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Rezensionen von rewareni:

Gute Unterhaltung

Wiener Wedding Killer von Franziska Waltz; Claus Schönhofer; Norbert Peter

Die Anthologie ,,Wiener Wedding Killer“ präsentiert dem Leser 9 Hochzeitskrimis, wo die Braut, der Bräutigam oder eine Person, die zur falschen Zeit am falschen Ort war, das zeitliche segnet.
Die Autoren Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter zeigen dabei, wie humorvoll und auch manchmal recht zynisch gemordet werden kann.

Alle Geschichten bieten eine köstliche Unterhaltung, wo aus Rache, aus Versehen oder sonstigen nicht immer logischen Beweggründen jemand zum Mörder wird.
Besonders der Wiener Dialekt, der immer wieder dabei einfließt, macht die Geschichten noch liebenswerter und vor allem witziger.
Der Schreibstil von allen dreien ist sehr bildhaft und oft auch actiongeladen, wo es ein Vergnügen wäre, wenn man diese Geschichten verfilmen würde.
Schön ist auch, dass man auf Ermittler trifft, die schon öfters in anderen Kurzgeschichten der Autoren vorgekommen sind und ihre Dialoge dabei einfach herrlich sind.
Wer also unter anderem in einem chaotischen Filmdreh eintauchen möchte oder bei einem fröhlichen Polterabend auf einem Schiff dabei sein möchte, sowie erfahren möchte, warum es nicht gut ist, wenn man zwei Frauen gleichzeitig liebt, der kommt bei den 9 Hochzeitskrimis voll auf seine Kosten.

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Schwierige Geschichten

Alles in Ordnung, Liebe überall von Michal Tallo

, Alles in Ordnung, Liebe überall“, so lautet der Titel diverser Kurzgeschichten des slowakischen Autors Michal Tallo. Seine Erzählungen haben dabei eine eigene Ausdrucksweise, wo man nicht immer leicht in eine Geschichte eintauchen kann. So findet man unter anderem einen Satz, der sich über mehrere Seiten zieht, bis endlich ein Punkt den Satz beendet.

Da fällt es natürlich nicht leicht an der Geschichte dran zu bleiben, obwohl sie durchaus einen besonderen Reiz ausübt.
Viele Geschichten sind eher trauriger Natur, wo Menschen verzweifelt sind, wo sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind oder wo sich jemand für einen anderen verantwortlich fühlt und dabei auf sich selbst vergisst.
Es ist mir leider sehr schwer gefallen bei den meisten Erzählungen die Intention des Autors zu erfassen. Er deutet vieles nur an, erzeugt Bilder im Kopf des Lesers, wo ich oft ratlos zurück geblieben bin. So ist mir z.b immer noch nicht klar, warum Männer in eine Konditorei weinen gehen oder warum eine Frau plötzlich ein Baby bekommt, das gleich älter wird und dann weggeht. Man findet in seinen Geschichten immer wieder absurde und aberwitzige Situationen, wo es dauert bis man den Sinn dahinter versteht.
Seine Protagonisten bleiben auch immer unnahbar, sodass es jede Person sein kann die die Geschichte gerade erlebt. So findet man keine Namen sondern z.b. nur den Anfangsbuchstaben wenn L.etwas sagt oder P.etwas tut. Oder wenn es einfach nur Bezeichnungen gibt wie der Körper, die Ältere, die Frau....
Für mich waren die Kurzgeschichten anstrengend zu lesen, weil ich es nicht gerne mag, wenn man beim Ende angelangt ist und man im Grunde nicht wirklich weiß, was der Autor damit ausdrücken wollte. Wer in lyrische, kafkaeske und teils absurde Geschichten eintauchen möchte, wird hier sicher auf seine Kosten kommen.

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Eine blutige Geschichte

Hör auf zu bluten von Matthias Krause

Einen größeren Masochisten als Jakob Schubert gibt es nicht, da er es liebt andere solange zu provozieren bis er von ihnen zusammen geschlagen wird und er genussvoll sein eigenes Blut schmeckt und sein kleiner Freund in der Hose zur Höchstform aufläuft. Sehr zum Leidwesen seiner Frau Sandra und seiner Tochter Patricia.

Selbst sein Therapeut weiß keine wirkliche Lösung für Jakobs ungewöhnliches Verhalten. Bis er auf Headbutt trifft, ein sadistischer Mörder, der es liebt seine Opfer genüsslich zu quälen, bis er sie endlich tötet. So treffen schon bald beide aufeinander, wo ein gnadenloses Katz-und Mausspiel beginnt und so mancher, der ins Kreuzfeuer der beiden gerät, schneller als ihm lieb ist, das zeitliche segnet.
Der Psychothriller ,, Hör auf zu bluten“, ist nichts für schwache Nerven, da hier der Autor Matthias Krause literweise Blut und andere Flüssigleiten fließen lässt.
Es ist eine abgedrehte Geschichte, wo man als Leser immer wieder einmal die Luft anhalten muss, wenn man so manche Szenen bildhaft vor den Augen sieht, um dann wieder schnell weiter zu lesen, weil es immer wieder Überraschungen gibt, die spannend und auch äußerst blutig sind.
Dass selbst bei so einer Geschichte auch ein zynischer Humor nicht zu kurz kommt, finde ich toll. Nur möchte man selber wohl nicht in den Genuss von einem blutigen, menschlichen Handpuppenspiel kommen oder eine besonders geschmackvolle Knackwurst essen , die mit einer Gartenschere portioniert worden ist.
Im Grunde ist es auch eine berührende Geschichte, die in Jakobs Jugend ihren Ursprung hat und er mit seinen inneren ,,Dämonen“ ein Leben lang zu kämpfen hat.
Etwas anstrengend waren für mich die vielen Kampfszenen, wo es erstaunlich war, wie viele Faustschläge ins Gesicht oder unzählige Fußtritte in den Körper jemand aushält und dabei immer wieder aufstehen kann. Manchmal haben dabei zu viele Protagonisten gleichzeitig miteinander gekämpft, wo es nicht immer leicht war den Überblick zu behalten.
Wenn ein Masochist auf einen Sadist trifft, dann kommt ein spannender, brutaler und blutiger Roman heraus, wo der Autor dank seines bildhaften Schreibstils ein Kopfkino erzeugt hat, das man eigentlich nicht sehen will. Wer also abgetrennte Gliedmaßen und blutige Szenen mag, der wird hier sicher auf seine Kosten kommen.

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Wut und Hass

Darknet-Alpträume von Günter Schaden

Für Polizeikommissarin Becca ist nach langer Zeit als Undercover Agentin im Cybercrime Milieu der Moment da, wo ihre Kollegen zuschlagen werden und sie alles dafür vorbereitet hat. Dass es ein nicht ungefährlicher Einsatz ist wird schon allen klar, als sich die Täter nicht kampflos ergeben und es zu so mancher Situation kommt, wo es um Leben und Tod geht.

Obwohl der Einsatz scheinbar erfolgreich verlaufen ist stellt sich die Frage, ob es nicht doch noch irgendwo Hintermänner gibt, die im Darknet ihr Unwesen treiben. Als Becca im Spital auf einen der Täter trifft flammt etwas aus ihrer Vergangenheit auf und lässt alte Wunden wieder aufreißen.
,, Darknet- Alpträume“ ist ein Episoden Thriller rund um die taffe und knall harte Becca, wo der Autor Günter Schaden mit dem 23. Juli 2024 beginnt und den Leser ein paar Stunden auf eine gefährliche und brutale Reise mit der Polizeikommissarin mit nimmt.
Da ich auf diese Art Roman nicht gefasst war, hat es mich gewundert, dass man eigentlich nur zwei Handlungsstränge präsentiert bekommt und nicht mehr. Da man ja nur ein paar Stunden mit Becca verbringen kann, macht es natürlich Sinn. Der erste Teil ist mehr technisch behaftet, wo man interessante Einblicke in die Welt des Darknets bekommt und wie die Spezialeinheit Becca geschickt in dieses Milieu eingeschleust hat. Becca geht dabei sowohl an ihre physischen als auch psychischen Grenzen, wo man das Gefühl hat, dass sie wie ein Uhrwerk funktioniert und nur rational und nie emotional handelt.
Sie ist eine schwierige Person, wo es nicht leicht ist einen Zugang zu ihr zu finden. Nach dem Einsatz begleitet man sie ins Spital, wo sie auf die nette Krankenpflegerin Beate trifft, die einiges mit ihr durch machen muss. Dabei erkennt man, dass Becca oft nur andere ausnützt um an ihr Ziel zu kommen.
Bei ihren Erlebnissen fragt man sich immer wieder, ob sie eine Überfrau ist, die trotz Schmerzen, Erschöpfung und Zeitdruck bis über ihre Grenzen gehen kann.
Es ist ein rasanter und schneller Thriller, wo man manchmal das Gefühl bekommen kann, dass man mit der Handlung nicht mehr ganz mit kommt. Wahrscheinlich soll in der Kürze des Romans viel hinein gepackt werden.
Wirklich viel über Beccas Leben erfährt man nicht und so ist das offene Ende auch ein Hinweis darauf, dass man wohl im nächsten Band mehr aus ihrer Vergangenheit erfährt.

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Einfach nur Rache

Moribundus von Armands A. Asimov

Kater Garv hätte sich sein Leben auch anders vorgestellt. Statt Liebe und Zuneigung wird er brutal gequält und sollte sogar wegen eines Hundes entsorgt werden. Doch in der Nacht zu Halloween bietet ihm ein unheimlicher Streuner die Chance sich zu rächen und aus dem sanftmütigen Garv, wird eine gnadenlose Bestie, die sich für alles rächt, was man ihr angetan hat.

In der Novelle ,, Moribundus - Animals Lane: Passus I “ dringt man in eine geheimnisvolle und brutale Welt ein wo Tieres sich für all ihre Qualen rächen, die ihnen die Menschen körperlich und seelisch zugefügt haben.
Der Autor Armands A. Asimov hat dabei eine Geschichte erzählt, die niemanden kalt lassen wird. So findet man im Vorwort bereits Ereignisse die leider oftmals wahr sind wenn Menschen Tiere grausam quälen. Für so manchen Leser wird diese Erzählung nicht leicht zu verkraften sein, da man hilflos mitansehen muss, wie die größte Bestie im Grunde der Mensch ist.
Es ist eine fantasievolle Geschichte wo man es mit Monsterkatzen und unheimlichen Erscheinungen zu tun bekommt, was gut zu der Zeit zu Halloween dazu passt, wo die Stimmung dabei noch unheimlicher wirkt. Der Spannungsbogen fällt für mich dabei ein wenig ab, da es doch etwas dauert, bis sich Garv verwandelt und sich zu rächen beginnt.
Die Kapiteln haben eine angenehme Länge und lassen sich gut lesen.
Es ist erschütternd wie viel Hass in Menschen stecken kann und wie sie aus Spaß am Quälen Tiere dabei behandeln. Manchmal steigen einem die Tränen bei der Geschichte auf weil man die Verzweiflung, die Schmerzen und die Hilflosigkeit von Garv richtig spürt.
Traurig ist dabei aber auch, wie die kleine Alessa, die den kleinen Kater zu Beginn vergöttert hat ihn sehr schnell vergisst, als sie erfährt, dass sie einen Hund bekommen soll. Das zeigt sehr gut, wie Kinder oft nur Augenblickswesen sind, die die Tragweite gar nicht erfassen können was es heißt sich voll und ganz auf ein Tier einlassen zu können und welche Arbeit dabei auf einem zukommen kann.
Eine erschütternde Geschichte, die speziell für Tierfreunde schwer auszuhalten ist. Schade, dass die Geschichte leider sehr oft der Wahrheit entspricht und sich gewisse Menschen in Grund und Boden schämen sollten.

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Achtung, Mumie kommt!

Mumien morden mittwochs nie von Tatjana Kruse

Eigentlich wollte Polly besondere Artefakte aus dem Alten Ägypten bei einer aufsehenerregenden Ausstellung im Museum präsentieren, als es zu einem tödlichen Unfall kommt. Gut, dass die verwöhnte und ziemlich schlaue Daphne, die die Tochter der millionenschwere Museumseignerin ist, sofort weiß, dass dafür eine Mumie verantwortlich ist und als es noch mehr Todesfälle gibt ist allen klar, dass der Mörder unter ihnen ist.

Als durch einen Hacker Angriff das Museum sich im Lockdown Modus befindet und niemand rein oder raus kann ist es Polly, die gemeinsam mit Daphne auf Mördersuche geht. Bald weiß keiner mehr, ob sie es mit einem menschlichen Täter zu tun haben oder ob Daphne nicht doch recht hat und sich etwas Unheimliches im Museum herum treibt und auf Rache sinnt.
Wer seine Lachmuskeln völlig stressfrei aktivieren möchte, dem lege ich den Roman ,,Mumien morden mittwochs nie- Eine ziemlich verfluchte Krimödie“ von Tatjana Kruse ans Herz.
Wie der Titel schon verrät bekommt man sowohl einen spannenden und unheimlichen Krimi, sowie eine slapstick artige Komödie präsentiert.
Die Autorin versteht es dabei ihre Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappen zu lassen und man
kann einfach nur Polly und Daphne bei ihrer abenteuerlichen Mördersuche begleiten, wobei man aber aufpassen muss, dass man nicht vor lauter lachen vom Sessel fällt und man dann nichts mehr mitbekommt.
Alle Protagonisten sind herrlich dargestellt. Man spürt bei Polly,wie sie sich ständig irgendwo verkriechen möchte, wenn Daphne mit ihren kruden Theorien um sich schlägt.
Polly wird dabei von der Autorin nicht verschont und man leidet ständig mit ihr mit, aber sie ist eine taffe und willensstarke Frau und weiß sich mit unkonventionellen Hilfsmittel zu verteidigen. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Daphne, die herrlich naiv ist und allen Klischees einer reichen und verwöhnten Blondine entspricht. Bis ihre unbekannte Seite aus ihr herausbricht und man als Leser auf einiges gefasst sein muss.
Es ist ein Roman wo man Wortschöpfungen findet, die man so sicher noch nie gehört hat und
diese humorvoll und originell sind.
Es hat Spaß gemacht alle Protagonisten zu begleiten, wo viele herrlich überzogen agieren
und reagieren und man dabei das Gefühl hat, im Theater bei einer Komödie zu sitzen.
Ein gelungenes Stück,wo die Autorin mit Herz, Hirn und Humor ihr Feuerwerk an Ideen mit ihren Lesern teilt.

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Sieg oder Niederlage

Das Grab des Piraten von Gerhard Wegner

Als Experten für gefährliche Abenteuer werden das ODYSSEE- Bergungsteam unter der Leitung des Archäologen Dr. Michel (Mitch) Thromberg , von höchster politischer Stelle gebeten das Grab von Sir Francis Drake zu finden und seine Überreste nach England zurück zu bringen. Obwohl Mitch zu Beginn nicht gerade begeistert davon ist, wird er aber nach und nach immer tiefer in diese Mission hinein gezogen.

Als auch noch Terroristen einen Anschlag verüben ist allen klar, dass sie geschickt an die Sache heran gehen müssen, damit sie erfolgreich sind.
,, Das Grab des Piraten“ ist der 5. und letzte Band aus der Reihe ,, Ein ODYSSEE Abenteuer“ von Gerhard Wegner. Auch wenn man, so wie ich die vorherigen Bände nicht kennt, kann man problemlos in die Geschichte einsteigen.
Mitch, als Leiter des Teams, war mir vor allem zu Beginn nicht sehr sympathisch, da er unfreundlich und ungeduldig seinem hohen Besuch gegenüber gestanden ist. Erst später hat er menschlichere Züge gezeigt. Generell muss ich sagen, dass mir im Grunde alle Protagonisten eher distanziert vorgekommen sind und so ziemlich alle sehr kühl und rational vorgekommen sind, sodass ich nicht wirklich zu ihnen vordringen konnte.
Bei der Geschichte habe ich mir ein spannendes Abenteuer vorgestellt, das ich öfters vermisst habe. Zu Beginn wird sehr viel über die Planung der Mission gesprochen, die Vorbereitungen wer für was zuständig ist und was alles zu beachten ist. Dadurch ist für mich viel Zeit verloren gegangen, bis es spannender wird.
Interessant war, wie versucht wurde hinter die Geheimbotschaft zu kommen, die Francis Drake verfasst hat und der Schlüssel nicht nur zu seinem Grab, sondern auch zu einem verborgen Schatz ist.
Als Nebenhandlung findet man noch einen Einblick in das Leben der Kuna, einer indigene Ethnie in Panama, wo es interessant war zu lesen, wie diese leben und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben.
Der Roman beinhaltet nebenbei noch Themen wie Rechtspopulismus, Klimawandel oder wie Tradition und Kultur einer modernen Welt gegenüber stehen, wo viele glauben, dass sie dort ihr Glück finden.
Am Ende findet man noch Erklärungen zu dem Roman, wo der Autor erklärt, ob oder wie er seine fiktive Geschichte mit realen Ereignissen und Begebenheiten zusammen gefügt hat.

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Spannend bis zum Schluss

Wo ist Athan? von Kejtan

Sieben junge Blutelfen, streifen als Menschen getarnt durch die Stadt, immer auf der Flucht vor Eclipse, den Kopfgeldjägern oder Ocure, einer Geheimorganisation, die Elfen unterdrückt und nach deren strengen Kodex diese leben sollten. Cap, ein alter Elfe versucht seine Schützlinge vor allen Gefahren zu beschützen was bedeutet, dass sie sich ständig einen neuen und wenn möglich sicheren Unterschlupf suchen müssen.

Eine alte Fabrikhalle scheint dafür wie geschaffen. Bald schon merkt Cap, dass seine Zeit als Anführer zu Ende geht, denn seit Athan verschwunden ist, den er gerne als seinen Nachfolger gesehen hätte, gibt es immer wieder kritische Stimmen ob seiner Entscheidungen. Allen voran macht es ihm Diody schwer, dass ihm die anderen vertrauen, da sie ihn immer wieder für unfähig hält und mit ihrer aggressiven Stimmung auch die anderen verunsichert. Bald schon werden die Elfen Gefahren ausgesetzt, wo es sich zeigen wird, ob oder wie es der Gruppe gelingt diese abzuwenden.
,, Wo ist Athan“ ist ein spannender und besonderer Urban Fantasy Roman, wo der Autor Kejtan einige Überraschungen für den Leser parat hat.
Zuerst einmal die Art, wie der Roman geschrieben ist. Er wirkt wie ein Drehbuch, wo Szenen und Handlungen zwischen den Dialogen beschrieben werden und man dabei als Außenstehender alles ,,beobachten“ kann. Dann wird jeder Dialog mit dem Namen des Protagonisten angekündigt wie in einem Chat, wo man zu Beginn ein wenig braucht, damit man alle Namen unterscheiden kann und man sich auf diese ungewöhnliche Art der Gespräche einlassen kann.
Schön fand ich auch, dass vor jedem Kapitel eine Art Erklärung oder Zusammenfassung über frühere Ereignisse zu lesen war, wo man über das Leben der Elfen erfahren hat oder wie magische Wesen entstanden sind. Am Ende jedes Kapitels gibt es als kleines Goodie einen interaktiven QR- Code wo man Bilder, Musik oder Videos findet, die einem die Welt der Elfen näher bringt.
Die Geschichte bietet viele Themen die nicht nur spannend sind, sondern auch immer wieder emotional. So beginnt Cap, der schon vielen Elfen geholfen hat an sich und seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Er macht sich selbst Vorwürfe wenn er das Gefühl hat, dass er falsch gehandelt hat. Er ist aber auch enttäuscht, wenn seine Schützlinge den Glauben an ihn verloren haben. Oder Diody, die stets hin und hergerissen ist zwischen Selbst- und Fremdhass. Die ohne ihren Freund Athan entwurzelt scheint und im Inneren nur nach einer helfenden Hand sucht.
Dabei gibt es spannende Dialoge, wo man immer wieder die Verzweiflung in ihr spürt und sie oft Dinge tut, die ihr nachher auch wieder leid tun.
Mein Herz haben das kleine Kyken und ihr Stofftierdrache Fluti gewonnen, der mit seiner kindlichen naiven und frechen Art stets von den anderen ermahnt werden musste.
Bis zum Schluss gibt es immer wieder überraschende Wendungen, wo man in fremde Welten eintauchen kann, wo man auf magische Wesen trifft und wo auch scheinbar Athan sich unter die Elfen mischt. Ein fieser Cliffhanger am Ende lässt nichts Gutes erahnen und man hofft, dass bald der zweite Teil erscheint, damit man erfährt, wie die spannende Geschichte weiter geht.

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Ein echtes Wunder

Laurentius' Wunder von Irene Matt

Früher als gedacht, muss der junge Giuliano lernen was es heißt alleine und schutzlos durchs Leben zu gehen. Als seine Mutter verschwindet und sein Vater eine neue Frau kennen lernt, ist für ihn schon bald kein Platz mehr zu Hause. Abgeschoben in ein Hotel, wo er eine Kochlehre absolvieren soll, dauert es nicht lange bis er durch seinen Ausbilder missbraucht wird und Giuliano einzig Zuflucht und Halt in seinem Glauben und den Wundern der Heiligen findet.

Im Kloster von Assisi findet er nun als Bruder Laurentius endlich Zuflucht und eine Heimat, wo ihm eines Tages ein großes Wunder widerfährt als ihm der Heilige Franziskus in der Basilika erscheint.
Doch so sehr er auch daran glaubt, findet er bei seinen Mitbrüdern niemanden der ihm glaubt. Dies führt sogar so weit, dass er in eine Psychiatrie zwangseingewiesen wird.
Doch zum Glück wendet sich das Blatt und er darf in den Vatikan reisen, wo er als Beauftragter für Selig- und Heiligsprechung mitwirken darf. Vieles trauriges und erschütterndes erlebt er dabei, bis er wieder ins Kloster zurück kehrt und er spürt, dass er den Spuren der Heiligen und deren Wundern immer näher kommt.
,, Laurentiu`s Wunder“ ist ein stiller und einfühlsamer Roman, wo ein junger Mensch seine Kraft und Energie aus seinem tiefen Glauben und der Religion nimmt. Die Autorin Irene Matt zeigt dabei, dass sie dem Protagonisten tief in die Seele blicken kann. Es ist das Bild eines Jugendlichen, der von einem Tag auf den anderen seine Hoffnung auf ein schönes und friedvolles Leben verliert und der lernen muss, sich durch eine Welt voll Hass, Missgunst und Neid durchzuschlagen. Laurentius ist ein bemitleidenswerter Mensch, dem sein erlebtes Wunder viele Steine in den Weg legt. Er kann und will nicht glauben, dass es niemand anderer bemerkt, wie die vielen Heilige durch ihre Aktionen zeigen, dass sie mit dem Lebenswandel der Menschen und wie sie mit der Natur und den Tieren umgehen, nicht einverstanden sind.
Die Autorin zeigt dabei sehr intensiv, was es aus einem Menschen machen kann, wenn er seelisch labil ist, in seiner Jugend nie wirklich die Möglichkeit bekommen hat eine helfende Hand zu ergreifen und schließlich in einer Spirale landet, aus der er nicht mehr heraus kommt. Auch wenn man merkt, wie verzweifelt er manchmal ist, so ist sein ,,erlebtes Wunder“ immer wieder ein Anker für ihn.
Gut beschrieben waren auch die Szenen, wo man bei der Befragung dabei sein konnte, wenn die Mönche die Menschen nach ihren erlebten Wundern befragt haben, wo man gesehen hat, dass es nicht nur wirklich gläubige Personen gibt, sondern auch solche, die diese schamlos ausnützen, wenn sie sich Aufmerksamkeit oder finanzielle Zuwendung erhoffen.
Es war interessant Laurentius auf seinem Weg zu begleiten wo man gesehen hat, dass man selbst bei Widrigkeiten des Lebens an sich glauben sollte, egal was andere von einem denken.

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Eine neue Heimat

Laurenzerberg | Roman von Christoph Zielinski

Wacek und seine Frau Ophelia, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Polen nach Wien geflohen sind, sind nun auf der Suche nach einer neuen Heimat, was sich als nicht ganz einfach erweist. Zum Glück gibt es wenigstens noch andere Emigranten mit denen sie sich austauschen können, aber es ist schwer auch noch in den 1060er- Jahren und noch dazu als Juden in einem Land gelandet zu sein, wo man nicht immer willkommen ist.

In dem Roman ,,Laurenzerberg“ lässt der Autor Christoph Zielinski verschiedene Protagonisten über ihr Schicksal, über ihr Leben, ihre Sorgen und ihre Wünsche erzählen. In abwechselnden Kapitel trifft man immer wieder auf Menschen, die nie wirklich glücklich wirken. Man kann dabei im Grunde nicht wirklich einen roten Faden erkennen kann, da die Geschichten scheinbar keinen richtigen Zusammenhang bilden.
Was alle gemeinsam haben ist, dass sie nicht wirklich in Wien als neue Heimat angekommen sind. Sie spüren immer noch die Nachwehen des Nationalsozialismus und manchmal wünscht sich der eine oder andere eine Rückkehr nach Polen, wo ihnen der Kommunismus aber auch kein Glück gebracht hat.
Die Protagonisten und ihre Dialoge wirken manchmal schon slapstikartig wo der Roman für mich schwer ist einzuordnen. Viele wirken dabei in ihrem Handeln überzogen und theatralisch, wo man aber mit der Zeit sogar darüber schmunzeln muss.
Der Roman zeigt, wie schwer es Menschen haben können wenn sie spüren, dass sie zwar eine neue Heimat gefunden haben, aber trotzdem nicht zu Hause sind, weil sie ,,anders“ sind, eine andere Religion haben, andere Traditionen pflegen oder selbst der Name zeigt, dass man nicht dazu gehört.
Wer sich auf einen Roman einlassen kann, wo man trotz ernsthafter Themen viele Geschichten nicht ganz ernst nehmen darf, wird dabei seine Freude und einiges zum Nachdenken haben.

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