Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
ganz schön konfus
Nowhere Heart Land von Emily Marie Lara
Ich habe die Idee dieser Geschichte sehr geliebt: Cover, Titel, Klappentext und Leseprobe waren absolut mein Ding und ich wollte dieses Buch so unbedingt lesen. Die Geschichte selbst hat mich dann aber irgendwie doch verloren, von diesem London-Citygirl-goes-Kleinstadt ist schnell nicht mehr viel übrig und sowohl Geschichte als auch Protagonistin sind mir immer wieder entglitten.
Den Schreibstil habe ich als fordernd empfunden. Die endlos langen Sätze in denen sich Rosas Gedanken überschlagen erzeugen Hektik, eine Spirale aus Träumereien, Vermutungen, Realitätsfluchten. Rosa bewegt sich irgendwo zwischen ihrer Vergangenheit im Internat und einer alternativen Realität, die leichter zu ertragen ist, als die Tatsache, dass sie es scheinbar ziemlich verbockt hat.
Rosa steigert sich einfach in alles übermäßig rein und bringt sich dadurch kontinuierlich in Schwierigkeiten. Sie hat Probleme Grenzen zu setzen und ein Nein von ihrem Gegenüber zu akzeptieren. Gleichzeitig scheut sie Konfrontationen, wenn es um die Konsequenzen ihres Handelns geht. Damit ist sie eine schwierige Protagonistin, mit der ich einfach nicht warm geworden bin
Da sie so aufgewühlt und überemotional ist fällt es manchmal schwer Rosas Gedankengängen zu folgen. Zudem ist nicht ganz klar, welches Motiv sie bei all ihrem Handeln eigentlich verfolgt, sie scheint sich immer mehr in ihrem Wahn zu verrennen. Die ganze Geschichte hat so einen theatralischen Ton, der nicht unbedingt mein Fall ist, aber hervorragend zur Protagonistin passt. Die ganze Szenerie entgleitet gefühlt immer mehr.
Die Geschichte ist eine Art abstrakte Sinnsuche, ein Aufarbeiten von Rosas Kindheit und der unkonventionellen Beziehung zu ihrer Mutter, die viel zu früh verstarb und gleichzeitig wahnsinnig viel Raum einnimmt. Es ist eine Geschichte über Freundschaft; Familie und darüber, den Halt zu verlieren. Ein bisschen liest sich dieses Buch für mich wie ein Fiebertraum. Kann nicht unbedingt sagen, dass mir dieses Buch im klassischen Sinne gefallen hat, aber irgendwie hat es was und irgendwie bleibt man dann eben doch daran kleben.
Rezensionen von Katyleh:
Eine Reise für die Nase und die Vorstellungskraft
Die Gerüche der Kathedrale von Wendy Wauters
Dieses Buch hat mich auf eine Weise berührt, wie es nur selten geschieht: nicht durch große Dramatik oder spektakuläre Wendungen, sondern durch seine sinnliche Intensität. Wauters beschreibt das mittelalterliche Antwerpen mit einer Detailfülle, die mich förmlich in die engen Gassen, die dunklen Werkstätten und natürlich in das überwältigende Innere der Kathedrale gezogen hat.
Vor allem der Geruchssinn spielt eine zentrale Rolle – und das ist auch die größte Stärke des Buches. Der Duft von Weihrauch, das ranzige Fett der Kerzen, die süßlich-verwesende Note des Marktes – all das wird so lebendig geschildert, dass ich manchmal meinte, es selbst in der Nase zu haben.
Allerdings hat mich die Erzählweise gelegentlich etwas ausgebremst. Wauters schreibt poetisch und atmosphärisch dicht, aber manchmal verliert sie sich in zu langen Beschreibungen, die der Handlung den Schwung nehmen. Die Figuren blieben für mich ebenfalls etwas blass – sie sind eher Mittel zum Zweck, um die Stadt lebendig zu machen, als dass sie wirklich ein Eigenleben entwickeln.
Trotzdem: Wer sich für das Mittelalter interessiert und bereit ist, sich auf eine fast schon synästhetische Leseerfahrung einzulassen, wird mit Die Gerüche der Kathedrale eine außergewöhnliche Zeitreise erleben.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Die Facetten von Trauer
Endlosschleifentage von Fabian Neidhardt
„Endlosschleifentage“ war ein Buch, das mich zur passenden Zeit gefunden und mich auf verschiedene Art angesprochen hat. Trauer ist etwas super individuelles und daher finde ich das immer schwer authentisch abbildbar. Aber dieses Buch schafft da einen geschickten Spagat und bildet einfach verschiedene Facetten von Trauer ab, was ich gut gemacht fand.
Der Einstieg in die Geschichte war ungewöhnlich, aber sehr passend: sie beginnt auf einem Friedhof. Und zwar mit einer ziemlich unkonventionellen Begegnung- kann es Meet-Cutes bei Beerdigungen geben? Man weiß es nicht. Und trotzdem ist das der Beginn von etwas. Das hier ist keine Liebesgeschichte, es ist aber auch keine klassische Trauergeschichte. Viel mehr ist es eine Geschichte über zwei Freundschaften, drei Leben, Vergangenheit und Gegenwart und eine Zukunft, die man ohne diejenigen bestreiten muss, die man liebt.
Ich fand das Beziehungskonstrukt David-Katha-Kinga eher undurchsichtig. Was David und Kinga haben wirkte in der Gegenwartshandlung sehr wertvoll, während die gemeinsame Vergangenheit hauptsächlich von Katha und einer gegenseitigen Entfremdung geprägt war. So ein bisschen hat mir hier der rote Faden gefehlt worauf das ganze hinauslaufen soll. Andererseits hat das Leben ja auch keinen roten Faden, also durchaus auch irgendwie authentisch.
Den Erzählton mochte ich sehr, eher ruhig und gefestigt, aber geprägt von Davids kleinen Ausbrüchen. Es werden hier insgesamt ein paar schöne Szenen und Bilder geschaffen und vor allem das Geschwisterpaar Marie und Franz, die anfangs noch etwas deplatziert wirkten, tragen erheblich zur Leichtigkeit und zum Unterhaltungswert der Geschichte bei.
Ich habe mich an einigen stellen im Buch tatsächlich auch ertappt gefühlt und mich in bestimmten Verhaltensmustern von David und Kinga wiedergefunden, was die Geschichte für mich einfach sehr nahbar gemacht hat. Hat mir unterm Strich gut gefallen, auch wenn einiges eher offen bleibt und es keinen klaren Abschluss gibt.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Verloren auf hoher See
Die Yacht von Sarah Goodwin
Locked in auf hoher See hörte sich für mich erstmal nach einem spannenden Setting für einen Thriller an. Ich mag zwar diese reichen, prolligen Freundesgruppen normalerweise nicht, aber diese war doch divers genug angelegt, um interessant zu sein, auch wenn für mich kein echter Sympathieträger dabei war.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Hannah erzählt, die eine Art Außenseiterposition innerhalb der Gruppe innehat. Das war fast ein bisschen klischeehaft, aber ok, kann man machen. Zumindest gibt sie den elitären Schnöseln ordentlich kontra.
Und obwohl die Geschichte relativ flott an den Punkt kommt, wo man als Leser schon ahnt, dass das ganze auf eine Tragödie zusteuert, kam eher gemäßigt Spannung auf. Es geht viel um die Dynamik und das Machtgefüge innerhalb der Gruppe, die mit Zunahme der Strapazen auf hoher See zu kippen droht.Dabei kommen einige Geheimnisse ans Licht, die die einzelnen Gruppenmitglieder nicht unbedingt ins beste Licht rücken.Da ist jetzt nichts super dramatisches dabei, eher so die Themen rund um Freundschaft, Liebe und Geld, die man in solchen Büchern immer wieder findet.
Bei Büchern wie diesem wartet man ja immer irgendwie auf den Kipppunkt, den Moment an dem alles eskaliert. Ich habe auch bei diesem Buch auf den Moment gewartet an dem der perfide Plottwist stattfindet, der die niederen Motive offenbart. Deswegen weiß ich nicht ob mich das Ende ernüchtert hat oder ob ich es tatsächlich genial geplottet fand.
Das Buch liest sich flüssig und kurzweilig, trotzdem ist bei mir einfach der Funke nicht so richtig übergesprungen. Mir fehlte einfach etwas, dass dieses Buch aus der Masse ähnlicher Romane heraushebt.
Rezensionen von Alo:
Zu viel gewollt, aber fesselnd
Schweben von Amira Ben Saoud
Amira Ben Saouds Debüt „Schweben“ spielt in einer düsteren Zukunft, in der der Klimawandel bereits Vergangenheit ist. Die Menschen leben isoliert in kleinen patriarchalen Siedlungen, ohne Kontakt zur Außenwelt. Fragen nach dem "Davor" oder "Draußen" sind unerwünscht, das System bestimmt den Alltag.
Die namenlose Protagonistin verdient ihren Lebensunterhalt, indem sie die Rolle anderer Frauen annimmt, um beispielsweise eine Ehefrau zu ersetzen.
Der Roman liest sich schnell und entwickelt eine gewisse Sogwirkung – nicht zuletzt durch die einfache Sprache und die sich zunehmend verdüsternde Atmosphäre. Anfangs ist die Spannung hoch, es liest sich faszinierend und beklemmend zugleich. Doch je weiter die Handlung voranrückt, desto verworrener wird sie. Es gibt viele Themen und Fäden, aber nicht alle führen zu einem klaren Abschluss. Die Autorin verzichtet bewusst auf Erklärungen.
Allerdings bleibt auf den knapp 190 Seiten nicht genug Raum, um allen Ideen gerecht zu werden, das Ende kommt zu abrupt. Am Schluss hatte ich nicht das Gefühl, das Gesamtbild wirklich greifen zu können. Dennoch bleibt Schweben ein atmosphärisch starker Roman, der in seinen besten Momenten fesselt, auch wenn er am Ende nicht alle Erwartungen erfüllt hat und mich etwas ratlos zurücklässt. 2,5/5 Sterne
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Wichtiges Thema eindringlich erzählt
Kill the Truth - Eure Lügen, meine Schuld von Jumata Emill
Bücher über Rassismus, gegen Vorurteile und für mehr Toleranz kann es ja eigentlich nie genug geben und ich finde dieses hier einfach sehr zeitgemäß, auch für junge Leser ansprechend tatsächlich auch sehr spannend geplottet, ohne dass der Botschaft den Ernst und die Tiefe nimmt. Fand ich richtig gut, finde solche Bücher sollten eher in Schulen verlesen werden als manch veralteter Schinken.
Ein bisschen bedient das Buch natürlich auch bekannte Klischees, spielt aber auch auf sehr charmante Art damit, z.B. als einer von Amirs Schulkollegen als Carlton Banks bezeichnet wird. Ich mag ja so kleine Anspielungen, die dem ganzen ein bisschen raffinierte Leichtigkeit geben. Amirs Familienverhältnisse sind dann auch ein gutes Sinnbild dafür, wie es in der Gesellschaft aussieht: als POC kann man akzeptiert sein, wenn man es zu etwas gebracht hat, Geld hat, Einfluss hat. Ohne das, sind die Bedingungen deutlich schwerer, man hat stärker mit Vorurteilen und Vorverurteilungen zu kämpfen. Besonders eindrücklich fand ich dabei das von Amir angeführte Beispiel "was denkst du, wenn du in eine Polizeikontrolle kommst". Das Buch trifft da schon den Nerv der Zeit.
Den integrierten Kriminalfall fand ich schon auch super interessant, vor allem weil er in eine völlig andere Richtung führte, als zunächst von mir angenommen. Das fand ich richtig gut gemacht, sehr wendungsreich und durchaus mitreißend. Über das Ausmaß dessen, welche Größe und Brisanz der Fall annimmt war ich überrascht und schockiert.
Das hier ist eine richtig gute Geschichte über Klassenunterschiede, Integration und Rassismus, aber auch über Familie, Freundschaft und gesellschaftlichen Rollenbildern.
Fand ich richtig gut, klare Empfehlung von mir.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Geschickter Romantic Suspense mit Whodunnit-Elementen
Beauty must die von Kira Licht
Ich habe bisher nur Romantasy von Kira Licht gelesen und fands richtig cool, dass sie mit diesem Buch in die Romantic Suspense Richtung geht. Dieses beschauliche Südstaaten-Setting, wo viele Geheimnisse verborgen liegen, hat mich auf jeden Fall total angesprochen.
Mae erinnert mich ein bisschen an Pippa aus „A good girls guide to murder“, nur dass Mae eben kein Good Girl ist.
Wobei man ihr die vorbestrafte Rotzgöre, als die man sie gern hinstellt, auch nicht abkauft. Die Verstrickungen mit einem schwierigen Elternhaus und dem Geheimnis um Mae Mutter fand ich fand ein bisschen überladend. Es werden dadurch einfach viele nebenschauplätze aufgemacht, die es aber gar nicht gebraucht hätte. Denn die Haupthandlung rund um Shirley, ihren mysteriösen Tod und die dunklen Geheimnisse im Ort waren schon völlig ausreichend um Spannung zu erzeugen.
Ich fands richtig gut gemacht, wie hier an jeder Stelle Misstrauen in der Luft liegt und anscheinend alle etwas zu verbergen haben. Denn obwohl jeder im Ort Shirley kannte und sie so etwas wie das lokale beliebte, schöne Mädchen war, haben ihr viele gegrollt, was relativ schnell so einige Verdächtige auf den Plan ruft.
Das Ende war ja mal ein absoluter Knaller und völlig anders als erwartet. Also wow, wirklich. Bin richtig geschockt. Mir so einer Wendung hatte ich echt überhaupt nicht mehr gerechnet.
Hat mir tatsächlich richtig gut gefallen, gerne mehr davon.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Dieses Buch macht mich fertig
Beneath Broken Skies von Anna Savas
Also zuerst mal: die gesamte Aufmachung des Buches ist einfach ein Traum- super liebevoll und detailreich, einfach auch perfekt zur Geschichte passend. Und wie cute ist bitte dieses Verlags-Setting. Liebe alles daran, vor allem dass Maddie so sehr in diesem Job aufgeht und Bücher für sie ein zu Hause sind.
Fühle ich sehr und das macht mir Maddie direkt auch super sympathisch.
Wes hingegen ist so ein bodenloser Vollidiot. Finde das immer so schade, dass die meist meister eher weniger qualifizierten Männer immernoch bei Romance so in den Vordergrund gepackt werden. Wes wächst zwar im Laufe der Geschichte an seinen Aufgaben, aber grade zu Anfang fand ich sein sehr fragiles Männerego echt furchtbar.
Und wahrscheinlich ist das eine unpopular opinion, aber bin kein Fan davon, wie oft sich Maddie in seine Arme werfen will. Die kriegt ihr Leben doch auch super allein gemeistert, wieso immer dieser verklärte Blick auf starke, rettende Männerarme?!
Vielmehr hat mich von Beginn an interessiert was mit Adam passiert ist. Was war das Streitthema, wovor ist er geflüchtet? Ein bisschen was schwingt da ja immer so mit, sodass man sich schon einen Teil der Story denken an. Aber es wird halt nie klar thematisiert. Und als man dann endlich denkt, dass man ein paar Antworten bekommt, gibt es nochmal einen riesigen Twist und das Buch ist zu Ende. Ich fass es nicht. Ich will jetzt sofort Band 2!
Also ja, bisschen kitschig, aber gleichzeitig auch sehr cool und catchy.
Rezensionen von div:
Viola und Mimo
Was ich von ihr weiß von Jean-Baptiste Andrea
Viola und Mimo
"Was ich von ihr weiß" von Autor Jean-Baptiste Andreas spielt in Italien. Die Lebensgeschichte des zurückgezogenen Bildhauers Mimo Vitaliani wird erzählt. In Armut aufgewachsen, wird er mit seinem außergewöhnlichen Talent zu einem der begehrtesten Bildhauer in Italien.
Er verliebt sich in die geheimnisvolle Viola.
Der Einstieg in das Buch, die ersten 100 Seiten ca., sind sehr sehr langatmig, es ist schwierig der Geschichte zu folgen und nicht den Faden zu verlieren. Danach wird es aber viel besser, und man fiebert richtig mit Mimo und Viola mit - wie sie sich annähern, wie sie dann doch wieder mehr Abstand haben, wie das Leben dazwischenfunkt.
Die Charaktere sind sehr detailreich skizziert und wirken absolut authentisch.
In diesem Buch begibt man sich auch auf eine Zeitreise durch Italien.
Bis auf den Anfang, kann ich für das Buch eine Empfehlung aussprechen.
Rezensionen von morlin:
Wird lange nachhallen
Geht so von Beatriz Serrano
Marisa arbeitet als Creative Strategist in einer Madrider Werbeagentur. Die Arbeit macht ihr überhaupt keinen Spaß, die Kollegen nerven, es ist langweilig, immer das gleiche und am Ende kein wirkliches Ergebnis.
Wir begleiten Marisa durch die Tage. Es fühlt sich lähmend und unerfüllt an. Mit YouTube-Videos schlägt sie die Zeit tot.
Immerhin etwas über das sie sich amüsieren kann.
Die besten Stunden sind die ohne Arbeit, also versucht sie ihren Beitrag so gering wie möglich zu halten, aber so, dass jeder denkt, sie ist voll produktiv und im Stress.
Das erschreckende an dem Buch war für mich, dass ich mich an einigen Stellen wiedererkannt habe. Das hat mich bestürzt und nachdenklich gemacht.
Die Geschichte selber ist zum Teil recht abgedreht, am Ende weit entfernt von meinem Leben. Aber trotzdem, den Grundtenor konnte ich schon nachvollziehen.
Es war auf jeden Fall eine interessante Lektüre, ließ sich gut lesen und ich vergebe dem Buch 4,5 Sterne. Das Buch ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Für mich war es ungewöhnlich, modern und kraftvoll. Eine Geschichte, die noch lange nachhallen wird.











