Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Cold Case in und um Hamburg
Das Dickicht von Nikolas Kuhl; Stefan Sandrock
Juha Korhonen und Lucas „Lux“ Adisa vom LKA Hamburg übernehmen einen Entführungsfall, der große Ähnlichkeiten zu einem, 20 Jahre zurück liegenden Fall aufweist. Damals konnte der 14jährige Daniel Boysen im Wald, in einer Kiste vergraben, nur noch tot geborgen werden. Der Fall wurde eingestellt, weil der Täter Selbstmord beging, doch warum konnte der damalige Ermittler nicht loslassen und hat weiter ermittelt?
Mit ihrer Idee zusammen einen Krimi zu schreiben haben die beiden Autoren Kuhl und Sandrock uns Krimiliebhabern einen großen Gefallen getan, denn mit ihrem fesselnden Schreibstil und einem interessanten Ermittlerduo ist ihnen eine spannende Cold Case Story gelungen.
Wie bei einem Puzzle setzen Juha und Lux die verschiedenen Hinweise und Details zusammen und stoßen immer wieder auf Lügen und Geheimnisse. Durch lockere Sprüche und norddeutschen Slang wird die düstere Atmosphäre immer wieder aufgelockert. Auch das Private mit Juha’s Stiefvater, dem alternden Rocker Wally wurde sehr gut eingeflochten.
Der Handlungsablauf ist ohne unnötige Ausschweifungen und gerade durch die wechselnden Perspektiven zwischen Juha und Lux baut sich die Story kontinuierlich spannend auf. Viele Spuren führen letztendlich zu einer grausamen Auflösung.
Mich hat dieser Krimi sehr gut unterhalten und ich hoffe auf eine Fortsetzung der Serie mit diesen sympathischen Ermittlern.
Rezensionen von rewareni:
Rache
Der Familienvater von Drea Summer
Die beiden Kommissare Steffi und Jan stehen wieder einmal vor einem scheinbar unlösbaren Fall. Schon wieder findet man die Leichen einer Familie, wo die Mutter und die die Kinder tot sind, aber der Vater verschwunden ist. Da es auch schon in der Vergangenheit zu so einem Verbrechen gekommen ist, hat der Fall den den Namen ,, Der Familienvater“ bekommen.
Fieberhaft wird nach Spuren gesucht, da sie glauben, dass schon bald die nächste Familie Opfer eines Verbrechens wird. Dass ihnen dieses Mal die Polizeipsychologin Hannah dabei über die Schulter schaut macht speziell Steffi etwas nervös. Es gibt zwar viele Spuren und auch solche, wo immer wieder die Schwiegermütter eine große Rolle spielen, aber ein wirklicher Erfolg stellt sich noch nicht ein. Fieberhaft wird von allen Seiten nach Hinweisen gesucht, doch ob sie eine weitere Tragödie verhindern können, daran glauben die Kommissare schon bald selbst nicht mehr.
,, Der Familienvater“ ist bereits der 5. Band aus der Krimireihe ,, Teufel und Graf“ wo die Autorin Drea Summer ihre Kommissare wieder einmal zur Verzweiflung bringt, da es zwar viele Spuren und mögliche Tatmotive gibt, aber keine wirklich zielführend sind.
Steffi und Jan sind ein eingespieltes Team, wo jeder stets weiß, was der andere denkt und was zu tun ist.
Es gibt viele Puzzleteile die zusammen gesetzt werden müssen und selbst als Leser ist man bis zum Ende hin planlos ob des Täters und dessen Motive.
Die Geschichte wechselt auch immer wieder in die Vergangenheit, wo ich manchmal ein wenig durcheinander gekommen bin, da es doch viele Namen und Personen dabei gibt.
Die Auflösung ist dann doch überraschend, wo ich aber nur zum Teil die Beweggründe für die Taten verstehen konnte, da hätte mir gefallen, wenn man vom Täter aus auch erfahren hätte warum alle Familienmitglieder sterben mussten.
Dass es am Ende schon die Aussicht auf den nächsten Fall gibt freut mich, denn es ist eine sympathische Krimireihe mit spannenden Fällen.
Rezensionen von Ecinev:
Geheimnisvoll
The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure von Weronika Anna Marczak
Die 14-jährige Hailie Monet verliert bei einem Unfall ihre Mutter und Großmutter. Sie erfährt, dass sie 5 Brüder hat die in den USA leben und Vincent, der älteste als ihr Vormund benannt ist. Sie macht sich auf den Weg nach Pennsylvania wo die Brüder in einer abgelegen Luxusvilla alleine leben nur mit einer Haushälterin.
Jetzt könnte sich Hailie alles bestellen was sie schon immer haben wollte, doch sie ist einsam. In der privaten High-School auf die auch 3 der Brüder gehen, ist die Familie Monet bekannt und gefürchtet. Auch Hailie muss erkennen, dass sie in einem goldenen Käfig lebt. Jeder ihrer Schritte wird überwacht und jede Annäherung an einen Mitschüler zerschlagen.
Der Schreibstil ist mitreißend man will immer weiter lesen weil man unterschwellig auf eine gewaltige Enthüllung des Monet-Imperiums hofft. Doch am Ende bleibt es bei Andeutungen die hoffentlich in den nächsten Teilen geklärt werden. Durch die vielen immer wieder kehrenden Ereignisse, Hailie widersetzt sich den Regeln, wird von den Brüdern noch stärker bewacht und ihrem teilweise kindischen Verhalten hat das Buch einige Längen. Erst zum Ende hin kommt so etwas wie Spannung auf und das Buch endet mit einem Cliffhänger.
Das Cover und die Aufmachung des Buches ist sehr schön und ein Schmucktück in jedem Bücherregal.
Rezensionen von Claudia R.:
Winterkrimi
Im Schnee lauert der Tod von Heidi Troi
Klappentext / Inhalt:
»Lawinen nennt man nicht umsonst den weißen Tod. Wer von dieser Lawine auf ihrem Weg ins Tal mitgenommen wird, lebt nicht mehr. Selbst, wenn er Ferdinand Prantl heißt und eine Skifahrerlegende ist.«
Lorenz Lovis hasst den Winter und eigentlich würden ihn keine zehn Pferde auf die schneebedeckten Südtiroler Gipfel bringen, denn da oben sind seine Eltern verunglückt.
Doch sein nächster Auftrag führt ihn ausgerechnet in die weiße Hölle. Ferdinand Prantl, Influencer und Skifahrerlegende aus dem Dorf, ist bei einer Schneetour verunglückt. Das Dorf ist in Schockstarre und ein Gerücht macht die Runde: Ein Unbekannter soll die Lawine mutwillig ausgelöst haben.
Lorenz Lovis ermittelt und deckt dabei Geheimnisse auf, die bis in seine eigene Kindheit zurückreichen und den Tod seiner Eltern in ein völlig neues Licht rücken.
Cover:
Eine kleine Hütte im Schnee, drumherum die Berge, macht das Ganze sehr atmosphärisch und stimmungsvoll. Winterstimmung ist bei dem Cover erkennbar. Auch von den Farben ist es toll an die Winterthematik angelehnt.
Meinung:
Lorenz Lovis ermittelt wieder und dieser winterliche Krimi hält dabei so einige Überraschungen und Wendungen bereit.Es geht diesmal in die Südtiroler Gipfel und eigentlich versucht Lorenz sich davon fern zu halten, nachdem dort seine Eltern verunglückt waren, aber dieser Fall führt ihn genau dorthin.
Dies ist bereits der sechste Krimi mit Lorenz Lovis, aber mann kann diese auch sehr gut unabhängig voneinander lesen, da sie eigenständig und abgeschlossen sind von jeweiligen Fall. Natürlich erfährt man im Privaten mehr und lernt die Charaktere besser kennen, daher macht es mit Vorkenntnissen schon noch mehr Spaß. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut, wieder von Lorenz und den anderen zu lesen.
Inhaltlich zum Fall möchte ich hier jedoch nichts verraten, um nicht zu spoilern oder gar zu viel zu erzählen.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die einzelnen Abschnitte haben eine angenehm und gute Länge. Auch die Unterhaltungen sind interessant angelegt und mehr und Mehr kommt Spannung auf. Auch die Emotionen kommen spürbar rüber und die Ermittlungen sind gelungen umgesetzt. Die Storyline ist interessant umgesetzt und mehr und mehr fügt es sich nach und nach zusammen, wobei einige Wendungen überraschen.
Die Gliederung und Gestaltung hat mir sehr gut gefallen. Die Kapitelanfänge sind optisch ung von der Art her gut hervorgehoben und ersichtlich. Die Kapitelüberschriften sind kurz und passend und verraten nicht zu viel. Winterlicher Krimi, der es in sich hat und durch Spannung, Emotionen und wendungsreiche Ermittlungen besticht.
Fazit:
Lorenz Louis ermittelt wieder und dieser winterliche Krimi hält dabei so einige Überraschungen und Wendungen bereit.
Rezensionen von Claudia R.:
Auftakt der Sansibar-Reihe
Im Schatten der Vanille von Cornelia Engel
Klappentext / Inhalt:
Der Auftakt zur bewegenden Familiensaga um eine mutige junge Frau auf der Suche nach Glück und Selbstbestimmung im exotischen Flair Sansibars.
Samtig-warm wehte der Duft der Vanille über die Zuckerrohrfelder durch die Nacht.
Sansibar, 1880: Voller Hoffnung, ihr altes Leben für immer hinter sich zu lassen, verlässt Elisabeth den Überseedampfer, der sie aus Lübeck hierhergebracht hat.
Die Gewürzinsel, ein quirliger Marktplatz für den Handel mit Nelken, Zimt, Orangen, Elfenbein und Vanille, scheint ihr wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Aber die Realität auf der Insel ist hart. Zwar erregt die junge Frau Aufsehen bei den Männern, aber in der Handelswelt ist sie nicht willkommen. Und nicht jeder, der ihr Avancen macht, meint es ehrlich mit ihr. Wenn sie in die Augen des Pflanzers Jacob blickt, schlägt ihr Herz schneller, doch darf sie ihren Gefühlen trauen, wenn sie selbstbestimmt ihren Weg gehen will?
Cover:
Passend zum Titel ist das Cover sehr schön und atmosphärisch umgesetzt. Eine Frau an einem Strand ist erkennbar und Vanilleblüten runden das Ganze sehr schön ab. Optscih und auch farblich ist es schön umgesetzt.
Meinung:
Elisabeth versucht ihr altes Leben hinter sich zu lassen und flüchtet aus Lübeck ,vor ihrem gewalttätigen Mann, nach Sansibar, um dort neu zu starten. Aber die Realität auf der Insel ist hart und nicht so einfach wie gedacht.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Beschreibungen sind bildlich und sehr gut beschrieben. Man reist an der Seite von Elisabeth nach Sansibar und wird von dem Feeling dort erfasst und mitgenommen. Die detailreichen Beschreibungen der Insel machen es dem Leser leicht, die Dinge vorzustellen.
Man kommt schnell in die Geschichte, Handlungen und Situationen hinein. Der Anfang und Start in Sansibar ist für Elisabeth alles andere als leicht und so manches geht ziemlich schief, was auch den kulturellen Unterschieden geschuldet ist. In Elisabeth und auch die Geschehnisse findet man sich dabei sehr gut hinein. es ist spannend und interessant umgesetzt und lässt sich kurzweilig lesen.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute Länge. Die Kapitelanfänge sind deutlich erkennbar. Die Gliederung ist dabei gut gelungen. Die Geschichte ist interessant umgesetzt und man findet sich schnell hinein und wird von den Geschehnissen erfasst und mitgenommen. Mir hat dieser Ausflug nach Sansibar sehr gut gefallen.
Fazit:
Der Auftakt der Sansibar-Saga ist gut geglückt und man findet sich auf der Insel und auch mit den Gegebenheiten gut zurecht.
Rezensionen von Buchchecker :
Originell, nichts für schwache Nerven
Das Parfüm des Todes von Katniss Hsiao
„Das Parfüm des Todes“ von Katniss Hsiao ist ein fesselndes Thrillerdebüt, das sich als meisterhaftes Spiel mit den menschlichen Abgründen entfaltet.
Die Grundidee, dass die Protagonistin Yang Ning, eine leidenschaftliche Tatortreinigerin, ihren verlorenen Geruchssinn nur in der Nähe von Tod und Verwesung zurückgewinnt, finde ich sowohl originell als auch interessant.
Dass sie bei einem Auftrag in eine perfide Falle tappt und so als Hauptverdächtige in einen Mordfall verwickelt wird, macht die Geschichte äußerst packend und lies mich von der ersten Seite an mitfiebern.
Um ihre Unschuld zu beweisen, nimmt Yang Ning die Hilfe eines Serienmörders in Anspruch, was sowohl verstörend als auch faszinierend ist. Es führt an die Grenzen des moralischen Denkens und bietet tiefere Einblicke in die Psyche der Figuren sowie die Abgründe des menschlichen Verhaltens.
Es gelingt der Autorin, die düstere Atmosphäre der Geschichte durch ihren bildhaften und detailreichen Stil perfekt einzufangen. Allerdings könnte dieser intensive Stil für Lesende mit schwachen Nerven etwas zu viel sein, da die Schilderungen von Verbrechen und deren Folgen sehr eindringlich sind. Die wechselnden Erzählperspektiven bringen zusätzliche Tiefe in die Handlung und halten die Spannung konstant hoch. Überraschende Wendungen und unerwartete Enthüllungen sorgen dafür, dass man immer wieder aufs Neue überrascht wird und die Seiten nur so dahinfliegen.
Leider konnte ich die zum Teil ähnlich klingenden asiatischen Namen nur schwer auseinanderhalten, was leider den Lesefluss erheblich beeinträchtigt hat. Das Personenregister am Ende des Buches kann da aber Abhilfe schaffen.
Insgesamt ist „Das Parfüm des Todes“ eine kurzweilige und spannende Lektüre, die sich von anderen Thrillern abhebt. Mit der raffinierten und ausgeklügelten Handlung, die sowohl psychologische als auch emotionale Elemente vereint, ist es eine empfehlenswerte Wahl für alle, die auf der Suche nach etwas Neuem und Aufregendem sind.
Rezensionen von Murksy:
Schach und Fruchtfliege
Schach-Euphorie von Peter Doggers
Falls Sie sich fragen, was das miteinander zu tun hat, kann ich dieses kurzweilige und sehr spannende Sachbuch empfehlen. Soviel sei verraten, sowohl Schach als auch die Fruchtfliege haben für verschiedene Bereiche der Wissenschaft enorme Bedeutung. Geschätzt 600 Millionen Menschen spielen Schach, Schachcommunities im Netz haben unzählige Mitglieder, Milliarden Partien werden heutzutage online gespielt.
Schach war einer der wenigen Profiteure der Corona-Pandemie. Auch der Erfolg der Netflix-Serie Damengambit hat einen sprunghaften Anstieg der Schachspieler erzeugt, Schachbretter waren zeitweise ausverkauft. Worin liegt aber nun die Faszination des Spiels der Könige? Warum steigen die Anhängerzahlen stetig? Wer sich schon mit Nachdenken beim Lesen gestört fühlt, der wird mit diesem Buch keine Freude haben. Aber ganz sicher muss man kein Schach spielen, um im ersten Buch des bekanntesten Schachjournalisten viel Interessantes zu entdecken. Doggers schlägt einen großen Bogen von den Anfängen vor geschätzten 1500 Jahren bis in die moderne Zeit des Internets. Über keine Sportart wurden mehr Bücher geschrieben, trotzdem ist dieses Werk erfrischend, da es sich bis auf einige Notationen zu berühmten Partien im Anhang, nicht mit den Schachregeln und dem Spiel an sich beschäftigt, sondern mit Anekdoten und Geschichten über große und kleine Akteure wunderbar unterhält. Die bereits angesprochene Bedeutung für Wissenschaft und die Entwicklung der KI, die ihre Geburtsstunde dem Kampf Kasparow gegen den Computer Deep Blue verdankt, werden hier genauso thematisiert, wie die Veränderung des Spiels durch Online-Plattformen und das Streaming. Ein Spiel, das in Komplexität nur durch Go und Shogi übertroffen wird, dessen Regeln einfach sind, aber die Anzahl der Züge die Zahl der Atome im Universum übersteigt, bewegt die Menschen immer wieder aufs Neue. Große Namen des Schachs kommen im Buch zu Wort, Kuriositäten und Psychospielchen werden erwähnt, also alles, was Schach ausmacht und das Spiel zu einem der Dauerbrenner gemacht hat. Und letztendlich die komplette Abwesenheit von Glück, einzig der Verstand und die Konzentration entscheiden über den Ausgang der Partie, machen Schach zu dem vielleicht bekanntesten Spiel der Geschichte. Das Buch lebt diese Faszination und alle Klassen von Interessierten, vom Neuling bis zum Champion, werden gut unterhalten. Die schiere Menge an Schachbüchern hat eine würdige Ergänzung bekommen.
Rezensionen von signalhill:
Oft fehlt mir das Überblicksfoto
Von Angesicht zu Angesicht von Dominik Eulberg; Thomas Hörren; Thorben Danke
Als Biologin ist mir die Welt der Insekten sehr vertraut, auch unter dem Mikroskop. Die Fülle der Insekten im Bild- und Informationsband "Von Angesicht zu Angesicht - Auf Augenhöhe mit heimischen Insekten" von Thorben Danke, Dominik Eulberg und Thomas Hörren bietet jedoch auch für mich tolle Bilder und gute Informationen, die mir weitgehend bekannt sind, die ich aber dennoch immer wieder gern lese.
Die fotographierten Insekten kenne ich aber auch nicht alle.
Die beiden großen Teile des Bandes bestehen aus einem allgemeinen Informationsteil zum Leben der Insekten sowie verschiedenen Ordnungen. Ein ganz tolle Bildseite ist da z.B. bei Mimikry, auch bei Metamorphose, gelungen. So versteht auch jeder die Konzepte.
Auch sonst sind die Fotographien fantastisch, aber besonders weiter hinten stört mich, dass es Ausschnittaufnahmen gibt, die Tiere aber nicht im Ganzen abgebildet sind. Ich habe erst gesucht, ob ich diese weiter vorn am Anfang des Kapitels oder irgendwo finde. Es scheinen aber oft nur Ausschnittaufnahmen zu sein. Diese sind toll, aber ich müsste das Tier dann ja googlen, um zu wissen, wie es aussieht und nicht nur ein Teil von ihm.
Dann wieder ist das aber auch perfekt gelöst, so z.B. auf Seite 38/39. Dort ist oben ein kleines Foto der Feuerwanze, in Großaufnahme die Nymphe der Feuerwanze. Wäre immer ein kleines Gesamtfoto dabei, so wäre das für mich perfekt gelöst.
Insgesamt bringt uns dieser Großformatband aber den Insekten näher und lädt dazu ein, selbst mal genauer hinzuschauen. Hat man die Details mal in Großaufnahme gesehen, sehen wir möglicherweise auch mit dem bloßen Auge mehr. Die Insekten kann man auch selbst durch Lupe oder Mikroskop betrachten. Wenn sie zu schnell sind, muss man sie nicht töten, sondern einfach ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. Das verlangsamt ihren Stoffwechsel, macht ihnen aber sonst nichts aus.
Das Buch ist für Kinder und Erwachsene zu empfehlen. Kinder werden eher die Bilder betrachten, für Erwachsene mit Naturinteresse finde ich aber auch die Texte unverzichtbar.
Rezensionen von MarcoL:
Die neuere Geschichte Georgiens in einem Tag einer Familie zusammengefasst! Grandios!
Müllschlucker von Iwa Pesuaschwili
Der 9. April ist in Georgien symbolträchtig. 1991 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen, 1989 von den Sowjets eine friedliche Demonstration blutig niedergeschlagen. Milas Geburtstag.
In bedrückenden Bildern schildert der Autor die Geschichte des gebeutelten Landes, ja der ganzen Region. Er bricht die komplette Handlung auf einen Tag herunter, umreißt anhand der Familie Simonyan das Leben in einer zerfressenen Stadt ohne große Perspektiven.
Mila, ihr Mann Gena, ihre Tochter Zema und ihr Sohn Lazare werden zu den HandlungsträgerInnen.
Armenischstämmig flohen sie aus dem Kriegsgebiet Karabach nach Tiflis. Verbrechen und Korruption sind hier wie dort liebevolle Geschwister, ernährt von einer Politik, der das Wohl der Bevölkerung nichts bedeutet.
Mila lebt ihr Leben alleine, versucht sich neben der Familie ihre Existenz so angenehm wie möglich zu machen. Das Leben hat sie so gemacht, auch ihren Mann Gena. Dieser war für sehr kurze Zeit ein gefeierter Nationalheld, und wurde abgestoßen, zerbricht daran, und kümmert sich um nichts mehr, lebt in den Tag auf Kosten seiner Frau Mila. Lazare stellt sich den westlichen Verlockungen, vor allem der Musik und linken Strömungen und möchte unbedingt Rapper werden. Und Zema wird Polizistin. Aber nicht aus der Ideologie der Gerechtigkeit heraus, sondern alleine vom Gedanken beseelt, Rache zu nehmen für die eigene Genugtuung.
Sie versuchen ihr Leben auf ihre jeweilig erdenklich beste Art und Weise zu meistern, aber die Vergangenheit schläft nicht, holt auf …
Innerhalb dieses Tages, den uns der Autor in Episoden seiner handelnden Personen präsentiert, prasseln auf die LeserInnen die politischen Ereignisse ungestüm herein. Die postsowjetische Zeit mit all ihren Herausforderungen, den blutigen Auseinandersetzungen der ehemaligen Sowjetrepubliken untereinander. Ob Armenien, Kasachstan, oder Georgien – Selbstbestimmung und was es heißt, ein eigener souveräner Staat mit seinen verschiedenen ethnischen Volksgruppen zu sein, will erst gelernt werden.
Der Kommunismus stirbt langsam, verrottet stinkend. Der Titel „Müllschlucker“ wird symbolisch zum Programm, ein stinkender Mahlstrom gegen die Strömung der Zeit.
Präzise, in ungeschönten Bildern voller Wucht bringt uns Iwa Pesuaschwili, der mit diesem Roman 2022 den Preis der Europäischen Union für Literatur gewann, die Politik der Kaukasusregion näher, lässt teilhaben am korrupten System einer Stadt in der das Verbrechen regiert, und auch dem zerstörerischen Einfluss der Sowjetunion, die ihre giftigen Finger auch nach den Unabhängigkeitserklärungen nicht von den Staaten lassen kann.
Und das gerade mal auf 138 Seiten.
Das Buch ist zugebenermaßen schwierig, nicht einfach zu lesen, bedarf viel Konzentration um die Informationsflut zwischen den Handlungen aufzunehmen.
Nichtsdestotrotz gebe ich gerne eine Leseempfehlung für diesen wichtigen Roman, der ein Stück Georgische Zeitgeschichte zusammenfasst.
Rezensionen von Schkob:
Reclaim your Pain!
Unversehrt. Frauen und Schmerz von Eva Biringer
Für mich ist Unversehrt ein wichtiges und unglaublich relevantes Buch. Zunächst ist es sehr gut recherchiert, die Autorin hat zu jeden der neun Kapitel im Anhang ein Leseverzeichnis eingefügt, in dem man bei Interesse Hintergrundinformationen selbst weiter erkunden kann. Auch die im Buch verteilten Fußnoten sind sehr lesenswert von weitergehenden Information bis zu fast schon amüsanten oder erschreckenden Anekdoten.
Inhaltlich beinhaltet das Buch viel Wissen über Missstände in der Medizin bis zum alltäglichen Umgang mit Schmerzen, denen wir Frauen täglich ausgesetzt sein können. An vielen Stellen wird mir klar, dass ich mit meinen Erfahrungen nicht alleine bin und es sehr vielen Anderen auch so geht. Das Tabu über Schmerz zu sprechen und sich im Hintergrund zu halten, bloß nicht mit Klagen aufzufallen, hat sich auch in mir gefestigt. Obwohl ich in einer Generation aufgewachsen bin, die wesentlich offener mit einigen Themen umgeht. So entstand auch das Gefühl, dass man nur individuell betroffen ist. Unversehrt öffnet mir als Leserin die Augen und lässt mich erkennen, dass es nicht normal ist, monatlich zu leiden, nicht mehr stehen zu können oder sich vor Schmerzen zu übergeben. Es ist auch nicht annehmbar, dass unsere Schmerzen nicht ernst genommen werden oder verharmlost werden. Man sollte nicht für alles einfach eine Schmerztablette nehmen, nach dem Motto: dann geht es schon wieder. Danke für dieses Buch, danke für die wichtigen Informationen und Erfahrungen, danke das dieses Thema mehr Raum bekommt. Und bitte lest es, egal ob es euch betrifft oder die Frauen in eurem Umfeld.











