Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Vorlesegeschichte mit Elterntipps rund um das Thema Urlaub
Ups, wir fahren in den Urlaub von Katharina Spangler
In ‚Ups, wir fahren in den Urlaub‘ fährt Anton mit seinen Eltern auf einen Campingplatz nach Italien. Die Geschichte beginnt beim Kofferpacken und der Anreise und begleitet Anton dabei, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, Freundschaften zu schließen und unbekannte Orte zu entdecken. Dabei wird auch gezeigt, dass ein Urlaub nicht immer nur schöne Seiten hat – Kinder werden so auf ganz unterschiedliche Erfahrungen vorbereitet.
Die Texte sind altersgerecht aus Antons Perspektive geschrieben, sodass sich Kinder gut mit der Handlung identifizieren können. Anton äußert offen seine Meinung und spricht ehrlich darüber, wenn ihm etwas nicht gefällt oder er etwas langweilig oder toll findet. Das erleichtert es jungen Zuhörerinnen und Zuhörern, sich in die Situationen hineinzuversetzen und sich verstanden zu fühlen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und eignen sich gut zum Vorlesen. Allerdings haben sich vereinzelt Tipp- und Zeichenfehler eingeschlichen.
Ergänzend zur Geschichte gibt es zu jedem Kapitel Hinweise und Tipps für Eltern. Diese greifen die geschilderten Situationen auf und bieten Anregungen für Gespräche mit Kindern. Besonders hilfreich sind die Beispielfragen sowie die Erläuterungen zur kindlichen Perspektive. Manches wirkt dabei recht selbstverständlich, ist aber gerade in stressigen Momenten – wie sie im Urlaub durchaus vorkommen können – eine gute Erinnerung.
Weniger gelungen ist aus meiner Sicht die Struktur: Die Vorlesekapitel wechseln sich direkt mit den Elternhinweisen ab. Für Erwachsene ist das praktisch, beim Vorlesen kann es für Kinder jedoch irritierend sein, wenn Seiten übersprungen werden müssen.
Die Illustrationen sind liebevoll und kindgerecht gestaltet, dürften aber gern etwas zahlreicher sein. Besonders schön ist die Charakterkarte zu Beginn des Buches, die den Einstieg erleichtert und Anton schnell vertraut macht.
Insgesamt ein gelungenes Buch zur Vorbereitung auf einen Familienurlaub.
Rezensionen von Claudia R.:
unterhaltsamer Auftakt
Kinder des Dominions 1 von Tim J. Radde
Klappentext / Inhalt:
Der Auftakt einer großen epischen Fantasy-Saga! Perfekt für alle, die in die neue Welt einer fortlaufenden Serie eintauchen wollen. Ein strahlendes Elfenreich. Eine verborgene Unterdrückung. Ein junger Elf, der die Wahrheit erkennt. Seit Jahrhunderten herrschen die Elfen über das Dominion Celestria, ein mächtiges Elfenreich, gegründet auf Gehorsam, uralter Magie und scheinbarem Frieden.
Doch während ihre prunkvollen Städte glänzen, leben Menschen, Zwerge, Orks und andere Völker im Schatten ihrer Gesetze. Die Elfen nennen es Ordnung, alle anderen nennen es Gefangenschaft. Ceadan, ein junger Elf aus Astralon, hat nie an dieser scheinbar perfekten Ordnung gezweifelt. Bis zu dem Tag, als ein einziger grausamer Befehl seine Welt zerstört und ihn zur Flucht zwingt.
Fern von seiner Heimat begegnet er dem geheimnisvollen Menschen Xandyr, der Kinder und Jugendliche vor dem Dominion rettet und ihnen eine Zuflucht bietet. Unter Fremden, die einst seine Feinde gewesen wären, beginnt Ceadan zu erkennen, dass das Dominion nicht das ist, was er immer gedacht hatte. Während er weitere Geheimnisse und Fähigkeiten lernt und sich zwischen Loyalität, Schuld und Hoffnung entscheiden muss, braut sich im Herzen des Reiches eine Rebellion zusammen. Denn Imperien fallen nicht durch ihre Feinde von Außen. Sie fallen durch die Wahrheit von Innen.
»Kinder des Dominions: Die Herrschaft der Elfen«, ein düsteres High-Fantasy-Abenteuer über das Erwachsenwerden und voller moralischer Grauzonen, gefährlicher Entscheidungen und einer wachsenden Rebellion gegen ein scheinbar unbesiegbares Reich. Beginne jetzt die Saga und begleite Ceadan auf seinem Weg durch Verrat, Freundschaft, Schlachten und die Geheimnisse des Dominions! Ideal für Leser von groß angelegter epischer Fantasy mit viel Charakterentwicklung und fortlaufender Serienhandlung.
Cover:
Das Cover wirkt geheimnisvoll und interessant. Die Verzierungen sind klasse umgesetzt und es spricht auf jeden Fall und weckt die Neugier. Optisch und farblich finde ich es passend und gut umgesetzt.
Meinung:
Die Geschichte ist spannend und interessant umgesetzt. Der Einstieg ist gut gelungen und auch die Idee dahinter finde ich gut und interessant. In die Charaktere findet man sich schnell hinein und diese sind auch sehr nahbar und die Emotionen spürbar umgesetzt. Ceadan wirkt anfangs nicht sehr heldenhaft und eher unscheinbar. Die Entwicklungen fand ich sehr interessant und auch die Kontraste, die sich auftun. Macht regiert, die Welt, wie auch hier stark erkennbar. Ein Wechselbad der Gefühle und Emotionen und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Hass und Hoffnung wechseln sich hier ab und Geheimnisse und überraschende Wendungen verstärken das Leseerlebnis.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halt mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Ion die Charaktere findet man sich sehr gut hinein. Die Gefühle und Emotionen sind spürbar und auch dem Verlauf und den Entwicklungen kann man gut folgen. Spannung wird aufgebaut und bleibt bis zum Ende bestehen, auch wenn dieses etwas glatt und abrupt verläuft. Potenzial und Geschehnisse für weitere Bände sind vorhanden und die Neugier darauf geweckt.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute und angenehme Länge. Die Anfänge sind gut erkennbar. Die Karte zu Beginn und das Personenregister am Ende haben mir auch sehr gut gefallen und dies war zudem auch hilfreich. Gliederung und Gestaltung fand ich gut und passend umgesetzt. Die Geschichte ist spannend, kreativ und facettenreich umgesetzt. Die Entwicklungen fand ich gut umgesetzt und unterhaltsam fand ich es auch. Auf den nächsten Band bin ich schon sehr gespannt und die Neugier wurde hier auf jeden Fall geweckt.
Fazit:
Spannende und unterhaltsame Fantasy und zugleich ein gelungner Auftakt.
Rezensionen von Tara:
Wunderschön erzählt
Heimkehr nach Morioka von Yuki Ibuki
„Heimkehr nach Morioka“ ist ein leiser und tiefgründiger Familienroman der japanischen Autorin Yuki Ibuki.
Die 17-jährige Mio Yamazaki wird in der Schule gemobbt und verlässt deswegen nur ungern das Haus. Irgendwann hält sie es zu Hause nicht mehr aus und flieht zu ihrem Großvater. Da dieser sich mit ihrem Vater überworfen hat, kennt sie ihn kaum.
Er führt die Wollmanufaktur Yamazaki - eine Färberei und Weberei in Morioka. Dort kann Mio loslassen, taucht in die Welt des traditionellen Webens ein und besinnt sich wieder auf sich selbst.
Der Schreibstil von Yuki Ibuki ist klar und ruhig. Sie zeichnet ihre Charaktere klar und vielschichtig. Direkt zu Beginn werden die schwierigen Beziehungen innerhalb der Familie spürbar. Es fehlt das Verständnis füreinander wodurch sich die Familienmitglieder entfremdet haben. Nun führt der Großvater Mio in die Kunst des Spinnens und des Färbens ein, wodurch sie zur Ruhe kommt und ihren Weg findet.
Der Roman ist einfach wundervoll erzählt und enthält zahlreiche Metapher zwischen den Zeilen. Ein schnelles Lesen war mir nicht möglich, wäre aber vermutlich von der Autorin nicht gewollt gewesen, da es in ihrem Roman darum geht, zu sich und zur Ruhe zu finden.
Mir haben die Atmosphäre in der Manufaktur, die Darstellung des traditionellen Handwerkes des Webens und Färbens, über das ich bisher nur wenig wusste, sehr gut gefallen und ich habe eine Menge Neues erfahre.
Es ist ein tiefgründiger Familienroman, durch den ich beim Lesen zur Ruhe gekommen bin. Wer einfach einmal durchatmen und loslassen möchte, dem kann ich das Buch nur empfehlen.
Rezensionen von Island :
Männer in den Wechseljahren
Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth
Bei diesem Roman ist mir direkt das Cover aufgefallen, da es einen Männerkörper mit dem Kopf eines Dachses zeigt. Dass das dazugehörige Hörbuch von Christoph Maria Herbst eingelesen wurde, war ein zusätzlich Indiz für mich, dass mich gute Unterhaltung erwartet.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Henri, um die 50, der Personalchef bei einer Zeitung und seit einigen Jahren von der Mutter seiner erwachsenen Kinder getrennt ist.
Nachdem er von einem Date gesagt bekommt, dass er auf seinem, eigentlich aktuellen, Profilbild jünger aussieht, das eine oder andere gesundheitliche Problem bei ihm auftritt, sein Hausarzt ihm schließlich sogar diagnostiziert, dass er sich in den Wechseljahren befindet, stürzt Henri das in eine leichte Krise. Zudem ist ihm zufällig seine Traumfrau begegnet, die aber anscheinend auf jüngere Männer steht. Aber, er gibt nicht auf. Mehr oder weniger hilfreiche Unterstützung leistet ihm dabei sein bester Freund Felix, der in einer On- und Off-Beziehung mit seiner Ehefrau steckt und vorübergehend dann auch mal Unterschlupf bei Henri sucht.
Ich fand den Roman sehr unterhaltsam, weil er beleuchtet, dass nicht nur Frauen Probleme mit dem Älterwerden haben, wobei das Thema nicht bierernst angegangen wird, sondern mit einer ordentlichen Portion Selbstironie auf Seiten von Henri und so einiger skurriler Situationen, insbesondere, wenn Felix beteiligt ist. Die Charaktere sind trotz ihres teils etwas schrulligen, teilweise auch schon übergriffigen Verhaltens liebenswert und der Erzählstil war gut nachvollziehbar und lebendig. Christoph Maria Herbst ist perfekt als Sprecher für dieses Hörbuch geeignet. Seine Vortragsweise passt sehr gut zum Stil der Geschichte. So kann man ihm angenehm zuhören und wird gut unterhalten.
Rezensionen von Island :
Glück und Unglück
Villa Rivolta von Daniel Speck
Daniel Specks neuester Roman handelt auf zwei Zeitebenen, beginnend gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Valeria und ihre Mutter haben nach dem Tod von Valerias Vater in der Villa Rivolta in Mailand Zuflucht gefunden, wo ihre Mutter als Hausangestellte arbeitet. Der findige Mailänder Unternehmer, dem die Villa gehört, hat einen Sohn, Piero, der genauso alt wie Valeria ist und so beginnt eine Freundschaft, die die beiden auch durch ihr weiteres Leben begleitet, auch wenn sie immer wieder unterschiedliche Wege gehen.
Auf der zweiten Zeitebene hat Valeria dann einen Sohn im Teenageralter, der sich gerade mächtig Ärger eingehandelt hat, und sucht mit ihm Zuflucht bei Piero, wo beide dem Jungen dann mehr und mehr über die Vergangenheit ihrer Familien erzählen.
Der Roman nimmt den Leser mit in die Vergangenheit Italiens, einerseits in die Wirtschaftswunderjahre nach dem Krieg und das Dolce Vita einer wohlhabenden Familie, aber auch zu den Arbeiteraufständen und der Diskriminierung von Menschen aus Süditalien auf der anderen Seite. Ich fand es sehr interessant, mehr über diese Zeit und das Leben in Italien damals zu erfahren. Valeria und Piero sind mir ans Herz gewachsen, wie sie es geschafft haben, immer "nur" Freunde zu bleiben, die sich aufeinander verlassen können, egal was ist. Was den Schreibstil angeht, finden sich sehr viele gelungene sprachliche Bilder und auch passend gewählte Zitate, was mir sehr gut gefallen hat.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch angehört, das von Daniel Speck selbst gelesen wird, was ihm gut gelungen ist. Er fängt die Atmosphäre ein und man kann ihm angenehm folgen.
Rezensionen von Island :
Seilschaften
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Bei "Schattenmädchen" handelt es sich um den dritten Teil einer Krimireihe um die Ermittelnden Fredrika Storm und Henry Calment. Das Cover passt prinzipiell gut zu einem skandinavischen Krimi, allerdings kam mir die überwiegende Mehrzahl der Handlungsorte eher urban vor, sodass ich eine etwas andere Gestaltung treffender gefunden hätte.
Was die Handlung angeht, verschwindet zunächst die Studentin Isabelle Karlsson, nachdem sie zuletzt auf der Feier eines schwedischen IT-Start-ups, das kurz vor dem Verkauf an einen chinesischen Investor steht, fotografiert wurde. Dessen charismatischer CEO Martin Zenberg gerät unter Verdacht, etwas mit dem Verschwinden von Isabelle zu tun zu haben, zumal Frederika Storm einen Hinweis erhält, dass er während seiner Studentenzeit an der Universität Lund schon einmal an einer Party beteiligt war, nach der eine junge Studentin tot aufgefunden wurde.
Bei den Ermittlungen im Universitätsumfeld stoßen Frederika Storm und Henry Calment dann auch auf geheime Studentenverbindungen, deren Mitglieder auch lange nach dem Studium großen Einfluss in wichtigen ausüben und über Einstellungen und Karrierechancen entscheiden.
Die Thematik um diese geheimen Bünde an der Hochschule Lund fand ich sehr interessant und hätte gerne noch mehr über konkrete Vorfälle und Grenzüberschreitungen erfahren. Etwas zu ausufernd wurde mir dagegen auf die privaten Probleme der beiden Ermittelnden und die drückende Sommerhitze eingegangen, die ihre Arbeit erschwert. Der Schreibstil der Autorin war aber gut lesbar und der Ausgang des Falles relativ wenig vorhersehbar.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Persönliche Erfahrungsgeschichte einer deutschen Journalistin in Israel
Manchmal würde ich gern schreien von Steffi Hentschke
Bei "Manchmal würde ich gern schreien" von Steffi Hentschke handelt es sich um ein sehr persönliches Buch. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch ihre Erfahrungen als Journalistin in Israel, angefangen von ihren ersten Praktika in Israel Anfang der 2010er Jahre über die Eskalationen um 2020 bis hin zum traumatischen Überfall der Hamas auf Israel am 7.
Oktober 2023, des darauffolgenden Einmarsches Israels im Gaza-Streifen und der Bombardierung dieses, der Verhandlungen um die Freilassung der Geiseln bis hin zu den Anfängen des Kriegs mit dem Iran im Jahr 2025. Spürbar wird, wie die Autorin empathisch mit den unschuldigen Opfern beider Seiten mitfühlen kann.
Es ist ein sehr persönliches und nahbares Buch: wir lernen die Autorin als junge Frau kennen, erleben Israel und auch die palästinensischen Gebiete in der Westbank und zum Teil im Gaza-Streifen durch ihre Augen, erfahren, wie sie sich Mühe gibt, sich ein differenziertes Bild der Lage zu machen und beide Seiten zu verstehen. Zusätzlich zu ihrer persönlichen Geschichte beschreibt sie den Nahostkonflikt aus ihrer Sicht und macht dabei dessen Komplexität deutlich.
Insgesamt ist es ein sehr interessantes, zugängliches und leicht zu lesendes Buch für alle, die sich für den Nahostkonflikt interessieren. Besonderes Vorwissen zu dem Thema ist nicht nötig, die Autorin erklärt alles so, dass es gut verständlich ist. Kein Buch wird es schaffen, diesen alten Konflikt abschließend zu erklären, aber für eine erste Annäherung an das Thema kann ich dieses Werk jedenfalls empfehlen. Für mich war es sehr interessant und ich habe es gerne gelesen.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Komödiantischer Wohlfühlroman
Mirabellentage von Martina Bogdahn
Vor 2 Jahren habe ich Martina Bogdahns Debüt "Mühlensommer" gelesen, das mir sehr gut gefallen hat. Ich freute mich daher auf ihren neuen Roman "Mirabellentage" und hatte hohe Erwartungen - doch glücklich geworden bin ich mit dem Buch leider nicht.
Der Roman spielt in dem kleinen bayerischen Dorf Blumfeld.
Im Mittelpunkt steht die 54-jährige Anna Nass, die seit vielen Jahren als Haushälterin für den Ortspfarrer Josef Heubeck arbeitet. Nun ist dieser mit 57 Jahren ganz plötzlich verstorben, und für Anna, die bereits seit ihrer Kindheit mit Josef befreundet war, bricht eine Welt zusammen. Sie muss seine Beerdigung auf dem örtlichen Friedhof organisieren, obwohl Josef schon vor Jahren den Wunsch geäußert hatte, dass er entgegen der dörflichen Tradition, die eine Erdbestattung von Geistlichen vorsieht, eingeäschert werden möchte. Seine Asche soll anschließend im Meer verstreut werden. Anna möchte ihm seinen Wunsch erfüllen, und gemeinsam mit dem Bestatter findet sie eine Lösung. Josefs Leichnam wird nicht in dem Sarg liegen, der beigesetzt wird, wunschgemäß wird er eingeäschert. Inzwischen ist sein Nachfolger, der frisch zum Priester geweihte Fridtjof Nissen, ins Pfarrhaus eingezogen, und es gibt viel zu tun für Anna. Sie überlegt nun, wie sie es schafft, mit Josefs Asche ans Meer zu kommen ...
Die Geschichte ist in schöner Sprache erzählt und liest sich sehr flüssig. Wir begleiten Anna im Hier und Jetzt, folgen aber im größten Teil des Buches ihren Erinnerungen. Die Gegenwartshandlung schreitet langsam voran und wird immer wieder unterbrochen durch Annas Erinnerungen und komödiantische Episoden über Dorfbewohner, die für die Handlung von keiner oder nur geringer Bedeutung sind. So geht es u.a. um eine Kneipptour, die die männlichen Dorfbewohner für eine Kneipentour halten, einen besonderen Friseurbesuch, ein frisiertes Mofa, ein Minestrone-Rezept für den Gottesdienst und Josefs misslungene Feier zum 50. Geburtstag. Diese Beiträge sind größtenteils total überzogen, albern und slapstickhaft, sie nervten mich irgendwann nur noch. Das Finale wird dann leider viel zu schnell abgehandelt.
Ich mochte die Ich-Erzählerin Anna, die ein schweres Leben hatte, ehe Josef ihr die Stelle als Haushälterin im Pfarrhaus anbot. Sie ist die gute Seele des Dorfes und unterstützt nun den neuen Pfarrer tatkräftig. Die Kapitel über Annas und Josefs Kindheit, die Schicksale ihrer Eltern und die tiefgründigen Gespräche mit Frau Schuster, einer Dorfbewohnerin, haben mich sehr berührt. Auch die Geschichte über den Ursprung der schönen Tradition im Pfarrhaus, allen Besuchern zum Abschied ein Glas Mirabellenmarmelade zu schenken, hat mir gut gefallen.
Insgesamt hat mir der Vorgängerroman deutlich besser gefallen, es dominierten in "Mühlensommer" zwar auch die Episoden aus der Vergangenheit, aber der Humor war ein ganz anderer, nicht so platt und überzogen wie in "Mirabellentage". Obwohl es im aktuellen Buch auch schöne und berührende Momente gibt und Gespräche mit Tiefgang, hat es mich nicht begeistern können. Der Humor ist nicht meiner, und aufgrund des Klappentextes hatte ich mehr erwartet als einen komödiantischen Wohlfühlroman.
Rezensionen von morlin:
Drei Vögel für Leo
Pina fällt aus von Vera Zischke
Wir lernen in dem Buch zunächst die alleinerziehende Pina und ihren 20jährigen Sohn Leo kennen. Leo ist Autist und benötigt dementsprechend eine vollumfängliche Betreuung. Diese erfolgt überwiegend durch Pina selbst und durch die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt. Nur einmal in der Woche, dienstags, lässt Pina Leo bei der älteren Nachbarin Inge.
Für genau anderthalb TV-Sendungen. Diese Zeit nutzt Pina für den wöchentlichen Einkauf. Doch an einem dieser Dienstage kommt Pina nicht zurück und Inge ist völlig überfordert. Denn Leon merkt natürlich, dass etwas nicht stimmt und ist kaum zu zügeln. Kurzerhand werden nun die Nachbarn in die Suche nach Pina involviert, ob sie wollen oder nicht. Und als klar wird, dass Pina so schnell nicht wiederkommen kann, beginnt etwas, was in der realen Welt wohl eher ein Traum ist. Die Nachbarn kümmern sich um Leon und es entsteht eine ungewöhnliche Gemeinschaft – drei Vögel für Leo.
Für mich war es das erste Buch der Autorin. Aber es ist absolut klar, dass demnächst ihr Erstlingswerk bei mir einziehen wird. Sprachlich und auch inhaltlich hat mich die Geschichte absolut überzeugt. Ein klare Empfehlung!
Rezensionen von Lulu24:
Geld ist spannend!
Von Geld, Gold und Guppys - Finanzbildung für Kinder und Jugendliche von Andrea Schwendemann
Das Buch vermittelt Kindern ab 8 Jahren einen Eindruck davon, dass Geld spannend ist und einfach überall im Leben eine Rolle spielt: angefangen beim eigenen Konsum und der Frage, welcher Geld-Typ man ist, über die Funktion des Geldes als Super-Tauscher bis hin zu Fragen nach Spendenbereitschaft oder sozialer Ungleichheit.
Alles wird anschaulich und interaktiv erarbeitet, viele offene Fragen ermuntern zur Auseinandersetzung mit den angesprochenen Themen, die so oft tabuisiert werden. Besonders gut gefallen mir die Seiten, wo es um menschliche Bedürfnisse, ihre Finanzierung bzw. auch ihre Unentgeltlichkeit geht. Besonders die Lächle-Liste mit unbezahlbaren Glückmomenten finde ich eine tolle Idee, die ich bei einem Buch von der Stiftung Warentest ehrlich gesagt nicht erwartet hätte.
Diese Vielfältigkeit der Aspekte und das Nebeneinander von Wissensvermittlung und grundsätzlichen Reflexionen macht für mich die besondere Qualität dieses Buches aus. Die Kinder können ganz ohne erzieherischen Zeigefinger lernen, dass Geld zu so viel mehr dienen kann als zur einfachen Bezahlung von Eis und Sammelbild. Sie werden bei der nächsten Ausgabe viel bewusstere Entscheidungen treffen.











