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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Absolutes Hörvergnügen

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch - Das Hörspiel von Michael Ende

Michael Ende ist einer dieser zeitlosen Autoren, dessen Werke mich schon als Kind begeisterten und die ich auch heute als Erwachsene immer noch liebe. Den Wunschpunsch habe ich tatsächlich nie gelesen, kenne aber die Verfilmung und war jetzt einfach total neugierig auf das Original. Hab jede Sekunde geliebt.

Zum Inhalt: Zauberer Beelzebub Irrwitzer bekommt höllisch hohen Besuch, denn er hat sein Jahressoll an Unheil noch nicht erfüllt. Da muss ganz schnell eine bitterböse Lösung her. Doch Rabe Jakob und Kater Maurizio versuchen das noch rechtzeitig zu verhindern.

Die Vertonung ist eher ein Hörspiel als ein klassisches, vorgelesenes Hörbuch, was mir richtig gut gefallen hat. Die Sprecher geben hier echt alles und ich fands ganz wunderbar, wie die einzelnen Figuren vertont wurden. Auch die musikalische und lautmalerische Untermalung der Handlung war super stimmungsvoll und hat erheblich zum Hörvergnügen beigetragen.

Ich bin bei Büchern von Michael Ende auch immer positiv überrascht, wie er es schafft, auf unterhaltsame und spielerische Art wichtige zeitlose Themen anzusprechen. Besonders Kater Maurizio ist mir dabei nochmal richtig ans Herz gewachsen.

Und dann der Wunschpunsch selber- der Brauprozess und das ganze drumherum war einfach absolut herrlich zu verfolgen. Ich hatte mit dem Hörbuch viel Spaß und hab es sicher nicht zum letzten Mal gehört. Würde 10 Sterne vergeben, wenn ich könnte.

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Rezensionen von Novalie:

Positive Überraschung

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall von Kate J. Armstrong

Positive Überraschung
Die Nightbirds können über ihren Kuss, Magie an andere weitergeben. Selbst können sie diese jedoch nicht anwenden. Da Magie jedoch verboten ist, müssen ihre Identitäten geheim bleiben, doch als es ein Attentat auf sie gibt, werden plötzlich viele Fragen aufgeworfen.
Optisch ist das Buch auf jeden Fall ein echtes Highlight.

Ich liebe das Cover, ich liebe den Farbschnitt und ich liebe die Details im Buch.
Aber auch inhaltlich konnte das Buch bei mir punkten.
Es bietet ganz unterschiedliche Charaktere mit richtig interessanten Hintergrundgeschichten, die sich sowohl auf die Entscheidungen der Protas, als auch auf den Plot auswirken und keine reinen Shock-Geschichten sind.
Es gab einige überraschende Plottwists, die mich wirklich unvorbereitet getroffen haben, und ein interessantes Magiesystem, das noch viel bieten kann.
Allerdings gab es schon sehr viele Charaktere und ich musste beim Lesen gerade am Anfang aktiv mitdenken, um nicht durcheinanderzukommen.
Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen und es bietet auf jeden Fall Potential für weitere spannende Entwicklungen.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

wichtige Message

The Good War von Morton Rhue

Ich fand den Klappentext sehr ansprechend und habe ich direkt an Bücher wie "Die Welle" der "The war between the classes" erinnert gefühlt, die meiner Jugend einen starken Eindruck auf mich gemacht haben. "The Good war" mutet jetzt etwas moderner an, was vermutlich für heutige Jugendliche dann auch ansprechender ist.

Das Buch behandelt klassische, für Jugendliche relevante Themen wie Freundschaft, Familie, Mobbing und Außenseitertum. Für meinen Geschmack hätte man das ganze noch ein Stück weiter eskalieren können, aber die Botschaft kam auch so rüber. Finde solche Bücher sehr wichtig und würde mir wünschen, dass sowas zur Schullektüre wird.

Zum Inhalt: Caleb, der als Musterschüler und Lehrerliebling nicht viele Freunde hat, hat eine E-Sports-AG für seine Schule auf die Beine gestellt, nachdem die Footballmannschaft gestrichen wurde. Schnell interessiert sich eine bunte Gruppe von Schülern für die AG und sie einigen sich auch "The Good wars" ein Shooterspiel über den zweiten Weltkrieg und schnell greift das Spiel auch in ihren Alltag über.

Dadurch, dass die Handlung in Amerika spielt und die Hauptfiguren noch recht jung, wird die Geschichte des zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus in Deutschland relativ ausführlich ausgearbeitet, was ich einen genialen Kniff fand, um hier nebenher auch nochmal relevantes Hintergrundwissen zu vermitteln und auf sanfte Art ins Gedächtnis zu rufen.

Die E-Shooter-AG bedient eigentlich alle gängigen Stereotype von Schülern- da sind der stille, große Sportler, der laute Mobber, die beliebte Zicke, das schüchterne Mauerblümchen, der Streber, der Aufmüpfige und der Neue, der noch seinen Platz sucht. Ich denke jeder Hörer wird sich daher mit einer der Figuren identifizieren können.

Und obwohl mir die Handlung an sich gut gefallen hat, vor allem, wie die Schüler ihr eigenes Verhalten gegen Ende sehr stark reflektieren, so hätte der Autor für mich gerne noch mutiger sein können. "Die Welle" war ja unter anderem deswegen so erfolgreich, weil es so ein Schocker war. Diese Eskalationsstufe erreicht "The Good war" nicht und ist dadurch auch nicht ganz so eindrücklich und atmosphärisch.

Das Hörbuch war angenehm vertont, das Buch selbst nicht so lang, dass es Wiederholungen gegeben hätte, sondern schön knackig auf das Wesentlich komprimiert, auch wenn das ein bisschen zulasten der allgemeinen Stimmung im Buch ist, die oft recht neutral ist. Man hätte hier vielleicht noch stärker mit den Gefühlen der Jugendlichen variieren können. Trotzdem aber grundsolide und sehr wichtig, dass es solche Bücher gibt.

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Rezensionen von Daggy:

Umfangreich und umfassend

Pokémon Handbuch: Pokémon: Timelines von Morton Rhue

Ich muss zugeben, dass ich mich nicht sehr gut mit diesem Thema auskenne, da aber meine Enkel und auch ihre Freunde so begeistert Pokémon-Karten sammeln und es sogar in der Schule eine Pokémon-AG gibt, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.
Das Cover spricht mich an, denn Pikatchu, winkt mir fröhlich aus der Mitte zu.

Das Inhaltverzeichnis führt durch die verschiedenen Regionen, als Unterpunkte werden Teams, Pokémons und Personen genannt.
Das Buch hält sich wohl an die Serie, die die Geschichte der Pokémons beschreibt. Nach der Einleitung folgt ein Lese-Hinweis und dann geht es nach Kanto, hier lernen wir Ash kennen, den wir durch das Buch begleiten. Auf einer teilweise gebogenen und verzweigten Linie folgen wird der Zeit, es gibt neben den Pfeilen, die die Richtung angeben Punkte, zu denen man kleine Informationen erhält.
Mein Enkel ist begeistert von dem Buch und wird es sicher noch oft zur Hand nehmen und nachzulesen, wie Ash mit Pikatchu an seiner Seite seinen Traum Pokémon-Meister zu werden erfüllt. Im Register kann man auch einzelne Pokémons suchen und sich anschauen, wie deren Beschreibung ist und wo sie in der Geschichte auftauchen.
Eine toll zusammengestellte Chronik für alle Pokémon-Fans.

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Rezensionen von Novalie:

Freudsche Verbrechen

Der Wolf auf meiner Couch von Edith Kneifl

Freudsche Verbrechen
Nach dem Tod seines Vaters, zu dem er ein schwieriges Verhältnis hatte, zieht der Psychoanalytiker Arthur zurück nach Wien. Auf dem Begräbnis trifft er nicht nur eine alte Bekannte, sondern glaubt auch, einen Wolf zu sehen. Kurz darauf fühlt er sich verfolgt und es gibt ein Verbrechen.

Liefern die schrägen Anschuldigungen einer Klientin Hinweise auf den Täter? Und was hat das alles mit ihm zu tun? Kurzentschlossen macht er sich in der Wiener Schickeria auf die Suche nach dem Mörder. Dabei trifft er auf jede Menge schräge Charaktere und muss sich seiner Vergangenheit stellen.
Die Autorin des Krimis ist selbst Psychoanalytikerin, wodurch dieser Aspekt des Protagonisten sehr authentisch wirkt. Er ist nicht immer sympathisch, aber sehr gut ausgearbeitet und hat diesen speziellen, analytischen Blick auf die Welt. Die anderen Charaktere, die das Gewirr der Gesellschaft gut abbilden, sind beinahe widersprüchliche Stereotype, die alle eine eigene Rolle spielen.
Der Schreibstil war für mich leicht verständlich, wobei doch einige Fachbegriffe fallen und natürlich Freud erwähnt wird. Das macht den Protagonisten aber richtig glaubwürdig, indem es seine Sicht auf die Welt widerspiegelt.
Der Anfang der Geschichte hat sich für mich etwas gezogen. Man lernt den Protagonisten kennen und wird fast schon gemächlich an die Handlung herangeführt. Dann kommt es jedoch Schlag auf Schlag und trotzdem bleibt der Schreibstil analytisch und ruhig. Das hat mich fasziniert.
Mir hat das Buch gut gefallen. Allen Wien-Fans, die auf schräge Charaktere stehen und keine Angst vor einem Psychoanalytiker als Protagonisten haben, kann ich das Buch sehr empfehlen.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Vom Chaos der Energien

Heart & Shadow von Marie Graßhoff

Ich liebe Bücher von Marie Graßhoff, die für mich vor allem immer durch ihr Worldbuilding bestechen. Bei diesem Buch hatte ich aber so meine Probleme überhaupt ins Buch zu finden und fand es sehr mühsam, mich durch die Geschichte zu bewegen. Insgesamt hat es mich bis zum Schluss nicht so richtig gecatcht, wobei ich zunehmend gesehen habe, was es hätte sein können.

Zum Inhalt: Mysteriöse Mordfälle und gefährliche Tierwesen suchen die Hauptstadt von Martin heim. Daher wird Wächterin Rha gerufen um sich der Sache anzunehmen. Doch nur mit Mühe gelingt es ihr, die Bedrohung niederzuringen, da tauchen Anzeichen dafür auf, dass die Vorkommnisse erst der Anfang einer größeren Bedrohung sein könnten.

Der Einstieg ins Buch war sehr abrupt und ohne große Vorrede, was das Setting und Magiekonzepte betrifft. Da das auch nie großartig vertieft wird ist mir unklar, ob das Buch jetzt eher Fantasy oder Dystopie zuzuordnen ist. Die Grundidee mit den chaotischen und harmonischen Energien, den Wächtern und Astralen fand ich total interessant. Aber es gibt so viele Geheimnisse, dass es für mich schwer greifbar war, was hinter allem steckt und in den Reichen vor sich geht.

Es gibt zwei Handlungsstränge mit völlig unterschiedlichen Geschichten, einmal von zwei Gejagten, in der es viel um Furcht, Ungewissheit, aber auch Mut und Freundschaft geht. Und dann einmal die zweier Suchender, auf der Spur nach dem Ursprung und auf der Jagd nach Antworten. Beide Handlungsstränge haben ihre ganz eigene Dynamik und Atmosphäre. Die Storyline um Rha war für mich interessanter und spannungsreicher angelegt.

Der Plottwist am Ende dieses ersten Bandes war einerseits vorhersehbar, barg in sich aber trotzdem auch eine Überraschung. Generell war die Story ziemlich actionreich und es passiert unglaublich viel, sodass man aufpassen muss, nicht den Überblick zu verlieren. Ich mag tempo- und facettenreiche Geschichten echt gern, aber hier habe ich ein bisschen gebraucht um reinzukommen. Ich glaube aber, dass mit dem Wissen aus Band 1, der Folgeband wirklich stark werden könnte.

Für mich nicht das stärkste Buch der Autorin, aber überzeugt mit seinem Konzept und macht Lust auf mehr.

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Rezensionen von Tara:

Mutig, ehrlich, authentisch

Strong Female Character von Fern Brady

„Strong Female Character“ sind die Memoiren der schottischen Komikerin, Podcasterin und Autorin Fern Brady.

Fern Brady beginnt mit dem Moment, in dem sie ihrem Vater von ihrer Diagnose erzählt. Sie ist damals bereits 34 und hat zuvor immer wieder andere Erklärungen für ihr untypisches Verhalten erhalten.

Diese fehlerhaften Diagnosen haben ihr das Leben erschwert. Hier gibt sie nun einen offenen und ehrlichen Einblick in ihr Leben. Dabei kommt sie nicht immer sympathisch rüber, aber dafür authentisch und mutig.

Es ist sicherlich nicht leicht persönliche Erfahrungen mit der Öffentlichkeit zu teilen, um auf gesellschaftlich relevante Themen aufmerksam zu machen, aber Fern Brady trifft hier genau den richtigen Ton. Obwohl es sich um ein ernstes und wichtiges Thema handelt, schreibt sie humorvoll und hat es geschafft mich zum Lachen zu bringen. Zugegebenermaßen war ich auch einige Male entsetzt, da ihr Verständnis von Moral sich von meinem deutlich unterscheidet.
Oftmals ist ihre Herangehensweise und der Umgang mit Alltäglichem einfach anders, zum Teil auch erfrischend anders. Ihre Erlebnisse zeigen wie wichtig Aufklärung ist, um autistischen Menschen mit mehr Verständnis begegnen zu können.

Jeder Mensch ist ein Individuum und so ist sicherlich auch jeder Mensch, bei dem Autismus diagnostiziert wird ein wenig unterschiedlich und es reagieren nicht alle immer gleich. An diesem Punkt war mir die Autorin etwas zu verallgemeinernd, aber es ist ihr Buch und es sind ihre Erfahrungen und Erlebnisse, bei denen ich sie gerne und mit Interesse begleitet habe.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Zwei Bücher, eine Liebesgeschichte

Das Echo vergessener Bücher von Barbara Davis

Ich hatte zwar eine etwas andere Art von Geschichte erwartet, war aber letztendlich positiv überrascht von diesem Buch, das eine dramatische, aber ergreifende Geschichte voller Widrigkeiten in sich birgt.

Zum Inhalt: Buchhändlerin Ashlyn findet in Nachlässen immer mal wieder verborgene Schätze, derer sie sich liebevoll annimmt.

Doch als sie in einer Kiste alter Bücher zwei anonyme, scheinbar bisher unveröffentlichte Tagebuchromane findet, bringen diese bei ihr etwas zum klingen. Denn sie schildern scheinbar die zwei Sichtweisen einer tragischen Liebe und Ashlyn setzt alles daran deren Verfasser Belle und Hemd ausfindig zu machen.

Ich mag ja das Stilmittel des Buches im Buch wirklich gerne und so haben mir die Abdrucke der zwei mysteriösen Bücher sehr gut gefallen, die einen Rückblick ins New York Anfang der 40er Jahre bietet. An dieses Switch zwischen Gegenwart und Vergangenheit musste ich mich anfangs etwas gewöhnen, weil ich in den Gegenwarts-Handlungsstrang nicht so richtig gut reingekommen bin und immer am liebsten bis zu den nächsten Buchpassagen vorgeblättert hätte.

An sich verbirgt das Buch sogar zwei Liebesgeschichten, wobei ganz klar die von Belle und Hemi im Fokus steht. Und auch wenn diese reichlich klischeehaft ist, was die Umstände und Dramatik anbelangt, so war sie doch irgendwie so mitreißend, dass ich unbedingt wissen wollte wie sie ausgeht.

Die Gegenwartsgeschichte kam für mein Empfinden zu kurz und blieb blass hinter der Geschichte von Belle und Hemi zurück. Dabei deutet auch die Geschichte rund um Ashlyn einiges an ernsten und wichtigen Themen an, schafft es aber nicht diese zu vertiefen.

Insgesamt mochte ich das Buch ganz gern und würde 3,5 Sterne vergeben.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:

Eine Erzählung vom Sterben der schönen Kunstfigur

Honey von Victor Lodato

Auf einem Gemälde oder in einer Oper, kurz: in der Kunst können Figuren Gewalt erleiden, ohne dass ein lebendiger Mensch zu Schaden kommt. Kunst erschafft Welten, die wir uns vorstellen oder wünschen können, in denen wir aber niemals leben werden.

Ein Kurzschluss zwischen Kunst und Leben prägt den Weg der Romanheldin Honey.

Als Tochter einer Mafia- und Macho-Familie hat sie schon früh verbale und körperliche Gewalt erlebt, aber im Unterschied zu Vater, Bruder und Neffen will sie sich der Gewalt ihres Herkunftsmilieus entziehen, und im Kunsthandel fern der Heimat gelingt ihr das auch.

Die eigentliche Entwicklung der schönen jungen Frau zielt aber darauf ab, sich selbst in ein Kunstgeschöpf zu verwandeln und sich damit existentiell der Welt der Gewalt zu entziehen. Die Mittel eines älteren Liebhabers verhelfen ihr zum Erwerb hunderter hochkarätiger Designerkleider, Accessoires und Einrichtungsgegenstände. Zugleich lässt das – nur knapp angedeutete – Verhältnis auf ihre lebenslange Suche nach einem liebevollen und beschützenden Ersatzvater schließen.

Im Alter kehrt die Titelfigur in ihre Geburtsstadt und damit in den Wirkungsbereich ihrer noch immer („sempre“) mafiosen „famiglia“ zurück. Versuche, den Kontakt zur Familie wieder aufleben zu lassen, scheitern (wunderbar ironisch die Verweigerung des Schlüssels zum protzigen Familien-Mausoleum durch die salamikauende Petrus-Figur eines Friedhofswächters!). Zugleich erweist sich die Sicht der alten Frau auf ihre Mitmenschen als Alkohol- und Valium-induziert unzuverlässig, und – schlimmer noch – ihr Selbstbild, gestützt auf ein „militantes Bestehen auf Eleganz“, gerät ins Wanken. Was soll die Pistole in ihrer Handtasche beim Familienbesuch? Warum ruft sie nicht die Polizei, sondern ihren Mafia-Neffen zu Hilfe gegen einen gewalttätigen Nachbarn? Und was hat es schließlich mit all ihrer unterschwelligen, unverhofft zutage tretenden Wut auf sich? Die verschiedenen Erzählstränge, die diese Fragen aufwerfen, führen letztlich, am Sterbebett der Titelheldin, zur einzig möglichen Lösung: zu einer wechselseitigen Vergebung in selbstloser Liebe, wo das Selbst schon entschwindet.

Abgesehen vom leichten Kitschverdacht in Bezug auf dieses Ende bleibt eine weitere Frage für mich unbeantwortet: Was macht die Anziehungskraft der Titelfigur Ilaria (altgriechisch, lateinisch für „die Heitere“) aus, an der so viele kleben bleiben wie an „Honey“, ihrem angenommenen Namen? Die Nennung jener Haute Couture-Größen, von denen ihre Kleider stammen, erschafft noch lange keinen Menschen und auch keine ganz überzeugende Romanfigur. Den Kurzschluss zwischen Kunst und Leben will ich als lebende Leserin nicht mitvollziehen.

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Rezensionen von Daggy:

Erzwungene Zusammenarbeit

Gegenspieler von Arno Strobel; Ingo Bott

Auf dem Cover sind die beiden Autoren zu sehen, vielleicht gibt es da sogar eine gewissen Ähnlichkeit zwischen ihnen und ihren Figuren? Max Bischoff, der ehemalige Polizist lehrt an der Düsseldorfer Universität und ermittelt privat weiter. Als ein bekannter Anwalt ihn engagiert, will er zunächst ablehnen.

Doch aus privaten Gründen sagt er dann doch zu. Da die Tochter des Anwalts in einer Kanzlei zusammen mit den Rechtsanwalt Anton Pirlo arbeitet, ergibt es sich, dass sie beiden Männer zusammen ermitteln sollen. Beide sind sehr unterschiedlich, vor allem ihre Vorgehensweisen weich sehr stark voneinander ab. Pirlo handelt sehr impulsiv und seine Kontakte zu einem Clanmitglieder, den er Bruder nennt, bleiben undurchsichtig. Rechtsanwalt Mahler will beweisen, dass sein Partner Müller keinen Suizid begangen hat, sondern dass er ermordet wurde. Als dann auch noch eine anders Partnerin der Kanzlei unter ungeklärten Umständen stirbt, wird Mahler zum Verdächtigten. Wollte er verhindert, dass die beiden über das von ihnen erdachte Steuersparmodel TaxEx aussagen?
Bisher konnte sich Max immer auf seinen alten Kollegen Böhmer verlassen, der noch als Kriminalkommissar tätig ist, aber der mauert und verweist auf „ganz oben“, was auch immer das bedeutet. Er warnt seinen alten Freund den Fall nicht weiter zu verfolgen, aber der kann nicht damit umgehen, dass ein Mörder frei herumläuft.
Leider ziehen sich die Ermittlungen in die Länge und die Dialoge der beiden Ermittler kamen bei mir nicht so spritzig rüber. Einiges bleibt weiter um Dunkeln, sicher, um beim nächsten Teil noch eine Rolle zu spielen. Der Plot ist durch aus gut angelegt und es fehlt auch nicht der Show-down am Ende, aber so richtig begeistern könnten mich die beiden Herren nicht.
Was ich hingegen toll fand, war die Idee, das Cover, wie ein Geschenk aufzubauen indem das Hinterteil des Covers nach vorne gefaltet das Buch verschließt.

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