Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Die Bedrohung rückt näher
Nachtflut von Stina Westerkamp
Bei diesem Thriller haben das auffällige Cover, der Schauplatz an der Ostseeküste und die recht aktuelle Thematik mein Interesse geweckt.
Elisa lebt nach einigen schweren Schicksalsschlägen und der Trennung von ihrem Ehemann allein in ihrem Elternhaus in Deichnähe in einem kleinen Ort an der deutschen Ostseeküste.
Seit vielen Tagen regnet und stürmt es extrem und die Deiche sind extrem durchweicht und drohen zu brechen, sodass so gut wie alle Bewohner ihres Heimatortes ihre Häuser fluchtartig verlassen. Elisa gelingt es nicht rechtzeitig, weg zu kommen und sie rettet sich zunächst zu ihren Nachbarn im Haus gegenüber, einem älteren Paar, das auf den ersten Blick harmloser wirkt, als es ist. Und Elisa muss dann nicht nur die bedrohlichen Wassermassen fürchten, sondern hat auch Angst vor ihrem Ex-Geliebten Paul, der das Chaos um die Flut genutzt hat, um aus einem nahegelegenen Gefängnis für Schwerverbrecher zu entkommen.
Ich hatte beim Lesen etwas Schwierigkeiten wirklich mit Elisa warm zu werden, da ich mich aufgrund einiger Verhaltensweisen nicht so recht mit ihr identifizieren konnte. Verschiedene Erzählperspektiven tragen zum Spannungsaufbau bei, wobei mich die plötzlich zusätzlich auftauchenden Tagebucheinträge zunächst ziemlich verwirrt haben. Es gibt auch falsche Fährten und nicht alles ist so, wie man zunächst vermutet. Am Ende sorgt ein Cliffhanger dafür, dass auch eine Fortsetzung denkbar ist. Insgesamt wäre meiner Meinung nach etwas weniger Drama realistischer gewesen, da quasi jede Person recht extreme Probleme und Vorgeschichten hat, auch die Frauenfiguren, die im Verlauf der Handlung eine Rolle spielen, hätten für mich etwas stärker und eigenständig handlungsfähig ausfallen dürfen und nicht ganz so abhängig von Männern und anderen Dingen. Auch die rechtlichen Hintergründe, was die Verurteilung von Elisas Ex-Geliebten angeht, fand ich nicht vollkommen schlüssig. Die Thematik mit der Flut und den brechenden Deichen fand ich aber gerade in Zusammenhang mit den zuletzt immer häufiger auftretenden Hochwassern interessant und auch der Schreibstil war gut lesbar.
Rezensionen von Sago:
Wo Gespenster und Märchen wandeln
Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen von Alina Metz
"Es ist ein Welt aus Tinte, Staub und Schatten... Hier unten gibt es nur Stille. Und die Bücher, die sich in ihrer stummen Sprache Geheimnisse zuflüstern. Tausende, Abertausende von ihnen sind an diesem Ort versammelt und träumen im Dämmerlicht vor sich hin, aneinandergedrängt auf ihren Regalbrettern.
"
Willkommen im Bücherlabyrinth, inmitten von Memento-Mori-Pilzen, Carpe-Diem-Schwämmen, lebenden Staubflusen, Bücherwürmern und Zeitungsschlangen, wo nicht nur Schattenweber lauern, sondern auch der Schlund die Büchersucher in Gefahr bringt.
Minna beginnt eine Büchersucher-Lehre, wie einst ihre Mutter, im Antiquariat von Raban Krull, gemeinsam mit dessen Sohn Gulliver und dem androgynen Jascha. Minnas Mutter verschwand einst im Bücherlabyrinth. Schon bald findet Minna heraus, dass es eine Möglichkeit gibt, ihre Mutter wiederzufinden. Und wie so oft, liegt die Antwort in Büchern...
Die Story funkelt nur so vor kreativen Ideen und wunderbaren literarischen Anspielungen. Letzteres beginnt schon bei den Nachnamen wie Mörike und Krull. Der Zielgruppe, Kindern ab 11, dürften sie noch gar nicht geläufig sein, das ist aber auch nicht unbedingt notwendig. Für Erwachsene bietet das einen schönen Mehwert. Das Bücherlabyrinth wird sehr atmosphärisch dargestellt. Warum die Büchersucher dort trotz aller Gefahren unterwegs sind, könnte ebenso wie die Tiefe der Protagonisten im Band 2 noch besser ausgearbeitet werden. Sehr hübsch sind die märchenbuchartigen Verzierungen an den unteren Ecken der Seiten und die angenehme Zeitlosigkeit der Geschichte. Trotz der Angabe, dass die Story in der Gegenwart angesiedelt ist, gibt es beispielsweise keine Smartphones.
Rezensionen von Anndlich:
Grauzonen
Dunkle Momente von Elisa Hoven
Eva Herbergen hat als Strafverteidigerin schon viele Menschen vor ihrer Strafe bewahrt, doch manche Fälle lassen sie auch Jahre später nicht los. Eva berichtet von neun Fällen, in denen die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Recht verschwimmt und das moralische Dilemmata zum Vorschein kommt.
Dunkle Momente von Elisa Hoven ist ein fiktionaler Roman, dessen Inspirationen sich in der Realität finden, sodass einem die Ähnlichkeit zu wahren Fällen durchaus auffallen kann.
Doch die fiktionalen Erweiterungen sind auffällig und sorgen für spannende Gedankengänge, denn die Autorin erschafft Grauzonen und zeigt, wie schnell sich die Meinung ändern kann und wie wenig es benötigt, um das Bild nicht mehr nur ‚schwarz‘ oder ‚weiß‘ zu sehen.
Neben diesen moralischen Fragen, die sich ganz automatisch aufwerfen, bekommt man durch Dunkle Momente auch einen Einblick in das Rechtswesen und in die Arbeit einer Strafverteidigerin. Eva Herbergen ist eine durchaus sympathische Protagonistin, deren Handlungen ich nachvollziehen, wenn auch nicht immer gutheißen - aber genau hier kommen wieder die moralischen Dilemmata ins Spiel - konnte.
Jeder der neun Fälle ist in sich abgeschlossen, der letzte Fall ist jedoch derjenige, der den Spannungsbogen hoch hält, da er immer wieder angesprochen wird. Wobei ich auch ohne diese Erwähnungen einen Sog verspürt habe, der mich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchlesen ließ.
Dunkle Momente hat mich komplett überzeugt und ist ein Buch, das mich sicherlich gedanklich noch einige Zeit begleiten wird!
Rezensionen von Daggy:
Glücklose Frauen
Portrait meiner Mutter mit Geistern von Rabea Edel
Rabea Edel setzt sich als Raisa in diesem Buch mit den Frauengenerationen vor ihr auseinander. Am Anfang des Buches gibt es einen Stammbaum dessen rote Linie bei Dina, der Urgroßmutter, beginnt. Sie ist mit Carl verheiratet, der als Steward auf einem Schiff durch die Welt fährt. Ihre Tochter Selma, Raisas Großmutter lernt früh Jakob und Oskar kennen und heiratet später Heinrich, das „Tier“.
Wer Marthas Vater ist, ist eine komplizierte Geschichte. Über Martha erfahren wird Stück für Stück einiges, weil Raisa mit ihrer Mutter zusammenlebt. Zunächst glaubt sie, sie habe keine Familie. Alle Frauen haben eine gewisse Sprachlosigkeit gemeinsam. Es dauert sehr lange bis Martha Raisa etwas von sich erzählt und auch das macht sie in kleinen Geschichten, die sie ihr als Briefe zukommen lässt. Ein anderer Erzählstrang berichtet von Jakob, der als 94-Jähriger in New York ebenfalls seine Vergangenheit aufzuarbeiten versucht.
Es hat einige Zeit gebraucht bis ich mit den Figuren vertraut wurde, einiges entwickelt sich ähnlich und ich musste häufig auf den Stammbaum gucken, um mich zu orientieren. Besonders in Selmas und Marthas Biografie gibt es einige Parallelen. Beide betrauern eine verstorbene Tochter, trotzdem fehlt der Großmutter jedes Verständnis. Am Ende hofft ich, dass Raisa ihrer kleinen Tochter gegenüber offener sein wird und sie gemeinsam eine bessere Zukunft haben werden.
Neben den 15 Kapiteln gibt es kleine Unterteilungen, die neben der Überschrift eine Datums und Ortsangabe haben. Das erleichtert die Zuordnung der Generationen. Die Sprache habe ich als sehr angenehm empfunden, das Lesen fand sehr ruhig, irgendwie verlangsamte der Text meine Lesegeschwindigkeit. Viele Stellen möchte ich als poetisch bezeichnen. Leider bleiben für mich einige Fragen offen, auf die ich gerne eine Antwort bekommen hätte.
Rezensionen von Daggy:
Auch im Urlaub geht es auf Gaunerjagd
Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 8 - Ein Hai im Badesee von Cally Stronk
Die Zwillinge Marie und Lukas, auf dem Cover sieht man sie den Hai im Badesee bestaunen, fahren mit den Eltern und den Haustieren in den Zelturlaub. Allerdings ist wohl klar, dass die Gauner Theodor Topf, der lange dünne, und Doris Deckel, die kurze dicke, auch auftauchen werden. So fährt ihr verrostetes Wohnmobil ebenfalls in den Stau und die beiden versuchen mit einer Angel den Detektivkoffer vom Autodach zu angeln.
Zum Glück gelingt ihnen das nicht, da der Wellensittich Brötchen beherzt eingreift. Doch dann taucht am Badesee der Hai auf und alle schauen gebannt auf ihn und nachher sind einige Wertgegenstände verschwunden. Da sind die Detektive gefragt.
Natürlich sind auch wieder die Leser*innen gefragt, denn sie müssen einige Rätsel lösen. Stau gibt es einige Wörter zu entdecken, die man als Abbildung finden kann. Dinge, die am Badesee verschwunden sind, müssen gesucht werden, Spiegelschrift gelesen werden und die Flugroute von Brötchen muss gefunden werden.
Es gibt also einiges zu tun für die kleinen Detektive, die sich sicher auch so einen tollen Koffer wünschen.
Rezensionen von Daggy:
Ein Pfau will sich nicht anpassen
Rudi Radlos, schlag ein Rad! von Patrik Eis
Auf dem Cover sehen wir Rudi, er trägt eine Baseballmütze und ein rotes Tuch, aber er schlägt nicht, wie die anderen Pfauen, ein Rad.
Das Leben bei den Pfauen ist klar geregelt, die Männer treffen sich täglich und schlagen ihr beeindruckendes Rad, die Frauen staunen und bauen Nester. Doch Rudi fragt sich „Wofür soll diese Angeberei gut sein?“ wenn die anderen ihn auffordern mitzumachen.
Nur Mimi macht sich ihre Gedanken, als sie die männlichen Pfauen beobachtet. Rudi ist sehr kreativ und hat schon einiges gebastelt, die jungen Pfauen sind davon ganz begeistert und machen gerne mit. Doch die anderen Pfauenmänner gehen dazwischen und verbieten ihm mit den Kindern Spaß zu haben.
Das Heft ist in sehr großer Schrift gedruckt und es gibt viele schöne bunte Bilder, die den Text ergänzen. Es ist schön zu sehen, wie sich Rudi nicht anpassen kann und Mimi ihn am Ende nicht ganz uneigennützig unterstützt. So wird der Außenseiter Rudi zum Mittelpunkt der Pfauenkolonie.
Das Buch wird auch mit Silbenhilfe angeboten und zusätzlich gibt es Materialien und Kopiervorlagen.
Rezensionen von Daggy:
Traumhaft schön
Das magische Funkeln von Sandra Dieckmann
Das Cover ist einfach traumhaft schön, der kleine niedliche Bär, dessen Fell mit goldenen Sprenkeln durchsetzt ist und oben der Kopf des Feuervogels in Orangetönen, ebenfalls golden durchwirkt. Wenn das kein magisches Funkeln ist?
Die Bärin hat drei Kinder und der kleinste hat noch keinen Namen, denn bisher hat er sich noch nicht bewährt.
Er mag nirgendwo hochklettern wie sein Bruder Tatze, beim Fischen fürchtet er sich vor den Fluten, er fühlt sich einfach nicht wie ein Bär. Doch als er eines Nachts nicht schlafen kann, schaut er zum großen, leuchtenden Berg und von dort hört er ein ungewohntes Geräusch. „Ein traumhaft schöner Feuervogel“ kommt zu ihm und reicht ihm eine seiner leuchtenden Federn. Beseelt hält der Bär die Feder im Arm.
Das Bild wie er mit geschlossenen Augen dort steht und der Feuervogel in die Lüfte steigt, währen seine Mutter in der Höhle schläft, ist einfach wunderschön anzuschauen. Die Schrift ist wellenförmig angeordnet und „Funke“ und „Magie“ sind größer gedruckt. Beeindruckend!
Der kleine Bär ist unsicher, ob er den Vorstellung eines Bären entsprechen kann. Ängste plagen ihn und dann kommt mit dem Feiervogel die Erlösung. Mit der Feder in der Pfote traut sich alles, er wird mutig wie ein Bär.
Die Geschichte ist sehr zart geschrieben, ich kann sehr gut mit dem Bären fühlen und freue mich mit ihm, dass er sich überwunden hat und zum mutigen Bären wird.
Rezensionen von v_im_wunderland:
sehr gut
Bis die Sonne scheint von Christian Schünemann
Ich bin Fan vom Diogenes Verlag und finde bis jetzt alle Bücher die ich gelesen habe von dem Verlag klasse. Auch dieses Buch reiht sich hier wieder ein, denn dieses Buch ist sehr gut geschrieben. Es handelt von einer ganz normalen Familie die im gehobenen Mittelstand lebt. Die Familie hat 3 Kinder und die Geschichte wird aus der Perspektive des jüngsten Sohns erzählt.
Dieser berichtet sehr anschaulich wie die Familie in der Kleinstadt lebt und wie der Alltag in den 80er Jahren so aussah. Doch dies ist nicht alles. Der Familie geht es finanziell nicht mehr gut. Doch es muss der Schein bewahrt werden. Vorallem vor Oma Lydia, die dem Schwiegersohn sowieso nicht gut gesonnen ist. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und angenehm zu lesen. Es war sehr flüssig geschrieben und kann es allen Literaturfans empfehlen die sich für kleine Gesellschaftsgeschichten interessieren.
Rezensionen von v_im_wunderland:
Suchi und Haiwen
Die Tage nach dem Pflaumenregen von Karissa Chen
Ich finde das Cover sehr gut gewählt. Es zeigt direkt in welcher Region der Welt das Buch wahrscheinlich spielt und es zeigt eine Frau, die eventuell auch eine Sehnsucht ausstrahlt. Das Buch hat mich fasziniert und mit seiner tiefgründigen Erzählung um zwei Liebende die sich aus den Augen verlieren und dann wiederfinden mitgerissen.
In diesem Buch geht es, wie schon angedeutet, um Suchi und Haiwen die sich schon als Kinder kennenlernen. Doch nach dem Krieg werden die beiden durch äußere Umstände getrennt und müssen ihre Leben voneinander entfernt und nicht zusammen verbringen. Die beiden verlieren sich komplett aus den Augen und finden sich dann doch im höheren Alter wieder. An einem ganz anderen Ort. Ich finde das Buch super geschrieben, da es aus verschiedenen Perspektiven und auch Zeitsträngen die Geschichte der Beiden erzählt. Ich kann es sehr empfehlen.
Rezensionen von atlaentis:
Enttäuschend
The Stars are Dying von Chloe C. Peñaranda
Ich wollte das Buch wirklich mögen, vor allem da mich die gesamte Gestaltung von Cover und Verzierungen zwischen den Kapiteln, sowie die Karte zu Beginn sehr ansprechen, aber abgesehen davon habe ich nur wenig Gutes an dem Buch gefunden. Kein Wunder also, dass ich mich durch die gesamte Geschichte gequält habe in der Hoffnung, dass noch eine große Wendung kommt.
Die ersten Kapitel sind sogar noch ganz vielversprechend, weil man mit viel Action und Spannung konfrontiert wird, doch nachdem Astraea ihrer Gefangenschaft entkommt, verliert sich die Handlung der Geschichte, da kein Ziel deutlich wird. Der rote Faden ist nicht erkennbar und so hüpft man wild von einem Ereignis zum nächsten. Klar, Astraea hat ihre Freiheit gewonnen und weiß damit nicht viel anzufangen, aber sie wirkt mir im Gesamten einfach unentschlossen, zu schwach und leider überhaupt nicht interessant, auch wenn sie sympathisch ist. Nyte und die gemeinsame Vergangenheit kann man schnell durchschauen, wenn man nur ein winziges Bisschen um die Ecke denkt, daher kam die Auflösung gegen Ende hin nicht so überraschend, wie vermutlich intendiert. Auch die gesamte Beziehung, die fortlaufend zwischen Ich liebe und Ich hasse dich herspringt, ist furchtbar anstrengend, weil man sich da locker 200 Seiten Geschichte hätte sparen können. Einige der Nebencharaktere haben es zum Glück geschafft, die Geschichte spannender zu gestalten, insbesondere die kleine Lovestory am Rande fand ich ganz interessant mitzuverfolgen, doch selbst das hat trotz Bonuskapitel nicht ausgereicht, um mich an das Buch zu fesseln. Der Schreibstil ist zwar ganz nett, doch aus der dort erschaffenen Welt hätte man viel mehr herausholen können. Schade um das verschwendete Potential, wenn man bedenkt, dass es Fantasybücher mit ähnlichen Handlungen gibt, die das weitaus mehr überzeugen können.











