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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von booklover00:

Top!

tiptoi® Abenteuer Großwerden - Piet kommt in den Kindergarten von Sandra Grimm

Piet kommt in den Kindergarten und ist ganz nervös. Das ist natürlich verständlich. Doch das legt sich schnell, denn es gibt hier viel zu entdecken. Er lernt neue Kinder kennen und erlebt einen spannenden ersten Tag.

Die Audiodatei lässt sich problemlos auf den Stift spielen und nach einer kurzen Einführung lässt sich dieser ganz leicht bedienen.

Zusätzlich zu dem gesprochenen Inhalt gibt es kurze Texte, die man selbst vorlesen kann. Eine tolle Ergänzung! Am meisten hat uns die vielfältige Gestaltung begeistert. Jede Seite ist ein echter Hingucker. Es gibt unzählige bunte Motive und fast zu jedem ertönt auch ein passendes Geräusch. So kommt absolut keine Langeweile auf. Wir haben den Stift nun sehr häufig benutzt und der Akku hält wirklich super lange. Wir sind begeistert und können es nur weiterempfehlen. Bei uns kommt es oft zum Einsatz.

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Rezensionen von peedee:

Auf zwei Rädern gekommen, auf vier Rädern gegangen

Prost, auf den Doktor von Friedrich Kalpenstein

Kommissar Tischler, Band 11: Ein Bikertreffen auf der Sauwiese in Brunngries bringt Leben ins Dorf. Aber auch den Tod, denn Sebastian Burgegger überlebt die erste Nacht nicht. Burgegger, seines Zeichens Arzt, wurde bei der Übernachtung im KRAUSE kaltblütig ermordet! Hauptkommissar Constantin Tischler und Polizeihauptmeister Felix Fink beginnen zu ermitteln…

Erster Eindruck: Wenn unser Topmodel Resi auf dem Cover ist, kann es nur gut kommen! Mir gefällt das Cover sehr gut.

Dies ist Band 11 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (es ist jedoch schöner, das Team von Anfang an zu begleiten).

Kaum in Brunngries angekommen, ist schon wieder einer tot! Definitiv ein gefährliches Pflaster! Glücklicherweise ist es nur ein fiktiver Ort. Die Bikertruppe ist sehr speziell – sie streiten sich über Nichtigkeiten, aber das gehört wohl zu ihrem Umgangston. Dass sich die Akademiker der Truppe, der Arzt und der Anwalt, vom Zeltplatz davonmachen, um in einem richtigen Bett schlafen zu können, fand ich sehr amüsant (komforttechnisch konnte ich das absolut nachvollziehen). Nur leider hat der Arzt den nächsten Morgen nicht mehr erlebt. Wer hat ihn umgebracht? Und weshalb? Wo ist die Täterschaft zu finden? Unter den Bikern, den Patienten, oder war er gar ein Zufallsopfer?

Constantin Tischler und Felix Fink bringen dieses Mal ziemlich viel Action mit (gut, dass sie nebst ihren Besuchen in der Wirtschaft und den Grillgelagen doch noch trainieren!) – das hat mir sehr gefallen. Das Buch hat sich wie immer flüssig lesen lassen, war temporeich, spannend und zugleich witzig (ich erinnere da an Constantin in seiner alten Motorradkluft *laut lach*). Von mir gibt es die volle Punktzahl: 5 Sterne. Ich freue mich, dass es mit Band 12 („Prost, auf die Fischer“) schon bald weitergeht.

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Rezensionen von rosetheline :

Sterne oder Handeln?

Stars von Katja Kullmann

Carla Mittmann, mittleren Alters und ehemalige Philosophiestudentin, arbeitet in der Serviceabteilung einer Möbelfirma. Kein Traumjob, doch ist er etwas Handfestes. Um sich ihr Gehalt aufzubessern, ist sie unter dem Namen "Cosmic Charly" in der Astrowelt unterwegs und hat dort auch schon einige Kund*innen.

Und das alles obwohl sie doch gar nicht an Astrologie glaubt.
Eines Tages steht ein Schuhkarton mit 10.000 Dollar vor ihrer Tür und Carla sieht eine neue Chance.

Katja Kuhlmanns erster Roman hat mich optisch und vom Klappentext direkt angesprochen: Die Welt der Astrologie, beziehungsweise die Esoterik ist ein umstrittenes Thema.
Der Roman ist eine gewisse Charakterstudie. Carla erlebt eine kleine Entwicklung trotz ihres Alters und schafft es durch den finanziellen Puffer ihr zweites Standbein so auszubauen, dass sie davon komplett leben kann. Allmählich wird sie ein Profi in ihrem Bereich und man fragt sich als Leser*in irgendwann, ob sie nun auch an Horoskope glaubt und ihr steigender Erfolg im Leben daher ringt oder ob sie sieht, dass ein großer Teil dessen durch ihr Handeln gekommen ist.

Ich hatte manchmal Schwierigkeiten mit dem Roman und fand ihn definitiv nicht perfekt. Er hatte nicht genug Tiefgang für meinen Geschmack und einige Fragen blieben zudem offen. Wer allerdings ein Buch mit ein bisschen Satire sucht, ist hier richtig. Daher gebe ich 2,75 Sterne.

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Rezensionen von rosetheline :

Junges Erwachsenenleben in Melbourne

No Hard Feelings von Genevieve Novak

Penny ist 27 Jahre alt und lebt in Melbourne, Australien. Sie hat einen Job, den sie nicht wirklich mag und eine Teamleiterin, die ihr das Leben schwer macht. Und auch ihr Liebesleben ist alles andere als perfekt, da sie ihrem On-Off-Freund Max hinterherjagt. Pennys Freundinnen scheinen auch ein viel besseres Leben zu führen als sie: Annie ist karrieretechnisch erfolgreich und in einer neuen, glücklichen Beziehung und Bec und ihr Freund Evan haben sich verlobt.

Bei allen scheint alles besser zu sein, nur eben bei Penny nicht.

Doch Penny sieht nicht, dass diese vergleichende Denkweise und das mangelnde Selbstwertgefühl ihr schaden: Max behandelt sie schlecht und trotzdem kehrt sie immer wieder zu ihm zurück; ihr Job gibt ihr nicht, was sie braucht; sie hat tolle Freundinnen, die für sie da sind und mit denen sie sich nicht vergleichen muss; und außerdem hat sie einen sehr fürsorglichen Mitbewohner, der ihr das gibt, was sie sich von Max wünschen würde.
Und doch flüchtet sie sich in Instagram Doomscrolls und Alkohol.

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und auf den ersten Seiten direkt gedacht "Oh nein!", denn jemanden wie Penny kenne ich auch im echten Leben. Ich denke manche Dinge, die Penny erlebt, hat jeder schonmal in irgendeiner Weise durchlebt und ich denke niemand schaut darauf mit Stolz zurück. Ich hätte Penny definitiv jünger eingeschätzt, da mich ihr Verhalten eher an Anfang Zwanzigjährige erinnert.
Und so kopfschüttelnd und genervt ich anfangs das Buch gelesen habe, wurde es zum Ende hin besser. Penny hat eine gewisse Entwicklung gemacht, ist zur Therapie gegangen und hat ihren Selbstwert gefunden.
Jedoch wurden Themen wie exzessiver Alkoholkonsum nicht kritisch genug durchleuchtet und die Tatsache, dass man auch als Singlefrau glücklich und zufrieden sein kann, wurde nicht mit einbezogen. Für junge Frauen könnte es daher eine falsche Message senden.

Alles in Allem war es aber ein Buch, das ich ganz gerne gelesen habe, wahrscheinlich aber 10 Jahre zu spät, und daher nicht ganz der Zielgruppe entspreche. Daher gebe ich 3,5 Sterne.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Der Hot-Henry-Effekt von Lucy Chalice

Ein Buch, das ich fast in einem Rutsch gelesen habe, weil ich mich dabei so amüsiert habe, ist der Hot-Henry-Effekt, welches heute Release feiert. Es geht um eine Liebesgeschichte im MINT-Setting, was ich total gerne lese. Wer kann schon behaupten, sich beim Forschen an Stammzellen kennengelernt zu haben? Henry kann das.

Und das, obwohl Ingenieure sonst ja wenig mit Stammzellen zu tun haben...Aber lest selbst, wie sich das Wissenschaftlerpaar kennenlernt und wiedertrifft....

Mir hat das Buch vom Schreibstil schnell gepackt. Schon auf den ersten Seiten spürt man eine Anziehung, die Clara als Mentorin nicht wahrhaben will und die ihr scheinbar auch nicht bewusst ist. Auch, wenn Claras Perspektive die einzige ist, spürt man doch klar, wie blind Clara da zu sein scheint. Henry wirkt durchwegs sympathisch und ein Charakter, der so viele positive Eigenschaften vereint. Mit dem Timing hat er es nicht so, aber wer ist schon perfekt? Ich mochte die beiden jedenfalls sehr und auch Claras beste Freundin ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ich werde die Reihe jedenfalls weiter verfolgen!!!

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Rezensionen von Nicole Koppandi:

Ein Einblick in die Biografie der Autorin

Ein halber Löffel Reis von Dacia Maraini

Die Kindheitserinnerungen von Dacia Maraini in einem japanischen Internierungslager gehen unglaublich nahe.

Der Vater, Fosco Maraini, war als Anthropologe und Ethnologe während des Zweiten Weltkriegs in Japan. Er galt als „unzuverlässiger“ Italiener – er wollte 1943 dem faschistischen Italien nicht die Treue schwören.

Als Konsequenz wurde die gesamte Familie – seine Frau, die drei Töchter und er – in ein japanisches Internierungslager gesperrt.

In dem autobiografischen Roman wird beschrieben, welch grausamen und sadistischen Handlungen von Seiten der japanischen Bewacher die Familie und weitere Gefangene ausgesetzt waren. Hunger und dadurch entstandene Mangelkrankheiten, wie Beriberi und Skorbut, waren die Folge. Die Kinder im Lager erhielten keine eigene Ration zum Essen – alle Erwachsenen mussten einen Teil von ihrem wenigen Reis an die Kinder abgeben. Die für sie vorgehsehnen Nahrungsmittel nehmen sich die Bewacher – um selbst davon zu leben oder sie am Schwarzmarkt zu verkaufen. Die kleine Dacia ernährt sich von ein paar Körnern Reis und Ameisen oder verdorbenen Lebensmitteln, die sie irgendwo findet oder von den Bewachern erhalten. Die Bewacher wussten, dass die ausgehungerten Gefangenen sich auch auf Verdorbenes stürzen würden, egal wie faulig das Fleisch stinkt.

Zu Beginn der Inhaftierung wurde noch demokratisch geteilt, entschieden und diskutiert. Je lebensbedrohlicher die Situation in der Gefangenschaft war, desto egoistischer, ums eigene Überleben zu sichern, wurden die Inhaftierten untereinander und die Stimmung kippte. Der Vater hatte sich bei einem Aufstand im Internierungslager den kleinen Finger abgehackt, die jüngste Schwester ist nach der Befreiung an den Folgen der Inhaftierung gestorben.

Maraini vergleicht die japanischen Internierungslager mit den europäischen Konzentrationslagern der Nazis und geht auch der Frage nach, wie diese unbemerkt von der Bevölkerung existieren konnten.

Ein Text, der sehr berührt und zum Nachdenken anregt, obwohl er nicht auf grausame Details eingeht. Es ist unverstellbar, was hier Menschen aushalten mussten, und wie sie auch überlebten.


Aus dem Italienischen übersetzt von Ingrid Ickler #namethetranslator

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Rezensionen von Kaira:

Berührend

Das Summen unter der Haut von Stephan Lohse

„Das Summen unter der Haut“ ist ein ruhiges, feinfühliges Buch, das ohne viel Drama auskommt – und gerade dadurch wirkt. Stephan Lohse erzählt mit viel Fingerspitzengefühl eine Geschichte, die im Alltag verankert ist, aber trotzdem nicht banal wirkt. Die Figuren sind glaubwürdig, echt und wachsen einem mit der Zeit ans Herz.

Der Schreibstil ist angenehm klar, manchmal zurückhaltend, aber immer auf den Punkt. Es passiert nicht ständig etwas Aufregendes, aber das stört nicht – im Gegenteil. Die ruhigen Momente machen das Buch besonders, weil sie Raum für Gedanken lassen.

Klar, zwischendurch hätte es gern ein bisschen mehr Tempo geben dürfen, aber insgesamt bleibt die Geschichte im Kopf. Sie schleicht sich langsam ein und hinterlässt ein gutes Gefühl – ein bisschen melancholisch, ein bisschen hoffnungsvoll. Wer ruhige, ehrliche Geschichten mag, wird hier auf seine Kosten kommen.

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Rezensionen von peppi:

autofiktionaler Roman

Sputnik von Christian Berkel

"Sputnik" ist nach "Der Apfelbaum" (2018) und "Ada" (2020) der dritte autofiktionale Roman des bekannten Schauspielers und Autors Christian Berkel.
Nachdem ich nun alle drei Romane gelesen habe, muss ich leider sagen , dass mir "Sputnik" am wenigsten gefallen hat.

Berkel erzählt in dem Roman über seine Kindheit und Jugend, sein Verhältnis zu seinen Eltern , seine Liebe zur Schauspielerei und die Zeit, die er in Paris verbrachte.
Merkwürdig war für mich bereits der Anfang des Buches, indem es hauptsächlich um die Zeit als Embryo ging. Danach ging es recht interessant weiter.
Im Teil II des Buches geht es um seine Zeit in Frankreich. Hier musste ich mich regelrecht durchquälen. Ich fand es mitunter richtig langweilig.
Der Teil III gefiel mir dann wieder besser . Sputnik ist zurück in Berlin. Besonders interessant fand ich die Diskussionen im Kreis der elterlichen Freunde, als man sich die Fernsehserie Holocaust ansah.

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Rezensionen von Pusteblümchen:

Wren und Lewis

Shark Heart von Emily Habeck

Dieser Roman ist einfach unglaublich. Ich habe bisher noch kein vergleichbares Buch gelesen.

Wren und Lewis sind frisch verheiratet, das Leben liegt vor ihnen. Sie sind sehr unterschiedlich. Während Wren es ruhig und strukturiert mag, schlägt Lewis gerne über die Stränge. Das Paar bietet in sich einen tollen Kontrast.

Aber noch bevor sie anfangen können ihr gemeinsames Leben zu genießen, erhält Lewis eine niederschmetternde Diagnose. Er wird zum Weißen Hai.

Obwohl das zunächst ein wenig fantastisch, absurd uns sehr gewagt klingt, könnte das Buch kaum menschlicher sein. Es entpuppt sich auf eine sehr originelle Art zu einer Liebesgeschichte, die alles beinhaltet, was das Leben zu bieten hat. So geht es um Krankheit, Verlust, Abschied, Liebe, Trauma und Verwandlung.

Mir hat es fast das Herz zerrissen, dass Wren mitansehen muss, wie sich Lewis verwandelt und von ihr entfernt. Aber es ist kein durch und durch trauriges Buch, es gibt auch humorvolle Momente und Überraschungen, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Für mich war das Buch ein richtiges Highlight und etwas vollkommen Neues.

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Rezensionen von EvaLiest:

Stilistisch hervorragend

Die Schrecken der anderen von Martina Clavadetscher

Die Schrecken der Anderen von Martina Clavadetscher ist ein Roman, den man sich erarbeiten muss, der aber dafür umso eindringlicher die wichtigen Themen behandelt.
Es geht um ein Dorf in der Schweiz, in dem mehrere Erzählstränge zunächst scheinbar unverbunden nebeneinanderher laufen. Irgendwann wird klar, dass sie sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielen und vielleicht doch nicht so unverbunden sind wie gedacht.

Spiralförmig nähern sich die Erzählungen immer mehr einem Zentrum, das tiefer und verwobener ist als man es anfangs für möglich gehalten hat. Manche Sachverhalte werden klarer, andere in Frage gestellt und es werden Hypothesen aufgestellt und dann doch wieder verworfen. Ein Roman, der die Lesenden aktiv mit einbezieht, die die Leerstellen im Sinne Isers füllen müssen (in einer Art Metareflexion stellt dies auch eine der Figuren fest) und so unheimlich tief in das Geschehen eintauchen.
Das wird unterstützt durch den Schreibstil der Autorin: der Erzähler tritt oft in den Hintergrund und präsentiert das Geschehen sehr szenisch – ich kann es mir so gut als Film vorstellen! Dazu kommen Tempuswechsel, treibende Endlossätze (die jedoch den Lesefluss keineswegs hindern) und semantische Übertragungen, die Verbindungen herstellen, ohne sie auch nur ansatzweise anzusprechen – überaus gelungen!
Inhaltlich finden sich einige wichtige Themen, aber ich will dazu gar nichts weiter sagen, da diese nicht alle auf den ersten Blick ersichtlich sind und ich hier nichts vorwegnehmen möchte.
Schade, dass im Lektorat ein paar sprachliche Fehler übersehen wurden, aber dem Roman selbst soll dies nicht angelastet werden. Den Verzicht auf Anführungszeichen bei direkter Rede finde ich furchtbar (aber das scheint gerade en vogue zu sein) und es trägt hier auch nichts inhaltlich bei, sodass ich diese Wahl nicht verstehe.
Fazit: Mir hat die Geschichte sehr gefallen, auch wenn es ein bisschen gedauert hat, bis ich drin war. Doch dann hat sich die ganze Arbeit gelohnt! Ein Roman, auf den man sich einlassen muss, der einem aber so viel zurückgibt.
4,5/5
Die Schrecken der Anderen von Martina Clavadetscher ist ein Roman, den man sich erarbeiten muss, der aber dafür umso eindringlicher die wichtigen Themen behandelt.
Es geht um ein Dorf in der Schweiz, in dem mehrere Erzählstränge zunächst scheinbar unverbunden nebeneinanderher laufen. Irgendwann wird klar, dass sie sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielen und vielleicht doch nicht so unverbunden sind wie gedacht. Spiralförmig nähern sich die Erzählungen immer mehr einem Zentrum, das tiefer und verwobener ist als man es anfangs für möglich gehalten hat. Manche Sachverhalte werden klarer, andere in Frage gestellt und es werden Hypothesen aufgestellt und dann doch wieder verworfen. Ein Roman, der die Lesenden aktiv mit einbezieht, die die Leerstellen im Sinne Isers füllen müssen (in einer Art Metareflexion stellt dies auch eine der Figuren fest) und so unheimlich tief in das Geschehen eintauchen.
Das wird unterstützt durch den Schreibstil der Autorin: der Erzähler tritt oft in den Hintergrund und präsentiert das Geschehen sehr szenisch – ich kann es mir so gut als Film vorstellen! Dazu kommen Tempuswechsel, treibende Endlossätze (die jedoch den Lesefluss keineswegs hindern) und semantische Übertragungen, die Verbindungen herstellen, ohne sie auch nur ansatzweise anzusprechen – überaus gelungen!
Inhaltlich finden sich einige wichtige Themen, aber ich will dazu gar nichts weiter sagen, da diese nicht alle auf den ersten Blick ersichtlich sind und ich hier nichts vorwegnehmen möchte.
Schade, dass im Lektorat ein paar sprachliche Fehler übersehen wurden, aber dem Roman selbst soll dies nicht angelastet werden. Den Verzicht auf Anführungszeichen bei direkter Rede finde ich furchtbar (aber das scheint gerade en vogue zu sein) und es trägt hier auch nichts inhaltlich bei, sodass ich diese Wahl nicht verstehe.
Fazit: Mir hat die Geschichte sehr gefallen, auch wenn es ein bisschen gedauert hat, bis ich drin war. Doch dann hat sich die ganze Arbeit gelohnt! Ein Roman, auf den man sich einlassen muss, der einem aber so viel zurückgibt.
4,5/5

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