Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lotta:
Politisch sehr aktuell und extrem spannend!
Echokammer von Ingar Johnsrud
Ein unbekannter Autofahrer hat in Norwegen einen Autounfall mit einem Elch. Die Identifizierung zieht sich hin... Liselott Benjamin ermittelt und stößt auf ein verschwundenes niederländisches Paar. Gleichzeitig rückt die Parlamentswahl immer näher. Jens Meidell versucht in die Fußstapfen seiner Mutter zu treten und ist als Anwahlt, zuvor für die Polizei, jetzt in der Politik angekommen.
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Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Vergleiche sind wunderbar. Zwischenzeitlich musste ich aus dem Buch vorlesen oder auch mal über die Formulierungen lachen. Dabei ging nie die Spannung verloren. Anfangs hat es etwas Zeit gedauert bis alle Charaktere vollständig sortiert waren. An der Übersetzung hat mich immer wieder im Buch gestört, dass das norwegisch bestimmte Wort mit einem deutschen Artikel (dann also doppelt bestimmt) im Satz auftauchte. Fällt vielen Lesern nicht auf, doch mit Sprachkenntnissen führt es doch an mehreren Stellen im Buch eher zu Stirnrunzeln.
Die Kapitel werden mit einem Countdown zur Parlamentswahl eingeleitet und zeigen dazu noch, wo in Norwegen (meist im Großraum Oslos) man sich gerade aufhält. Danach erfolgt ein Perspektivwechsel, oft zwischen Jens Meidell und dem Ermittlungsteam. Dieses Team bildet sich erst langsam im Laufe des Buches.
Politisch merkt der Leser an der ein oder anderen Stelle, dass das Buch bereits 2023 in Norwegen erschienen ist und demnach Trump noch sehr weit von seiner zweiten Präsidentschaft entfernt ist. Anspielungen in diese Richtung sind daher veraltet. Da es meist jedoch eher um den nahen Osten und Rechtsextremismus geht, ist es aktuell leider zeitlos und kann fast ohne Probleme von Norwegen auf Deutschland übertragen werden. An der ein oder anderen Stelle ist es (hoffentlich) etwas zu überspitzt. Dennoch ist es faszinierend, was alles passieren könnte...
Insgesamt ein politisch sehr aktuelles Buch, welches extrem spannend ist. Ich bewerte mit 5 von 5 Sternen und freue mich auf eine Fortsetzung!
Rezensionen von Claudia R.:
koboldstark
KoboldKroniken 5. Rumpels Rückkehr von Daniel Bleckmann
Klappentext/Inhalt:
Die große Befreiung
Es geht spannend weiter! Die Sieben sind gefunden, der Drache wurde gesichtet - das Schwert noch nicht - und das Puzzle in Darios Kopf setzt sich weiter zusammen. Stück für Stück. Die Freunde müssen sich beeilen, denn die Welt ist weiterhin in Gefahr! Doch zunächst muss Rumpel befreit werden - was das mit einen furchterregenden Monster aus den dunklen Tunneln von Kwertz zu tun hat, erfahren die Leser*innen in Band 5 der KoboldKroniken.
KoboldKroniken 5. Rumpels Rückkehr: Der fünfte Band der fantastischen Reihe
Es wird unheimlich in Kwertz: Ein spannendes Abenteuer im Tagebuchstil mit vielen tollen Comic-Elementen für Kinder ab 9 Jahren.
Koboldstarke Leseförderung: Die kurzen Texte von Bestsellerautor Daniel Bleckmann sind ideal für Kinder, die nicht so viel lesen wollen oder können.
Genial ausgestattet: Mit coolen Illustrationen von Thomas Hussing („Das kleine böse Buch“), schillernder Folie und hochwertiger Stanzung auf dem Cover.
Leicht zu lesen: Das stark illustrierte Comic-Buch spricht die Sehgewohnheiten von Lesemuffeln und leseschwachen Kindern ab 9 Jahren an.
Lauter Lieblingsthemen: Mit Themen wie Freundschaft, Schule, Spiele und Fantasiewesen machen die Kobold Kroniken das Lesen zu einem großen Abenteuer.
Cover:
Das Cover ist klasse umgesetzt. Hinter Gitter erkennt man einen Teil der Charaktere und diese sind optisch durch Aussparungen hervorgehoben. Die Umsetzung des Covers ist klasse gemacht und sehr gut gelungen und zudem passt dies auch gut zu den anderen Covern der Reihe und ein Wiedererkennungseffekt ist hier auf jeden Fall vorhanden.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den fünften Band der Reihe und um die Zusammenhänge und das Gesamte zuzuordnen ist ein Lesen in Reihenfolge hier auf jeden Fall zu empfehlen.
Zu Beginn gibt es auch eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Abenteuer, die man, wenn man möchte, auch überspringen kann. Ich fand diese aber sehr interessant und so findet man auch leicht und schnell wieder hinein und frischt nebenbei noch einiges auf. Dann geht es auch schon spannend los.
Auf der Suche nach dem verschollenen Rumpel und zugleich eine spannende Zeitreise macht dieses Abenteuer aus und sorgt zugleich für einige Gehirnverknotungen.
Aber zu viel möchte ich hier natürlich noch nicht dazu verraten. Macht euch am Besten selbst ein Bild davon. Weitere Details und Informationen bleiben unter Verschluss und können selbst nachgelesen werden.
Der Schreibstil ist angenehm und modern. Eine Mischung aus Erzählung und Comicelementen macht es einfach und leicht zu lesen. Die Geschichte selbst ist spannend und actionreich aufgebaut und zugleich auch sehr wendungsreich. In Charaktere und Handlungen findet man sich sehr schnell und gut hinein. Es wird alles sehr bildlich und gut vorstellbar beschrieben. Die Kapitel selbst haben eine gute und angenehme Länge und der Spaß am lesen wird hier sehr gut ermöglicht.
Die Kapitelanfänge sind sehr gut erkennbar und auch die Überschriften passend gewählt, ohne dabei zu viel zu verraten. Die Ich-Perspektiven machen es erlebbar und man findet sich schnell in die Charaktere und besonders in Dario und dessen Gedanken hinein. Die Erzählung ist spannend und fesselnd zugleich. Fragen über Fragen und kaum ist etwas geklärt kommen mehr Fragen auf einen zu. Bis zum Ende bleibt es spannend und vieles offen, so dass der Cliffhanger am Ende dafür sorgt, dass man die Hoffnung hat, nicht zu lange auf Band 6 warten zu müssen.
Die Illustrationen sind klasse gewählt und veranschaulichen das Gelesene und runden das Gesamte zudem sehr gut ab. Die Bilder fügen sich sehr gut ein, lockern den Text sehr gut auf und machen das Leseerlebnis perfekt. Die Illustrationen sind sehr gut gelungen und machen das Gesamte zu einem tollen Erlebnis. Auch die bildlichen Zeichnungen und Zeichenabfolgen, sowie die eingefügten Comic-Elemente machen es locker und leicht lesbar. Themen wie Freundschaft und alltägliches fügen sich gut mit ein, aber auch fantasievolle Elemente und Kreativität kommen nicht zu kurz.
Fazit:
Spannendes Abenteuer mit einer Mischung aus textlicher Geschichte und Comic-Elemnten, sowie einem Mix aus Realität und Fantasiewelt.
Rezensionen von Anja S:
Witzig
Fischtage von Charlotte Brandi
Ella ist verdammt wütend. Ihre Eltern sind mit sich selbst beschäftigt, Freunde hat sie keine und auch mit ihren Geschwistern läuft es nicht so rund. Allein der demenzkranke Eckard ist noch eine Bezugsperson von ihr. Als ihr Bruder verschwindet macht sie sich kurz entschlossen auf die Suche nach ihm.
Mit einer Alditüte, einem sprechenden Fisch, wenig Angst aber ganz viel Wut macht sie sich auf den Weg.
Schon das Cover hat mich hier direkt abgeholt, der Gesichtsausdruck der Protagonistin, herrlich. Der Roman startet großartig, die Erzählweise frech und auf den Punkt. Eine wütende Teenagerin, die eigentlich alles und jeden nicht mag, und das mitten im Ruhrpott. Klingt so erstmal richtig toll. Für mich hat sich die Story dann allerdings leider etwas verloren. Der sprechende Fisch war schon toll aber sein Dasein hat sich mir nicht ganz erschlossen. Manche Charaktere kamen, gingen für mich aber auch zu schnell wieder. Da wären manchmal ein paar Hintergründe zu den Personen toll gewesen. Auch ein paar Erzählstränge verliefen für mich im nirgendwo. So war es für mich eine Woche im Leben eines trotzigen Teenagers. Trotz kleiner Kritikpunkte aufgrund des Schreibstils ein lesenswerter Roman.
Rezensionen von April1985:
Ein spannender Abschluss für Merle und Matteo in der Lagunenstadt Venedig
Dark Venice. Silent Haze von Antonia Wesseling
Nachdem mich Band 1 überzeugt und gefesselt hat, war klar, dass ich auch Band 2 schnellstmöglich lesen muss. Und ich wollte natürlich wissen wie sich die dramatischen Ereignisse weiterentwickeln.
Zum Inhalt selbst kann ich nicht viel schreiben. Antonia Wesseling erzählt in ,Silent Haze‘ Merle und Matteos Geschichte nahtlos weiter.
In ,In Dark Waters‘ haben sich die Geschehnisse gegen Ende dramatisch zugespitzt. Merle und Matteo müssen jetzt mehr denn je kämpfen – vor dem Gesetz und ihre Liebe.
Ich finde, dass Antonia Wesseling wieder viel Spannung aufgebaut hat und auch wenn ich schon eine Vermutung hätte, die sich dann auch zum Teil bewahrheitet hat, war ich sehr gefesselt und konnte mit Merle und Matteo mitfiebern.
Etwas missfallen hat mir die Kommunikation zwischen Merle und Matteo. Diese ist nämlich sehr lange auf der Strecke geblieben. Hätten die beiden früher offene Worte gefunden, wäre auch die Liebesgeschichte intensiver gewesen.
Leider rückt der Handlungsstrang rund um Merles verstorben Großvater und den geheimnisvollen Liebesbriefen auch etwas in den Hintergrund. Aber immerhin bekommen wir – durchaus überraschende – Antworten.
Alles in allem hat mir die Dilogie richtig gut gefallen und ich kann sie auf jedem Fall empfehlen.
Fazit
Ein spannender Abschluss für Merle und Matteo in der Lagunenstadt Venedig. Absolut Lesenswert.
Rezensionen von Ameland:
Für mich kein Highlight
Die blaue Stunde von Paula Hawkins
Ein forensischer Gutachter entdeckt bei einem Kunstwerk von Vanessa Chapmann, dass dort nicht eine tierische Rippe verarbeitet wurde, sondern eine menschliche. Da die Werke der Künstlerin der Fairburn-Stiftung vermacht wurden, muss sich der Kurator James Becker um die Angelegenheit kümmern. Zur Klärung begibt er sich nach Eris, wo Vanessa Chapmann zuletzt gelebt und gewirkt hat.
Ihre langjährige Weggefährtin Grace Haswell lebt immer noch dort und er hofft mit ihrer Hilfe auf eine Klärung.
Die von Paula Hawkins für diesen Roman erschaffenen Charaktere sind vieles, aber sympathisch sind sie nicht – bis auf vielleicht James Becker. Ich fand sie egozentrisch, bösartig, narzisstisch und verstörend.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Perspektivwechsel, Rückschauen, Zeitungsausschnitte und Tagebucheinträge sorgen für Abwechslung. Aber all das konnte mich nicht wirklich fesseln. Mir fehlte es einfach lange Zeit an Spannung.
Das Buch wurde als literarisches Spannungs-Highlight angekündigt, aber von Spannung und Highlight war es für mein Empfinden weit entfernt. Das Buch bekommt von mir drei Sterne nur wegen des abwechslungsreichen Schreibstils.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Götterblut
A Fate inked in Blood (Skaland-Saga 1) Skaland-Saga von Danielle L. Jensen
"A Fate inked in Blood (Skaland-Saga 1)" von Danielle L. Jensen ist in der Hörbuchfassung von Leonie Landa gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen.
Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Landas Stimme gut gefallen.
Das Setting des Buches hat mir von vornherein gut gefallen: Forbidden Love Fantasy-Romance im Wikinger-Setting - super!
Protagonistin Freya ist ein interessanter Charakter, der im ersten Band jedoch relativ schwach wirkte: Sie wird wie ein Objekt herumgeschoben, hat wenig eigene Handlungsfreiheit und denkt in relativ engen Bahnen, was zu Übersprungshandlungen führt. Im Charakterbuilding hoffe ich im zweiten Band eine deutliche Weiterentwicklung zu einer facettenreichen weiblichen Protagonistin. Protagonist Bjorn hat mein Herz dagegen im Sturm erobert.
Sprach- und Schreibstil, in Übersetzung durch Andreas Decker, haben mir sehr gut gefallen und sich sehr leicht und flüssig lesen lassen.
Die Handlung als solche hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir mehr Informationen zur Welt von Freya und Bjorn gewünscht hätte.
Das Ende des Buches war dann zumindest in großen Teilen für mich vorhersehbar, dennoch hatte ich viel Freude an der Lektüre und freue mich schon auf den zweiten Band der Dilogie!
Rezensionen von Romy:
Sich der Angst stellen!
Sag deiner Angst, sie kann gehen! von Christina Hillesheim
In ihrem Ratgeber „Sag deiner Angst, sie kann gehen!“ gibt die Autorin Christina Hillesheim den Lesenden 33 Sätze an die Hand, mit denen man Angst und Panikattacken im Alltag begegnen kann, um langfristig ein angstfreies Leben zu führen.
Im ersten Teil des Ratgebers geht die Autorin auf die „Basics“ ein, wie z.
B. die Ursachen und Auslöser für Angst und Panik. Im weiteren Teil des Buches folgen dann die 33 Sätze gegen Angst. Der Aufbau ist dabei immer ähnlich: Nach einer kurzen Einleitung erklärt die Autorin, inwiefern der Satz im Alltag unterstützen kann. Bei jedem einzelnen Kapitel sind außerdem konkrete Schritte zur Umsetzung im Alltag aufgeführt.
Ich persönlich fand den Aufbau durch die klare Struktur sehr hilfreich. Außerdem sind die einzelnen Kapitel recht kurz und prägnant, wodurch man sich z.B. jeden Tag einen oder ein paar Sätze vornehmen kann und den Inhalt sozusagen häppchenweise verdauen und direkt im Alltagsleben anwenden kann.
Auch wenn viele der im Buch angesprochenen Ängste nicht auf mich zutreffen, konnte ich für mich viele Tipps mitnehmen, um meinen Alltag entspannter zu gestalten. Natürlich hat man einige der Tipps schon mal gehört, aber mir hat es geholfen eine Sammlung zur Verfügung zu haben, in der ich immer wieder blättern kann.
Fazit: Ich finde man merkt, wie viel Herzblut die Autorin in das Buch gesteckt hat. Ich kann das Buch vor allem Menschen empfehlen, die sich bisher noch nicht viel mit ihren Ängsten auseinander gesetzt haben. Bei stärkeren Angststörungen kann das Buch vielleicht unterstützend wirken, ist jedoch kein Ersatz für eine psychologische oder therapeutische Behandlung (wie die Autorin zu Beginn selbst schreibt).
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Das Lieben danach
Das Lieben danach von Helene Bracht
Es fällt mir bei wenigen Büchern schwer meine Meinung zu ihnen zu verschriftlichen und dieses hier ist eines davon: "Das Lieben danach" erzählt vom Leben und Lieben nach Missbrauchserfahrungen. Die Autorin blickt auf ihre eigene Erfahrungswelt zurück, beschreibt dabei schonungslos offen ihr wiederfahrenes und selbst verursachtes.
Eine Wertung auf inhaltlicher Ebene kann und will ich nicht vornehmen.
Dennoch habe ich dieses Buch in verhältnismäßig kurzer Zeit durchgelesen. Denn die Autorin schafft es ihre rückblickenden Betrachtungen in sehr kluger und selbstreflektiver Perspektive heraus zu formulieren. Der Schreibstil dabei leicht und flüssig, dies steht im Kontrast zu den Themen dieses Buches. Ihre eigenen Erlebnisse stellt sie dabei immer auch vor den Hintergrund des aktuellen Zeitgeistes, prüft diesen kritisch und analysiert eigene Handlungsmuster. Dabei bleibt nach dem Lesen vor allem eine nachdenkliche Stimmung in mir zurück. Die von der Autorin dargestellte Perspektive ist eine wichtige und notwendige, sie schafft es den erlebten Missbrauch und seine Folgen in sowohl nüchterner Klarheit, als auch mit ausreichend, aber nicht zu vielen, Emotionen darzustellen. Ich habe das Buch beim Lesen immer wieder beiseite legen müssen, kurze Atempausen gebraucht.
Rezensionen von MarcoL:
Zwei Jungen in den Wäldern auf sich alleine gestellt. Ein Abenteuer 1913/14. TW: viel Tierleid!
Die Prinzen vom Birkensee von Lars Elling
Die Prinzen vom Birkensee sind der dreizehnjährige Arnstein und sein um einige Jahre jüngere Bruder Truls. In den Sommern der Jahre 1913 und 1914 wurden beide von ihrem Vater, den sie meist nur den „Kaiser“ nannten, in die Mark nördlich von Christiania (dem heutigen Oslo) geschickt. Es ist ein ausgedehntes Waldgebiet rund um den Holmenkollen mit vielen Seen.
Ganz auf sich alleine gestellt durchstreifen die beiden die Wälder, unterhalten hier und dort ein Lager, leben von dem, was die Natur ihnen bietet. Manchmal schaffen sie es auch, so viel zu „hamstern“, damit sie es auf den Märkten der kleinen Ortschaften verkaufen können.
In dieser Zeit schweißen die beiden richtig zusammen, agieren oft wie ein Individuum, merken und spüren, was den anderen gerade beschäftigt. Der drohende erste Weltkrieg wirft seinen langen Schatten bis in diese Gegend, und so beschließt der Vater der beiden, dass sie im Spätsommer 1914 ihren fünfzehnjährigen, schwer kognitiv beeinträchtigten Bruder mit in die Wildnis nehmen müssen. Mit Folgen …
1985. Filip, 19, ist der Enkel von Arnstein, und zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester bewohnen sie ein Haus am Rande der Stadt. Ihr unmittelbarer Nachbar ist Arnsteins Bruder Truls mit seiner Frau. Es herrscht Stille zwischen den beiden Familien, ein lächerlicher Apfelkrieg ist nur eine kleine Auswirkung davon. Arnstein ist ein Pflegefall, sein von Arbeit geschundener Körper liegt im Sterben, doch Arnstein will noch nicht aufgeben. Filip tritt seinem Opa sehr abschätzig entgegen, macht abfällige Bemerkungen über dessen langes Aufbegehren gegen den Tod. Doch so allmählich, nachdem er zuerst gezwungen wurde, sich mehr um seinen Großvater zu kümmern, entwickelt sich doch noch so etwas wie eine Beziehung zwischen den beiden. Filip ändert sich und seine Einstellung, genauso wie Arnstein sein Mürrischsein und seine Bosheit etwas beiseiteschieben kann. Er beginnt, von jenen Sommern zu erzählen, und Filip hängt an seinen Lippen. Er möchte unbedingt erfahren, was der Grund für das Zerwürfnis zwischen den beiden Brüdern war.
Der Roman liest sich leicht und flüssig, die Erzählweise ist oftmals spannend wie eine Abenteuergeschichte. Es geht aber auch um andere Dinge. Das Leben von Filip wird durchleuchtet, mit seiner Liebe zu Fußball und der Musik von Brian Ferry, sein Gehader mit den Kassetten im Walkman, und vieles mehr.
Bis jetzt würde ich sagen: eine feine Geschichte.
Was mir aber absolut komplett gegen den Strich ging, ist die ausufernde und wie für selbstverständlich angenommene Gewalt der beiden Jungs gegen Tiere. Hier hätte ich mir vom Verlag eine ordentliche Triggerwarnung gewünscht, und nicht eine Glorifizierung des Angelns am Buchrücken. OK – ich dachte, ist sei nur eine Metapher. Aber da lag ich falsch. Auch wenn das Verhältnis zur lebenden Natur vor hundert Jahren ein anderes gewesen sein mag, und die Jungs auf sich alleine gestellt waren um in der Wildnis nicht zu verhungern, dann hätte ich gerne auf die expliziten Beschreibungen des Tötens (manchmal fast schon ein Massenmord) sehr gerne verzichtet.
Mehr als einmal war ich versucht, aus diesen Gründen das Buch abzubrechen. Aber die Neugier, wie die Geschichte wohl ausgehen mag, hat gewonnen.
Schreibtechnisch gibt es gegen den Roman auch nichts auszusetzen – ganz im Gegenteil.
Und so mag sich bitte jede*r selbst ein Bild machen, ob dieser Roman, der sicherlich auch den ein oder anderen familienpolitischen oder gesellschaftlichen Aspekt behandelt, gelesen werde möchte.
Für mich war es eine Grenzerfahrung. Und eine Bewertung: Zwischen zwei und fünf Sterne ist alles drinnen.
Rezensionen von carola1475:
Die Geschichte hat mich nicht gepackt
Allein gegen die Lüge von Alex Finlay
Die Familie des Studenten Matt Pine ist bei einem Kurzurlaub in Mexiko ums Leben gekommen, er hat keinen Kontakt zum älteren Bruder Danny, der seit Jahren wegen Mordes an einer Freundin im Gefängnis sitzt. Allein und schockiert wird Matt von der FBI-Agentin Keller nach Mexiko geschickt, um Formalitäten zu erledigen.
Es gibt die Erzählstränge um Matt und Agentin Keller, aber in Rückblenden in die Vergangenheit lerne ich auch die Familie kennen, Vater, Mutter, Schwester und kleiner Bruder. Es wird anschaulich geschildert, wie der Mord vor 7 Jahren die Familie zerstört und das Leben seitdem beherrscht hat. Und jetzt wird Matts Leben wieder erschüttert.
Es hat mich gestört, dass nicht nur die Handlung, sondern auch die Emotionen nur erzählt werden, nicht gezeigt. Die Figurenzeichnung ist blass, der Autor wahrt Distanz zu seinen Figuren, er schreibt klar und nüchtern. Nähe entwickelte sich bei mir zu keinem Charakter, am sympathischsten war mir Agentin Keller und ich fand viele Nebenfiguren interessanter als den Protagonisten.
Die häufigen Perspektivwechsel zwischen Matt, Keller, den Familienmitgliedern und Auszügen aus einer True-Crime-Doku über Dannys Fall, die meiner Meinung nach überflüssig und nicht handlungsrelevant sind, bremsten meinen Lesefluss. Spannung baut sich nur langsam auf, die irgendwann vorhersehbare Auflösung ist schlüssig.
Der Autor Alex Finlay ist Anwalt und baut seine Kenntnis - und auch Kritik - polizeilichen Vorgehens, Machtmissbrauchs und unkontrollierbarer medialer Berichterstattung gut in die komplexe Geschichte ein.
'Allein gegen die Lüge' mit dem auffälligen, gelungenen Cover hat mich als Thriller nicht wirklich überzeugt und bekommt 3 von 5 Sternen.











