Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gilasbuecherstube :
Schöne Story mit leichten Schwächen
Dragons last Dance von Ryvie Fux
Elara ist eine junge Heilerin, die in einer Gesellschaft lebt, in der Menschen ohne Magie als wertlos gelten. Trotz ihres Ansehens im Dorf wird sie vom Schattenrat verschleppt, und soll dem Gott Down geopfert werden. Doch es kommt anders: Ein Drache rettet sie, und in ihr erwacht eine unbekannte Magie.
Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen. Allerdings wiederholten sich einige Formulierungen und dadurch wurde mein Lesefluss teilweise etwas gestört.
Der Einstieg ins Buch hat mir gut gefallen. Ohne lange Einleitung wurde ich direkt in die Handlung hineingezogen. Die Welt wirkt düster und geheimnisvoll, mit spannenden magischen Elementen.
Elara ist keine Heldin im klassischen Sinne, sondern wirkt durch ihre Verletzlichkeit und Entschlossenheit sehr authentisch.
Ihre langsame Entwicklung und die zaghafte Beziehung zum geheimnisvollen König stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Es ist eine typische „Enemies to Lovers“-Dynamik. Eigentlich liebe ich diesen Trope, aber die Chemie zwischen den beiden wirkte
manchmal etwas erzwungen und konnte mich nicht richtig überzeugen.
Nach einem starken Beginn verliert die Geschichte leider etwas an Tempo.
Manche Passagen ziehen sich, weil viel erklärt wird.
Enttäuscht hat mich, dass im ersten Band Drachen nur eine kleine Rolle spielen. Der Titel hat anderes vermuten lassen.
Fazit
Trotz einiger kleiner Schwächen überzeugt der Reihenauftakt mit einer spannenden Grundidee, einer sympathischen Protagonistin und einer vielversprechenden Welt.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen und bin gespannt, ob die Fortsetzungen die Handlung weiter ausbauen und das Erzähltempo besser ausbalancieren.
Rezensionen von Lesemama:
Auf verstörende Art gut
God of Malice - Gefährliche Liebe von Rina Kent
Bewertet mit 4.5 Sternen
Zum Buch:
Glyndon hat vor kurzem einen Freund verloren und trauert an der Unglücksstelle. Dort trifft auf auf einen Jungen, der auf sehr verstörende Art von ihr Besitz nimmt.
Killian ist dieser Junge und er hat eine sehr dunkle Vergangenheit. Aber irgendwie tun sich die beiden auch gut.
Meine Meinung:
Auf jeden Fall sollte das Buch eine Altersbeschränkung haben, meiner Meinung nach ist auch 18 noch zu jung, um es zu lesen, aber Dark Romance ist gerade ein Trend, an dem auch ich (mittlerweile weit über 18) nicht vorbeikomme.
Diese Story ist gut, es wäre ein fünf Sterne Buch, wären die Spicy Szenen, wenn man sie überhaupt so nennen darf, nicht ganz so explizit und verstörend beschrieben, aber die kann man zur Not auch überfliegen. Die Story selbst ist echt gut und hat mit gefallen. Es ist aber kein leichter Unterhaltungsroman und man sollte die Contentwarnungen, wenn vorhanden, auf jeden Fall ernst nehmen. Ansonsten ist es gute, dunkle Unterhaltung, wenn man solche Bücher mag.
Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Glyndon und Killian, wobei Glyndon mehr zu sagen hat. Aber auch die Eltern der beiden bekamen jeweils ein Kapitel, so kann man alles noch besser nachvollziehen. Und nochmal, es ist keine romantische Lovestory, sondern eine Liebesgeschichte mit viel Wut und teilweise auch Schmerz. Trotzdem fand ich es absolut Lesenswert.
Guter Schreibstil, Collegevibes und auch die Freundschaften untereinander sind, zumindest teilweise, schön zu lesen.
Rezensionen von nil_liest:
Ein Zeitsprung ins Absurde, Berührende und Erhellende
Das Ministerium der Zeit von Kaliane Bradley
Ich lese ja wirklich vieles – aber Das Ministerium der Zeit hat meine Vorstellung von „originell“ noch mal neu kartografiert. Gelesen habe ich es, weil es im Podcast Zwei Seiten empfohlen wurde. Ich hatte Lust auf etwas, das anders ist. Und bekam ein Buch, das nicht nur anders, sondern auch herrlich seltsam, klug und emotional verwirrend ist.
Die Ausgangslage: Eine junge Frau bekommt einen Job in einem geheimnisvollen Ministerium, das Zeitreisen ermöglicht. Ihre Aufgabe? Einen echten viktorianischen Polarforscher – Commander Graham Gore, historisch verbürgt und moralisch irgendwo zwischen „gentleman“ und „verzweifelt überfordert“ – ins 21. Jahrhundert einzuführen. Gore wird also ins London von heute geholt und lernt zwischen Spotify, Bussen mit WLAN und „Frauen wohnen hier auch einfach so?“ das moderne Leben kennen. Und sie – unsere Ich-Erzählerin mit kambodschanischen Wurzeln – soll ihn begleiten. Als „Brücke“. Als Mitbewohnerin. Als Mensch, der erklären soll, was hier eigentlich Sache ist.
Was daraus entsteht, ist eine Zeitreise-Romanze ohne Kitsch, ein Science-Fiction-Roman ohne Raumschiffe, ein literarischer Tanz über die großen Themen: Kolonialismus, Identität, Sprache, Nähe, Gewalt, Macht, Erinnerung, Verlust. Und: Liebe. Ja, es wird auch romantisch – aber auf die leise, verdrehte, bittersüße Art. Kein großes Tamtam. Dafür Blicke, Dialoge, Momente, die lange nachhallen.
Bradleys Stil ist dabei etwas ganz Eigenes: gleichzeitig intellektuell und verspielt, bildstark und lakonisch, oft mit einem trockenen Witz, der mich mitten im Satz hat auflachen lassen. Und dann wieder poetisch und traurig, wie ein Gedicht, das zu spät auf dem Anrufbeantworter ankommt.
Commander Gore? Ein absoluter Szenendieb. Sein trockener Humor, seine Verlorenheit, sein Mut, sich in diese seltsame Welt hineinzutasten – all das macht ihn zu einer Figur, die man nicht vergisst. Unsere namenlose Erzählerin hingegen wirkt oft wie ein Gegenpol: kontrolliert, vorsichtig, manchmal fast zu zurückgenommen – und gerade deshalb faszinierend.
Aber: Irgendwann, so im letzten Viertel, rutscht das Buch ein wenig ins narrative Chaos. Geheimnisse überschlagen sich, politische Verschwörungen tauchen auf, die Zeit springt, die Perspektiven auch, und ich hatte kurz das Gefühl, als hätte jemand im Ministerium vergessen, die Chronologie zu sichern. Es wird wirr, manchmal zu sehr. Aber irgendwie passt auch das wieder zu dieser Geschichte, die sich nie ganz greifen lässt – wie die Zeit selbst.
Mein Fazit:
Dieses Buch ist wie ein handgeschriebener Brief aus einer anderen Epoche, der in einem modernen Briefkasten landet und genau im richtigen Moment gelesen wird. Es ist nicht perfekt, aber es will auch gar nicht perfekt sein. Es will überraschen, berühren, zum Nachdenken bringen – und genau das tut es.
Rezensionen von tonton:
Unser neues Lieblingsbuch
InvestiGators (Band 3) - Die Rache der Brösel von John Patrick Green
Noch nie hat ein Buch mein Kind so gefesselt wie dieses. Als geübter Leseanfänger kann es noch nicht komplett fließend lesen. Trotzdem hat es eine Stunde ohne Pause gelesen, bis ich ihm das Buch wegnehmen musste, damit es schlafen gehen konnte. Schon am nächsten Tag wurde das Buch fertig gelesen und dann gleich wieder angefangen, was bei uns noch nie passiert ist.
"Die Rache der Brösel" ist Band 3 der Investigators-Reihe. Wir kannten die Reihe bisher nicht, aber das hat den Einstieg in die Geschichte nicht erschwert. Auch wenn die Handlung eine Fortsetzung der letzten Band ist, kommt der Leser gut in die Geschichte rein. Die Handlung ist kindgerecht, lustig und spannend, aber mit einer gewissen Komplexität. Mein Erstklässler ist trotzdem damit klargekommen.
Es gibt auch viele Wortwitze, die die Übersetzung gut überlebt haben, aber für mein Kind trotzdem ein bisschen schwierig zu verstehen waren.
Insgesamt aber ein hervorragendes Buch für Leseanfänger.
Rezensionen von nil_liest:
PowerPoint, Panik, perfekte Dates – Büro-Satire mit Biss!
Born to perform - Sei das Rad, nicht der Hamster von Caspar Bendix
Also ehrlich – ich hab’s gelesen, weil ich dachte: „Komm, das klingt wie Stromberg auf Speed.“ Und ganz falsch lag ich damit nicht. Das Cover? Eher Business-Ratgeber-Vibes – sah aus, als müsste ich gleich meine Work-Life-Balance optimieren und einen Meditationskurs buchen. Aber nein: Born to perform ist kein Sachbuch, sondern eine Büro-Satire mit Herz, Hirn und einer gehörigen Portion Selbstironie.
Unser Held Bo Martens ist so ein typischer Typ, der nach dem Studium erstmal mit offenen Fragen kämpft – beruflich, emotional und vermutlich auch beim Wäschewaschen. Gut, dass ihm Dr. Thomas Meermann zur Seite steht – eine wandelnde PowerPoint-Folie in Anzugform, die mit hohlen Businessphrasen um sich schmeißt wie andere mit Konfetti. Und das ist ehrlich gesagt auch der größte Spaßfaktor des Buches.
Was dann passiert? Bo verliebt sich in seine Zahnärztin (natürlich! Irgendwer muss ja schöne Zähne haben in der Story), und sein bester Kumpel Jan – ein etwas zu selbstsicherer Lehrer mit dem Charme eines überzuckerten Energydrinks – beschließt, dass man Meermanns Management-Sprüche wunderbar auf das Datingleben übertragen kann. Drei Wochen Zeit fürs perfekte Date – was kann da schon schiefgehen?
Die Story selbst ist jetzt keine literarische Offenbarung – aber sie macht einfach Laune. Man merkt schnell: Wer Resturlaub oder Millionär von Tommy Jaud mochte, wird hier auch seinen Spaß haben. Und wer schon mal in einem Großraumbüro saß und dachte: „Bin ich hier im Film oder ist das wirklich das Leben?“ – der wird sich eh wie zu Hause fühlen.
Die Charaktere sind sympathisch überzeichnet, die Sprüche sitzen (meistens), und der Humor pendelt irgendwo zwischen Schmunzeln und lautem Prusten beim Lesen in der S-Bahn (sorry an die Mitreisenden). Ja, es gibt eine Liebesgeschichte – aber die hält sich schön im Hintergrund. Viel wichtiger sind eh die ganzen schrägen Manager-Tipps und die Situationskomik.
Fazit: Born to perform ist keine literarische Raketenwissenschaft – aber ein kurzweiliger Trip durch PowerPoint-Hölle, Zahnarztliebe und Lebensoptimierung. Nichts, was ewig im Gedächtnis bleibt, aber definitiv was fürs Wochenende auf der Couch oder als Lese-Snack in der Mittagspause. Wer Stromberg mag, wird Bo lieben. Und wer das Büroleben kennt, wird sich zwischen den Zeilen verdammt oft wiedererkennen.
Rezensionen von Cxicken:
Haus der Erinnerung
Treppe aus Papier von Henrik Szántó
Der Roman „Treppe aus Papier“, welcher von Henrik Szántó verfasst wurde, behandelt die Nazivergangenheit Deutschlands und die Verantwortung der Lebenden aus einer neuen Perspektive.
Doch zuerst zu der Gestaltung: Das Titelbild stellt einen langen Flur dar, der mit hellen Farben gestaltet ist und durch den man durchschauen kann.
Die Fröhlichkeit, die diese Gestaltung aufweist, lässt sich nicht immer im Inhalt des Buches wiederfinden.
Ich mochte die Umsetzung des Themas sehr. Der Roman ist aus der Perspektive des Hauses verfasst. Es treten oft Personalpronomen wie „wir“ auf, womit die Gesamtheit des Gebäudes und deren Bewohner gemeint ist. Dies hat mich anfangs etwas verwirrt. Mit der Zeit wird das jedoch zur Gewohnheit und stellt kein Problem dar. Mir gefällt diese Erzähltechnik sehr, da es einfach etwas komplett Neues ist. Die Themen sind natürlich sehr hart. Es geht um den Nationalsozialismus, Verrat, Verdrängung und auch Missbrauch. Die Geschichte verlässt hierbei nie die räumliche Umgebung des Hauses.
Der Schreibstil ist auch sehr eigen. Dies wird direkt im ersten Kapitel deutlich, da die drei Seiten aus einem langen Satz bestehen. Der hypotaktische Satzbau zieht sich auch durch einige Passagen im restlichen Roman. Auch hier brauchte ich etwas, um mich daran zu gewöhnen.
Die Protagonist:innen empfand ich allesamt als ziemlich authentisch. Ich denke, wir kennen fast alle Personen, wie die, die dort dargestellt sind. Der Fokus liegt auf Irma, einer 90-jährigen Frau, die in dem Haus mit Nazi-Eltern aufgewachsen ist und auf Nele, einer Jugendlichen, die zur heutigen Zeit lebt. Sie versucht, die Geschichte aufzuarbeiten und ihre Familienhistorie nachzuvollziehen.
Der Roman war sehr interessant, da er stark zum Nachdenken angeregt hat. Es ist sehr wichtig sich viel mit dem Thema der Nationalsozialisten zu beschäftigen, da der Rechtsrutsch leider wieder deutlich aktueller wurde.
Rezensionen von nil_liest:
Mord, Meer & mallorquinische Intuition – Isabel Flores’ erster Fall
Das Teufelshorn von Anna Nicholas
Ein Krimi mit mediterranem Flair, viel Atmosphäre – und einer Ermittlerin, die man sofort ins Herz schließt.
Im kleinen mallorquinischen Ort Sant Martí, wo der Duft von Pinien in der Luft liegt und der Cortado unter der Sonne besonders gut schmeckt, wird der Alltag jäh durch eine düstere Nachricht erschüttert: Ein kleines Mädchen ist am Strand verschwunden.
Die Polizei ist ratlos – und ruft Isabel Flores zu Hilfe, eine ehemalige Kommissarin mit messerscharfem Verstand und feiner Intuition, die sich inzwischen eigentlich lieber um Ferienimmobilien kümmert als um Verbrechen.
Doch Isabel lässt sich nicht lange bitten. Sie beginnt zu ermitteln – zunächst vorsichtig, dann immer tiefer in das dörfliche Netz aus Beziehungen, kleinen Lügen und gut gehüteten Geheimnissen eintauchend. Bald erschüttert ein weiterer Fall die Gemeinde: Ein älterer Mann wird brutal ermordet. Gibt es eine Verbindung?
Was den Roman besonders macht:
Das Teufelshorn punktet nicht mit atemloser Action oder übertriebener Brutalität, sondern mit Atmosphäre, Lokalkolorit und Charaktertiefe. Anna Nicholas gelingt es, Mallorca abseits der Touristenzentren zu schildern – als Ort voller Schönheit, aber auch voller Widersprüche. Die Protagonistin Isabel ist angenehm unaufgeregt, klug und reflektiert – eine Heldin, der man gerne durch schattige Gassen und über heiße Pflastersteine folgt.
Statt platter Polizeiklischees begegnet uns hier eine Frau mit Geschichte, einem Frettchen als Haustier und einem feinen Gespür für Menschen. Der Humor blitzt immer wieder durch, ohne die Spannung zu mindern. Auch Nebenfiguren wie Polizist Tolo oder Assistent Pep sind lebendig und charmant gezeichnet.
Die Handlung entwickelt sich in zwei spannenden Strängen – Entführung und Mord – und bleibt dabei immer nachvollziehbar. Zwar sind manche Wendungen vorhersehbar und nicht jede Figur bis ins Detail ausgearbeitet, doch das schmälert das Lesevergnügen kaum.
Fazit:
Ein gelungener Reihenauftakt mit Herz, Hirn und herrlichem Mittelmeerflair. Wer kluge Krimis mit ruhiger Erzählweise, sympathischer Ermittlerin und mediterraner Kulisse liebt, liegt mit Das Teufelshorn genau richtig. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesem einen Fall für Isabel Flores!
Rezensionen von Cellissima:
Was geschah mit Alice?
Im Finsterwald von Marie Hermanson
"Im Finsterwald" ist der dritte Band einer Reihe, der sich jedoch problemlos auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände lesen lässt.
Der Krimi spielt im Göteborg des Jahres 1926. Ein Kindermädchen macht mit den Kindern einen Ausflug ins Naturhistorische Museum. Hier verschwindet plötzlich die neunjährige Alice.
Die Polizei ermittelt. Es gibt einige Verdächtige. Und dann ist da noch das Museum selbst mitsamt seiner Exponate, das Gänsehaut auslöst und Rätsel aufgibt ... Was geschah mit Alice?
"Die Pestinsel" liegt noch auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Ich hatte mich bislang nicht so recht an das Buch herangetraut, dachte, dass es mir vielleicht allzu düster sein könnte. Doch "Im Finsterwald" hat mir so gut gefallen, dass ich nun auch "Die Pestinsel" unbedingt lesen möchte.
Auch die Sorge bzgl. der noch nicht gelesenen Vorgängerbände war unbegründet; "Im Finsterwald" lässt sich definitiv und problemlos auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände lesen, es ist ein in sich abgeschlossener Kriminalroman.
Der Stil der Autorin gefiel mir auf Anhieb sehr gut, das Werk ist sehr authentisch und atmosphärisch.
Das Museum als Schauplatz und die düstere, mysteriöse, unheilvolle Grundstimmung gefielen mir ebenfalls extrem gut.
Überwiegend ist es ein klassischer, historischer Kriminalroman, aber stellenweise erinnert es an ein düsteres Märchen, stellenweise verschwimmen deutlich die Grenzen zwischen Realität und Illusion.
Auch die Figuren sind gelungen. Hermanson versteht es, die Spannung aufrechtzuerhalten und kontinuierlich zu steigern. Die Figuren und die Verdächtigen bleiben mysteriös, das Puzzle setzt sich nur ganz langsam zusammen, es wird aber niemals zu viel preisgegeben, sodass der Leser bis zuletzt nicht auf die Lösung des Falles kommt. Es ist ein Fall, dessen Auflösung alles andere als vorhersehbar, sondern sehr überraschend ist. Ich hatte, was den Täter betrifft, die betreffende Figur überhaupt nicht im Kopf, da Hermanson geschickt falsche Fährten gelegt hat.
Ich konnte mich der Sogwirkung nicht mehr entziehen und konnte "Im Finsterwald" nicht mehr aus der Hand legen, weil es so spannend war.
Fazit: "Im Finsterwald" ist perfekt für alle, die einen klassischen, authentischen und atmosphärischen Kriminalroman, der spannend, fesselnd, düster und mysteriös ist, suchen.
Rezensionen von readpassion9:
verschwunden
Ihr werdet sie nicht finden von Andreas Winkelmann
Die Privatdetektivin Franca Lichtenwalter wird von Silvias Großmutter engagiert. Diese hat seit einigen Monaten kein Lebenszeichen ihrer Enkelin. Die familiären Verhältnisse sind zerrüttet, zu ihrer Tochter hat sie keinen Kontakt. Hier kommt Franca ins Spiel. Bei ihren Ermittlungen stößt sie unweigerlich auf einen sieben Jahre zurückliegenden Fall, als Silvias Freundin Isabell verschwand.
Seitdem fehlt von dem Mädchen jede Spur, Isabells Vater übte Selbstjustiz und tötete den einzigen Verdächtigen: Silvias Vater. Franca beginnt in Isabells Fall zu recherchieren und trifft Isabells Vater Jonas, der vor kurzem aus der Haft entlassen wurde. Die beiden schließen sich zusammen um Silvia zu finden und das Rätsel um Isabells Verschwinden zu klären.
Ein toller Thriller, der sich aufgrund des flüssigen Schreibstils wie von selbst liest. Die wenigen Protagonisten sind gut gezeichnet, Franca kommt sehr sympathisch rüber, Jonas ist ein gebrochener Mann.
Nach und nach erfährt man aus unterschiedlichen Sichtweisen, was vor dem Verschwinden von Isabell passierte. Die Suche nach Silvia bringt einige Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Allerdings hatte ich dann doch recht schnell einen Verdacht, der sich letztlich auch bestätigte. Hier hatte ich die Nase vor den Ermittlern, ich frage mich wieso Franca diesen Verdacht nicht viel früher hatte.
Insgesamt hat mich der Thriller überzeugt, einzig das Ende fand ich nicht so ganz zufriedenstellend. 4 Sterne
Rezensionen von Julchentim:
Zwischen Tanz und Täuschung - zu wenig Fantasy für mich!
A Dance of Lies von Brittney Arena
3,5 Sterne (aufgerundet: 4*)
Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen von A Dance of Lies. Es gab Momente, in denen ich wirklich drin war, in der Welt, in Vasalies Kopf, im Netz aus Lügen und Machtspielchen. Aber genauso oft wurde ich auch wieder rausgerissen. Und obwohl ich nicht bereue, es gelesen zu haben, hinterlässt es bei mir ein leicht enttäuschtes Gefühl.
Gerade weil ich mir viel von der Darstellung chronischer Krankheit in einem Fantasy-Setting erhofft hatte und das leider nicht ganz aufgegangen ist.
Vasalie ist eigentlich eine spannende Figur: eine Tänzerin, gebrochen durch eine lange Zeit im Kerker, körperlich und seelisch gezeichnet. Ihre Reise von der Verzweiflung zurück zu einer Form von Selbstermächtigung war stellenweise berührend. Aber das, was als “Behinderung” eingeführt wurde, blieb für mich zu oberflächlich. Sie soll geschwächt sein, ja, doch sie tanzt, kämpft und spioniert oft, als hätten sie diese zwei Jahre kaum mitgenommen. Ich hätte mir da mehr Tiefe und Kontinuität gewünscht, vor allem, weil die Grundidee so wichtig und vielversprechend war.
Spannend fand ich dagegen den politischen Rahmen, die Versammlung mit ihren Intrigen, der Konkurrenz zwischen den Königsbrüdern, der unterschwelligen Spannung und all den kleinen Machtspielen. Auch die Mischung aus Tanz und Spionage hatte ihren Reiz. Was mir weniger gefallen hat, war die Vielzahl potenzieller Love Interests. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte nicht so recht wusste, auf welche Richtung sie hinauswill, was nicht unbedingt schlecht sein muss, aber hier wirkte es eher wie unnötiges Drama als echte Entwicklung.
Der Schreibstil selbst war sehr durchwachsen. Teilweise sehr bildhaft und emotional, an anderen Stellen aber überladen und etwas zu bemüht poetisch. Gerade der Anfang zog sich für mich, während das Ende deutlich an Fahrt aufnahm und für einen gelungenen Cliffhanger sorgte.
Unterm Strich war A Dance of Lies ein lesenswertes Buch mit einigen starken Momenten, vor allem was Atmosphäre und Grundkonzept angeht. Aber ich habe nicht genug Verbindung zu den Figuren aufbauen können, und das Potenzial, besonders im Hinblick auf das Thema chronische Krankheit, wurde nicht ausgeschöpft. Wer gern in Intrigen abtaucht, langsame Romanzen und eine winzige Prise Fantasy ohne Magie mit politischer Note mag, wird hier sicher auf seine Kosten kommen. Für mich bleibt es ein solides, aber nicht überragendes Leseerlebnis.











