Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Morten:
Unaufregter Krimi für Kinder
Detektivagentur Christie & Agatha - Ein Beweisstück verschwindet von Pip Murphy
Ein Sandwich ist verschwunden. Kein normales Sandwich, was für jeden hungrigen Magen schon recht dramatisch wäre. Nein, darin war ein Experiment von Mr. Fleming versteckt. Wer könnte Interesse daran haben? Sein Assistent Mr. Pryce? Die französischen Gastgeber? Oder etwa Sir Arthur Conan Doyle? Klare Sache – die Schwestern Agatha und Christie müssen diesen Fall aufklären.
Der erste Band der neuen Reihe „Detektivagentur Christie & Agatha“ mit dem Titel „Ein Beweisstück verschwindet“ ist ein gemütlicher, humorvoller Kinderkrimi voller Anspielungen auf Krimigeschichte und kulturellen Besonderheiten. So geraten die Gastgeber der Teeparty in Verdacht, französische Spione zu sein – dabei stammen sie aus dem benachbarten Belgien. Ein Schmunzler, der im englischen Original vermutlich ein bisschen besser zündet und mit Vorurteilen aufräumen soll.
Und natürlich ist die Geschichte ein guter Einstieg in die Krimiwelt, besonders, wenn die Eltern oder Großeltern eine Affinität für Agatha Christie, Sir Arthur Conan Doyle oder ähnliche Autor:innen haben. Es ist alles komplett unaufgeregt, die beiden Schwestern sind charmant, der Humor very british. Die Kriminalgeschichte ist ziemlich geradlinig, nur bedingt überraschend – cosy crime für Kinder eben, aber sie lebt über die Figuren, wie auch häufig in den Krimis für Erwachsene.
Vielleicht fehlt ein bisschen Würze, wenn die Kinder bereits andere Detektivgeschichten gelesen oder gehört haben. Sind sie schon an spannende Abenteuer wie bei den drei ??? Kids gewöhnt, könnten die Abenteuer von Christie und Agatha ein bisschen zu ruhig wirken. Das aber hängt vermutlich vom jeweiligen Kind ab – und wie die Reihe weitergeht. Denn schon im Sommer soll Teil 2 der Detektivagentur erscheinen. Und ich sag’s mal so: Wir sind durchaus interessiert, welcher Fall dann aufgeklärt werden muss.
Rezensionen von Schlafmurmel:
Spannend, hochaktuell und absolut fesselnd
Der Virus von Marley Alexis Owen
Eigentlich sollen Sara und Jay auf eine streng geheime Mission vorbereitet werden, doch dann erhält Sara einen verzweifelten Anruf von ihrem Mann Lukas. Obwohl ihre Ehe durch eine frühere Mission – bei der ihre gemeinsame Tochter entführt wurde – belastet ist, weiß sie sofort, dass etwas Ernstes passiert sein muss.
Lukas’ Bruder Markus wird eines schweren Verbrechens beschuldigt und ist spurlos verschwunden. Ohne zu zögern stellt Sara ihre ursprüngliche Mission hinten an und setzt alles daran, ihm zu helfen.
Die Spur führt sie nach Kambodscha, wo sie mit Hilfe eines brillanten Hackers entscheidende Informationen sammeln. Doch die Lage spitzt sich zu: In Thailand treffen sie auf einen Kontaktmann von Jay, der ihnen Zugang zu einer Scam-Fabrik in Kambodscha verschafft. Dort werden Menschen unter unmenschlichen Bedingungen zur Cyberkriminalität gezwungen. Jay und Sara greifen ein, befreien die Gefangenen und kommen Markus’ Geheimnis immer näher.
Doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Auch Saras Familie gerät ins Visier, und Sisterhood muss alles daransetzen, sie zu schützen. Die Spannung bleibt bis zur letzten Seite hoch, und die Auflösung am Ende hat mich überrascht. Besonders gelungen finde ich, wie die Autorin das aktuelle Thema Cyberkriminalität in die Handlung einbindet – ein bedrückend realistisches Szenario.
Das Buch hat mich komplett gefesselt – einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen! Zudem bleibt eine spannende Frage offen: Sind Jay und Sara wirklich nur beruflich „Schwestern“, oder steckt mehr dahinter? Ich bin gespannt auf das nächste Abenteuer und kann es kaum erwarten, weiterzulesen
Rezensionen von LeserinLu :
Klug, temporeich, historisch fundiert
Schwebende Lasten von Annett Gröschner
In „Schwebende Lasten“ erzählt Annett Gröschner die fiktive Lebensgeschichte von Hanna aus Magdeburg – eine Geschichte, die zugleich die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive einer ostdeutschen Arbeiterin ist. Der Roman zeichnet Hannas Weg von der Floristin zur Kranfahrerin nach und verknüpft ihr Schicksal mit den politischen Umbrüchen und sozialen Verwerfungen ihrer Zeit.
Die klare Sprache und die Art, historische Zusammenhänge anhand einer weiblichen Figur greifbar zu machen, haben mich stellenweise an Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“ erinnert – eine Reihe von historischen Romanen, die ich früher sehr gerne gelesen habe. Allerdings geht Gröschner in „Schwebende Lasten“ oft noch drastischer in die historisch authentischen und furchtbaren Details. Durch das hohe Erzähltempo hatte ich aber nie das Gefühl, von der Schwere der Ereignisse erdrückt zu werden. Bloß am Ende des Romans wurde es etwas langsamer, das war aber passend zum Ende von Hannas Leben.
Besonders gefallen hat mir Hannas Haltung: Trotz der vielen verzweifelten Situationen, in die sie und ihre Familie geraten, verliert sie nie ihren moralischen Kompass. Sie bleibt anständig, verbreitet weder Hass noch Missgunst. Diese Perspektive fand ich sehr wohltuend, denn sie zeigt, dass es möglich war, trotz widrigster Umstände eine Haltung zu bewahren. Gleichzeitig hebt der Roman hervor, was für unglaubliche Härten gewöhnliche Frauen im 20. Jahrhundert überlebt haben.
Insgesamt ist „Schwebende Lasten“ ein kluger, temporeicher und historisch fundierter Roman. Eine Empfehlung für alle, die sich für deutsche Geschichte interessieren!
Rezensionen von EvaLiest:
Irreführende Genrebezeichnung
If We Were Gods von Lara Große
If We Were Gods von Lara Große, erschienen im LEAF-Verlag, fällt natürlich zunächst aufgrund des unheimlich schönen Covers auf. Die Farbgebung und die generelle Gestaltung sind wirklich gelungen und passen auch gut zur Geschichte.
Diese entfaltet sich rund um Olivia und ihre Mitstudierenden an der Arcane Academy – DER Uni, wenn man eine Karriere im Bereich der arkanen Künste anstrebt (oder einfach nur den Lebenslauf aufpolieren möchte).
Die Ausbildung beschäftigt sich damit, wie die arkanen Ebenen aufgebaut sind, welche Magie man aus ihnen ableiten kann und wie man damit wiederum auf die Realität einwirken kann. Dabei gibt es auch Ebenen, die verboten sind, was die Studierenden um Olivia aber nicht davon abhalten kann, einen Plan zu schmieden, wie sie dennoch dorthin gelangen können.
Was dann folgt: Drama, Geheimnisse, Gefahr, Emotionen, Magie. Und leider auch Enttäuschung.
Als Dark Academia Roman vermarktet hatte ich mich sehr auf die Lektüre gefreut und war leider etwas enttäuscht, denn es kommt nicht an die „Klassiker“ des Genres heran. Das Magiesystem gefällt mir gut, wird aber erst im Laufe des Romans erklärt und bleibt trotz der vielen Informationen dennoch etwas vage. Hier wäre wesentlich mehr Potenzial gewesen, denn die Idee ist originell. Was mich besonders gestört hat, sind die Charaktere. Sie sollen angeblich um die 22 Jahre alt sein und alle bereits ein Studium hinter sich haben, verhalten sich aber wie Teenager. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich genervt und ich konnte sie irgendwann nicht mehr ernst nehmen. Zudem bemüht sich das Buch sehr darum, möglichst inklusiv zu sein (vor allem in Bezug auf ethnische Abstammung und sexuelle Orientierung), bedient aber dennoch ein Klischee nach dem anderen, vor allem im Bereich Genderstereotype.
Eine gewisse Spannung konnte trotzdem aufgebaut werden und ich wollte ab einem bestimmten Punkt dann auch tatsächlich wissen, wie es ausgeht. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich nicht sicher bin, ob ich es nicht vorher schon abgebrochen hätte, wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre. Das liegt weniger an der Qualität des Buches als vielmehr am Marketing: als YA-Fantasy hätte ich das Buch sicher wohlwollender gelesen. An Dark Academia habe ich dann doch andere Ansprüche.
Schade, aber mit der richtigen Erwartungshaltung für einige von euch sicher dennoch eine angenehme Leseerfahrung.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Dünen überall
Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns
Uroma Undine, die erst knapp über 70 ist und oft Marens sechsjährige Tochter Leni hütet, eröffnet Maren, dass sie ein Haus auf Amrum besitzt und sie ihr das gerne übertragen möchte. Was Maren damit mache, sei ihr egal: verkaufen, vermieten, egal. Undine möchte nichts damit zu tun haben, doch da die jetzige Bewohnerin ausziehen will, müsse jemand sich drum kümmern.
Dieser Jemand soll Maren sein, die die Neuigkeiten dazu nutzt, zwei Wochen Ferien auf Amrum zu verbringen und sich dann zu entscheiden, was sie mit dem Haus vorhat. Als Maren dort ankommt, ist nicht nur sie bezaubert von dem schönen Haus an toller Lage nahe den Dünen.
Die Beschreibungen der Insellandschaft sind so schön, dass man sich alles bildlich vorstellen kann und gerne auch vor Ort wäre, um sich das mit eigenen Augen anzusehen. Maren lernt schnell ihre ihr bisher unbekannten Familienmitglieder kennen, dabei ist der eine oder andere Sturkopf. Da wir den Gegenwartsteil aus Marens Perspektive erleben, bekommen wir auch gleich ihre ersten Eindrücke von allen und allem mit.
In den wenigen Vergangenheitsteilen wird beschrieben, wie andere Frauen der Familie auf der Insel ankommen oder sie verlassen. Dabei erfährt man viel über die Familiengeschichte, über die weder Maren noch ihre Mutter Jella etwas wusste, weil Undine nie darüber gesprochen hat. Dies ist ein Punkt, den ich nicht wirklich glaubwürdig fand, dass über fünfzig Jahre lang niemand aus der Familie den Kontakt zueinander suchte. Sturkopf hin oder her.
Viel wurde immer wieder von "Öömrang" ins Deutsche übersetzt bzw. mit den beiden Sprachen gespielt. Dass das auf er Insel schon eine grosse Rolle spielt, ist mir klar, es brachte auch viel Inselfeeling mit sich, mir wars aber einen Ticken zu viel. Zu wenig hingegen ging es mir in die Tiefe, vielleicht auch, weil mir die Figuren insgesamt nicht ganz so nahe kamen, teils auch nicht so sympathisch waren, wie das in früheren Romanen der Autorin der Fall war. Leichter als sonst, aber trotzdem ist der Roman lesenswert.
Positiv aufgefallen ist mir, dass es am Ende nicht noch einen unnötigen Twist gab wie so oft in Romanen. Ebenfalls toll, dass am Ende des Buches die Rezepte der am meisten erwähnten Gebäckteile abgedruckt sind. Die Mandeltaler werde ich sicherlich bald nachbacken.
Fazit: Nette und leichte Lektüre mit (etwas zu) viel Geheimniskrämerei für den Urlaub auf Amrum und natürlich für alle ein Muss, die gerne backen.
3.5 Sterne.
Rezensionen von ReiShimura:
Gesunde und abwechslungsreiche Rezepte
SOS Familienküche von Lena Merz; Annina Schäflein
Wer kennt es nicht, die ständige Frage: Was werde ich heute kochen? Diese Frage ist für sich selbst schon schwer zu beantworten, wenn man dann aber auch noch die Wünsche und Abneigungen von mehreren Familienmitgliedern berücksichtigen muss, wird das alles richtig kompliziert.
Genau diesem Problem widmen sich die Autorinnen Lena Merz und Annina Schäflein.
Die beiden Bestseller Autorinnen und Bloggerinnen haben selbst Kinder und kenne daher die Problematik aus erster Hand. Wobei es ja nicht nur um die Frage was koche ich geht. Denn dafür könnte man einfach irgendein x-beliebiges Kochbuch hernehmen. Den beiden Autorinnen geht es um alltagstaugliche, gesunde und abwechslungsreiche Familienküche.
Bevor es aber wirklich ans Kochen geht, gibt es ein Kapitel mit wichtigen und wertvollen Tipps und Tricks. Hierbei geht es vor allem um die richtige Planung der Gerichte und Vorratshaltung. Für mich persönlich war nicht viel Neues dabei, aber trotzdem fand ich auch dieses Kapitel interessant und aufschlussreich.
Danach startet schon der wichtige Teil des Buches, der Rezeptteil. Die Sortierung der Gerichte ist hierbei ein wenig gewöhnungsbedürftig. Denn weder gibt es die klassische Einteilung nach Mahlzeittyp (Snack, Vorspeise, Hauptspeise, etc.) noch eine Aufteilung nach der Hauptzutat des Gerichts (Eier, Nudeln, Fleisch, Fisch, etc.) wie man es aus anderen Kochbüchern gewohnt ist. Die einzelnen Rezepte selbst sind übersichtlich dargestellt. Die Fotos der einzelnen Gerichte schauen sehr appetitlich aus und machen Lust aufs Kochen. Großartig finde ich auch, dass sehr viele Rezepte mit zusätzlichen kleinen Tipps ausgestattet sind.
Den Gesamteindruck des Buches würde ich als eher schlicht bezeichnen. Und dies ist keinesfalls als Kritik zu verstehen, sondern ganz im Gegenteil. Ich finde es sehr schön, dass sich dieses Buch aufs wesentliche beschränkt und ohne viel Chichi daherkommt.
Die Auswahl der Rezepte finde ich auch in Ordnung, auch wenn natürlich nicht jedes Gericht unseren Geschmack trifft. Viele der vorgestellten Speisen kann ich aber als Inspiration betrachten und durch den Austausch von wenigen Zutaten auf unseren Geschmack anpassen.
Für uns persönlich ist das Buch eine gute Ergänzung für unseren Speiseplan und ich denke, dass wir noch öfter Rezepte nachkochen werden.
Rezensionen von rainbowly:
Guter Abschluss
Dark Venice. Silent Haze (Dark Venice 2) Dark Venice von Antonia Wesseling
ACHTUNG - Band 2 der Dilogie - Kann Spoiler für Band 1 enthalten
Inhalt
Nachdem das Video der Unfallnacht aufgetaucht ist und sich Matteo und seine Freunde dafür vor Gericht verantworten müssen, stürzt für Merle alles um sie herum zusammen. Hat ihre Beziehung zu Matteo eine Hoffnung?
Meine Meinung
Mich hat die Geschichte, wie schon Band 1, gut unterhalten.
Die Ereignisse erzeugen eine düstere Stimmung und im Laufe der Geschichte wird alles immer noch verzwickter. Die „Ermittlungen“ von Merle und ihren Freunden fand ich spannend und habe sie gerne verfolgt. Auch die Auflösung am Ende hat mich überzeugt und war aber logisch nachvollziehbar. Ich Laufe der Geschichte habe ich schon etwas in diese Richtung vermutet, aber es war gut aufgelöst.
Die Geschichte rund um ihren Großvater, die sie ja nach Venedig geführt hat, wird auch weitergeführt, rückt allerdings im Gegensatz zu der Geschichte rund um den Unfall in den Hintergrund.
Die Liebesgeschichte zwischen Merle und Matteo tritt irgendwie eher auf der Stelle. Sie können sich nicht ganz öffnen, eine Zukunft ist unsicher und sie wissen nicht so recht wie es weiter gehen soll. Beide wollen sich schützen, sprechen viel zu wenig miteinander und geraden dadurch immer wieder aneinander. Für mich haben einzig die intimen Momente die beiden noch verbunden. Immerhin wurde das zwischendurch auch mal kritisch betrachtet. Aber so richtig romantisch war es nicht, eher dramatisch.
Sprecher
Hannah Schepmann und Louis Friedemann Thiele machen hier einen tollen Job! Die Stimmen passen sehr gut zu Merle und Matteo und sie fangen die Stimmung sehr gut ein.
Fazit
Eine unterhaltsame Geschichte!
Rezensionen von MarcoL:
Anfänglich skurril und voller Witz, verpufft die Story mehr und mehr.
Einsteins Hirn von Franzobel
Es war der 18. April 1955, als einer der größten Genies der Welt das Zeitliche segnete. Albert Einstein verstarb im Princeton Hospital. Thomas Harvey, der an diesem Tag ganz andere Pläne hatte, denn er dachte tatsächlich an den Hochzeitstag, den er letztes Jahr sträflicher Weise vergessen hatte und alles wieder gut machen wollte, musste die Autopsie an Einstein vornehmen.
Und somit nahm alles seinen Lauf … Er untersuchte den Leichnam, und entwendete unerlaubt das Gehirn. Eine scheinbar brillante Idee hat sich kurzerhand seiner bemächtig. Er wollte den Denkapparat untersuchen und dem Sitz der Genialität auf die Schliche kommen, und natürlich den ganzen Ruhm der Welt einhamstern. Soweit die historischen Fakten. Was danach kommt ist Fiktion, die möglicherweise so stattgefunden haben könnte.
Aber Harvey war jetzt nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte der Gehirnforscher. Um ehrlich zu seinen, hatte diese Kerze nicht mal einen Docht.
Kurzum: er stiehlt das Hirn, legt es in Formaldehyd ein und nimmt es vorerst mit nach Hause. Sein ganzes Leben beginnt, sich nur mehr um diesen Eiweißklumpen zu drehen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Einsteins Angehörigen konnte er sie zumindest überreden, der Untersuchung zu zustimmen. Doch wie sollte er das anstellen, wo er doch keine Ahnung hatte? Zuhause tranchierte er das Gehirn mit der Wurstschneidemaschine, und verschickte dann die Gewebeteile an verschiedene Spezialisten im ganzen Land. Was sie fanden: es ist kein Geheimnis: nichts.
Das skurrile am ganzen Roman: Einsteins Gehirn sprach mit Harvey - als es noch in einem Stück war. Dann verstummte es – und Harvey trieb es halb in den Wahnsinn. Er begann selbst Konversation mit dem Hirn zu führen, philosophischer und hauptsächlich religiöser Natur. Harvey war streng gläubig, vor allem auch an die Kraft seiner Libido (Gretchen kam da sehr gelegen). Ein paar historische Daten kommen auch vor, aber wie ein pathologischer Forrest Gump kommt die Story nicht rüber.
Die Ehe ging den Bach runter, der Job auch, und Harvey tingelte mit den Resten des Gehirns durch die Staaten.
Was sich anfänglich mit viel Komik und Witz als möglicher Pageturner präsentiert, rutscht leider wie Harveys Leben auf einer schiefen Bahn in eine Art Belanglosigkeit hinunter. Der erste Pep ist vorbei, und trotz wiederkehrender Figuren als Spannungsfänger verliert sich der Roman leider mehr und mehr. Der anfängliche Sprachwitz der den einen oder anderen Schenkelklopfer parat hält, verpufft leider auch irgendwie. Was ich sehr schade finde – 200-300 Seiten weniger hätten dem Buch vielleicht gut getan anstatt der über 500. Die Idee ist super, die anfängliche Umsetzung ebenfalls, aber mir kommt dann alles zu sehr gewollt vor, obwohl ich den Autor sehr schätze.
Mehr als 3 Sterne kann ich beim besten Willen nicht verteilen.
Rezensionen von rainbowly:
Spannende Erzählart
Die mörderischen Cunninghams. Jeder im Zug ist verdächtig von Benjamin Stevenson
Inhalt
Ernest Cunningham ermittelt wieder! Er wurde auf ein Krimifestival eingeladen, dass in dem berühmten Ghan-Express stattfindet, der quer durch das australische Outback fährt. Diese Reise möchte er nutzen, um Inspiration für sein neues Buch zu finden. Als dann einer der Fahrgäste stirbt, wittert Ernest als Einziger ein Verbrechen.
Meinung
Schon der erste Band „Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen“ hat mir sehr gut gefallen. Man kann „Jeder im Zug ist verdächtig“ mit Sicherheit auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich würde empfehlen vorher Band 1 zu lesen, denn es sind einfach viele Anspielungen enthalten, die so viel Spaß machen zu entdecken. Die Erzählweise von Benjamin Stevenson ist wirklich außergewöhnlich. Aber wem der erste Band gefallen hat, dem wird sicher auch dieser Band Freude machen.
Ernest Cunningham ist der Erzähler und Protagonist der Geschichte. Er erzählt die Geschehnisse aus der Ich-Perspektive, aber eben auch als wäre er der Autor der Geschichte. Dabei hält er sich an die 10 goldenen Regeln für Krimiautoren nach Knox.
In der Geschichte werden immer wieder Ereignisse angeteasert, es werden Hinweise gegeben, um selbst mit ermitteln zu können und doch wird man immer mal wieder hinters Licht geführt. Und dabei spricht der Autor den Leser direkt an.
Mir hat das großen Spaß gemacht! Ich finde diese Art eine Geschichte zu erzählen einfach genial. Aber ich denke, dass mit dieser Art eine Geschichte zu erzählen nicht jeder klar kommt.
Den Aspekt der ermittelnden Krimiautoren hätte man gerne noch weiter ausschmücken können. Der Großteil war da doch eher aussen vor.
Durch das Buch sind auch zwei Filme auf meiner Watchlist gelandet, die mit der Story verglichen werden „Knives out“ und „Glass Onion“. Ich bin sehr gespannt!
Fazit
Wenn noch nicht geschehen, lest den Klappentext nicht… er verrät viel zu viel.
Aber geniale Fortsetzung mit spannender Erzählart!
Rezensionen von yellowdog:
Mimikry
Schweben von Amira Ben Saoud
Schweben ist der bei Zsolnay erschienene Debütroman der österreichischen Schriftstellerin Amira Ben Souad
Ein ungewöhnlicher Roman. Im ersten Moment schwer fassbar.
Das liegt auch daran, dass die Autorin einfallsreich ist und viele gediegene Ideen einfließen lässt.
Es ist eine andere Welt. Die Protagonistin hat einen ungewöhnlichen Beruf, oder soll man sagen Berufung, immer wieder in andere Rollen zu schlüpfen.
Sie nimmt die Rollen von Frauen ein, für Partner, die jeweils diese Beziehung nicht überwunden haben. Sie kann Aussehen, Mimik und Gestik imitieren. Dabei verliert sie selbst an Erinnerungen. Es wird ein Spiel mit Identitäten.
Für ihren aktuellen Auftrag wird sie für den Mann Gil dessen Emma.
Der Roman ist nicht direkt psychologisierend, weswegen man die Figuren manchmal nicht so ganz versteht.
Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Dann kann es faszinierend sein.











