Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Nicht nur für Fans der Sendung
"Hier und heute" ist ein guter Tag zum Kochen von Olaf Baumeister; Julia Floß; Julia Komp; Lars Middendorf; Fabian Timmer; Alexander Wulf
Das Nachmittagsmagazin "Hier und heute" ist beim deutschen Publikum seit Jahren schwer beliebt.
Im wöchentlichen Wechsel präsentieren die Fernsehköche und -köchinnen Olaf Baumeister, Julia Floß, Julia Komp, Lars Middendorf, Fabian Timmer und Alexander Wulf ihre regionalen und saisonalen Rezepte.
Die besten 72 Rezepte wurden in dieses erste Kochbuch der Sendung gepackt, so kann der Zuschauer die Gerichte zuhause, und in aller Ruhe nachkochen und genießen.
Alle 6 Köche und Köchinnen werden kurz vorgestellt und dann geht es auch schon los mit dem Kochen.
Aufgeteilt sind die Rezepte in den vier Jahreszeiten.
- Im FRÜHLING kann der Leser sich auf Gerichte mit Bärlauch, Spargel und Rhabarber freuen. Aber auch die ersten Erbsenhülsen, junge Möhren, Kohlrabi, Porree und Mairübchen werden ab Mai bereits geerntet.
Daraus ergeben sich dann zum Beispiel gefüllte Maultaschen, Seelachs in Kräuterkruste oder auch weiße Frühlingslasagne.
Den Süßkartoffel-Spargel-Salat mit Halloumi, Avocado und Zitronen-Honig-Dressing kann ich nur empfehlen.
- Im SOMMER kann die Redaktion aus dem Vollen schöpfen.
Auberginen, Fenchel, Bohnen, Zucchini, Paprika und Tomaten. Im Sommer hat gefühlt alles Saison und das sollte man ausnutzen.
Die Salate in diesem Kapitel finde ich mehr als gelungen. Kombiniert wird das Gemüse gerne mit Früchten und unterschiedlichen Käsesorten.
Herzhafte Gemüsecremes und Pesto, gefüllte Auberginen, Zucchini und Pfannekuchen, Gemüseauflauf und mehr erwarten den Leser.
- Bunt geht es im HERBST weiter. Jetzt übernehmen Kürbis, Pilze, Maronen, Esskastanien und Kohl die Hauptrolle.
Auf herzhafte Suppen, Strudel (wobei gerne zum fertigen Teig gegriffen wird, zum Glück), bunte Eintöpfe, herbstliche Gemüseteller, Rindergulasch und Hackbällchen kann man sich freuen.
- Herzhaft geht es auch im WINTER weiter mit Walnüssen, Kartoffeln, Grünkohl, Wirsing und mehr.
In diesem Kapitel kann man von gemütlicher Hausfrauenküche sprechen, finde ich. Es gibt Lammschmortopf, geschmorte Chicorée, Kartoffel-Sauerkraut-Plätzchen, Großmutters Frikadellen, ...
Persönlich finde ich die Auswahl der Rezepte sehr gelungen. Es wurde auf eine gewisse Balance geachtet. So gibt es vegetarische Gerichte, welche mit Fleisch oder Fisch, es gibt sehr viel Hausmannskost, aber auch Gerichte für den besonderen Anlass, vieles stammt aus der Heimat, aber auch Weltessen ist vertreten.
Desserts oder süße Kuchen gibt es keine.
Die Anleitungen sind klar und deutlich, in einzelnen Schritten beschrieben.
Spezielles Equipment wird in den Rezepten extra erwähnt, wie Backbleche und Formen, Nudelmaschine, Nudelholz.
Zubereitungs- und Garzeiten werden angegeben.
Ein schönes Buch zur Sendung für Fans und alle, die es noch werden wollen.
Rezensionen von buchina:
Eher Jugendbuch als typischer Thriller
Meine tote Schwester: Psychothriller von Catherine Shepherd
Catherine Shepherd hat schon einige spannende Thriller geschrieben, oft aus der Perspektive der Ermittlerin. Diesmal wagt sie sich an etwas neues. Der Roman ist nicht aus Ermittlersicht, sondern aus einer jugendlichen Perspektive mit einem insgesamt sehr düsteren Setting.
Die Geschichte dreht sich um die 16-jährige Mia, die seit elf Jahren mit dem Trauma des gewaltsamen Todes ihrer Schwester Jasmin kämpft.
Was genau passiert ist, erfährt man erst ziemlich am Ende des Romans, nur das in der verlassenen Villa gegenüber von Mias zuhause stattfand, weiß man. Ihre Mutter hat ihr streng verboten, das Haus zu betreten, doch als eine neue Familie einzieht, beginnt Mia, die Grenzen zu überschreiten. Grund ist vor allem der gleichaltrige Lukas, der in seiner Heimat als Mörder beschimpft wurde, warum, weshalb, bleibt auch erst einmal im Dunkeln.
Es gibt also viele Geheimnisse zu Beginn, die von Anfang an eine gewisse Spannung aufbauen. Gekonnt baut die Autorin eine dunkle Atmosphäre auf, wobei auch immer wieder die düstere Vergangenheit der Villa eine Rolle spielt. Dazu kommt eine kontinuierliche Spannung, die durch den Wechsel der Erzählperspektiven gefördert wird.
Was mir schwer viel, mich in die Charaktere der Protagonisten hineinzuversetzen. Ich habe die Handlungen der Schüler:innen und aber auch der Mütter zum Teil nicht nachvollziehen können. Keine der Charaktere konnte mich wirklich berühren. Dennoch war es für mich ein spannender Thriller mit überraschendem Ende. Schade war für mich, dass die Geschichte der Villa, die immer wieder angesprochen wurde, dieser Handlungsstrang wurde für mich nicht logisch zu Ende geführt. Für mich eine ungenutzte Chance.
Insgesamt würde ich den Roman eher in der Jugendbuchecke verorten. Für mich war es kein typischer Thriller. Ich würde mich freuen, wenn die Autorin wieder ihre anderen Reihen weiterführt, die haben mich persönlich mehr angesprochen.
Rezensionen von LeserinLu :
Einfach lecker
Work-Lunch-Balance von Stina Spiegelberg
„Work-Lunch-Balance“ ist ein Kochbuch, das schon beim ersten Durchblättern Lust aufs Nachkochen macht. Die Gestaltung ist ansprechend und hochwertig, jedes Rezept wird von einem ansprechenden Foto begleitet, das sofort Appetit macht und einen guten Eindruck davon vermittelt, was einen erwartet. Das ist mir immer sehr wichtig.
Besonders überzeugt hat mich aber vor allem der Inhalt: Die vier Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, sind alle wunderbar gelungen und haben mich geschmacklich wirklich begeistert. Die Gerichte sind abwechslungsreich, kreativ und zeigen, wie unkompliziert und lecker vegane Küche sein kann. Entsprechend lang ist inzwischen auch meine Liste an Rezepten, die ich unbedingt noch ausprobieren möchte – und das ist für mich immer ein gutes Zeichen bei einem Kochbuch. Was ich allerdings etwas irreführend finde, ist die Vermarktung als perfektes Lunch-Kochbuch für den Arbeitsalltag. Zwar sind die Rezepte alltagstauglich, für meine persönliche Mittagspause wären viele davon aber dennoch zu aufwendig. Tatsächlich koche ich die Gerichte eher abends, wenn ich mehr Zeit habe und das Essen bewusst genießen kann. Das schmälert die Qualität der Rezepte nicht, zeigt aber, dass der Titel vielleicht etwas andere Erwartungen weckt.
Unterm Strich ist „Work-Lunch-Balance“ für mich also weniger ein Buch für die schnelle Mittagspause als vielmehr eine Sammlung richtig leckerer Wohlfühlrezepte. Wer unkomplizierte vegane Gerichte mit viel Geschmack sucht, wird hier definitiv fündig.
Rezensionen von Alo:
Poetisch und bildgewaltig erzählt
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist ein Buch, das sich leise entfaltet und dabei eine ganz eigene Sogwirkung entwickelt. Vor allem die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so fein und poetisch, dass ich am liebsten darin versunken wäre. Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man nicht einfach nur liest, sondern regelrecht eintaucht.
Vor meinem inneren Auge lief dabei ständig ein Film voller wunderschöner Bilder ab.
Im Zentrum stehen Theo und Alma, die sich in ihrer ersten großen Liebe begegnen. Vier Jahre später stehen sie an einem Punkt, an dem sie sich fragen müssen, ob Liebe allein noch reicht, um ihre Beziehung zu tragen.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: im Jetzt, während eines Urlaubs in Frankreich, und in der Vergangenheit, in der sich Stück für Stück Theos und Almas gemeinsame Geschichte entfaltet. Am Anfang brauchte ich einen Moment, um mich in dieser Struktur zurechtzufinden, doch das hat sich schnell gelegt. Danach hat sich alles sehr stimmig angefühlt und die beiden Ebenen haben sich wunderbar ergänzt.
Was besonders hängen bleibt, ist die dichte Atmosphäre, die die Autorin erschafft. Alles wirkt ruhig, beinahe zart, und gleichzeitig liegt eine unterschwellige Spannung in der Luft. Der poetische Schreibstil verstärkt dieses Gefühl noch und macht das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis.
„Weißer Sommer“ ist keine laute Geschichte, sondern eine, die zwischen den Zeilen wirkt und genau darin liegt seine Stärke. 4,5/5 Sterne
Rezensionen von Tara:
Ein Ticket in die Vergangenheit – berührend & philosophisch
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
„Die Mitternachtsreise“ ist nach „Die Mitternachtsbibliothek“ ein weiteres zauberhaftes Buch aus dem "Mitternachtswelt"-Universum des britischen Autors Matt Haig. Abgesehen davon, dass es wieder um das Leben, bedeutende Momente, existenzielle Fragen und zweite Chancen geht, haben die Bücher inhaltlich nichts gemeinsam und lassen sich vollkommen unabhängig voneinander lesen.
Während es in der "Mitternachtsbibliothek" um eine magische Bibliothek ging, steht dieses Mal ein rätselhafter Zug im Vordergrund.
Nachdem der 81-jährige Wilbur Budd gestorben ist, findet er sich auf einem verlassenen Bahnsteig wieder. Dort trifft er auf die Buchhändlerin Agnes Bagdale, die er aus seiner Kindheit kennt. Diese nimmt ihn im Mitternachtszug mit auf die Reise in seine Vergangenheit. Während dieser durchlebt Wilbur bedeutende Momente seines Lebens neu, was dazu führt, dass er sie anders bewertet und erlebt als zuvor.
Die Idee des Autors gefiel mir sehr. Wäre es nicht toll, wenn man sich die bedeutendsten Momente seines Lebens erneut anschauen, diese mit ein wenig Abstand erneut bewerten und einordnen könnte? Was würde man mit dem Wissen von heute anders machen?
Matt Haig lädt auch hier wieder dazu ein, über das Leben nachzudenken und hinzusehen, auf Momente, die man verdrängt hat und auch auf solche, die man am liebsten ewig festhalten möchte.
Der Schreibstil ist lebendig, angenehm zu lesen, mal melancholisch, mal amüsant und dann wieder nachdenklich machend. Durch die Kürze der Kapitel liest sich das Buch kurzweilig und ich war überrascht wie schnell ich es beendet hatte.
Das Cover ist sowohl optisch als auch haptisch ein Highlight. Die Prägung verleitet dazu über das Cover zu streifen und im Dunklen gibt es leuchtende Elemente.
Ich habe auch dieses Buch des Autors wieder sehr gerne gelesen. Es regt zum Nachdenken an und zeigt, dass sich im Leben immer eine zweite Chance bietet.
Rezensionen von brauneye29:
Tolles Buch
Mit anderen Augen von Jane Tara
Zum Inhalt:
Tilde, erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter von erwachsenen Zwillingen ist zweiundfünfzig als sie plötzlich bemerkt, dass ihr kleiner Finger nicht mehr da ist und es soll nicht das letzte sein, was verschwindet. Ihre Ärztin diagnostiziert die Erkrankung Unsichtbarkeit, wenig erforscht und nicht heilbar.
Aber damit will Tilda sich eigentlich nicht zufrieden geben.
Meine Meinung:
Das Buch hat schon was echt humoriges in der Art und Weise wie es geschrieben ist, aber auch sehr viel wahres in Petto. Denn gerade wenn die Wechseljahre beginnen, haben viele Frauen wirklich das Gefühl unsichtbar zu sein, natürlich nicht wie hier im Buch mit tatsächlich nicht mehr sichtbaren Körperteilen, aber eben von der Gesellschaft oder ihrem Partner. Deshalb gefiel mir dieses Buch auch ungeheuer gut, denn es appelliert zunächst erstmal daran, dass man sich selbst sehen muss. Findet man sich selbst nicht gut, wie könnten es dann andere tun? Mit viel Humor geschrieben, fand ich das Buch richtig gut.
Fazit:
Tolles Buch
Rezensionen von Tara:
Das bewegende Leben einer mutigen, jungen Mutter
Die Löwenmutter von Hera Lind
„Die Löwenmutter“ ist ein bewegender Tatsachenroman der Autorin Hera Lind.
Die 21-jährige Claudia lernt in der Arztpraxis ihres Vater den sieben Jahre älteren Musiker Florian kennen. Kurze Zeit später heiraten die beiden und wünschen sich ein Kind. Mit Fünflingen hatten sie sicherlich nicht gerechnet.
Diese kommen viel zu früh zur Welt und zwei sterben wenige Monate später. Durch die Kinder trägt Claudia eine große Verantwortung und ihr Leben ist geprägt von Sorgen und Verlust. Während sie sich aufopferungsvoll um ihre Familie kümmert, eine weitere Tochter bekommt und ein türkisches Pflegekind aufnimmt, driftet Florian immer weiter ab. Er erkrankt psychisch, wird aggressiv und hat Affären.
Treffender hätte der Titel hier nicht gewählt werden können. Claudia ist unglaublich stark, mutig und muss unglaublich viel aushalten. Ich habe mich während des Lesens immer wieder gefragt, wo sie die Energie und die Liebe für ihre Kinder her nimmt. Für diese kämpft sie, bleibt zunächst bei ihrem Mann, der sie mit einer Kollegin betrügt und hält seine Verletzungen aus. Dabei wird wieder einmal sehr deutlich wie schwer es junge Frauen haben, die finanziell abhängig sind.
Der Schreibstil von Hera Lind liest sich wie gewohnt leicht und eingängig. Dafür war ich aufgrund der schwierigen Thematik durchaus dankbar.
Die Handlung erstreckt sich von 1985 bis 2016 und schließt mit einem Nachwort der Protagonistin. Dieses fand ich einfach schön und irgendwie auch befreiend. Ebenso gut gefiel mir das Nachwort der Autorin selbst, mit dem sie ihren Roman gelungen abrundet.
Das Buch ist keines, das man nebenbei liest, sondern eines, das unter die Haut geht. Es berührt, bewegt, lässt einen während des Lesens mit der Protagonistin leiden und hoffen.
Ich kann es Lesern, die Tatsachenromane mögen, nur empfehlen.
Rezensionen von Claudia R.:
gelungenes Finale
Smaragour - Das ewige Feuer von Anja Habschick
Klappentext / Inhalt:
Kampf um die Drachenwelt - der finale Band der fantastisches Abenteuergeschichten für Jungs und Mädchen ab 10 Jahre
Jamie hat es geschafft: Endlich sind die Drachen von den Calmern befreit! Doch dann machen er und seine Freunde eine schreckliche Entdeckung: Rönrök hat den Sturz in die Todesklamm überlebt! Er plant, einen riesigen Techno-Drachen zu bauen, um ihm mit dem Ei der legendären Svart Sál ein dunkles Leben einzuhauchen und so Smaragour endgültig zu unterwerfen.
Jamie und sein Drache Big Blue müssen sich auf eine gefährliche Reise in die magische Welt begeben. Hier ruht ein lang vergessenes Geheimnis - und vielleicht die letzte Rettung für die Drachenwelt .
dritter und letzter Band des spannungs- und actiongeladenen Drachenreiterabenteuers
Eine aufregende Geschichte über Mut, Freundschaft und den Kampf für die Freiheit.
Für noch mehr Lesemotivation: Mit Quiz auf Antolin
Cover:
Das Cover wirkt gefährlich, spannend und abenteuerlich. Die roten Augen des Drachen wirken angsteinflößend und auch von der Dramatik und Farbgebung ist das Cover eher düster angelegt. Optisch und farblich passt es gut und auch der Wiedererkennungseffekt zur Reihe und zu den Covern der anderen Bände ist hier vorhanden.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den dritten und letzten Band der Reihe. Da die Ereignisse aufeinander aufbauen, sollte man die vorherigen Bände kennen und Vorkenntnisse hier mitbringen, da ansonsten ein Lesen erschwert wird.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. man findet sich sehr schnell und gut in Geschehnisse und Charaktere hinein. Schnell wird Spannung aufgebaut und bereits im Prolog ahnt man bereits unschönes. Auch die folgende Ereignisse mancher Charaktere und so manche Entscheidungen scheinen nicht ganz freiwillig und so wird hier weiter Spannung geschürt und man möchte stets wissen, wie es weitergeht. Die Charaktere sind sehr vielschichtig, aber besonders klasse fand ich den Zusammenhalt, Mut und die Stärke der Freunde.
Die einzelnen Abschnitte haben eine angenehme und gute Länge und ermöglichen so einen tollen Lesefluss. Die Anfänge sind gut erkennbar und auch die Überschriften sind passend gewählt, ohne dabei zu viel zu verraten. Gliederung und Gestaltung fand ich sehr schön und passend gewählt.
Die Geschichte ist ereignisreich, spannend und unterhaltsam angelegt. Man wird regelrecht an die Ereignisse gefesselt und mitgerissen. Ein spannendes und sehr gelungenes Finale.
Fazit:
Ereignisreicher, spannender und gelungener finaler Band.
Rezensionen von RosisLieblingsbücher:
Jean Willi: Die Nacht … Ein romantischer Beziehungsroman wird zum grandios erzählten Krimi.
Die Nacht erzählt uns ein Märchen von Jean Willi
Schon der Titel des im Knapp Verlag neu erschienen Romans „Die Nacht erzählt uns ein Märchen" nahm mich gefangen. Das Cover mit der goldgelben Mauer, dem Tor und dem nächtlichen Garten dahinter, gefiel mir gut. Der fadengeheftete Band mit den leicht getönten 185 Seiten ließ sich leicht aufschlagen und umblättern.
Das Epigraph stimmte mich nachdenklich und neugierig zugleich und die angenehm große Schrift ließ mich sofort mit der Lektüre beginnen.
Jean Willi, in Basel geboren und auf Ibiza lebend, wählte diese beiden Orte als Bühne seines in 3 Teile gegliederten neuen Romans. Als Autor, Maler und ausgezeichneter Beobachter, ist seine abstrakte Malerei wie auch sein literarisches Werk voll Farben, Formen, Strukturen in all ihren feinen Nuancen, voll der Blicke auf Vertrautes und Fremdes, Schönes und Hässliches. Banales wird oft überraschend wichtig und kostbar. Ich schätze die Phantasie, die realistische Darstellung, die emotionale Handlung, sowie die treffsicheren und oft auch witzigen Dialoge in all seinen Werken.
Teil 1: „Rick starrte seine Zehen an und verstand nicht, was er sah.“
Während er sich bemüht heraus zu finden, wie er seine seit einigen Jahren getrennte Beziehung retten könnte, betrachtet er die ihn irritierende Form seiner Zehen. Seit einer Woche bereitet er sich auf Ibiza im Landhaus eines Freundes auf die Ankunft seiner Frau Karin vor. Etwas ungelegen, meldet Tochter Tina ihr Kommen an, die sich ebenfalls wünscht, dass ihre Eltern wieder zusammen kämen. Ricks Hoffnung auf zauberhafte Ferien an diesem „magischen Ort der schönsten Zeit ihres gemeinsamen Lebens“ schwinden dahin, als auch noch Tinas neuer Freund Marc auftaucht.
Dann aber genießen vorerst alle das Inselleben, Karin und Rick führen intensive Gespräche und erinnern sich bei ihren Spaziergängen an frühere Zeiten. Auf einer der Wanderungen beobachten sie einen Mann, der sich verdächtig bei einem Haus umher treibt und sie später im Auto überholt, sodass Karin sein Gesicht in Erinnerung behält.
Im kurzen Teil 2 folge ich atemlos und etwas verwirrt den schnellen dramatischen Ereignissen. Schorsch, Hundefänger auf Ibiza, hat nicht zum ersten Mal ein junges Mädchen ermordet. Diesmal ist es eine Autostopperin. Als die Polizei die Leiche findet und nach dem Mörder sucht, befürchtet Schorsch, dass das vor kurzem begegnete Ehepaar ihn verdächtigen könnte. Er nimmt sich vor, sie unter die Lupe zu nehmen, trifft im Ferienhaus aber nur Tina und Marc an und gibt sich auf „seiner Insel der Toten" wieder der Ekstase von Eros und Thanatos hin. „Was immer er unternahm, es würde richtig sein und den Plan, den ein wahrscheinlich nicht existierender Schöpfergott sich ausgedacht hatte, zur Vollendung führen.“
Teil 3 schildert in eher melancholischer Stimmung das Leben des nach Basel zurückgekehrten Paares. 10 Jahre sind vergangen, Rick und Karin versuchen mit dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter Tina fertig zu werden.
Dass Leben ein Ende hat, macht es erst kostbar. Nicht nur Glück, auch Unglück kann Menschen eng verbinden. Das Haus auf Ibiza hat Freund Alex verkauft. Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt.
Rick widmet sich hingebungsvoll seiner Buchhandlung, als Farbe für die Schaufensterdeko hat er ein leuchtendes Gelb gewählt, weil es ihn an Tinas damals getragenen Schal erinnert. Ein Freundeskreis bringt Abwechslung ins Leben des Paares, auch den Versuch einer Psychotherapie. Rick begleitet seinen Freund Pierre gern auf dessen Hunde-Spaziergängen und als dieser ankündigt umzuziehen, beschließt Karin, ihrem Mann einen Hund zu schenken. Sie erinnert sich an den Hundefänger auf Ibiza und begibt sich auf Spurensuche …
Der Spannung wegen schließe ich hier und möchte nur noch den Schlusssatz des Romans zitieren: „Sie ging um den Glastisch herum, legte sich neben Rick auf die Couch und begann zu erzählen.“
Rosi Grieder-Bednarik, im März 2026
Rezensionen von Igela:
Unglücklicher Aufbau
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer älteren Schwester kehrt Marsibil Karvelsdottir in das Dorf, in dem sie aufwuchs, zurück. Die junge Frau lebt heute in Reykjavik und hat immer wieder wirre Träume, die mit dem Verschwinden von Stina zusammenhängen könnten.
Stina verschwand damals genau an dem Ort, an dem eigentlich Marsi hätte sein sollen.
Die damals 15-jährige Marsi hatte an der Brücke mit einem heimlichen Brieffreund abgemacht, das Treffen jedoch aus Nervosität platzen lassen. Und genau dort bei der Brücke wurde Stunden später Stinas blutverschmierte Jacke gefunden.
Nun in der Gegenwart bekommt Marsi einen Brief und macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Sie will nach all den Jahren endlich wissen, was mit Stina geschah.
Das ist das fünfte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und das bisher weitaus schlechteste. Was gleich bleibt, ist die düstere Atmosphäre in diesem Island Krimi. Man spürt die Kälte, die karge Landschaft und vor allem die mystische Stimmung regelrecht.
Was neu ist, ist die absolut spannungslose Handlung, die vielen, endlosen Wiederholungen und die Ahnung, worauf es hinauslaufen könnte. Das kenne ich von der Autorin anders. Irgendwie zerredet die Autorin das bisschen Spannung, die zu Beginn mitläuft. So habe ich mich gefragt, ob Stina noch am Leben ist oder tatsächlich ermordet wurde. Um das herauszufinden, dreht Marsi fast jeden Stein um und das wortwörtlich.
Viele Figuren mischen mit, immer neue Bekannte tauchen auf und das in grosser Zahl. Da die Geschichte zudem auf zwei Zeitebenen und in zwei Ich Perspektiven geführt wird, wird sie sehr komplex. Eine Komplexität, die zu Lasten der Spannung geht. Denn ständig musste ich überlegen, wer denn nun schon wieder wer ist und wo die Erzählung anknüpft. Da die beiden Ich Perspektiven aus der Sicht einer Jugendlichen (Stina) und einer jungen Erwachsenen (Marsi) sind, wird es oft pubertär. Liebeleien, Flirts, Alkohol und Partys spielen eine Rolle in diesen Perspektiven.
Dabei ist der Schreibstil nicht per se schlecht und ich weiss, dass die Autorin schreiben kann. Unglücklich empfand ich den Aufbau und die Realisierung des Plots.











