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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Ende gut – alles gut

Umweg zum Sommer von Stefan Kuhlmann

Das hatte ich absolut nicht vermutet, als ich das Buch angefangen habe zu lesen.

Musiker Martin, 49, der 1999 seinen bisher einzigen Hit gelandet hat, bekommt von seinem Agenten, der ihn eigentlich schon abgeschrieben hat, den Auftrag als Bassist bei einer Band bei einem Rock-Festival an der Südküste Portugals einzuspringen.

Gage gibt es zwar nicht und auch die Anreise muss er selbst finanzieren. Aber er darf dort seinen alten Hit, der hier und da noch im Radio gespielt wird, und zwei seiner neuen Songs spielen.
Ausgerechnet jetzt hat seine alleinerziehende Schwester Nicole einen Burn-Out und muss für einige Wochen in eine Klinik im Schwarzwald. Martin soll in dieser Zeit auf ihren zwölfjährigen Sohn, seinen Neffen, Karl aufpassen. Es sind zwar gerade Sommerferien, aber Karl bei seiner Oma zu lassen, steht absolut ausser Frage. Also machen sie sich mit Martins altersschwachem Volvo zu zweit auf einen unvergesslichen Roadtrip quer durch Europa. Um das wenige Geld, das sie haben, bei Übernachtungen zu sparen, wird hauptsächlich bei Martins Verflossenen genächtigt. Was nicht immer ganz ohne Probleme und Peinlichkeiten abläuft. Immer die Angst im Nacken, dass Nicole, die ja ab und zu anruft, ihnen auf die Schliche kommt. Außerdem weiß Karl ganz genau, welche Knöpfe er bei Martin drücken oder wie er sich gebährden muss um seinen Willen zu bekommen. Und dann kommen sie bei diesem Festival an...
Was auf dem Weg dorthin, dort und auf der Rückreise noch so alles passiert, das müsst ihr in dem neuen Roman von Stefan Kuhlmann "Umwege zum Sommer" selbst lesen. Es lohnt sich!

Mit Martin, einem Lebenskünstler, der vom Geld seiner Schwester lebt, sich überall durch schnorrt, sich selbst für den Coolsten und Größten hält und für den alle anderen Menschen durchschnittliche Spießer sind, hatte ich anfangs so meine Probleme. Aber dann kommt sein Neffe Karl, der mit seinen 12 Jahren irgendwie schon so viel weiter und reifer scheint als sein Onkel. Auch er hat mich anfangs mit seiner Besserwisserei und seinen Sprüchen ein bisserl genervt. Aber Stefan Kuhlmann hat es geschafft, dass sich nicht nur die Beiden zu einem unschlagbaren Team mit ganz speziellen und witzigen Dialogen entwickeln, sondern auch mich ganz und gar für sich einnehmen. Ich fand es so schön mitzuerleben, wie Martin sich langsam öffnet, sein harter Kern langsam aufweicht und aus dem emotionslosen, verschlossenen Mann ein richtiger Gefühlsmensch wird.
Dieser Roadtrip von Berlin nach Portugal hat mir auch wegen der Landschaftsbeschreibungen, vor allem entlang der Côte d’Azur sehr gut gefallen. Ich habe mich sofort an Vieles erinnert, was ich bei einem Tripp entlang der französischen Südküste vor Jahren gesehen und erlebt habe. Auch das macht dieses Buch für mich persönlich zu etwas ganz besonderem.
Und ja – Ende gut, alles gut. Wie das zustande kommt – auch das wird nicht verraten. Aber ich fand es klasse, dass sich alles auf diese Weise gelöst hat.

Eine spannende, humorvolle, manchmal auch tiefgründige Geschichte mit zwei sehr menschlichen und vor allem interessanten Charakteren. Mich hat der Trip an die Küste Portugals und zurück sehr gut unterhalten.

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Rezensionen von rainbowly:

Zu viele Schwachstellen

The Island - Auf der Flucht von Nicola Martin

Inhalt
Lola muss dringend weg aus Hongkong. Als ihr alter Freund Moxham ihr einen Job im Paradies, auf Keeper Island, anbietet, nimmt sie kurzentschlossen an. Doch kaum dort angekommen ist sie schon wieder von Tod, Geheimnissen und Intrigen umgeben.

Meinung
Die Geschichte war auf jeden Fall spannend, aber auch recht nüchtern erzählt.

Es gibt Geheimnisse in Lolas Vergangenheit und auch auf der Insel läuft irgendetwas Merkwürdiges ab. Und man möchte durchschauen, was passiert ist, wer darin verwickelt ist und folgt gemeinsam mit Lola den Spuren. Irgendwie beäugt man jeden den man trifft misstrauisch. Und irgendwann war ich mir auch nicht mehr sicher, ob man Lola überhaupt vertrauen kann. Das hat mich sehr neugierig auf die Auflösung gemacht.
Zwischendurch gab es aber einige Längen, weil die Story nicht so richtig voran kam.
Manches Mal wurden Szenen ausführlich beschrieben, die die Geschichte nicht weiter bringen und spannende Details wurden dann nur kurz abgehandelt.
Am Ende gibt es dann noch einen Showdown, der mich gefesselt hat, aber nicht wirklich begeistern konnte.
Was mich auch gestört hat war, dass das Hotelsetting für mich nicht sehr realistisch dargestellt wurde. Die Arbeitsabläufe waren unlogisch. Die meiste Zeit war das Personal im Personalcamp. Es wurde sich zwar über lästige Gäste beschwert und Partys ausgerichtet, aber bei denen haben die Angestellten immer mitgefeiert, anstatt wirklich zu arbeiten. Und ich wusste die ganze Zeit nicht, was eigentlich Lolas Aufgabe war.
Die meisten Gäste und Angestellten, die man trifft, konnte ich kaum unterscheiden, weil sie so austauschbar waren, weshalb es manchmal auch schwierig war Lolas Nachforschungen zu folgen.

Fazit
Eine spannende Idee, mit einer unterschwelligen Spannung, aber zu vielen Schwachstellen.

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Rezensionen von Gilasbuecherstube :

Ein rundum gelungener Auftakt

Night Of Blood von Tanja Neise

Wow – was für ein Buch!
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn Night of Blood hat mich von der ersten Seite an gefesselt und begeistert. Tanja Neise hat mich mitten in eine düstere, magische Welt geworfen, aus der ich am liebsten gar nicht mehr auftauchen wollte.
Schon auf den ersten Seiten spürt man die Gefahr und vor allem die Verbindung und die knisternde Spannung zwischen den Figuren.

Besonders beeindruckt hat mich das Worldbuilding:
Eine Welt voller Magie, mystischer Wesen und uralter Geheimnisse. Tanja Neise hat sie so bildhaft und lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, mich selbst mitten im Geschehen zu befinden.

Lumiel und Shay sind zwei Gegensätze, die eigentlich Feinde sein müssten, aber durch das Schicksal auf dramatische Weise miteinander verbunden werden.
Ihre Beziehung ist intensiv, voller Emotionen und wunderbar feinfühlig erzählt. Diese stille Nähe, das unausgesprochene Vertrauen trotz aller Zweifel – einfach meisterhaft, wie Tanja diese Gefühle transportiert.

Und dann ist da noch Sam...
Er hat sich ganz leise in mein Herz geschlichen – und ist dort geblieben.❤️

Der Schreibstil ist ein Traum: bildhaft, gefühlvoll und mitreißend. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Besonders der Kodex zwischen den Kapiteln hat mir regelmäßig Gänsehaut beschert.

Manchmal ging mir die Handlung fast ein wenig zu schnell – doch das war mir völlig egal, denn die Emotionen haben einfach alles überstrahlt.
Die Autorin hat mit diesem Buch mein Herz im Sturm erobert.
Und dann... dieser Cliffhanger! Puh...????

Für mich ist Night of Blood ein rundum gelungener Auftakt – voller Gefühl, Spannung und Magie.
Danke, Tanja, für diese intensive, berührende Geschichte. Ich bin sowas von bereit für Band 2!

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Rezensionen von ReiShimura:

Zusammenhalt, Gemeinschaft und Freundschaft

Pauli - Ein Garten für alle von Brigitte Weninger

Die erste Geschichte rund um das kleine Kaninchen Pauli erschien bereits 1996. Knapp 30 Jahre später bin ich zum ersten und definitiv nicht zum letzten Mal mit Pauli in Berührung gekommen. Innerhalb weniger Tage hatten wir das Glück, dass wir zwei Bücher geschenkt bekommen haben. Passend zum Muttertag wurde uns das Buch "Pauli - Liebste Mama" überreicht und wenige Tage später durfte dieses Buch bei uns einziehen.

Sowohl ich als auch der kleine Leser, haben uns sehr darüber gefreut. Den schönen Platz im Bücherregal den ich für die Bücher ausgesucht habe, haben die Bücher bis dato aber nur aus der Ferne gesehen. Denn seitdem die Bücher bei uns eingezogen sind, müssen sie quasi ununterbrochen vorgelesen werden.
In den meisten Fällen bin ich nach einer gewissen Zeit genervt, wenn ich immer und immer wieder das gleiche Buch vorlesen muss. Es wird einfach langweilig und man wünscht sich ein wenig Abwechslung. Lustigerweise ist mir dies bei diesem Buch noch nicht passiert. Dies liegt einerseits an dem wirklich entzückenden Text, der sich prima vorlesen lässt und eine angenehme Länge ausweist. Auch der zweijährige kleine Leser hat seine Freude daran und ist mit der Länge zufrieden. Viel länger dürfte es in dem Alter glaube ich nicht sein, da das still sitzen noch immer ein wenig schwerfällt. Wobei das Buch ja eigentlich eine Altersempfehlung von 4 Jahren hat. Andererseits sind aber auch die Illustrationen äußerst ansprechend und wunderschön. Die Farben sind ein wenig gedeckter im Vergleich zu anderen Kinderbüchern, aber absolut stimmig zum Thema. Eva Tharlet hat hier wirklich eine hervorragende Arbeit abgeliefert.
Das Thema Garten und Pflanzen ist für den kleinen Leser sehr interessant und man merkt, dass er Erfahrungen aus seinem Alltag mit dem Buch kombiniert. Daher finde ich es besonders schön, dass Pauli zuerst seinen Papa dazu bringt im Garten zu helfen. Denn auch bei uns zuhause ist der für den Garten und das Gießen der Blumen verantwortlich.
Gute Kinderbücher zeichnen sich meiner Meinung nach aber nicht nur durch gute Texte und ansprechende Illustrationen aus. Mir persönlich ist auch die Botschaft des Buches wichtig, denn ich finde es besonders wichtig und wertvoll, wenn Kinder aus den Büchern auch noch etwas mitnehmen können. Auch in diesem Punkt hat Autorin Brigitte Weninger alles richtig gemacht. Denn mit diesem Buch lernen auch die Kleinsten wie wichtig Zusammenhalt, Freundschaft und Gemeinschaft ist. Und auch, dass zusammen alles viel mehr Spaß macht. Außerdem zeigt sie auf eine spielerische Art und Weise, dass wir uns um unsere Pflanzen und die Natur kümmern müssen. Auch dies eine sehr wichtige Botschaft, die Kinder nicht zu früh lernen können.
Pauli hat unsere Herzen, sowohl die kleinen als auch die großen im Sturm erobert und es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Ich hoffe, dass wir noch in den Genuss weiterer Abenteuer des kleinen Kaninchens kommen werden. Dieses Buch kann ich wirklich nur von Herzen weiterempfehlen.

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Rezensionen von Katzenmicha:

Neuanfang

Die Trümmerschule - Zeit der Hoffnung von Beate Maly

Stella Herzig ist eine jüdische Lehrerin,vor dem zweiten Weltkrieg floh sie von Wien nach London,sie kehrt nach 8 Jahren 1946 nach Wien zurück.Endsetzt erkennt sie das das Wien, an das sie sich aus guten Tagen erinnert, es gibt es nicht mehr.In den weitgehend zerstörten Schulen herrscht nach wie vor der Geist des Nationalsozialismus.

Sie kommt erst mal bei ihrer Freundin Feli unter. Feli hat ihr auch am Lindengymnasium eine Anstellung als Deutsch- und Englischlehrerin verschafft.Das Lindengymnasium liegt im amerikanischen Sektor, in dem sich im Gegensatz zum sowjetisch besetzten Bezirk um einiges besser leben lässt.Ihr Direktor ist fortschrittlich und unterstützt moderne Lehrmethoden. Aber bei der Kollegenschaft ist schwarze Pädagogik, Demütigung der Schüler und der Rohrstock noch präsent. Stella eckt mit ihrer fortschrittlichen Art zu Unterrichten an.Sie ermutigt im Gegensatz zu ihren Kollegen die Kinder, über den Krieg und Erlebtes zu sprechen.Auch Stella wird immer wieder von ihren eigenen Erinnerungen eingeholt. Und dann begegnet sie einem Mann , der in ihr neue Hoffnung weckt…

Die Autorin Beate Maly hat einen fließenden und bildhaften Schreibstil.Sie nimmt den Leser mit in die dunkle und schlimme Zeit nach dem Krieg.Die Geschichte der jüdischen Lehrerin Stella habe ich als sehr authentisch empfunden,man sah es richtig vor seinen Augen.Das Cover spiegelt die Zeit und das Gesehen sehr gut wieder.Sehr gerne 5 Sterne und ich bin gespannt auf den nächsten Teil der Reihe.

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Rezensionen von Skanus:

Bis ins Innerste berührt

How To Save A Life von Silvia Maria de Jong

Das herausragende Merkmal dieses Thrillers ist die einfühlsame und tief ergreifende Schilderung der Gefühle der Protagonisten. Für jeden Leser, der selbst über ein hohes Einfühlungsvermögen und viel Empathie verfügt, ist die Lektüre dieses Buches ein Hochgenuss.
Die Protagonisten sind starke Persönlichkeiten, aber nicht diese toughen, abgebrühten Typen, die Härte demonstrieren und so tun, als hätte die Seele nichts zu melden und Gefühle seien ein Zeichen von Schwäche.

Das, was Cassie in der Geschichte widerfährt, ist ein einschneidendes, lebensveränderndes Moment. Darüber, dass dies Veränderungen nach sich zieht, muss niemand diskutieren. Das ist Fakt! Geschichten, die diese Tatsache ignorieren, gehen komplett an der Realität vorbei und erschaffen lebensfremde Figuren.
Was ich als wirklich schönes Plus an der Geschichte sehe, ist die Gegebenheit, dass beide Hauptfiguren auf der emotionalen Schiene fahren. Das bringt sie einander näher und ermöglicht tiefergehendes gegenseitiges Verstehen.
Hier wird nicht mit Gefühlen gekämpft, sondern mit ihnen gelebt und sie als Lebensmotor gesehen. Sie gestalten das weitere Handeln, nicht irgendein sturer Kopf, der von lebensfernen Überzeugungen nur so strotzt.
Gefühle lassen sich nun mal nicht steuern. Dieses Buch ist ein wunderbares Zeugnis davon, dass spannende Geschichten entstehen können, wenn Gefühle das Sagen haben. Und das diese Storys eine erzählerische Dynamik entwickeln können, die den Leser in seinem Innersten treffen.

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Rezensionen von ReiShimura:

Wird dem Hype nicht ganz gerecht

Great Big Beautiful Life von Emily Henry

Emily Henry war für mich bis dato eine Unbekannte und das, obwohl sie anscheinend in den letzten Jahren zu den ganz Großen im Bereich der Liebesromane zählt. Dies liegt vermutlich daran, dass ich in den letzten Jahren eher wenige Neuerscheinungen gelesen habe, daher bleibt der meist unvermeidliche Vergleich mit anderen Werken von ihr aus.

Das Cover ist überhaupt nicht mein Fall, da es für meinen Geschmack zu nichtssagend ist. Daher hätte ich das Buch ignoriert, wenn ich nicht einige Empfehlungen dafür gelesen hätte. Allerdings habe ich auch feststellen müssen, dass diese Art von Cover gerade bei neueren Romanen dieses Genres äußerst beliebt ist.
Benjamin Stevenson erörtert in seinem Roman "Die mörderischen Cunninghams - Jeder im Zug ist verdächtig" das es eine Art Checkliste gibt, die man abarbeiten muss, wenn man einen guten Kriminalroman schreiben möchte. Ich denke, diese Art von Liste gibt es für wahrscheinlich fast alle Arten von Romanen und bei Emily Henry habe ich das Gefühl, dass sie sehr darauf geachtet hat auch keines der Häkchen auszulassen. Wobei es doch einen Punkt gibt, an dem die Autorin mich überrascht hat. Denn das Hörbuch wird nur von einer einzigen weiblichen Stimme gelesen. Ich bin es gewohnt, dass diese Art von Büchern von zwei Stimmen, einer weiblichen und einer männlichen, gelesen werden. Im ersten Augenblick war ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll, allerdings muss ich sagen, dass Christiane Marx dies hervorragend gemacht hat und ich mir an keiner Stelle einen zweiten Sprecher gewünscht hätte. Die Stimme von Christiane Marx gefällt mir in all ihren Facetten sehr gut und ich mag vor allem ihre Sprachmelodie. Ich bin bereits dabei die Augen offen zu halten, ob ich noch weitere Hörbücher mit ihr als Sprecherin entdecke.
Das Buch vereint im Prinzip zwei Geschichten in einem. Da gibt es einerseits die Gegenwart und die unvermeidliche Liebesgeschichte zwischen Alice und Hayden und andererseits die Lebens- und Liebesgeschichte von Margaret Ives. Letzteres hat mir ehrlich gesagt besser gefallen als das Geplänkel zwischen Alice und Hayden. Dies liegt vor allem daran, dass da viel mehr Überraschungen versteckt waren und die Liebesgeschichte glaubwürdiger war. Auch wenn es natürlich einige Irrungen und Wirrungen zwischen den beiden Journalisten gab, war es doch im Großen und Ganzen vorhersehbar, wie es enden wird. Margaret Ives Lebensgeschichte, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte, vor allem, weil sie ja nicht nur ihre eigene, sondern die Geschichte ihrer Familie erzählt war da eindeutig fesselnder. Trotzdem muss ich auch sagen, dass mich die Emily Henry manchmal mit den handelnden Personen verwirrt hat. Dies liegt vor allem daran, dass jedes Mitglied der Familie Ives mehrere Namen hat, den richtigen Namen und den einen oder anderen Spitz- und Rufnamen. Daher musste ich mich oft konzentrieren, um der Geschichte noch folgen zu können.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und ich fand das Buch an keiner Stelle langatmig oder langweilig. Leider konnte ich das Knistern zwischen Alice und Hayden nicht spüren und mir ging die Geschichte zwischen den beiden auch ein wenig zu schnell. Dies finde ich sehr schade, denn dies ist eigentlich mein einziger großer Kritikpunkt an diesem Buch. Ich mochte die Protagonisten gerne und auch den Kleinstadt- oder eigentlich eher Kleininsel-Charme von Little Crescent. Die klassische Rollenverteilung Alice der keine Sonnenschein und Hayden der Brummbär war auch in Ordnung. Wobei ich mir hier mal einen Rollentausch wünschen würde.
Für mich persönlich ist eine glaubwürdige und nachvollziehbare Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten eines der wichtigsten Bewertungskriterien. Da Autorin Emily Henry mich in diesem Bereich leider nicht zufriedenstellen konnte, bleibt mir nichts anderes über, als das Buch nur mittelmäßig zu bewerten.

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Rezensionen von nil_liest:

Ein feministischer Roman über Wissenschaft, Mutterrollen und die stille Weitergabe von Traumata

Die Summe unserer Teile von Paola Lopez

Paola Lopez’ Debütroman Die Summe unserer Teile ist mehr als ein feinfühliges Familiendrama – er ist ein vielschichtiger, feministisch geprägter Roman über drei Generationen von Frauen, deren Leben durch familiäre Bande, kulturelle Brüche und eine gemeinsame Leidenschaft für Wissenschaft miteinander verknüpft sind.

Die Geschichte spannt sich über acht Jahrzehnte und drei Kontinente – von Polen über den Libanon bis nach Deutschland – und behandelt zentrale Themen wie Selbstbestimmung, Rollenerwartungen, intergenerationale Traumata und das Ringen um Versöhnung.

Drei Frauen, drei Wissenschaften – ein Kampf um Selbstbestimmung
Im Mittelpunkt stehen die Chemikerin Lyudmila, ihre Tochter Daria – eine Medizinerin – und ihre Enkelin Lucy, die Informatik studiert. Alle drei sind in männerdominierten Wissenschaftsfeldern tätig, alle drei müssen sich dort behaupten. Lopez zeigt, wie diese Frauen über Jahrzehnte hinweg mit den Zwängen ihrer Zeit, tradierten Rollenbildern und familiären Altlasten kämpfen.

Lyudmila flieht im Zweiten Weltkrieg aus Polen in den Libanon und widmet sich dort kompromisslos ihrer Karriere als eine der ersten Chemikerinnen des Landes. Daria wächst in Beirut auf, verlässt den Libanon während des Bürgerkriegs, wird Ärztin in Deutschland – und erzieht ihre Tochter Lucy mit strenger Fürsorge und hohen Erwartungen. Lucy wiederum lebt 2014 in Berlin, hat den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen – und wird durch die Lieferung eines alten Klaviers, Symbol ihrer Kindheit, mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Diese Generationenlinie verknüpft Lopez klug mit einer feministischen Perspektive: Die Wahl der Naturwissenschaften als verbindendes Element ist ein Statement. Die Frauen sind nicht Opfer, sondern Handelnde – wenn auch oft in stummen Kämpfen. Lopez zeigt, wie weibliche Selbstverwirklichung in männlich geprägten Kontexten oft nur unter hohen persönlichen Opfern möglich ist.

Mutterschaft als ambivalente Erfahrung
Ein zentrales Thema des Romans ist Mutterschaft – fern von Idealisierung. Lyudmila erscheint kühl und unnahbar; Daria als überfürsorglich und fordernd. Lucy fühlt sich eingeengt, nicht gesehen, überfordert von den Ansprüchen ihrer Mutter.

Lopez dekonstruiert gängige Mutterbilder und macht die Spannung sichtbar, die zwischen Fürsorge, Kontrolle und Selbstverwirklichung liegt. Keine der drei Frauen ist nur Täterin oder nur Opfer – sie sind geprägt von den Verletzungen ihrer Mütter, geben diese ungewollt weiter und versuchen gleichzeitig, ihren eigenen Weg zu gehen.

Besonders Lucy gelingt eine vorsichtige Annäherung an das, was vorher verdrängt und verschwiegen wurde. Ihre Reise nach Sopot wird zur symbolischen wie tatsächlichen Bewegung auf die eigene Familiengeschichte zu – ein tastender Versuch, den Zyklus der Sprachlosigkeit zu durchbrechen.

Das Schweigen zwischen den Generationen
Ein weiteres starkes Motiv ist das Schweigen – das Unausgesprochene, das zwischen den Generationen steht. Konflikte werden nicht benannt, sondern ausgesessen oder verdrängt. Die Figuren leiden nicht nur unter äußeren Umständen, sondern auch unter emotionaler Distanz, unausgesprochenen Erwartungen und familiären Missverständnissen.

Lopez zeigt eindrucksvoll, wie sich dieses Schweigen vererbt – und wie schwer es ist, es zu brechen. Dabei gelingt ihr eine feinfühlige Figurenzeichnung: Keine der drei Frauen wird idealisiert, doch jede erhält ihre eigene Stimme, ihre eigene Perspektive, ihre eigene innere Wahrheit. Die Wechsel der Zeitebenen sind fließend, die Übergänge zwischen den Lebensgeschichten der Frauen subtil und stimmig gestaltet.

Stil und Erzählweise
Lopez’ Sprache ist klar und atmosphärisch, mit einem Gespür für emotionale Zwischentöne. Besonders gelungen ist der Aufbau des Romans, der zwischen Zeitebenen und Perspektiven wechselt, dabei aber stets die emotionale Linie beibehält. Die narrative Struktur spiegelt das Fragmentarische der Familiengeschichte – manche Leerstellen bleiben bewusst offen und fordern die Leser*innen zur eigenen Reflexion auf.

Die wissenschaftliche Ebene – Chemie, Medizin, Informatik – dient nicht nur als Hintergrund, sondern als Ausdruck weiblicher Autonomie. Gleichzeitig thematisiert der Roman die strukturellen und persönlichen Hürden, denen Frauen in diesen Bereichen begegnen. Die Wissenschaft wird so zum Ort weiblicher Emanzipation, aber auch zur Projektionsfläche für familiäre Entfremdung.

Fazit
Die Summe unserer Teile ist ein bemerkenswerter Debütroman, der mit erzählerischer Kraft und psychologischer Tiefe drei Frauenschicksale über mehrere Generationen hinweg verknüpft. Paola Lopez erzählt von Selbstbehauptung, familiären Verletzungen und dem Versuch, eigene Wege zu gehen, ohne die Verbindung zu den Wurzeln zu verlieren.

Ein bewegender, feministisch fundierter Roman über Mütter, Töchter, Wissenschaft – und über die Frage, wie viel Vergangenheit in uns steckt. Für alle, die Familienromane mit Tiefgang, starken Frauenfiguren und gesellschaftlicher Relevanz schätzen.

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Rezensionen von BarbaraM:

Ein inspirierendes und wunderschön designtes Kochabenteuer!

Natürlich Maria von Maria Groß

„Natürlich Maria. Das Glück liegt in den kleinen Dingen. Rezepte für das Leben“ von Maria Groß ist 2025 im Christian Brandstätter Verlag erschienen und umfasst 209 herrliche Seiten.

Das Buch ist untergliedert in folgende Rezeptkategorien:
- Die Welt ist bunt – Und diese Vorspeisen sind es auch!
- Koch dich glücklich – Unkomplizierte Wohlfühlrezepte
- Das Leben ist süß – Glücksmomente zum Teilen
- Marias Basics – Grundrezepte und Vorratshaltung

Neben all den Rezepten stellt Maria auch sich selbst, ihr Restaurant und ihre Philosophie vor.

Ich hab dies gerne gelesen und mich gut informiert gefühlt.
Zusätzlich gibt es in diesem inspirierenden Buch einen QR-Code zu einer wunderbaren Playlist und außerdem unglaublich tolle Bilder, die ganz viel Flair, Herz und vor allem ein lautes und herzhaftes Lachen in das Kochbuch zaubern.
Ich mag „Natürlich Maria“ sehr und habe auch schon einiges ausprobiert, wie zum Beispiel die leckeren Roggenbrötchen, die Eierkuchen und auch den Kohlrabisalat de luxe. Die Rezepte sind alle leicht verständlich und in meinen Augen gelingsicher. Natürlich gibt es auch Rezepte, die mich nicht ganz so ansprechen, aber so ist das eben einmal mit dem persönlichen Geschmack.

Fazit: „Natürlich Maria“ informiert praxisnah und anschaulich und hat mich als Hobbyköchin sehr inspiriert. Besonders gefallen hat mir die Rezeptvielfalt und das wunderbare Design. Es lädt förmlich zum Kochen und Ausprobieren ein.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Vom gesellschaftliche Zwang, Mutter werden zu wollen ...

Hello Baby von Kim Eui-kyung

Kim Eui-kyung erzählt in diesem Buch die Geschichte von sechs Frauen, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik in Seoul begegnen. Allen ist gemeinsam, dass sie über 35 Jahre alt sind, von der Gesellschaft und der Familie dazu gedrängt werden Mutter zu werden und auf natürlichem Weg nicht schwanger werden können.

Also muss die in Südkorea hoch entwickelte IVF-Medizin helfend eingreifen.

Diese sechs Frauen sind Teil eines Chat-Gruppe, über die sie sich regelmäßig und ausgiebig austauschen. Als dann eine von ihnen nach längerem Schweigen plötzlich die Geburt ihres Babys verkündet, und nahezu gleichzeitig in einem Krankenhaus ein Neugeborenes verschwindet, schiebt sich der unerfüllte Kinderwunsch von Polizistin Jiun Han in den Hintergrund und die Ermittlerin tritt wieder in den Vordergrund.

Meine Meinung:

Südkorea ist für die meisten von uns ein Land, über das wenig bekannt ist. Mir geht es da ähnlich. Allerdings habe ich vor kurzem eine Statistik über weltweite Fertilitätsraten und Geburten gelesen. Da ist mir aufgefallen, dass Südkorea wie viel andere Industriestaaten ein Problem mit zu geringem Nachwuchs hat. Es scheint, als wäre der Widerspruch hier national Anstrengungen die Anzahl der Geburt zu steigern und dort wenig kinderfreundliche Arbeitsbedingungen der Eltern, kaum zu überbrücken. Einerseits gibt es Urlaubstage für die schmerzhafte Prozedur der IVF, andererseits sind Mütter in den Firmen nicht gerne gesehen. Dieser Spagat wird in diesem Buch recht gut geschildert.

Der Druck, den die Frauen seitens ihren Familien ausgesetzt sind, ist ernorm. Die alten patriarchalischen Strukturen sind nach wie vor vorhanden, auch wenn es scheint, dass die Schwiegermütter die treibenden Kräfte sind. Ich kenne mich ja mit dem Sozialsystem in Südkorea nicht aus, aber es klingt, als ob die Care-Arbeit für ältere Verwandte nach wie vor bei Töchtern und Schwiegertöchtern liegt. Was wieder heißt, möglichst viele dieser Gratis-Pflegerin in die Welt zu setzen. Ein Teufelskreis aus dem man schwer entfliehen kann.

Gut geschildert, auch wenn die Autorin eher sachlich bleibt, sind die Hoffnungen und Enttäuschungen der Frauen und deren Erfahrungen in den Fruchtbarkeitskliniken sowie die schmerzhaften Prozeduren. Auch die Rolle der Ehemänner wird beleuchtet, die erwarten, Väter zu werden, aber wenig dazu beitragen können und wollen. Die Einstellung, an einer ungewollten Kinderlosigkeit ist immer die Frau schuld, ist weit verbreitet.

Interessant zu lesen ist, dass kaum eine der Frauen die Mechanismen, die hinter der staatlich geförderten (und geforderten) Fruchtbarkeit hinterfragen. Sie nehmen die hohen Kosten und die gesundheitlichen Risiken auf Grund der gesellschaftlichen Verpflichtungen einfach hin. Nur hier und da, regt sich so etwas wie ein klein wenig Widerstand und der Gedanke, dass unter dem Deckmantel, Frauen zu Kindern zu verhelfen, für IVF-Spezialisten eine Menge Geld zu verdienen ist.

Fazit:

Ein interessantes Buch über den Zwang, unbedingt Mutter werden zu wollen oder zu müssen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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