Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Wenn das Leben andere Pläne hat
Carillon Point – Wo das Glück dich findet von Susan Mallery
Ein Anruf verändert alles: Allison erfährt, dass ihr Mann Peter verhaftet wurde; sie ist hochschwanger mit dem zweiten Kind. Die 16-Jährige Summer, Allisons Stieftochter, will ihr beistehen, benötigt dabei aber die Hilfe ihrer Mutter Erica. Ausgerechnet Peters zickige Ex-Frau, die ihm übel mitgespielt hat! Erica ist von Summers Engagement überrumpelt.
Sie tut alles für Summer, aber das geht zu weit. Da Allison Obdachlosigkeit droht, willigt Erica ein und quartiert sie bei sich ein. Aus anfänglichem Misstrauen beiderseits wird langsam eine Freundschaft, die beide Frauen dringend benötigen…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes, stimmungsvolles Cover.
Als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich gleich auf die ungewöhnliche Konstellation gespannt: Zwei Frauen, deren scheinbar einzige Gemeinsamkeit die Verbindung mit Peter ist.
Erica ist eine erfolgreiche Unternehmerin, betreibt mehrere Frisiersalons mit Day-Spa, richtet Förderprogramme aus. Sie ist seit vier Jahren von Peter geschieden – er hat sie Knall auf Fall verlassen. Das hat sie sehr verletzt. Peter ist Buchhalter mit eigener Firma und mittlerweile mit Allison verheiratet. Ein Kind haben sie schon, das zweite ist unterwegs. Allison kennt Erica nicht, hat aber nur schlechte Dinge über sie gehört und ist daher nicht gut auf sie zu sprechen. Sie fragt sich, wie Summer, die sie liebt, bei einer so kratzbürstigen Mutter aufwachsen konnte.
Eine schlimme Vorstellung, wenn man via Telefon erfahren muss, dass der Partner verhaftet wurde und ihm diverse schwere Straftaten vorgeworfen werden. Allison fällt aus allen Wolken, und zwar ins Bodenlose, denn sie hat keine Familie oder Freunde, die ihr beistehen könnten. Auch Erica fällt aus allen Wolken, denn ihrer Nachfolgerin Obdach zu gewähren, stand nie auf ihrer Liste.
Vorurteile, Verletzungen, Ängste, Freundschaft, Familie und Liebe sind einige der behandelten Stichworte. Das Buch war wie immer im Nu ausgelesen. Es war mir eine grosse Freude, so liebenswürdige Frauen kennenzulernen: Erica, Mutter Mara, Tochter Summer, Allison. Und Killion – ein toller Mann! Von Peter war ich leider so gar nicht begeistert – die Leser:innen werden das wohl gleich nachvollziehen können. Ich würde gerne mehr darüber schreiben, aber dann würde ich leider spoilern. Von mir gibt es 5 Sterne.
Rezensionen von nil_liest:
Eine Hommage an Magdeburg und wie es hätte kommen können
Schwebende Lasten von Annett Gröschner
Annett Gröschners Schwebende Lasten ist ein Roman, der auf weniger als 300 Seiten eine enorme Tiefe entfaltet. Im Mittelpunkt steht Hanna Krause, eine Frau, die das 20. Jahrhundert in all seinen Umwälzungen erlebt hat. Von der Floristin zur Kranführerin, vom Kaiserreich bis zur Nachwendezeit — Hannas Lebensweg ist geprägt von Brüchen, Verlusten und dem ständigen Versuch, in einer Welt voller Extreme anständig zu bleiben.
Gröschner gelingt es, historische Ereignisse und persönliche Schicksale auf eine Art zu verweben, die weder belehrend noch sentimental wirkt. Ihre Sprache ist klar und präzise, ohne dabei die Emotionalität der Figuren aus den Augen zu verlieren. Besonders beeindruckt hat mich, wie Gröschner die Perspektive einer ostdeutschen Arbeiterin authentisch einfängt und dadurch eine Geschichte erzählt, die oft im Schatten der großen Narrative bleibt.
Hannas Blick vom Kran auf die Fabrikhalle wird zu einem Sinnbild: eine Frau, die gezwungen ist, von oben auf die Welt zu schauen, distanziert und doch zutiefst verwoben mit den Schicksalen unter ihr. Diese Metapher verdeutlicht Hannas Lebenshaltung — pragmatisch, zäh, beobachtend, und dennoch voller Mitgefühl.
Die Stärke des Romans liegt für mich besonders in der stillen, unaufdringlichen Art, mit der Gröschner ihre Hauptfigur zeichnet. Hanna ist keine Heldin im klassischen Sinne, aber genau das macht sie so stark. Ihr Credo, "anständig bleiben", ist keine naive Floskel, sondern eine Haltung, die sie durch Diktaturen, Kriege und Enttäuschungen trägt.
Schwebende Lasten ist ein Buch für alle, die sich für die oft übersehenen Geschichten des 20. Jahrhunderts interessieren — für diejenigen, die mehr über das Leben derjenigen erfahren möchten, deren Stimmen im historischen Diskurs oft zu leise sind. Es ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt, lange nach der letzten Seite nachhallt und zeigt, dass auch das vermeintlich Unspektakuläre voller Kraft sein kann.
Rezensionen von C. P.:
Feinde unter den Lebenden und den Toten
Raiders von Nadine Erdmann
Der dritte Band der Trilogie fordert die Hunters und ihre Freunde erneut auf allen Ebenen. Die Raiders haben sich zu einem gefährlichen Gegner entwickelt und schrecken vor nichts mehr zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Da hilft nur noch ein gewaltiger Gegenschlag, doch der ist nicht ohne, denn die Raiders wissen gewisse Gegebenheiten für sich zu nutzen.
Hier stellt sich die Mantik als besonders hilfreich heraus, welche Riley deswegen stärker trainiert. Doch zunächst gehen sie den Träumen von Henry näher auf den Grund: In seinen Träumen trifft er sich mit einem Jungen namens Finn, der verzweifelt um Hilfe ruft. Doch wo steckt dieser Junge, und wieso können die Kinder sich in ihrer Traumebene begegnen? Und leider ist die Bedrohung durch den giftigen Regen noch längst nicht vorbei.
Ein thematisch sehr umfangreiches Finale, hier kommen nochmal so einige Themen zusammen. Sowohl das Schicksal um den Jungen Finn als auch die aggressive Vorgehensweise der Raiders hat mich emotional ziemlich mitrissen. Natürlich gibt es zwischen all der Action und Gefahr wieder Heartwarming-Szenen, auch wenn mir die Lockdown-Zeit etwas zu gemüselastig ausfiel. Dafür war die Entwicklung der Mantik bei Riley und den Kids faszinierend und die zwischenmenschliche Entwicklung in der Freund-Familie-Konstellation auf der Insel sowieso.
Wer die ersten beiden Bände gelesen hat (für das Verständnis wäre dies auch besser), wird um den dritten Band nicht herumkommen wollen. Ein würdiges Ende voller Spannung und Emotionen.
Rezensionen von Claudia R.:
vielschichtiger Jugendthriller
Schnick, schnack, tot von Mel Wallis de Vries
Klappentext / Inhalt:
Zehn Schüler
Zehn Aussagen
Unzählige Lügen
Ein Mörder
Klassenfahrt! Alle freuen sich auf das verlängerte Wochenende auf der Insel Vlieland. Doch dann wird Kiki erwürgt in den Dünen aufgefunden. Ihre Mitschüler sind im Schockzustand.
Die Polizei fängt an zu ermitteln und schnell wird klar, dass fast jeder ein Motiv gehabt hätte.
Dann macht die Neuigkeit die Runde, dass niemand die Insel verlassen kann, weil ein Sturm aufgezogen ist und jeglicher Schiffsverkehr eingestellt wurde. Allen ist klar, dass der Mörder mitten unter ihnen ist. Langsam aber sicher wird der Aufenthalt auf der Insel zu einem wahren Höllentrip ...
Cover:
Die Symbolik von Schnick, Schnack, Schnuck mit Stein, Schere, Papier wird hier symbolisch veranschaulicht. Ein Foto eines jungen Mädchens ist im Hintergrund angedeutet und leicht erkennbar. Optisch und farblich ist es interessant umgesetzt.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um eine Neuauflage mit Farbschnitt. Dieser setzt zusätzliche Akzente und passt gut zur Thematik. Zudem handelt es sich hier um den zweiten Band aus der Reihe, jedoch kann man diesen auch sehr gut unabhängig lesen, da die Fälle in sich geschlossen sind. Mir war Band 1 nicht bekannt und ich kam ohne Probleme und Vorkenntnisse schnell und gut hinein.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht weiter ins Detail gehen, da ich nicht Spoilern möchte und nicht zu viel verraten möchte.
Der Schreibstil ist packend und fesselnd umgesetzt. es lässt sich angenehm lesen und man kommt schnell in Geschehnisse und Charaktere hinein. Durch die unterschiedlichen Perspektiven ist das Ganze sehr spannend und mitreißend. Die verschiedenen Sichten jeweils aus der Ich-Perspektive machen das Ganze sehr nah spürbar und besonders in Gedanken und Emotionen findet man sich so sehr schnell hinein. Durch die kurzen Kapitel kommt schnell Spannung und auch Tempo hinein. Ein kurzweiliger und rasanter Lesefluss wird so ermöglicht.
Es handelt sich hier um einen YA-Thriller der durchaus für Jungen und Mädchen ab 14 Jahren lesbar ist. Für saichte Gemüter jedoch nicht zu empfehlen, sondern schon eher für junge und junggebliebene Thriller Fans, die Nervenkitzel lieben.
Die Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen und dies ist sehr gut ausgearbeitet und ist mir sehr positiv aufgefallen. Es gibt hier nicht einfach nur schwarz und weiß, sondern viele Graustufen dazwischen und man merkt, dass sich viele Gedanken zum Ganzen gemacht wurden und auch die Ermittlungen und das Ganze drumherum ist sehr gut gemacht und durchdacht.
Der Aufbau und die Gestaltung, sowie die Gliederung haben mir gut gefallen. Es ist packend und spannend bis zum Schluss, wenn auch durchaus ein wenig vorhersehbar.
Fazit:
Vielschichtiger Jugendthriller aus mehreren Perspektiven erzählt und spannend umgesetzt.
Rezensionen von Claudia R.:
magische Fantasy
Die Säulen der Magie - Herzfesseln von Daniela Zanger
Klappentext / Inhalt:
Wenn Schicksal und Verdammnis einander berühren …
Die junge Adelige Beltaine folgt den finsteren Plänen ihres Bruders. Auf dessen Befehl bemüht sie sich um den Neffen des Kaisers, der ihnen einen Besuch abstattet, um den Frieden zu wahren.
Der Anblick von Gareth Cormac trifft sie jedoch wie ein Schlag.
Er ist der Mann, der ihr seit Tagen in ihren Träumen begegnet!
Gareth will mit aller Macht einen Krieg verhindern und begibt sich im Namen des Kaisers unter die Feinde des Reiches und gerät somit in das Netz tödlicher Intrigen.
Unerwartet endet diese Reise in einer schicksalhaften Begegnung. Denn je näher er seinem Zielort kommt, desto stärker wird das stetige Pochen …
Bei einem Ausritt kommt es zwischen Beltaine und Gareth zu einer zufälligen Berührung. Beide spüren, dass sie mehr verbindet als ihre jeweiligen Pläne. Obwohl sie wissen, dass sie auf gegnerischen Seiten stehen, wird das Band zwischen ihnen immer stärker.
Im Zentrum bedrohlicher Machenschaften sehen sie sich zudem mit einer schier unbesiegbaren Macht konfrontiert, denn ein altbekannter Feind lauert im Schatten …
Der epische Auftakt einer neuen High-Fantasy-Reihe, die Fans von Gillian Bradshaw lieben werden!
Cover:
Das Cover funkelt einen, durch diese auffällig gestaltete Steinformation, fast regelrecht entgegen. Die Symbolik und die Verzierungen sind sehr schön umgesetzt und das Cover im Gesamten ist sehr schön und ansprechend umgesetzt. Die Cover der verschiedenen Bände sind fast identisch, einzig der Untertitel entsprechend des Bandes ist als Unterscheidung erkennbar.
Meinung:
Fesselnder Fantasy Auftakt, der durch vielschichtige Charaktere und einer gut ausgearbeiteten Welt überzeugt. Intrigen, Machtgier und überraschende Wendungen sorgen hier für fesselnde Unterhaltung. Die Art der Magie der Herzfesseln ist sehr interessant und lässt so einige Manipulationen, Herzstilstände und Gedankenerfassungen zu, was zum positiven, aber auch negativen genutzt werden kann.
Inhaltlich möchte ich hier nicht zu viel verraten und keineswegs Spoilern, daher halte ich mich mit mehr Informationen und Details zurück.
Der Schreibstil ist bildgewaltig und detailreich. Man kann sich alles sehr gut vorstellen und kommt in Geschehnisse und Charaktere sehr gut hinein. Die vielen Namen machen es anfangs nicht ganz leicht, aber da findet man sich zum Glück recht schnell hinein und ansonsten ist das Anhang am Ende dabei auch recht hilfreich. Die Charaktere sind sehr gut durchdacht und facettenreich angelegt.
Durch die verschiedenen Perspektiven wird Spannung und Tempo hineingebracht und zugleich kann man sich so auch in die die verschiedenen Charaktere sehr gut hineinfinden. Emotionen und Gefühle sind nah spürbar und schnell wird man Geschehnisse und Situationen gefesselt.
Auch fand ich, dass die Welt und die Art der Magie sehr gut ausgearbeitet wurde und sich viele Gedanken dazu gemacht wurden.
Die einzelnen Abschnitte haben eine gute und angenehme Länge und lassen so einen guten Lesefluss zu. Auch die Namensnennung ist dabei sehr hilfreich, um so leicht zu erkennen, aus welcher Sicht erzählt wird.
Der wunderschöne Farbschnitt und das Page-Overlay runden das Ganze perfekt ab.
ein wundervoller und gelungener Auftakt, der auf jeden Fall durch Spannung, Emotionen und Unterhaltung überzeugt und die Neugier auf die weiteren Bände geweckt wird.
Fazit:
Fesselnder Fantasy Auftakt, der durch vielschichtige Charaktere und einer gut ausgearbeiteten Welt überzeugt und voller Intrigen, Machtgier und Spannung steckt.
Rezensionen von C. P.:
Wie bestehle ich meinen Vater in 5 Stunden?
Heiress Takes All von Emily Wibberley; Austin Siegemund-Broka
Die ersten 15 Jahre ihres Lebens gehörte Olivia Owens zur High Snobiety, bis ihre Mutter die Scheidung einreichte. Seitdem müssen die 17-jährige Olivia und ihre Mutter mit dem Geld knappsen, während ihr millionenschwerer Vater nun bereits seine dritte Hochzeit plant. Ein Megaevent, an welchem Olivia die Konten ihres Vaters um ein paar Millionen Dollar erleichtern will.
Gemeinsam mit vier anderen, die sie zu ihrer Diebescrew zählt. Zunächst läuft alles wie geschmiert, doch verschiedene Gäste sorgen für unerwartete Probleme und Überraschungen.
Ich fand es beim Lesen faszinierend, welche Ideen Olivia hatte, um die Sicherheitsvorkehrungen bei der Feier zu umgehen und an die Kontodaten zu gelagen, welche ihr Vater im Safe hinterlegt hat. Mit diesen Ideen im Kopf hat sie ihre Crew zusammengestellt und auf ihre Art arbeitet diese auch sehr gut zusammen. Nach einer spannenden Szene während der Hochzeit gleich zu Beginn im Buch wird man 5 Stunden zurückgeworfen und darf mitfiebern, wie es zu dieser Szene kommen wird. Hier hatte ich manchmal das Gefühl, dass diverse Rückblicke die Spannung unangenehm ausbremsen, zudem werden viele Personen vorgestellt, was sich ebenfalls etwas zieht. Doch dann ging es endlich los - und die erste Nervensäge durchkreuzt ihren so herrlich durchdachten Plan. Und von da an muss Olivia mehrfach improvisieren, und dennoch tauchen immer wieder neue Probleme und Überraschungen auf. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Olivias Ex-Freund Jackson auf der Gästeliste steht und nicht glücklich über ihr Fake-Date ist, mit welchem sie auf der Hochzeit ihres Vaters auftaucht. Das wäre dann der romantische Part, wenn auch erst später. Zunächst ist sie Jackson gegenüber ziemlich auf Krawall gebürstet, was sich im Laufe des Romans klärt.
Mehr will ich gar nicht verraten, man darf nicht vergessen, dass Olivia und ihre Leute teils eben noch recht jung sind, da kochen die Emotionen auch schonmal etwas hoch und vieles läuft alles andere als professionell ab. Im Großen und Ganzen hab ich mich gut unterhalten gefühlt, nur die Längen zu Beginn haben mir weniger gefallen und das ein oder andere Klischee wurde etwas strapaziert. Im Printexemplar sind in den Klappen zwei Bilder mit der Protagonisten, vorn eine gewisse Szene mit Jackson und hinten die Diebescrew. Und die Hochzeitstorte auf dem Cover spielt auch eine gewisse Rolle. Ich werde auf jeden Fall auch Band zwei lesen, welcher im Buch angekündigt ist.
Rezensionen von C. P.:
Nach dem grandiosen Abenteuer ist vor dem grandioseren Abenteuer
Die Spurenfinder und das Drachenzepter von Marc-Uwe Kling; Johanna Kling; Luise Kling; Elisabeth Kling
Gerade eben haben die Kinder des Spurenfindes Elos von Bergen, Ada und Naru, von dem großen Geheimnis über sich erfahren (und den Mordfall aus Band 1 gelöst), wartet auch schon der nächste große Fall auf sie: König Fredlaff wurde das legendäre Drachenzepter entwendet, und das kurz vor den wichtigsten Feierlichkeiten des Landes.
Ein Fall, der sich als umfangreicher gestaltet als zunächst gedacht.
Nach dem ersten Fall war mir klar, dass ich auch hier wieder mit dabei sein muss, wenn der Spurenfinder und seine Kinder den neuesten Fall knacken. Ihre Vorgehensweise ist herrlich unkonventionell und amüsant zu verfolgen. Tatsächlich ist die Suche nach dem Zepter schnell beendet, doch geht es danach erst so richtig los. Denn vor lauter Panik hat der König sämtliche erreichbaren Spurensucher und -finder aktiviert und einige, nunja, sind sich nicht ganz grün. Was auch an deren Folt-, äh, Untersuchungsmethoden liegen könnte. Ebenso ist die einstige Clique rund um Elos mit Minna und Silas wiedervereint und gemeinsam mit Ada und Naru geraten sie auf die Spur einer mächtigen Intrige, in welcher die gefährlichen Nachtmagier eine gewichtige Rolle spielen.
Der zweite Band ist ein Riesenspaß und steht dem ersten Band in nichts nach. Ich sehe es als großen Vorteil, dass Marc-Uwe Kling seine Töchter mit ins Boot geholt hat, so sind die Szenen mit den Kindern um einiges authentischer, während Vater Elos seinem trockenen Humor frönt oder Minna pikante Details von früher ausplaudert. Einige Personen aus dem ersten Band kommen erneut vor sowie ein gewisser Esel mit Hut und neben der inhaltlich hervorragenden Unterhaltung bekommt auch das Auge dank der grandiosen Illustrationen im Buch wieder ordentlich was geboten.
Empfehlen kann ich übrigens auch die Autorenlesung als ungekürztes Hörbuch, das hat mir ebenfalls sehr gefallen. Marc-Uwe Kling bringt seine ihm eigene Art von Humor hier hervorragend mit ein und verleiht durch seine Intonation den Figuren so herrlich viel Charakter, den Spaß wollt ich mir nicht entgehen lassen. Beim Hörbuch ist ein Booklet mit einigen Illustrationen aus dem Buch sowie einer Karte mit dabei. Sehens-, hörens- und lesenswert!
Rezensionen von C. P.:
Rasanter Abschluss der Trilogie mit gewohntem Humor und viel Whisky
Kerze & Krähe von Kevin Hearne
Im dritten Band der Siegelmagier-Trilogie dreht der Autor nochmal so richtig auf und hat mengenmäßig gefühlt Ideen eingebaut, welche andere auf zwei Bände verteilen. Dadurch bietet das Finale die Spannung und Abwechslung, welche ich im zweiten Band etwas vermisste. Zunächst gibt es die bekannten magischen Baustellen, welche wir bereits kennen: Die Klärung der beiden Flüche, mit denen der schottische Siegelmagier Al MacBharrais belegt wurde und die ihn zum Einen daran hindern, mit Freunden und Bekannten zu reden, ohne dass diese eine unerklärliche Wut gegen ihn entwickeln.
Und zum Anderen seinen bisherigen Auszubildenden jeweils einen vorzeitigen Tod bescherten. On top die ehemalige Schlachtengöttin Morrigan, die fortan als Roxanne leben will und noch eine Balance zwischen tödlicher Raserei und Liebe sucht (ihre Datings sind der Hammer); Kampfseherin Nadja, die kurz davor ist, die Whisky und Käse liebende Gottheit Lhurnog neu zu erwecken; Hobgoblin Buck Foi, der gegen Alkoholsucht und Clanfehden kämpft; das Geheimnis um Gladys, die schon viel Scheixxe erlebt hat; eine Polizei-Ermittlerin, die krampfhaft versucht, Al MacBharrais etwas Illegales anzuhängen; der seit Band 1 entdeckte Menschenhandel und noch so einige Baustellen mehr, die diesmal neu hinzukommen und nicht minder unterhaltsam sind.
Mich konnte das Finale vollauf überzeugen, hier griffen diverse Themen und Probleme ineinander, so dass der Siegelmagier kaum Zeit hatte, zur Ruhe zu kommen. Schlecht für ihn, gut für uns. Hobgoblin Buck Foi ist auf seine Art diesmal etwas präsenter, nicht nur mit Kraftausdrücken sondern tatsächlich durch diverse Taten, welche ich ihm anfangs nicht zugetraut hätte. Und der Eiserne Druide hat ebenso nochmal seinen Auftritt wie einige weitere Siegelmagier und deren Lehrlinge.
Eine klare Leseempfehlung von mir, die ersten beiden Bände sollten für das Verständnis bekannt sein.
Rezensionen von C. P.:
Japanisches Feelgood-Buch über Kalligraphie und das Briefeschreiben
Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen von Ito Ogawa
Auf poetische Art nimmt uns die Autorin in ihrem Buch mit in die Welt der japanischen Kalligraphie und den alten Beruf der Schreiberin. Sie erzählt von der 25-jährigen Hatoko, die kürzlich den Laden ihrer verstorbenen Großmutter in Kamakura übernommen hat.
Hierbei wendet die Autorin einen besonderen Kniff an: So, wie man beim Lesen die vier Jahreszeiten eines Jahres erlebt, verändert sich nach und nach auch das Leben der jungen Frau.
Das Buch beginnt im Sommer, die Welt ist träge und Hatoko funktioniert nur in ihrer Alltagsroutine statt wirklich zu leben. Auch sitzt das schlechte Verhältnis, welches sie zuletzt zu ihrer Großmutter hatte, noch tief. Im Herbst kommt Hatoko mehr aus sich heraus, alte Emotionen brechen sich Bahn. Nach dem Neuanfang im Winter folgt letztlich das neue (emotionale) Leben im Frühling.
Begleitet wird die Erzählung von mehreren Aufträgen, welche sie als Schreiberin übernimmt. Neben Details zu Kalligraphie, Tinte und Wortwahl in Briefen sind sowohl die sowohl die japanischen Texte als auch in Übersetzung die deutschen Texte abgebildet. Zudem erfährt man einiges über die alten Traditionen, welche Hatoko noch halbherzig lebt. Eine wichtige Rolle spielt auch die Nachbarin, eine sehr lebensfrohe Person, welche Hatoko nach und nach aus ihrem Schneckenhaus hervorholen kann. Und natürlich das Aufarbeiten der Vergangenheit mit der Großmutter, welche sie nun lernt, aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich habe es sehr gern gelesen, lediglich ein Punkt zum Ende hin wirkte mir ein wenig zu übereilt, den konnte ich emotional nicht nachvollziehen.
Ein wirklich schönes Wohlfühlbuch, tatsächlich mal ohne Katzen, dafür mit Briefen und Kalligraphie und einer jungen Frau, die endlich zu leben beginnt. Einfühlsam und detailverliebt, wenn auch stets mit einer gewissen Distanz geschrieben, welche man bei dem deutschen Titel evtl so nicht erwarten würde.
Rezensionen von nessabo:
Interessant und vielfältig kuratierte Anthologie
Brüste von Linus Giese; Miku Sophie Kühmel
Die von Linus Giese und Miku Sophie Kühmel herausgegebene Anthologie hat mir insgesamt sehr gut gefallen, weil ich sie vor allem gut zusammengestellt fand. „Brüste“ verstehen sich manchmal als ganz zentrales Thema der Beiträge und manchmal eher als Aufhänger für eine komplexere Betrachtung vergeschlechtlichter Körper.
Das Weiterdenken hat mich manches Mal überrascht, meistens aber im positiven Sinne.
Wie für Essaysammlungen üblich gefielen mir manche Texte mehr als andere, weshalb ich für Anthologien auch bislang noch nie 5 Sterne vergeben habe. Ich habe mir bereits bekannte Autor*innen noch einmal neu kennen und umso mehr lieben gelernt. Daniela Dröscher beginnt die Sammlung mit vielen für mich sehr anregenden, manchmal auch aufwühlenden Fragmenten. Miku Sophie Kühmels Beitrag konnte ich ebenso fast körperlich nachfühlen. Gemeinsam mit Linus Giese gehören sie auch zu den Autor*innen, von denen ich sowieso gern lese, was sich hier noch einmal verfestigt hat.
Dann wiederum fand ich es einfach toll, dass Menschen verschiedener Geschlechter hier geschrieben haben und so auch trans* sowie nicht-binäre Perspektiven sehr viel Raum einnehmen. Sasha (im Buch noch Kirsten) Achtelik verwebt für mich so zum Beispiel sehr aufschlussreich gender affirming care für cis und trans* Personen miteinander, wodurch gesellschaftliche Absurditäten und Diskriminierung mehr als deutlich werden.
Gerade die stilistisch etwas experimentelleren Beiträge waren nicht so mein Fall, weil ich klare und persönliche Texte auch ganz generell schlicht greifbarer finde. Doch auch diese tragen zu einem runden Eindruck der Anthologie bei und haben mir ein komplexes Bild eines gesellschaftlich enervierend aufgeladenen Körperteils vermittelt. Manchmal war mir die Verbindung zum Titelthema ein wenig zu weit hergeholt und doch bin ich insgesamt zufrieden.
Die Textsammlung empfehle ich gern für eine kurzweilige Lektüre, die aber auch einige Impulse setzt und in gewisser Hinsicht noch in mir nachwirken wird.











