mir liegt.
Ich fand es auch hier wieder so schön zu lesen, wie die Familie zusammen hält, egal was kommt. Wie sie gemeinsam alle Höhen und Tiefen gemeinsam durchleben, nach Lösungen suchen und sich gegenseitig unterstützen.
Auch hier ist mir, wenn die Sprache auf die Konditorei kommt, wieder das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Die vielen Torten, Kuchen und Pralinen würde ich so gerne mal probieren. Selbst backen werde ich auf alle Fälle mal die Malakofftorte, deren Rezept ich am Schluss des Buches bekomme.

Eine weitere liebevolle, faszinierende und abwechslungsreiche Geschichte der Familie König vom Bodensee, so voller Leben und Zuversicht, so leicht und doch auch tiefgründig. Ich freue mich schon sehr darauf, wie sie alle dem Glück entgegen gehen.

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Rezensionen von yellowdog:

Rückkehr aus dem Wald

In den Wald von Maddalena Vaglio Tanet

Der Debütroman der italienischen Schriftstellerin Maddalena Vaglio Tanet ist sehr atmosphärisch gestaltet und interessant, denn es hat ein geheimnisvolles, rätselhaftes Element.
Die 42jährige Lehrerin Silvia verschwindet eines Tages ohne ersichtlichen Grund aus ihrer Wohnung in den Wald. Die Handlung zieht ihren Reiz daraus, dass man als Leser natürlich erfahren will, was sie dazu veranlasst hat.

Eine zweite wichtige Figur ist die Schülerin Giovanna. Sie ist keine gute Schülerin, wird von ihrem Vater geschlagen und leidet darunter, in die Pubertät gekommen zu sein. Auf der Gebirgsalm ihres Onkels fühlt sie sich frei.
Gewalt ist verbreitet und wird fast wie normal wahrgenommen.
Eine weitere wichtige Figur ist der Schüler Martino, der neu in der Gegend ist und dem Biella am Fuße der Alpen zunächst nicht besonders gefällt. Doch er wrd es sein, der die Lehrerin, die sich im Wald versteckt, findet.
Die Gespräche zwischen ihnen enthüllen ein Stück Leben.
Die Autorin vermag es, die Situationen ihrer sensiblen Figuren nachdrücklich zu beschreiben und findet ausgezeichnete Formulierungen, die zu einer eigentümlichen Stimmung führen. Dazu gehört aber auch die ländliche Umgebung von Piemont.
Ein mehr als gelungener Roman!

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Rezensionen von Yaiza:

Amerikanisches Familienepos

Warte auf mich am Meer von Amy Neff

Liebesroman amerikanischer Prägung. Auf nahezu 500 Seiten wird in unzähligen Kapiteln eine 60jährige Liebesgeschichte erzählt. Eingebettet wird sie in amerikanisches, bürgerliches Alltagsleben und amerikanische Alltagsepisoden. Diese reichen von der Ermordung Kennedys, den wilden Hippiejahren an der Westküste bis hin zur LGBTQ+ Diskussion und lassen auch den plötzlichen Todesfall einzelner Familienmitglieder nicht aus.

Manche Kapitel sind allerdings in einem Ausmaß verdichtet geschrieben, dass der Verdacht einer KI-Unterstützung aufkommt. Der Wunsch eines gemeinsamen, den anderen Familienmitgliedern bekanntgegebenen Ablebens, zieht sich durch das gesamte Werk. Letztlich eine unaufgeregte, teils beabsichtigt herzergreifende, seichte Sommerlektüre.

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Rezensionen von HEYN Testleserin Pia-Maria R.:

Von der ersten Seite an berührend!

Warte auf mich am Meer von Amy Neff

HEYN-Testleserin Melitta F.:
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich von der ersten Seite an so berührt hat, wie die Geschichte dieser Familie - die mit soviel Wärme und Einfühlungsvermögen erzählt wird, ohne in die Sentimentalität abzukippen.
Man denkt während des Lesens immer - hoffentlich machen sie es nicht - und ist dann unendlich traurig über den - letztlich zwar etwas anderen, unvermuteten - Ausgang.

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Rezensionen von Morten:

Albtraumreise

Solito von Javier Zamora

Die erste Nacht nach dem letzten Kapitel von Solito habe ich schlecht geschlafen. Immer wieder schweiften meine Gedanken und Traumfetzen in die Wüste zwischen Mexiko und den USA, die Hitze der Tage, zu leeren Wasserflaschen und trockenen Kakteen. „Solito“ ist ein trauriges, gnadenloses Buch und noch trauriger und gnadenloser muss es für den Autor gewesen sein – denn es ist seine Geschichte.

Mit neun Jahren wird Javier Zamora auf die Reise geschickt. Klingt nach Ferien, bedeutet Flucht und ist in Wahrheit ein Horrortrip durch Mittelamerika. Seine Eltern sind schon vor Jahren in die Vereinigten Staaten geflüchtet, jetzt soll ihr Sohn groß genug und das Budget da sein, ihn mithilfe von Kojoten, Schleppern, über die Grenzen zu sich zu holen. Während er sein Großvater ihn auf dem ersten Weg nach Guatemala begleitet, ist Javier anschließend auf sich allein gestellt – und überlebt nur dank Chino, Patricia und Carla, die eine Art Ersatzfamilie für ihn werden.

In den vergangenen Jahren hat man, wenn man wollte, viel über Flüchtlingsbewegungen lesen können. Meist über europäische, aber auch die mexikanisch-amerikanische Grenze war unter Trump immer mal wieder ein Thema. Häufig ging es da aber nur um Steine für die Mauer, nicht um Menschenleben. Schaut man mal genauer hin, liest man erschreckende Zahlen: Zwischen 1998 und 2016, also auch während der Zeit, in der Solito spielt – 1999 – starben mehr als 6.500 Menschen auf dem Fluchtweg in die USA. Die meisten von ihnen an Hitze und Wassermangel.

Auch Javier Zamora wäre fast eine Zahl in dieser Statistik geworden, die entsprechenden Kapitel sind schwer zu lesen und noch schwerer zu ertragen. Aber: Es gibt auch Gutes und Güte. Da sind Patricia, ihre Tochter Carla und Chino, die Teil von Javiers Fluchtgruppe sind, und den Neunjährigen in den Arm nehmen, mit Wasser versorgen, ihn tragen. Da ist die von Nonnen geführte Herberge, die Flüchtlingen ein Bett und Mahlzeiten bietet, die von den USA zurück nach Mexiko gebracht werden. Da ist der Polizist mit mexikanischen Wurzeln, der mehr als nur ein Auge zudrückt, als es für die kleine Gruppe brenzlig wird.

Eine Stärke des Autors ist es, die Lesegeschwindigkeit extrem zu beeinflussen. Der Anfang ist stotternd, während Javier auf den Beginn der Flucht wartet. Und auch die zwei Wochen in einer dunklen Wohnung sind so zäh, wie es für die Gruppe gewesen sein muss. Doch geht es über das Wasser, durch die Wüste, zu Fuß oder in Reisebussen, steigt der Adrenalinpegel und man fliegt nur so durch die Seiten. Kleine Stolperfallen sind maximal die vielen spanischen Begriffe und Sätze, die im Glossar übersetzt werden. Hier sind ein bisschen die Leser:innen für sich selbst gefragt: Blättere ich hin und her? Versuche ich mir den Kontext zu erschließen? Spreche ich selbst genug Spanisch, um alles zu verstehen? Störend ist es vermutlich nicht.

Was mit den Wegbegleitern Zamoras passiert ist, bleibt übrigens größtenteils im Dunkeln. Kontakt zu seiner Fluchtfamilie hat er nicht mehr, sie hat sich – Stand Februar 2024, vermutlich auch aktuell – noch nicht bei ihm gemeldet, sofern sie sein Buch gelesen hat oder noch am Leben sind. Für den Autoren übrigens nachvollziehbar: Er weiß nicht, ob sie sich komplett wohl mit seiner Erzählung fühlen. Für ihn war es in jedem Fall wichtig, um die traumatische Albtraumreise im Alter von neun Jahren, die statt zwei fast acht Wochen dauerte, zu verarbeiten. Denn der Dank zu diesem Buch, gilt auch seiner Therapeutin. Und man mag kaum vermuten, wie viel Arbeit es ist, über so ein Erlebnis hinwegzukommen.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

die Ganoven lassen nicht locker

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 7 - Das verflixt verfluchte Geisterhaus von Cally Stronk

Meine Kinder mögen die Reihe um den magischen Detektivkoffer sehr. Vor allem mein 7jähriger Zwerg ist ganz vernarrt in die beiden Kinder und findet die zwei Ganoven ziemlich komisch mit ihren immer gleich lautenden Floskeln und den wiederholenden "Schmähs" im Buch. Auch dieser Band ist in vielem den Vorgängerbänden sehr ähnlich.

Alles dreht sich um den magischen Detektivkoffer und die geheimen Gegenstände, die er beinhaltet. Dieses Mal wird er gleich zu Beginn gestohlen. Die Kinder haben die Strickleiter nicht kommen sehen und können nichts dagegen machen. Wie gut, dass sie nicht zu zweit sind, sondern auch tierische Unterstützung haben. Denn ihr Vögelchen hat einen Plan, der auch gut funktioniert. Mithilfe dessen haben sie eine Spur, um ihren heiß geliebten Koffer zurückzubekommen. Und diese führt sie direkt in ein grusliges Spukhaus.... Durch dieses passt das Buch ziemlich gut in die Herbstzeit und lädt ein, bei dem regnerischen Wetter sich zurückzuziehen auf einen gemütlichen Leseplatz und gemeinsam das Buch zu lesen. Mir hat es mein Sohn vorgelesen, da war er schon sehr tüchtig, denn es ist kein Erstlesebuch und vom Unfang her schon etwas fortgeschrittener. Die Rätsel lockern das Buch auf und bieten viel Abwechslung. Wieder ein für uns sehr schöner Band!

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Rezensionen von Morten:

Zähe Zeiten

Winterwölfe von Dan Jones

Dan Jones Essex Dogs-Trilogie scheint vor allem eines zu sein: klassisch. Der erste Teil lässt es erst einmal krachen, führt die Helden ein und am Ende gibt es noch einmal Lärm. Der zweite Teil lässt es ruhiger angehen und legt mehr Fokus auf einzelne Figuren. Der dritte Teil ist gespickt von Drama, von Abschieden und Entscheidungen.

Im ersten Band sind die Essex Dogs, eine Handvoll britischer Söldner, im Hundertjährigen Krieg in Frankreich gelandet, haben Städte erobert und Freunde verloren. Es ist das Jahr 1346, die Truppen von King Edward III haben die des französischen Königs in der verlustreichen Schlacht um Crecy geschlagen. Während die Dogs hoffen, endlich zurück nach England zu kommen, nehmen die Truppen Kurs auf Calais.

So viel zur Vorgeschichte. Kann man „Winterwölfe“ lesen, ohne „Essex Dogs“ gelesen zu haben? Eher nein. Das Thema des Historienromans ist zwar die Belagerung von Calais von 1346 bis 1347, aber Jones nimmt häufig Bezug auf den ersten Teil, auf bereits gestorbene Figuren und vergangene Schlachten. Aufgrund der Fülle der Figuren dürfte es schwer sein, der Geschichte in Gänze folgen zu können.

Drei Figuren stehen im Zentrum von „Winterwölfe“: Der Anführer der Dogs, Lovejoy, der junge Bogenschütze Romford und die mystische Squelette, die Rache an Prinz Edward für den Tod ihrer Familie und ihrer Vergewaltigung im Lager der Engländer nehmen will. Abwechselnd wird aus ihrer Sicht der Feldzug der Engländer in Richtung Calais, der Aufbau einer improvisierten Stadt und die fast einjährige Belagerung und das Aushungern der Bevölkerung erzählt.

Und es ist, wie erwähnt, der klassische zweite Teil: Es gibt nur wenige Schlachten (wem das ersten Band zu viel war, dürfte sich freuen), Jones legt den Fokus auf das Leben in Calais und direkt davor, das zähe Warten auf beiden Seiten der Mauer. Leider ist das Buch selbst dadurch auch zäher, zumindest phasenweise.

Mit der Flämin Hircent wird eine extrem unangenehme Figur eingeführt, die weder den Dogs noch den Leser:innen viel Freude bereitet. Und in Romfords manischen Visionen taucht der ehemalige Essex Dog Father wieder auf, im ersten Band verstorben, damals schon unangenehm und jetzt nicht besser. Und auch Lovejoy sind die Kriegstage und Lebensjahre anzumerken, er ist deutlich weniger energiegeladen, was den Ton von „Winterwölfe“ durchaus mitbestimmt. Ein bisschen schade ist, dass nur wenige Kapitel die Französin Squelette behandeln, die sich hungernd und frierende im Wald versteckt, auf Rache lauert und dann, möglicherweise, ein relativ schnelles Ende findet.

Aber: Es ist Jammern auf recht hohem Niveau. Jones beschreibt kleinere Episoden rund um die Belagerung von Calais durchaus unterhaltsam, zeigt anschaulich, wie eine kleine Kriegsstadt entstehen kann, was die Soldaten erleben und erdulden müssen, dass der Krieg nicht immer Unterschied einen zwischen Fußsoldaten und Rittern macht, wie neue Waffen wie die Kanone eingeführt werden. Und welche Leiden die belagerte Bevölkerung zu erleiden hat, welche Gräueltaten ihnen angetan werden. Wer sich für Geschichte interessiert, wer unkitschige Historienromane schätzt, der kommt hier sicherlich auf seine Kosten. Wer den Bezug auf das reale, aktuelle Zeitgeschehen macht, wird schwer schlucken müssen.

Bleibt offen, welchen Teil des Krieges das Finale der Trilogie behandelt – ob es einen Zeitsprung zur Landung in Bordeaux gibt oder Jones die verbliebenen Dogs einen unbekannteren Teil des Hundertjährigen Kriegs direkt nach Calais erleben lässt. Und ob es für Lovejoy eine Heimkehr nach England oder ein Grab in Frankreich geben wird. Recht sicher ist: Wenn Dan Jones bei seiner klassischen Komposition einer Trilogie bleibt, wird es am Ende noch einmal richtig krachen.

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Rezensionen von Morten:

Dazwischenleben

Taumeln von Sina Scherzant

Beklemmend ist „Taumeln“ über weite Strecken. Beklemmend, aber furchtbar gut dabei. Denn in Sina Scherzants zweitem Roman treffen in einem kleinen Ort ganz viele Leute aufeinander, die irgendwie dazwischen leben, denen das Leben nicht gut oder sogar grausam mitgespielt hat. Das zu lesen ist kein Voyeurismus.

Es ist eher Empathie – oder vielleicht sogar ein Hilfsmittel, Selbsterlebtes zu verarbeiten.

Das vermutlich schlimmste Schicksal haben Luisa und ihre Eltern erlitten. Luisas Schwester Hannah ist verschwunden. Seit zwei Jahren fehlt jegliche Spur von ihr. Luisa hat ihr Studium unterbrochen und wohnt wieder zuhause. Allein mit ihrem Vater, ihre Mutter ist traumatisiert, Broken Heart Syndrome, und in stationärer Behandlung.

Jedes Wochenende trifft sich Luisa mit einer Handvoll Menschen in Wanderkleidung und durchsucht den Wald nach einem Hinweis, nach einer Wahrheit zum Verbleib von Hannah. Ans Licht kommen aber nur die Versehrtheiten der anderen Gruppenmitglieder. Inge wurde erst von ihrem Mann, dann von ihrem Sohn geschlagen. Emma in Pflegefamilien und Jugendhilfeeinrichtungen aufgewachsen. Frank hat das Ende seiner ersten richtigen Beziehung und den frühen Tod seines Vaters nie verarbeitet. Und auch dem Rest geht’s irgendwie nur so halbwegs gut. Immerhin: Während sie über Wochen und Monate Hannah suchen und nichts finden, finden sie, zumindest zum Teil, sich selbst.

„Taumeln“ ist ein schmerzhaftes Buch. Ein trauriger Roman, dem die Leichtigkeit und der Witz von Scherzants auch nicht undramatischen Debüt „Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne“ zwar fehlt, aber aufgrund seines Themas und seiner Stärke nicht vermissen lässt. Dabei muss man das von den Figuren Erlebte gar nicht selbst erlebt haben, nicht mal jemanden kennen, der da durchmusste (was fast unwahrscheinlich ist, aber hey, good for you).

Und so ist „Taumeln“ ein Buch, das Empathie fördert, zu Tage bringt, Leser:innen schlucken, Tränen verdrücken oder zumindest wissend nickend lässt. Sprachlich wundervoll in Szene gesetzt, nur an wenigen Stellen zu lang. Und manche Versehrtheit wird zumindest ein bisschen geheilt. Denn auch wenn der Roman – halber Spoiler-Alert – kein klassisches Happy End hat, so scheint sich das Leben einzelner Figuren doch zu einem besseren zu ändern. Mehr kann man nicht erwarten, von ehrlicher Literatur und vom Leben an sich.

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Rezensionen von DoraLupin:

Starker Start, der leider nachlässt

Kleine Monster von Jessica Lind

Pia und Jakob werden von der Lehrerin ihres Sohnes zu einem Gespräch gebeten. Ihr Sohn Luca, der in der zweiten Klasse ist, hatte mit einem Mädchen einen Vorfall, Luca schweigt sich dazu aus. Pia steht zunächts ganz hinter Luca, kann nicht glauben, was ihrem klugen und sensiblen Kind da vorgeworfen wird.

Sein Vater Jakob hat daran keinen Zweifel und glaubt an ein Missverständnis aber Pia ist bald nicht mehr sicher was sie denken soll. Immer mehr wird Pia mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert indem es um Missvertrauen und einen tragischen Tod ihrer Schwest geht.

Das Buch konnte mich zu Beginn sehr packen und in den Bann ziehen. Der mitreißende und spannende Schreibstil hat mich nur so durch die Seiten getragen und habe mit großer Spannung verfolgt wie das Gespräch zwischen den Eltern und Lucas Lehrerin lief und wie sich die einzelnen Eltern nach dem Vorfall positioniert haben. Der Beginn wurde sehr glaubwürdig und lebendig beschrieben aber leider hat mich das Buch dann doch wieder losgelassen. Ich bin davon ausgegangen, dass das Buch um Luca und sein Verhalten geht aber man ist immer mehr von diesem Thema abgedriftet und die Vergangenheit Pias wurde wichtiger. Auch der Schreibstil wurde für mich zäher zu lesen aber das mag daran liegen, dass es einfach vom ursprünglichen Thema immer mehr weg ging.

Das Ende bleibt sehr offen und viele Fragen bleiben im Raum stehen und werden einfach nicht weiter beantwortet. Das Buch lässt mich doch eher enttäuscht zurück, dachte ich doch es würde sich um das psychische Verhalten von Luca drehen aber stattdessen waren ganz klar Pia und ihre Vergangenheit der Mittelpunkt der Geschichte. Ich hätte mir einen anderen Klappentext zum Buch gewünscht, denn dann hätte ich wahrscheinlich nicht zum Buch gegriffen.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

spicy

Guide Me von Stacey Kennedy

Ich kannte die Reihe um den Phoenix Club bisher noch nicht. Der Einstieg fiel mir dennoch nicht schwer. Vorkenntnisse aus den anderen bänden sind meiner Meinung nach keine nötig, ich konnte der Handlung auch so gut folgen. Was mir gut gefallen hat, war der gewählte Einstieg und wie man die beiden Hauptprotagonisten so kennenlernte.

Ich konnte mich gut hineinversetzen und ihre Handlungsmotive gut nachvollziehen. Das Drama zu Beginn der Geschichte rund um die Hauptprotagonistin hat auch gut Spannung aufgebaut. Schon bald war für mich die Anziehung zwischen den beiden spürbar. Von dieser Anziehung hin zu einer Beziehung war die Geschichte etwas weniger romantisch als ich es erwartet hätte, dennoch hat mir das Buch im Ganzen gut gefallen und einen spannenden Blick eröffnet auf den Phonix Club.

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