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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anno:

Vielfältig, fundiert wirkend, etwas langatmig

Unbedingt lesen, wenn ... von Julie Smith

Ich habe dieses Buch aus reinem Interesse gelesen, bin ein normaler Mensch mit nicht mehr oder weniger Problemen als andere und habe sicherlich keine fachliche Kompetenzen um die hier dargelegten Empfehlungen wirklich hinterfragen zu können. Geschieht dies dennoch, dann aus reinem Bauchgefühl und ohne Gewähr.

Dieses Buch wirbt damit ein Begleiter für alle möglichen Lebenslagen zu sein. Die Themen hierzu wurden in 3 Abschnitte unterteilt, die Situationen zusammenfassen, die entweder die Interaktion mit anderen, dich selbst als Person oder deine Gefühlswelt betreffen. Dies und die treffenden umschreibenden Überschriften der einzelnen Kapitel helfen rasch zum benötigten Thema zu gelangen. Und diese sind tatsächlich sehr vielfältig. Sie zielen darauf ab Hilfestellung zu leisten, die eigenen Empfindungen und Reaktionen verstehen zu lernen und dem entgegenzuwirken. Dass sie dabei jedoch keine professionelle Hilfe bei ernsthaften Erkrankungen ersetzen können, sollte jedem klar sein. Aber einen Anreiz in die richtige Richtung scheinen sie mir dennoch zu geben. Die Um- und Beschreibungen sind ausführlich und wiederholen sich teils, was das Lesen manchmal etwas mühsam machen kann. Für mein Empfinden hätte hier mitunter sogar gerne etwas am Text gespart werden können. Die verwendete Sprache aber ist sehr gut und verständlich. Die Autorin verzichtet auf Fachtermini wodurch es ihr gut gelingt den Leser zu erreichen. Und auch die kapitelabschliessenden Zusammenfassungen, sowie die Hilfen aus dem Anhang gefielen mir gut. Wie hilfreich die Tipps letztendlich sind, möchte und kann ich jedoch nicht bewerten. Auf mich aber machen sie einen recht logischen und fundierten Eindruck.

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Rezensionen von LeserinLu :

Rau und schön

Wenn wir lächeln von Mascha Unterlehberg

Mascha Unterlehbergs Debütroman „Wenn wir lächeln“ ist ein rasanter, sprachlich eindringlicher Roman über Freundinnenschaft, Wut und das Aufwachsen als Mädchen in einer Welt, in der sie ständig patriarchaler Gewalt ausgesetzt sind.

Es sind die Nullerjahre: Jara und Anto trinken Wodka, fahren ins CentrO, klauen Lipgloss.

Sie verbindet aber noch mehr – sie sind eine Einheit, eine Schwesternschaft, die gemeinsam gegen eine feindliche Umwelt kämpft und die Wut über eine Welt auslebt, in der Mädchen nicht einfach nur sein können, sondern sich ständig behaupten müssen. Jara fixiert bald ihr gesamtes Leben auf Anto. Sie bewundert Anto, weil die immer alles im Griff hat. Doch nach und nach wird klar: Kontrolle ist eine Illusion – irgendwann entgleitet ihnen alles.

Unterlehberg erzählt diese Geschichte in einer rauen, ungeschönten Sprache, die zugleich voller Gefühl ist. Die kurzen Kapitel und präzisen Absätze wirken fast wie Gedichte, weil so intensiv und komprimiert komplexe Themen wie Freundinnenschaft, Verletzungen und Wut verhandelt werden. Ich mochte dabei besonders die vielen Zeitsprünge zwischen und innerhalb der Kapitel, weil sich dann die Zusammenhänge erst nach und nach entfaltet haben.

„Wenn wir lächeln“ ist ein aufwühlendes Porträt einer Freundinnenschaft, die an ihrer eigenen Intensität zu zerbrechen droht. Auch sprachlich hat mir der Roman sehr gut gefallen!

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Rezensionen von Tara:

Hier wird Geschichte lebendig

Der große Riss von Cristina Henríquez

„Der große Riss“ ist ein packender Roman über den Bau des Panamakanals von der in Illinois lebenden Autorin Cristina Henriquez.

Das Buch beginnt mit einer Anzeige, in der Arbeitskräfte für den Panamakanal gesucht werden. Versprochen wird „Arbeit im Paradies!“, die Wahrheit sah dann wohl ein wenig anders aus…

Unzählige Menschen arbeiten an dem historischen Projekt.

Im Vordergrund stehen ein Fischer, eine Ärztin, eine Immigrantin, ein Wissenschaftler und viele weitere. Damit wird das Leben sehr unterschiedlicher Charaktere und Gesellschaftsschichten präsentiert, die sich überschneiden und ineinandergreifen.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und sachlich. Dennoch ruft sie Emotionen hervor, da hier Arme und Reiche, Fremde und Einheimische direkt nebeneinander stehen. Die einen arbeiten bis zum Umfallen, die anderen geben Befehle und erteilen gnadenlos Anweisungen. Die Arbeitsbedingungen sind hart.
Die Atmosphäre der damaligen Zeit wird gut eingefangen und alles wird authentisch geschildert.
Krankheiten, Tod, Freundschaft, Solidarität, Unterdrückung, Rassismus, Liebe, Verachtung für die Einheimischen und vieles mehr werden zum Thema. Auch die Umgebung wird gelungen geschildert.

Zu Beginn des Buches gibt es eine Karte, die es erleichtert die Handlung geografisch einzuordnen, wenn man den Panamakanal nicht vor seinem inneren Auge hat.

Hier lohnt sich auch ein Blick unter den Schutzumschlag, da das Buchcover sehr passend und stimmig gestaltet wurde.

Wer sich für den Bau des Panamakanals, das Leben der Menschen und die historischen Begebenheiten der damaligen Zeit interessiert, wird in diesem Buch gut mit Informationen versorgt.

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Rezensionen von LeserinLu :

Sogwirkung

Halbe Leben von Susanne Gregor

Manchmal braucht es keine epischen Romane, um eine Geschichte zu großen Fragen zu erzählen – „Halbe Leben“ ist der beste Beweis dafür. Auf wenigen Seiten entfaltet Susanne Gregor eine spannende Geschichte über Ungleichheit, Nähe und Abhängigkeit, die mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen hat.

Auf der ersten Seite des Romans erfährt man vom plötzlichen Tod von Familienmutter Klara, die im Beisein von Paulína, einer slowakischen Pflegekraft, die Klaras Familie unterstützt, einen tödlichen Unfall hat - oder war das kein Unfall? Auf den folgenden Seiten des Romans erfährt man mehr Verhältnis zwischen Klara und Paulína. War Paulína nur eine Angestellte? Oder schon eine Freundin? Und wie freiwillig sind Freundschaften, wenn ein Machtgefälle zwischen zwei Menschen besteht?

Gregor schreibt in einer präzisen, eindringlichen Sprache, die mir sehr gut gefallen und mich in ihren Bann gezogen hat. Die feinen sozialen Dynamiken zwischen Paulína und Klaras Familie sind scharf beobachtet und regen zum Nachdenken über die Verteilung von Care Arbeit und Pflege an und vor allem hat mir gefallen, dass keine einfachen Antworten gegeben werden. Vor allem die Frauenfiguren sind komplex und widersprüchlich, einzig der Familienvater wirkt manchmal vielleicht etwas überzeichnet.

Ein intensiver, kluger Roman über soziale Ungleichheit, Abhängigkeiten und das, was zwischen Menschen unausgesprochen bleibt!

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Rezensionen von cosmea:

Im Inneren und außen eine stille Einöde

Dancing Queen von Camila Fabbri

Die Mittdreißigerin Paulina kommt erheblich verletzt in ihrem völlig zerstörten Auto wieder zu sich, neben sich ein unbekanntes, etwa 15jähriges Mädchen. Sie ist zunächst völlig orientierungslos und kann sich an nichts erinnern. Dann lesen wir Episoden aus ihrer Vergangenheit und Gegenwart. Da gibt es den Ex-Freund Felipe, der nie an einer festen Bindung interessiert war, den Mischlingshund Gallardo, den Felipe ihr überlassen hat und ihre Arbeitskollegin Maite, die so etwas wie eine Freundin für sie ist.

Auch Maite hat die Liebe ihres Lebens noch nicht gefunden und ist ständig auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten. Eines Tages fahren die beiden Frauen aufs Land, um Maites alten Vater zu besuchen. Bei der Gelegenheit lernen sie bei ihrer Geburtstagsfeier die 15jährige Lara kennen, die Paulina bittet, sie mit nach Buenos Aires zu nehmen. Auf der Rückfahrt passiert der Unfall, mit dem der Roman beginnt.
Das Buch bietet keine zusammenhängend erzählte Geschichte, sondern lediglich zahlreiche Fragmente mit Zeitsprüngen, die dem Leser die Orientierung nicht leichtmachen. Paulina ist eine Frau, die den Bezug zur realen Welt weitgehend verloren hat. In Gesprächen gibt sie wenig von sich preis, beantwortet auch einfache Fragen häufig mit „weder noch“ und ist einsam und traurig. Am Ende könnte die Begegnung mit der jungen Lara einen Neuanfang bedeuten, denn Paulina nimmt an sich das Helfersyndrom wahr und will sich um das Mädchen kümmern.
Mir hat der kurze Roman nach einer gewissen Eingewöhnungszeit auch sprachlich gefallen, und ich habe mich gern auf dieses Experiment eingelassen.

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Rezensionen von nanu?!:

Mir fehlte da was

Klapper von Kurt Prödel

Thomas, von seinen Mitschülern nur abfällig Klapper genannt, ist ein Außenseiter wie er im Buche steht.
Am liebsten würde er sich den ganzen Tag in seinem Zimmer verstecken und Counter Strike zocken.
Leider ist da aber noch die Schule in die er sich jeden Tag hinschleppen muss und regelmäßig schikaniert wird.

Doch dann kommt die Neue in seine Klasse, und langsam ändert sich für Klapper alles.

Der Leser begleitet Klapper durch seinen eintönigen verkorksten Alltag. Gefesselt hat mich seine Geschichte schon, auch wenn ich finde, das einige kleine Details, besonders zu seiner Person, nicht gepasst haben.
Zum Beispiel habe ich das Oliver Kahn-Poster in seinem Zimmer nicht verstanden. Es passt nicht zu seinem Typ, er spricht das ganze Buch nicht einmal von Fußball. Oder die T-Shirts mit den Bands drauf? Die Rolle als Nerd nehme ich ihm voll ab, aber nicht die als Metaler.
Und waren Schulattentate dank Counter Strike 2011 überhaupt noch ein Thema?

Insgesamt ist die Grundstimmung eher dunkel und trübsinnig. Das liegt daran, dass aus Klappers Sicht erzählt wird und er es wirklich schwer hat, in seinem Leben als Teenager. Er passt nirgendwo so richtig hin, Freunde hat er keine und seine Eltern sind auch ein bisschen verkorkst und haben mehr mit sich selbst zu tun.
Nur in seiner Counter-Strike-Community erfährt er Anerkennung durch seine Maps die er baut und die er anderen Spielern zur Verfügung stellt.
Klappers Alltag plätschert erst schwermütig vor sich hin, erst die neue Klassenkameradin Vivi, von allen Bär genannt, reißt ihn endlich aus seinem Trott.
Wobei ich Klappers Faszination für sie kaum nachvollziehen kann. Gesund fand ich deren Freundschaft jedenfalls nicht, aber das macht Bär und die ganze Geschichte um die beiden auch aus.
Das Ende fand ich jedenfalls zu plötzlich. Ein paar meiner Fragen wurden nicht vollständig aufgelöst.
Alles in allem ist Klapper aber trotzdem ein starkes Debut, und ich freue mich auf weitere Romane aus Kurt Prödels Feder.

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Rezensionen von Claudia R.:

gelungener Reihenauftakt

Spellcraft, Band 1 - Die Magie der silbernen Flamme von R. L. Ferguson

Klappentext / Inhalt:

Bei einem magischen Fest in London wird Lucys Leben mit einem Schlag auf den Kopf gestellt: Ihre Großmutter wird vor ihren Augen entführt und Lucy kann sich danach an nichts erinnern! Zum Glück hat sie Freunde, die ihr zur Seite stehen – und ihre magischen Objekte. Denn Lucy hat ein ganz besonderes Talent: Sie ist eine Spellcrafterin und kann Gegenständen Magie einhauchen.

Doch die Suche nach der Wahrheit führt sie auf eine gefährliche Spur. In London ist die Magie außer Kontrolle geraten …

Umhänge, die unsichtbar machen. Medaillons, die Geschichten erzählen. Schwerter, die die Welt zerteilen. In den geheimen Workshops der Spellcrafter werden mitten in London wahre Wunder gefertigt – mit jeder Menge Talent und einem kleinen Tropfen goldener Magie.

Entdecke alle Abenteuer rund um Lucy und die Magie der Spellcrafter:
Band 1: Die Magie der silbernen Flamme
Band 2 erscheint im Herbst 2025
Band 3 erscheint im Frühjahr 2026

Cover:

Das Cover ist sehr verheißungsvoll, spannend und verlockend gestaltet. Der Drache zieht die Aufmerksamkeit auf sich und verspricht so schon Spannung und weckt das Interesse. Optisch und auch farblich ist es klasse umgesetzt.

Meinung:

Spannend und auch nterssant geht es in den ersten Seiten voran, jedoch is da bereits das Handeln von Lucy nicht ganz nachvollziehbar. Nach dem verschwinden ihrer Großmutter hätte man mehr Drang von Lucy erwartet, aber dieser entfaltet sich erst nach und nach und hier geht es spannungstechnisch eher langsamer voran, als erwartet.

Inhaltlich machte ich an dieser Stelle jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und locker und lässt sich recht leicht und flüssig lesen. Ins Geschehen und auch die Charaktere findet man sich gut hinein. Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute Länge und ermöglichen so einen guten und angenehmen Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind deutlich und gut erkennbar. Die kleine Symbolik am Beginn ist passend und schön gewählt.

Der Anfang ist interessant und ab der Mitte nimmt es dann auch langsam wieder an Fahrt auf. Spannung wird mehr und mehr eingebaut, aber geht leider zwischenzeitlich auch etwas verloren. Lucy ist sympathisch, aber manchmal nicht ganz nachvollziehbar, aber dies ist nur mein Empfinden.

Von der Idee her und auch von den Entwicklungen finde ich es jedoch vielversprechend und interessant und bin schon sehr auf den zweiten Band im Herbst gespannt, denn es bleibt hier natürlich noch einiges offen und ungeklärt, so dass man gern mehr erfahren möchte.

Fazit:

Interessanter und gelungener Reihenauftakt, der noch etwas an Spannung zulegen kann.

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Rezensionen von cosmea:

Keiner ist ohne Schuld

Die Villa von Jess Ryder

In Jess Ryders Roman “Die Villa“ feiern die vier Freundinnen Tiff, Beth, Dani und Celine den Junggesellinnenabschied von Aoife in einer etwas abseits gelegenen Villa in Marbella. Es gibt Spannungen unter den Frauen, es wird viel Alkohol konsumiert, und am Ende liegt die Braut blutüberströmt tot am Boden.

Dani hatte in der Nacht einen Blackout und will endlich herausfinden, was damals wirklich geschah, damit sie damit abschließen und ihre psychischen Probleme lösen kann. Deshalb überredet sie die drei anderen, noch einmal für ein Wochenende nach Marbella zu einer Art Gedenkfeier für Aoife zu reisen, ohne ihnen zu verraten, was sie wirklich vorhat, schon gar nicht, dass sie die Villa Floriana gemietet hat, in der das Verbrechen geschah. Sie stößt auf sehr viel Widerstand, nicht nur bei den Frauen, sondern auch bei den Vermietern. Alle sind der Auffassung, dass sie die Vergangenheit ruhen lassen soll. Es wird schnell deutlich, dass hier keiner die Wahrheit sagt, dass alle irgendetwas zu verbergen haben oder sogar irgendwie schuldig geworden sind. Dani ist allerdings die einzige, die diese Erinnerungslücke hat, deren Grund sie im Zuge ihrer Nachforschungen herausfindet. Am Ende wissen Dani und die Leser, was wirklich geschah und warum.
Erzählt wird aus wechselnder Perspektive aller Figuren, vor allem aus Danis, wobei Tiff, Beth und Celine als Ich-Erzählerinnen auftreten. Ständig wechselt die Zeitebene zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das geschieht gut verständlich, aber leider nicht ohne Längen. Ich habe den auch sprachlich gelungenen Roman gern gelesen, fand ihn interessant, aber nicht übermäßig spannend, dennoch durchaus empfehlenswert.

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Rezensionen von cosmea:

Eine Kleinstadt in schwierigen Zeiten

Ginsterburg von Arno Frank

In seinem neuen Roman “Ginsterburg“ beschreibt Arno Frank, wie es den Bewohnern der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg irgendwo in der Mitte Deutschlands in den Jahren 1935 – 1940 – 1945 erging. Die Bewohner sind zum Teil begeisterte Anhänger des Nationalsozialismus, zum Teil Gegner oder in der Mehrzahl Mitläufer, die sich möglichst unauffällig verhalten, um sich nicht in Schwierigkeiten zu bringen.

Da ist die verwitwete Merle, die ihren Sohn Lothar allein aufzieht und nicht begeistert ist, als er der Hitlerjugend beitritt, weil er unbedingt Flieger werden will. Sie ist Buchhändlerin und muss mit ansehen, wie das Angebot an Büchern schrumpft und linientreu wird. Der Blumenhändler Otto Gürckel steigt in der Partei zum Kreisleiter auf und macht guten Umsatz genauso wie Clemens Jungheinrich, der Besitzer der Papierfabrik. Eine wichtige Rolle spielt auch Eugen von Wieland, der Feuilletonist der Lokalzeitung, mit seiner Frau Ursel und seiner Tochter Gesine. Daneben gibt es noch zahlreiche andere, in deren Leben der Leser Einblick bekommt.
Der umfangreiche Roman zeichnet den Kriegsverlauf nach. Sah es zuerst noch aus, als sei der Endsieg garantiert, wendet sich das Blatt, und die Niederlage wird bald unvermeidbar. Im Zuge dieser Entwicklung rückt die Bedrohung auch Ginsterburg immer näher, wird zu umfangreicher Zerstörung und zahlreichen Todesopfern führen. Wie überstehen Freundschaft, Liebe und familiäre Beziehungen diese Zeiten? Wieviel Loyalität kann es noch geben, wenn jeder um das physische und gesellschaftliche Überleben kämpft?
Mir hat der Roman mit Einschränkungen gefallen. Wegen der Personenvielfalt und der unendlich vielen Episoden, aber auch durch die Einschübe rund um den Absturz des englischen Bomberpiloten Alfie wird der Roman ziemlich unübersichtlich und liest sich alles andere als mühelos. Da braucht man Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen.

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Rezensionen von Mabla59 :

Spannung am Kummersee

Kummersee von Iver Niklas Schwarz

Was mich hauptsächlich getriggert hat, "Kummersee" von Iver Niklas Schwarz zu lesen, war die Beschreibung "für Fans von u. A. Andreas Gruber". Also enttäuscht wurde ich nicht.
Schon der Prolog war mitreißend und ließ auf eine spannende Lektüre hoffen.
Die kleine Lena und ihr älterer Bruder Tom baden entgegen dem Verbot im Kummersee in der kleinen Ortschaft Horlow an der innerdeutschen Grenze.

Dabei ertrinkt Tom mutmaßlich, den er wird nie gefunden.
Jahre später kehrt Lena, die inzwischen Polizistin geworden ist, an den See zurück.
Als plötzlich Morde geschehen, flackern auch die alten Schauergeschichten wieder auf.
Daß das Mystische einen ganz realen und aktuellen Hintergrund hat, wird schnell klar.
Der Schreibstil von Iver Niklas Schwarz ist flüssig und gut zu lesen.
Spannend und fesselnd, mit einem heftigen Showdown, der nichts für zartbesaitete Gemüter ist.
"Kummersee" ist für mich eine Leseempfehlung wert.

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