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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Carmen19994:

Bewegend

Als wir im Schnee Blumen pflückten von Tina Harnesk

Etwas anders, als ich es mir erwartet habe, aber trotzdem hat es mir sehr gut gefallen! Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt, die Sprache ist flüssig zu lesen und allgemein ist das Buch schön strukturiert.
Der Klappentext hat etwas abendteuerliches versprochen, jedoch war es, meiner Meinung nach, eher ein Buch, für gemütliche und entspannte Stunden, ohne große Aufregung.

Die einzelnen Kapitel bieten kurze Lebensauschnitte, in denen man viel über Kultur und auch die Traditionen der Samen erfährt. Vor allem bei diesen Beschreibungen haben mir jedoch oft Hintergrundinformationen gefehlt, um den Text und seinen Inhalt besser verstehen zu können. Mir hat es gefallen, in diese fremde Kultur einzutauchen und neues von ihr zu lernen. Auch die Charaktere, mit ihren Eigenarten, waren mir sehr sympatisch, ich fand keinen unzugänglich.

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Rezensionen von Franziska Fiske:

Eine Hymne an die weibliche Selbstermächtigung

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen von Kelly Barnhill

*When Women Were Dragons* von Kelly Barnhill entführt uns in eine alternative Realität, die so vielschichtig wie fesselnd ist. Im Zentrum steht Alex Green, ein junges Mädchen, das in einer scheinbar vertrauten Welt lebt – mit einer Ausnahme: das Jahr 1955 brachte eine unvergleichliche Transformation mit sich, als Hunderttausende Frauen buchstäblich zu Drachen wurden.

Diese Massenverwandlung ist geheimnisumwoben, und Alex findet sich in einer Gesellschaft wieder, die das Ereignis totschweigt.

Barnhill verwebt meisterhaft das Fantastische mit tiefen, gesellschaftskritischen Fragen und Feminismus. Alex’ Reise ist geprägt von den Spuren, die die Verwandlung ihrer Tante Marla hinterlassen hat, während ihre Mutter – wie viele andere Frauen – sich nicht verwandelte. Fragen der Identität und des Schweigens, der Entscheidung und der Rebellion sind überall präsent. Alex kämpft mit einer schützenden Mutter, einem abwesenden Vater und einem systematischen Vertuschen ihrer Tante. Ihre Cousine Bea ist der verbotenen Wahrheit auf unheilvolle Weise verfallen, was Alex in eine gefährliche, spannende Auseinandersetzung mit der Geschichte und den eigenen Wurzeln bringt.

Die Sprache ist eindrucksvoll, lyrisch und voller Kraft – sie zieht uns tief hinein in die Psyche der Charaktere und das komplexe Universum der Geschichte. *When Women Were Dragons* ist sowohl gesellschaftlich relevant als auch magisch: eine Hymne an die weibliche Selbstermächtigung, verpackt in ein fantasievolles und berührendes Werk, das lange nachhallt. Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die starke, einzigartige Geschichten lieben.

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Rezensionen von Cellissima:

Gesthuysens schwächster Roman

Vielleicht hat das Leben Besseres vor von Anne Gesthuysen

Ich habe Anne Gesthuysen früher sehr gerne gelesen. Daher war ich sehr gespannt auf ihr neuestes Werk.
Der Klappentext sprach mich schon nicht so sehr an wie die Klappentexte früherer Romane, doch da ich diese sehr gerne gelesen habe, wollte ich "Vielleicht hat das Leben Besseres vor" dennoch eine Chance geben.

Ich hoffte auf einen gewohnt guten Gesthuysen-Roman. -Diese Hoffnung wurde enttäuscht ...
Geschrieben ist diese Geschichte gewohnt gut, keine Frage. Und in dieser Hinsicht war die Lektüre auch ein Genuss.
Die Geschichte ist ebenso berührend wie spannend. Hier kommt es aber auch sehr auf den jeweiligen Leser an; mir persönlich ging dieses Thema fast schon zu sehr an die Substanz, mich zog es fast schon zu sehr herunter, ich empfand die Lektüre dadurch größtenteils als sehr bedrückend. Durchaus gewollt und gute Arbeit der Autorin - aber für mich persönlich war es in dieser Hinsicht too much.
Too much waren auch all die anderen Themen, die Gesthuysen in diesen Roman hineingepackt, aber nur recht oberflächlich behandelt, oft gar nur gestreift hat. Weniger wäre hier mehr gewesen.
Überhaupt hatte ich Gesthuysens Werke als deutlich atmosphärischer und bildhafter in Erinnerung. Mir blieben sowohl die Figuren als auch die Handlung dadurch seltsam distanziert. Ich konnte keine Verbindung aufbauen, oftmals entstanden nicht mal Bilder der Figuren in meinem Kopf - was ansonsten nun wahrlich nicht mein Problem ist. Auch in dieser Hinsicht bin ich also enttäuscht von "Vielleicht hat das Leben Besseres vor".
Ich musste oft gegen den Drang ankämpfen, das Buch zu beenden oder zumindest Passagen und Seiten zu überspringen. Auch das ist für mich sehr untypisch und spricht nicht für das Buch.
Für mich ist es leider Gesthuysen schwächster Roman. Mich konnte "Vielleicht hat das Leben Besseres vor" leider nicht überzeugen.

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Rezensionen von Stella:

wunderbare Geschichten, die liebevoll zur Natur hinführen

Bachblütenerzählungen für die Kinderseele von Karin Schächl

I

n Form von entzückenden Geschichten werden nicht nur alle Bachblüten und deren Anwendungsmöglichkeiten spielerisch erklärt, es ist zugleich ein liebevolles Hinführen zur Natur. Dabei wird dem Leser bewusst, dass auch wir Menschen individuell sind und genau diese Vielfalt ein Geschenk ist. Für "Jung und Alt" absolut empfehlenswert!

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Rezensionen von Ameland:

Spannendes und magisches Rätsel-Abenteuer

Burg Tollkühn: Löse das Rätsel des magischen Buchs von Andreas Völlinger

Die drei Heldenschüler Siggi, Brünhild und Filas erfahren, dass in ihrer Heldenschulde ein schwarzmagisches Zauberbuch versteckt sein soll. Und finstere Schurken wollen es in ihre Hände bekommen. Das wollen die drei Freunde verhindern. Bis es so weit ist, müssen sie einige brenzlige Situationen meistern.

Die drei Heldenschüler sind total unterschiedliche Charaktere und das nicht nur aufgrund ihrer Art und ihres Aussehens, sondern auch wegen ihrer Fähigkeiten. Dadurch ergänzen sie sich super und kommen ihrem Ziel immer näher. Bis es soweit ist, gilt es aber einige Rätsel zu knacken. Diese stehen jeweils am Ende eines Kapitels und ermöglichen es dem Leser, seine eigenen Fähigkeiten bei der Lösungssuche unter Beweis zu stellen. Sie weisen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auf und zur Not gibt es am Ende des Buches hilfreiche Tipps.

Andreas Völlinger hat mit Burg Tollkühn eine temporeiche Abenteuergeschichte voller Spannung und Magie für junge Leser ab ca. 8 Jahre geschrieben. Das Buch ist auch für jüngere Leser geeignet, sie brauchen evtl. etwas Hilfestellung bei den teilweise etwas kniffeligen Rätselaufgaben.

Nicht unerwähnt lassen, möchte ich die unverkennbar von Zapf in Bild und Wort dargestellten Rätsel.

Schon der geheime und versiegelte Brief auf der Coverinnenseite ist ein toller Fun Fact. Dieser macht zusammen mit der spannenden Geschichte und den Rätseln das Buch zu etwas ganz Besonderem. Ich war begeistert und daher gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Klufti geht in die Politik

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13) von Volker Klüpfel; Michael Kobr

Adalbert Kluftinger, Interims-Polizeipräsident, lässt sich bei den Gemeinderatswahlen in Altusried als sogenannter Lückenbüßer aufstellen. Weil eben noch einer fehlt, und er so weit hinten auf der Liste eh nicht gewählt werden kann.
Doch als sein Erzfeind und Nachbar, Dr. Martin Langhammer, ebenfalls kandidiert und den Wahlkampf mit sehr viel Eifer betreibt, packt den Klufti der Ehrgeiz.

ER will und kann doch was für seine Gemeinde bewirken, nicht dieser besserwisserische, zugezogene Preuß'!
Achja, einen Mordfall gibt es natürlich auch noch aufzuklären.

Auch in seinem 13. Fall kann Klufti wieder mit seiner mürrischen Art überzeugen, die einfach nur lustig rüberkommt! Grumpy Klufti halt! :D
Der Fall selbst geht diesmal leider komplett durch Kluftingers Privatleben bzw. den Wahlkampf unter - das macht aber gar nichts, denn dieser Band ist so unterhaltsam wie noch nie! Kluftingers politische Haltung ist einerseits fragwürdig, andererseits am Zahn der Zeit. Er will sich ja nicht von seinem uralt-VW Passat trennen, denn er hängt dran und der ist noch gut, und nun auch schon ein Odtimer. Dass dieser viel verbraucht, macht er dadurch wett, dass er betont, dass man ja nichts wegschmeißen und neu kaufen muss (Umweltschutz!!), was noch gut ist.

Obwohl auch der Kriminalfall natürlich interessant und spannend ist! Denn bei einem Übungs-Einsatz in den Bergen, wo eigentlich alles abgesperrt ist, wird eine Leiche gefunden. Ein Kollege, der jedoch gar nicht für den Einsatz eingeteilt war.
Bei den Ermittlungen gelangen Klufti und seine Kollegen in die rechtspolitische Szene, was zwar viele Klischees aufgreift, aber auch brandaktuell ist.

Man fühlt sich sofort wieder wohl in Altusried, was auch besonders an Kluftis Frau Erika liegt (ich frage mich jedes mal, wie die so einen Grantler aushält ;)
Man trifft wieder auf Kluftis Kollegen Roland Hefele, Obergscheitler Richi Maier und die taffe Lucy Beer und natürlich seinen Erzfeind Nummer 1: Nachbar und "Quacksalber" Dr. Martin Langhammer samt Ehefrau Annegret.
Leider haben Sohn Markus, dessen Frau Yumiko und v.a. die Enkelin eher wenig Platz bekommen; die wünsche ich mir im nächsten Band wieder präsenter.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass Klufti endlich seine Scheuklappen abgelegt und sich emotional und sozial weiterentwickelt hat!! Er ist natürlich immer noch, so wie er halt ist: altmodisch, konservativ und mürrisch. Doch er ist nun auch offener für Neues und bei dem Wahlkampf, bei dem Langhammer übel mitgespielt wird (was halt an Langhammers spezieller Art gelegen hat) stellt Kluftinger mit Entsetzen fest, dass dieser nicht mehr sein Intimfeind ist, sondern er ihm tatsächlich sowas wie ans Herz gewachsen ist. Also so irgendwie halt. Mir kamen da echt die Tränchen ;)


Fazit:
Klufti at his best! So humorig und unterhaltsam, und Klufti entwickelt sich weiter. Der Kriminalfall ist dann leider eher Nebensache, aber das macht gar nichts, denn Kluftis Wahlkampf ist Spannung pur!

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Rezensionen von Gaby 2707:

Eine aussergewöhnliche Familiengeschichte

Als wir im Schnee Blumen pflückten von Tina Harnesk

Die Samin Máriddja Rijá lebt mit ihrem dementen Mann Biera zurückgezogen auf dem Hof seiner Eltern in der Nähe des Dorfes Guovddo im Norden Schwedens. Da Bieres Schwester Risten nicht in der Lage war, sich um ihren Sohn Heaika-Joná zu kümmern, übernahmen Máriddja und Biera diese Aufgabe. Bis Risten eines Tages samt ihrem vierjährigen Sohn verschwand und der Kontakt abriss.

Als Máriddja von Onkologin Dr. Runa Skruvlenius die Schockdiagnose Krebs bekommt, hat sie nur noch ein Ziel – sie will ihren Neffen finden. Unterstützt wird sie dabei von der KI-Telefonstimme „Siri“.
Kaj und seine Verlobte Mimmi kehren der Stadt den Rücken zu und kaufen in Guovddo ein Haus. Beide haben als Ärzte einen Job in der Gesundheitszentrale angenommen. Als Kaj im Nachlass seiner Mutter Laura eine Sammlung scheinbar unbenutzter Handwerksmesser findet, kann er sich zuerst keinen Reim darauf machen. Nach und nach ergeben viele kleine Puzzleteilchen dann ein großes Ganzes und der Durchblick zu seiner Kindheit gelingt.

Ich habe gerade erst zwei Geschichten aus dem hohen Norden gelesen und mein Herz an diese teils unwirtiche, aber auch wunderschöne samische Landschaft verloren. Daher habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Und schon mal vorweg – ich wurde nicht enttäuscht.
Mir hat schon der Schutzumschlag des Buches sehr gut gefallen. Als ich den abgenommen habe, kommt das Buch mit einem ebenso sehenswerten Einband daher. Wirklich sehr schön gestaltet.
Gleich mit der ersten Geschichte im Prolog vom Rinderhirten und der Háldin, die Biera dem kleinen Jungen erzählt, finde ich mich im hohen Norden wieder.
Tina Harnesk arbeitet mit wundervollen Vergleichen, womit sie mich noch mehr in die jeweilige Situation hinein zieht und ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sich die angesprochenen Menschen gerade fühlen.
An die dauernden Perspektiv- und Zeitenwechsel habe ich mich erst gewöhnen müssen. Dadurch wird die Geschichte aber auch sehr lebendig, spannend und interessant und wartet auch noch mit einigen humorvollen Szenen auf. Gerade die Gespräche mit Siri finde ich zum Teil sehr witzig. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich verstanden habe, wie die einzelnen Erzählstränge zusammen gehören. Dann aber haben sie sich immer weiter angenähert und ein komplettes Ganzes ergeben.
Die kulturellen und historischen Einblicke in das Land im hohen Norden gefallen mir sehr gut. Überhaupt greift die Geschichte viele einzelne Themen auf um diese zu einer absolut lesenswerten Lektüre zu verbinden.

Ein sehr warmherziger, gefühlvoller Roman mit einer Prise Humor, der mir einige wundervolle Lesestunden geschenkt hat und den ich gerne weiter empfehle.

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Rezensionen von Meli:

Fünf oder mehr Verräter, viel Liebe und ein bisschen Action

Five Broken Blades von Mai Corland

Der Gottkönig von Yusan scheint unsterblich zu sein, dennoch macht sich eine Gruppe aus Verrätern auf den Weg, um den grausamen König zu töten. So unterschiedlich die sechs Reisegefährten auch sein mögen, haben sie doch ein gemeinsames Ziel.

Eun wurde von seinem Bruder verbannt und ist seit Jahren auf der Flucht, bis Geheimdienstchef Mikail ihn aufspürt und Eun wieder Hoffnung gibt.

Obwohl Mikail auch eine eigene Perspektive hat, fand ich ihn eher unnahbar und am verdächtigsten, während Eun sehr harmlos wirkt, aber Geheimnisse hat, die die ganze Mission gefährden könnten.

Diebin Aeri ist die jüngste im Bunde, sie wirkt verspielt und scheint weniger über die Konsequenzen ihrer Handlungen nachzudenken. Trotzdem hat sie erkannt, dass sie für ihre Reise einen Leibwächter gebrauchen könnte und heuert daher Royo an, der dringend Geld braucht, um damit seine früheren Fehler auszubügeln. Er ist im Gegensatz zur fröhlichen Aeri besonders schweigsam und grüblerisch.

Es ist in der Inhaltsbeschreibung zwar von fünf Personen die Rede, aber Fürstensohn Tiyung ist auch noch mit von der Partie und hat auch eine eigene Perspektive, auch wenn er deutlich seltener zu Wort kommt. Er ist in Meuchelmörderin Sora verliebt und versucht auf seine eigene Art, sie vor dem Zorn seines Vaters zu beschützen, während Sora Tiyung nicht leiden kann und ihre Pflichten nur erfüllt, um ihre Schwester zu beschützen.

Mich hat etwas gestört, wie schnell sich die Paare gebildet haben und wie sich auch die Geschichte mehr auf die romantischen Beziehungen konzentriert. Bei sechs Personen haben wir also drei Paare, es hat sowieso jeder Charakter Geheimnisse und so gibt es immer wieder kleine Problemchen. Dazwischen gibt es auch etwas Action, Magie und Intrigen und die fand ich eigentlich ganz nett, wenn auch nicht so überraschend wie es vermutlich sein sollte.

Besonders an den Namen merkt man einen koreanischen Einfluss, aber darüber hinaus hatten die Gesellschaft oder die Fantasyelemente für mich keinen merkbaren Unterschied zu westlicher Fantasy.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Dystopie mit Thrill

Lieferdienst von Tom Hillenbrand

"Lieferdienst" spielt in einer nicht näher definierten Zukunft in Neu-Berlin, in der Menschen fast nicht mehr real einkaufen, sondern nur mehr virtuell. Und dabei wird alles, sogar Zahnpasta, per 3D-Drucker hergestellt. Verschiedene Lieferdienste fighten gnadenlos darum, wer das jeweils hergestellte Produkt als erstes beim Kunden ausliefert.

Eines Tages wird Arkadi von einem höherrangigen Kollegen - sein Idol "Airbox" - gebeten, dessen Lieferung zu übernehmen. Kurz darauf stirbt dieser. Was war in der Lieferung drin und warum musste Airbox sterben? Nachdem Arkadi seltsame Aufträge erhält und selbst in Gefahr gerät, will er dieses Rätsel um jeden Preis lösen.

Arkadi arbeitet für den Lieferdienst Rio (knallblau) und ist ein sogenannter Bringer. Es gibt 4 große Lieferdienste, alle farblich gekennzeichnet, und ein paar kleinere.
Man kann sich gut in Arkadi hineinfühlen, besonders auch, da die Geschichte aus seiner Sicht in ich-Form geschrieben ist; dieser ständige Stress, der schnellste zu sein, um in der Hierarchie der Kuriere aufzusteigen und sich vor allem gegen die anderen Lieferdienst als Schnellster durchzusetzen. Bei diesen Wettrennen geht es sehr oft nicht fair zu.

Die Darstellung dieser Zukunft ist sehr düster und beklemmend; das ursprüngliche Berlin gibt es nicht mehr, es wurde auch nie neu wieder aufgebaut.
Die Straßen sind übereinander aufgebaut; es ist auch genau festgelegt, wer wo fahren darf; manche Leute leben sogar in ihren Fahrzeugen aufgrund der Wohnungsnot und den unbezahlbaren Preisen. Dann noch die fliegenden Hoverboards der Bringer, das hört sich alles soo gruselig für mich an. Echt keine schöne Vorstellung der Zukunft.
Und dann ist da der Umweltschutzgedanke, ein bestelltes Produkt fünf-mal oder noch öfter herzustellen, um dann nur eines dann "an den Mann zu bringen" - das ist einfach unvorstellbar!!
Nicht nur die Zukunftszeichnung, auch die verwendeten Begriffe und die Sprache sind sehr futuristisch.
Am Ende des Buches ist noch die (während des Lesens zuerst nur schwer verständliche) Hierarchie der Bringer aufgelistet.


Fazit:
Eine sehr realistisch anmutende Dystopie mit Thriller-Elementen. Das Verhalten der Menschheit in der Zukunft bzgl. Bestellungen und Umweltschutz ist sehr beklemmend und regt zum Nachdenken an.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Eine so berührende und unfassbare Geschichte

Im Namen der Barmherzigkeit von Hera Lind

Im Hospital der Barmherzigen Schwestern in Wien kommt am 1. Juli 1972 ein kleines Mädchen zur Welt. Von ihrer Mutter ungewollt, kommt die kleine Steffi Dreier ins Zentrale Kinderheim in Wien. Am 2. November 1975 kommt sie als Pflegekind nach Rennau in der Steiermark auf den Hof der Familie Kellerknecht.

Steffi ist nicht das erste Pflegekind der Familie, die zu jedem eigenen noch eines im Namen der Barmherzigkeit aus dem Heim aufnimmt.
Was allein Steffi hier Schreckliches erlebt, wie sie ausgenutzt und gedemütigt wird, wie ihr Körper und ihre Seele missbraucht und traumatisiert werden, das lest ihr in dieser, wie ich finde, hervorragend geschriebenen Geschichte von Hera Lind. Allein die Nachworte der Autorin, von Steffi und ihrer Psychotherapeutin und Ärztin Karin Winkler sind so berührend, dass man das Buch unbedingt lesen sollte. Karin ist übrigens die Frau, die der kleinen Steffi als Praktikantin auf die Welt geholfen hat.

Der neue Tatsachenroman von Hera Lind „Im Namen der Barmherzigkeit“ greift diesmal ein Thema auf, an das sie sich bisher nicht herangewagt hat. Die Kinder, die hier einer Bauernfamilie in Obhut gegeben werden, werden wie Sklaven oder Leibeigene behandelt. Während die eigenen Kinder verhätschelt werden, gutes Essen, neue Kleidung und Schuhe bekommen und zur Schule gehen, lernen und mal was besseres werden sollen, müssen die Pflegekinder im Stall und auf dem Feld arbeiten bis zum umfallen. Großteils ohne Schuhe – weil, das härtet ab.
Für mich war es beim Lesen immer wieder unvorstellbar, wie man ein kleines Wesen, oder auch die älteren Pflegekinder, die einem anvertraut sind, so abscheulich, mies und empathielos behandeln kann. Immer nur auf den eigenen Vorteil und den Vorteil der eigenen „echten“ Kinder bedacht. Es ist bewundernswert, wie aus Steffi trotz all der Niederträchtigkeiten und Hindernisse, die sie auch später in ihrem Leben noch zu überwinden hatte, eine Frau wurde, die ihr Leben mit der Unterstützung von ihr wohl gesinnter Menschen jetzt im Griff hat.
Hera Lind ist es mit ihrem gewohnt flüssigen und mitreißenden Erzählstil schnell gelungen mich mitten in die Geschichte und auf den Bauernhof der Familie Kellerknecht zu ziehen. Die Menschen, die ich hier kennenlerne, finde ich sehr treffend, vorstellbar und plastisch charakterisiert. Sie erzählt so fesselnd und bildhaft, dass ich es kaum geschafft habe, das Buch aus der Hand zu legen. Was ich hier zu lesen bekomme, jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken und manche Träne in die Augen, macht mich sprach- und fassungslos. Ich finde es unbegreiflich, wie die Mitarbeiterin des Jugendamtes hier immer wieder weggeschaut und die Kinder ihrem Schicksal überlassen hat. Und das alles für einen Fresskorb voller Genussartikel vom Bauernhof. Für mich einfach unfassbar.

Ein weiterer gefühlvoller, einfühlsamer, sehr emotionaler Roman einer Autorin, die gerade solche Themen perfekt umzusetzen weiß. Der mich stark betroffen gemacht hat. Der hoffentlich aufrüttelt und die Menschen noch näher hin schauen lässt. Einen solchen Missbrauch von Kindern darf es nicht mehr geben.

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