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Rezensionen von Tobias Kallfell:

Entropie und Nachhaltigkeit

Was für ein Zufall! von Bernhard Weßling

2022 lernte ich den Unternehmer, Kranichforscher und promovierten Chemiker Bernhard Weßling im Rahmen eines freundlichen E-Mail-Kontakts kennen und habe bald darauf sein lesenswertes Buch „Was für ein Zufall!“ gelesen und rezensiert (später folgten auch noch Rezensionen zu seinen Büchern „Der Ruf der Kraniche“ und „Mein Sprung ins kalte Wasser“, vgl.

dazu meinen Blog).



Als Fazit hielt ich damals auch Kritisches fest: Der Autor legt hier ein Sachbuch vor, in dem er sich den großen menschlichen Fragen widmet. Er argumentiert aus der Sicht eines Thermodynamikers und stützt sich dabei auf die Theorie von Ilya Prigogine, der 1977 den Nobelpreis für seine Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik erhielt. Weßling liefert viele Denkanstöße. Der Schreibstil ist lebendig, zugewandt und weitestgehend anschaulich und verständlich. Dennoch ist Mitdenken bei der Lektüre gefragt und Wissen zum Fachgebiet der Chemie ist sicherlich verständnisförderlich. Mich persönlich hat die Lektüre bereichert, ich konnte einiges neu dazulernen. Für mich hätte der Autor nur noch etwas stärker herausstellen können, welche Vorteile seine Betrachtungsweise der Beschaffenheit der Welt hat. Nicht immer war mir der inhaltliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln deutlich genug ausformuliert. Das Ziel der gedanklichen Reise war mir nicht immer klar.



Nun hat Weßling das Buch aktualisiert, mit zwei neuen Kapiteln versehen und nochmals neu aufgelegt. Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich die Frage, ob meine Kritikpunkte von 2022 nun Berücksichtigung finden. Und ich kann sagen, dass der Autor dieses Mal sehr nachvollziehbar verdeutlicht, worum es ihm geht. Das geht schon aus seinem Vorwort zur 2. Auflage hervor. Er betont noch einmal ganz deutlich, dass der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Nicht nur die Quanten- und die Relativitätstheorie sollten in den Lehrplänen von Schulen und Universitäten eine Rolle spielen. Und die Entropie ist für Weßling die zentrale Größe, um die es geht. Sie spielt im alltäglichen Leben ebenso eine Rolle wie in der Evolution, in der Ökologie und in der Kosmologie. Und in den beiden neuen Kapiteln (Kapitel 7 und 8) möchte er v.a. den Begriff der Nachhaltigkeit mit der Entropie in Zusammenhang bringen. Dafür möchte er vor allem die technologischen Verfahren zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Speicherung in tiefere Erdschichten genauer in den Blick nehmen. Und auf diese beiden Kapitel möchte ich mich im Rahmen dieser Rezension genauer fokussieren.



Kapitel 7

Hier betrachtet Weßling zunächst das Phänomen von Krisen. Er widerspricht entschieden der Behauptung, dass wir heute in einer besonders krisenanfälligen Zeit leben, wie es häufig von Medien kolportiert wird. Die Wahrnehmung, dass man gegenwärtig in einer Art Zeitalter der Polykrise lebt, sei nicht zutreffend, so der Autor. So bestehe das menschliche Leben insgesamt aus einer großen Anzahl von Unwägbarkeiten und befinde sich ständig im Nicht-Gleichgewicht. Die Menschheitsgeschichte sei fortwährend von krisenhaften Zuständen geprägt und oft erst der Auslöser für bestimmte menschliche Entwicklungen gewesen. Mit vielen treffenden Beispielen widerlegt er die von der heutigen Medienwelt gezeichnete Zustandsbeschreibung der Polykrise, leitet danach zu einer Klärung des Begriffs „Krise“ über und zeigt schließlich auf, warum Ilya Prigogines Ansatz der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik dabei hilft, unsere Welt besser zu verstehen. In diesem Zusammenhang erläutert er auch, was die Entropie dabei für eine Rolle spielt und möchte diese Größe als Kriterium für die Berechnung von Nachhaltigkeit etablieren.

Dafür stellt Weßling verschiedene Verfahren vor, mit denen man CO2 aus der Atmosphäre entziehen kann. Und er stellt kritisch fest, dass bei der Diskussion um diese Verfahren die Thermodynamik und die Entropie keine Rolle spielen, obwohl man mit Hilfe dieser beiden Ansätze berechnen kann, ob die Filterung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Endlagerung überhaupt nachhaltig ist. Der Autor stellt dafür selbst eigene Berechnungen an und hält abschließend kritisch fest: „Die gewaltige Erhöhung der Entropieproduktion zeigt an, dass die Kollateralschäden von DAC-Verfahren um ein Vielfaches größer sein werden als der erhoffte positive Effekt für das Klima. Das gilt auch für die häufig angeführte Beschränkung solcher Verfahren auf das Abfangen von CO2 aus industrieller Abluft (carbon capture and storage, CCS)“, S. 232-233. Und auch die Weiterverarbeitung von aus der Atmosphäre gewonnenem CO2 lohnt sich nach Ansicht des Autors nicht (auch dann nicht, wenn man grünen Wasserstoff für die Herstellung anderer Chemikalien verwendet). Kurzum: Nachhaltigkeit sieht anders aus! Weßling konstatiert: „Weder in Bezug auf Energie noch in Bezug auf Entropie ist die Entsorgung (Endlagerung) oder Nutzung von CO2 nachhaltig. DAC/CCS/CCU sind Verfahren, die auf keinen Fall praktiziert werden sollten“, S. 242.



Kapitel 8

Doch was kann man stattdessen tun? Gibt es Alternativen zu den in Kapitel 7 genannten Verfahren? Es kann ja nicht die Lösung sein, nichts zu tun, um C02 aus der Atmosphäre herauszuziehen. Darauf gibt der Autor in diesem zweiten neuen Kapitel nun eine Antwort. Er schlägt eine naturnahe Lösung vor, bei der es Pflanzen, Pilzen und Mikroben mit Hilfe von Sonnenenergie selbst überlassen wird, das CO2 wieder umzuwandeln. Weßling schweben die Wiederherstellung und die Renaturierung von zerstörten und beschädigten Wäldern vor. Offene Mischwälder mit Beweidung seien nötig. Allein Bäume zu pflanzen, reiche nicht aus. V.a. die Böden müssten wieder dafür sorgen können, dass CO2 in ihnen gespeichert wird. Der Autor zieht einige Studien heran, die seine These stützen.

Auch ein Verzicht auf Dünger und Pestizide sei unerlässlich, um Kollateralschäden zu vermeiden. Die Landwirtschaft solle auf biologische Bewirtschaftung umgestellt werden (was sich natürlich auch auf den Fleischkonsum auswirkt). Auf diese Weise werde das CO2-Speicherpotential vergrößert und die Biodiversität wird gefördert. Die besten CO2 Speicher sind vor allem Moore: „Die Moore unseres Planeten können doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder der Erde zusammen. Sämtliche unterschiedlichen Feuchtgebiete (Moore, Mangroven, Kelpwälder, Salzmarschen und Seegraswiesen) speichern 20% des gesamten globalen Kohlenstoffs, obwohl sie nur 1% der Erde umfassen“, S. 260.

Umso tragischer erscheint es, dass diese häufig zu landwirtschaftlichen Nutzflächen umgewandelt worden sind: „In Deutschland sind bzw. waren 4,2 % der Fläche von Mooren unterschiedlicher Art bedeckt, wovon 95% zerstört sind (…)“, S. 261. Weßling plädiert dafür, Feuchtgebiete wieder herzustellen und zu schützen. In diesem achten Kapitel wird nur allzu deutlich, dass der Autor ein Mann der Praxis ist (als Kranichforscher und Eigentümer eines biolandwirtschaftlichen Betriebs weiß er, wovon er spricht, und geht selbst mit gutem Beispiel voran), der seine vorgeschlagene Lösung auf „zupackende“ Art und Weise beschreibt.



Meine Meinung

Letztlich kann ich mir zu den meisten Inhalten der dargelegten neuen Kapitel keine Meinung bilden, da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin. Lediglich zu der Diskussion um das Phänomen der Polykrise habe ich häufiger darüber nachgedacht, ob nicht v.a. auch die sozialen Medien dazu führen, dass wir Krisen heute stärker wahrnehmen. Wer ein Smartphone besitzt, wird rund um die Uhr mit neuen Nachrichten von Krisen auf der ganzen Welt versorgt. Doch was die Verfahren zur Filterung von C02 betrifft, so kenne ich mich damit nicht aus. Ich kenne auch die Formeln (vgl. beispielsweise S. 230) nicht, die Weßling zur Berechnung von Nachhaltigkeit verwendet hat. Ich kann seine rechnerische Darlegung nicht überprüfen (zumal sie für mich als Laie nicht sehr transparent dargelegt wird). Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass sich diese Neuauflage und die beiden neuen Kapitel v.a. an Fachleute richten, weniger an Laien wie mich. Wenn der Autor aber Recht hat mit seinen kritischen Einwänden, so sollten seine Kritikpunkte meiner Meinung nach bei anderen Experten auf jeden Fall Gehör finden. Was die Lösungsvorschläge betrifft, so sind sie nachvollziehbar. Doch sind sie auch durchführbar? Zur Umsetzung ist jedenfalls der politische Wille nötig und ich könnte mir vorstellen, dass die ein oder andere Maßnahme auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen könnte.

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Rezensionen von Tobias Kallfell:

Entropie und Nachhaltigkeit

Was für ein Zufall! von Bernhard Weßling

2022 lernte ich den Unternehmer, Kranichforscher und promovierten Chemiker Bernhard Weßling im Rahmen eines freundlichen E-Mail-Kontakts kennen und habe bald darauf sein lesenswertes Buch „Was für ein Zufall!“ gelesen und rezensiert (später folgten auch noch Rezensionen zu seinen Büchern „Der Ruf der Kraniche“ und „Mein Sprung ins kalte Wasser“, vgl.

dazu meinen Blog).



Als Fazit hielt ich damals auch Kritisches fest: Der Autor legt hier ein Sachbuch vor, in dem er sich den großen menschlichen Fragen widmet. Er argumentiert aus der Sicht eines Thermodynamikers und stützt sich dabei auf die Theorie von Ilya Prigogine, der 1977 den Nobelpreis für seine Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik erhielt. Weßling liefert viele Denkanstöße. Der Schreibstil ist lebendig, zugewandt und weitestgehend anschaulich und verständlich. Dennoch ist Mitdenken bei der Lektüre gefragt und Wissen zum Fachgebiet der Chemie ist sicherlich verständnisförderlich. Mich persönlich hat die Lektüre bereichert, ich konnte einiges neu dazulernen. Für mich hätte der Autor nur noch etwas stärker herausstellen können, welche Vorteile seine Betrachtungsweise der Beschaffenheit der Welt hat. Nicht immer war mir der inhaltliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln deutlich genug ausformuliert. Das Ziel der gedanklichen Reise war mir nicht immer klar.



Nun hat Weßling das Buch aktualisiert, mit zwei neuen Kapiteln versehen und nochmals neu aufgelegt. Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich die Frage, ob meine Kritikpunkte von 2022 nun Berücksichtigung finden. Und ich kann sagen, dass der Autor dieses Mal sehr nachvollziehbar verdeutlicht, worum es ihm geht. Das geht schon aus seinem Vorwort zur 2. Auflage hervor. Er betont noch einmal ganz deutlich, dass der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Nicht nur die Quanten- und die Relativitätstheorie sollten in den Lehrplänen von Schulen und Universitäten eine Rolle spielen. Und die Entropie ist für Weßling die zentrale Größe, um die es geht. Sie spielt im alltäglichen Leben ebenso eine Rolle wie in der Evolution, in der Ökologie und in der Kosmologie. Und in den beiden neuen Kapiteln (Kapitel 7 und 8) möchte er v.a. den Begriff der Nachhaltigkeit mit der Entropie in Zusammenhang bringen. Dafür möchte er vor allem die technologischen Verfahren zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Speicherung in tiefere Erdschichten genauer in den Blick nehmen. Und auf diese beiden Kapitel möchte ich mich im Rahmen dieser Rezension genauer fokussieren.



Kapitel 7

Hier betrachtet Weßling zunächst das Phänomen von Krisen. Er widerspricht entschieden der Behauptung, dass wir heute in einer besonders krisenanfälligen Zeit leben, wie es häufig von Medien kolportiert wird. Die Wahrnehmung, dass man gegenwärtig in einer Art Zeitalter der Polykrise lebt, sei nicht zutreffend, so der Autor. So bestehe das menschliche Leben insgesamt aus einer großen Anzahl von Unwägbarkeiten und befinde sich ständig im Nicht-Gleichgewicht. Die Menschheitsgeschichte sei fortwährend von krisenhaften Zuständen geprägt und oft erst der Auslöser für bestimmte menschliche Entwicklungen gewesen. Mit vielen treffenden Beispielen widerlegt er die von der heutigen Medienwelt gezeichnete Zustandsbeschreibung der Polykrise, leitet danach zu einer Klärung des Begriffs „Krise“ über und zeigt schließlich auf, warum Ilya Prigogines Ansatz der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik dabei hilft, unsere Welt besser zu verstehen. In diesem Zusammenhang erläutert er auch, was die Entropie dabei für eine Rolle spielt und möchte diese Größe als Kriterium für die Berechnung von Nachhaltigkeit etablieren.

Dafür stellt Weßling verschiedene Verfahren vor, mit denen man CO2 aus der Atmosphäre entziehen kann. Und er stellt kritisch fest, dass bei der Diskussion um diese Verfahren die Thermodynamik und die Entropie keine Rolle spielen, obwohl man mit Hilfe dieser beiden Ansätze berechnen kann, ob die Filterung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Endlagerung überhaupt nachhaltig ist. Der Autor stellt dafür selbst eigene Berechnungen an und hält abschließend kritisch fest: „Die gewaltige Erhöhung der Entropieproduktion zeigt an, dass die Kollateralschäden von DAC-Verfahren um ein Vielfaches größer sein werden als der erhoffte positive Effekt für das Klima. Das gilt auch für die häufig angeführte Beschränkung solcher Verfahren auf das Abfangen von CO2 aus industrieller Abluft (carbon capture and storage, CCS)“, S. 232-233. Und auch die Weiterverarbeitung von aus der Atmosphäre gewonnenem CO2 lohnt sich nach Ansicht des Autors nicht (auch dann nicht, wenn man grünen Wasserstoff für die Herstellung anderer Chemikalien verwendet). Kurzum: Nachhaltigkeit sieht anders aus! Weßling konstatiert: „Weder in Bezug auf Energie noch in Bezug auf Entropie ist die Entsorgung (Endlagerung) oder Nutzung von CO2 nachhaltig. DAC/CCS/CCU sind Verfahren, die auf keinen Fall praktiziert werden sollten“, S. 242.



Kapitel 8

Doch was kann man stattdessen tun? Gibt es Alternativen zu den in Kapitel 7 genannten Verfahren? Es kann ja nicht die Lösung sein, nichts zu tun, um C02 aus der Atmosphäre herauszuziehen. Darauf gibt der Autor in diesem zweiten neuen Kapitel nun eine Antwort. Er schlägt eine naturnahe Lösung vor, bei der es Pflanzen, Pilzen und Mikroben mit Hilfe von Sonnenenergie selbst überlassen wird, das CO2 wieder umzuwandeln. Weßling schweben die Wiederherstellung und die Renaturierung von zerstörten und beschädigten Wäldern vor. Offene Mischwälder mit Beweidung seien nötig. Allein Bäume zu pflanzen, reiche nicht aus. V.a. die Böden müssten wieder dafür sorgen können, dass CO2 in ihnen gespeichert wird. Der Autor zieht einige Studien heran, die seine These stützen.

Auch ein Verzicht auf Dünger und Pestizide sei unerlässlich, um Kollateralschäden zu vermeiden. Die Landwirtschaft solle auf biologische Bewirtschaftung umgestellt werden (was sich natürlich auch auf den Fleischkonsum auswirkt). Auf diese Weise werde das CO2-Speicherpotential vergrößert und die Biodiversität wird gefördert. Die besten CO2 Speicher sind vor allem Moore: „Die Moore unseres Planeten können doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder der Erde zusammen. Sämtliche unterschiedlichen Feuchtgebiete (Moore, Mangroven, Kelpwälder, Salzmarschen und Seegraswiesen) speichern 20% des gesamten globalen Kohlenstoffs, obwohl sie nur 1% der Erde umfassen“, S. 260.

Umso tragischer erscheint es, dass diese häufig zu landwirtschaftlichen Nutzflächen umgewandelt worden sind: „In Deutschland sind bzw. waren 4,2 % der Fläche von Mooren unterschiedlicher Art bedeckt, wovon 95% zerstört sind (…)“, S. 261. Weßling plädiert dafür, Feuchtgebiete wieder herzustellen und zu schützen. In diesem achten Kapitel wird nur allzu deutlich, dass der Autor ein Mann der Praxis ist (als Kranichforscher und Eigentümer eines biolandwirtschaftlichen Betriebs weiß er, wovon er spricht, und geht selbst mit gutem Beispiel voran), der seine vorgeschlagene Lösung auf „zupackende“ Art und Weise beschreibt.



Meine Meinung

Letztlich kann ich mir zu den meisten Inhalten der dargelegten neuen Kapitel keine Meinung bilden, da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin. Lediglich zu der Diskussion um das Phänomen der Polykrise habe ich häufiger darüber nachgedacht, ob nicht v.a. auch die sozialen Medien dazu führen, dass wir Krisen heute stärker wahrnehmen. Wer ein Smartphone besitzt, wird rund um die Uhr mit neuen Nachrichten von Krisen auf der ganzen Welt versorgt. Doch was die Verfahren zur Filterung von C02 betrifft, so kenne ich mich damit nicht aus. Ich kenne auch die Formeln (vgl. beispielsweise S. 230) nicht, die Weßling zur Berechnung von Nachhaltigkeit verwendet hat. Ich kann seine rechnerische Darlegung nicht überprüfen (zumal sie für mich als Laie nicht sehr transparent dargelegt wird). Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass sich diese Neuauflage und die beiden neuen Kapitel v.a. an Fachleute richten, weniger an Laien wie mich. Wenn der Autor aber Recht hat mit seinen kritischen Einwänden, so sollten seine Kritikpunkte meiner Meinung nach bei anderen Experten auf jeden Fall Gehör finden. Was die Lösungsvorschläge betrifft, so sind sie nachvollziehbar. Doch sind sie auch durchführbar? Zur Umsetzung ist jedenfalls der politische Wille nötig und ich könnte mir vorstellen, dass die ein oder andere Maßnahme auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen könnte.

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Rezensionen von Julia:

Wenn Freiheit spürbar wird

Hearts & Falcons. Im Herzen wild und frei von Nora Lynn

In diesem Buch begleiten wir Hedwig bei ihrer Arbeit als Falknerin und den Vorbereitungen zum Jagdturnier, an dem bisher noch nie eine Frau teilgenommen hat. Eigentlich bestens vorbereitet, kommt ihr da aber noch Konrad dazwischen. Adelig und Großstadtmensch durch und durch. Er hat keine Ahnung von der Falknerei, möchte aber auch am Turnier teilnehmen und erpresst Hedwig, damit sie ihn unterrichtet.

Dieses Buch sprüht nur so vor Freiheitsgedanken und auch wenn Hedwig teilweise etwas starrköpfig ist, habe ich sie sehr schnell ins Herz geschlossen. Vielleicht auch deswegen, weil ich ihren Drang nach Freiheit und der Natur total nachvollziehen kann. Sie ist eine tapfere, junge Frau, die sich gegen die Regeln der damaligen Zeit auflehnt und sich nicht zu Herzen nimmt, was andere von ihr denken. Ihre freche Art, vor allem Konrad gegenüber, ist einfach nur herrlich zu lesen. Konrad hingegen ist ein total offener Mensch, der zwar seine Fehler hat, aber versucht, Dinge zu hinterfragen und zu verbessern.

Nicht nur die beiden sind wundervoll ausgearbeitete Charaktere, auch die Nebenfiguren, wie den Grafen oder Hedwigs Schwester Valerie, sind einfach wundervolle Figuren in diesem Roman. Und weil ich Hedwig und Konrad wirklich gerne hatte, hat das leider auch dazu geführt, dass ich sie an der ein oder anderen Stelle gerne einmal wach gerüttelt hätte. Die beiden tänzeln um sich herum, missverstehen den anderen ständig oder kommunizieren einfach nicht miteinander.



Die Geschichte baut ja auf den Grundgedanken des Jugendturniers auf. Bis wir da ankommen, bietet das Buch aber schon einiges an Höhen und Tiefen und das Turnier selbst lässt die Spannung dann nochmal richtig ansteigen. Der Schreibstil war super zu lesen und so bildhaft, dass man sich sehr gut in den Wienerwald und die Hütte von Hedwig hineinversetzen konnte. Die Geschichte hat mir so gut gefallen, dass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr zur Seite legen wollte. Für Frauenpower und das Freiheitsgefühl gibt es daher eine klare Leseempfehlung.

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Rezensionen von DoraLupin:

Sehr berührende Geschichte rund um den Kindersuchdienst des DRK

Der Kindersuchdienst von Antonia Blum

Ich liebe historische Romane von denen ich noch etwas lernen kann und vom Kindersuchdienst hatte ich vorher noch nicht so viel gehört. Ich war deshalb sofort Feuer und Flamme als ich von diesem tollen Klappentext erfahren habe. Das Thema hat mich wirklich berühren können und ich habe ein paar tolle Stunden mit dem Buch verbracht!

Inhaltlich begleiten wir im Hamburg des Jahres 1955 die schüchterne Annegret und die vornehme Charlotte.

Die beiden arbeiten Seite an Seite beim Kindersuchdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Doch als ein Geheimnis aus Charlottes Vergangenheit ans Licht kommt, droht ihre Freundschaft zu zerbrechen. Dabei braucht Charlotte gerade jetzt Annegrets Hilfe, um die Eltern der kleinen Monika zu finden, die als Säugling auf einem Bauernhof ausgesetzt wurde. Als dann auch noch der Kindersuchdienst vor dem Aus steht, liegt das Schicksal Tausender Waisen plötzlich in Annegrets und Charlottes Händen. Nicht nur ihr Chef steht ihnen dabei im Weg, sondern auch der gut aussehende Hauptkommissar Hartmann von der Kriminalpolizei. Dabei verbindet ihn und die beiden Frauen dasselbe Ziel: die verlorenen Kinder wieder zu ihren verzweifelten Familien zu bringen.

Der Schreibstil war sehr locker und gut zu lesen und konnte mich schnell in seinen Bann ziehen. Kapitelweise wechselnd ist das Buch aus Sicht von Annegret und Charlotte geschrieben, wobei ich Annegret noch eine Spur sympathischer fand und noch etwas mehr mit ihr mitgefiebert habe. Annegret hat es sehr schwer, denn da sie alleinerziehend ist findet sie keine Anstellung und nur durch die Notlüge ledig zu sein bekommt sie überhaupt den Job beim Suchdienst des DRK. Zudem hat sie eine Art Lese- und Rechtschreibschwäche die ihr sehr hinderlich ist und ihr Vorgesetzter versucht alles sie schnell loszuwerden. Sie steht also sehr unter Druck alles richtig zu machen und ist dennoch eine sehr tolle, freundliche und kompetente Mitarbeiterin. Charlotte stattdessen hat bisher immer alles in den Schoß gelegt bekommen vom reichen Elternhaus und erfährt im Kindersuchdienst erstmals was harte Arbeit bedeutet aber auch wie schön es sein kann einem Kind und seinen Eltern zu helfen und diese zusammenzuführen. Das Buch und das Thema konnten mich sehr bewegen und ich fiebere deshalb schon jetzt auf den zweiten Band der Reihe und kann es kaum erwarten ihn zu lesen. Die Autorin schafft es einfach wunderbar einen mit in eine Zeit zu nehmen in denen viele Kinder und Eltern sich aus den Augen verloren hatten und die dennoch auch schon von ein wenig Aufschwung erzählt. Ein wahrhaft großartiges Buch, das mich überraschen konnte und mir sehr gefallen hat. Unbedingte 5 Sterne und eine Leseempfehlung von mir.

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Rezensionen von Sternzauber:

Lebensfreude und das eigene Ich

Merci Agneta von Emma Hamberg

Das Cover von „Merci Agneta“ erkennt jede LeserIn des ersten Bandes gleich als zugehörig zu „Bonjour Agneta“ und das gefällt mir sehr. Außerdem hat die Darstellung des teilweise sichtbaren Frauenkörpers im rosa Kleid eine ungewöhnliche Präsents und strahlt eine starke Lebendigkeit sowie Bewegung in sich aus, was hervorragend zur Geschichte passt.

Die Geschichte baut auf dem ersten Buch der Autorin auf und erzählt die Entwicklung von Agneta weiter. Sie hat ihr altes Leben in Schweden, das von Pragmatismus und Kälte geprägt war, verlassen, kümmert sich um den dementen Einar in Saint Carelle und lernt sich selber, ihre Bedürfnisse und Wünsche immer besser kennen. Sie kommt in Einklang mit sich selber und genießt das Leben in vollen Zügen, doch dann ist das Kloster, in dem sie mit Einar lebt und ein Zuhause gefunden hat, plötzlich bedroht und Agneta muss um alles kämpfen, was ihr Lieb und Teuer geworden ist…

Emma Hamberg schreibt ihre Geschichte in einer ganz eigenen, individuellen und unglaublich lebendigen Sprache, die das pralle Leben, viel Leidenschaft und eine wundervolle Umgebung so verpackt, dass ich als Leserin (die auch den ersten Band kennt), ganz in diese besondere Welt aus Licht und Genüssen eingetaucht bin. Die Geschichte lässt sich sehr leicht und angenehm lesen und sie sprüht wirklich voller Lebensfreude und Genuss.

Wie auch im ersten Teil von Agnetas Reise zu sich selbst, spielen eine intensive Körperlichkeit und Erotik eine wesentliche Rolle. Eigentlich ist das gar nicht so mein Bereich, aber zu dieser Geschichte passt es so gut, dass ich diese Themen nicht als aufgesetzt und störend, sondern als stimmig erlebe. Die emotionale Entwicklung Agnetas steht dem in nichts nach und so enthält diese Geschichte eine erstaunliche Tiefe und viele wertvolle Erkenntnisse über das Leben und den Umgang mit sich selbst. Die wichtigste Aussage ist für mich jedoch die, dass jeder Mensch sich selber wertschätzen, sich selber sehen und seinen Bedürfnissen (soweit möglich) gerecht werden sollte. Diese Erkenntnis durchdringt Agnetas Reise und bietet für mich das Potential auch vielen LeserInnen einen Anreiz zu schenken. Sehr berührt hat mich zu diesem Thema auch das Nachwort der Autorin.

Ergänzt wird Agnetas persönliche Entwicklung mit allen Irrungen und Wirrungen, durch weitere Themen, die so geschickt in die Handlung eingeflochten sind, dass sich eine runde Geschichte und ein lebendiges Kaleidoskop an Erlebbarem ergibt. Z. B. spielen Trauer, Liebe und Verliebtheit, Verlust, verschiedene Lebenswege und Freundschaft eine wichtige Rolle. Die teilweise ungewöhnlichen oder sogar skurrilen Eigenschaften der ProtagonistInnen bilden einen weiteren Aspekt dieser Geschichte und sorgen für so manches Schmunzeln.

Ich würde auf jeden Fall empfehlen die Bücher in der aufeinander folgenden Reihenfolge zu lesen, denn nur so machen sie für mich Sinn und nur so kann der Leser Agnetas Entfaltung wirklich verfolgen. An Hand dieser Geschichte gehe ich stark davon aus, dass es einen weiteren Band geben wird und freue mich bereits sehr darauf Agneta erneut begegnen zu dürfen!

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Rezensionen von Marw76:

Schön und bewegend geschrieben

Für immer an deiner Seite von Sarah Martens

Cover: Auf dem Cover sieht man die Protagonistin Emma und den Terriermischling Sam in der wunderschönen Landschaft Schottlands. Das Cover passt wirklich perfekt zum Inhalt des Buches und lässt schon auf die tiefe Kraft der Verbundenheit zwischen Menschen und Tieren schließen.

Inhalt: Emma und Daniel leben die große Liebe.

Im kommenden Sommer wollen sie endlich heiraten. Dann aber erhält Daniel eine schlimme Diagnose – und anstatt sich in die Hochzeitsvorbereitungen zu stürzen, beginnt Emma das neue Jahr mit Daniels Beerdigung. Der Verlust ist unerträglich, sie zieht sich komplett zurück. Doch damit Emma nicht zu sehr in ihrer Trauer versinkt, hat Daniel vorgesorgt. Zu ihrem Geburtstag erhält sie posthum von ihm ein Geschenk: Terrier-Mischling Sam. Anfangs ist Emma von dem neuen Mitbewohner wenig begeistert, aber Sam lässt nicht zu, dass sie sich aufgibt. Die gemeinsamen Spaziergänge werden immer länger, die Besuche in der Hundeschule ausgedehnter. Sam findet außerdem Gefallen an Tierarzt Benjamin. Der ist charmant, einfühlsam und würde gut zu Sam und Emma passen. Aber ist Emma wirklich bereit, ihn trotz ihrer Trauer um Daniel in ihr Leben zu lassen?

Meine Meinung: Der Schreibstil ist einerseits sehr gut zu lesen und locker geschrieben, dabei aber sehr emotional und tiefgründig. Ich habe sehr schnell mit Emma mitgelitten und konnte sie in ihren Gedanken und Gefühlen so gut nachvollziehen! Im Buch wird sehr berührend beschrieben was es bedeutet, wenn die große Liebe plötzlich nicht mehr da ist und was für ein langer, steiniger Weg es ist wieder glücklich zu werden. Sehr authentisch und realistisch schreibt die Autorin immer wieder von Rückschritten, aber auf von großer Hoffnung und glücklichen Momenten trotz dem inneren Schmerz. Besonders schön zum Inhalt kommt in diesem Roman, wie heilsam es sein kann ein Tier an seiner Seite zu haben und mit ihm durch dick und dünn zu gehen. Das Buch wird vorallem aus Sicht von Emma beschrieben und als Leser kommt man ihr deshalb sehr nahe, aber auch Daniel kommt durch Briefe zu Wort und macht das Buch sehr emotional. Sehr süss sind auch einige kurze Kapitel aus Sicht von Hund Sam geschrieben. Ein wirklich tolles und sehr berührendes Buch, das ich gerne gelesen habe. Von mir eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne

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Rezensionen von Sternzauber:

Ein Buchkunstwerk mit Fernwehgarantie

Schauplätze der Weltliteratur von John Sutherland

Das Cover von „Schauplätze der Weltliteratur – eine Reise zu berühmten Orten großer Werke“ mag ich sehr. Die Begrenzung der Farben auf wenige Exemplare lässt es harmonisch, in sich rund und nicht überladen erscheinen, obwohl viele Details zu entdecken sind. Ich mag es sehr, dass bereits einige Orte anklingen und auch die Gestaltung des Buchtitels im Bild gefällt mir sehr.

Das Buch ist hochwertig ausgestattet, fest gebunden und im Inneren erwartete mich als Leserin eine sehr ansprechende und wunderschöne Mischung aus Bild und Text. Ehrlicherweise muss ich gestehen, das sich mir eigentlich einen Band vorgestellt hatte, in dem reale Schauplätze der Weltliteratur in Fotos und Bildern dargestellt werden, ähnlich wie in einem Reiseführer, so dass ich eine visuelle Vorstellung davon erhalte, wo die Geschichten angesiedelt sind. Vielmehr ist dieses Buch jedoch eine Verknüpfung verschiedener Kunstrichtungen, denn den literarischen Texten und Beschreibungen werden meistens Werke der bildenden Kunst zur Seite gestellt. Nur selten gibt es Fotos eines Ortes, aber teilweise Kartenmaterial. Anders als gedacht, aber mich hat dieses Konzept sehr überzeugt, da es mir einfach ausgesprochen gut gefällt.

In einem Rahmen von 2-3 Seiten werden einzelne Bücher vorgestellt, die eine besondere Beziehung zu dem Ort zeigen, an dem ihre Geschichten spielen und wir erfahren zudem Interessantes zu den AutorInnen. Auch ein kleines Bild der Schriftstellerin oder des Schriftstellers ist jeweils vorhanden und immer wieder gibt es kurze Auszüge aus dem literarischen Werk. Dabei ist das Buch in 4 Kapitel unterteilt, die die Bücher zeitlich zuordnen und so von „romantischen Aussichten“, über „Kartierung der Moderne“ und „Nachkriegspanoramen“ bis hin zu „zeitgenössischen Schauplätzen“ reichen.

Für mich ist dieses Buch wirklich ein Kunstwerk, denn es ist üppig und liebevoll gestaltet! Außerdem zeigt es sich so vielfältig, dass sicherlich jede/r LeserIn etwas finden, kann, das sie oder ihn besonders interessiert und ich für mich habe auch viele Anregungen für zukünftige Lesegenüsse entdeckt. Ich finde es äußerst spannend die Bücher an Hand ihrer Schauplätze kennen zu lernen, denn der Ort beeinflusst eine Geschichte natürlich maßgeblich und ich kann dieses Buch nur allen Buchliebhaberinnen und reiselustigen Lesern empfehlen – viel Spaß unterwegs!

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Rezensionen von Liselottchen:

Turbulent spannender zweiter Teil

Der Ruf des Horizonts von Jaane Janssen

Vier Jahre sind vergangen, seit Lian verletzt von seiner Walfängerfahrt nach Borkum zurückgekehrt ist. Sventje hat gelernt, Seifen herzustellen, und hält so ihre Familie über Wasser, Lian trägt mit seinen Tischlerfähigkeiten zum Unterhalt bei. Den Gutsherrn Valentin hat Sventje in der Zeit nicht mehr gesehen oder gar getroffen.

Hebamme Fenna bringt Schwester Johanna auf die Insel, Ordensschwester, die damals das Findelkind Sventje aufgezogen hat. Doch dann wird Lians bester Freund Joris vermisst und er zieht ihn wieder zur See zurück.
Als Sventjes älteste Tochter Lavea von einem Ziegenbock schwer verletzt wird, muss sie einen Arzt holen, dabei trifft sie erneut auf Valentin. Und wiederum hilft der Gutsherr, wo er kann ...

Die Geschichte hat mich ebenso berührt, wie schon der erste Teil. Nach einem beschaulich ruhigen Beginn nimmt die Story rasch an Fahrt auf. Die Autorin versteht es, historische Tatsachen perfekt in einem spannenden Roman zu verarbeiten. Es ist erstaunlich, was Frauen damals leisten mussten, um ihre Familien durchzubringen, da die Männer auf See und somit abwesend waren. Die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen hatten, sind unglaublich. Der Aberglaube war allgegenwärtig und verleitete Menschen oft grausam handeln. Bedauerlich fand ich, dass hier einige nicht ihre wohlverdiente Strafe bekommen haben. Auch die Perspektive von Lian, was er auf dem Walfängerschiff und auf der Suche nach seinen Freunden in der eisigen Kälte fast bis zum Nordpol erleben muss, ist unheimlich spannend geschrieben. Der bildhafte Schreibstil ließ mich tief in die Story eintauchen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, denn die unerwarteten Wendungen und Enthüllungen halten den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht.
Eine tiefgehend berührende Geschichte, die als Sahnehäubchen auch noch mit einem eindrucksvoll überraschenden Schluss aufwartet. Ein absolutes Lese-Highlight.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

Hinter verschlossenen Türen

Konklave von Robert Harris

Dieses Buch lag nun mindestens 3 Jahre lang in meinem „sollte-ich-eventuell-doch-mal-lesen“-Regal, Jetzt habe ich es – natürlich aus aktuellem Anlass! – tatsächlich gelesen.

Erwartet habe ich einen soliden Thriller. Aber dieses Buch ist ein klein wenig anders: wenig Action, fast keine Gewalt.

.. und trotzdem spannend. Die Handlung beschränkt sich ausschließlich auf das Konklave selbst. 8 immer gleiche Wahlgänge werden beschrieben und die Zeit dazwischen natürlich auch. Es ist Harris Erzählkunst geschuldet, dass man weiterliest.

Abwechslungsreich ist es ja trotzdem, denn die Leserin erfährt interessante Details über seltsame Zeremonien, alte Gesetze, klerikale Hierarchien und aus der Zeit gefallene Traditionen. Ich staunte in dieses wunderliche Universum.

Der Autor thematisiert durchaus auch aktuelle Fragen und Strömungen innerhalb der katholischen Kirche. Nicht plakativ, sondern ganz nebenher im Rahmen der Diskussionen der Kardinäle.

Aber sogar diese höchsten katholischen Würdenträger sind nur Menschen und so entspinnt sich ein handfester Machtkampf mit zahlreichen Intrigen und Skandalen. Sogar der Erleuchtung durch den Hl. Geist wird durch finanzielle Transaktionen nachgeholfen. Alles zusammen recht profan, aber vermutlich lebensnah. Selbstverständlich ist jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und tatsächlichen Vorkommnissen völlig unabsichtlich und rein zufällig. Logisch!

Eine außergewöhnlich gute und informative Geschichte. Eigentlich.
Leider gibt Harris dem Roman am Ende noch eine Wendung, die für meinen Geschmack zu unglaubwürdig und zu gewollt ist. Vielleicht habe ich den tieferen Sinn dieses Twists auch nur nicht verstanden. Aber er hat zur Folge, dass ich nach guten Lesestunden im Endeffekt buchunzufrieden zurückbleibe.

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Rezensionen von Claudia R.:

drachenstark

Drachenmärchen von Erik Schreiber

Klappentext / Inhalt:
Der Drache ist ein in den Mythologien überall auf der Welt ein bekanntes Fabelwesen. In Europa hat der Drache hauptsächlich Echsengestalt mit lederartigen Flügeln. Ohne diese Flügel wird er Lindwurm gennant. In Asien besitzt der Drache keine Flügel, ist jedoch in der Lage, durch die Luft zu laufen.

In Mittel- und Südamerika ist der Drache eindeutig eine Schlange, die durch die Luft fliegt. Trotz ihres andersartigen Aussehens übernimmt sie die Drachenrolle. Daneben ändert sich das aussehen oder seine Eigenschaften, etwa mehrere Köpfe, oder acu Löwenpranken oder Vogelähnliche Füße, und oft die Möglichkeit, Feuer zu speien. In Beschreibung und Darstellung vermischt sich der Drache manchmal mit anderen Fabelwesen. Doch ist dies freilich der Stoff, aus dem die Märchen sind. Der Drache ist im europäischen Märchen ein häufig auftretendes Fabelwesen, besonders in Ost- und Südosteuropa. Ein wiederkehrendes Motiv ist dabei der Drachenkampf, in dem der Held den Drachen besiegen muss. In anderen Erzählungen ist er Weise und gibt Ratschläge. Doch meist ist es der Gegner, der vom Held bezwungen werden muss. Oft bewacht der Drache einen Schatz, als Drachenhort bezeichnet, wie in der Siegfriedsage oder im Beowulf.

Cover:
Das Cover wirkt beeindruckend und mächtig, da ein starker Drache dieses ziert und durch seine Haltung und das offene Maul bedrohlich und mächtig wirkt. Optisch und farblich ist es klasse und passend umgesetzt.

Meinung:
Um Drachen ragen sich viele Legenden und Mythen. Ein fabelhaftes Wesen, welches durch Macht und Stärke glänzt. Man wird hier in eine faszinierende und fantasievolle Welt entführt und bekommt Einblicke in unterschiedliche Erzählungen und Legenden dieser fabelhaften Wesen.

13 verschiedene Märchen und Legenden erzählen hier über mächtige und legendäre Drachen. Wer kennt sie nicht? Siegfried im Kampf gegen den Drachen oder die Legende des achtköpfigen Drachen? Wenn nein, dann solltet ihr hier auf jeden Fall einlesen und auch wenn ihr diese bereits kennt, schadet es nie das Wissen aufzufrischen.

Am Ende gibt es dann auch noch einen Überblick über die Herkunftsländer der Märchen, dies fand ich auch sehr interessant.

Die Geschichten und Erzählungen selbst sind spannend und interessant umgesetzt. Der Schreibstil ist bildlich und beschreibend und man kann dem Ganzen sehr gut folgen. Jedes der Märchen und Erzählungen hat seinen ganz eigenen Stil, daher gibt es durchaus welche, die einen mehr ansprechen und berühren und andere, die vielleicht nicht ganz den eigenen Nerv treffen.

Mir haben die Erzählungen und Sagen alle sehr gut gefallen und ich fand diese sehr interessant und spannend. Mehr über Drachen zu erfahren ist eh klasse, da ich Drachen sehr faszinierend und beeindruckend finde. Mich konnten die Erzählungen vollkommen mitreißen und überzeugen.

Für Drachenfans auf jeden Fall empfehlenswert.

Fazit:
Drachenlegenden und sagenhafte Erzählungen, die beeindrucken und faszinieren.

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