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Rezensionen von rewareni:
Ungewöhnliche Geschichten
In dem Kurzgeschichten Band ,,Kosmos der Abseitigen“ findet man sieben Erzählungen von verschiedenen Menschen wo man als Leser nie im Voraus weiß, was einem erwarten wird. Der Autor Daniel Hardt schafft es dabei stets eine bedrückende und emotionale Stimmung zu schaffen, wo man ständig hin und her gerissen ist zwischen Wut und Mitleid, aber auch Ekel und Verzweiflung empfindet.
Die Ausdrucksweise des Autors nimmt den Leser von Beginn weg für ihn ein, er beschönigt nichts, er bringt auch unerfreuliche Dinge auf den Punkt und man ist einfach in seinen Geschichten gefangen. Selbst Schachtelsätze haben dabei ihren besonderen Reiz.
Die Erzählungen dabei sind anders, als man sie gewohnt ist. Nicht nur, dass man immer wieder ein offenes Ende vorfindet, wo man oftmals nicht mit diesem Ausgang der Geschichte gerechnet hätte, sondern auch weil es ungewöhnliche sind mit Protagonisten, die oft selbst nicht wissen, wie sie mit ihrem Leben oder einer Situation umgehen sollen.
So trifft man unter anderem auf einen verliebten Mann, der auf sehr spezielle Art und Weise seiner Angebeteten nahe sein will oder einem mörderischen Häftling, der Meister der Manipulation ist. Aber auch, dass man unseren tierischen Begleitern mehr Achtung und Respekt zollen sollte. Es sind im Grunde keine Wohlfühlgeschichten, weil man selten auf jemanden trifft, der am Ende wirklich glücklich ist. Dafür wird man ständig zum Nachdenken angeregt, zum Reflektieren seiner eigener Meinung bezüglich Religion, Experimenten an Tieren zum ,,Wohle“ der Menschen aber auch, dass man nie in eine andere
Person hinein schauen kann was es oft schwer macht dessen Beweggründe zu verstehen. Tolle Kurzgeschichten, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Für immer verbunden
Seelenschwur von Andrea Revers
Die junge Studentin Hanna ist überrascht, als eines Tages ein seltsamer junger Mann bei ihr auftaucht und sie um etwas ungewöhnliches bittet. Die Geschichte, die er ihr erzählt ist mehr als unglaubwürdig, aber bald muss sie feststellen, dass alles, was er sagt der Wahrheit entspricht. Er ist Vlat, der Läufer, der vor vielen Jahren drei jungen Soldaten, die im Sterben lagen, die Lebenskraft genommen hat und nun dazu verdammt ist, die Seelenschuld seiner Opfer zu begleichen.
Da Hanna seine Vertraute ist und dadurch eine besondere Verbindung zu ihm hat, ist sie bereit ihm zu helfen. Gemeinsam mit ihrer Freund Lus, geraten die drei nicht nur einmal in gefährliche Situationen, wo Hanna Dinge erlebt, die sie nie für möglich gehalten hätte.
,, Seelenschwur Band 1: Das Erwachen“ ist eine Art Urban Fantasy, mit einer besonderen Handlung. Die Autorin Andrea Revers schafft es dabei eine Spannung zu erzeugen, die mich bereits von Beginn weg gefangen gehalten hat. Vlat, den man nicht wirklich als Vampir bezeichnen kann, der lieber Tier-als Menschenblut bevorzugt, hat eine besondere Gabe, die ihm fast zum Verhängnis wird.
Originell habe ich dabei empfunden, dass er, sobald er das Blut eines Menschen trinkt, er alle Empfindungen, Erinnerungen und Fähigkeiten desjenigen in sich auf nimmt, was in diesem Fall der drei Soldaten, sogar für ihn lebensgefährlich war. So weiß man zu Beginn nicht genau, ob oder zu welchen Empfindungen Vlat fähig ist, was sich aber im Laufe der Geschichte gut erklärt.
Interessant waren dabei auch die Rückblenden der drei jungen Soldaten, wo man erfährt, was sie sich noch gewünscht hätten, aber ob ihres Todes diese unerfüllt geblieben sind und erst wenn es Vlat gelingt, diese zu ihrer Zufriedenheit zu erledigen, können ihre Seelen in Frieden gehen.
Besonders spannend waren dabei auch die Rückblenden, die vor 7000 Jahren begonnen haben und man erfährt, warum die einst geachteten und verehrten Läufer plötzlich zu einem Feindbild geworden sind und sie alle, bis auf Vlat vernichtet wurden.
Es ist eine spannende Geschichte mit einem besonderen Plot, wo man als Leser immer hofft, dass alles gut ausgeht, auch wenn es nicht immer danach aussieht.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band, denn nach dem Ende steht Vlat wohl noch einiges bevor.
Tu es nicht!
Das Echo der Zukunft von Martin S. Burkhardt
Lars Kleidenau hat zwei Probleme, die ihm das Leben schwer machen. Obwohl seine Frau Sophie genau aufpasst, was sie mit welchen Zutaten kocht, wird seine Nahrungsmittelallergie immer schlimmer und die Sorge darüber, dass seine Firma immer schlechter läuft trägt auch nicht so einem besseren Wohlbefinden bei.
Da trifft er auf seinen alten Freund Carl, der ihm etwas unglaubliches erzählt. Er weiß von einer Parallelwelt, die mit zwei Ausnahmen der eigenen Welt völlig gleich ist.
Da Lars nichts mehr zu verlieren hat wagt er die Besuche in die andere Welt. Fasziniert davon, dass es scheinbar harmlos ist und er die Ausflüge zu Sophie 2 genießt wagt er einen Schritt mit ungeahnten Folgen.
In dem Roman ,, Das Echo der Zukunft“ lässt der Autor Martin S. Burkhardt seine Leser an einer abenteuerlichen Reise durch Raum und Zeit teilhaben. Es ist eine Mischung aus Grusel Krimi und Mystery. Was zuerst unglaublich und natürlich interessant klingt entpuppt sich aber mit der Zeit für den Protagonisten Lars zu einem Unterfangen auf Leben und Tod.
Der Autor hat eine fantasievolle und spannende Geschichte geschrieben, wo das Eintauchen in eine andere Parallelwelt ein besonderes Erlebnis war und man als Leser immer mit gefiebert und gewartet hat, was als nächstes passiert.
Die Geschichte ist leicht zu lesen, manchmal sogar blutig und brutal und bis zum Schluss hofft man mit Lars mit, dass alles gut ausgeht.
Das Ende kommt etwas schnell, aber es passt trotzdem gut zur Handlung. Dass es wohl besser ist nicht in Dinge eingreifen zu wollen, die man besser nicht verändern sollte, kommt gut in dem Roman hervor und ich habe mich dabei gut unterhalten gefühlt.
Gruselige Unterhaltung
Zwielicht 20 von Algernon Blackwood
Wer sich gerne gruselt, über mystische Geschichten aus der Vergangenheit lesen möchte oder auch Protagonisten erleben möchte, die große Schuld auf sich geladen haben und dafür grausam büßen müssen, der wird mit der bereits 20. Ausgabe der Zwielicht Reihe sicher seine Freude haben.
Die Herausgeber Michael Schmidt und Achim Hildebrand haben in Zwielicht 20 wieder einmal eine gute Bandbreite aus 18 verschiedenen Geschichten zusammen gestellt.
Man trifft auf menschliche Schicksale, die unter die Haut gehen, einen unheimlichen Hotelflur aus dem es scheinbar kein Entkommen mehr gibt oder auch eine besondere Standuhr, mit einem düsteren Geheimnis.
Schön finde ich auch immer wieder, wenn es Geschichten gibt wie von Algernon Blackwood, der zwar schon 1951 verstorben ist, aber seine Erzählungen einen unheimlichen und guten Charme aufweisen, wo es ihm gelingt ohne große Dramatik und blutige Szenen eine unheimliche, düstere und bildhafte Stimmung zu erzeugen.
Ein gruseliger Artikel von Karin Reddemann über Märtyrer, Schlampertoni und der Heilige Bimbam, runden den Band sehr gut ab. Schöne Innenillustrationen, von denen es gerne mehr sein hätte können, lassen die Geschichten noch intensiver erscheinen. Für gute Unterhaltung ist also auch hier wieder gesorgt.
Rache
Der Familienvater von Drea Summer
Die beiden Kommissare Steffi und Jan stehen wieder einmal vor einem scheinbar unlösbaren Fall. Schon wieder findet man die Leichen einer Familie, wo die Mutter und die die Kinder tot sind, aber der Vater verschwunden ist. Da es auch schon in der Vergangenheit zu so einem Verbrechen gekommen ist, hat der Fall den den Namen ,, Der Familienvater“ bekommen.
Fieberhaft wird nach Spuren gesucht, da sie glauben, dass schon bald die nächste Familie Opfer eines Verbrechens wird. Dass ihnen dieses Mal die Polizeipsychologin Hannah dabei über die Schulter schaut macht speziell Steffi etwas nervös. Es gibt zwar viele Spuren und auch solche, wo immer wieder die Schwiegermütter eine große Rolle spielen, aber ein wirklicher Erfolg stellt sich noch nicht ein. Fieberhaft wird von allen Seiten nach Hinweisen gesucht, doch ob sie eine weitere Tragödie verhindern können, daran glauben die Kommissare schon bald selbst nicht mehr.
,, Der Familienvater“ ist bereits der 5. Band aus der Krimireihe ,, Teufel und Graf“ wo die Autorin Drea Summer ihre Kommissare wieder einmal zur Verzweiflung bringt, da es zwar viele Spuren und mögliche Tatmotive gibt, aber keine wirklich zielführend sind.
Steffi und Jan sind ein eingespieltes Team, wo jeder stets weiß, was der andere denkt und was zu tun ist.
Es gibt viele Puzzleteile die zusammen gesetzt werden müssen und selbst als Leser ist man bis zum Ende hin planlos ob des Täters und dessen Motive.
Die Geschichte wechselt auch immer wieder in die Vergangenheit, wo ich manchmal ein wenig durcheinander gekommen bin, da es doch viele Namen und Personen dabei gibt.
Die Auflösung ist dann doch überraschend, wo ich aber nur zum Teil die Beweggründe für die Taten verstehen konnte, da hätte mir gefallen, wenn man vom Täter aus auch erfahren hätte warum alle Familienmitglieder sterben mussten.
Dass es am Ende schon die Aussicht auf den nächsten Fall gibt freut mich, denn es ist eine sympathische Krimireihe mit spannenden Fällen.





