Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Pearl:

Blasse Story

Die Garnett Girls von Georgina Moore

Die Garnett-Girls sind eine schrecklich nette Familie, bestehend aus Margo deren Ehemann Richard der einfach verschwindet, den Töchter Rachel, Imogen und Sascha. Da der Ehemann von Margo verschwunden ist , geniest sie jetzt das Leben mit Parties und jungen Liebhabern. Die Handlung ist einfach die Lebergeschichte der vier Frauen die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Sie haben Höhen und Tiefen in ihrem Leben zu verzeichnen.. Die Geschichte benimmt im wunderschönen Venedig und es sollte ein Liebesurlaub mit einem erhofften Heiratsantrag sein. Der Abschnitt ist sehr emotional und Lebendig. Dann in weiteren Kapiteln, die auch auf der Isle of Wight spielen kommen dann Längen auf.
Fazit:
Der Roman konnte mich nicht fesseln, auch weil der aus dem übersetzten amerikanische Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist. Einfach eine blasse Story.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Pearl

Rezensionen von MarcoL:

Drei Generationen Frauen, alle mit einem besonders schweren Schicksal. Bewegend! Sehr lesenswert! Literarisch hochwertig!

David Pablo von Joanna Yulia Kluge

David Pablo ist Zuhörer, Hauptansprechpartner, Adressat der multiplen Fragen, Titelgeber – steht ein für eine unbeantwortete Universalität, einen innigen Wunsch, und hat dennoch keinen Part im Buch.
David Pablo – hörst du mir zu?
Der Roman ist die Geschichte von drei Frauen. Sie haben unterschiedliche Schicksale, Lebenswege voller Steine, Fragen und Ängste.

Sie suchen Freiheit, Selbstbestimmung, den Ausbruch aus dem System, das sie so gefangen hält. Sie beschäftigen sich mit der Frage nach dem Warum. Nach dem Grund und möglicherweise größeren Sinn hinter ihrem Leben, das sie auf Wege geschickt hat, die sie nun mal gehen müssen. Unfreiwillig. Welche Abzweigung, welche Gabelung wird in der Zukunft die Richtige sein? Jede Frau geht für sich alleine, getrennt durch eine Generation, und dennoch sind deren Existenzen miteinander verknüpft. Die Probleme sind mehr oder weniger dieselben, auch wenn sie andere Namen haben.

Malena ist Sinti, gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Oskar und ihrer Familie wächst sie in der Zeit des Holocaust in Deutschland (mit all seinen Gräueltaten) auf.

S.43: „Die Leute wechseln die Straßenseite, wenn sie uns kommen sehen. Sie sagen scheußliche Worte und spucken neben sich. Weißt du denn, was noch kommt?“

S. 89: „Kinderstimmen fragen: Warum sind wir hier?
Weil wir Sinti sind.
Weil wir Roma sind.
Und Malena flüstert in Friederikes Umhang hinein: Aber wir sind Deutsche.“

Susa wächst in der DDR auf, wird zur Abtreibung gezwungen, und wird schließlich zwangssterilisiert – kurz vor dem Mauerfall. Sie lässt sich nicht unterkriegen und wird eine erfolgreiche Künstlerin. Eine Flucht aus dem innigen Wunsch, Kindern das Licht der Welt zu schenken.

S.122: „Weniger still wurden ihre Gemälde in den Medien besprochen, besonders jene, die weibliche Nationalallegorien zeigten und deren Vergewaltigung. Susas einziger Kommentar: Meine Ratlosigkeit treibt mich an. Die Kunst hilft mir.“

Una war zwölf, als sie es schaffte, vor dem Krieg in Jugoslawien zu flüchten, musste mitansehen, wie ihr Bruder und ihre Eltern dahingemetzelt wurden.
Sie kommt bei einem Onkel in Deutschland unter, schafft es, so etwas wie ein Leben zu führen, ist in einer Beziehung mit Paul. Aber etwas ist anders - ein Körper, der mit dem Äußeren und Inneren nicht im Einklang zu stehen scheint.

S. 171: Dissensual. Nicht Kultur.
Natur.
Cis, das ist mein Diss.
Natur bezwingen.
Medizin und Technik.
Kein Hinüber.
Technische Mimesis.
Verwachsen.
Eins sein.“

S.172: „Wenn du mir ein Kind zeugen könntest, das wiederum so wird wie du, den gleichen Schmerz teilt. Würdest du es tun?, fragt Una.“

Die Autorin berichtet von drei Schicksalen, einzeln grausam, kollektiv verhaftet in der Bestimmung der einzelnen Leben von anderen – von patriarchalen Strukturen. Von grausamen Netzen, in denen die individuelle Selbstbestimmung, der Wunsch nach Freiheit so zu leben, wie man möchte, krass beschnitten wird, einzementiert in die Machtfantasien einiger weniger Despoten.

Unsere Gesellschaft war schlimm, ist es immer noch, und tendiert wieder in jene Vergangenheit abzudriften, von der wir glaubten, sie überwunden zu haben. Aber wie wir momentan selber erfahren, hat sich in Wirklichkeit nichts verändert.
In sehr eindrücklichen Bildern, manchmal wirklich grausamen Szenen, schildert uns Joanna Yulia Kluge mit den drei verbindenden Frauenschicksalen dieses Szenario über einen Zeitraum von fast hundert Jahren, wie hilflos die Hilfesuchenden tatsächlich sind. Und welche Kräfte die Frauen (und ich glaube, nur Frauen können solche Stärken aufbringen) entwickeln, nicht nur um sich dem Unausweichlichen, sondern sich darüber zu stellen.
Es ist ein starkes Buch mit vielen Themen: Identität, Selbstbestimmung, Freiheit, Frausein, Feminismus, Muttersein, und vieles mehr.
Ein Roman, der sicher sehr lange (trotz seiner inhaltlichen Vielfalt) im Gedächtnis bleiben wird.
Ganz große Leseempfehlung für diesen bewegenden Roman.

Kleines PS: Allein die Haptik und Aufmachung des Buches ist es wert, es in den Händen zu halten, zu blättern, zu lesen. Große Buchmacherkunst!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von MarcoL

Rezensionen von Eternal-Hope:

Die letztlich unerfüllte Kinderwunschreise einer eher unreflektierten Frau

Lebensschlenker von Nova Meierhenrich

Mir fällt es schwer, eine Rezension über "Lebensschlenker" von Nova Meierhenrich zu schreiben. Das liegt darin, dass ich in meiner Beurteilung zwiegespalten bin. Einerseits habe ich großen Respekt vor allen, die so wie die Autorin mutig ihre eigene Geschichte teilen. Ihr Leben war in vielem nicht leicht, nicht nur hat sich ihr Kinderwunsch am Ende nicht erfüllt, sie hatte auch einen depressiven Vater, der sich am Ende das Leben genommen hat.

Dafür hat sie mein Mitgefühl. Andererseits kann ich das Buch selbst nur teilweise empfehlen und insbesondere Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch würde ich eher zu anderen Büchern raten.

Die bekannte Schauspielerin und Moderatorin Nova Meierhenrich teilt in diesem Buch ihren sehr persönlichen Kinderwunschweg. Ein Wunsch, der sich nicht erfüllt hat... auch mit allen Mitteln der modernen Kinderwunschmedizin konnte sie am Ende nicht Mutter werden und musste mit dem Thema abschließen.

Wir lernen schon ganz am Anfang des Buches eine sehr disziplinierte, planungs- und zielorientierte Frau kennen, die meint, im Leben alles kontrollieren und steuern zu können. Nova weiß, sie will Mutter werden, und zwar am besten von einer Tochter, die sie "Luka" nennen will, nach dem Lied von Suzanne Vega. Diese Vision von ihrem Leben trägt sie seit ihrer Jugend jahrzehntelang in sich: "Und wie an allen anderen Plänen meines persönlichen Lebens-Moodboards hatte ich auch keinerlei Zweifel daran, dass irgendwann Luka zu meinem Leben gehören würde." (S. 13) Was wäre eigentlich, wenn sie mit einem Sohn schwanger geworden wäre? Wäre sie dann eine der Frauen gewesen, die beklagen, wie sehr sie unter "Gender Disappointment" leiden?

Auch ist sie bereit, diesen Weg, wenn nötig, ohne einen Partner an ihrer Seite zu gehen. "Es mag befremdlich klingen, aber ich habe schon in meinen Zwanzigern gewusst: Im Zweifel mache ich es allein. Mein Kind und ich." (S. 20). Doch noch nicht "jetzt", jetzt ist erst einmal die berufliche Karriere dran, reisen, feiern, Selbstverwirklichung. In dem Weltbild der Autorin sollte Kinder-Kriegen kein Problem sein, solange alle biologischen Parameter stimmen.

Um das sicherzustellen, lässt sie schon ab ihren frühen 30ern regelmäßig gynäkologisch ihren Anti-Müller-Hormon-Wert bestimmen. Dieser ist bei ihr ausgezeichnet, sie habe die Werte einer 10 Jahre jüngeren Frau, meinen die Ärzte, deshalb wiegt sie sich in Sicherheit, noch sehr lange problemlos Kinder bekommen zu können. Sie wartet bis zum reifen Alter von 42 Jahren, bis sie überhaupt ihre Kinderwunschreise startet, mangels passenden Partners an ihrer Seite als Solo-Mutter und mit Samenspende in Dänemark, da dieser Weg zu dieser Zeit in Deutschland rechtlich noch nicht erlaubt ist.

Sie wählt aus der riesigen Samenspenderbank den ihr am idealsten erscheinenden Spender aus, "Gordon", und unternimmt mit dessen Samen mehrere Versuche, erst einmal einer Insemination, in der Kinderwunschklinik. Schwanger wird sie nicht. Zwischenzeitlich muss sie weitere Samenhalme besorgen, doch jener von "Gordon" ist ausverkauft, was sie erst einmal in eine Krise stürzt, da sie sich innerlich schon so auf "Gordon" eingestellt hat. Doch schließlich entscheidet sie sich für einen weiteren Spender, und später noch einen weiteren, da auch dieser ausverkauft ist, und weitere Versuche. Irgendwann probiert sie dann IVF und ICSI aus, das klappt aber auch alles nicht, bis sie dann schließlich mit Mitte 40 bei einer Reise zum Nordkap mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch abschließt.

Das macht drei Viertel des Buches aus. Danach folgen noch ein paar kurze Beiträge anderer Frauen - meist aus dem beruflichen und privaten Umfeld der Autorin - und Statements zu deren Leben als freiwillig Kinderfreie, nach einer Fehlgeburt oder als lesbische Frau im Co-Parenting mit einem schwulen Mann. Das soll die Vielfalt der möglichen Wege in Bezug auf das Kinder-Thema aufzeigen. Insgesamt plädiert die Autorin für einen toleranteren, freieren Umgang mit dem Thema und für mehr Sensibilität in Bezug auf ungefragte Kommentare und Nachfragen dazu.

Ich muss ehrlich sagen, sonderlich sympathisch war mir die Autorin in diesem Buch nicht. Sie hat einen gewissen Humor und einen lockeren, frischen Schreibstil, wirkt aber wenig reflektiert und nicht sehr zugänglich. Sie ist sehr überzeugt davon, dass die Selbstbestimmung der Frau über ihr Leben über allem steht - zweifellos ein wichtiger Wert, aber sie wirkt auf mich wie eine recht einsame Frau, die insbesondere die Perspektive des Kindes zu wenig in Betracht zieht (aber zumindest will sie sich für eine offene Spende entscheiden, damit das Kind mit 18 die Möglichkeit hat, seine Abstammung zu erfahren).

Von ihrem Kinderwunschweg erzählt sie außer ihrer Mutter und einer einzigen Freundin jahrelang niemanden. Stürzt sich währenddessen in Partyleben und unverbindliche Dates und sucht dabei bewusst nur nach Männern ohne Kinderwunsch, diesen will sie ja alleine verwirklichen: Mit einem Partner gemeinsam hätte sie nur ein Kind bekommen, wenn sie den absolut perfekten Partner dafür gefunden hätte, was ihr - wie so gut wie allen Menschen mit diesen Vorstellungen - natürlich nicht gelungen ist.

Was mich aber am meisten geärgert hat an dem Buch, weil es Lesende, die sich noch nicht viel mit dem Thema auseinandergesetzt haben, in die Irre führen könnte, ist der geringe Wissensstand der Autorin über den Faktor Alter beim Kinderwunsch. Nicht nur am Anfang ihrer Kinderwunschreise, sondern auch noch beim Verfassen des Buches. So ist es ihr bis heute unerklärlich, warum sie letztlich kinderlos geblieben ist, obwohl sie erst mit 42 gestartet ist (in einem Alter, in dem statistisch auch mit Unterstützung von Kinderwunschkliniken die Erfolgschancen schon sehr gering sind).

Der gute AMH-Wert lässt sie daran glauben, viel länger als andere Zeit zu haben mit dem Kinder-Kriegen. Dabei lässt sie außer acht, dass dieser nur wenig über die (mit dem Alter meist stark abnehmende) Qualität der Eizellen aussagt, sondern nur über die Quantität, und auch stark schwanken kann. Dieses Thema wird im Buch überhaupt nicht behandelt oder kritisch reflektiert, stattdessen meint sie, an "idiopathischer", unerklärter Sterilität zu leiden (daran würden sehr viele leiden, wenn diese dadurch definiert wäre, dass man erst mit 42 zum ersten Mal versucht, schwanger zu werden, und es dann nicht mehr klappt).

Hoffnungslos naiv war schon der Beginn der Kinderwunschreise: selbst, als sie schon den Entschluss dazu gefasst hatte, hat sie noch weitere zwei Jahre gewartet (gerade zwischen 40 und 42 gibt es statistisch einen enormen Fruchtbarkeitsabfall), um alles medizinisch und finanziell genau zu planen, bevor sie dann mit 42 überhaupt den ersten Versuch unternimmt, schwanger zu werden. Traurig genug, dass niemand die Autorin genauer über diesen Faktor Alter aufgeklärt hat, als sie mit ihrem Weg begonnen hat (oder sie es nicht hören wollte? Das klingt auch immer wieder im Buch durch). Mich als Leserin macht es ärgerlich, dass sie es auch in der Reflexion in diesem Buch nicht mehr betont und sich nicht erklären kann, warum es nicht mehr geklappt hat.

Sprachlich ist das Buch sehr umgangssprachlich geschrieben, so schreibt die Autorin beispielsweise immer wieder vom "Loslaufen", wenn es um den Start ihrer Kinderwunschreise geht: "Und so stießen wir an Weihnachten 2015 gemeinsam an, als ich ihr erzählte, dass ich losgelaufen bin. 2016 sollte DAS Jahr werden. Ich war bereit." (die Autorin ist Jahrgang 1973).

Auch inhaltlich ist es keine Offenbarung... wir lesen über den Weg der Autorin und eingestreut, sowie in den Geschichten am Ende, leidenschaftliche Plädoyers dafür, dass jede Frau ihren eigenen Weg auf der Kinderwunschreise gehen und dabei gesellschaftlich unterstützt werden sollte. Kritisch betrachtet wird kaum etwas, auch nicht das Thema der Solo-Mutterschaft, zu dem nur angemerkt wird, es gäbe erste Studien, dass das Kindern nicht schaden würde (dem eine Vielzahl an Studien zu den gesundheitlichen und sonstigen Risiken, denen Kinder, die vaterlos aufwachsen, ausgesetzt sind, gegenüberstehen - das erwähnt sie aber nicht). Fundierte medizinische Informationen über die Kinderwunschreise oder auch nur wissenschaftliche Quellenangaben sucht man vergebens.

In meinem Umfeld habe ich viele Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Diesen empfehle ich dieses Buch ausdrücklich nicht, denn sie könnten sich über einige der erwähnten Themen und die mangelnde Selbstreflexion der Autorin sehr ärgern, vor allem aber auf nicht hinterfragte Fehlinformationen stoßen, so wie die Autorin selbst. Ich wüsste auch nicht wirklich, wie dieses Buch jemanden mit unerfülltem Kinderwunsch abgesehen von Binsenweisheiten unterstützen könnte. Somit empfehle ich das Buch nur jenen, die sich insbesondere für Nova Meierhenrich und ihr Leben interessieren, aber von dem Thema persönlich nicht sonderlich betroffen sind.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope

Rezensionen von Vobabooks:

Tiefgründig

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben von Gabriella Engelmann

Im neuen Roman von Gabriella Engelmann geht es zu den Bücherfrauen nach Listland. Journalistin Anna reist für ihr neues Projekt über die Bücherfrau Fenja Lorenzen zu dieser nach Sylt. Doch Fenja ist wider Erwarten nicht da, und Anna macht mit Fenjas Kindern Elisa und Eric einen aufregenden Fund auf Fenjas Dachboden.

Das Rätseln um Fenja und die Geschichte ihrer Familie beginnt… Inmitten von Sylts wunderschönem Urlaubsflair begleiten wir die angenehme und nahbare Anna. Das Buch ist auf zwei Erzählebenen geschrieben, sodass auch Einblicke in die Vergangenheit gegeben werden.
So viel kann ich denke ich verraten: dieses Buch ist anders, als die bisherigen Bücher die ich von der Autorin gelesen habe. Es geht um die Aufarbeitung einer Familiengeschichte, die bis in die Zeit des Nationalsozialismus und der Weltkriege zurückreicht. Sehr tiefgründig und emotional verwirklicht. Ich finde diesen neuen Weg sehr stark, und empfehle dieses Buch gerne weiter. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Vobabooks

Rezensionen von Krani:

Spannende Jagd um historische Juwelen

Im Auftrag der Fugger - Der Burgunderschatz von Peter Dempf

Afra ist eine junge Bettlerin, die 1503 in Augsburg lebt. Sie gerät an den „Fugger-Boten“ Herwart. Mit ihm reist sie nach Basel, um Teile des Burgunderschatzes für Jakob Fugger zu kaufen. Es wird eine abenteuerliche und lebensgefährliche Reise. Der Autor hat schon mehr als ein Dutzend solcher Romane geschrieben und dafür auch Preise erhalten.

Das Buch ist flüssig zu lesen und äußerst spannend geschrieben. Die Heldin Afra weiß sich zu behaupten, ist mutig, gutherzig und ziemlich clever. Sie besitzt einen durchaus vielschichtigen Charakter; neben ihr bleibt selbst Herwart etwas blass.
Zu dieser Zeit gab es in Deutschland keine Post, keine öffentlichen Verkehrsmittel und keinerlei Fürsorge für Waisen und arme Leute. Doch wir erfahren nur wenig darüber, wie die Menschen damals im Alltag lebten. Auch der historische Jakob Fugger hat nur wenige, recht kurze Auftritte. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Es gibt einige interessante Einzelgestalten, die ein Schlaglicht auf die Zeit hätten werfen könnten, aber ihre Geschichten werden nicht weiter vertieft. Schade.
Wir erleben eine spannende Abenteuergeschichte voller Cliffhanger und Gefahren, die auch in vielen anderen Zeiten hätte spielen können. Es ist eher ein Thriller als ein historischer Roman. Nicht alle Handlungsstränge werden zu einem Ende geführt, es bleiben Fragen offen. Es gibt ein Personenverzeichnis und ein kurzes Glossar. Eine Landkarte der Gegend, durch die Afra und Herwart unterwegs sind, wäre auch noch hilfreich gewesen.
Wegen der Blässe der Charaktere und der vielen vergebenen Chancen, mehr über diese Zeit zu erfahren, gebe ich nur drei Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Krani

Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:

Lesenswerte Gesamtdarstellung zu Odin und seinem Kult

Odin von Klaus Böldl

Klaus Böldl liefert eine leicht lesenswerte Gesamtdarstellung zu Odin und seinem Kult.
Odin galt als oberster Gott der Germanen. Er war der Herr der Berserker und Herrscher über den Krieg und das Totenreich. Seine beiden Raben trugen ihm alles zu, was in der Welt vor sich ging. Bis heute hat diese düstere Figur nichts von ihrer Faszination verloren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker

Rezensionen von _ich.lese_:

Gespräche im Zug

In einem Zug von Daniel Glattauer

Eduard war einst ein gefeierter Liebesroman Autor. Jetzt sitzt er im Zug von Wien nach München und kommt mit einer Mitreisenden ins Gespräch. Diese Person ist die Therapeutin Catrin und sie ist der Meinung, Langzeitbeziehungen funktionierten nicht. So unterhalten sie sich über die Romane und über die Ehe von Eduard.

Ich habe vor Jahren mal ein Buch des Autors angefangen, irgendwas mit Nordwind, und es gefiel mir damals nicht. Jetzt wollte ich ihm eine neue Chance geben, bin ja inzwischen auch etwas älter.
Ich fand es ganz gut zu lesen, die Story ganz interessant. Die Gespräche zwischen dem doch teilweise überheblichen Autors und der Therapeutin waren unterhaltsam, auch wir Eduard immer wieder geläutert wurde, hat mir gefallen. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass es solche Gespräche in Zügen gibt. Ich fand es jedenfalls unterhaltsam und gut zu lesen. Hat mir gefallen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von _ich.lese_

Rezensionen von spozal89:

eine Protagonistin, die ich nicht mochte

Almost isn't enough. Echoes of the Past von Jennifer Bright

Ich glaube wenn man viel liest, dann wird man mit der Zeit auch kritischer, weil man einfach viele Bücher und Geschichten kennt. Man vergleicht automatisch die Schreib- und Erzählstile von Autoren und Autorinnen und filtert somit die Geschichten raus, die einem im Kopf geblieben sind und welche nicht.

"Almost istn´t enough" von Jennifer Bright ist sicherlich kein schlechtes Buch, aber mich konnte es nicht wirklich packen und mich auch nach dem Lesen nicht mehr beschäftigen. Es war eine Geschichte von vielen im unendlichen Meer von Büchern.
Der Schreibstil der Autorin ist recht locker und leicht, aber war mir stellenweise auch zu langweilig. Den ersten Band der Reihe kenne ich nicht, ich hatte jetzt aber auch nicht das Gefühl das ich ihn kennen musste, um mit der Geschichte um Hazel und Damian klar zu kommen. Leider bin ich mit Hazel und ihrem Schweigen nicht wirklich klar gekommen - ich war regelrecht genervt von ihr und alles in allem waren es mir persönlich auch zu viele Erotikszenen. Ich konnte den Vibe der beiden leider nicht fühlen.
Für mich ein Buch, welches ich persönlich nicht weiter empfehlen würde. Es gibt aber sicherlich genug Leser die hier versinken werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von spozal89

Rezensionen von Gavroche:

Gute Fortsetzung

Eleanor von Genevieve Cogman

Eleanor ist wieder zurück in London und lebt weiterhin im Haushalt der Blakeneys. Offiziell ist sie auch hier eine Hausangestellte, inoffiziell ist sie mittlerweile ein Mitglied der Liga des Scarlett Pimpernel. Allerdings wird sie nicht in alles eingeweiht und darf auch nichts machen und das frustriert sie.

Charles ist der Meinung, dass die Aktionen alle zu gefährlich für sie sind. Aber dann ist sie doch gefragt, um bei einem Ball etwas heraus zu finden. Und es geht wieder nach Frankreich, dieses Mal zum Mont St. Michel, den man auch auf dem Cover erkennen kann. Es ist alles schwieriger, denn der Pimpernel und viele Mitglieder der Liga sind in Frankreich verschwunden.
Auch das Thema Vampire spielt wieder eine Rolle und Anima ist auch immer noch da.
Im Jahr 1793 sieht die Lage in Frankreich schon anders aus, Robespierre und seine Leute verbreiten den Terror, die Guillotine wird immer öfter eingesetzt.
Mir hat der zweite Band besser gefallen als der erste, allerdings finde ich, dass Cogman hier weiterhin hinter der Bibliotheksreihe zurück bleibt. Ich bin nun gespannt, wie im dritten Band alles enden wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Rezensionen von nil_liest:

DDR Architektur lebendig gemacht

Die Allee von Florentine Anders

Florentine Anders' Roman "Die Allee" ist eine faszinierende Familien- und Zeitgeschichte, die eng mit der Architektur der DDR verknüpft ist. Im Mittelpunkt steht der visionäre Architekt Hermann Henselmann, dessen Name untrennbar mit ikonischen Bauwerken wie der Stalinallee, dem Berliner Fernsehturm und dem Uni-Hochhaus Leipzig verbunden ist.

Gut an dem Roman ist, dass ich diesen Architekten nun mit diesen Gebäuden verbinde und die Historie besser kenne, auch wenn es fiktionalisiert wurde.
Der Preis für seinen Erfolg ist hoch: Ständig muss er zwischen seinen künstlerischen Idealen und den starren Vorgaben der sozialistischen Führung lavieren. Gleichzeitig kämpft seine Frau Isi, selbst talentierte Architektin, mit den Herausforderungen einer achtköpfigen Familie und einem Ehemann, der sich kompromisslos seinen beruflichen Ambitionen verschreibt. Ihre Tochter Isa schließlich geht ihren eigenen, von Widerstand und Emanzipation geprägten Weg.
Was "Die Allee" besonders lesenswert macht, ist die eindrückliche Schilderung der Aufbruchsstimmung in der DDR – einer Zeit voller Hoffnungen, ideologischer Kämpfe und architektonischer Visionen. Florentine Anders gelingt es sehr gut, die komplexe Atmosphäre dieser Epoche einzufangen und die Ambivalenz zwischen Idealismus und politischer Realität darzustellen. Die fundierte Recherche macht das Buch zu einer wahren Zeitreise, in der man nicht nur spannende Einblicke in die Baugeschichte erhält, sondern auch das gesellschaftliche Leben der DDR aus einer privilegierten, aber keineswegs sorgenfreien Perspektive erlebt.
Die wechselnden Erzählperspektiven von Hermann, Isi und Isa sorgen für eine vielschichtige Darstellung der Familie Henselmann. Besonders berührend ist der Kampf der beiden Frauen um Selbstbestimmung – ein Thema, das über die spezifische DDR-Konstellation hinaus universelle Gültigkeit besitzt.
Der Schreibstil ist ruhig, sachlich und dennoch mitreißend. Die kurzen Kapitel lassen die Lektüre angenehm fließen, und man fühlt sich schnell mitten im Geschehen.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass manche Aspekte der DDR-Realität, etwa die massiven Wohnungsengpässe für die nicht privilegierte Bevölkerung, nur am Rande gestreift werden. Dennoch überzeugt "Die Allee" als spannender Roman.
Fazit: Ein eindrucksvolles Buch über eine Familie im Spannungsfeld von Architektur, Politik und persönlicher Freiheit. 4 von 5 Sternen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nil_liest