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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Tintenteufel:

Gereimtes Chaos!

Der Vergessenstag von Madlen Ottenschläger

Ein wunderbares Büchlein, welches liebevoll darstellt, was jede Familie kennt: das kleine Chaos, das immer ausbricht, sobald man starten will! So fällt nicht nur den lieben Kleinen immer noch etwas ein, was fehlt und einfach unentbehrlich ist: Ihnen fehlen Kuscheltier oder Schnuffeltuch, den Eltern die Brille oder das Geburtstagsgeschenk! Also müssen alle noch mal zurück und erneut starten.

Viele Familie werden sich darin wiederfinden, und die kleinen Leser können lernen, dass ein bisschen Chaos zum Familienalltag gehört und alle geduldig aufeinander warten!

Diese Lebenserfahrung ist süß eingefangen in hübschen Bildern und schönen Reimen, die das Gefühl für Sprachmelodie und Rhythmus schulen und die Auseinandersetzung mit Sprache und Satzbau vorbereiten. Außerdem übt die Wiederholung das Gedächtnis und fordert zum Mitsprechen auf.

So verbindet das Büchlein liebevolles Plädoyer für mehr Gelassenheit und gegenseitiges Verständnis im turbulenten Familienalltag mit der Schulung von Sprachgefühl und Aufmerksamkeit. Einfach perfekt!

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Rezensionen von spozal89:

klasse Thematik, aber für mich kein Highlight

Gestern waren wir unendlich von Dominik Gaida

Ich möchte mit meinen Worten niemanden verletzen, hier findet ihr nur meine ganz eigene, persönliche Meinung zum Buch. Ich möchte das Buch und die Geschichte auf gar keinen Fall schlecht reden, aber mich hat es emotional nicht so mitgenommen, wie ich gehofft hatte.
Vorweg: Ich liebe die Bücher im Kyss-Verlag, weil ich finde, dass sie alle ganz besondere Themen behandeln.

Dominik Gaida kannte ich bereits von der Brynmor-Reihe und ich war sehr auf diese neuen Bücher gespannt. Das Thema bezüglich des plötzlichen Todes und einem Was-wäre-wenn Situation fand ich spannend und interessant. Louis und Henry mochte ich beide sehr gerne und vor allem die Erzählperspektiven mit dem Wechsel aus Vergangenheit und Gegenwart fand ich klasse. Leider haben mir aber die vielen Wiederholungen in der Zeitschleife ein wenig den Lesefluss vermiest und ich konnte mich emotional leider so gar nicht auf die Geschichte einlassen. Teilweise habe ich ganze Absätze beim Lesen übersprungen, weil man die Dialoge schon kannte, weshalb ich emotional so gar nicht berührt wurde. Das tut mir sehr leid, denn die Idee hinter der Geschichte - vorallem mit dem Wissen aus dem Nachwort - fühle ich sehr. Das Ende ist rund, aber alles in allem für mich kein Lesehighlight. Hoffnung mache ich mir auf Band zwei. Denn vorallem Timothy, aber auch Dylan fand ich auch mega interessant und ich freue mich richtig auf mehr von den zweien.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Düster, sarkastisch und mit sehr eigenwilliger Interpretation griechischer Mythologie

Blood of Hercules von Jasmine Mas

Alexis muss sich als verlassenes Waisenkind in einer brutalen Welt durchschlagen: die ersten Jahre wächst sie bei lieblosen und gewalttätigen Pflegeeltern auf und muss hungern. Ihr einziger Trost sind ihr Pflegebruder, der etwas später zur Familie kommt und den sie sehr liebt, und die zynische und gefährliche, aber gegenüber Alexis sehr liebevolle und beschützende, unsichtbare Schlange Nyx.

Nach einem weiteren Gewaltvorfall ist sie auf einem Ohr taub und auf einem Auge blind. Die Jahre als Jugendliche verbringt Alexis hungernd und frierend gemeinsam mit ihrem Bruder in einem Pappkarton im Wald, versucht sich mit Essensmarken durchzuschlagen, besucht aber nebenbei die Highschool, auf der sie gemobbt wird, aber aufgrund ihrer hohen Intelligenz sehr gute Ergebnisse erzielt.

Wir haben als Hauptprotagonistin hier also eine grundsätzlich sympathische und sehr intelligente junge Frau mit einem eigenwilligen, zynischen Humor (der sehr gut zu dem ihrer Schlangengefährtin passt), die aber auch tief traumatisiert ist. Vor diesem Hintergrund lassen sich die weiteren Geschehnisse besser verstehen.

Bei einer Prüfung am Ende der High School stellt sich überraschend heraus, dass Alexis über göttliches Blut verfügt und es wird vermutet, dass sie ein "verstoßenes Halbblut" der olympischen Spartaner sei, Ergebnis einer Liaison zwischen einem Gott oder einer Göttin und einem Menschen. Als solche wird sie auf die griechischen Inseln ins Reich der spartanischen Götter mitgenommen, wo sie sich erst einmal in einem blutigen Massaker für eine Ausbildung qualifizieren muss. Wider Erwarten überlebt sie das Massaker, bekommt als Mentoren Patro und Achilles zugeteilt, zwei als homosexuelles Paar zusammenlebende Spartaner, die zu den dunklen chtonischen Häusern gehören und von ihr erst einmal als Monster angesehen und gefürchtet werden. Die beiden leben sehr luxuriös in einer Villa am Meer auf der griechischen Insel Korfu, wo sie sich immer wieder mal von der grausamen Academy, die sie nun etwa ein halbes Jahr besuchen wird, erholen kann und Tipps für ihre weitere Ausbildung bekommt. Denn wenn sie diese erfolgreich absolviert, werden ihre Mentoren zu Generälen befördert.

Den Hauptteil des 600 Seiten langen Buches macht die Zeit auf der Academy aus. Dort geht es äußerst brutal und militärisch zu, Alexis ist die einzige Frau unter lauter Männern, es gibt weder Essen, noch die Möglichkeit, zu schlafen oder sich zu waschen, und beim kleinsten Verstoß irgendeines Gruppenmitgliedes werden alle in die Wildnis zum Laufen und Schwimmen geschickt, selbst im tiefsten Winter und wenn dort Titanen lauern, die einen umbringen möchten. So ist es kein Wunder, dass dabei auch immer wieder Schüler ums Leben kommen.

Dieses Buch einzuordnen, fällt mir schwer. Es ist kein klassisches Romantasy-Buch, denn die klassische Liebesgeschichte zwischen Alexis und irgendjemand anderem gibt es auf diese Art und Weise nicht, auch wenn immer wieder mal betont wird, wie unglaublich attraktiv insbesondere diverse männliche Götter und Halbgötter seien. Spice kommt aber sehr wohl immer wieder mal vor, auch wenn es nicht der Schwerpunkt des Buches ist, dieser sind definitiv die harten, militärisch-anmutenden Ausbildungsbedingungen.

Das Setting mit der griechischen Mythologie im Hintergrund ist interessant, verlangt aber speziell Menschen mit Vorwissen in diesem Bereich einiges an gedanklicher Flexibilität ab: zwar kommen die bekannten Götternamen vor, doch werden deren Beziehungen und Eigenschaften stark neu interpretiert und am meisten Spaß hat man am Lesen, wenn man sich von allem vorhandenen Vorwissen zu den griechischen Göttern löst und sich komplett neu auf die Welt einlässt, die hier präsentiert wird. Dass die griechischen Götter nicht Altgriechisch, sondern Latein sprechen, ist auch ein Detail, das einen nicht stören sollte, das ist eben so in dieser Welt.

Die Gesellschaft der Götter, die beschrieben wird, ist eine sehr archaische und von tiefstem Patriarchat geprägt: Frauen gibt es nur wenige, diese haben kaum etwas zu sagen und auf ihre "Ehre" muss geachtet werden (und ist diese beschmutzt, dann besteht eine gängige Lösung darin, sie möglichst schnell zu verheiraten) und die meisten vorkommenden Männer zeigen diverse misogyne Verhaltensweisen. Alexis nimmt das meiste davon passiv hin und wehrt sich wenig. Zwar wird sie von anderen Frauen als Kämpferin für die Freiheit der Frauen verehrt, sieht sich aber selbst null als solche, auch, weil sie ihr Schicksal und ihren Weg ja gar nicht selbst gewählt hat.

Es ist also eine sehr düstere Gesellschaft, die man aushalten können muss innerlich. Wege zur Befreiung der Frauen zeigen sich in diesem Buch noch kaum, vielleicht wird das in den Folgebänden stärker Thema, immerhin ist es der erste Band einer mehrbändigen Reihe.

Wer dieses Buch liest, muss also einiges an Dunkelheit ertragen können: Misogynie, der kaum etwas entgegen gesetzt wird und viel Brutalität und Gewalt. Alexis ist über weite Strecken sehr einsam und bekommt erst spät ansatzweise Verbündete. Charakterentwicklung gibt es bei ihr nur wenig, vermutlich ist sie dafür zu traumatisiert und alleine.

Entgegen gesetzt wird all diesem Dunklen in dem Buch ein sehr zynischer Humor, sowohl von Alexis selbst als auch von ihrer Schlange Nyx, die eine meiner Lieblingsprotagonistinnen war.

Unterhaltsam geschrieben ist das Buch auf alle Fälle und es zieht einen so richtig in diese mystische, dunkle Götterwelt hinein, sobald man es schafft, sich vom Vorwissen zu dem Thema zu lösen und die Welt so hinzunehmen, wie sie hier vorgestellt wird. Es ist somit in Summe durchaus ein empfehlenswertes Buch für Fans von ziemlich dunkler und eigenwillig interpretierter Fantasy mit Dark-Romance-Anteil, die eine ganz andere Geschichte suchen, um dem Alltag zu entfliehen.

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Rezensionen von Peachybookdreams :

Der selbe Tag, ein neuer Versuch

Gestern waren wir unendlich von Dominik Gaida

Ich muss ehrlich sagen, dass ich etwas Sorgen hatte, bevor ich zu lesen begonnen habe. Ich hatte Angst, dass sich die Zeitschleife irgendwann eintönig anfühlen könnte . Doch Dominik Gaida hat mit seinem gefühlvollen Schreibstil für die perfekte Balance gesorgt, sodass es kein einziges Mal langweilig wurde.

Jedes Mal, wenn sich die Zeitschleife wiederholt, gibt es Abweichungen, die neue Einblicke zum Geschehenen und der Gefühlswelt der Protagonisten zeigen.

Mir hat es auch sehr gefallen, dass die Geschichte aus beiden Perspektiven geschrieben wurde.
Henrys Perspektive dreht sich um die Vergangenheit, wie sich die beiden kennengelernt haben. Die Beziehung der beiden fühlte sich so authentisch an, was die Geschichte noch herzzerreißender gemacht hat. Auch die Interaktionen, die Louise mit Henrys Familie hat, sind mir sehr nahe gegangen, besonders die mit Oma Leanne.

Louis’ Perspektive hingegen spielt in der Gegenwart, er versucht aktiv herauszufinden, warum er sich in diesem Zeitschleifen-Zustand befindet. Er lässt nichts unversucht,und ich konnte seinen Schmerz und die Frustration in vielen Situationen sehr nachempfinden.

Ich habe die ganze Zeit mitgerätselt und bin mit meinen Vermutungen der Wahrheit ziemlich nah gekommen,weshalb der ein oder andere Plot twist nicht unerwartet kam. Trotzdem war dieses Buch eine Achterbahn der Gefühle, und ich habe dazwischen immer wieder weinen müssen, was bei mir nicht so oft vorkommt. Auch nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich noch immer nachdenklich und emotional und habe dabei mein eigenes Leben im Blick.

Der Epilog macht mich super neugierig auf das nächste Death Duo und wird mich bestimmt wieder so tief berühren wie dieses.

Fazit : Wer ein emotionales Buch sucht, das sich auch mit philosophischen Konzepten beschäftigt, sollte unbedingt diese Geschichte lesen. Die Protagonisten waren durch ihre Ecken und Kanten realistisch und genau deshalb so liebenswert. Henry und Louis’ Geschichte wird mich noch lange beschäftigen, und ich bin sehr gespannt auf das nächste Buch. 5 Sterne

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Rezensionen von Ruth:

Landleben 2.0

Hier draußen von Martina Behm



Schauplatz des Debutromans von Martina Behm ist ein fiktives 200 Seelen- Dorf in Schleswig- Holstein. Hierher sind vor drei Jahren Ingo und seine Frau Lara mit ihren beiden Kindern gezogen. Sie haben eine Hypothek aufgenommen und sich ein altes Bauernhaus mit einem großen Garten gekauft. Vor allem Lara will weg vom Trubel und der Anonymität der Großstadt.

Auch für die Kinder wäre doch ein Aufwachsen inmitten der Natur viel idyllischer. Aber das Ehepaar ist längst nicht so glücklich wie erhofft. Ingo fühlt sich erschöpft von der ständigen Pendelei nach Hamburg, wo sein Start- Up- Unternehmen seine ganze Energie frisst. Und Lara ist einsam, denn so richtigen Anschluss an die Dorfgemeinschaft hat sie nicht gefunden.
Da fährt nachts auf seinem Heimweg Ingo eine weiße Hirschkuh an. Das verletzte Tier muss getötet werden. Doch was hat es mit dem alten Aberglauben auf sich, dass derjenige, der eine weiße Hirschkuh tötet, binnen eines Jahres selber sterben muss?
Diese Frage beschäftigt nicht nur Ingo und seine Frau, sondern auch andere Dorfbewohner. Auch wenn niemand der alten Weissagung Glauben schenkt, so kommen doch viele ins Grübeln und beginnen ihren Lebensentwurf zu hinterfragen. Was würde man ändern, wenn man nur noch ein Jahr zu leben hätte?
Der Leser begleitet nun mehr als ein Dutzend Figuren ein ganzes Jahr lang.
Wie geht es mit Ingo und Lara weiter? Ihre Ehe kriselt schon eine ganze Weile. Lara fühlt sich allein gelassen mit der Erziehung der Kinder, der Hausarbeit und dem großen Grundstück. Schließlich bräuchte sie mehr Zeit für ihren Job als freiberufliche Grafikdesignerin. Und Ingo zieht sich emotional immer mehr zurück, will nicht reden über seine zunehmende Unlust im eigenen Betrieb. Seine beginnende Freundschaft zum Förster Uwe sorgt für eine weitere Entfremdung zwischen den Eheleuten.
Aber nicht nur die Probleme der Zugezogenen beleuchtet die Autorin. Aus wechselnden Perspektiven erfahren wir von den Schwierigkeiten, mit denen Landwirte heute zu kämpfen haben. Vieles hat sich verändert. Wenn man finanziell über die Runden kommen will, sind Zugeständnisse zu machen. Mit einem idyllischen Bauernleben hat das alles nichts mehr zu tun. Uwe z.B. hätte gerne den Umstieg zur ökologischen Landwirtschaft geschafft, doch seine Bank gab ihm nicht den nötigen Kredit dafür. Nun hat er einen riesigen Mastbetrieb für Schweine. Erholung und Ausgleich findet der alleinlebende Eigenbrötler nur auf seinen Touren im Wald.
Oder Sönke mit seinem Geflügelmastbetrieb, der keine Rechnungen mehr liest und auf einen Burnout zusteuert.
Oder Enno, der seinen Frust darüber, dass keiner der Söhne den Hof übernehmen will, an seiner Frau Tove auslässt.
Gerade auch an den Frauen macht Marita Behm die Entwicklung auf dem Dorf deutlich. Es sind unterschiedliche Frauengenerationen mit unterschiedlichen Rollenverständnissen.
Tove z.B. lässt sich lange von ihrem Mann Enno schikanieren , nicht nur, weil eine Scheudung nicht zu ihrem Bild einer Landfrau passt, sondern auch, weil sie finanziell von ihrem Mann abhängig ist.
Maggie ist aus Liebe zu Sönke aufs Dorf gezogen, hat ihren Traum von der Hotelfachfrau in New York aufgegeben und versucht nun, die perfekte Landfrau zu sein. Bis sie merkt, wie viel Kraft es sie kostet, diesem Image zu entsprechen.
Mit ihrer Tochter Marieke wächst eine andere Frauengenerationen heran, eine, die selbst die Richtung vorgibt und sich nicht mit der traditionellen Rolle der Landfrau begnügt.
Armin und Jutta sind die letzten, die aus einer Gruppe von Aussteigern übergeblieben sind. Eine Kommune haben sie hier gegründet, schon vor Jahrzehnten. Mit viel Idealismus und Illusionen den Traum vom freien und autarken Landleben geträumt. Nun teilen sich nur noch die Zwei die alte Schmiede, die Platz für viele Menschen böte. Jutta gibt Kurse im Schlachten von Hühnern und Armin renoviert leerstehende Häuser und Möbel. Die beiden verbindet Freundschaft oder doch ein bisschen mehr?
Marita Behm schaut genau hin, auch hinter die Fassaden. Sie lässt uns immer tiefer in das Beziehungsgeflecht der einzelnen Figuren bzw. Paaren hineinblicken. Dabei erzählt sie von Eheproblemen, finanziellen Nöten, althergebrachten Zwängen, geplatzten Träumen und manchem mehr.
So entsteht ein lebendiges Bild vom Leben auf dem Land, zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen Landlust und harter Arbeit. Romantisiert wird hier nichts, es ist keineswegs eine Idylle, aber auch keine Hölle, in der sich tiefe Abgründe auftun. Nein, alles wirkt äußerst realistisch und glaubhaft.
Auch die Figuren sind wie aus dem Leben gegriffen und ihre Beweggründe und Gefühle werden überzeugend vermittelt. Tiefe bekommt der Roman auch durch Rückblicke in die Vergangenheit einzelner Personen.
Das alles ist so packend geschildert, dass auf den beinahe 500 Seiten nie Langeweile aufkommt, sondern ein stetes Interesse, wie es wohl weitergehen mag. Auch das Ende hat mich überzeugt. Kein Happy- End, aber manches hat sich zum Positiven entwickelt.
Martina Behm hat mit ihrem Debut Unterhaltungsliteratur vom Feinsten geschaffen und man darf gespannt sein auf weitere Romane von ihr.

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Rezensionen von ReiShimura:

Skurril, abgedreht und doch authentisch und realistisch

Die Fletchers von Long Island von Taffy Brodesser-Akner

Das Geschmäcker verschieden sind, dürfte für niemanden wirklich eine Neuigkeit sein und das daher ein Buch bei manchen sehr gut und bei manchen sehr schlecht ankommt, logisch sein. In vielen Fällen gibt es dann noch diejenigen, die die Geschichte einfach nur mittelmäßig fanden. Spannenderweise habe ich im Vorfeld zu diesem Buch kaum Stimmen der letzten Gruppe gehört.

Alles höchst subjektiv natürlich, aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass das Buch entweder in den Himmel gelobt wird oder aus Enttäuschung und Frust abgebrochen wurde. Dies alles hat dazu geführt, dass obwohl ich nicht überzeugt war, ob das Buch das richtige für mich ist, mich für das Lesen entschieden habe.
Nach Beendigung der Lektüre muss ich sagen, ich kann die Stimmen verstehen, und zwar alle, sowohl die positiven als auch die negativen. Autorin Taffy Brodesser-Akner hat mich mit diesem Buch auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt. Ihre teilweise äußerst detaillierten Beschreibungen von pikanten Szenen waren mir an manchen Stellen ein wenig zu plakativ. Da hätte ich gern mehr meiner eigenen Fantasie überlassen und lieber ein wenig mehr zwischen den Zeilen gelesen. Gepaart war das ganze dann auch noch mit teilweise äußerst vulgärer Sprache. Auch ein Punkt auf den ich verzichten hätte können.
Hinzu kamen dann noch die Protagonisten. Die Geschwister Nathan, Beamer und Jenny, sind quasi mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen. Duch ihre Kindheit und ihr ganzes weiteres Leben wird von einem Ereignis überschattet. Der Entführung ihres Vaters Carl. Obwohl diese glimpflich ausging und er wieder frei kam ohne äußerliche Beeinträchtigungen, legte sich von nun an ein Schatten über die Familie. Das Ereignis wurde totgeschwiegen und man versuchte einfach weiterzumachen, als ob dies nie passiert wäre. Doch wenig verwunderlich erlitt Carl ein Trauma durch dieses Ereignis und auch die Kinder blieben davon nicht unberührt. Dies alles könnte man noch nachvollziehen und würde wahrscheinlich sogar Mitleid mit den, mittlerweile erwachsenen Kindern haben. Doch Taffy Brodesser-Akner spielt auch hier wieder mit den Gefühlen der Leserinnen und Leser. Das Bild, das sie von den dreien zeichnet, ist nämlich absolut kein gutes und ich persönlich würde keinen der drei als Sympathieträger bezeichnen. Gemeinsamkeiten zwischen dem Leben der Geschwister und meinem eigenen gibt es zwar nicht, trotzdem konnte ich ihre Gedanken und Handlungsweisen an vielen Stellen nachempfinden.
Eine große Herausforderung war für mich auch der Aufbau des Buches. Denn die Autorin hat sich dafür entschieden nur sehr wenige Kapitel zu verwenden, was im Umkehrschluss bei einer Seitenanzahl von über 500 bedeutet, dass die einzelnen Kapitel furchtbar lang sind. Für mich war es daher immer wieder schwierig eine passende Stelle zu finden, an dem ich das Buch beiseitelegen konnte. Die Struktur der Erzählung ist auf den ersten Blick klar und sinnvoll, so stellt die Autorin pro Kapitel einen der Protagonisten in den Fokus. Die Geradlinigkeit wird aber gestört, da es immer wieder und vor allem ohne Vorankündigung zu zeitlichen Sprüngen kommt. Auch dies war manchmal eine Herausforderung, aber wichtig zum tieferen Verständnis der Familiengeschichte. Zusammengehalten wird das Ganze von einem allwissenden Erzähler, der nicht nur alles weiß, sondern auch tiefe Einblicke in die Seelenwelt der Protagonisten liefert.
Taffy Brodesser-Akner zeichnet ein unterhaltsames und gleichzeitig abstoßendes Familienportrait. Sie zeigt auf wie sehr Familien unter einem nicht aufgearbeiteten Trauma leiden können und wie sehr Reichtum, wenn er nicht selbst erwirtschaftet, sondern einfach immer vorhanden ist, die Menschen korrumpiert. Es geht um Träume, Wünsche, Sehnsüchte und der Suche nach einem Sinn im Leben um Vergänglichkeit und Schönheit, Liebe und Hass. Und dass man manchmal scheinbar alles hat und trotzdem das Wichtigste fehlen kann.

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Rezensionen von ReiShimura:

Viele, viele bunte Farben

Farben lernen mit dem Blätterdieb von Alice Hemming

Das Kinderbuch von Autorin Alice Hemming punktet auf jeden Fall durch seine Aufmachung. Das Format des Buchs und die dicke der Seiten ist perfekt für kleine Kinderhände, für die Feinmotorik noch immer eine Herausforderung darstellt. Auch die Klappen sind sehr robust und vor allem großformatig gestaltet.

Beim ersten Mal öffnen kann es aber sein, dass die kleinen Hände ein wenig Hilfe brauchen. Später geht das aber sicher schon allein.
Das Cover, genau wie die Illustrationen im Buch sind sehr ansprechend gestaltet. Wobei die Bilder sich auf das wesentliche beschränken und nicht besonders viele Details enthalten. Je nach Alter und Aufnahmefähigkeit des Kindes kann dies positiv oder negativ gewertet werden. Die großflächigen und einfachen Zeichnungen helfen auf jeden Fall dabei, den Fokus auf das Thema „Farben“ zu lenken. Leider nimmt es aber auf der anderen Seite auch die Möglichkeit mehr zu entdecken, wie es bei anderen Büchern der Fall ist.
Die Texte sind sehr kurzgehalten, denn auch hier wird sich wieder aufs wesentliche beschränkt und der Fokus gelenkt. Die Dialoge von Vogel und Eichhörnchen sind dabei sehr klar strukturiert und auch kleine Kinder können dabei die Fragestellung leicht erfassen. Gut gefällt mir, dass die beiden Charaktere, Vogel und Eichhörnchen, nicht zu verspielt dargestellt sind und auch klare Bezeichnungen und keine Namen haben. Dies passt sich in das gut in das Gesamtbild ein.
Für Kinder, die gerade erst mit dem Farben lernen anfangen kann die Seite mit den Blättern noch ein wenig herausfordernd sein. Hier werden nämlich gleichzeitig die drei Farben gelb, orange und rot eingeführt.
Der Verlag gibt für das Buch eine Altersempfehlung von ab zwei Jahren an. Der kleine Leser trifft die Zielgruppe damit perfekt, ich hatte aber das Gefühl, dass er mit dem Buch bereits ein wenig unterfordert ist. Natürlich ist dies immer sehr individuell, aber ich würde das Buch bereits ab 18 Monaten empfehlen. Auf jeden Fall ist das Buch eine großartige Möglichkeit den Kindern die Welt der Farben näher zu bringen.
Kinder die bereits Bücher mit kleineren Klappen und längeren Texten gewöhnt sind, könnten sich bei diesem Buch ein klein wenig unterfordert fühlen. So wie es eben bei uns auch der Fall war. Da es auf den einzelnen Seiten auch nur wenig zusätzliche Dinge zu entdecken gab, war das Buch nur am Anfang spannend und interessant.
Dennoch würde ich dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, weil ich es wie bereits erwähnt, wirklich entzückend finde und die Aufgabe des Buches, Farben lernen, hervorragend erfüllt. Ich möchte nur anmerken, dass man wirklich den Kenntnisstand und die Fähigkeiten des Kindes vor dem Kauf berücksichtigen sollte, um Enttäuschungen zu vermeiden.

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Rezensionen von brauneye29:

Tolle Rezepte

Fast & Tasty von Achim Oecal

Wenn man mal kreativ und doch schnell und mit nicht zu viel exotischen Zutaten lecker kochen will, ist dieses Buch genau das richtige. Mir persönlich haben die Pastagerichte am besten gefallen, aber auch die schnellen Snacks. Aus diesem Buch werde ich garantiert einiges nachkochen und der Autor hat einen Follower mehr.

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Rezensionen von ReiShimura:

Liebe ist zeitlos

Lieber solo als allein von Tessa Hennig

Fast hätte ich mir dieses Buch entgehen lassen, da mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat. Natürlich sagt das Cover wenig über die Qualität des Inhalts aus, aber es ist eben oft das erste, das man bei einem Buch wahrnimmt. Aber wie heißt es so schön: "never judge a book by its cover".

Der Klappentext versprach einen humorvollen Frauenroman, mit ganz viel italienischem Flair und einigen Irrungen und Wirrungen. Und um es kurz zu machen, genau das hat das Buch auch geliefert. Wobei ich nach Beendigung des Buches den Titel nicht ganz passend finde. Ich finde ihn interessant und vielschichtig, denn man kann ihn auf verschiedene Arten interpretieren und mir ist auch bewusst, auf welche Passage im Buch er sich bezieht. Aber alles in allem finde ich ihn für die Gesamtgeschichte einfach nicht stimmig.
Die drei Protagonistinnen, Gabriele, Katrin und Leonie, haben mir sehr gut gefallen. Alle drei sind starke Frauen, aber keine von ihnen ist perfekt. Ganz im Gegenteil, jede von ihnen hat ihre kleinen Fehler und Makel. Und wie nicht anders zu erwarten auf Grund des Altersunterschiedes bei Oma, Mutter und Enkelin, stehen alle drei an einem anderen Punkt in ihrem Leben. Im Laufe des Buches machen auch alle drei eine Entwicklung durch, hinterfragen ihr Leben und die Entscheidungen, die sie getroffen haben bzw. dabei sind zu treffen. Dies verleiht dem Buch eine gewisse Tiefe und hebt es ab von seichter Urlaubslektüre.
Trotzdem kommt das Urlaubsgefühl nicht zu kurz. Auch dies wenig verwunderlich, spielt doch der Hauptteil der Handlung in der malerischen Kulisse Umbriens, vornehmlich in Assisi und Perugia. Autorin Tessa Hennig nimmt sich viel Zeit dafür die Umgebung und die Landschaft zu beschreiben. Dies schafft sie aber ohne, dass der Roman langatmig oder langweilig wird. Die detaillierten Beschreibungen fügen sich perfekt in den Rahmen der Handlung und man hat beim Lesen fast das Gefühl die Sonne auf der Haut zu spüren. Am liebsten hätte ich während dem Lesen meine Koffer gepackt und hätte mich auf den Weg nach Umbrien gemacht. Leider stand mir diese Möglichkeit nicht offen und so durfte ich zumindest in Gedanken durch die engen Gassen schlendern.
So komisch es auch vielleicht klingen mag, aber die Handlung des Buches ist leider auch der größte Schwachpunkt. Es gibt im Großen und Ganzen wenig Überraschendes und bereits von Anfang an weiß man mehr oder weniger, wohin die Reise gehen wird. Wie in diesem Genre üblich, wird das eine oder andere Missverständnis eingebaut, um ein wenig künstliche Spannung zu erzeugen. Zusammenfassend fand ich die Handlung okay, aber mehr auch nicht. Es plätschert den Großteil der Zeit einfach nur so dahin.
Die Kapiteleinteilung des Buches, ja für manche Leserinnen und Leser ist dies ein wichtiges Kriterium, empfand ich als sehr stimmig. Auch dem Schreibstil von Tessa Henning konnte ich viel abgewinnen. Die teilweise spritzigen und humorvollen Dialoge haben die Geschichte aufgelockert.
Trotz des einen oder anderen Mankos muss ich sagen, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Das ideale Buch, um durch die Gässchen von Italien zu streifen und die Seele baumeln zu lassen.

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Rezensionen von woolbooksandcoffee:

Abwechslungsreich

Die Bucht von Liz Webb

Ein toller Genre-Mix, der ruhig losgeht, dann jedoch in einem echten Thriller-Höhepunkt mündet. Schon das Cover fand ich ansprechend und habe genau das erwartet - einen spannenden Thriller, mit Romance-Aspekten und einer spannenden Sidestory. Das Gefühl der Angst, des Gefangenfühlens, der Beklemmung, welches sich bei der Protagonistin nach und nach entwickelt, überträgt sich über den angenehmen Schreibstil eins zu eins auf den Leser und lässt das Buch zu einem echten Pageturner werden, den man kaum aus der Hand legen kann.

Etwas blass bleiben für mich einige der Nebencharaktere, dafür finde ich die Protagonistin Nancy toll herausgearbeitet und sehr nahbar. Teilweise hatte der Thriller in der Mitte einige Längen, was für mich zu einem Punktabzug führt, trotzdem würde ich dem nächsten Buch der Autorin mit Freude wieder eine Chance geben.

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