Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
Roadtrip durch Argentinien
Ámbar von Nicolás Ferraro
Klappentext / Inhalt:
Ein preisgekrönter Roman aus Argentinien!
Ein rasanter Coming of Age-Thriller: Ámbar folgt ihrem Vater auf seinem Rachefeldzug durch Argentinien.
Die 15-jährige Ámbar lebt zwischen einsamen Landstraßen und heruntergekommenen Motels. An der Seite ihres Vaters Víctor Mondragón, einem gefährlichen Gangster, ist sie Gewalt und kriminalität gewöhnt.
Statt am Wochenende zu Rockkonzerten zu gehen und Freunde zu treffen, verarztet sie Víctors Schussverletzungen oder denkt sich neue Tarnidentitäten aus. Was ihr zum Leben genügt, sind ein abgesägtes Gewehr, gefälschte Pässe und das wenige Geld, das sie heimlich für ein Tattoo spart. Doch je tiefer sie in die Welt und die Vergangenheit ihres Vaters eintaucht, desto mehr Zweifel kommen ihr. Kann sie ihm wirklich vertrauen? Und wird sie lange genug überleben, um seinen Geheimnissen auf die Spur zu kommen?
Ein intensiver Thriller, der nicht vor Gewalt zurückschreckt. Doch letztendlich ist es Ambars vielschichtige Entwicklung, die wirklich unter die Haut geht. ELLE (The best mystery/thriller books of 2024)
Cover:
Man erkennt eine junge Frau, welche hier sehr stilisiert dargestellt ist. Die Umsetzung des Covers ist interessant und weckt das Interesse. Das Cover ist einfach gehalten und auch mit dieser Schlichtheit zieht es eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich.
Meinung:
Eine Coming-of-Age Erzählung und ein vielschichtiger Roadtrip mit Thrillerelementen entlang der Landstraßen Argentiniens. Ámbar hatte es in ihrem Leben bisher nicht leicht und auch ihre Entwicklungen zeigen dies. An der Seite ihres Vaters, einem gefährlichen Gangster, ist sie Gewalt und Brutalität gewöhnt. Doch scheinen da noch mehr Geheimnisse zu lauern.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen zurück.
Der Schreibstil ist stark und vielschichtig und auch kleine Details und bildliche Beschreibungen werden geschickt mit eingeführt. Besonders beeindruckend ist Ámbars Entwicklungen die sich langsam anbahnt und dann mit einem großen Knall zu schlägt. Ámbar ist besonders und auch sehr facettenreich. Man kommt in Gedanken und Emotionen hinein, aber gleichzeitig bleibt einiges verborgen und geheimnisvoll, so auch bei ihrem Vater. Die Charaktere sind interessant und wendungsreich angelegt, was es spannend macht.
Für einen Thriller hatte ich mir jedoch mehr Nervenkitzel und Spannung erwartet. Da hat mir, besonders in der ersten Hälfte des Buches einiges gefehlt. Es lief doch etwas schleppend und langatmig an und am Ende ging es fast schon etwas zu schnell. Das war für mich nicht ganz ausgeglichen, aber dies ist ja Ansichtssache.
Die einzelnen Abschnitte haben eine gute Länge und ermöglichen einen recht angenehmen Lesefluss. Durch die Ich-Perspektive findet man sich besonders in Ámbar sehr gut und schnell hinein und auch ihre Gedanken und Gefühle sind so sehr gut nachvollziehbar. Die Beschreibungen sind gut gelungen und besonders zum Ende hin nimmt es sehr an Spannung und Emotionen zu, sowohl die Wendungen und Entwicklungen werden krasser.
Gestaltung und Gliederung hat mir gut gefallen.
Ámbar versteht was wichtig ist und zieht ihre Konsequenzen. Es braucht zu Beginn etwas an Zeit , um in die Geschichte hineinzufinden und zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden. Auch der Thriller-Aspekt lässt sich besonders am Ende erst blicken.
Fazit:
Eine Coming-of-Age Erzählung und ein vielschichtiger Roadtrip mit Thrillerelementen entlang der Landstraßen Argentiniens.
Rezensionen von Julchentim:
Starke Götter, starke Frauen – ein nordisch-magisches Abenteuer mit kleinen Schwächen
Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood von Danielle L. Jensen
Ich liebe Mythologie in Fantasybüchern! Und was soll ich sagen? A Fate Inked in Blood hat mir genau das gegeben, was ich an diesem Subgenre so mag – mit einem neuen Twist. Zwischen Götterkräften, Prophezeiungen und politischem Machtspiel hat Danielle L. Jensen eine Welt geschaffen, die sich gleichzeitig hart, magisch und sehr menschlich anfühlt.
Besonders gut gefallen hat mir die Direktheit der Charaktere und wie ihre raue, oft pragmatische Art einen passenden Kontrast zum größeren, übernatürlichen Rahmen bildet. Die Magie hat ihren festen Platz in der Handlung, fühlt sich nie wie ein Beiwerk an und verleiht den Figuren Tiefe. Die Dynamik zwischen Freya und Bjorn hat genau meinen Nerv getroffen: knisternde Spannung, unterschwellige Zuneigung, starke Loyalität.
Jensens Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch und sehr bildhaft – es war durchweg angenehm zu lesen, ohne je in Leerlauf zu geraten. Trotzdem gab es da diesen kleinen Haken: Ich war nie so komplett im Bann der Geschichte, dass ich alles andere hätte liegen lassen wollen. Kein „Nur noch ein Kapitel“-Wahnsinn mitten in der Nacht, kein völliges Abtauchen, bei dem man die Welt um sich herum vergisst. Und ich kann nicht mal genau sagen, woran das liegt – es fehlte einfach das letzte bisschen Magie, um mich komplett mitzureißen.
Trotzdem: Ich hatte richtig viel Spaß mit dem Buch und freue mich schon jetzt auf den nächsten Band. Wer gerne mythologische Fantasy liest, bekommt hier eine spannende, gefühlvolle und unterhaltsame Geschichte mit starker Heldin, undurchschaubarem Helden und einer ordentlichen Portion nordischer Mystik. Nur eben mit einem klitzekleinen Funken Luft nach oben.
Rezensionen von Lotta:
Magische Rückkehr nach Flohall!
Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall von Theresa Bell
Endlich geht es zurück nach Flohall! Der erste Band sollte definitiv vorher gelesen werden, sonst fehlt etwas!
Inzwischen lebt Sepia schon über ein Jahr in Flohall und trifft immer wieder ihre Freunde Sanzio und Niki. Sanzio und Sepia müssen sich auf ihre erste Prüfung vorbereiten. Doch natürlich besuchen die drei heimlich ein Thearterstück.
Dann spielt Sepias Tintenmagie verrückt und schon stecken die drei im nächsten Abenteuer.
Der Schreibstil von Theresa Bell ist schon magisch ohne die Magie im Buch überhaupt betrachtet zu haben. Sie zieht den Leser komplett in ihren Bann und ich musste mich zurückhalten das Buch nicht zu verschlingen, sondern zu genießen. Bis zum nächsten Band dauert es schließlich wieder seine Zeit. Dann gibt es wieder allerlei lecker klingelndes Essen. Manchmal hätte ich gerne durch die Seiten gegriffen, um einfach mal zu probieren. Schade, dass das nicht möglich war!
Das Abenteuer ist für die drei Freunde natürlich nicht ganz ungefährlich und stellt auch ihre Freundschaft wieder einmal auf die Probe. Leider sind die Meister nicht wirklich ansprechbar, um auf die Probleme in Flohall rechtzeitig aufmerksam zu machen. So sind die Drei gezwungen auf eigene Faust herauszufinden, was sich hinter den ominösen Vorkomnissen versteckt.
Insgesamt eine absolut magische Rückkehr nach Flohall. Es hat mich sehr gefreut wieder zurückkehren zu können und Sepia, Sanzio und Niki zu begleiten. So bewerte ich mit 5 von 5 Sternen und freue mich auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Lotta:
Spannender Ausflug zurück in der Welt von Elias & Laia
Heir von Sabaa Tahir
Für dieses Buch ist es definitiv hilfreich die Geschichte rund um Elias & Laia zu kennen. Ich selber hatte vorher die ersten drei Bände gelesen und der letzte davon war bereits 6 Jahre her. Erinnerung also kaum noch vorhanden, es kam jedoch in Stückchen wieder etwas zurück und im Vergleich zu den offenen Fragen, die andere Leserundenteilnehmer*Innnen so hatten, definitiv hilfreich!
Als Leser begibt man sich zurück in die Welt von Elias & Laia.
Es sind jedoch einige Jahre vergangen und die Welt dreht sich jetzt nicht nur um das Imperium, sondern auch um andere Länder auf dem Kontinent. Quil ist ausgemachter Erbe für den Imperatorposten und hat große Sorge, dass er mit der entsprechenden Macht ausgestattet wie sein Vater wird. Aiz hat in einem anderen Land in ihrer Kindheit miterlebt, wie ihre Freunde im Waisenhaus nachts bei lebendigem Leib verbrannt sind und erkannt, wer den Brand gelegt hat. Rache bestimmt ihre Gedanken. Sirsha wurde von ihrem Stamm verbannt und ist nun als Fährtenleserin bekannt.
Diese drei Personen sind die Hauptpersonen dieses Auftaktbuches und aus ihren Perspektiven wird meistens erzählt. Dabei kommt es immer wieder zu Cliffhangern, die die Spannung durchaus erhöhen. Gleichzeitig gibt es Verbindungen zu Personen aus Elias & Laia, sowie einige Gepflogenheiten, die wieder vorkommen. Eine Identifizierung mit den Hauptpersonen fiel mir bis auf mit Aiz leicht. Aiz legt eine fanatische Sichtweise auf die Welt an den Tag, sodass ich mich in ihrer Perspektive meist etwas schwergetan habe.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und hat es mehrfach geschaft mich als Leser in den Bann zu ziehen, sodass ich meine Umgebung vollständig ausgeblendet habe. Dabei sind die Beschreibungen der Welt hervor zu heben: Meistens fühlt es sich wirklich so an, als wäre man Teil der aktuellen Perspektive und würde bis ins kleinste Detail alles miterleben. Gerade was die magischen Momente angeht, eine tolle Erfahrung!
Leider hat sich im Laufe des Buches eine Ahnung, die ich recht früh bereits im Buch hatte, bestätigt. Der Überraschungseffekt hat sich so für mich nicht eingestellt.
Insgesamt ein spannender Ausflug zurück in die Welt von Elias & Laia, der mich fast vollends überzeugen konnte. So bewerte ich mit 4,5 von 5 Sternen und freue mich auf die Fortsetzung!
Rezensionen von Claudia R.:
packend
Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller von Catherine Shepherd
Klappentext / Inhalt:
Gegenwart: Eine junge Historikerin wird tot im Keller des Stadtarchivs entdeckt. Zunächst sieht alles nach einem tragischen Unfall aus, aber Kriminalkommissar Oliver Bergmann hat Zweifel. Noch bevor die Obduktion seinen Verdacht bestätigt, stirbt ein weiteres Opfer auf mysteriöse Weise durch einen Stromschlag.
In dessen Wohnung stößt Oliver auf ein rätselhaftes Buch mit einer unheilvollen Nachricht des Täters. Die Warnung ist klar: Jeder, der es aufschlägt, muss sterben. Oliver glaubt nicht an düstere Prophezeiungen, doch während seiner Ermittlungen gerät er immer tiefer in einen Strudel aus tödlichen Geheimnissen...
Zons 1506: Mitten im Wald entdeckt Stadtsoldat Bastian Mühlenberg den leblosen Körper einer Frau. Sofort nimmt er eine Gruppe Wilderer fest. Doch bevor die Tote beerdigt werden kann, ist sie plötzlich spurlos verschwunden. Niemand hat etwas gesehen oder gehört. Während Bastian fieberhaft nach Antworten sucht, geschieht ein weiterer Mord. Und nicht nur das: Die erste Leiche taucht wieder auf, aber auf verstörende Weise verändert. Angst und Schrecken greifen um sich. Wer stört die Totenruhe? Bastian ahnt nicht, dass er einem Geheimnis auf der Spur ist, das tödlicher nicht sein könnte.
Cover:
Ein Paar rote elegante Frauenschuhe zieren das Cover, im Hintergrund sieht man den zahn der zeit der daran genagt hat und auch die Darstellung und Umsetzung ist auch hier wieder sehr gut gelungen. Ein Wiedererkennungseffekt der Reihe ist auch hier erkennbar.
Meinung:
Spannend und packend zugleich ist auch dieser neue Thriller aus der Zons Reihe. Es handelt sich hierbei um den 15. Band der Reihe. Man würde zwar auch so hineinkommen, aber um alle Verwicklungen, Entwicklungen und zusammenhänge greifen zu können, sind Vorkenntnisse schon sehr von Vorteil und empfehlenswert.
In der Gegenwart ermittelt wieder Kommissar Oliver Bergmann im Fall einer toten Historikerin und stößt auf ein geheimnisvolles Buch. In der Vergangenheit entdeckt Stadtsoldat Bastian Mühlenberg im Jahr 1506 eine tote Frau im Wald, doch bevor diese bestattet werden kann, verschwindet ihre Leiche. beide Handlungsstränge sind spannend und fesselnd aufgebaut und erst nach und nach erkennt man die Verzweigungen und kommt den Dingen mehr und mehr auf die Spur.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und bildlich und zugleich sehr flüssig und gut lesbar. In die einzelnen Charaktere und Ereignisse findet man sich schnell hinein. Es ist wendungsreich und vielschichtig aufgebaut. Die verschiedenen Zeitstränge machen es spannend und fesselnd zugleich. Zudem wird so Tempo hineingebracht und der Spannungsbogen hoch gehalten.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Gestaltung und Gliederung haben mir gut gefallen. Emotionen und Spannung wird gut herübergebracht. Mit den Ereignissen bangt, hofft und ermittelt man mit. Man wird von den Geschehnissen und Morgen bewegt und berührt und auch die entsprechende Stimmung geht an einem nicht nahtlos vorüber. Klasse ist auch die Karte von Zons am Anfang und die Informationen zu Zons am Ende des Buches. Dies ist sehr spannend und informativ, sowie hilfreich zugleich.
Spannend und geheimnisvoll ist es aufgebaut und erst am Ende fügen sich die Dinge zusammen. Mit den Entwicklungen hätte man nicht gerechnet und dennoch wird es stimmig und verständlich aufgeklärt und erklärt.
Fazit:
Spannender und packender Thriller, der durch seine Zeitebenen begeistert und sich erst nach und nach erklärt.
Rezensionen von MarcoL:
Ein gekonnter, wunderbar erzählter Streifzug durch die finnische Geschichte, gepaart mit Magischem Realismus, kritisch, liebevoll, mit der richtigen Dosis Sarkasmus und Humor.
Forschungen einer Katze von Katja Kettu
Es gibt ein Amt für himmlisches Forschen, das laufend die aufgefangenen Seelen zurück zur Erde schickt, in den verschiedensten Arten der Wiedergeburt. Vom Einzeller bis zum höchstentwickelten Leben ist da alles drinnen. Diese Seelen werden meistens als Beistand den Menschen zu geteilt, aber nicht immer.
Denn der Hauptgrund ist, zu beobachten und zu berichten.
So kehrt eine vielmals wiedergeborene Seele mit großem Erfahrungsschatz zurück, diesmal als Katze. Sie soll einer Schriftstellerin Beistand leisten, ein wenig auf sie aufpassen, und dann ihren Bericht schreiben. Denn die Frau musste schlimme Demütigungen erleiden, und zudem auch noch eine Fehlgeburt. Sie versinkt in ein Loch, kann daraufhin weder sprechen noch schreiben.
Doch beim Transfer aus den himmlischen Gefilden läuft etwas nicht ganz rund, und die Katze landet ein Jahrhundert zu früh im unwirtlichen Norden von Finnland in den Armen des Verdingmädchens Eeva. Auch sie hat ein schweres Los zu ertragen, ganz auf sich alleine gestellt in der rauen Welt, ohne Familie als Rückendeckung. Sie verguckt sich auf dem Markt in Mahte – einem einfühlsamen, ruhigen jungen Mann, der flussaufwärts an der Grenze zu Russland auf einer Insel wohnt. Auch er hat für die Zukunft nichts zu erwarten, außer ein kleines Stück Land auf der Insel mit sonst nichts. Dennoch, Eeva heiratete ihn, gegen die massiven Widerstände seiner Familie. Sound like a match in heaven. Aber die bösen Menschen, sie streiten und bekriegen sich fortlaufend. Die Russen sind da, die Deutschen, Faschisten und all die Mitläufer. Der zuerst hoffnungsvoll erscheinende Stalin entpuppt sich sehr schnell zum Monster das er war. Erster, zweiter Weltkrieg, die Nazis, dazwischen die Aufstände, Revolutionen und Bürgerkriege. All das übersteht das Paar mit großen Entbehrungen, aber die Liebe zueinander ist der beste Kitt, den man sich denken kann.
Und wer jetzt fragt, was haben die Katze und die Schriftstellerin damit zu tun. Nun, die Katze ist die Erzählerin der Geschichte.
Und manchmal, da klappt auch die ursprüngliche Bestimmung, und sie ist dann tatsächlich bei der Frau, die Sprechen und Schreiben verlernt hat. Sie hilft, und … ja, irgendwann werden dann die Verbindungen enthüllt, und es erfolgt ein hin- und herschwappen in der Geschichte. Und das sehr gekonnt.
Die Autorin erzählt uns in wunderbaren Bildern, grandios von Tanja Küddelsmann übersetzt, die geschichtliche Entwicklung Finnlands der ersten fünfzig bis sechzig Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Katze, wie erwähnt, erzählt. Aber nicht nur. Auch Eeva und die Schriftstellerin kommen kapitelweise zu Wort und berichten von sich.
Sprachlich eine Wucht und sehr unterhaltsam, mit einer guten Prise Sarkasmus und Humor, werden hier historischer Roman und magischer Realismus zusammengeführt. Die sehr laute Kritik an den großen Dummheiten der Menschen ist dabei äußerst angebracht.
S.10: „Seht doch nur, was gerade mit der Erde los ist. Sie leidet und geht vor die Hunde, und das nur wegen dieser einen vermehrungswütigen, dummen, aufbrausenden Spezies. Der Mensch ist ein lächerliches Etwas, ein unnatürlicher Parasit, Gottes vollkommen entbehrliche Ruhetagserfindung, die aus irgendeinem Grund aus den Radiowellen des Universums nichts als Kummer und Disharmonie verursacht.“
S. 140: „Müssen sich denn alle anderen Lebewesen vor ihm verkriechen und sich unterwerfen?“
Zehn von fünf möglichen Sternen und somit eine große Leseempfehlung für diesen ausnehmend guten, unterhaltsamen wie lehrreich und kritischen Roman der finnischen Autorin.
Rezensionen von Harakiri:
super
Vermisst - Der Fall Emily von Christine Brand
Der zweite Fall für Malou Löwenherz
Malou hat nach dem letzten Fall ihren Dienst quittiert und ein privates Ermittlungsbüro eröffnet. Doch gleich an ihrem ersten Fall beißt sie sich die Zähne aus. Mit der Hilfe ihrer alten Kollegen jedoch gelingt es ihr, den Anfang des Wollknäuels zu finden und sich durch den Fall zu arbeiten.
Was sie dabei herausfindet übersteigt allerdings jegliche Vorstellungskraft.
Brands Krimis sind immer ein Garant für spannende Lesestunden. Auch „Der Fall Emily“ ist ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann. Und selten war ich so versucht, mich selbst zu spoilern und zum Ende zu blättern. Zum Glück habe ich es gelassen und war dann ob der Auflösung sehr überrascht, wenngleich ich irgendwann einen Verdacht hatte.
Die Geschichte dreht sich um das Verschwinden der 4-jährigen Emily vor 4 Jahren. Und schon damit beginnt die Spannung: denn wie sollte Malou hier einen Ansatzpunkt finden und das Mädchen aufspüren? Die Charaktere sind authentisch und vielschichtig. Vor allem der Vater von Emily ist sehr geheimnisvoll, was zusätzlich für Spannung sorgt.
Für den gewissen „Spice“ sorgt Alex – ein Kommissar, dessen aktueller Fall Berührungspunkte zu Malous zu haben scheint. Hier beeindruckt dann auch die Art, wie Brand die beiden Fäden verknüpft. Brands sorgfältige Recherche verleiht dem Buch zudem eine sehr realistische Note.
Fazit: Kurz gesagt: ich war begeistert von diesem fesselnden und tiefgründigen Buch und freue mich bereits auf den nächsten Band.
Rezensionen von PMelittaM:
Spannender erster Band einer Dilogie
Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie von Akram El-Bahay
Wer von uns Leser:innen möchte nicht einmal in einen Roman reisen? Eine kleine versteckte Buchhandlung in London macht es in diesem Roman möglich. Die Libronauten besitzen eine ganz besondere Stimme, die es ihnen ermöglicht, sich und andere in die Romanwelten zu lesen. Einer von ihnen ist Adam. Seine beiden letzten Buchreisen allerdings waren nicht ungefährlich, denn die Gäste hielten sich nicht an die Regeln und wichen vom Pfad ab.
Merkwürdigerweise fanden sie dabei eine Tür, die mitten in der Landschaft stand. Nicht nur die Frage nach der Tür beschäftigt Adam danach, er muss auch erkennen, dass in seinem Leben nicht alles so ist, wie er bisher dachte.
Vor einiger Zeit bin ich schon mit anderen Protagonist:innen in Bücher gereist, doch das Déjà vu, das sich deswegen einstellte, hat sich schnell wieder verflüchtigt, denn die Geschichte, die ich hier lesen konnte, nimmt einen ganz anderen Weg.
Wie von Akram El-Bahay gewohnt, ist dieser Weg sehr phantasievoll und die Geschichte sehr bildhaft erzählt, sie hat mich schnell gepackt. Der Autor hat eine interessante und sehr spannende Geschichte entwickelt, mein Kopfkino hatte viel zu tun. Wie immer ist auch wieder einiges an Mythologie verwoben.
Im Laufe der Geschichte betritt man mehrere Bücher und lernt eine Reihe Charaktere kennen, die nicht alle menschlich sind. Die Hauptcharaktere sind alle gut gezeichnet, vor allem Adam kam mir schnell nahe. Es gibt auch um ihn ein Geheimnis, über dessen Auflösung ich schon ein bisschen gerätselt habe, ich bin gespannt, was dahinter steckt. Die Antagonisten, bisher sind es nur Männer, geben auch Rätsel auf, denn man fragt sich schnell, warum sie so handeln, wie sie handeln, auch hier habe ich mir schon Gedanken gemacht.
Am Ende ist die Geschichte noch nicht auserzählt, denn es handelt sich um den ersten Band einer Dilogie. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Der Autor erzählt wie von ihm gewohnt phantasievoll, bildhaft und spannend eine originelle Geschichte. Genrefans sollten zugreifen.
Rezensionen von lorireads:
Blieb unter meinen Erwartungen
Note to myself: Liebe ist keine Option von Kira Mohn
Obwohl ich die Bücher von Kira Mohn bisher immer sehr gerne gelesen habe, ist bei "Note to myself" der Funke bei mir leider nicht ganz übergesprungen. Schon den Einstieg in das Buch fand ich etwas zu schnell und abrupt. Schlag auf Schlag folgten neue Erkenntnisse und Entscheidungen und oft hatte ich das Gefühl, dass 1-2 Seiten zwischendurch fehlten, in denen das jeweilige Thema kurz verarbeitet wurde.
Nachdem die Grundsteine der Handlung gelegt waren, lies das Tempo zwar etwas nach, aber einen richtigen Zugang zu den Charakteren konnte ich auch dann noch nicht entwickeln. Alice aber besonders Lennon blieben für mich ziemlich farblos und schwer greifbar. Die Kennenlerngeschichte der beiden war zwar nett zu lesen, hat mich aber nie richtig gefesselt. Etwas spannender fand ich die Schwärmerei von Alice Freundin und Kollegin Zara für einen Kunden, die dann aber zunehmend überzogener wurde. Die Charaktere wurden auf wenige überbetonte Eigenschaften reduziert, während sie ansonsten recht blass blieben. Bei Lennon war es vor allem seine Unerschütterlichkeit und Gedult, die ihn aber auch irgendwie langweilig rüberkommen lies. Bei Alice eigentlich nur ihre Begeisterung für 10-Punkte-Listen, die zum Teil ziemlich zusammenhanglos zwischen den Kapiteln standen. Das Thema mit dem Wettbewerb und das kranke Nachbarsmädchen von Lennon gerieten zunehmend in den Hintergrund, sodass die Handlung immer verschwommener wurde. Seltsam fand ich auch die Figur von Mindy, die ja eigentlich eine gute Freundin von Alice war, die sie sich sogar als Trauzeugin hätte vorstellen können... Aber nach der Szene mit Bennett war sie völlig von der Bildfläche verschwunden und hat Alice nicht mal eine entschuldigende Nachricht geschickt. Insbesondere gegen Ende des Buches konnte ich Alice' Entscheidungen oft auch nicht wirklich nachvollziehen. Das Tempo wurde wieder sehr rasant und die Ereignisse haben sich geradezu überschlagen, was es mir schwer gemacht hat, richtig mitzufiebern. Auch das Setting New York hat nicht so richtig zu den vielen zufälligen Begenungen und dem Kleinstadtflair gepasst - wo doch in einer Großstadt wie New York eigentlich alles hektischer und anonymer abläuft.
Alles in allem lies sich das Buch zwar ganz nett lesen, kam für mich aber nicht an die Erwartungen und das Niveau, das ich von der Autorin kenne, heran.
Rezensionen von lorireads:
Bildgwaltiges und emotionales Romantasy-Highlight!
The Wind Weaver von Julie Johnson
Bei "The Wind Weaver" hat schon der erste Eindruck - mit diesem unglaublich schönen und bunten Cover inklusive Farbschnitt - bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und als ich das Buch in den Händen gehalten habe habe ich noch weitere künstlerische Highlights entdeckt, die es umso schöner machen.
Zumindest bei mir kommt es häufiger vor, dass ich bei Büchern, die ich besonders schön finde, am Ende etwas enttäuscht bin, zum Teil wohl durch die höheren Erwartungen, die ich dann an das Buch habe. Hier ist das definitiv nicht der Fall, denn das Buch hat mich auch inhaltlich komplett überzeugt, sodass ich die Folgebände kaum abwarten kann.
The Wind Weaver handelt von Rhya, einer Fae, die in einer Welt aufgewachsen ist, in der ihre Art von den Menschen gehasst und verfolgt wird, und die von ihrem menschlichen Ziehvater zwar liebevoll aufgezogen, aber immer von der Außenwelt abgeschirmt wurde. Als sie entdeckt von einer Söldnertruppe über Tage gejagt wird, wird sie letztendlich von ihrem vermeintlichen Henker in die gefüchteten Nordlande entführt. Dort stellt sie fest, dass diese nicht das sind, wovor sie immer gewarnt wurde und lernt mehr über die Kräfte, die in ihr stecken und die sie immer zu unterdrücken versucht hat.
Wie schon angedeutet, hat mir die Geschichte von Rhya total gut gefallen. Das Worldbuilding war spannend und komplex und auch der Schreibstil war fesselnd und flüssig. Es hat mir gut gefallen, wie sich die Beziehung zwischen Scythe (eigentlich Penn) und Rhya langsam von Hass zu Freundschaft und schließlich sogar mehr entwickelt hat und wie sie sich einander mehr und mehr geöffnet haben. An manchen Stellen ging es mir dann auf einmal doch etwas zu schnell, insbesondere was Penns Gefühle für Rhya angeht, die mir teilweise doch etwas zu ungestüm und jugendlich vorkamen, wenn man bedenkt, dass er weit älter und lebenserfahrener als Rhya ist. Der Altersunterschied war auch so ein Punkt, mit dem ich mich etwas schwer getan habe, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich letzter Zeit nur wenig Romantasy gelesen habe. Was mir auch nicht so gefällt, ist die Entwicklung in dem Genre zu spicy Szenen, die es auch hier gab (zumindest eine kurze), die aber für mich eindeutig überflüssig war und auch etwas deplatziert wirkte.
Abseites dieser kleineren Kritikpunkte war das Buch für mich rundum gelungen. Die bildgewaltige Sprache und die gute Mischung aus Emotionen und Spannung haben mich das Buch nicht mehr aus den Händen legen lassen wollen. Besonders gut gefallen hat mir auch, wie Rhya von Penns Freunden aufgenommen wurde, die bald zu ihren eigenen Freunden wurden. Ich will definitiv mehr von dieser Reihe und hoffe, dass ich mich nicht allzulange auf Band 2 gedulden muss!











