Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Zwischen den Buchseiten
Liga Lexis - Nachtschwarze Worte von Mo Enders
Bücher über Buchwelten, Geschichten und die Liebe zum Lesen sind einfach wunderbare Wohlfühlorte für mich und ich werde niemals müde Bücher über die Magie von Literatur und Geschichten zu lesen. Dieses Buch ist ein schöner, wundervoll ausgearbeiteter Auftaktband, der den Leser mit auf eine fantastische Reise nimmt.
Beim Lesen habe ich mir gewünscht mit Annie in dir Geschichten eintauchen zu können. Und weil das Buch sehr bildlich geschrieben ist, ist mir das auch gelungen.
Zum Inhalt: dass Annie adoptiert ist war für sie nie ein Geheimnis, doch als zwei Männer der Liga Lexis bei ihr auftauchen und ihr eröffnen, dass sie eine Migra ist, ändert sich ihr gesamtes Leben schlagartig. Sofort wird wie nach Bookfort Manor gebracht, wo sie lernen soll, sich in Büchern zu bewegen. Und ihr zur Seite gestellt wird Caspian de Vries, Sohn des Ratsoberhaupts, der sie im Auge behalten soll.
Die Reise in die Buchwelten ist abenteuerlich, gefährlich und total mitreißend. Ich liebe die Buchwelt, die hier errichtet wurde, die Möglichkeiten die den Migra in der Lexis geboten werden, aber auch die Gefahren, die das Reisen birgt. Denn in den Buchwelten ist etwas im Umbruch und das Reisen wird zunehmend gefährlicher, was die Geschichte sehr spannend und packend macht.
Die Referenzen zu bekannten Büchern haben mir total gut gefallen, weil man als Leseratte direkt auch einen eigenen Bezug zur Geschichte findet. Neben der Liebe zu Geschichten und den Figuren, die sie bereichern und lebendig werden lassen, stecken auch ein paar wertvolle Botschaften und Lebensweisheiten in diesem Buch.
Die Geschichte liest sich flüssig und ist durch die sympathischen Figuren sehr einnehmend und unterhaltsam. Annie und Caspian haben eine tolle Dynamik, auch wenn das Enemies-to-Lovers Konzept noch ausgeprägter hätte sein können.
Ich bin total gespannt, wie die Geschichte weiter geht und wie das Geheimnis um Annies Abstammung gelüftet wird.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
in den Schatten von Paris
City of Dust and Shadows von Lara Große
Ich lese urban Fantasy immer sehr gerne, weil es weniger komplex aufgebaut ist und ich mich so viel leichter auf den übernatürlichen Plot einlassen kann, wenn ich nicht die gesamte Szenerie infrage stellen muss. „City of Dust and Shadows“ gelingt der Spagat zwischen Realität und Schattenwelt sehr gut und mochte, wie sich hier weltliche Probleme mit dem Übernatürlichen verbanden.
Zum Inhalt: In den Schatten von Paris lauert eine düstere, magische Welt, die nur jenen frei zugänglich ist, die selbst magischen Blutes sind oder explizit eingeladen werden. Und etwas Böses lauert darauf, aus den Schatten freizukommen. Als Tess nach Paris reist um ihre Schwester zu besuchen, gerät sie mitten in einen Kampf, von dem sie nicht einmal wusste, dass er existiert.
Ich fand die Idee mit den Schattenwelten, die sich direkt hinter der realen Welt befinden, total interessant und cool umgesetzt. Generell mochte ich auch das stimmungsvolle Paris-Setting, sowie die glamouröse Welt, in die Tess da eintaucht und die im krassen Gegensatz zu ihrem eigenen Leben und dem ungewissen Verbleib ihrer Schwester steht. Das legt einen guten Grundstein für die Fantasy-Storyline.
Ich bin gut in das Thema rund um den magischen Staub und den dämonischen Wesen, die in der Dunkelheit lauern, reingekommen. Die Storyline ist schlüssig aufgebaut und spannend geplottet, sodass es immer wieder was neues zu entdecken und neue Gefahren zu überwinden gibt. Die Figuren sind angenehm vielschichtig, sodass es auch auf emotionaler Ebene ein paar Überraschungen gibt.
Es gibt einiges an Intrigen innerhalb der Handlung, sodass sie mir fast schon etwas überladen vorkam und die Story rund um Tess‘ Schwester eher in den Hintergrund rückte. Generell wird in allen Bereichen ein ziemliches Tempo vorgelegt, was für mein Empfinden zulasten der Tiefe ging, egal ob es dabei um zwischenmenschliches geht oder um die Beweggründe für einzelne Handlungen- alles wird eher oberflächlich abgearbeitet und ich hatte am Ende noch ein paar unbeantwortete Fragen.
Insgesamt fand ich aber, dass sich das Buch leicht und flüssig lesen ließ, es kontinuierlich spannend und unterhaltsam war und für mich somit ein solides Standalone (falls keine Bände mehr folgen, aber dazu habe ich keine Infos gefunden) ist.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Starker zweiter Band
A Spark of Time - Ein Date mit Mr Darcy von Kira Licht
Ich hab mich sehr auf diesen zweiten Band gefreut, auch wenn der Erste mich nicht 100% überzeugt hatte. Aber ich wollte trotzdem wissen wie es weitergeht. Und oh man, dieser Band legt nochmal ordentlich nach und hatte dann jetzt alles, was ich zuvor vermisst habe. Sehr gelungener Abschluss dieser Geschichte.
Zum Inhalt: nachdem Lilly Ray vermeintlich auf der Titanic zurücklassen musste, stellt sie fest, dass er in New York plötzlich vor ihr steht. In ihrem Zuhause und sie offensichtlich bestehlen will. Und dann tischt er ihr noch eine völlig wilde Geschichte auf. Doch als sein Vater plötzlich auftaucht und droht ihrem Vater etwas anzutun, muss sie sich erneut mit Damien zusammentun.
Das Regency-Setting hat ja total meinen Geschmack getroffen und ich mochte einfach alles daran- die Atmosphäre, die Umgangsformen, die den beiden Zeitreisenden Steine in den Weg legen und die gesellschaftlichen Verpflichtungen. Und ich hatte einen kleinen Fangirl-Moment als die beiden auf Jane Austen treffen. Solche kleinen Details und Cameos finde ich immer ganz besonders in Büchern.
Im zweiten Teil der Geschichte gibt es nochmal einen ziemlich coolen Szenenwechsel und es wird überraschend abenteuerlich, was ich so gar nicht mehr erwartet hatte.
Mit Damiens Vater war auch ein würdiger Gegner und Bösewicht gefunden und es gab hier einiges an überraschenden Wendungen. Dadurch ist eigentlich durchweg der Spannungsbogen recht hoch gehalten wurden.
Ich mochte auch die vorsichtige, erneute Annäherung der beiden Protagonisten total gern und fand das sehr authentisch dargestellt. Insgesamt hatte das Buch einfach einen starken Plot mit guten Twists und zusätzlich eine schöne emotionale Storyline. Hat mir richtig gut gefallen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
unglaublich schön, auf poetische Art tragisch
Bei Licht ist alles zerbrechlich von Gianni Solla
Bücher über den Nationalsozialismus kann es zur heutigen zeit gar nicht genug geben, bekommt das Thema doch wieder eine ganz neue Aktualität und Brisanz. Und ich finde genauso muss man sich auch nochmal ins Gedächtnis rufen, dass dieser auch in anderen Ländern verbreitet war und ist. Dieses Buch greift das dunkle, schmerzliche Thema auf und macht darauf eine sanfte und doch eindrückliche Geschichte über Freundschaft, Verbundenheit und Verlust.
Zum Inhalt: Tora e Piccilli, ein kleines Dorf Italiens 1942: die meisten Dorfbewohner sind bauern und Viehhirten, die Menschen haben nicht viel, aber sie kommen zurecht. Davide ist Schweinehirte, genau wie sein Vater, der in Davides Schulbildung keine Zukunft sieht und ihn deswegen auf dem Hof behält. Doch er und seine Freundin Teresa Träumen von einem Leben fernab des Dorfes. Als ein paar Juden in das Dorf zwangsumgesiedelt werden, lernen die beiden Nicolas kennen, dessen Vater Lehrer war und es entsteht ein besonderes Band zwischen den dreien. Bis der Krieg das Dorf erreicht und die drei auseinanderreißt.
Die Geschichte wird in drei Teilen aus Davides Sicht erzählt und umfasst einen großen zeitlich Rahmen, in dem man Davide beim Erwachsen werden begleitet. Sein Innenleben ist zu Anfang denkbar simpel ausgelegt- die Schweine, Teresa, seine familiäre Situation mit einem aufbrausenden Vater. Die Ankunft der Juden im Dorf markiert einen Wendepunkt in Davides Entwicklung und besonders seine kindlich ambivalenten Gefühle Nicolas gegenüber, waren interessant zu verfolgen. Vor allem Davides schierer Wille lesen und schreiben zu lernen und wie er es wie etwas schändliches tut- im geheimen, als müsste man sich dafür schämen- hat mir einerseits sehr imponiert, mich aber auch bedrückt zurückgelassen.
Die Beschreibungen des bereits vorgedrungenen Faschismus wurden sehr eindrücklich vermittelt, das Eindringen der Deutschen und die Zerstörung dessen, was die drei Freunde für sich geschaffen hatten haben mich tief bewegt. Dann die Jahre der Trennung, David ein Neapel, das Schicksal seiner Freunde ungewiss. Dieser Teil ist für die Entwicklung Davides schon bedeutsam, hat aber gleichzeitig auch Tempo aus der Erzählung genommen, will man doch wissen, wie es um Nicolas Schicksal bestellt ist. Erst im dritten Teil erfolgt eine Wiedervereinigung, ein Aussöhnen und Abfinden. Davide, der an den Ursprung zurückkehrt, wie ein unabwendbares Schicksal.
Ich mochte die klare, schnörkellose Sprache, die einerseits absolut ungeschönt, gleichzeitig aber sehr feinfühlig erzählt und den Finger in die Wunde legt. Es werden keine unnötigen Worte verschwendet und trotzdem detaillierte, eindringliche Bilder geschaffen, nicht nur vom dörflichen Leben, Davides Kindheit und dem Leben in Neapel, sondern auch von den emotionalen Verstrickungen der drei Freunde.
Mir hat dieser Roman gut gefallen, der authentisch und ungeschönt das Schicksal dreier Freunde schildert, den Fokus aber eindeutig auf Davides persönliche Entwicklung legt.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Die Vergangenheit holt einen irgendwann immer ein
Harter Schnitt von Karin Slaughter
„Harter Schnitt“ ist der fünfte Band der Georgia-Reihe und für mich der Band, der aus dieser wilden Truppe aus hochgradig talentierten Menschen ein richtiges Team macht, denn das GBI muss alles mobilisieren was es hat, um diesen Fall zu lösen.
Zum Inhalt: Faith hat gerade die Strapazen einer Geburt hinter sich und ihr Diabetes halbwegs unter Kontrolle, als das nächste Problem anrollt.
Ihre Mutter wurde entführt, im Haus fand Faith nur viel Blut, einen Toten in der Waschküche und zwei bewaffnete Männer vor. Um Evelyn zu finden muss das GBI alle Kräfte mobilisieren.
Ich mochte es, dass dieser Fall wieder einen sehr persönlichen Bezug hatte, diesmal zu Faith, aber auch zu Amanda, über die man in diesem Buch überraschend viel persönliches erfährt. Das macht die Handlung insofern spannender, dass sie den Figuren mehr Kontur verleiht. Ich mag es, wie diese Reihe die Charakterentwicklung kontinuierlich vorantreibt und das nicht nur eine unliebsame Nebenbaustelle ist. Die Charaktere werden hier sehr greifbar und verwundbar dargestellt, wachsen aber auch wieder über sich hinaus um füreinander da zu sein.
Will Trent begeistert mal wieder mit seiner Beobachtungsgabe und seinem wachen Verstand. Ähnlich wie bereits im letzten Band geht es auch hier um Verfehlungen und Korruptionen in den eigenen Reihen, gepaart mit Bandenkriminalität und Drogendelikten, also insgesamt eine ziemlich explosive Mischung. Trotzdem nimmt der Fall eine Wendung, die ich überhaupt nicht kommen sehen habe- absolut genial.
Ich fand es im Mittelteil mit den ganzen Namen und Gruppierungen ein bisschen unübersichtlich. Hatte das Gefühl sonst kommen nicht dermaßen viele Charaktere vor. Aber ich bin großer Fan davon wie Amanda, Faith, Will und Sara hier zusammenarbeite. Und natürlich was sich zwischen Will und Sara entwickelt.
Spannungstechnisch fand ichs diesmal durchwachsen, aber dafür durchweg interessant, aufgrund der vielfältigen Verstrickungen von Evelyn und Amanda. Hat mir wieder gut gefallen.
Rezensionen von nil_liest:
1883 – ein Zug fährt quer durch Europa
Die erste Fahrt des Orient-Express von David Janz
Nachdem wir eine Freundin in einer sehr guten Theatervorstellung erleben dürften, in dem das berühmte Stück „Mord im Orient-Express“ nachgespielt wurde, war ich natürlich begeistert dieses Buch hier zu entdecken: ‚Die erste Fahrt des Orient-Express‘ von David Janz.
Was besonders fürs gedruckte Buch spricht ist die Route auf einer Karte auf der vorderen Innenseite der Klappbroschure.
Da kann man immer mal wieder nachvollziehen wo sich der Zug befindet. Und in der hinteren Klappe ist der Fahrplan – 4 bis 9 Oktober – sowie die Wagenreihung.
Übrigens ist David Janz nur ein Pseudonym des Autoren Dirk Husemann, der bereits einige historische Romane geschrieben hat. Ich kenne bisher keines seiner Romane, dies hier war meine erste Leseerfahrung seines Schreibens.
‚Die erste Fahrt des Orient-Express‘ liest sich gut, die Spannung hält sich und die Geschichte trägt sich selbst. Zum einen, weil es die historisch belegte erste Fahrt des Orient-Expresses unter die Lupe nimmt und der Autor viele wahre Fakten eingebaut hat und zum anderen eine spannende Geschichte um einen Attentäter, der an Bord sein soll.
George Nagelmacker, ein belgischer Bahnunternehmer, der die große Vision hatte einmal quer durch Europa mit dem Zug zu fahren, trotz verfeindeter Territorien und das bei höchstem Komfort. Der Zug verlässt 1883 den Pariser Bahnhof und Nagelmacker hofft inständig darauf, dass dieses riskante Unterfangen ein Erfolg wird, denn er ist hoch verschuldet und diese Investition ist seine letzte Chance. Er wird hier auf der Jungfernfahrt von 12 Diplomaten und der fiktiven Hubertine Berthier begleitet. Die Charaktere sind zum Teil etwas überzeichnet, andere bleiben blasser. Aber eine bunte unterhaltsame Mischung.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, allerdings hätte ich gerne ein sehr viel ausführlicheres Nachwort gelesen was fiktiv ist und was den Tatsachen entsprach. Klar, Internetsuchmaschinen helfen und geben nach der Lektüre ein recht rundes Bild, aber bei den sicherlich detaillierten Recherchen des Autors, hätte hier sicherlich etwas Ausführlicheres Platz gefunden.
Fazit: Für alle die historische Stoffe lieben und auch gerne mal im Zug sitzen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
What the hell, wie gut!
Words unspoken von Kathinka Engel
Ich bin großer Fan von Kathinka Engel und verschlinge ihre Bücher regelrecht. Dass die neuste Reihe nun in der Literaturwelt spielt, hat mir richtig gut gefallen und mich sofort angesprochen und auch wenn Bash als Book Boyfriend selbst nicht so ganz mein Typ ist, wo habe ich mich doch in die Handlung, das Setting und genialen Charaktere verliebt.
Zum Inhalt: Bash ist Lektor und Mitgründer eines kleinen Indie-Verlags namens Badger Books. Und er will unbedingt den anonymen Streetartist Jethro für ein Buchprojekt gewinnen. Als Bash Jethros Agentin Camille kennenlernt, rückt nicht nur dieser Traum in erreichbare Nähe, es funkt auch sofort zwischen ihm und Camille.
Ich finde wenige Autorinnen können Spice so schreiben wie Kathinka Engel, der total kinky und gleichzeitig auch total bedeutungsvoll ist- I like. Ich brauche normalerweise auch gar keinen Spice in Romance Büchern und finde oft, dass darauf mehr Augenmerk als auf eine stimmige Storyline gelegt wird. Aber hier passt es gut rein.
Und generell diese Figuren- vor allem die beiden Protas aber auch generell. Wieder so wunderbar vielschichtig ausgearbeitet, facettenreich und trotzdem so nahbar, dass man das Gefühl hat die Figuren wirklich kennenzulernen. Ich fand den Zweispalt, die inneren Kämpfe mit den eigenen Dämonen und die erbitterte Suche nach Vergebung so dermaßen greifbar.
Ich finde man kann sich richtig toll in die Handlung und das Setting fallen lassen und die Geschichte rund um die Identität von Jethro entwickelt auch eine gewisse Sogwirkung. Die Autorin findet hier ein gutes Gleichgewicht zwischen ernsten, tiefgründigen Themen und der Leichtigkeit die Romance Romanen so zu eigen ist.
Ein richtig tolles Buch, das mich wieder absolut begeistert hat. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Alternative Realitäten
Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen von Neal Shusterman
Zum Inhalt: Ash ist ein weißer, heterosexueller Teenager, hat einen stabilen Freundeskreis und ist im Football-Team. Bei einem schweren Zusammenstoß auf dem Feld, wird Ashe Welt auf den Kopf gestellt- im wahrsten Sinne, denn er findet sich plötzlich in einer alternativen Realität wieder. Aber was wenn diese ihm nicht gefällt? Und so versucht Ash das Geschehen erneut zu beeinflussen.
Die Erzählweise war etwas eigensinnig. Die gesamte Geschichte wird aus der Perspektive des Protagonisten in der Ich-Perspektive erzählt, wobei es hauptsächlich um sein Innenleben geht, das er reflektiert und teilweise aktiv an den Leser adressiert. Die Rahmenbedingungen-Schule, Familie, Freundeskreis, Sport- bleiben in jeder alternativen Welt die gleichen.
Einige der alternativen Welten sind dabei gravierender verändert als andere und während Ash noch versucht herauszufinden, was genau da passiert, bugsiert er sich in die verschiedensten Arten persönlicher, moralischer und gesellschaftlicher Konflikte.
An sich hat mir dieses Konstrukt gut gefallen, gleichzeitig hatte ich nach der dritten Parallelwelt das Gefühl, dass es langsam mal eine Entwicklung oder stärkere Eskalation geben könnte. Shusterman hätte diese Idee für meinen Geschmack noch viel weiter treiben können.
Das Buch liest sich wieder klasse- kurze Kapitel, leichte Sprache, durch den Ich-Erzähler um den ich hier wortwörtlich alles dreht wirkt es sehr persönlich, was zugleich für mich das größtes Manko am Buch ist. Ash sieht nur sich und sein direktes Umgeld, dabei müssten seine alternativen Welten ja viel größere Kreise ziehen, Stichwort Rassentrennung/ sexuelle Orientierung. Ab und zu klingt das mal kurz an, wird aber dann nicht weiter thematisiert, was ich sehr schade fand. Aber das ist für einen Jugendroman ab 14 vielleicht auch zu weit gedacht und hätte den Rahmen gesprengt.
Was mir aber gut gefallen hat war, wie Ash durch seine eigenen Erfahrungen auch ein tieferes Verständnis für sein Umfeld erlangt. Und gleichzeitig kann ich vor diesem Protagonisten der so selbstlos konstruiert ist, nur den Hut ziehen. Ash lehrt sich selbst und den Leser ein wichtige Lektionen und ich habe ihn gerne dabei begleitet.
Rezensionen von Nele33:
voller Wendungen
All das Böse, das wir tun von Sandrone Dazieri
"All das Böse, das wir tun" des Autors Sandrone Dazieri überzeugt durch viele überraschende Wendungen.
Der Autor nimmt den Leser mit in die Welt eines Serienmörders, der vermeintlich seit 30 Jahren sein Unwesen in Italien treibt. Gleichzeitig zeichnet er ein Bild der Mafia ähnlichen Strukturen in Italien.
Die Geschichte beginnt vor 30 Jahren als die Polizistin Itala den "Perser" verhaftet, einen vermeintlichen Serienmörder. Nachdem dieser dann "Selbstmord" begeht, wird Itala klar, dass sie während der Ermittlungen auf der falschen Seite stand und nicht nur ihr Leben nimmt einen dramatischen Verlauf.
Als in der Gegenwart Amala, die Nichte von Francesca Cavalcante entführt wird, bezieht sie die Entführung auf ihr Versagen bei der damaligen Verteidigung des "Persers". War sie doch von seiner Unschuld überzeugt und nun will anscheinend jemand Rache nehmen. Als Gerry, ein ehemaliger israelischer Soldat auftaucht und seine Hilfe anbietet, ist sie erst irritiert, da er viele Einzelheiten der Geschichte des Persers kennt. Letztendlich muss sie sich aber auf eine Zusammenarbeit einlassen, will sie ihre Nichte finden.
Insgesamt ist dies ein sehr wendungsreicher Thriller, mit vielen Personen, die es manchmal schwerfiel exakt zuzuordnen. Die Atmosphäre ist bedrückend, allerdings mit sehr viel psychologischen Tiefgang, der seinesgleichen in Büchern sucht.
Mich hat der Thriller mit seinen Protagonisten sehr gut unterhalten, auch wenn er einiges an Konzentration abverlangt.
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannend und sehr informativ
Der Tote im Vulkan von Margarete von Schwarzkopf
Ich hatte bereits zwei Bücher von Margarete von Schwarzkopf gelesen und mich sehr auf diesen 8. und leider letzten Band mit der sympathischen und wagemutigen Kunsthistorikerin und Hobbyermittlerin Anna Bentrop gefreut. Und auch von ihrem letzten Abenteuer bin ich mehr als begeistert.
Worum geht es?
Heinz Kröger, ein guter Bekannter von Anna, der unter dem Pseudonym Winston Stevens bisher Thriller geschrieben hat, will sich nun an True Crime versuchen.
Er beginnt zu Markus Hannemann zu forschen, einem international renommiertem Wissenschaftler für nordische Geschichte, der vor 4 Jahren nach einem Ausflug auf die kleine nördlich von Islands Nordküste gelegene Insel Grímsey nicht zurück gekommen ist. Dieser soll aus der Nationalbibliothek ein frühmittelalterliches Buch „Book of Thor“ eines Mönches des Klosters Saint Columban entwendet haben. Je tiefer Anna gräbt um so unschönere Dinge erfährt und erlebt sie, die auch ihre eigene Vergangenheit betreffen und die sie lieber verdrängen wollte. Und es wird nicht bei dem einen Toten bleiben.
Anna Bentrop macht ihrem Spitznamen Miss Marrple auch hier wieder alle Ehre. Wie sie sich in Sachen hinein steigert, sich von nichts und niemandem von ihrem Ziel abbringen lässt und um manche Ecke denkt – einfach grandios.
Diesmal nimmt mich Autorin Margarete von Schwarzkopf mit nach Island. Mit ihren bildhaften Beschreibungen weckt sie meine Neugier auf die Insel von Feuer und Eis, die Natur, die Sagen und Mythen, die Vulkane und die Blaue Lagune. Aber auch Irland ist für die Geschichte relevant und immer wieder Thema. Hier lebt ja auch Annas Freundin Deirdre, die hier ebenfalls eine Rolle spielt.
Ich finde die Menschen denen ich hier begegne durchweg menschlich und lebensecht, mit Ecken und Kanten, manche sympathisch, andere weniger, sehr gut gezeichnet.
Ihr Schreibstil liest sich leicht und flüssig, fesselt mich ab der ersten Seite und ich konnte der Handlung, die sehr komplex ist, sehr gut folgen. Mehrfach war ich der Meinung, nun bin ich der Auflösung sehr nahe, da kommt eine neue Wendung und meine Theorien werden zerlegt. Mit dem Täter, den mir die Autorin dann absolut nachvollziehbar präsentiert, hatte ich absolut nicht gerechnet.
Mich hat auch die historische Geschichte des Mönchs Corran, der als Junge nach Island kommt und 30 Jahre später in seine alte Heimat Irland zurückkehrt, sofort für sich eingenommen. Seine Geschichte ist in kursiv abgedruckt. Das „Book of Thor“, das er über Götter, Elfen, Riesen und Ungeheuer schreibt, würde ich sofort lesen. Ich habe den Eindruck, hier hat die Autorin ausgezeichnet recherchiert.
Mit „Der Tote im Vulkan“ habe ich einen spannenden und historisch sehr interessanten Krimi gelesen, der mich richtig gut unterhalten hat.











