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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anndlich:

Schwierige Thematik

Maggie Blue - Das Portal zur Düsterwelt von Anna Goodall

Selten habe ich ein Kinderbuch ungern weitergelesen, doch bei Maggie Blue - Das Portal zur Düsterheit von Anna Goodall hätte ich am liebsten nach dem ersten Viertel des Buchs abgebrochen. Die Themen waren nicht nur düster, sondern haben eine unglaublich schlechte Stimmung übermittelt und in mir (als Erwachsene Thrillerleserin) ein Unbehagen geweckt.

Das Buch beginnt mit unfassbar vielen negativen Emotionen, die einen dunklen Schleier über die Geschichte werfen und ein ungutes Gefühl während des Lesens erzeugen. Maggie, die von jung und alt gemobbt wird, dies teilweise aber gar nicht wahrnimmt und sich dadurch noch stärker in solche Szenen verfängt und gleichzeitig erkennt sie nicht, wenn jemand ihr wirklich helfen möchte und schreibt diesem nur schlechte Absichten zu. Eine depressive Mutter, die suizidale Gedanken hat oder durch ihre Aussagen solche Ängste schürt. Ein getrenntes Elternpaar, dessen Kind bei der Tante aufwächst. Eine Protagonistin, die sich von diesen schlechten Einflüssen nicht abkapseln kann und selbst mit sehr seltsamen Handlungen glänzt, die u.a. das Gefühl von Stalking wecken könnten, aber auch ein unglaubliches Gewaltpotenzial aufzeigen.

Es gibt Ansätze in diesem Buch, die mir wirklich gut gefallen haben. Ich mochte, dass Maggie mehr in den Menschen sehen konnte, dass sie erkannte, wenn ein scheinbar glückliches Kind mit guten Noten und vielen Freunden, eben nur äußerlich glücklich war, aber innerlich zerbrach. Doch leider blieb es bei diesen Ansätzen, denn an anderer Stelle erkennt Maggie nicht, dass ihre Mutter, die unter starken Depressionen leidet, sie liebt. Das passt für mich nicht und übermittelt bei einem so schwierigen Thema falsche Bilder. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass man herausarbeitet, warum Maggie sich so fühlt, warum dies aber nicht den Tatsachen entspricht und ihre Mutter sie über alles liebt. Gegen Ende erkennt Maggie zwar das Ausmaß des Krankheitsbilds, dennoch wurde mir das Thema leider nicht ausreichend geklärt.
Die düsteren Handlungen innerhalb des Portals sind für sich genommen spannend und passen in ein ‚gruseliges Setting’.

In Zeiten von Triggerwarnungen in Erwachsenenbüchern bin ich wirklich verwundert, dass Maggie Blue ohne diese daherkommt. In einem Buch ab zehn Jahren, das von einem Portal zur Düsterheit handelt, erwarte ich Gruselmomente, aber nicht diese Intensität von Themen wie Depressionen, Mobbing und Gewalt(verherrlichung). Am Ende nehmen Kinder Geschichten natürlich anders wahr als Erwachsene, aber mir fällt es äußerst schwer, dieses Buch uneingeschränkt weiterzuempfehlen. Bei Maggie Blue - Das Portal zur Düsterheit scheint mir die Wahrnehmung des Inhalts sehr stark auf das einzelne Kind anzukommen, das ist natürlich bei allen Büchern so, in diesem Fall geht es mir aber nicht darum, ob es gut oder schlecht, spannend oder langweilig empfunden wird, sondern eher in Hinblick auf Märchen und die Frage, wie stark das einzelne Kind die Gemeinheiten wahrnimmt und einordnet.

Ich habe das Buch teilweise auch als Hörbuch gehört, das von Julia Nachtmann hervorragend eingesprochen. Durch einer stimmlichen Vielfalt, konnte man sich schnell und gut in die Geschichte reinfinden.

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Rezensionen von _Le4_:

Als das Weltall auf die Erde kam

Lyneham von Nils Westerboer

Das Weltall ist auf die Erde gekommen. Das letzte Überbleibsel der Menschheit ist nach Perm aufgebrochen. Ein Mond am anderen Ende des Sonnensystems. Ihre einzige Chance ist, dort noch einmal eine Zivilisation aufzubauen. Doch das Ökosystem auf Perm ist seltsam und unfreundlich. Zumindest menschenunfreundlich.

Es gibt jede Menge andere Kreaturen.
Die Familie Meadows ist unter den Überlebenden und nachdem sie auf Perm angekommen sind, warten sie sehnsüchtigst auf ihre Ehefrau und Mutter, die mit einem späteren Schiff ankommen sollte. Doch es häufen sich Hinweise, dass irgendetwas auf Perm nicht stimmt und die ursprünglichen Pläne über den Haufen geworfen wurden.

Dieses Buch war ausgezeichnet durchdacht. Die Scifi hat sich wirklich hochwissenschaftlich angefühlt und ich war fasziniert, was für ein ausgiebiges neues Ökosystem der Autor sich hier ausgedacht hat. Es war wirklich hochspannend, zu sehen, wie sich die Geschichte entwickelt und dabei gab es immer wieder Eröffnungen, die ich zwar nicht als Plottwists bezeichnen würde, aber deren Informationen so befriedigend in die Geschichte gepasst haben, dass es wirklich eine Freude war.
Es behandelt unter anderem auch die Klimakrise und wie das ein Auslöser dafür ist, diesen neuen Mond zu besiedeln. Dabei beschäftigt es sich auch damit, wie die Menschen das Klima und die Umwelt Perms verändern. Ich finde es dabei echt spannend, was sich der Autor gedacht hat, bei dieser vollkommen neuen Evolution und wie der Mensch da nun reinpasst oder halt nicht.
Das Buch war auf dem besten Weg eines meiner Jahreshighlights zu werden. Leider war das Ende nicht so befriedigend, wie ich es vom Rest des Buches gewohnt war. Wahrscheinlich ist es auch etwas schwierig, nach so einem hochkomplexen und gelungenen Worldbuilding einen angemessenen Abschluss zu finden. Trotzdem lässt es mich mit einem leicht bitteren Geschmack zurück.

Das Buch ist wirklich zu empfehlen für jeden, der komplexe und tief durchdachte Scifi mag.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Heilsamer Road-Trip nach Italien

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol von Melanie Pignitter

Die 38-jährige Eva muss gerade einige ungeplante Veränderungen in ihrem Leben durchstehen. Ihr Freund hat sie verlassen und sie wurde gekündigt. Ihr Selbstwert ist im Keller. Doch bevor sie beruflich wieder Fuß fassen kann, muss sie ihren Kopf freibekommen und fährt mit Berta nach Italien, einem alten VW-Bus, den sie gerade geerbt hat.

Dabei entpuppt sich Berta zu einem beratendem Wahrsager-Bus, der Eva bei ihren heilsamen Selbstgesprächen behilflich ist. Sie ist zum ersten Mal allein auf Reisen und begegnet Menschen, die ihr Ratschläge geben und die sie herausfordern, über sich hinaus zu wachsen. Dazu gehören Erfolge wie Rückschläge.

Durch die Ich-Perspektive ist man Eva und ihrer persönlichen Entwicklung ganz nah. An einigen Stellen habe ich mich selbst erkannt und die stimmten mich besonders nachdenklich. Als Ratgeber-Junkie ist Eva in Selbstreflexionsfragen geschult und nutzt verschiedene Tools. Sie schreibt Tagebuch und ein Journal, verwendet Affirmationen und an jedem Ende der dreiundzwanzig Kapitel findet sich eine passende Affirmation. Optimistisches Denken und der Satz „Ich schaffte das!“ gehört mit immer mehr Übung bald zu ihrem festen Repertoire. Diese Entwicklung mitzuerleben, war stellenweise interessant und wertvoll, aber die Handlung konnte mich nicht mitreißen. Sie ist gespickt von konstruierten Zufällen, Klischees und einer großen Fülle an Impulsen und Ratschlägen, während mir die Atmosphäre und das Drumherum einfach zu kurz kam. Die dreiundzwanzig Illustrationen zu jedem Kapitelanfang bieten eine stimmungsvolle Abwechslung, aber in der Geschichte hat mir das gefehlt. Schade fand ich die unnötige Schleichwerbung durch Markennennung und ich war auch enttäuscht, über die Verherrlichung von Alkohol, die man aber schon bei dem Buchtitel hätte vermuten können. Eva hat immer einen kleinen Flachmann mit Aperol in der Handtasche und ihr Konsum wird mehrfach aufgegriffen, fast schon zu ihrem Markenzeichen erhoben und verharmlost. Das finde ich schwierig, denn sie macht keine leichte Zeit durch, trinkt also nicht nur aus Genuss, wie auch angedeutet wird, und trotzdem kommt das nie zur Sprache.

Insgesamt bin ich leider sehr zwiegespalten, weil es trotzdem angenehm zu lesen war und Eva großes Identifikationspotenzial besitzt, weshalb man wirklich etwas für sich mitnehmen kann. Schlussendlich würde ich es nicht empfehlen, bereue aber nicht, es gelesen zu haben.

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Rezensionen von PMelittaM:

Unterhaltsam

Die Brücke von London von Julius Arth

1202: Der Bau der London Bridge hat begonnen und einigen Menschen gute Arbeit gebracht. Einer davon ist Stephen, der Mann Estrids. Estrids Schwester Sibilla lebt im Wald und ist noch dem alten Glauben zugewandt. Als sie ein Unglück auf der Brückenbaustelle voraussagt, erregt sie den Unwillen der Baumeister.

1749: Auf der London Bridge herrscht reger Verkehr, die dort ansässigen Geschäftsleute machen gute Geschäfte, allerdings dräut schon Unheil, denn der Bau einer anderen Brücke wird den Geschäften schaden.

Juliana Hamley ist die Witwe eines Tuchhändlers mit Sitz auf der London Bridge und führt dessen Geschäft weiter, allerdings hat sie mit einigem Unbill zu kämpfen.

Alder ist ein Straßenjunge, der sich mit anderen Straßenkindern zusammengetan hat. Ihr Leben ist nicht ungefährlich, und auch Alders kommt unterhalb der London Bridge in große Gefahr.

Oliver Morris ist neu in London und hofft auf einen Job im Bridge House. Tatsächlich erhält er eine Anstellung, aber so ganz glücklich ist er damit nicht.

Das Leben dieser drei Menschen verknüpft sich miteinander, wobei die London Bridge ihren Teil dazu tut.

Der Hauptteil der Geschichte erzählt die Ereignisse von 1749, doch immer wieder wechselt sie zu den Ereignissen während des Brückenbaus, die letztlich auf die späteren zurückwirken. Das kann man schon früh ahnen, als von einer Prophezeiung die Rede ist.

Ich mochte alle Protagonist:innen gerne, auch wenn ich mir mit Estrid zunächst etwas schwerer tat. Mein Liebling aber war von Anfang an Alder. Auch seine Bande von Straßenkindern spielt eine wesentliche Rolle in der Geschichte. Man kann sich alle diese Charaktere sehr gut vorstellen, auch die Brücke und das Treiben auf ihr werden lebendig. So ist man sehr schnell im Geschehen und wird gut unterhalten, es macht Spaß, den Roman zu lesen, auch wenn nicht alle Ereignisse schön sind. Für letzteres sorgen schon die Antagonisten, die in beiden Zeitebenen für Ärgernisse und Gefahren sorgen.

Interessant ist natürlich auch die Geschichte der Brücke, die einen großen Teil des historischen Hintergrund bildet, allerdings bleibt diese eher an der Oberfläche.

Hin und wieder konnte ich nicht alles ganz nachvollziehen, was mich aber nicht allzu sehr gestört hat. Am Ende bleiben für mich ein paar Fragen offen, die ich gerne noch beantwortet gehabt hätte. Das Ende bietet meiner Meinung nach Platz für eine Fortsetzung, ich würde mich darüber freuen.

Was mir fehlt, ist ein Nachwort des Autors, für mich gehört das gerade bei historischen Romanen einfach dazu. Gerne hätte ich vor allem über Fakten und Fiktion gelesen, aber auch über seine Intention und Recherchen. Natürlich konnte ich selbst ein bisschen googeln, aber das ersetzt so ein Nachwort nicht.

Der Roman erzählt in zwei Zeitebenen die Geschichte der alten London Bridge, zu Beginn und gegen Ende. Er punktet vor allem mit seinen sympathischen Protagonist:innen und seinem lebendigen Erzählstil, hätte aber tiefgründiger sein können.

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Rezensionen von katis zettelchen:

Wenn man in drei Tagen erwachsen wird

Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer

Manchmal konzentriert sich das Leben auf ein paar einzelne Tage, an denen sich ganz viel ändert und die einem ein Leben lang im Gedächtnis bleiben: eine Party, eine Begegnung, ein Roadtrip, ein Wagnis, ein Kuss … Wenn diese Tage dann noch so wichtig im Lebenslauf sind, weil man an ihnen die Schwelle vom Jungen zum Mann, vom Kind zum Erwachsenen überschreitet, werden sie zum Stoff für eine dichte, dynamische Sommergeschichte.

Der Roman liest sich so weg, er ist unterhaltsam, die Charaktere lebensnah, die Situationen universell vertraut. Wer erinnert sich nicht daran, wie man die Blicke der / des Angebeteten in der Schule interpretiert hat, was man alles gemacht hat, um zu der angesagten Party eingeladen zu werden, die Unsicherheiten, wie unreine Haut oder Schüchternheit, die einem immer wieder im Weg standen? Der Sprachstil ist eher einfach, aber liest sich flüssig, natürlich lebt das Buch auch davon, dass der Autor ein bekannter Fußballweltmeister und beliebter TV-Kommentator ist. Am Ende steht ein Disclaimer, dass die Handlung im Roman frei erfunden ist, das hätte ich bei dem Inhalt auch geschrieben, außerdem gilt natürlich auch hier, „Never let the truth get in the way of a good story.“ Was ich damit sagen will, ist, dass es auffällige Ähnlichkeiten zwischen dem Protagonisten und dem Autoren gibt, was vielleicht nicht mehr als eine charmante Spielerei ist, aber es funktioniert, die Lesefreude zu erhöhen. Alles in allem ein nettes Sommerbuch, das man auch jetzt schon in Vorfreude auf den Sommer lesen kann. Ich würde sagen, das Buch ist ab 14 gut zu lesen.

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Rezensionen von EvaLiest:

Gute Idee mit großen Schwächen bei der Umsetzung

Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs von Francesca Cavallo

Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs von Francesca Cavallo, mit Illustrationen von Luis San Vicente, ist ein Buch mit 12 Geschichten, die laut Vorwort traditionelle Geschlechterklischees aufbrechen und Alternativen bieten wollen.
Die Idee klingt toll und auch ich finde es extrem wichtig, den vorherrschenden Stereotypen etwas entgegenzustellen.

Leider hapert es an der Umsetzung und so bin ich tatsächlich enttäuscht von diesem Buch, von dem ich mir so viel erwartet hatte.
Zum einen ist es – ganz unabhängig vom Grundgedanken hinter dem Buch – ein bisschen schwierig, sich in die Geschichten hineinzufühlen, da sie relativ kurz und vor allem unabhängig voneinander sind. Auch der Zeichenstil ist hier nicht gut angekommen, denn die schwarz-weißen Illustrationen wirken etwas emotionslos. Apropos emotionslos (ACHTUNG SPOILER): In der ersten Geschichte sterben die Eltern der Geschwister und es geht nicht etwa darum, die Gefühle dazu zu verarbeiten, sondern nur darum, dass mit ihnen auch bestimmte Traditionen gestorben sind, was als positiv gewertet wird. Als Erwachsene kann ich das sehr gut einordnen, aber für Kinder finde ich das unangemessen und mein Sohn hatte auch einigen Redebedarf.
Ich möchte jetzt nicht zu jeder einzelnen Geschichte schreiben, was mich gestört hat, aber ganz allgemein tut das Buch für mich nicht das, was es sich vorgenommen hat. Manche Klischees werden einfach durch andere ersetzt, manche Geschichten haben keine klar erkennbare Aussage, und andere verfestigen sogar noch bestimmte Muster (ACHTUNG SPOILER: Der Pirat verliebt sich nicht etwa in die Piratin, weil sie so abenteuerlustig, mutig, stark, sympathisch… ist. Nein – sie ist halt hübsch!). Und nur am Rande: der Gebrauch des generischen Maskulinums hat mich in einem derartigen Buch auch überrascht.
Ich habe relativ oft mit den Augen gerollt und viele Geschichten für meinen Sohn noch einmal einordnen bzw. relativieren und besprechen müssen. Sehr schade, denn die Idee klang so gut!

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Rezensionen von yellowdog:

Illusionslose Analyse

Die Kriege der Gegenwart und der Beginn einer neuen Weltordnung von Joschka Fischer

Joschka Fischer, heute mit 75 in einer Rolle, die früher Helmut Schmidt als Altkanzler inne hatte.
Er ist raus aus dem aktuellen Politikleben, hat aber viele Kemnntnisse. Hier schreibt er illusionslos über die Kriege in der Ukraine und Israel/Palästina sowie der Rolle der USA und was das für Deutschland bedeutete.

Die realistische, schonungslose Einschätzung tut gut, denn die Versprechungen der Parteien im Wahlkampf waren kaum glaubhaft.

Zwar sind noch nicht die neuesten Entscheidungen von Donald Trump im Buch enthalten, aber im Kapitel „Qua Vadis, USA“ blickt Fischer zurück bis in die Zeit nach 9/11, dem Krieg gegen Irak, auch die Obama-Zeit und fasst somit gut zusammen.
Auch ein Kapitel zu China ist enthalten. Dann wieder ein umfassender Blick auf Europa.

Ein lesenswertes Politsachbuch, wobei kaum ein Warn- und Weckruf, wie etwas übertrieben beworben, denn konkrete Lösungen hat auch Fischer nicht. Einen kritischen Blick auf Europas Zustand hat Joschka Fischer aber schon länger.

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Rezensionen von clematis:

Schwarzer Tod

Das Pestkind von Nicole Steyer

Gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1648) wird Rosenheim von der Pest heimgesucht. Marianne entwischt als Einzige in ihrer Familie dem Schwarzen Tod und wächst fortan bei der Brauerei- und Wirtshausbesitzerin Hedwig Thaler heran, die sie aber eher wie eine Dienstmagd und nicht wie eine Ziehtochter behandelt.

Das arme Mädchen wird auch von den Nachbarn geschnitten und als unheilbringendes „Pestkind“ beschimpft. Lediglich der Abt Pater Franz und ihr „einfältiger“ Stiefbruder Anderl begegnen Marianne vorurteilsfrei und liebevoll. Als Hedwig erschlagen aufgefunden wird, steht schnell der Mörder fest, aber ob die Zeugen tatsächlich die Wahrheit sagen? Eine aufwühlende Zeit steht Marianne bevor.

Lebendig schildert Nicole Steyer die Stadt Rosenheim in den Jahren von Pest und Dreißigjährigem Krieg, von Not und Verachtung. In den drei großen Abschnitten spielt die Handlung aber nicht nur in Rosenheim, sondern auch im Tross des feindlichen Schweden-Generales, wo es ebenfalls hoch hergeht. Eine Reihe an schweren Schicksalsschlägen muss Marianne verkraften, verliert sie doch im Laufe der Geschichte mehrere Menschen, die ihr lieb und teuer sind. Grausame Szenen aus dem Krieg verdüstern die Stimmung ebenfalls, aber Marianne kämpft für das, was sie einst versprochen hat.

Fesselnd und spannend fliegen die vielen Seiten nur so dahin, langweilig wird es jedenfalls nicht. Und als gäbe es nicht schon genug Überraschungen, so muss man auch am Ende noch einmal den Atem anhalten und einen Rückschlag einstecken.

Ein wunderbar zu lesendes Buch, das eine schreckliche Zeit widerspiegelt und eine mutige junge Frau in den Mittelpunkt rückt. Mir hat Nicole Steyer damit aufregende Lesestunden beschert, ich empfehle „Das Pestkind“ sehr gerne weiter.

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Rezensionen von MarcoL:

Erschütternd und eindrücklich! Das Schicksal von Frauen im ugandischen Flüchtlingslager. Große Leseempfehlung!

Die Frauen aus Bidi Bidi von Charline Effah

S.7: „Dies ist die Geschichte von Kriegen,
die Frauen zugrunde richten.
Denn bewaffnete wie intime Kriege werden
am weiblichen Körper ausgetragen.
Jenen Frauen, die fallen, und jenen, die sich wieder
Aufrichten, in der Hoffnung auf ihre Heilung.“

Paris. Joséphine Meyer flieht vor ihrem gewalttätigen Mann.

Sie sieht sich keine andere Möglichkeit, um lebend aus der mehr als toxischen Beziehung zu entkommen. Zurück lässt sie ihre achte Jahre junge Tochter Minga. Das Mädchen zeigt Verständnis, ist bei der Flucht behilflich und steckt ihrer Mutter sogar noch den Inhalt ihres Sparschweins zu.
Die erste Anlaufstelle ist ein Frauenhaus, aber sie wird von ihrem rachesüchtigen Mann gefunden, und muss erneut die Flucht antreten. Es verschlägt sie als Krankenschwester in die verschiedensten krisengebeutelten Länder, bis sie schließlich im Flüchtlingscamp Bidi Bidi im Norden Ugandas landet.
Vierzig Jahre später, nachdem Minga Briefe ihrer Mutter nach der Wohnungsauflösung ihres verstorbenen Vaters entdeckt, macht sie sich auf die Suche.
Sie reist in das ugandische Camp, bekommt eine Besuchererlaubnis und setzt alles daran, ihre Mutter oder die Spur zu ihrer Mutter zu finden.
Sie trifft auf Menschen, die ihre Mutter kannten. Sie sind zurückhaltend, geizen mit Informationen. Allen voran Jane und Veronika helfen ihr zu verstehen … und verbinden das Schicksal von Joséphine mit jenem der Geflüchteten Rose Akech.
Zur Erklärung: Bidi Bidi ist weltweit das zweitgrößte Flüchtlingscamp. Es nimmt all jene auf, die vor den Unruhen und dem Krieg im Südsudan geflohen sind. Es sind viele, die zuerst zwischen die Mühlsteine der Freiheitsbewegung des Staates gelangten, und dann in weiterer Folge Opfer der Stammeskriege wurden.
Jede der Frauen hat ihr eigenes Los zu tragen. Neben den kriegerischen Handlungen sind es Männer, vor denen die Frauen Schutz suchen. Aber nicht mal im Lager sind sie davor gefeit.
Die Autorin erzählt in ungeschönten Bildern, hart und direkt, wie das Leben nun mal so ist. Erbarmungslos, meist hoffnungslos.
Und dennoch trägt eine Hoffnung die Frauen weiter, trotz ihres schweren Lebens. Missbraucht, misshandelt, davon können sie ein Lied singen … und was bei mancher mit ihren Kindern geschah … lest es bitte selber. Manchmal braucht es einen starken Magen, um das Gelesene aufzunehmen.
Und wer ist schuld an all der Misere: natürlich Männer. What else – daher mein Aufruf an alle Männer: lest dieses Buch. Nehmt es stellvertretend für all das patriarchale Leid und denkt doch mal darüber nach, wie harmonisch und schön die Welt sein könnte ohne eurem Machtgehabe, Misogynie und Breitbeinigkeit. Denn die globale Tendenz zur Frauenfeindlichkeit: leider steigend.
Trotz der vielen unschönen Tatsachen und Szenen liest sich das Buch leicht und locker, die Wörter wohl geordnet in eine Sprachharmonie (großes Lob natürlich auch an die Übersetzerin Ela zum Winkel), auch wenn man dabei viel nachdenken muss. Das Setting ist sehr spannend aufgebaut, denn als Leser*in bekommt man nur in kleinen Häppchen präsentiert, ob sich Mingas Reise nach Uganda gelohnt hat oder nicht.
Ganz große Leseempfehlung . Ich wünsche diesem Buch eine sehr große Leserschaft und viel Aufmerksamkeit.

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Rezensionen von Claudia R.:

schüchtern ..?!

Wenn ich nicht so schüchtern wär, denkt der Bär von Duncan Beedie

Klappentext / Inhalt:

Trau dich, lieber Bär!
• Selbstvertrauen stärken: lustige Vorlesegeschichte für Kinder ab 3 Jahren
• Wichtiges Thema: Schüchternheit überwinden und Freunde finden
• Großer Vorlesespaß : humorvoll erzählt und illustriert von Duncan Beedie
• Tolles Extra: mit gratis Hörversion-Download via QR-Code
Lustig illustrierte Vorlesegeschichte für mehr Selbstbewusstsein
Warum guckst du so? Das wird der Bär oft gefragt.

Er schaut die anderen Tiere einfach nur an, weil er nicht weiß, was er zu ihnen sagen soll. Aber Marienkäfer, Vogel und Dachs mögen es gar nicht, wenn man sie anstarrt. Zum Glück zeigt der Frosch dem Bär, dass es gar nicht schwer ist, jemanden anzusprechen: Ein Lächeln und ein freundliches „Hallo!“ sind doch ganz einfach … Das lustige Bilderbuch von Duncan Beedie beschreibt eine Situation, die Eltern oft von ihren eigenen Kindern kennen. Voller Wärme und Humor hilft der sympathische Bär Kindern ab 3 Jahren , ihre Schüchternheit zu überwinden. Die gratis Hörversion , die ganz einfach heruntergeladen werden kann, schult zudem spielerisch Sprachgefühl und Konzentrationsfähigkeit . Ein amüsante Geschichte zum Vorlesen , die sich auch bestens als Gute-Nacht-Geschichte eignet!
Schüchternheit überwinden leicht gemacht: ein humorvolles Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren

Cover:

Das Cover zeigt einen großen Bären, der jedoch nicht allzu zufrieden ausschaut. Der Bär klotzt regelrecht vom Cover herab. Optisch und auch farblich ist es toll umgesetzt. Zudem passt es auch gut zu den anderen Covern der Reihe. Ein Wiedererkennungseffekt ist hier auf jeden Fall vorhanden.

Meinung:

Eine sehr liebevolle und feinfühlige Geschichte über Schüchternheit. Bär weiß nicht was er sagen soll und bringt durch seine Schüchternheit kein Wort heraus, daher wirkt es immer nur, als würde er die anderen anstarren. Dies ist aber keineswegs so gemeint. Was Mimik und Gestik für Wirkungen haben vermittelt dieses Kinderbuch sehr anschaulich. So manche Sachen können missgedeutet werden, obwohl ganz andere Beweggründe und Emotionen dahinter stecken. Dies muss auch Bär erfahren.

Inhaltlich möchte ich hier nicht weiter ins Detail gehen und halte mich daher mit weiteren Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und gut verständlich. Die Geschichte ist sehr liebevoll und herzerwärmend umgesetzt. Das Text-Bild-Verhältnis ist sehr gut gewählt. Die einzelnen Sätze und Abschnitte sind nicht zu lang und gut zu verstehen. Die wunderschönen bunten Illustrationen runden das Ganze sehr gut ab und veranschaulichen das Gelesene. Die Bilder sind sehr liebevoll und niedlich gezeichnet und geben auch Gesichtsausdrücke und Emotionen, sowie Gefühle gut wieder.

Bär weiß nicht, wie er sich ausdrücken soll und starrt nur. Das stört die anderen. Doch Frosch hat eine gute Idee. Auch das Ende der Geschichte ist sehr niedlich und liebevoll umgesetzt. Groß und Klein sind hier begeistert. Mir hat es auf jeden Fall auch sehr gut gefallen.

Es ist bereits das dritte Buch aus der Bär Reihe, welches ich lesen durfte. Jedes Buch steht für sich und kann unabhängig gelesen werden. Bär erlebt immer wieder etwas anderes und jede Geschichte ist in sich geschlossen.

Fazit:

Eine sehr liebevolle und feinfühlige Geschichte über Schüchternheit.

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