Kunden em pfehlungen
Rezensionen von MarcoL:
Elf beeindruckende Erzählungen über Frauen in Grenzsituationen. Leseempfehlung!
Beim Barte der Prophetin von Simone Schönett
In elf sehr beeindruckenden Erzählungen bringt uns die Autorin Lebensgeschichten – oder Momente – ihrer Protagonistinnen näher. Erlebnisse, die man durchaus als einen Gang an einer scharfen Kante interpretieren kann. Es sind einschneidende, oftmals düstere Momente, die wenig Licht durchlassen, Erfahrungen an der Kippe zwischen Sein und Nichtsein.
Letzteres bevorzugt. Gnadenlos wird damit umgegangen – wie das Leben selbst.
Die Schilderungen sind klar und deutlich, nur manchmal leicht mysteriös vernebelt. Und jede einzelne Erzählung lässt uns mit einem Katalog an Fragen zurück, allen voran: wie hätte ich in der Situation reagiert.
So arbeiten zum Beispiel Mia und Martin in der Schweiz hart in ihrem Bistro, um sich ihren Alterssitz auf Zypern leisten zu können. Der Traum scheint Wirklichkeit zu werden, der Tag des Loslassens rückt näher und näher. Mit viel Gefühl wird das Setting der beiden erzählt, und dann …
oder die Story von Fausta als Sachbearbeiterin, die Förderanträge von Autor*innen samt deren Manuskripte entgegennimmt, und auf etwas Unglaubliches stößt - sehr einfühlsam erzählt.
Natürlich darf auch ein Dauerbrenner unseres gesellschaftlichen Alltages nicht fehlen: Sexismus und Übergriffigkeiten im Berufsleben.
S.75: „Na Kleine, du musst dich halt von ihm fernhalten. Und ich solle Schluss mit der provokanten Kleidung machen. Solche Signale verstehe Odo als Freibrief, das müsse mir schon klar sein.“
Am eindrücklichsten fand ich die Geschichte um die ehemalige KZ-Aufseherin Hermine Braunsteiner. Eine brutale Frau, die sich Zeit ihres Lebens im Recht und immer als Opfer sah. Diese Erzählung zeigt das wahre Können der Autorin, so stark war der Sog in die Zeilen (trotz all der geschilderten Brutalität).
Auch die anderen Geschichte strotzen vor brillanten Sätzen und Kritik an unserer Gesellschaft.
S.209: „Das einzig Klare war, dass das Patriarchat niemals freiwillig oder gar unblutig seine Macht niederlegen würde. Und darum drehte sich jetzt wieder alles, daran krankte alles, jeder Konflikt, jede Diktatur, jeder Krieg.“
Ganz große Leseempfehlung für diese starken Erzählungen!
Rezensionen von Lesemama:
Schleimige Fortsetzung
Ungeheuer schleimig (Band 2) von Sonja Kaiblinger
Bewertet mit 4.5 Sternen
Zum Buch:
Ludwig darf in dem Labor, aus dem das Monster ist, ein Praktikum machen. Das kommt ganz gelegen, den das Monster ist krank und benötigt dringend Medizin, die nur im Labor erhältlich ist. Aber Vorsicht, Professor Schuhmann möchte sein Monster zurück
Meine Meinung:
Es handelt sich um die Fortsetzung von Ungeheuer lieb, das sollte man vorher gelesen haben, denn die Story fängt sonst mittendrin an.
Große Schrift, viele Bilder und ab und zu ein kleiner Comicstrip machen es recht einfach das Buch zu lesen. Ludwig und seine Schwester Clara versuchen das Monster, von Clara liebevoll Prinzessin Knuddelwuff genannt, zu beschützen.
Die Story ist humorvoll, spannend und unterhaltsam. Der Text ist abwechslungsreich, das ganze ist sehr ansprechend gestaltet, so macht lesen Spaß. Und die Geschichte ist hoffentlich mochte nicht zu Ende erzählt, es gibt jedenfalls ein Ende, das auf eine weitere Fortsetzung hoffen lässt.
Rezensionen von nessabo:
Eine temporeiche, schmerzhafte Coming-of-Age-Geschichte
Erdbeeren und Zigarettenqualm von Madeline Docherty
[TW: Endometriose, starke Blutungen, extreme Schmerzen, Abtre!bung]
Wie schon von anderen angemerkt, halte ich den Titel der deutschen Übersetzung für eine Entscheidung, die dem Umfang des Buches nicht gerecht wird. Er vermittelt eine Banalität des Lebens, die sich in diesem wirklich tollen Debüt zwar auch finden lässt, welche mich aber nicht vorbereitet hat auf den vielschichtigen Schmerz, den die Geschichte transportiert.
Die junge Protagonistin begleiten wir von Anfang bis Mitte 20. Irgendwie also kein klassisches Coming-of-Age, aber ich habe es trotzdem als eines empfunden. Aufgrund ihrer lange unerkannten chronischen Erkrankung und der damit einhergehenden Herausforderungen im Alltag verschiebt sich das tatsächliche Erwachsenwerden nämlich spürbar.
Die Geschichte ist in der 2. Person Singular geschrieben, was zu Beginn zwar gewöhnungsbedürftig scheint, mich aber ganz schnell für sich eingenommen hat. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, auch wenn das Leben der Protagonistin durchaus so schmerzhaft ist, dass ich eigentlich eine Pause gebraucht hätte. Doch der Sog des Erzählstil ist wirklich bemerkenswert.
Zentral in der Handlung ist eine Freundinnenschaft, die sich verändert. Während die namenlose Protagonistin neu eingeschlagene Wege auf verschiedene Weisen immer wieder abbricht, scheint ihre beste Freundin Ella alles im Griff zu haben - und damit ist auch das Leben der Erzählerin gemeint. Wenn deren Welt nämlich wieder einmal auseinanderzubrechen droht, fängt Ella sie auf - bis sie es nicht mehr tut. Die Protagonistin testet währenddessen ihre eigene Sexualität aus, sucht verzweifelt den passenden Job, struggelt mit ihrem Alltag und ihrer Zukunft. All das wäre schon herausfordernd genug, wird aber von extremen Schmerzen bis hin zur Ohnmacht begleitet. Irgendwann wird sie, einige Jahre nach der eigentlichen Diagnose von Endometriose, von einer Ärztin endlich richtig ernstgenommen und mit Medikamenten eingestellt. Daraufhin erteilt sie sich auch selbst die Erlaubnis, ihren Umgang mit sich selbst zu hinterfragen.
Davor, und besonders im letzten Viertel, reihen sich die Exzesse nahtlos aneinander. Dieser Teil sorgte in mir für tiefe Verzweiflung angesichts einer Protagonistin, die sich immer tiefer in die Sch**** reitet und war mir fast ein bisschen zu arg. Besonders der exzessive Alkohol- und Drogenkonsum ist mir persönlich fremd und ich wünsche mir bei aller Authentizität wirklich, dass das Thema literarisch kritischer eingeordnet wird. Dafür ziehe ich einen halben Stern ab. Das Ende ist nicht ganz so versöhnlich, wie mein Herz es sich gewünscht hat, doch ich halte es für die exakt richtige Wahl.
Es ist spürbar, dass Madeline Docherty hier Persönliches hat einfließen lassen. Ob nun die Wohnsituation in Glasgow, Bullshit-Jobs nach dem Studium, sexistische Abwertung oder Studipartys mit reichlich Drogen. Ein ehrliches, schmerzhaftes Debüt über Wachstum, erwachsene Verantwortungsübernahme und die Grenzen einer Freundinnenschaft mit einem klaren Appell daran, sich selbst aber auch Endo-Betroffene generell ernst zu nehmen.
4,5 Sterne
Rezensionen von clematis:
Üüs hüs - Unser Haus
Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns
Oma Undine eröffnet ihrer Enkelin Maren, dass sie ein Haus auf Amrum besitzt und die aktuelle Bewohnerin ausziehen wird. Maren soll auf die Nordseeinsel reisen und entscheiden, ob sie das Haus verkaufen oder vermieten möchte. Gemeinsam mit Tochter Leni bricht die junge Witwe auf und lernt ihre Verwandtschaft kennen, von der sie bisher nichts gewusst hat.
Viele Ähnlichkeiten, insbesondere die Liebe zum Backen, verbindet Maren und Leni mit ihren Vorfahren.
Überwiegend spielt die Geschichte im Heute, ab und zu schwenken wir auf eine vergangene Zeitebene, mitunter gibt es auch während der aktuellen Handlung Erinnerungen an frühere Generationen. So lernen nicht nur Maren und Leni, sondern auch die Leser eine große Familie zwischen Kassel und Amrum kennen. Mit viel Liebe zum Detail wird die raue Schönheit Amrums beschrieben, finden wir freundliche Menschen, die über Fauna und Flora Bescheid wissen, aber auch eher verstockte sture Insulaner, die eine Menge Vorbehalte gegen Leute vom Festland hegen. Wie ein Wirbelwind erobern Maren und Leni die neue Umgebung, interessieren sich für die hiesige Kultur, ja lernen sogar schnell die wichtigsten Ausdrücke aus Öömrang, der eigenen friesischen Sprache hier. Nicht zuletzt dadurch erhält dieser zauberhafte Roman seine Authentizität und Lebendigkeit. In kurzer Zeit reifen gewagte Ideen zu möglichen Perspektiven heran, am Ende darf der Leser entscheiden, was aus jenen Handlungsfäden entsteht, die nur angedeutet sind. Ich finde das schön, es muss nicht jeder Gedanke zu Ende geführt werden, es darf ruhig Platz für Phantasie bleiben – oder eine Fortsetzung der Geschichte.
Fazit: ein schöner Roman mit passendem Amrum-Flair.
Rezensionen von Cellissima:
Es plätschert extrem vor sich hin ...
Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita
"Die Magnolienkatzen" ist eines dieser Bücher, von denen ich mir viel mehr erwartet hatte und nach deren Lektüre ich enttäuscht zurückbleibe.
Ich mag japanische Literatur, das Cover ist wunderschön, auch der Klappentext klang vielversprechend:
Schriftstellerin Noriko entdeckt eines Tages im Garten unter dem Magnolienbaum ein paar Kätzchen samt Mutter.
Noriko mag keine Katzen, doch da sich sonst niemand um die Tiere kümmern will, nehmen sich Noriko und ihre Mutter ihrer an. Nach und nach lernen sie sich kennen und lieben. Das Zusammenleben wird über Jahre hinweg geschildert.
Dabei sollte Noriko auch überraschende Entdeckungen über sich selbst, das Leben und das Glück sowie das Streben danach machen. Auch um Achtsamkeit sollte es gehen.
Das klang so gut! Leider blieb "Die Magnolienkatzen" deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Es war kein japanischer Roman, wie er es hätte sein können und wie man ihn vielleicht erwarten würde.
Ja, das Ganze lässt sich stets angenehm und flüssig lesen. Doch ich hätte mir sprachlich mehr erwartet.
Es geht um den Alltag mit den Katzen, gerade das Großwerden der Kitten nimmt sehr viel Raum ein. Doch es passiert insgesamt sehr wenig, und leider wurde es daher schnell sehr langweilig und plätscherte nur noch so vor sich hin.
Auch blieben die angekündigten Entdeckungen über sich selbst, das Leben, Glück und das Streben danach ... aus. Jedenfalls waren sie nur in sehr homöopathischer Dosis vorhanden. So verhält es sich auch mit der Achtsamkeit. Ich hatte mir hier viel mehr erwartet; mir blieb auch hier alles viel zu sehr an der Oberfläche. Es fehlte leider in jeder Hinsicht der Tiefgang.
Fazit: Ein Buch, das deutlich hinter meinen Erwartungen zurückblieb und mich enttäuschte. Allenfalls nett zu lesen - doch selbst dafür plätscherte es leider zu schnell zu sehr vor sich hin. Ich war leider froh, als ich auf der letzten Seite angelangt war, und würde "Die Magnolienkatzen" nur großen Katzenliebhabern empfehlen.
Rezensionen von Tara:
Schräg - witzig - anders
Super-Dad und die explodierende Kacke von Arttu Unkari
„Super-Dad und die explodierende Kacke“ ist der erste Fall aus der Comic-Krimireihe des finnischen Autors Arttu Unkari.
Die Handlung beginnt schräg.
Thekla Tikka - die eine steile Karriere von Schönheitskönigin über Youtuberin zur Bildungsministerin hingelegt hat- sitzt lesend auf der Toilette.
Durch eine Kack-Explosion wird sie zum Mond befördert. Für diese unglaubliche Nachricht wird das Fernsehprogramm unterbrochen und erreicht so die Drittklässlerin Oona und ihre Familie. Für Oonas Vater ist direkt klar, dass er nun einen neuen Fall hat. Schließlich ist er Polizist und Super-Dad.
Schnell wird klar, dass nicht Super-Dad derjenige ist, der den besten Durchblick hat, sondern Oona und ihr Freund. Während ihr Dad ständig auf der Leitung steht und schlechte Witze macht, reagieren die Kinder clever und bedacht.
In dem Buch stecken lauter abgedrehte Ideen, über die man einfach lachen muss.
Oonas Oma kann allerdings nicht über alles lachen, sie plappert ständig dazwischen, kritisiert und versucht den Anstand zu wahren.
Neben dem schrägen Humor ist die Gestaltung der Seiten durch den Illustrator Kai Vaalio ein weiteres Highlight. Auf jeder Seiten gibt es passende Zeichnungen, mal ganz bunt und mal in einem Farbton.
Der größte Teil ist im Fließtext geschrieben, aber es gibt auch immer wieder Sprechblasen wodurch alles sehr abwechslungsreich und entsprechend schnell gelesen ist.
Wir hatten großen Spaß mit dem Buch und ich denke, dass es sich auch für weniger leseaffine Kinder gut eignet, die gerne Lachen und die Spannung und Chaos mögen.
Rezensionen von nessabo:
Intensiv, echt und vielschichtig - manchmal auch ein wenig zu wild
Achtzehnter Stock von Sara Gmuer
Zum Hörbuch: Die Sprecherin hat mir sehr gut gefallen und ich halte sie für eine passende Wahl. Ihre Stimme hat mich gut für sich eingenommen und auch, wenn manche Figuren mir persönlich noch zu ähnlich klangen, fand ich die Figurenabgrenzung gut.
Zum Buch selbst: Es war zwar kein 100%ig passendes Buch für mich, aber ich bleibe eher positiv gestimmt zurück.
In jedem Fall ist der Roman einer, der seine Leser*innen fordert und auf intensive Art eintauchen lässt in eine Welt, die ihnen vielleicht nicht bekannt ist.
Sprachlich halte ich das Werk für sehr authentisch. Wanda war mir als Protagonistin vielleicht nicht sympathisch, aber ich habe ihr das beschriebene Leben absolut geglaubt. Der Frust angesichts des eigenen Alltags in der Platte und der Wunsch nach einem Schauspiel-Durchbruch waren wirklich deutlich spürbar. Besonders die Krankheit ihrer Tochter Karlie im ersten Teil hat mich sehr mitgenommen, obwohl ich keine Mutter bin. Auch hier werden die Emotionen wie Wut und Verzweiflung angesichts der schlechten medizinischen Behandlung, ja sogar des Medical Gaslighting, packend beschrieben.
Im späteren Verlauf wurde es mir dann aber doch etwas zu wild. Bei den Schilderungen am Set hatte ich das Gefühl, hier sollte besonders viel Drama aufgebaut werden, was das Ganze für mich völlig übertrieben darstellte. Auch ihr Versinken in einen depressiven Zustand und das ständige Kreisen um das eigene Schicksal habe ich als herausfordernd bis anstrengend empfunden - vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass da noch ein Kind im Spiel war. Ich habe wohl auch einfach nicht verstanden, warum sie sich so vehement als Einzelkämpferin sieht und nicht auf das existierende Netzwerk zurückgreift bzw. dieses ausbaut.
Nichtsdestotrotz liegt dem Text eine Gesellschaftskritik zugrunde: Wer hat aus welchem Grund Privilegien und kann ein Mensch den bei Geburt mitgegebenen Umständen wirklich entfliehen? Stellenweise waren mir die Reflexionen rund um „Was macht einen Menschen wirklich glücklich?“ dann doch etwas zu platt und auch die anderen Bewohner*innen des Hauses hätte ich gern vielschichtiger kennengelernt. Als eine Perspektive von vielen ist der Roman aber sicher eine eindrückliche Erzählung.
3,5 Sterne
Rezensionen von ReiShimura:
Wunderschöne Illustrationen und großartige Botschaft
Mäusekind, es ist so weit, dein großer Tag: Geburtstagszeit! von Sophie Schoenwald
Für Kindern, aber auch für viele Erwachsene, gehören Geburtstag und Geschenke einfach untrennbar zusammen. Das ist einfach so und das muss man auch gar nicht bewerten oder anderweitig ins Negative Ziehen. Aber meiner Meinung nach, darf man sich die Frage stellen, ob die Geschenke immer materieller Natur sein müssen.
Anscheinend hat sich die Kindebuchautorin Sophie Schönwald die gleiche Frage gestellt und dem Thema gleich ein ganzes Buch gewidmet. Und ich möchte gar nicht lange um den heißen Brei herumreden, sie hat dabei ganze Arbeit geleistet. Unterstützt wurde sie bei ihrem Vorhaben von Carola Sieverding, diese hat nämlich die Illustrationen des Buches übernommen. Auch ihr gebührt meine Hochachtung und mein Lob.
Ich war vielleicht ein wenig übermutig, als ich dieses Buch ausgewählt habe. Denn das empfohlene Alter wird vom Verlag mit ab 4 Jahren angegeben. Der kleine Leser in unserem Haushalt wird allerdings in Kürze erst zwei Jahre. Versuchen wollte ich es trotzdem, da mich das Cover und die Idee des Buches auf Anhieb begeistert haben. Und was soll ich sagen, ich war nicht die Einzige, die begeistert war. Unser derzeitiger Rekord liegt bei dreimal hintereinander lesen und das auch nur deswegen, weil ich mich geweigert habe, das Buch noch ein viertes Mal am Stück zu lesen. So großartig es auch ist, aber irgendwann will man auch mal wieder etwas anders lesen.
Die Illustrationen sind wunderbar farbenfroh und ansprechend, sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Die einzelnen Seiten sind nicht überladen, ganz im Gegenteil, manche sind sogar eher ein wenig minimalistisch. Zum Entdecken gibt es trotzdem genug, also Langweile kommt nicht auf. Naja, außer wie bereits erwähnt, man muss das Buch gefühlt stundenlang immer und immer lesen. Die verschiedenen Tiere werden realitätsnah dargestellt, aber sind natürlich trotzdem ein klein wenig verniedlicht und vermenschlicht. Der kleine Leser hatte keine Probleme die verschiedenen Tiere zu erkennen und zu benennen.
Die Geschichte selbst wird in Reimform erzählt. Dies finde ich, wenn es denn gut gemacht ist, immer sehr ansprechend. Erstens weil es beim Vorlesen einfach viel mehr Spaß macht und man automatisch in einen angenehmen Leserhythmus kommt. Andererseits weil es sich erwiesenermaßen äußerst positiv auf die Sprachentwicklung von Kindern auswirkt. Bis auf einige wenige Ausnahmen sind die Reime in diesem Buch wirklich sehr gut und stimmig. Die kleinen Ausnahmen kann ich zwar verstehen, manche Wörter sind einfach schwer zu reimen, aber andererseits wurde ansonsten so viel Liebe ins Detail gesteckt, dass ich mir gewünscht hätte, man hätte auch für diese Ausnahmen eine passendere Lösung gefunden.
"Mäusekind, es ist so weit, dein großer Tag: Geburtstagszeit!" vermittelt auf wunderbare und teilweise auch sehr humorvolle Weise, dass Geschenke nicht immer von materieller Natur sein müssen, um uns glücklich zu machen. Es ist ein wirklich äußerst liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das bei uns sicher noch oft (vor-)gelesen werden wird, und wahrscheinlich nicht nur zur Geburtstagszeit.
Rezensionen von Allesleser:
Die Moral des Killers.
Notizen eines Killers von Ansgar Sittmann
Wie wird ein einfacher Pharmavertreter zum Auftragskiller?
Das schreibt Rudi in seinem Notizbuch nieder. Er möchte seine Erinnerungen in einem Buch veröffentlichen, aber noch ist es nicht soweit. Daher muss er sein Manuskript schnellstmöglich wieder bekommen!
Diese Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen.
Der größte Fokus liegt auf dem Killer, dessen Werdegang man durch Rückblenden verfolgen kann. Es ist interessant, welchen Weg er gegangen ist, wie er sein Handwerk vervollkommnet und was ihn angetrieben hat.
Er schockiert, überrascht aber auch.
Die anderen Figuren sind eher Randerscheinungen, tragen aber ihren Teil zum Geschehen bei.
Der Thriller hat seine ganz eigene Spannung, Aufregend, erschreckend, ungewöhnlich und auch unterhaltsam.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Mitreißende Geschichte über eine vergessene Ikone
Der ewige Tanz von Steffen Schroeder
In seinem neuen Roman "Der ewige Tanz" widmet sich Steffen Schroeder dem aufregenden und exzessiven Leben der in den 1920er-Jahren berühmten Tänzerin und Schauspielerin Anita Berber.
Im Sommer 1928 befindet sich die 29-jährige Anita im Berliner Bethanien-Krankenhaus. Sie leidet unter einer fortgeschrittenen Tuberkulose und wird von starken Schmerzen geplagt.
Die junge Frau, die sich darüber bewusst ist, dass sie die Krankheit nicht überleben wird, blickt zurück auf ihr bewegtes, viel zu kurzes Leben.
Die kleine Anita wächst bei ihrer Großmutter Lu in Dresden auf, die ihr schon früh einschärft, sich niemals von einem Mann abhängig zu machen. Die Mutter des Mädchens singt und tanzt in einem Berliner Kabarett, der Vater, ein erfolgreicher Geigenvirtuose, hat die Familie wegen der Eifersucht seiner Frau verlassen und sucht keinen Kontakt zur Tochter. Anita beschließt früh, auch Tänzerin zu werden. Nachdem ihre Großmutter mit ihr nach Berlin gezogen ist, wo die beiden gemeinsam mit Anitas Mutter eine Wohnung beziehen, nimmt Anita Tanzstunden bei der ehemaligen Tänzerin Rita Sacchetto. Sie tanzt mit Hingabe und Leidenschaft, und schon bald hat sie ihren ersten Auftritt im Apollo-Theater. Es folgen Solotanzabende, mit 18 Jahren wird sie als Tänzerin für den Stummfilm entdeckt und bekommt eine Hauptrolle. Sie wird als neues Wunder der Tanzkunst gefeiert, mit ihren aufreizenden und akrobatischen Tänzen begeistert sie ihr Publikum. Doch ihr Erfolg währt nur wenige Jahre ...
Wir begleiten Anita Berber bis zu ihrem frühen Tod, erleben ihre Kindheit, Jugend, die Jahre ihres Ruhms und die Zeit danach. Das Verhältnis zur Mutter ist schwierig, da diese ihr den Erfolg neidet und ihr ihre Zuneigung entzieht. Die Großmutter bleibt lange ihre wichtigste Bezugsperson. Anita hat viele Verehrer, sie genießt den Erfolg, trinkt zu viel Alkohol und nimmt Kokain und Morphium. Sie heiratet dreimal, fühlt sich aber auch zu Frauen hingezogen. In der Modewelt setzt sie neue Akzente, als sie sich einen Smoking schneidern und ein Monokel anpassen lässt.
Die Geschichte ist in schöner Sprache erzählt und liest sich sehr flüssig, die Charaktere sind bildhaft skizziert. Der Zeitgeist ist ganz wunderbar eingefangen, und es war spannend, in die zwanziger Jahre einzutauchen. Wir erleben Anitas phänomenalen Aufstieg und ihren traurigen Abstieg, und wir lernen ihre Ehemänner kennen. Sie hatte Mut und Ehrgeiz, brach Tabus, sorgte für Skandale und führte ein selbstbestimmtes, aber auch selbstzerstörerisches Leben. Sehr interessant fand ich die Beschreibung der Umstände, die zu dem bekannten Gemälde führten, das Otto Dix von der Künstlerin anfertigte.
Ich habe das mitreißende Buch sehr gern gelesen - klare Leseempfehlung!











