Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Novelle
Lorna von Paul Maar
Der berühmte Kinderbuchautor Paul Maar, inzwischen 87 Jahre alt, legt hier eine vollendete Novelle über eine Frau vor.
Wichtig ist die Erzählperspektive. Die liegt bei einem Freund von Lorna, der einfühlsam und streckenweise bewundernd über Lorna und ihr Leben schreibt. Sie waren Kinderfreunde, später ein Paar.
Aber Lorna entwickelte erst ein Helfersyndrom, später eine Manie und eine psychische Störung, mit der schwer zurecht zu kommen ist.
Es ist eine tragische Geschichte, aber unbedingt lesenswert.
Rezensionen von Nele33:
toller Twist
Locked in von Henri Faber
"Locked in" des Autors Henri Faber ist der vierte Thriller, den ich von ihm gelesen habe und der mich ebenso wie die anderen fesseln konnte.
Kommissar Paul Maertens ist mit seiner neuen Kollegin Stefanie einem Entführer auf der Spur, der schon drei Menschen in seiner Gewalt hat. Zwie von ihnen sind tot aufgefunden worden, nun heißt es, das dritte Opfer lebend zu finden.
Als Maertens den Täter stellen will, verletzt er diesen und dieser fällt ins Wachkoma. Ein Täter der geistig voll da ist, nur nicht mir in der Lage, mit seiner Umwelt zu kommunizieren.
An diesem Punkt kommt der Neurologe Paul Linde ins Spiel, der die revolutionäre Methode entwickelt hat, mit Locked In Patienten über die Gedanken zu kommunizieren.
Kann er das letzte Opfer damit retten?
Die Story ist spannend aufgebaut und wieder hat mich der Schreibstil von Henri Faber von der ersten Seite an begeistert. Die Charaktere werden dadurch äußerst lebendig und authentisch dargestellt. Durch tolle Wendungen im geschilderten Fall schickte mich der Autor des Öfteren auf die falsche Fährte. Genau so muss ein guter Thriller geschrieben sein.
Leider ist es anscheinend der letzte Faber, ich drücke dem Autor und auch seinen Lesern die Daumen, dass sich doch noch ein Verlag findet, der diesen Ausnahmeautor verlegt.
Rezensionen von yellowdog:
Paris Anfang der sechziger Jahre
Gesicht aus Stein von William Gardner Smith
Ein bemerkenswerter Roman und eine großartige Entdeckung. William Gardner Smith ist jetzt nicht gleich ein zweiter James Baldwin. Solche Giganten der Literatur sind rar, aber auch Gardner Smith hat einen guten, reflektierenden Stil. Dazu gehört ein ebenso die Situation durchdenkender Protagonist.
Simeon Brown verlässt die USA und geht nach Paris, um dort den Rassismus zu entgehen.
Er freundet sich mit einigen Leuten an und findet mit der Jüdin Maria eine Liebe. Aber der Algerienkrieg zeigt Frankreichs düsteres Gesicht und Simeon kommt immer mehr ins Grübeln, ob er sich mehr gegen den Rassismus engagieren muss. Die Gewalt in Paris eskaliert.
Der Roman wirkt nicht altmodisch und ist doch in seiner Zeit behaftet. Er erzeugt ein realistisches, glaubhaftes Bild über diese Zeit an diesem Ort.
Hoffentlich folgen weitere Übersetzungen von Büchern dieses Autors. Gesicht aus Stein jedenfalls ist unbedingt empfehlenswert.
Rezensionen von yellowdog:
Aus dem Werk des Zauberers
Mit Thomas Mann am Meer von Thomas Mann
Ulrich Tukur, der bekannte Schauspieler, Musiker und Schriftsteller hat hier Texte von Thomas Mann versammelt, die mit dessen Nähe zum Meer zu tun haben.
Man kann die Qualität der Texte aber auch den Topos Meer erkennen.
Ziemlich am Anfang ist anscheinend komplett die Kurzgeschichte Der Tod enthalten.
Ein sehr früher Text, von mir bisher übersehen. Es ist ein ergreifender Text voller Wehmut.
Aber es gibt auch viele Auszüge aus den bekannten Bücher: Buddenbrooks und Zauberberg.
Außerdem Tagebucheinträge und Briefe.
Es ist ein sehr reichhaltiges Buch.
Mit Meerfahrt mit Don Quijote endet das Buch mit einem tagebuchartigen Text. Im Gegensatz zu den Tagebüchern ist dieser Text aber literarisch und essayistisch sorgfältig bearbeitet. Ein Highlight.
Rezensionen von yellowdog:
Sara und Stanislas
Die Chance unseres Lebens von Sophie Astrabie
Es gibt eine oft verwendete Formel für passende Sommerlektüre, die berührt. Das funktioniert ein weiteres Mal in diesem Roman. Ein selbstbewusstes Mädel mit dem Herz am rechten Fleck und ein kluger, aber schüchterner Junge, die sich anfreunden.
Wird aus der Freundschaft Liebe und was wird 20 Jahre später sein?
Das Buch erinnert von der Stimmung her an Helle Sommer, dem früheren Roman der Autorin.
Es ist ein schnell gelesener Roman und als Leser fühlt man mit den beiden Protagonisten.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Gelungene Beispiele zum Flächenrecycling
Umbauen statt neu bauen von Caroline Rodlauer
Caroline Rodlauer ist Autorin, Bau- und Ortsbildsachverständige sowie Architektin. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema des ständig wachsenden Bodenverbrauchs in Österreich. In diesem Buch zeigt sie an Hand von 25 gelungenen Bespielen, dass es möglich ist, Wohnraum zu schaffen, ohne zusätzlichen Boden zu verbrauchen, sondern auch Flächen wieder zu entsiegeln.
Caroline Rodlauer bricht eine Lanze für Umbau im Altbestand sowie für die Weiterverarbeitung von bei Abbruch gewonnenen Material aus dem Bestand. Sie berichtet von der Zusammenarbeit mit den HausbesitzerInnen, den Behörden sowie von der Kreativität und Fachkenntnis der planenden Architekturbüros.
Jedes Projekt wird in einer Art Steckbrief, mit dem Namen des Architekturbüros, Ort, der Wohnfläche, der Anzahl der Bewohner, Fertigstellung, Bodenverbrauch sowie einer Planungsskizze und Fotos von vorher und nachher vorgestellt.
Ein, für mich besonders spannendes Projekt (Nr. 5), trägt den Namen „Wolf im Schafspelz“. Hier hat man ein ganzes Wohnhaus in eine Maschinenhalle gestellt.
Manche der vorgestellten Herzeigeprojekte sind im Verband guter Familienbeziehungen erdacht und umgesetzt worden. Dass drei Generationen friktionsfrei unter einem Dach leben, ist nicht immer selbstverständlich.
Sehr gut gefallen mir auch die beiden Wiener Projekte. Beide nützen kleine urbane, bereits versiegelte Restflächen. Das eine (Nr. 9) ist ein kleines Stadthaus für eine mehrköpfige Familie, das andere (Nr. 11) insgesamt 28 Kleinsthäuschen für temporäre Mieter.
Dass Streckhöfe, wie sie in Niederösterreich und dem Burgenland stehen, umgebaut werden, ist nun nicht ganz so neu. Meine Schwiegereltern haben um 1980 im niederösterreichischen Pulkautal einen ehemaligen Kleinhäuslerstreckhof umbauen lassen. Aus der früheren Rauchkuchl ist das Badezimmer geworden, aus dem Schweine- bzw. Ziegenstall zwei Kinderzimmer, die man über einen verglasten Laubengang betreten hat.
Eine interessante Nachnutzung für ehemalige Supermärkte könnte das Beispiel Nr. 7 sein. Um jedoch zahlreiche Nachahmer zu finden, wird es wohl auf aufgeschlossene Baubehörden ankommen, um die jeweilige Bauordnung gut auszuloten. In Österreich gibt es, trotz vereinfachter OIB-Richtlinien nach wie vor für jedes Bundesland Ortsbild und ähnliche bestimmende Vorschriften, die sich von Bundesland zu Bundesland (9 an der Zahl) unterscheiden.
Wichtig finde ich, dass bei der Aus- und Weiterbildung von Architektinnen und Architekten, den Möglichkeiten des Umbaues eines Bestandsobjektes vertiefend unterrichtet wird. Autorin Caroline Rodlbauer trägt mit diesem Buch der 25 Best Practice Beispiele dazu bei, dass bei EigentümerInnen der Umbau als Alternative zum Neubau auf der viel zitierten grünen Wiese ins Auge gefasst werden kann. Denn Nachverdichtung schont Ressourcen, eine sorgfältige Beratung und Planung von einem geschulten Architektenteam vorausgesetzt.
Am Ende finden sich wertvolle Tipps zu Beratungsstellen im jeweiligen Bundesland.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Buch über Flächenrecycling im Wohnbau 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Menschen im Hotel
Als im Hotel Messmer der Tee ausging von Kristina Hortenbach
Die 17-jährige Klara Butterfass flieht vor der Heirat mit einem wesentlich älteren Bauern, die ihr Vater arrangiert hat, vom elterlichen Hof im Schwarzwald und landet in der Kurstadt Baden-Baden, in der sich reich und schön treffen. Auch der deutsche Kaiser und seine Gemahlin samt Entourage verbringen ihre Kuraufenthalte in der mondänen Stadt.
Klara ist weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen und bekommt eine Stelle als Dienstmädchen im bekannten Hotel Messmer. Dessen Personal, allen voran Cricri, ihr zu zweiten Familie wird. Sie erweist sich mehrmals als Retterin in der Not, da sie jede Arbeit, wie das Saubermachen des Papageienkäfigs, annimmt, immer in Sorge, dass ihr Vater sie suchen lässt, um sie wieder nach Hause zu bringen. Das Lob, das sie erhält, ruft natürlich Neid hervor.
Als in der Hotelküche, ausgerechnet beim Aufenthalt von Kaiserin Auguste der extra aus Russland importierte Schwarztee ausgeht, wird Klara in die Kolonialwarenhandlung, die der Bruder des Hoteliers Messmer führt, geschickt, um Nachschub zu holen. Dabei lernt sie Otto den Sohn des Besitzers kennen, der für die Kaiserin eine eigene Teemischung kreieren wird.
Als Klara Gerüchte über ein bevorstehendes Attentat auf den Kaiser aufschnappt, heißt es schnell handeln, statt Tee trinken.
Meine Meinung:
Kristina Hortenbach entführt uns nach Baden-Baden, das Ende des19. Jahrhunderts ein beliebter Treffpunkt der Adeligen aus aller gewesen ist. So treffen wir nicht nur die fiktive Klara, sondern auch auf reale Personen und Persönlichkeiten, die in der Maison Messmer absteigen. Neben dem deutschen Kaiserpaar treffen wir auf den Schah von Persien und Bertie, den umtriebigen britischen Thronfolger sowie Kaiserin Sisi. Wie damals üblich, leiht man zwischen befreundeten Hotels die Dienerschaft aus, wenn anderswo Not am Mann oder wie diesmal Not an einer Friseuse ist. So darf Klara, die über ähnlich lange Haare wie Sisi verfügt, deren Haare pflegen.
Der Autorin ist es sehr gut gelungen das Flair der mondänen Kurstadt einzufangen. aber dennoch nicht auf die Lage des Dienstpersonals bzw. der armen Bevölkerung zu vergessen. Geschickt flicht sie ein fiktives Attentat auf Kaiser Wilhelm ein.
Dieser historische Roman lässt sich leicht und flott lesen. Hin und wieder erscheint mir Klara als Retterin in der Not ein wenig zu überzeichnet. Sie ist ja erst siebzehn Jahre alt, wenn auch durch familiäre Schicksalsschläge gereift.
Das Cover passt wunderbar zur Geschichte.
Fazit:
Der Roman eignet sich perfekt für einen verregneten Sommertag und lässt sich am besten bei einer Schale Tee genießen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Einblick in den Alltag eines Sterne-Restaurants
Ein Tisch am Fenster von Vincent Moissonnier
Dieses Buch über das Sterne-Restaurant Moissionnier in Köln habe ich sehr gerne gelesen. Es gibt einen sehr persönlichen Eindruck über die Arbeit in der Gastronomie. Das ist allerdings kein Wunder, da der Autor Vincent Moissonnier der Eigentümer ist und gemeinsam mit seiner Frau Liliane seit vierzig Jahren das Restaurant betreibt.
Er erzählt abwechselnd über seinen Werdegang vom Schulabbrecher bis zum erfolgreichen Unternehmer, der alles seinem Traum vom (Sterne)Restaurant unterordnet. Dabei spart er Misserfolge und Rückschläge nicht aus. Neben harter Arbeit haben die Moissonniers immer auch das Quentchen Glück des Tüchtigen gehabt.
Das Buch ist voller Leidenschaft! Leidenschaft für seine Frau Liliane, für die Stadt Köln, für perfektes Ambiente und komplexe Speisen.
Detailreich werden wir in die Haute Cuisine eingeführt. Das kann manchem Leser vielleicht zu detailverliebt sein, streicht aber Moissonniers Liebe zur Kochkunst heraus.
Dazwischen erzählt er Anekdoten über seine Gäste und warum er manchmal den einen oder anderen Gast nicht mehr in seinem Lokal haben will. Wir Leser erfahren alles und ein bisschen mehr über das Restaurant, seine Mannschaft und seine Küche.
Schmunzeln musste ich, als er über einige Küchenutensilien berichtet, die man so nicht in einer Sterneküche erwartet. Zum Beispiel das einfache Küchenmesser Victorinox Nr. 11, das sich auch in unserem Haushalt findet.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Buch, das uns Einblick in ein Sterne-Restaurant bietet, 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich nicht überzeugt
Ein Stück vom Himmel von Mia Milberg
Gleich vorweg: Dieser Auftakt zur Landthaler-Familiensaga ist bereits im Jahr 2024 unter dem Titel „Klang der Hoffnung“ im selben Verlag erschienen.
Worum geht’s?
Veronika „Vroni“ Wagner ist von Aschaffenburg nach München gekommen und arbeitet im renommierten Hotel Wolff als Kontoristin.
1930 trifft sie Karl, den sie aus der alten Heimat kennt wieder. Sie heiraten und ihr Glück wäer vollkommen, wenn die politische Lage weniger instabil wäre. Nachdem Karl seine Arbeit als Bauingenieur verliert, betreiben sie ein kleines Lebensmittelgeschäft mit dem sie zunächst über die RUnden kommen. Als Hitler die Macht an sich reißt, verlieren sie ihre jüdische Kundschaft. Doch dann scheint es aufwärts zu gehen und das Paar, das gerade Nachwuchs erwartet, bekommt die Chance an der Ostsee einen Neuanfang zu wagen. Karl erhält den Auftrag, am Seeflughafen mitzuarbeiten.
Doch wie man weiß, ändert sich die Weltlage: Hitler rüstet für einen Krieg, annektiert Österreich, die Tschechoslowakei und tritt mit dem Überfall auf Polen 1939 den Zweiten Weltkrieg los. Just am 24. Dezember 1940 muss Karl einrücken.
Meine Meinung:
Leider hat mir dieser Roman nicht besonders mitgerissen. Die etwas dünne Handlung plätschert so dahin. Es gibt wenig Höhepunkte. Vronis innerer Konflikt, Karl oder Fritz heiraten, hätte ein bisschen emotionaler dargestellt werden können. Der Roman umfasst die zehn Jahre vom Wiedersehen in München bis hin zu Karls Einberufung zu Weihnachten 1940.
Die politischen Ereignisse sind nur ein grober Rahmen. Aber, vielleicht ist es für die Mehrzahl der Familien so gewesen, diese schleichende Verwandlung und das Kopf-in-den-Sand-stecken. Als Karl seiner Frau einen Pelzmantel schenkt, habe ich kurz gehofft, etwas über dessen Herkunft zu erfahren. Ist das gute Stück einer jüdischen Frau geraubt worden? Oder die großzügige Wohnung - sind die früheren Bewohner aus ihr vertrieben worden? Davon erfahren wir Leser leider nichts. Hin und wieder schwingt ein leises Unbehagen bei Vroni und Karl mit, wenn sie über die Verfolgung der Juden hören bzw. ihre jüdische Kundschaft nicht mehr bedienen dürfen.
Der Schreibstil ist einerseits eher einfach gehalten, andererseits kommen manche Sätze ziemlich gestelzt daher. Beispiele gefällig?
„Was für ein Zufall! Ich verweile derzeit in diesem Hotel, aber nur wegen einer Besprechung.“ erklärt Karl beim Wiedersehen in München. „Wir können unser Konversation gerne später fortsetzen.“ (S. 15)
Oder S. 18: „Welche Aufgaben obliegen dir denn in deiner Stellung?“
Sorry, aber so spricht kein Mensch und vor allem nicht, wenn er wie im Vorwort beschrieben wird, aus einfachen Verhältnissen kommt, während Vroni aus einer bürgerlichen Familie stammt. Dabei macht sich Vroni auf S. 16 Gedanken über ihre Kleidung, um nicht auszusehen wie eine Frau aus der Arbeiterklasse. An Vronis bürgerlichen Herkunft kann ich auch nicht recht glauben, denn da hätte sie eine Hauswirtschaftsschule besucht und nicht als Dienstmädchen in einer Pension arbeiten müssen.
Ich habe schon sehr viele historische Roman bzw. Sachbücher über die Zeit der Weimarer Republik bis zum Beginn der Zweiten Weltkriegs gelesen, dieser hier ist für mich persönlich der schwächste. Vom Lesen des angekündigten nächsten Teiles dieser Familiensaga werde ich Abstand nehmen.
Fazit:
Dieser Roman hat mich nicht wirklich gepackt. Daher gibt es nur 2 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Bretonisch mit Wind und Wellen von Gabriela Kasperski
Als die Buchhändlerin Tereza Berger nach ihrer Rückkehr aus Australien ein behördliches Schriftstück, das sie zur Zahlung einer besonderen Abgabe, weil sie ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz, also im EU-Ausland hat, verdonnert wird, ist zunächst guter Rat teuer. Doch Gabriel Mahon, Freund und Polizist, hat sofort eine Lösung: Er legt ihr ausgefüllte Heiratsdokumente vor, auf denen lediglich Terezas Unterschrift noch fehlt.
Sie fühlt sich verständlicherweise überrumpelt und so gibt ihr die tote Surferin, die ihr an der rauen Küste bei Camaret-sur-Mer gespült quasi vor die Füße gespült wird, noch ein wenig Zeit zum Überlegen. Also, es ist ja nicht so, dass sie einem Zusammenleben mit Gabriel abgeneigt wäre, aber fragen hätte er sie schon können ...
Der Tod der Surferin lässt die Konflikte zwischen unterschiedlichen Gruppierungen, die sich in Camaret-sur-Mer seit längerem in den Haaren liegen, eskalieren. Die einen wollen unberührte Natur und freien Zugang zum rauen Atlantik, die anderen gesicherte Bade- und Surfareale. Als sich der Tod der jungen Frau als Mord herausstellt, wird Ayala, Terezas Freundin, die am Strand eine Surfschule betreibt, verdächtigt, die Surferin getötet zu haben. Augenzeugen berichten, die beiden hätten sich gestritten. Da muss doch Tereza einschreiten, diesmal sogar mit Billigung von Gabriel.
Und dann spukt noch eine alte bretonische Legende von einem Piratenschatz in den Köpfen mancher Bewohner.
Meine Meinung:
Autorin Gabriela Kasperksi hat hier wieder einen atmosphärischen Krimi geschaffen, der Tereza Berger - diesmal sogar quasi in Gabriel Mahons Auftrag - ermitteln lässt.
Als dann endlich Braut und Bräutigam vor der versammelten Hochzeitsgesellschaft stehen, wird es noch einmal richtig spannend. Doch das erfahren wir erst das nächste Mal.
Ich mag sowohl den Schreibstil der Autorin, die mit Tereza und Gabriel zwei sympathische Charaktere erschaffen hat, sowie die Beschreibung von Land und Leuten der Bretagne. Schmunzeln musste ich bei der Erwähnung des Fußballspiels Deutschland gegen Frankreich, bei dem sich sogar die Bretonen ausnahmsweise als Franzosen fühlen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem fesselnden Krimi 5 Sterne.











