Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Fast eine feministische Utopie
Wild wuchern von Katharina Köller
DIE BERGE und eine einfache Hütte – das ist von „Heidi“ über „Die Wand“ bis zu Katharina Köllers „Wild wuchern“ der Topos weiblichen Wachstums zu Reife und Autonomie, erreichbar erst angesichts einer extremen Natur, in der sich eine Einzelne behaupten muss, körperlich und mental.
Dagegen existieren in DER STADT Frauen in scheinbar bequemeren Abhängigkeitsverhältnissen, die letztlich auf Gewalt beruhen und die Persönlichkeit klein halten.
Aber wo gesellschaftspolitisch meist nach den Gründen für männliche Gewalt gefragt wird, fragen Köllers Protagonistinnen nach der Genese von weiblichem Stillhalten, Dulden und – zu guter Letzt doch – Ausbruch. In den märchenhaften Lebensläufen einer ‚Goldmarie‘ wie auch einer ‚Pechmarie‘ zeichnen sich Tabus ab, Zonen des Schweigens, die erst nach der Erfahrung einer existentiellen Bedrohung durch STADT und BERG aufgebrochen und dem Erzählen zugänglich werden.
Auf diesen Moment der vorbehaltlosen Öffnung bereitet die an Mündlichkeit angenäherte Sprache der Ich-Erzählerin von Beginn an vor. Und so erweist sich der Kern des Problems auf beiden Seiten als eine kindliche Erfahrung, die vermutlich so manche Leserin mit den Protagonistinnen des Romans teilt: Erwartungen, die schon an das kleine Mädchen gerichtet werden, kann frau erfüllen und sich damit den Status der ‚Goldmarie‘ bis ins Erwachsenenalter sichern; der Preis: Einem gewalttätigen Partner hat sie genauso wenig entgegenzusetzen wie den Eltern ihrer Kindheit. Diejenige hingegen, die sich den an sie gerichteten Erwartungen entzieht, ist schnell und dauerhaft als ‚Pechmarie‘ abgestempelt; ihr Preis: Sie bleibt auf dem BERG allein, wenn auch mit ihren Tieren. Wie es mit der Gemeinschaft der Frauen auf dem BERG weitergehen wird, lässt der Roman offen und setzt der traditionellen Geschlechter-Stereotypie somit keinen – notwendigerweise utopischen – Entwurf entgegen.
Die Versuchsanordnung >Frau auf dem BERG< führt also zu der bleibenden und entwicklungs-psychologisch bedeutsamen Frage: Wie hältst du’s mit den Erwartungen, die die Mitwelt an dich stellt? – ohne gleich eine Antwort vorzugeben. Aber gestellt werden muss diese Frage endlich auch einmal. Nicht schlecht für einen nicht einmal dicken Roman!
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein packender Justiz-Krimi, der zum Nachdenken anregt
Der zweite Verdächtige von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Ein Kellner findet beim morgendlichen saubermachen im Berliner Nachtclub „Königssohn“ Lukas Wegener, den hier alle wegen seines Aussehens Erzengel Gabriel nennen, tot im Darkroom. Eine Todesursache lässt sich bei einer ersten Leichenbeschau nicht feststellen. Bei der Obduktion stellt Rechtsmediziner Dr.
Justus Jarmer fest, dass Wegener an einer Überdosis Liquid Ecstasy gestorben ist.
Schnell gerät Jan Staiger ins Visier des ermittelnden Kriminalhauptkommissars Ralph Berger vom LKA 11. Nach verschiedenen Zeugenaussagen war er zusammen mit Wegener im Club und sie hatten Streit. Aber hat er ihn auch ins Jenseits befördert. Er selbst kann sich, da er an diesem Abend völlig zugedröhnt war, an nichts mehr erinnern. Aber warum sollte er seinen Freund umbringen?
Strafverteidiger Rocco Eberhardt übernimmt die Verteidigung und erreicht, dass Staiger bis zum Prozess frei kommt. Er ist sich aber nicht sicher, ob er seinem Mandanten auch vertrauen kann. Oder ist er einer von den 5% seiner Mandanten für die es sich zu kämpfen lohnt? Als vier Monate später ein weiterer „Bekannter“ von Staiger mit K.o.-Tropfen ums Leben kommt und man einen Fingerabdruck von ihm findet, scheint die Lage eindeutig.
„Der zweite Verdächtige“ ist der 5. Justiz-Krimi des Bestsellerautoren-Duos Florian Schwiecker und Michael Tsokos und leider der letzte Fall, den Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer zusammen ermitteln.
Da alle Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man die Bücher auch sehr gut unabhängig voneinander lesen. Mir macht es aber mehr Spaß, die Menschen, mit denen ich es häufiger zu tun habe, von Anfang an näher kennenzulernen.
Schwiecker und Tsokos schaffen es auch diesmal mich ab der ersten Seite in die Handlung hinein zu ziehen. Und dort war ich gefangen bis zur letzten Seite. Die Spannung ist von Anfang an da und hält sich bis zur Auflösung des Falles, der mich ungläubig zurückgelassen hat. Es löst sich alles nachvollziehbar und gut vorstellbar auf. Aber wie kann man sich so in seine Verzweiflung verbeißen? Es hat mir gut gefallen, dass ich in kurzen Abschnitten auch in die verstörende Psyche des Täters habe reinschauen können.
Gut finde ich auch, dass ich weder etwas mehr über die Abläufe in unserem Rechtssystem erfahren habe. Und ich finde es erschreckend, wie leicht sich die breite Masse durch Presseberichte und Social Media beeinflussen lässt. Wie schnell man vorverurteilt werden kann, ohne dagegen vorgehen zu können. Und wie sich manche Vorurteile immer noch hartnäckig halten.
Auch die Arbeit in der Rechtsmedizin war wieder sehr interessant und aufschlussreich.
Die Menschen, mit denen ich es hier zu tun habe, allen voran Rocco Eberhardt, sein Zuarbeiter Tobi und Rechtsmediziner Justus Jarmer, aber auch Jan Staiger und der mir von Anfang an wegen seiner rüden Methoden unsympathische Kommissar Ralph Berger, sind sehr menschlich, glaubwürdig und gut vorstellbar gezeichnet. Mein Kopfkino hatte auch diesmal wieder jeder Menge Bilder zu verarbeiten.
Ein spannender Justizkrimi, der mich sehr gut unterhalten und mir spannende Lesestunden beschert hat. Meiner Leseempfehlung kann er sich sicher sein.
Rezensionen von tonton:
Dieses Buch ist spannend und hat mir gut gefallen.
Timelock, Band 1 - Zeitrebellen von Michael Peinkofer
Das Cover sieht wirklich cool aus und das Design für die drei Bänder finde ich richtig clever.
Die Geschichte ist ebenso geschickt erzählt. Die Handlung ist in zwei Stränge unterteilt. Im ersten Strang geht es um Jason, ein 14-jähriges Waisenkind, der in der "Metropole" lebt. Er entdeckt, dass er durch die Zeit reisen kann und, unterstützt von Mitschülerin Namira, eine wichtige Mission erfüllen muss.
Im zweiten Strang geht es um Hana und Otaku in Japan. Hana ist acht Jahre alt, hat immer wieder Albträume und scheint die einzige zu sein, die merkwürdige Sachen zu bermerken.
Die Handlung finde ich spannend und geschickt erzählt. Die beiden Strängen ergänzen sich gegenseitig, damit der Leser die Geschichte besser verstehen kann.
Das Worldbuilding finde ich sehr gelungen und der Mechanismus des Zeitreisens ist interessant und gut durchdacht.
Was mir etwas irritiert hat, ist wie Jason bei den Zeithütern aufgenommen wird. Sicher sollte es einen Prozess geben, um die "Neuen" einzuarbeiten und sie einige Sachen beizubringen? Jason wird aber quasi ohne Vorbereitung dazu angefordert, in die Zeit zu reisen. Nie wird er über irgendwelche Prinzipien des Zeitreizens unterrichtet. Es wird einfach immer wieder gesagt, wie stark seine Fähigkeiten sind, und plötzlich wird er auf seine Mission geschickt. Dabei stolpert er etwas ahnungslos und planlos umher und Namira, die eigentlich ziemlich viel wissen sollte, ist auch keine große Hilfe.
Ich finde die Handlung aber auch nicht unbedingt unrealistisch, da Jugendliche manchmal sich doch manchmal törichterweise in Situationen stürzen.
Rezensionen von yellowdog:
Ein intensives Buch
Oh Sunny von Ta-Som Helena Yun
Ein Roman um Sunny, ein Mädchen in Bremen mit koreanischen Wurzeln.
Sunny spürt schnell, dass sie anders ist als die anderen. Anlehnen kann sie sich an die ältere Freundin Ha, die zeitweise bei ihren Eltern wohnte. Doch auch die verschlossene Ha hat so ihre Probleme.
Es gibt viele Konflikte zwischen ihr und den Eltern.
Auch mit Mitte 20 wird sie von ihnen noch wie ein Kind behandelt.
Dann gibt es einen Vorfall und Sunny bricht aus. Sie schneidet sich die langen Haare ab und reist nach Berlin zu Ha, die dort einen koreanischen Kulturverein leitet.
Dort beschäftigt sie sich auch mit typisch koreanischen Themen der Geschichte, z.B. dem Leid der Trostfrauen im zweiten Weltkrieg, Kriegsgewalt gegen Frauen, das Massaker in Gwangju 1980 etc.
Auch weil in erster Person erzählt wird, liest man hier eindringlich über die Suche einer jungen Frau nach dem richtigen Weg für sich.
Mit Ta-Som Helena Yun kann man hier eine weitere neue deutsche Autorin entdecken, die sich zu lesen lohnt.
Rezensionen von Lydia_Te:
Feministische österreichische Filmgeschichte
Von Stufe zu Stufe von Felix Kucher
>> Von Stufe zu Stufe << von Felix Kucher ist im Picus Verlag erschienen.
Mit seinen 262 Seiten hat es Kucher geschafft, einen feministischen Roman mit Mehrwert zu schreiben.
Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt.
Die erste Perspektive wird aus der Sicht von Marc erzählt.
Er ist ein Anfang 40-jähriger Filmwissenschaftler der im Jahr 2021 lebt. Bald ist er arbeitslos und erfährt zufällig durch die 24-Stunden-Pflege von seiner Großmutter, von verschollenen österreichischen Filmen die sich in Czernowitz befinden. Fest entschlossen, mit diesem sensationellen Fund seine Karriere zu starten, macht er sich auf den Weg dorthin.
Die zweite Perspektive wird von Luise Kolm erzählt. Es ist das Jahr 1907 und die schwarz-weißen Stummfilme erobern gerade die Welt. Luise und ihr Mann Anton führen zusammen mit ihrem Gehilfen Jakob Fleck ein Fotostudio in Wien. Durch die Initiative von Luise beginnen die drei zusammen kurze „Films“ zu drehen. Ausschlaggebend und die treibende Kraft bei dieser ganzen Aktion ist Louise. Sie ist fest entschlossen einen Film zu drehen, ohne Klamauk, ohne Nackte. Der erste österreichische Film mit Mehrwert.
Zu Beginn war ich etwas skeptisch. Marc konnte mich nicht auf anhieb begeistern. Er wirkt antriebslos und verloren. Was Marc nicht hat, gleicht Louise vollkommen aus. Sie ist eine starke, selbstbewusste Frau, die weiß, was sie will. Nur durch ihre treibende Kraft leihen sie sich zu dritt einen Kinematographen aus und kaufen sich im Laufe der Geschichte sogar einen eigenen.
Durch den Roman wurde ich neugierig auf die österreichische Filmgeschichte. Und tatsächlich: Louise Kolm-Fleck hat tatsächlich gelebt und war die zweite Filmregisseurin der Welt! Erst am 15. März 2025 hatte sie ihren 75. Todestag.
Die Geschichte ist wirklich spannend aufgebaut und man muss bis zum Schluss warten, ob Marc tatsächlich die Kolm-Filme findet und ob diese noch brauchbar oder bereits zersetzt sind. Mit dem Schreibstil konnte ich mich auf anhieb anfreunden und es war flüssig zum Lesen. Ich mag auch die abwechselnde Erzählweise, so erfährt man nach und nach mehr aus beiden Welten und die Teile fügen sich zusammen wie ein Puzzle.
Fun Fact zum Abschluss: Sowohl der Roman wie auch der namensgebende Film „Von Stufe zu Stufe“, werden in drei Akte unterteilt. Wer mehr über die einzelnen Akte erfahren will, muss selbst lesen. ;-)
Rezensionen von Danislesestube:
Tip Top Nachfolger
Das Reich der neun Geisterwesen von Jana Stehr
Vor ein paar Tagen habe ich den ersten Teil der Reihe „Fuchs & Krähe“ durchgelesen und war begeistert. Der Schreibstil, das Cover, die Handlung, die Charaktere und das Universum rund um die einzelnen Punkte waren der Wahnsinn. Bis zum heutigen Tag bereue ich meine Entscheidung nicht, sowohl der Autorin als auch dem Genremix (Dark Romantasy), eine faire Chance gegeben zu haben.
Nach dem ersten Teil habe ich mich dementsprechend sehr auf den zweiten Teil gefreut. Lest selbst, ob mich der Nachfolger auch begeistern konnte. An dieser Stelle noch einmal ein Dank für die beiden Rezensionsexemplare. ????
Fangen wir außen an. Das Cover ist wieder wunderschön. Zwei Farben, die ich, neben Violett, unfassbar gerne mag, wurden hier wundervoll kombiniert. Die weißen Akzente runden diese Schönheit hervorragend ab. Die Handlung ist diesmal etwas handzahmer, was den Gewaltanteil betrifft, als es der erste Teil war, was nicht heißen soll, dass mir nicht regelmäßig die Kinnlade Richtung Keller gefallen ist. Hier erwartet euch, neben Misshandlungen, Gewalt, Intrigen, vor allem sehr viel Drama und emotionale Ausbrüche. Normalerweise bin ich kein Fan davon, oftmals verdrehe ich bei Drama die Augen und kann die Charaktere anschließend kaum noch ernst nehmen. Zumindest in Liebesromanen oder Fantasy-Romanen mit einem sehr hohen Anteil an Gefühlen. Hier hingegen störte es mich nicht im Geringsten. Denn die Probleme der Charaktere, allen voran von Ilana, sind keine kleinen. Oh nein. Es steht so unfassbar viel auf dem Spiel. Da möchte man nicht in ihrer Haut stecken.
Dazu kommt noch, dass sie sich in jemanden verliebt hat, der ihr im schlimmsten Fall den Tod bringt. Ihr verbotener Liebhaber, dessen Name ich aus Spoilergründen nicht nenne, weil sein richtiger Name anfangs nicht bekannt ist, hat mir gefallen. Ich mag vielschichtige Charaktere, deren Motiv nicht klar ist und scheinbar immer wieder die Seiten wechseln, sehr gerne. Selbstverständlich ist Ilana nicht nur die Tochter einer fragwürdigen Herrin, sondern ebenfalls eine spannende Persönlichkeit. Die restlichen Charaktere, allen voran der Verlobte, sind gut gelungen, so wie man sich spätestens seit dem ersten Teil, „Bösewichte“ vorstellt. Wobei eindeutig Gut oder Böse ist hier niemand, jeder handelt schlicht und ergreifend in seinem persönlichen Interesse. Auslegungssache, wie man das auffasst. Wobei Blutfüchse und Menschen zu foltern nicht wirklich gut ist. Wobei auch unser Duo vor Gewalt nicht zurückschreckt. Erkennt ihr das Problem?^^
Insgesamt betrachtet war Teil zwei ebenfalls seine Zeit wert. Das Ende hat etwas Zeit gebraucht, um in Fahrt zu kommen, aber dann gings richtig ab. Ein Gegensatz zum Vorgänger, der am Ende eher dramatisch war. Ich wiederhole mich, aber ich freue mich auf den nächsten Teil aus der Reihe.
Rezensionen von Frechdachs:
Unsere (H)Erde außer Rand und Band
Die Herde von Thilo Winter
"Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan." (1. Mose 1,28)
Mir persönlich fiel beim Lesen von Thilo Winters neuem Thriller "DIE HERDE" dann ziemlich schnell das o.g. biblische Sprichwort ein, das denke ich sehr passend zum Plot im Buch ist.
Anfangs präsentierte Winter eine außerordentliche Gemengelage, die mich sehr schnell in den leserischen Bann zog. Er verknüpft dabei dann real existierende Geschehnisse, die ausgebüchste Elefantenherde, mit Thrillerfiktion und kombiniert diese nach seinem ganz persönlichen Gusto.
Ob sich der Lübbe-Verlag allerdings einen Gefallen getan hat, Winters neues Buch als Thriller zu klassifizieren mag ich bezweifeln?
Für mich mäandert die ganze Story nach dem sehr starken Entrée einfach so vor sich hin - egal welchen Erzählstrang ich genauer betrachte. Winter biegt meiner Meinung nach leider einige Male falsch ab und zieht beispielsweise die abenteuerliche Story rund um Abel in Mexiko unnötig in die Länge
Auch die unterschiedlichen Protagonisten sind mir mitunter zu stereotyp dargestellt und einige auch unheimlich überzeichnet.
Ganz ehrlich bin ich nach dem Schmökern des selbst ernannten "Thrillers" etwas unentschieden und hätte mir rückblickend sehr viel mehr "Lametta" erwartet.
Rückblickend konnte Winter mich nie richtig an die Handlung wie auch an die unterschiedlich Handelnden binden, als ich das persönlich bei Thrillern erwarte. Ich bin quasi so die ganze Story daneben hergelaufen und habe die Story verfolgt - nicht mehr und auch nicht weniger. Die Nähe hat mir persönlich leider durchweg gefehlt auch die Tiefe der unterschiedlichen Charakteren ging für mich zu stark unter. Das Werk liest sich, durch die andauernden Perspektivwechsel, unheimlich kurzweilig.
Die Eingangssequenz mit dem Mondfest und dem Pressetermin zum Staudammprojekt hatte mich ein ganz anderes Szenario erwarten lassen. Gut 3/4 des Plots ist man dann irgendwie gefangen, ohne überhaupt einen blassen Schimmer zu haben und ich fragte mich persönlich dann auch, was Winter damit eigentlich genau bezweckt.
Richtige Spannungs- und Thrillmomente muss man quasi mit der Lupe suchen, obwohl zum Grande Finale sich die Situation dann fast förmlich überschlägt. Eigentlich wären dafür dann die vorherigen Seiten reserviert gewesen. Ich selbst bin jetzt nicht wirklich zartbesaitet, aber die Gewalt-Eskalation ganz zum Schluss hätte ich persönlich so nicht gebraucht und auch nicht so erwartet.
Zum Teil hudelt der Autor dann zum Schluss hin und stellt den Leser dann fast vor vollendete Tatsachen, die für die Exzesse der Tiere verantwortlich sein sollen. Also wenn ich schon Tags wie Wissenschaftsthriller, Ökothriller und dergleichen verwende erwarte ich hier bereits sehr viel früher dann entsprechendes Material. Teils kam mir der Schluss wie eine Black-Box vor, nur um innerhalb einer kurzen Schluss-Sequenz alles aufgelöst zu bekommen. Dort wird dann einfach mal innerhalb kürzester Zeit das vorherige mysteriöse Rätsel aufgelöst. Wie beispielsweise das dafür zugrundeliegende Sediment in Mexiko geborgen wurde spielt auf einmal leider keine Rolle mehr und geht komplett unter.
Die ganzen "Indiana-Jones-Momente" rund um Abel in Mexiko überstrahlten für mich den ganzen vorherigen Plot, ohne dass es für mich wirklich spannend gewesen ist.
Generell steckt im Plot nach meiner Meinung sehr viel Potenzial, das der Autor dann leider nach meinem ganz persönlichen Geschmack leider nie zu heben vermag. Er geht mir persönlich viel zu wenig bei bestimmten Themen dann in die Tiefe, reißt allerdings auf der anderen Seite sehr viele interessante Themen an, die er dann nur sehr oberflächlich abhandelt. Genau hier wäre dann vielleicht weniger mehr gewesen.
Bei mir hat der "Thriller" so in dieser Form leider nicht gezündet und wird daher auch nicht weiter im Gedächtnis bleiben.
Rezensionen von Sheilo:
Spannung pur
The First to Fall von Kristina Moninger
Jakob sieht seine Träume zerplatzen, aufgrund von Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall auf dem Felsenhimmel darf er das Land nicht verlassen und somit nicht an den Qualifizierungen für Olympia teilnehmen. Er versucht sich mit Arbeit im Familienbetrieb abzulenken, doch eine Frau lenkt ihn viel mehr ab - Aurora.
Sie lebt in ihrem Van und hat gerade bei ihnen ihre derzeitigen Zelte aufgeschlagen. Was Jakob jedoch nicht weiß ist, dass Aurora ihre ganz eigenen Ziele verfolgt.
"The First to Fall" ist eine spannende und wirklich beeindruckende Romance-Suspense von Kristina Moninger und für mich ein echtes Highlight. Umgeben von einem atemberaubenden Setting begibt sich Aurora auf Spurensuche und die spannende Geschichte nimmt ihren Lauf. Der Schreibstil der Autorin hat mich wirklich gefesselt und das Ende lässt mich mit so einigen ungeklärten Fragen zurück. Das Buch ist überwiegend aus den Perspektiven von Jakob und Aurora geschrieben und ich liebe den Einblick in die Gefühlswelten der Protagonisten sehr, aber gelegentlich gibt es Sprachnachrichten zwischen den Kapiteln, die mich immer wieder zum Nachdenken gebracht haben.
Aurora und Jakob sind beide sehr vielschichtige Charakter, die sehr viel Wert auf ihr Freiheitsgefühl legen. Die Ereignisse am Felsenhimmel erschüttern sie beide, nur aus unterschiedlichen Gründen und der jeweils andere ahnt dies nicht. Besonders gefallen haben mir die Schlagabtäusche der beiden und es war doch immer wieder amüsant, auf welche Ideen sie dabei gekommen sind. Was sich neckt, das liebt sich - aber ob das auch für Aurora und Jakob zutrifft?
Neben den beiden Protagonisten lernen wir sehr interessante Nebencharakter kennen und ich kann es kaum erwarten, auch über diese im zweiten Band mehr zu erfahren. Gerade Magnus, einen Freund von Jakob, lässt bei mir eine große Neugier zurück, da ich ihn noch nicht wirklich einschätzen kann.
Geheimnisse, Erpressungen und Intrigen bringen eine besondere Spannung in die Geschichte und ich warte nun sehnsüchtig auf die Fortsetzung. "The First to Fall" ist für mich ein absolutes Highlight und ich kann diese tolle Romance-Suspense sehr empfehlen.
Rezensionen von Ulla:
fantasievoll und mit viel Wortwitz
Die Spurenfinder und das Drachenzepter von Marc-Uwe Kling; Johanna Kling; Luise Kling; Elisabeth Kling
Vor einem Jahr hat Elos von Bergen mit seinen Kindern, dem 13-jährigen Zwillingspaar Ada und Naru Iriandria, die Hauptstadt der verlorenen Provinzen verlassen, nachdem sein Haus abgebrannt ist. In der Abgeschiedenheit ist es schon recht langweilig, auch wenn Naru sich gerade verliebt hat. Elos ist dabei, seine gesamten Geschichten und Erfolge als Spurenfinder zusammenzufassen als ein Bote des Königs um Hilfe bittet.
Die 100 Jahr Feier zur Unabhängigkeit steht bevor und der König Fredlaff hat sein Zepter zu präsentieren, doch dieses Drachenzepter wurde aus dem gut abgesicherten Raum gestohlen. Auf Grund der Schwere dieses Falls wurden alle Spurensucher in die Hauptstadt einberufen und so trifft sich eine interessante Gruppe mit unterschiedlichsten Fähigkeiten. Doch kann man jedem trauen. Elos von Bergen ist im Gegensatz zu den anderen ein Spurenfinder und so hat er schnell das Zepter gefunden, aber damit beginnt erst der Fall und die Suche nach den Gründen und Auftraggebern beginnt und bringt sie selbst in Gefahr.
Eine fantasievolle, mit viel Wortwitz und immer neuen Wendungen versehene Geschichte, eine wunderschöne Aufmachung mit den Zeichnungen Narus versehen, die auch für die Lösung des Falls benötigt werden. Rundum eine spannende Geschichte für alle Altersklassen.
Rezensionen von Claudia R.:
spannende Ermittlungen
Eiskalte Vergeltung in St. Peter-Ording von Stefanie Schreiber
Klappentext / Inhalt :
Willkürliche Tötung oder eiskalter Mord bei St. Peter-Ording?
An einem klirrend kalten Spätnachmittag Ende Februar verwandelt Eisregen den gesamten Norden in eine spiegelglatte Rutschpartie. Wer nicht unbedingt unterwegs sein muss, bleibt lieber zu Hause. Am nächsten Tag meldet Isabell Götsch den Einbruch in ihr Haus im Tümlauer Koog, in dessen Folge ihr Mann getötet wurde.
Sie selbst hat das Wochenende in der Lüneburger Heide verbracht.
Die Kommissare aus St. Peter-Ording nehmen die Ermittlungen auf. Das Paar war erst vor vierzehn Monaten von Hamburg an die Küste gezogen. Während Charlie und Knud in der Hansestadt Menschen aus deren Umfeld befragen, wird Lilly an einen ähnlichen Tatort in ihr Heimatdorf Ockholm gerufen. Wieder handelt es sich um einen Einbruch mit Todesfolge. Zufall oder der Beginn einer Serie?
Torge Trulsen erfährt erst Tage später aus der Zeitung von dem ersten Mord. Er fühlt sich ausgebootet und dadurch erst recht motiviert, in dem Fall auf eigene Faust zu ermitteln. Wird er am Ende die Nase vorn haben?
Cover:
Das Cover wirkt cool, etwas düster, spannend und atmosphärisch. Die Aufmachung ist gut gelungen und auch die Gestaltung ist passend umgesetzt. Farblich und optisch ist es sehr schön gestaltet und passt zudem gut zu den anderen Covern der Reihe.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den bereits 15. Fall für Torge Trulsen und Charlotte Wiesinger. Die Bände und Bücher sind durchaus unabhängig lesbar, da die Fälle in sich geschlossen sind. Um jedoch auch die Privaten Verstrickungen und Entwicklungen zu verstehen, sind Vorkenntnisse hier schon durchaus von Vorteil.
Ich habe bereits sehr viele der Bücher dieser Reihe gelesen und habe mich daher auch schon sehr auf dieses Buch und diesen Band gefreut. Schnell kam ich auch hier in Geschehnisse und Ereignisse hinein und natürlich auch die Charaktere. Durch die vorherigen Bände werden mir die Charaktere bereits gut vertraut und so auch ihre Eigenheiten und besonderen Merkmale. Auf ein Wiederlesen mit Torge und Charlotte hatte ich mich schon sehr gefreut.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen zurück.
Der Schreibstil ist locker und angenehm. Dem Verlauf und dem Gesamten kann man gut folgen. Auch Spannung wird hier sehr gut aufgebaut. Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute und angenehme Länge und ermöglichen so einen tollen Lesefluss. Die recht kurzen Kapitel erhöhen zugleich auch das Tempo und die Spannung. Und auch die Wechsel zwischen Perspektiven und Charakteren bringen Spannung hinein.
Die Kapitel selbst sind sehr schön gestaltet. Die Anfänge sind deutlich und gut erkennbar. Durch tolle atmosphärische Bilder werden die Anfänge verziert und geben so auch eine besondere Stimmung und Atmosphäre ab. Orts- und Zeitangaben zu Beginn, sowie Charakterperspektive macht es sehr hilfreich. Gestaltung und Gliederung haben mir sehr gut gefallen und sind passend zum Gesamtwerk umgesetzt.
Die Ermittlung sind klasse umgesetzt und zudem auch nachvollziehbar, aber auch Überraschungen und Wendungen machen es sehr fesselnd und interessant. Torge und Charlotte konnten mich auch hier überzeugen.
Fazit:
Spannende und fesselnde Ermittlungen, die für gute Unterhaltung sorgen.











