Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lulu24:

Neapolitanische Atmosphäre

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola

Nach seinen letzten Ermittlungen zeitgleich zum Fest des Heiligen San Gennaro wird Commissario Gaetano in diesem zweiten Band von einem Leichenfund aus dem familiären Osterurlaub gerissen. Gemeinsam mit seiner jungen Kollegin Beppa Bellucci sucht er in den engen Gassen Neapels und zwischen allgegenwärtigen Prozessionen und Ostervorbereitungen nach den Spuren des Verbrechens.

Erneut beweisen die ortskundigen Schilderungen und die atmosphärische Authentizität, wie gut sich Autor Fabio Nola in Neapel auskennt. Er schickt seinen Protagonisten vom quirligen Hafen von Mergelina und der lauten Unterstadt über das höher gelegenen Vomero der aufstrebenden Mittelschicht bis in die eleganten Quartiere von Quiaia. Dabei lernen wir Leser Neapel als eine Stadt der Gegensätze kennen und werden konfrontiert mit Armut, sozialer Ungleichheit, religiösen Traditionen und mafiösen Strukturen sowie knallharten wirtschaftlichen Interessen eines modernen Startups kurz vor der Börseneinführung.

Fabio Nola gibt uns Gelegenheit, ganz in die Atmosphäre Neapels einzutauchen: Als Leser meint man, schwüle Wärme, vorösterliche Hektik und städtische Enge persönlich mitzuerleben. Dies macht den Charme des Buches aus, lässt aber manchmal auch den Lesefluss stagnieren. Auch die nachdenkliche, fast schwermütige Art des Commissario und seine unbewältigte tragische Familiengeschichte nehmen streckenweise nach meinem Geschmack zu viel Raum ein.

Insgesamt ein spannender Krimi mit viel neapolitanischem Lokalkolorit, überraschenden Wendungen und einem nicht leicht zugänglichen Kommissar.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lulu24

Rezensionen von Lulu24:

Familiärer Spielespaß!

Spiele & Rituale für euren Alltag von Nicola Schmidt; Martin Verg

Das Buch von Nicola Schmidt bietet so viele Ideen, den familiären Alltag durch kunterbunte Spielideen aufzulockern und zu erleichtern, dass man sich fast die nächste Langeweile-Phase herbeisehnt! Hier ist nicht der nächste Freizeitpark oder Zoobesuch die Lösung, sondern viel Spaß mit einfachsten Mitteln und ganz viel Fantasie!

Aus dem langweiligen Sonntags-Spaziergang wird eine spannende Mondmission und aus dem ungeliebten Grünzeug ein kunterbuntes Gemüse-Bähnle.

Besonders gefällt mir die Aufforderung ‚Erzählt die Geschichte der Dinge‘, denn so wird schon früh spielerisch über unsere Nahrungsmittel nachgedacht und bewusst gemacht, wie viel Arbeit und Aufwand in unseren Lebensmitteln steckt. Auch den Redestab werden wir bald basteln, denn so kann jeder zu Wort kommen: ganz ohne Streiterei und Ermahnung. Eine tolle Idee!

Manches kommt mir noch etwas merkwürdig vor, aber wir werden es für unsere Bedürfnisse umgestalten, denn dazu ermutig Nicola Schmidt auch ausdrücklich! Auf freien Seiten findet sich genug Platz für familieneigene Lieder, Lieblingsrezepte und Regeln für die Rederunde. So gehen diese Schätze nicht verloren und werden auch noch in fernerer Zukunft viele schöne Erinnerungen wecken.

Alles wird witzig präsentiert und illustriert, aber in kleinen Textblöcken auch gleich noch kommentiert und erklärt. So wächst das Verständnis der Erwachsenen für die besonderen Bedürfnisse der Kinder, die im durchstrukturierten Alltag der Erwachsenen beachtet werden wollen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lulu24

Rezensionen von Lulu24:

Eine große Hilfe!

Das Gemüsegarten 1 x 1 von Kai Meret Brieske

Kai Meret Brieskes Garten Gemüse 1x1 ist eine große Hilfe für Gartenneulinge wie mich! Nach grundlegenden Informationen zu Gartenplanung, Saatgut und allgemeinen Pflegearbeiten stellt sie zwei Dutzend besonders anfängerfreundliche und erfolgversprechende Gemüse-, Obst- und Kräuterarten vor.

Hierbei geht sie dann wirklich auf alle Fragen ein, die sich einem Anfänger stellen: Welche Kräuter kann ich auch noch nach der Blüte essen? Warum bildet mein Kohlrabi keine Knollen? Was kann ich gegen Schädlinge machen? Alles wird praxisnah erklärt und mit aussagekräftigen Fotos veranschaulicht.

Mir gefällt auch gut, dass sie nur grundlegende Unterschiede zwischen samenfestem Saatgut und F1-Hybriden erklärt, aber keine Empfehlungen für bestimmte Sorten äußert. Denn so kann ich einfach im Freundeskreis oder im Baumarkt Saatgut holen und meine eigenen Erfahrungen sammeln, statt mich genötigt zu fühlen, nun unbedingt die Black Beauty Zucchini oder den Rosenkohl Groninger finden zu müssen. Sogar auf die Nutzung ‚normaler‘ Knoblauchknollen und Petersilientöpfchen aus dem Supermarkt geht sie ein, und so fühle ich mich ermutigt, einfach mal in die Erde zu stecken, was ich so in meiner Küche finde! So unkompliziert machen mir meine ersten Experimente im Garten richtig Spaß!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lulu24

Rezensionen von Lulu24:

Selbstdarstellung im Vordergrund

Blütenpracht und Ernteglück - Dein Weg zum Traumgarten von Svenja Breuer

Das Inhaltsverzeichnis verspricht einen systematischen Einstieg in Gartenplanung und Gestaltung, der mich als Neuling unter den Gartenbesitzern gleich ansprach: Nach den Grundlagen folgt ein Überblick über die Aussaaten im Jahresablauf, exemplarische Pflanzpläne und eine Sammlung verschiedener Pflanzenporträts.

Letztere sind allerdings wie das gesamte Buch sehr einseitig auf den Geschmack der Autorin ausgerichtet, man kann den Eindruck gewinnen, es gäbe nur weiße und pinke Blüten. Außerdem stellt die Autorin auch in den anderen Kapiteln mehr ihren eigenen Garten als allgemeine Planungsgrundsätze und Pflanzen-Empfehlungen vor. Ähnliches gilt für die Fotos: Auf vielen Foto spielt die Autorin die Hauptrolle und die Pflanzen nur eine Nebenrolle im unscharfen Hintergrund. Besonders ärgerlich ist, dass zwar den Planungsskizzen Gartenaufnahmen gegenübergestellt werden, letztere aber aus so ungeeigneter Perspektive aufgenommen wurden, dass die Umsetzung der Skizzen nicht wirklich zu erkennen ist.

Leider habe ich letztlich nur wenig für die Planung meines eigenen Garten lernen können. Auch die meisten Informationen bei den Pflanzenporträts reichen nicht über die Aufdrucke auf den Samentütchen hinaus. Da habe ich in den vergangenen Wochen schon hilfreichere Bücher durchgearbeitet, die mich hoffentlich vor den größten Anfängerfehlern bewahren werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lulu24

Rezensionen von Ameland:

Turbulenter Kinderkrimi

Penny - Rettet den Ponyhof von Thomas Brezina

Als Penny mit dem Hengst Sturmwind vor einem Unwetter Schutz auf dem Ponyhof sucht, hat sie ein komisches Gefühl. Dieses bewahrheitet sich als kurz danach feststeht, dass die Ponys vergiftet wurden. Wer oder was steckt dahinter?

Penny ist ein engagiertes und mutiges Mädchen. Sie versucht nicht nur die Attentate auf die Ponys aufzuklären, sondern sich gleichzeitig noch um eine Hundemama mit fünf Welpen zu kümmern, die ihr unverhofft anvertraut werden.

Aber auch sonst ist bei Familie Mossburger im Moment viel los. Ein Junge, der nicht mehr spricht zieht vorübergehend bei ihnen ein und dann kommt noch Verwandtschaft auf einen Überraschungsbesuch. Alles sehr aufregend, aber die Rettung der Ponys steht an erster Stelle und davon lässt sich Penny auch nicht abbringen, selbst dann nicht als sie und ihre Lieben bedroht werden. Puuh, für mich war das schon beim Lesen etwas viel Aufregung.

Zum Glück hat Penny ihre Familie und Freunde an ihrer Seite. Zusammen decken sie nicht nur das Geheimnis um den Angriff auf die Ponys auf, sondern auch noch ein weiteres.

Der Schreibstil ist locker, kindgerecht und lässt sich sehr flüssig lesen. Aufgrund der vielen tierischen Protagonisten, dürften sich besonders Pferde- und Hundefans von dieser Geschichte angesprochen fühlen. Das Cover wird sicher eher Mädchen ansprechen, aber meiner Meinung nach kommen bei der Geschichte auch Jungs sowie Leser, die nicht ganz so begeisterte Hunde- oder Pferdefans sind auf ihre Kosten.

Thomas Brezina hat einen spannenden und turbulenten Kinderkrimi geschrieben, in dem Mut, Freundschaft und Tierwohl eine Rolle spielen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ameland

Rezensionen von yellowdog:

Nostalgie: Das Sommermärchen

Der deutsche Sommer von Ronald Reng

Die WM 2006 in Deutschland war ungewöhnlich, weil da eine ganz besondere, positive Stimmung entstand.Ronald Reng beschreibt in seinem Buch die Ereignisse der WM und des gesellschaftlichen Zustands des Landes mit vielen Details und aus der Summe erklärt sich die unvergessliche Stimmung, die die Menschen in Deutschland empfanden.

Gelegentlich gibt es kurze Unterbrechungen im Buch, in denen über den Bär Bruno geschrieben wird. Bruno streifte damals durch das Land, was absolut ungewöhnlich war. Entsprechend viel mediale Aufmerksamkeit gab es für Bruno.

Das Buch ist auch spannend zu lesen, weil man sich dabei nostalgisch an diese Zeit zurückerinnert. Es gibt auch viel Wissen, dass Ronald Reng recherchiert hat, das nicht so bekannt ist. Reng baut außerdem immer wieder Anekdoten mit ein und zeigt die Emotionen der Menschen. Auch deswegen macht das Lesen dieses Buches soviel Spaß.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von Immenhof:

Hilfreich

Wenn kleine Igel mutig sind von Sandra Grimm

„Wenn kleine Igel mutig sind“ ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch mit überraschend viel Inhalt und mehr als zwölf Doppelseiten. Die dicken Pappseiten sind besonders praktisch und eignen sich gut für unvorsichtigere Kinderhände.

Das Thema Mut steht klar im Mittelpunkt und wird auf eine Weise aufgegriffen, die man in Kinderbüchern nicht allzu häufig findet.

Die Geschichte ist ruhig erzählt und vermittelt eine wichtige Botschaft. Besonders schön finde ich die Tierwahl. Igel stehen selten im Fokus, was für Abwechslung sorgt. Ergänzt wird die Geschichte durch weitere Tiere wie Hund, Kaninchen, Glühwürmchen, Katze, Frosch, Maus und Eichhörnchen. Alle fragt der Igel, wie sie mutig sind und erhält unterschiedliche Tipps.

Sehr gelungen ist auch die Übersichtsseite am Ende, die alles noch einmal zusammenfasst und das Kind direkt anspricht, indem es gefragt wird, was ihm hilft, mutig zu sein. Insgesamt ein durchdachtes, stabiles Bilderbuch mit einer wichtigen Botschaft für Kinder.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Immenhof

Rezensionen von Paul Kretzschmar:

Code 26155

Guilty Pleasure von Linda Schipp

Mit "Guilty Pleasure" hat die Autorin Linda Schipp einen ziemlich außergewöhnlichen Thriller verfasst, der Grenzen auslotet, die heutzutage in der Welt der Reality-Formate immer weiter verschoben werden. Im Trash-TV geht es bei der Profilierung der Protagonisten heute nur noch darum, Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erringen, nach dem Motto: Sex Sells.

Scham ist für Akteure und Zuschauer inzwischen ein Hindernis im Wettkampf um den Quotenwahnsinn. Die Frage, wo dies alles noch hinführen soll, mit Hilfe von Darknet und den neuesten KI-Möglichkeiten, versucht die Autorin in diesem fesselnden Thriller spektakulär zugespitzt zu ergründen. Die Kulisse dafür bietet ein, auf einer einsamen Insel gelegenes Hotel, in dem tabulos und ohne Regeln, allen noch so verbotenen Gelüsten gefrönt werden kann, auch wenn sie in Albträumen enden. Als Höhepunkt wird diese Reality-Show mit Hilfe von Fliegenähnlichen Mini-Kameras live in die ganze Welt gestreamt .

Ich muss gestehen, dass ich anfangs einige Probleme hatte, mich in die Handlungskomplexe hineinzufinden, da alle Akteure sich in Geheimnisse verstrickten, deren Zusammenhänge nicht immer leicht zu durchschauen waren, und ständig wechselnde Schauplätze ein aufmerksames Lesen erforderten.

Das farbenfrohe Cover sowie der von Anfang an moderne, zunehmend spannendere Schreibstil, mit clever gesetzten Cliffhangern, sorgten dafür, dass das Interesse nicht abflaute.

Je weiter die Handlung fortschritt, desto extremere Wendungen sowie überraschendere, komplexere, mitunter grausame und schockierende Ereignisse, bis zum genialem Ende, ließen keine Lesepause mehr zu.

Viele falsche Fährten und Vermutungen führten zu krassem Rätselraten , wobei die Fantasie der Autorin bemerkenswert, und mitunter sogar etwas übertrieben wirkte. Außerdem ist für sensible Leser eine Triggerwarnung empfohlen.

Zusammenfassend kann ich feststellen, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe und eine wohlwollende Leseempfehlung geben kann!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Paul Kretzschmar

Rezensionen von Immenhof:

Spannend

Du musst mich vergessen von Rosie Walsh

„Du musst mich vergessen“ überzeugt durch einen sehr angenehmen Schreibstil und gut gewählte Kapitellängen. Gerade dadurch lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und man bleibt schnell in der Geschichte.

Der Einstieg ist zunächst etwas verwirrend, da nicht sofort alle Zusammenhänge klar sind.

Mit der Zeit wird die Vergangenheit jedoch schrittweise aufgearbeitet, sodass sich das Gesamtbild nach und nach erschliesst. Auch wenn die Handlung nicht unbedingt alltagsnah ist, bleibt sie dennoch nachvollziehbar.

Besonders gelungen ist die durchgehende Spannung. Immer wieder sorgen neue Wendungen dafür, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Auch die Darstellung der Familienkonstellationen ist spannend und gibt zusätzliche Einblicke in die Hintergründe der Figuren. Die Charaktere wirken dabei authentisch und vielschichtig, sodass man ihre Entscheidungen gut nachvollziehen kann.

Insgesamt ein spannender Roman mit guter Struktur, der durch seinen Schreibstil und die dynamische Handlung überzeugt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Immenhof

Rezensionen von gabiliest:

Ein Opfer sucht seinen Mörder

Noch fünf Tage von Helena Falke

Dieses Opfer ist Liz, Sterneköchin und angestellt bei Familie Harman, Milliardäre, mit diversen Wohnsitzen und zu Sylvester in ihrem Chalet in Davos, das die Lesenden schon auf dem gelungenen und düster-einprägsamen Cover kennen lernen. Liz wird ein besonderes Sylvesterdinner vorbereiten, das sie natürlich abschmecken muss.

Dazu taucht sie immer einen Zahnstocher in die Speisen und leckt ihn ab. Doch das Dinner läuft anders als erwartet: Die Harmans sind tot, die Eltern John und Reeta, die Kinder Calliope und Percy. Und Liz weiß, sie hat nur noch fünf Tage zu leben.

Unausweichlich zeigt die Digitaluhr ihres Krankenzimmers die verrinnende Zeit. Liz möchte nur eines, ihre Tochter Cosima bei sich haben. Doch das erlaubt die Polizei nicht, Liz ist verdächtig. Um sich zu entlasten muss Liz schnellstens ihren Mörder finden.

Helena Falke hat ihren Roman “Noch fünf Tage” eingeteilt in die verbleibenden Tage, Stunden, Minuten und Sekunden. Die Lesenden fühlen mit Liz, wie ihr die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt und sie versucht, im Geist ihre Anstellung im Milliardärshaushalt und das Sylvesterdinner zu rekonstruieren. So überprüft sie alle Familienmitglieder und findet kein Motiv, wiewohl John entschlossen war, gesellschaftlich und politisch weiter aufzusteigen. Auch ist er überzeugt, dass Reichtum dazu benutzt werden sollte, die Welt nach seinen Vorstellungen umzuformen- hat er sich dadurch Feinde gemacht?
Reeta gehört eigentlich nicht in diese Kreise und braucht Tipps von Liz, um ihren Platz zu finden. Allerdings ist sie arrogant und rücksichtslos. Zudem stellt sich heraus, dass die Familie durch ein ungewöhnliches, schwer zu beschaffendes und teures Gift getötet wurde. Auch an ihre frühere Anstellung in einem Nobelrestaurant denkt Liz. Da gab es einmal einen Vorfall, an dem Liz keine Schuld traf, trotzdem verlor sie ihren Arbeitsplatz. Ist dieser Vorfall mittlerweile vergessen? Auf Empfehlung ihres damaligen Chefs kam sie zu den Harmans.

In beklemmender Weise fühlen die Lesenden in diesem Thriller die Unausweichlichkeit des Geschehens und den verzweifelten Versuch von Liz, ihre Tochter auch nach ihrem Tod versorgt zu wissen. Der unaufhaltsame Verfall ist spürbar und immer wieder erinnern sie die sich verändernden Digits daran, wie wenig Zeit ihr bleibt. Soll sie das Angebot von Esme, ihrer Pflegerin, annehmen, und sich sedieren lassen? Nein, Liz muss klar denken können und Esme muss ihr bei ihrer atemlosen Suche nach dem Mörder helfen. Hier beschreibt der Roman weitläufig, welche Essen Liz zubereitet hat und wie sich ihr Leben im Nobelhaushalt gestaltete. Dazu auch alle Macken dieser reichen Familie und die Demütigungen, die Liz hinzunehmen hatte. Dabei gab sie sich wirklich Mühe, auf alle Vorlieben und Neurosen einzugehen, immer im Bestreben, das Leben der Familie zu verbessern.

Wenig schreibt die Autorin über Cosima, die geliebte Tochter von Liz, in den Schilderungen über das Leben bei den Harmans kommt sie kaum vor. Umso berührender ist die Szene, als Cosima von Liz erfährt, dass sie sterben werde. Doch Liz hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden, seit sie weiß, dass Cosima versorgt sein wird. Allerdings hätte ich mir hier gewünscht, mehr über das Verhältnis von Cosima und Liz zu erfahren.

Mein Fazit:

“Noch fünf Tage” beschreibt in beklemmender Weise, wie es sich anfühlt, in kurzer Zeit dem sicheren Tod entgegen zu gehen. Der Roman ist ebenso traurig wie spannend geschrieben, durch die genauen Zeitangaben fühlt man mit der sterbenden Protagonistin und ist wie sie lange nicht bereit, das Schicksal zu akzeptieren und entschlossen, den Mörder zu stellen. Mit großer Empathie wird das entsetzliche Geschehen erzählt, das extravagante Leben der Milliardärsfamilie spiegelt gesellschaftliche Vorgänge. Helena Falke wird somit zu einer sprachsensiblen Chronistin des letzten Weges, ohne je pathetisch zu werden. Auch wenn dieser Roman kein positives Ende zulässt, lohnt es sich, die Protagonistin bei ihrem Abschiednehmen zu begleiten.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gabiliest