Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kwinsu:
Sehr kluge SciFi
Lyneham von Nils Westerboer
Nachdem die Erde dem Untergang geweiht ist, verläßt eine Gruppe Menschen ihren Heimatplaneten um eine neue Bleibe zu finden. Der auserwählte Mond Perm bietet keine optimalen Voraussetzungen, aber die Menschen wollen sich ihn zum Untertan machen. Henry Meadows verunglückt mit seinen Geschwistern und seinem Vater bei der Ankunft, aber mit Müh und Not gelingt es ihnen, die sicheren Biome zu erreichen.
Doch wo ist nur ihre Mutter, die schon längst hier sein sollte? Es beginnt ein beschwerlicher Spießrutenlauf, um die Wahrheit über deren Verbleib herauszufinden - und auch die Frage, ob Perm tatsächlich zur neuen Heimat werden kann.
Nils Westerboer gelingt es in "Lyneham" auf großartige, reflektierte Art und Weise die menschliche Existenz und die steten ethischen Fragen um die Legimitation des Fortbestehens der Spezies mit allen erforderlichen Mitteln anhand einer spannenden und vielschichtigen SciFi-Geschichte zu diskutieren. Ist es gerechtfertigt, anderes Leben zu töten, damit wir weiterbestehen können? Dürfen wir die Lebensbedingungen so anpassen, dass wir unsere Bedürfnisse erfüllen können, koste es was es wolle?
Dem Autor gelingt es mit einer fast magischen Sprache eine spezielle Atmosphäre zu schaffen - er erweckt die fiktive Welt Perms zum Leben, beschreibt sie so liebevoll und detailliert, dass die Lesenden seine Welt im Kopf vor Augen sehen. Er schafft den Schritt aus dem eigenen Denken und kreiert Welten, die man sich als Erdenbürger:in nur schwer vorstellen kann. Die ganze Geschichte, die vielfältig beschriebenen Beziehungen sind komplex und werden stets neu- und weiterverhandelt. Im Fokus stehen Vertrauen und Wahrheit, Schein und Sein. Die Technologie ist der Menschen Untertan, aber kann ein Neuanfang auch die Abschaffung menschlicher Hierarchien bedeuten? Westerboer glaubt nicht daran, auch wenn seine Figuren lange daran festhalten. Er kennt das Wesen des Menschen, philosophiert auf eindringliche Art darüber, um zum Schluss zu kommen, dass wir wohl nie aus Fehlern lernen werden. Aber es gibt auch Hoffnung und diese heißt Empathie. Sie reicht für die eigene Spezies, aber wird sie auch für Fremde reichen?
Direkt und teilweise brachial wirken die nüchternen Betrachtungen der Charaktere, regen aber kontinuierlich zum Nachdenken und Reflektieren an: "Eine Gesellschaft, deren Mitglieder glauben, etwas zu haben, unterliegt einer fundamentalen Illusion, die ihr unweigerliches Scheitern nach sich ziehen muss." (S. 159) Das sitzt und berauscht ob seiner scharfen Beobachtungsgabe.
Neben all dem Philosophischen und Existenziellen reißt auch die Geschichte einen mit, getragen von der besonderen Atmosphäre Perms mit all seinen unsichtbaren Lebewesen. Die Geschichte erzählt sich aus Henrys Perspektive und jener seiner Mutter, die in unterschiedlichen Zeiten leben und doch stark verbunden sind. Die Existenz aller ist ein großes Rätsel, das am Ende in weiten Teilen aufgelöst wird.
Mein Fazit: Lyneham ist ein absolut lesenswerter SciFi-Roman, der die großen Fragen um die verändernden Eingriffe der Menschen stellt und neben einer großartigen Geschichte auch noch zum Philosophieren und Reflektieren einlädt. Ein großes Highlight, das nicht nur für SciFi-Leser:innen geeignet ist, sondern für alle, die unser Tun hinterfragen möchten.
Rezensionen von C. P.:
Als der Weltraum über die Erde kam
Lyneham von Nils Westerboer
Irgendwann in einer fiktiven Zukunft der Menschheit: Der Planet Erde ist unbewohnbar geworden, die letzten Verbliebenden werden im Stase-Schlaf zu einem entfernten Mond geflogen: Perm. Auch der 12-jährige Henry fliegt mit seinem Vater sowie seinen Geschwistern dorthin, die Landung steht kurz bevor. Nicht mit dabei: Seine Mutter Mildred Meadows, eine Wissenschaftlerin, die mit weiteren Fachkräften das Terraforming des Mondes vorbereiten soll.
Bei der Ankunft erwartet Henry jedoch nicht die versprochene Welt, sondern eine lebensbedrohliche Atmosphäre mit einer zunächst unsichtbaren Bedrohung. Was ist geschehen? Und warum?
Generell lese ich Science Fiction sehr gern, hier hat mich die Andeutung neugierig gemacht, dass die Mutter vor deutlich früherer Zeit als ihre Familie bereits auf dem Mond gelandet sein soll. Und dennoch herrscht dort eine derart lebensfeindliche Atmosphäre? Meine Neugier war geweckt.
Den Beginn des Romans empfand ich in doppelter Hinsicht als holprig: Henrys Raumschiff legt auf Perm eine Bruchlandung hin und der Junge wird mit einer Welt konfrontiert, in welcher nicht nur die Umgebung, sondern auch schnell die Mitreisenden zu Feinden werden können. Das zum Einen, holprig für Henry. Dann empfand ich es als unlogisch, dass das System des Raumschiffs die Reisenden kurz vor Ankunft im Schiff herumspazieren lässt, nur um viel zu spät die Leute in ihre Stasekammern zurück zu ordern, damit sie bei der Landung nicht die Konsistenz von Apfelmus annehmen? Und die anschließende Beschreibung des unwirtlichen Mondes aus Sicht eines naiven Zwölfjährigen war, nunja, eine Herausforderung. Danach wurde es zum Glück besser und die Unterbringung der Menschen in den abgeschotetten Biom-Systemen blieb Dank Henrys Perspektive frei von zu vielen technischen Details. Neben den sozialen Herausforderungen in den Biom-Systemen wird mit der Zeit eine zweite Zeitlinie immer interessanter: die der Mutter. Mildred Meadows ist mit einer Gruppe von Wissenschaftlern für den Konzern Rayser mit einem schnelleren Raumschiff später losgeflogen, um VOR ihrer Familie auf Perm zu landen und durch Geo-Engineering die Atmopshäre für den Menschen lebenstauglich zu gestalten. Ihre Beschreibung dieser Welt ist dank ihres Backgrounds deutlich detaillierter, zudem stellt sie diverse Untersuchungen an und zieht ihre eigenen Schlüsse, welche nicht immer im Interesse ihres Arbeitgebers liegen. Wobei die brilliante Forscherin als Charakter stellenweise ebenso polarisierend sein kann wie ihr egozentrischer Vorgesetzter.
Kurz gesagt: In beiden Zeitlinien kristallisieren sich nach und nach Probleme heraus, welche zum Schluss miteinander verknüpft werden.
Den anfangs holprigen Start und die zunächst etwas schwierige Vorstellung der Gegebenheiten machen die Ideen rund um die Welt Perms sowie die Auflösung des Ganzen wieder wett. Dennoch waren mir einige Charaktere zu schwarzweiß gezeichnet, so dass ich dem Buch 4,5 von 5 Sternen gebe.
Das Buch kommt als hochwertige Klappenbroschur daher, ist nicht nur optisch sehr ansprechend (in den Klappen befinden sich zwei Karten des Mondes Perm), sondern auch von der Verarbeitung überzeugend: Mein Exemplar sieht nach dem Lesen aus wie neu, trotz des 500-seitigen Umfangs. Ein Glossar am Ende des Romans erklärt zudem in kurzen Worten die wichtigsten Begriffe.
Rezensionen von Dragon:
Ein aufregendes Wasserschweine-Leben!
Drei Wasserschweine wollen's wissen von Matthäus Bär
Wasserschweine liegen den ganzen Tag nur faul herum, warten auf’s Fressen und dümpeln im Wasser? Wenn ihr das denkt, kennt ihr nicht Emmy, Raul und Tristan! Diese drei Capybara sind mächtig auf Zack wie sie schon in Band 1 bewiesen haben. Und auch diesmal wollen sie dem „Mehr“ hinter ihrem Gehegezaun auf die Spur kommen und haben bald einen spannenden Fall zu lösen.
Der stellt sie allerdings vor ganz schöne Herausforderungen, denn obwohl anfangs „nur“ das Rätsel um die verschwundenen Flamingos zu lösen ist, tauchen plötzlich noch mehr ungeahnte Probleme auf. Wie die drei Freunde damit umgehen, ist auf jeden Fall lesenswert!
Ich habe mich richtig gefreut, die drei niedlichen Wasserschweine aus dem Auftaktband wieder zu treffen. Mit ihrer unnachahmlichen Art und ihren eigenen Stärken sind die drei ein tolles Team, das man gerne auf ihre spannenden und lehrreichen Abenteuer begleitet. In dem Buch verbirgt sich eine lustige, kindgerechte Geschichte für die junge Zielgruppe ab etwa 6 Jahren. Mit viel Humor, Wortwitz und liebenswerten Charakteren erzählt Autor Matthäus Bär eine Story, bei der man auch noch etwas lernen kann, wie z. B. über eher unbekanntere Tierarten und deren Eigenheiten. Anika Voigt gibt den Zootieren ein derart niedliches Aussehen und schafft in ihren Illustrationen stets eine tolle Atmosphäre, sodass diese Bilder für mich echte Highlight sind, durch die man das Buch auch ohne zu lesen immer wieder gerne durchblättert.
Wir treffen im Buch auf unterschiedliche Charakter mit natürlichen Stärken und Schwächen, sodass ich sofort Sympathie für die Tiere empfinden konnte. Ein wenig schwer zu verstehen finde ich allerdings manchmal die Raben André und René, die durch ihr Rabengekrächze die Worte oft verdrehen oder verzerren. Die Themen Freundschaft, Zusammenhalt, Mut, Vorurteile und Fremdsein stehen in dieser Story besonders im Mittelpunkt. Damit man die Abenteuer und Wege der drei Capybara gut nachvollziehen kann, gehört auch ein kleiner Zoo-Wegeplan am Ende des Buches dazu, den ich sehr gelungen finde.
Aufgrund des Wortwitzes können auch noch die etwas älteren Leser bzw. vorlesenden Eltern viel Spaß an dem Buch haben, das ich nur all zu gerne weiter empfehle, denn es ist eine gelungene spannende Abenteuer-Tiergeschichte, die Lust auf viele weitere Wasserschwein-Abenteuer macht!
Rezensionen von Island :
Heimat ist der Ort, der einem nie egal wird
Russische Spezialitäten von Dmitrij Kapitelman
Dieser Roman sticht direkt mit seinem, in auffälligem Orange gehaltenen, Cover, das einen Fisch in Zeitungspapier gehüllt zeigt, ins Auge. Geschrieben wurde er von Dmitrij Kapitelman, der 1986 in Kiew geboren wurde und im Alter von acht Jahren als so genannter »Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland kam.
Daher weist die Geschichte sicher auch viele autobiographische Bezüge auf.
Der Ich-Erzähler lebt mit seiner Familie seit Jahrzehnten in Leipzig, ist aber in Kiew geboren, das er bereits in den 90er Jahren als Kind in Richtung Deutschland verlassen hat. Seine Muttersprache ist Russisch, da seine Mutter in Sibirien geboren ist, ihre Kindheit in Moldawien verbrachte und später erst in die Ukraine gezogen ist. Sein Vater ist jüdisch. Im ersten Teil der Geschichte geht es um den "Magasin" der Familie, einen russischen Spezialitätenladen, den sie Mitte der 90er Jahre in Leipzig eröffnet haben und der dann kurz nach Ende der Corona-Auflagen schließen musste. Man erfährt die ein oder andere Anektode aus dem Laden und lernt so die Familie des Ich-Erzählers und deren Umfeld in Leipzig besser kennen. Eine besondere Rolle spielt dabei natürlich seine Mutter, die ausschließlich russisches Fernsehen schaut und voll von der dort verbreiteten Propaganda den Krieg gegen die Ukraine betreffend überzeugt ist. Daher hat sie sich sogar mit den noch dort lebenden Verwandten zerstritten. Auch das Erstarken der AfD und auch des BSW in Sachsen macht dem Ich-Erzähler Sorge, wie immer wieder am Rande anklingt.
Im zweiten Teil reist der junge Mann dann schließlich nach Kiew. Er hofft dadurch im Anschluss auch seine Mutter davon überzeugen zu können, dass ihre Sicht auf den Krieg und die daran Schuldigen die falsche ist. Dadurch, dass er ausschließlich einen deutschen Pass hat, muss er zumindest nicht befürchten, von der ukrainischen Armee eingezogen zu werden. Da geht es den männlichen Verwandten und Bekannten dort anders. Es gibt auch abseits der vollständigen Zerstörung überall Spuren des Krieges. Eine App, die dazu auffordert, Schutz zu suchen, Werbeplakate für die Armee, junge Kriegsversehrte in den öffentlichen Verkehrsmitteln und auch die Menschen, die er dort trifft, werden in ihrem Alltag konsequent damit konfrontiert, dass ihr Land im Krieg ist. Seine Mutter in Deutschland redet die Lage aber trotzdem weiterhin schön und ist überzeugt davon, dass ihm als Zivilisten nichts passieren könne, da die Russen nur militärische Ziele angreifen würden. Trotzdem bleibt auch immer wieder Platz für Galgenhumor, z. B. wenn die Züge in der vom Krieg gegeutelten Ukraine zuverlässiger fahren als die im sächsischen Grimma.
Ich fand es sehr interessant, aus dieser Perspektive mehr über den Krieg in der Ukraine und dessen Auswirkungen auf den Alltag der Menschen und darüber, wie unterschiedlich die Sicht darauf selbst innerhalb einer Familie sein kann, zu erfahren. Ich habe das Hörbuch gehört, das von Dmitrij Kapitelman selbst gesprochen wurde, was das Ganze noch authentischer macht. Trotz der ernsten Thematik bleibt dabei auch immer etwas Raum für Situationskomik, die alles auflockert, wobei diese nie zu plump ausfällt.
Rezensionen von Island :
Familiengeheimnisse auf Sylt
Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben von Gabriella Engelmann
Auch bei diesem ersten Teil der neuesten Dilogie von Gabriella Engelmann kommt durch die Covergestaltung direkt maritime Stimmung auf und auch der Bezug zum Handlungsort Sylt ist direkt erkennbar.
Es gibt zwei Zeitebenen. In der der Gegenwart steht die 55-jährige Podcasterin Anna im Mittelpunkt, die auf den Lister Ellenbogen reist, weil sie ein Buchprojekt mit der 85-jährigen "Bücherfrau" Fenja Lorenzen plant, bei der sie auch untergebracht sein soll.
Im Haus der alten Dame trifft sie dann aber auf deren Tochter Elisa, die ebenfalls nicht weiß, wohin genau ihre Mutter spontan verschwunden ist. Bei einem Unwetter finden Anna und Elisa dann eine kleine Kiste mit geheimnisvollem Inhalt unterm mehr als renovierungsbedürftigen Reetdach. Außerdem taucht auch noch Fenjas Sohn Eric zur Unterstützung bezüglich der Sturmschäden auf und bringt Anna ganz schön durcheinander.
Die zweite Zeitschiene beginnt im Jahr 1937, einige Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Dabei steht eine tragische Liebesgeschichte im Mittelpunkt, in die die Vorfahren von Fenja involviert zu sein scheinen.
Ich fand den Ausflug auf die Insel Sylt wieder sehr unterhaltsam. Es war interessant, mehr über die Auswirkungen des Nationalsozialismus auch auf das Leben dort zu erfahren und die Familiengeschichte hat mich ziemlich gefesselt. Anna als Protagonistin der Gegenwart war mir sympathisch. Fenja blieb für mich durch ihre Anwesenheit noch etwas unscharf, ich denke aber, im zweiten Band wird man noch mehr über sie und ihre Vergangenheit erfahren. Dadurch, dass es sich um eine Dilogie handelt, wurde natürlich auch der ein oder andere Erzählstrang nicht abgeschlossen. Dadurch ist man nun fast gezwungen, den nächsten Teil auch zu lesen. Der Schreibstil war, wie von der Autorin gewohnt, sehr anschaulich und gut nachvollziehbar. Was das Hörbuch angeht, empfand ich die Sprecherin als gut gewählt, mit angenehmer und zur Stimmung des Romans passender Stimme. Das Sprechtempo war so, dass man gut folgen konnte.
Rezensionen von Island :
Letzte Dinge
Flusslinien,2 Audio-CD, 2 MP3 von Katharina Hagena
Das Cover von Flusslinien hat mich aufgrund des Bildes, bei dem die Natur im Mittelpunkt steht, und natürlich auch wegen des Titels angesprochen.
Im Mittelpunkt der Handlung, die in Hamburg, nahe der Elbe stattfindet, stehen Margrit, Luzie und Arthur, aus deren Perspektive auch erzählt wird, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann.
Margrit ist 102 und lebt in einer Seniorenresidenz nahe der Elbe. Luzie ist 18 und ihre Enkelin, die gerade, nach einem traumatischen Erlebnis, die Schule abgebrochen hat und nun daran arbeitet, Tätowiererin zu werden.
Arthur ist 24 und jobbt als Fahrer in der Seniorenresidenz. Auch er muss etwas verarbeiten, was ihn sehr belastet. Margrit fährt er täglich zum "Römischen Garten" oberhalb der Elbe. Zu diesem verbindet die alte Dame ein besonderes Verhältnis, da dessen Erschafferin Else Hoffa vor dem Erstarken der Nationalsozialisten die Geliebte ihrer Mutter war. Margrit schwelgt oft in Erinnerungen an die vielen, ereignisreichen Lebensjahre, die hinter ihr liegen. Sie ist aber auch geistig noch sehr fit und sehr modern und offen eingestellt. Außerdem hat sie auch die Zukunft im Blick, nicht ihre eigene, ihr ist bewusst, dass ihr Leben bald vorbei sein wird, aber die von Luzie und Arthur.
Mir hat der Roman gut gefallen. Insbesondere wegen seiner feinsinnigen Sprache und den vielen Wortspielen und Metaphern. Auch die Protagonist:innen fand ich interessant, insbesondere Margrit, wie sie mit dem Alter und den damit verbundenen Einschränkungen umgeht, und dabei innerlich jung geblieben ist. Teilweise waren mir etwas zu viele Nebenhandlungen vorhanden, indem es auch noch um die Geschichte von Nebenfiguren ging, die nicht so viel Bezug zur Gesamthandlung hatten. Hier wäre mir eine etwas straffere Erzählweise lieber gewesen.
Ich habe den Roman als Hörbuch angehört. Dieses war durch die verschiedenen Sprecher sehr abwechslungsreich erzählt. Das Sprechtempo war dabei angemessen, sodass man gut folgen konnte.
Rezensionen von Sonne89:
Ein richtig schönes Vorlesebuch
Drei Wasserschweine wollen's wissen von Matthäus Bär
Das Buch hat eine gute Größe und auch die Kapitel haben als Vorlesebuch eine gute Länge.
Die Illustrationen, die man alle paar Seiten findet sind ansprechend und kindgerecht und machen die Geschichte lebendig.
Gleich zu Beginn findet man ein Bild eines jeden Wasserschweins und den Namen zum Ende hin findet man noch eine Übersicht des Zoos.
Wasserschweine dürften den meisten Kindern eher nicht geläufig sein, deshalb findet man im ersten Kapitel gleich eine Beschreibung der Schweine und ihrem Leben. Als plötzlich die Flamingos nach viel Radau verschwinden, ermitteln die Wasserschweine zusammen.
Das Buch lässt sich gut und einfach lesen, die Sätze sind verständlich und oftmals lustig, wenn z.B. der Rabe in seiner Rabensprache spricht und das „G“ als „K“ ausspricht (Fand mein Sohn sehr lustig).
Mir gefällt auch, dass die drei Schweine unterschiedlich sind, generell hat jedes der Tiere seine eigene Art. Aber alle zusammen sind mutig und versuchen ihre Welt zu entdecken. Dabei erleben sie natürlich jede Menge Abenteuer, dennoch fühlt man sich im gesamten Zoo einfach heimelig und es macht total Spaß die unterschiedlichen Tiere zusammen mit den Wasserschweinen kennen zu lernen.
Ich finde es sprachlich sehr gelungen und die Geschichte ist erwärmend, zeigt was Zusammenhalt und Freundschaft bedeuten.
Rezensionen von C. P.:
Das Glück kommt auf Katzenpfoten
Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita
Die Magnolienkatzen ist eines dieser Asian Healing bzw. Wohlfühlbücher mit dem Fokus auf den glücklichen Momenten des Lebens, mögen sie noch so klein scheinen. Oftmals mit Katze, manchmal mit Essen oder Büchern, einige behandeln das Thema Tod. Hier erzählt eine Schriftstellerin, wie sie dank einer Katzenfamilie aus ihrem perspektivlosen Leben herausfindet.
Und alles beginnt damit, dass sie am Schrein um Glück bittet.
„Ich war über fünfzig und hatte mein Leben trotzdem nicht einmal ansatzweise im Griff.“ (Zitat)
Die fiktive Autorin lebt gemeinsam mit ihrer Mutter im Haus ihrer Kindheit in Yokohama. Eine für beide nicht immer einfache Konstellation. Am Tag nach dem Besuch des Schreins entdeckt ihre Mutter im Garten einen Wurf Katzenjunge. Das Tierheim verweigert die Annahme, sie selbst haben keinerlei Bezug zu Katzen. Dennoch beginnen die Frauen nach und nach, sich um die Kleinen und deren Mutter zu kümmern.
„Auf einmal waren sie niedliche Kätzchen mit Kulleraugen.“ (Zitat)
Gespickt mit einigen Rückblicken beschreibt die Erzählerin, wie nach und nach immer mehr Verwandte und Bekannte sie besuchen kommen, ihnen Tipps geben und sie unbewusst von der Verzückung gegenüber den Katzen angesteckt werden. Der gesamte Fokus der Frauen wird verschoben auf die kleine Rasselbande, früherer Unmut tritt zugunsten positiver Gefühle und Sichtweisen Pfote für Pfote in den Hintergrund.
Der Schreibstil ist einfühlsam, an den richtigen Stellen mit Details versehen und das Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Rückblenden funktioniert perfekt. Tatsächlich muss man kein Katzenfan sein, um dieses Buch zu lieben; die fiktive Autorin und ihre Mutter waren bis dahin reine Hundemenschen, welche Katzen nichts abgewinnen konnten. Optisch ist das Buch wunderschön und harmonisch gestaltet, der Blütenzweig des Covers wiederholt sich zu Beginn eines jeden Kapitels und es gibt einige Katzenzeichnungen im Buch zu entdecken.
Von mir erhält das Buch 5 von 5 Katzenpfoten und eine klare Lese-Empfehlung.
Rezensionen von Sophie H.:
Freundschaft und Zusammenhalt
Wanda von Annika Scheffel
Die Geschichte handelt von der fast 13jährigen Wanda. Wanda ist ein Waisenkind, lebt in einem Kinderheim und hat keine Ahnung, wer ihre Eltern waren. In dem Heim hat sie sich bisher ihr Zimmer mit ihrer besten Freundin Tonie geteilt. Nun haben beide das große Glück, wieder einmal an eine Pflegefamilie vermittelt zu werden.
Während Tonie offensichtlich das große Los gezogen hat, entscheidet das Paar, das Wanda zu sich geholt hatte, dass sie es sich anders überlegen. Dabei hatte Wanda bei ihnen das erste Mal ein richtig gutes Gefühl. So landet Wanda wieder in ihrem Zimmer im Heim. Doch Wanda erträgt es dort nicht mehr und läuft weg. Sie findet Unterschlupf im Torbogen im Brandenburger Tor, der eigentlich gerade eine Baustelle ist. Gerade deshalb hofft Wanda, dass sie dort unentdeckt bleibt. Doch sie hat die Rechnung ohne die lebendige Stadt gemacht und lerne im Nu mehrere Leute kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: eine Busfahrerin, einen jungen Asylanten, eine Senioren, die regelmäßig aus dem Altenheim abhaut, einen Türsteher eines Nobelhotels, um nur einige zu nennen. Und dann geschieht das Unfassbare: Aus einem nahegelegenen Bärenzwinger bricht eine Bärin aus und in ganz Berlin bricht das Chaos aus, denn wer die Bärin findet, bekommt einen Wunsch erfüllt. Das ist die Gelegenheit für Wanda und ihre neuen Freunde, denn alle haben ihren eigenen großen Wunsch. Werden sie die Bärin finden?
Das Cover des Buches passt perfekt zur Geschichte. Das Buch lässt sich sehr gut lesen und man fliegt nur so durch die Seiten. Ein tolles Buch über Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und darüber, dass man nur fest daran glauben muss, dass sich ein Wunsch erfüllt. Ganz nach dem Motto: Wenn viele kleine Menschen, viele kleine Schritte tun, kann das das Gesicht der Welt verändern.
Rezensionen von yellowdog:
Mimis Wurf
Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita
Die Magnolienkatzen ist ein wunderbares Buch ganz und gar über Katzen. Im Mittelpunkt steht die Straßenkatze Mimi und ihre fünf jungen.
Diese Katzen hat die Autorin, die zusammen mit ihrer schon älteren Mutter lebt, aufgenommen und kümmert sich um sie. Noriko Morishita schildert ihre Erfahrungen.
Es ist mehr ein autobiografisches Buch als ein Roman,erzählerisch aber schon sehr gut gemacht.
Man erfährt so einiges über das Wesen der Katzen, aber auch, was es bedeutet, die kleine Katzen durchzubringen, die z.B. an einer Augenkrankheit leiden. Jede der Katzen hat seine Eigenarten, die sie ausmachen.
4 Kätzchen kann die Erzählerin schließlich in gute Hände weggeben. Doch Mimi bleibt bei ihr und auch Taro, eines ihrer Jungen.
Viele Details des Buches fand ich sehr interessant. Wer schon Katzen hat, kann dieses Buch auch lesen und dann sehen, ob die eigenen Katzen denen des Buches in manchen gleichen.
Von Noriko Morishita gibt es noch ein erfolgreiches Buch, das anscheinend nicht auf Deutsch übersetzt ist. Doch nach den Magnolienkatzen würde ich das auch gerne lesen.








