Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nil_liest:
Reiner Wein eingeschenkt?
Wilder Wein von Alexander Oetker
Wie war das? Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub? Dann kann ich diese Lektüre empfehlen von Alexander Oetker mit dem 7. Fall des Commissars Luc Verlain (wenn ich mich nicht verzählt habe..).
Ich erinnere mich noch gut an den allerersten Fall „Retour“ und seitdem hat er mich mit seiner Reihe! Ich lese gerne unaufgeregt in charmanter Umgebung und mit Persönlichkeiten, die ich im Alltag nicht treffen würde.
Voilà, hier ist alles drin und dann auch noch in Frankreich. Trés bien.
Nun aber zu „Wilder Wein“, hier wird leider eine junge Winzerin tot in ihrem eigenen Weinkeller gefunden. Alle Welt denkt es wäre ein Unfall gewesen, aber Verlain hat da ein anders Bauchgefühl, dem er auch nachgeht. Wie sollte es anders sein, die dorfgemeinschaft hat so ihre Geheimnisse, die er nach und nach ans Licht bringt. Die Verstorbene war kein Freund des Weinpansches und hat sich damit im Ort nicht alle zu Freunden gemacht.
Wie immer ist es herrlich entspannt bei grauen Tagen in die französische Provinz abzutauchen und sich trotz Mord hier ein wenig imaginäre Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.
Für mich immer mal wieder ein Wohlfühl-Read im besten Sinne!
Rezensionen von evaki:
Über eine lebenslustige Frau, Mutter, Geliebte, Lyrikerin und Diva
Ein anderes Leben von Caroline Peters
Caroline Peters ist ja eng mit eher lustigen Rollen als Schauspielerin verbandelt und zeigt als Schriftstellerin eine ganz andere, ernsthafte Seite, die man überhaupt nicht bei ihr vermutet hätte. Ich war davon beeindruckt, wie zartfühlend offen Sie über das bunte Leben Ihrer Mutter erzählte. Ein Frau, die immerhin mit drei Studienfreunden verheiratet war und von jedem eine Tochter bekommen hatte.
Schon allein diese Tatsache ist außergewöhnlich und man fragt sich, wie kann so etwas dann auch noch harmonisch als Großfamilie zusammenpassen. Wir erfahren viel von dieser starken Frau, deren große Liebe den Wörtern, der Literatur, der Lyrik gilt und ein bisschen auch den Männern, die sie bis an's Lebensende anziehend findet und vielleicht auch etwas abhängig davon ist. Etwas weniger ist sie Mutter und das wird dann auch ganz gut erklärt, in dem Buch, dass uns Caroline Peters so ganz offen anvertraut!
Rezensionen von yellowdog:
Ein nachdenklicher, verinnerlichter Text
Auch Fische können ertrinken von Dagmar Schifferli
Man ist als Leser immer dicht bei den Gedanken der Protagonistin Katharina, die Ärztin ist, aber selbst an Atembeschwerden leidet und daher nach Davos zur Erholung reist. Davos, da liegt der Gedanke an Thomas Manns Zauberberg nahe.
Katharina hat den Eindruck, dass ihr leidender Zustand psychologische Ursachen hat, zum Beispiel ihre harte Kindheit.
Ihre Erinnerungen daran sind teils schwer erträglich. Beschädigungen aus der Kinderzeit kann man nicht heilen, nur lindern.
Überraschenderweise verlegt die Autorin die zweite Hälfte des Romans nach New York, dadurch wechselt auch die Stimmung.
Stilistisch kommt mir der Roman ein wenig altmodisch vor. Das liegt vielleicht aber auch an einigen zeitlich weiter zurückliegenden Bezügen und Verweisen. Aber die Emotionen der Protagonistin werden sichtbar gemacht.
Rezensionen von Nele33:
poetisch still
Für immer von Maja Lunde
Maja Lunde hat sich mit ihrem Buch" Für immer" einem Thema genähert, welches die Menschheit seit jeher umtreibt: die Zeit und was wir damit machen.
Sie nutzt dafür die Idee: Was geschieht, wenn die Zeit plötzlich stillsteht. Niemand mehr stirbt, aber auch niemand mehr geboren wird.
Wie verändern sich die Menschen in so einer Situation? Bei alledem nimmt die Natur ihren gewohnten Lauf.
Dies stellt sie anhand unterschiedlicher Personen und Konstellationen dar. Da ist die junge Mutter, deren Tod unausweichlich schien. Sie freut sich über die geschenkte Zeit. Doch was ist mit einem alten vertrautem Ehepaar, dem sich nun anstatt das Ende zu erwarten, noch einmal ganz neue Wege öffnen?
Die Gedankenspiele regen zum Nachdenken an und die Autorin hat es wieder einmal geschafft mich mit ihrem poetischen Schreibstil zu erreichen.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
für mich ein Highlight
Fake Dates and Fireworks von Kyra Groh
Kyra Groh kannte ich schon von anderen Büchern und auch die Leseprobe gefiel mir gut, weshalb ich mit das Buch gleich zu Erscheinen gekauft habe. Auch wenn ich das eBook relativ teuer empfand für ein eBook, hat mich das Buch nicht enttäuscht. Man kommt sehr schnell in die Geschichte hinein, zumindest ging es mir so (ich arbeite selbst in der Ausbildung von Elementarpädagog*innen, das kann auch daran gelegen haben).
Die Szenen sind gut und realistisch geschrieben und die Szenen vor Weihnachten waren schon richtig gut eingefangen. Die Erwartungen an den Urlaub sind ebenso sehr transparent und durch die vielen Rückblenden ist auch erkennbar, woher diese kommen und wie die Beziehung über 10 Jahre gewachsen ist bzw. in welche Richtung sie sich entwickelt hat. Mir gefiel hier das Tempo sehr, sie gab der Geschichte die nötige Tiefe, ohne langweilig zu werden. Raphael war mir auch sehr schnell sympathisch und seine Einschätzungen und Worte sind oft sehr treffend. Auch fand ich stark, wie das Buch nach Silvester weitergeht. Das Buch wirkt dadurch nicht nur nach einem leichten Wohlfühlroman, sondern zeigt eine richtige Entwicklung der Protagonistin. Für mich ein Highlight!
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Farbenrauschen (Sweet Lemon Agency, Band 2) von Kyra Groh
Ich hab den ersten Band bereits gelesen gehabt und war schon gespannt, wie der zweite Band so wird. Vom Setting her, das in Band 1 angedeutet wurde, sprach mich der Band nämlich schon vor dem Lesen etwas mehr an als Band 1. Das war dann auch beim tatsächlichen Lesen so. Ich empfand die Geschichte unglaublich schön geschrieben.
Man konnte richtig sich das Agenturleben vorstellen und dabei den Druck, der auf den einzelnen Personen lag, gut nachempfinden. Besonders berührt haben mich die beiden Hauptprotagonisten mit ihrer Vergangenheit. Ich dachte mir am Anfang ein wenig, was genau ist ihr Problem oder warum stellen sie sich so an, doch je mehr man aus der Vergangenheit erfährt, desto mehr versteht man ihr Verhalten und kann ihnen nur Verständnis entgegenbringen. Ich war berührt von ihrer Geschichte und hab mich richtig mit ihnen um ihr nicht ganz einfaches Happy End gefreut. Jetzt freue ich mich schon auf Band 3!
Rezensionen von brauneye29:
Hat mich nicht ganz überzeugt
The Twenty von Sam Holland
Zum Inhalt:
Adam hat schon eine Menge gesehen, aber einen Tatort mit fünf ausgebluteten Leichen hatte er bisher noch nicht und die Nummerierung deutet auch noch darauf hin, dass der Täter von zwanzig runter zählt. Die Zeit drängt also, denn täglich gibt es neue Opfer. Alles deutet auf einen Zusammenhang mit einer anderen Mordserie, die allerdings schon dreißig Jahre zurückliegt.
Meine Meinung:
Ich habe mich irgendwie schwer getan mit dem Buch. Klar kommt gleich Spannung auf, da die ersten Toten nicht lange auf sich warten lassen, aber irgendwie hat mich das Buch nicht gepackt. Ich hatte Schwierigkeiten mit den Protagonisten, die mir fast durch die Bank unsympathisch waren. Obwohl es ja gleich mit Leichen los ging, gab es dann eher einen Hänger im Buch, was zum Ende hin dann aber wieder ausgeglichen wurde, weil es da dann Schlag auf Schlag ging. Insgesamt habe ich mich mit dem Schreibstil auch etwas schwer getan.
Fazit:
Hat mich nicht ganz überzeugt
Rezensionen von brauneye29:
Überladen
To Die For von Lisa Gray
Zum Inhalt:
Die Welt von Luxusimmobilien kennt die Maklerin Andi Hart gut und sie weiß auch, wenn ein attraktives Objekt an den Markt kommt, dass alle ihre Kollegen dieses Objekt wollen und da es um viel Geld geht, wird mit harten Bandagen gekämpft. Als ein Objekt mit einer Provision von einer Million an den Markt kommt, weiß sie was sie zu tun hat.
Doch dann wird eine Leiche dort gefunden und es ist klar, dass der Wettkampf eine neue Dimension hat.
Meine Meinung:
Ich habe mich durch das Buch eher gequält, weil ich nicht wirklich in diese Welt der Luxusimmobilien und das Gebaren der Makler einfinden konnte. Zudem fand ich die Handlung extrem überladen und dadurch ging für mich auch die Spannung verloren. Das Stilmittel der Perspektivwechsel, dass durchaus gut funktionieren kann, hat nach meiner Meinung hier so gar nicht funktioniert, denn es hat eher verwirrt. Insgesamt war es nicht mein Buch, mir war es einfach nicht spannend genug und hat nicht meine Erwartungshaltung erfüllt.
Fazit:
Überladen
Rezensionen von nessabo:
Ein dichtes, antikapitalistisches Plädoyer für weniger Self und mehr Community Care
Das Orakel spricht von Liv Strömquist
Liv Strömquist hat hier wieder eine gut recherchierte und vielfältige Graphic Novel geliefert, die mit dem typisch trockenen Strömquist-Humor daherkommt. Mir dröhnte nach der Lektüre ein wenig der Kopf, aber das spricht nur für die Dichte des Buches. Außerdem fühlte ich mich wiederholt bestätigt und motiviert.
Inhaltlich kann ich also kaum etwas Negatives sagen.
In sieben Abschnitten widmet sich die Autorin dem Selbstoptimierungsdruck unserer neoliberalen Gesellschaft und argumentiert im Kern antikapitalistisch. So beleuchtet sie die milliardenschwere Wellnessbranche, welche Spaß und Glück kommodifiziert und kaufbar gemacht hat, während diese genau durch diese Nutzbarmachung quasi unerreichbar werden; ebenso wie den menschlichen Versuch, den Tod als absolut unkontrollierbares und dadurch zutiefst beängstigendes Ereignis durch unzählige Selfcare-Elemente doch kontrollieren zu wollen. Spannend fand ich die Darstellung der zunehmenden Unfähigkeit unserer Gesellschaft, Raum zu lassen für unangenehme Gefühle (Enttäuschung, Trauer, ...). Diese resultiert in einem individualisierten Druck, alle Probleme zu lösen bzw. sich selbst zu heilen - wobei die zwanghafte Vermeidung von Schmerz schlussendlich zu weniger Lebendigkeit führt.
Im Weiteren geht es um Menschen, in der Öffentlichkeit oder nicht, die anderen ungefragte Ratschläge geben - und dass das nicht aus einem vermeintlichen Altruismus heraus passiert, sondern weil sich das Beratschlagen so gut anfühlt. Zudem wird die These dargestellt, dass es vielleicht gar kein "authentisches Selbst" gibt, weil das immer in Relation zu anderen Menschen (ent-)steht, und dass das von spirituellen Influencer*innen/Autor*innen gepredigte "Folgen der inneren Wahrheit als einzige moralische Instanz" genauso brandgefährlich ist, wie es für mich klingt - weil dann grundlegende Moralfragen einfach individualisiert übergangen werden können (erinnert mich an Spiris, die nach jahrelangem Veganismus auf "körperliches Drängen" hin doch wieder Fisch essen mussten). Dass die Startbedingungen im Kapitalismus vor allem von Glück bestimmt sind und eben nicht alle die gleichen Chancen haben, wussten wir schon. Interessant fand ich hier aber den Vergleich von Religion und Selbsthilfe insofern, dass in beiden Fällen Priviligierte ihre Position zu legitimieren versuchen ("von Gott so gewollt" vs. "hart erarbeitet, verdient"). Und dass wir, statt unser eigenes, gar nicht mal so beinflussbares Leben kontrollieren zu wollen, unsere Kapazitäten lieber gemeinsam darauf verwenden sollten, die ungerechten Systeme umzubauen - denn die sollten ja gerade die angeborenen Ungleichheiten auffangen und sie nicht verschärfen. Und abschließend gibt es zu lernen, dass Selbsthilfelektüre sowie entsprechende Coachings uns versprechen, alle Lebensbereiche optimieren zu können, wobei durch die erneute Kommodifizierung das Leben zu einem einzigen Leistungsbereich wird, in welchem wir aufgrund unzähliger Optionen und angesichts der Möglichkeit eines ständigen Scheiterns nur unglücklich sein können. Also ganz klar: Finger weg von Heils- und Optimierungsversprechen, stattdessen Ärmel hoch für die Schaffung gerechter Utopien.
Nun zum Negativen: Nicht ganz passend fand ich den Klappentext, laut welchem sieben Influencer*innen dieser Branche in den Fokus genommen werden sollten. Das habe ich so nicht als zentrales oder leitendes Element wahrgenommen. Gestört haben mich außerdem die englischsprachigen Textauszüge. Ich selbst kann sie zwar übersetzen, aber so wird meiner Meinung nach die Zugänglichkeit reduziert. Und das Ende kam mir ein wenig abrupt vor, da hätte ich mir irgendwie einen runderen Schluss gewünscht. Aber vielleicht ist auch genau das der Punkt - schließlich soll ja auch Raum sein für Enttäuschung und offene Fragen. ;)
Eine klare Empfehlung für alle, die sich philosophische Positionen und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um Selfcare/Selbsthilfe auf kompaktem, aber dennoch anspruchsvollem Weg zu Gemüte führen wollen.
4,5 Sterne
Rezensionen von tonton:
Magisches, winterliches Abenteuer
Die Winterschwestern von Jolan C. Bertrand
"Die Winterschwestern" ist ein Wikingermärchen, empfohlen für Kinder ab neun Jahren. Die Geschichte ist voll von Magie und fantastischen Wesen und auch als Vorlesegeschichte für jüngere Kinder geeignet.
Schon das Cover zieht einem in seinen Bann. Das Buch lässt sich leicht lesen und ist durch viele wunderschöne farbliche Zeichnungen illustriert.
Am Anfang des Buches erfährt der Leser, dass der Winter in Form von zwei Schwestern kommt. Die große Schwester ist die Kälte und Dunkelheit, während die kleine Schwester Sonnenschein und Spaß ist. Doch die kleine Schwester ist vor einiger Zeit verschwunden und seitdem ist der Winter für Menschen und Tiere nur hart, kalt und mies.
Die Geschichte dreht sich um den zehnjährigen Alfred. Er muss die kleine Schwester finden, um seinen Onkel zu retten, nachdem dieser von der großen Schwester erwischt wurde.
Das Buch bietet ein magisches, winterliches Abenteuer an, das auch tiefgründige Themen wie Freundschaft, Verlust und Mut anspricht.











