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Rezensionen von Peter Krackowizer:

Eine verständliche und umfassende Schilderung der Bauernkriege 1524 bis 1526

Rebellion 1525 von Robert Rebitsch

Damit man den Inhalt dieses Buches – die Bauernkriege 1524 bis 1526 im süddeutschen Raum, in der Grafschaft Tirol und im Erzstift Salzburg - besser versteht, erhält der Leser eine umfassende Einleitung: Wie stand es um den politischen und rechtlichen Stand der Bauern in Tirol um 1500, war es ein Krieg der Bauern oder die „Revolution des Gemeinen Mannes“, wie sah die geostrategische Lage aus und wie stand es um Tirol vor dem großen Bauernkrieg.

Das Leben des Stadthalters und Landesherrn Ferdinand I. wird beschrieben, der eine zentrale Rolle im Bauernkrieg hatte.

Dann nähert sich der Autor mit dem Aufstand der Knappen von Schwaz dem eigentlichen Bauernaufstand. Dieser begann im Süden der Grafschaft, im Hochstift Brixen (den Begriff Südtirol gab es damals noch nicht). In diesem umfangreichen Kapitel wird zunächst das Leben von Michael Gaismair, des Obristen (Oberst) Feldhauptmann, in zwei Teilen ausführlich geschildert. Wie konnte es sein, dass ein gebildeter Bergbauexperte und Verwaltungsbeamter, der in Brixen für den Fürstbischof tätig war, plötzlich sich auf die Seite der Aufständischen stellte?

Detaillierte Beschreibungen der Ereignisse 1525 im Fürstbistum Brixen und Trient folgen. Der Autor zieht ein Fazit der Aufstandswochen. Nach einem Frieden kam es zu Versammlungen und Landtagen mit dem Hofrat in Innsbruck und Ferdinand. Die Ergebnisse, die Landesordnung von 1525 und die „Empörungsordnung“ werden besprochen.
Diese Themen füllen die Hälfte des Buches. Die andere Hälfte befasst sich mit Michael Gaismair und seinen Versuchen, die Bauern von der Obrigkeit zu befreien, von seinem Einschreiten bei den Salzburger Bauernkriegen und der Belagerung von Radstadt. Gaismair wird zum Staatsfeind Nummer eins. Ferdinand I. setzt ein hohes Kopfgeld auf ihn aus. Daher hält sich Gaismair nur mehr im Ausland auf. Zunächst in Graubünden in der Schweiz, später als Condottiere der Markusrepublik im Norden Italiens. Dort wird er von Kopfgeldjägern erstochen. Doch die Täter werden nicht glücklich. Der Hofrat in Innsbruck verwehrt ihnen das Kopfgeld mit einer fadenscheinigen Erklärung.

Das Spannende an diesem Buch ist, dass der Autor zahlreiche historische Dokumente durchforstet hat und deren Inhalt schildert. So erlebt der Leser, wie die Aktionen, Kämpfe und Plünderungen vor sich gegangen waren, welche Überlegungen Gaismair angestellt haben könnte, wie die allgemeine Lage in den Teilen der Grafschaft und später in der Republik Venedig war. Alles wird verständlich erklärt: was ein Bauernhaufen ist, die Empörung, welche Bedeutung die Allmende für die Gemeinden hatte, was der Schwäbische Bund war, wie Gaismair über die Tauern nach Salzburg mit einem Heer zog und vieles mehr. Der Autor beschreibt lokale Umstände, weshalb es wo zu Gewaltausbrüchen gekommen war. Und er schildert, wie der Landesfürst versuchte, die Forderungen der Bauern abzuschwächen. Der Leser erhält eine, wenn auch grausame Vorstellung, wie kriegerische Aktionen abgelaufen sind und mit welcher brutalen Härte die Landesregenten die Kriege geführt und niedergeschlagen hatten.

Für mich als Salzburger besonders interessant sind Beiträge zum Salzburger Gewerken- (1525) und Bauernkrieg (1526) und die Mitwirkung von Michael Gaismair auf Salzburger Boden. Dazu muss man wissen, dass Teile des heutigen Nordtirols an den Salzburger Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg verpfändet waren und daher kriegerische Aktivitäten in diesen Gebieten für den Salzburger Landesfürst bedrohlich waren.

Dass es sich um ein fundiertes wissenschaftliches Buch handelt, zeigen die letzten rund 50 Seiten: 1227 Anmerkungen (Fußnoten), ein kleines Glossar (Begriffsdefinitionen), archivalische Quellenangaben, ein 16seitiges Literaturverzeichnis, Bildnachweis und Namensregister. In den vorderen beiden Klappenseiten gibt eine Karte der Tiroler und Salzburger Gebiete Übersicht über die Territorien, Bergarbeiterunruhen und den Bauernkrieg 1525, die beiden rückwärtigen Klappenseiten zeigen die Aktivitäten Michael Gaismairs in Salzburg 1526. Ein praktisches Lesebändchen hält die Seite des letzten Lesestands einfach fest.

Ich gebe gerne zu, dass es manche Seiten gab, die ich dann doch nur überflog, weil die Erläuterungen sehr ins Detail gehen. Aber ich habe das ganze Buch gelesen und greife jetzt immer wieder auf Daten darin zurück, die für die Salzburger Geschichte von Bedeutung sind.

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Rezensionen von Peter Krackowizer:

Facetten- und Detailreich, nicht ausufernd und doch interessant geschrieben

Das große Buch der Päpste von Josef Gelmi

560 Seiten, 264 farbige Abbildung, alle 267 Heiligen Väter portraitiert vom führenden Papsthistoriker im deutschen Sprachraum Josef Gelmi. "Es wird nichts schöngeredet ... die durchaus auch eine Reihe von fragwürdigen, umstrittenen und zweifelhaften Gestalten aufweist ..." meint Autor Gelmi in seinem Vorwort.

Der erste römische Bischof, der unangenehm auffiel, war Viktor I. (189-199), die berüchtigte Marozia im 9. Jh. wurde u. a. "Mutter und Mörderin von Päpsten" genannt, im 13. Jh. stritten die Kardinäle in Viterbo um die Nachfolge von Papst Clemens IV. (1265-1268). Im zweiten Jahr der Wahl rissen die Behörden das Dach des Konklavegebäudes ab und setzten die die Wähler auf Wasser und Brot. Aber sie erreichten die Aufhebung der Sperre und erst 1271 einigten sie sich auf einen neuen Papst. Pius XII. (1939-1958), sein Verhältnis zum 2. Weltkrieg und Judenverfolgung und viele andere geschichtlichen Informationen im neuen Buch über alle Päpste. Noch ein paar Details aus dem Buch: Mit Innozenz III. (1198-1216) erreichte das Papsttum seinen absoluten Höhepunkt. Auf ihn geht der Titel Stellvertreter Christi zurück. Nach seinem Tod drangen Diebe in Kirche ein, rissen dem Papst die kostbaren Gewänder vom Leib und ließen den Leichnam halbnackt zurück. Clemens XII. (1730-1740) war zur Zeit seiner Wahl bereits ein kränklicher Greis und regierte die meiste Zeit vom Bett aus. Nach seiner völligen Erblindung konnte er ohne fremde Hilfe nicht einmal mehr ein Schriftstück unterzeichnen.

Naturgemäß gibt es über die Päpste des ersten Jahrtausend nur jeweils ein paar Zeilen zu berichten. Doch bereits mit Johannes XII. (955-964) werden die Beschreibungen umfangreicher und den Päpsten der Renaissance können Beiträge auch schon einmal ein paar Seiten umfassen. Dabei schildert der Autor interessant aus dem Leben der Päpste, bei vielen gibt es besondere Abschnitte, wie beispielsweise bei Pius VII. (1800-1823) über seine Papstwahl, dessen Rückkehr nach Rom und seine Verhandlungen mit Napoleon. Ab Beginn des 19. Jahrhunderts werden die Beschreibungen der Päpste schon recht umfangreich.

Das Buch ist bebildert mit Wappen der Päpste, Gemälden und Darstellungen in Kirchen von Päpsten, Grabdenkmälern und Fotografien. Gelmi schreibt gut lesbar und sich nicht in Details verlierend, sodass auch Laien mit dem Buch gut zurechtkommen. Bei jedem Papst findet sich sein weltlicher Name, Geburtsort, wann er gewählt wurde, wann er starb und wo er begraben liegt. Es ist durchaus ein Geschichtsbuch. Ich blättere gerne im Buch, lese die eine oder andere Lebensgeschichte und finde immer wieder interessante, ja sogar spannende Details.

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Rezensionen von Flo:

Im Rückspiegel von Walter Farthofer

Rezensionen von lectrice:

Highlight

Der Krabbenfischer von Benjamin Wood

Mit seinen gerade mal 222 Seiten ist "Der Krabbenfischer" nur ein kurzer Roman, aber einer, der es in sich hat und so unglaublich intensiv ist. Bereits der fünfte Roman des Autors, aber sein erster, der nun in deutscher Übersetzung erscheint. Hoffentlich gibt es bald auch Übersetzunger seiner anderen Romane - ich werde mir aber wohl die englischen Originale besorgen, weil mir die Sprache so gut gefallen hat.

Dabei auch ein großes Lob an die Übersetzung von Werner Löcher-Lawrence.
Der Zwanzigjährige Thomas Flett lebt mit seiner Mutter zusammen und arbeitet als Krabbenfischer. Die Geschichte spielt in den 1960er Jahren an der englischen Küste in Longferry. Die Arbeit ist hart und es reicht gerade so zum Leben für die beiden. Aber schon zu der Zeit zeigen sich Veränderungen für die Umwelt. Aber nicht nur das macht dem Protagonisten zu schaffen, denn eigentlich möchte er Musiker werden. Und da ist auch noch ein Mädchen.... Aber dann kommt ein Filmregisseur und das ist der Moment, in dem sich das Leben von Thomas Flett ändert...
Eine eindringliche Sprache, eine unglaubliche Geschichte voller Intensität und Melancholie, eine Geschichte von der Kraft des Meeres.

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Rezensionen von Marw76:

Das Traumschiff zwischen Ost und West

Ein grenzenloser Sommer von Ralf Günther

Cover: Das Cover passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte und macht schon neugierig auf das Buch, die beiden Menschen an Bord des Schiffes geben einem schon ein Traumschiff- Gefühl und durch die Kleidung wird klar, dass das Buch nicht in der Gegenwart handelt, sondern uns zurück in die 80er Jahre führt.

Inhalt: Sommer 1988: Der zwanzigjährige Ronni und die Mittzwanzigerin Sabine lernen sich an Bord der MS Arkona kennen, einem Kreuzfahrtschiff der DDR. Sie ist Jurastudentin und reist in der gehobenen Klasse, er ist ein einfacher Steward. Sie lebt in Frankfurt am Main, er stammt aus Dresden. Ihre Reise führt sie nach Skandinavien, die großen Hafenstädte der Ostsee entlang, mit ausnahmslos westdeutschen Gästen, ostdeutscher Besatzung – und der Stasi an Bord. Ronni und Sabine fühlen sich bald zueinander hingezogen, obwohl ihre Lebenswelten so unterschiedlich sind. Treffen können sich die beiden nur heimlich. In der Schiffswäscherei tauschen sie sich über ihre Lieblingsfilme aus, über ihre Sorgen, ihre heimlichen Träume. Doch dann wird ihre Beziehung entdeckt, und die Staatssicherheit setzt Ronni unter Druck. Er muss sich entscheiden – für sein Land oder für die Liebe.

Meine Meinung: Der Schreibstil war locker und einfach zu lesen und deshalb sind die Seiten auch nur so dahin geflogen und ich hatte das Buch in wenigen Tagen durchgelesen. Sehr bildhaft und lebendig beschreibt der Autor das Traumschiff- Gefühl an Bord der MS Arkona und die teils extravaganten Wünsche der Passagiere, denn damals war das Traumschiff noch eher der Elite der Gesellschaft vorbehalten. Da das Buch wechselnd aus Sicht von Ronni und Sabine beschrieben wird, liest sich die Geschichte abwechslungsreich und man kann sich noch besser in die Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten einfühlen. Ronni war mir sehr schnell sympathisch, er genießt durch einen wichtigen Onkel mehr Privilegien als andere junge Männer in der DDR und ist anfangs auch etwas naiv aber im Laufe des Buches entwickelt sich der Charakter wirklich weiter und das war schön zu lesen. Mit Sabine musste ich erst warm werden. Sie hat ein Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen und wirkt anfangs recht zickig und unnahbar, auch sie entwickelt sich weiter aber ich hätte mir bei ihr noch ein wenig mehr Gefühl gewünscht. Besonders gut gefallen an diesem Buch haben mir die historischen Begebenheiten, die der Autor gekonnt in die Geschichte eingeflochten hat und die wirklich interessant zu lesen sind. Ich durfte etwas dazu lernen und das ganz nebenbei und mit Spaß. Das Buch ist Liebesgeschichte, Historie der DDR und sogar ein wenig Krimi in einem und das macht das Buch sehr unterhaltsam. Lediglich die Liebesgeschichte hätte ich mir noch ein wenig präsenter gewünscht, vorallem von Sabine. Die Geschichte ist insgesamt aber ein tolles Erlebnis und ein Mix aus verschiedenene Genre der mich bestens unterhalten kannte und mir wirklich gefallen hat, deshalb gebe ich hier gute 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für Interessierte .

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Rezensionen von nanu?!:

Alles andere als unerwünscht

Midwatch - Schule der unerwünschten Mädchen von Judith Rossell

Die Schwestern aus Maggie Fishbones Waisenhaus haben die Nase voll von Maggies Ungehorsam und stecken sie nun ohne Umschweife in das schlimmste aller Waisenhäuser: Das Midwatch-Institut, besser bekannt als die Schule für Waisen, Ausreißerinnen und unerwünschte Mädchen.
Aber kaum hat die schlechtgelaunte Nonne Maggie abgesetzt, kommt Midwatchs wahres Gesicht zum Vorschein.

Die strenge Schule ist nur eine Fassade um davon abzulenken, dass die Mädchen hier zu Tipptopp-Agentinnen und Ermittlerinnen ausgebildet werden.
Maggie hat sich noch nie so Willkommen gefühlt wie hier und bald schon bekommt ihre Gruppe einen ersten Fall zugewiesen.

Dieses Buch steckt voller wundersame Dinge und Abenteuer und der Schauplatz könnte bunter nicht sein. Die Umgebung hat etwas vom viktorianischen Zeitalter und etwas Steampunkmäßiges. Der Himmel ist voller Zeppeline und der Untergrund von lauter geheimen Tunneln durchzogen. Kaum ein Haus kommt ohne Türmchen, Kuppel, Dachgarten oder eigener Anlegestelle für Luftschiffe zurecht.
Aber ich finde es schade, dass es keine richtige Hauptfigur gibt. Meistens drückt sich zwar Maggie in den Vordergrund, aber sie ist nie alleine. Sie und ihre neuen Freundinnen agieren als großes Ganzes als Gruppe und so erfährt man auch kaum persönliches über die einzelnen Mädchen. Auch wenn die ein oder andere besondere Aufgaben zugeteilt bekommt, wird nie tiefer auf diejenige eingegangen.

Die Handlung an sich ist dem Alter der Leser und Leserinnen angemessen. Es gibt aufregende Verfolgungsjagden, knifflige Rätsel zu lösen und gerissene Schurken zu entlarven. Zusätzlich zum Fall, den Maggies Gruppe lösen muss, schweift ein gruseliges Nachtmonster durch die Stadt und lässt Leute verschwinden.
Den fantastischen Ansatz hätte es für mich nicht gebraucht. Ich finde, der Roman hätte rein kriminalistisch bleiben sollen, das hätte besser gepasst und mir auch besser gefallen.
Besonders hervorheben möchte ich die wunderschöne Ausstattung des Buches. Überall finden sich hervorragend gelungene Illustrationen der Autorin selbst (wenn ich das richtig sehe). Es findet sich kaum eine Seite ohne ein besonderes Detail.
Nicht zu vergessen die wertvollen Tipps zwischen den Kapiteln für die jungen LeserInnen und angehende AgentenInnen. Darin lernt man zum Beispiel wie man einem Krokodil entkommt oder wie man beinahe unsichtbar wird. Sehr nützliche Tipps also.
Empfohlen wird das Buch allen Kindern ab 10. Auch wenn die Heldinnen in dieser Geschichte alles Mädchen sind, werden Jungs bestimmt auch ihre Freude mit dem Buch haben.

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Rezensionen von Sheilo:

Eine Liebesgeschichte mit großem Wohlfühlfaktor

One song apart - London Hearts 1 von Lorena Schäfer; Valentina Fast

Für Quinn ist es ein großer Schritt, sie zieht nach London und erfüllt sich mit ihrer Ausbildung zur Journalistin einen großen Traum. Doch gleich zu Beginn muss sie feststellen, dass viele Herausforderungen auf sie warten und dann ist da noch der wichtige Artikel über einen Star, der über ihre Zukunft entscheiden könnte.

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"One song apart" ist der wunderschöne, erste Band der "London Hearts"-Reihe des Autorinnenduos Lorena Schäfer und Valentina Fast. Die Reihe dreht sich um eine WG in London und jede der vier Mitbewohnerinnen wird ihren eigenen Band erhalten.
Die Geschichte von Quinn ist dabei ein Wohlfühlroman mit herbstlichen Vibes, den man beim Lesen nur ungern aus der Hand legt, da der Schreibstil sehr locker und fesselnd ist. Es gelang mir sehr gut, mich in die Charakter hinein zu versetzen und die Geschichte verzichtet auf unnötige Längen in der Erzählung, wobei die Spannung trotzdem bis zum Ende aufrecht gehalten wird.
Quinn ist sehr durch die Erziehung ihrer Mutter geprägt, die sie immer daran erinnert hat, rationale Entscheidungen zu treffen, anstatt sich von den Gefühlen leiten zu lassen. Im Verlauf des Buches entwickelt sich Quinn jedoch charakterlich sehr stark weiter und setzt ihr eigenes Glück in den Fokus.
Milo ist ein Superstar, der seinen Traum lebt. Dabei kennt er leider viel zu sehr auch die Schattenseiten des Erfolges. Für ihn ist Quinn nicht nur eine Journalistin, denn er spürt schon beim Kennenlernen, dass da mehr zwischen ihnen ist.
Neben der Liebesgeschichte, die sehr sparsam mit intimen Szenen umgeht und daher sehr gut zum Genre Young Adult passt, werden viele gesellschaftskritische Themen wie bspw. Vorurteile oder auch der eigene Profit auf Kosten anderer im Verlauf der Geschichte angesprochen.
Besonders gefallen hat mir, dass es schon vereinzelte Teaser auf die folgenden Bände der Reihe gab und wir wundervolle Nebencharakter wie beispielsweise den charmanten besten Freund von Quinn, Cole, kennenlernen durften.

Wer eine Liebesgeschichte mit einer kleinen Prise Herzschmerz sucht und Slow Burn Romance liebt, der wird von diesem Reihenauftakt begeistert sein.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Reich der Lügen von Hartmut Palmer

Bei einem Treffen mit dem Bonner Journalisten Kurt Zink in einem Café im uckermärkischen Templin vergisst der pensionierte Polizist und Personenschützer Siegfried Iserlohe, weil das Gespräch von einem Telefonanruf unterbrochen worden ist und Siegfried darauf hin das Café eilends verlässt, seine Brieftasche am Tisch.

Zink nimmt die Brieftasche an sich und hinterlässt seine Telefonnummer.

Wenig später melden sich diverse Personen, die die Brieftasche im Namen Iserlohes abholen wollen, was dem Journalisten merkwürdig vorkommt. Umso mehr, als man kurz danach Iserlohe ermordet auffindet.

Enthält die Brieftasche brisante Informationen? Und was wusste Iserlohe?

Als Kurt Zink die Brieftasche durchforstet, entdeckt er Hinweise auf die Allianz für Deutschland, die sich anschickt, ihr Netzwerk zu verdichten. Musste Siegfried Iserlohe deswegen sterben? Und welche Rolle spielt dessen ehrgeiziger Sohn Rainer?

Fragen über Fragen die nur durch die Lektüre dieses Polit-Romans beantwortet werden können.

Meine Meinung:

Bei diesem Kriminalroman von Hartmut Palmer läuft es mir ein wenig kalt über den Rücken. Warum?

Zum einem, weil der Autor ein beängstigend realistisches Abbild der Politik unserer Zeit zeichnet. obwohl ich als Österreicherin nicht ganz genau über regionale (?) Erscheinungen in Deutschland Bescheid weiß und zum anderen, weil diese geschilderten Ereignisse keineswegs - wie er im Nachwort schreibt - zufällig, sondern beabsichtigt sind und durchaus Ähnlichkeiten mit lebenden Personen aufweisen.

Hartmut Palmer versteht es ausgezeichnet, seine Leserschaft bis zur letzten Seite fesseln. LeserInnen aus Deutschland werden die Anspielungen und Parallelen zur Wirklichkeit leicht erkennen.

Der Schreibstil ist fesselnd und die Charaktere fein ausgearbeitet. Geschickt lässt er reale Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer, Willy Brandt oder den Gründer des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Rudolf Augstein, in seinem Roman auftreten.

Obwohl sich das Buch wie ein Krimi liest, ist es eher in die Kategorie politische Romane oder Dystopien einzuordnen. Obwohl, für eine Dystopie scheinen die Ereignisse rund um einen möglichen Putsch durch die Allianz für Deutschland zu realistisch. Man wird sehen, was die Zukunft bringen wird. Hoffentlich eine Fortsetzung mit Kurt Zink, denn ausgestanden ist die Situation noch nicht ....

Fazit:

Gerne gebe ich diesem politischen Roman, der ein düsteres Bild von der aktuellen Lage in Deutschland zeichnet, 5 Sterne.

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Rezensionen von Schlafmurmel:

abartig grausam

Der Rachekeller von Roman Just

Der Thriller Rachekeller ist ganz nach meinem Geschmack – blutig, abartig grausam und psychologisch tiefgehend. Ich bin einiges gewohnt, wenn es um harte Thriller geht, aber dieser Roman legt definitiv noch eine Schippe drauf. Gut, dass direkt auf dem Cover eine Triggerwarnung zu finden ist – völlig zu Recht!
Der Titel hält, was er verspricht: In einem verstörenden, aber fesselnden Rachefeldzug nimmt der Täter, John Doe, gnadenlos Vergeltung.

Dabei geht es nicht um sinnloses Abschlachten, sondern um eine durchdachte, wenn auch krankhafte Mission. Die Psyche des Täters wird intensiv und nachvollziehbar dargestellt – man erlebt hautnah, was ihn antreibt, was ihn zerstört hat und was er nun zerstören will.
Die Szenen im Rachekeller sind brutal, detailliert und erschütternd – nichts für schwache Nerven. Selbst mich, als hartgesottenen Thrillerfan, hat es stellenweise geschüttelt. Die grausamen Schilderungen der Morde erzeugen regelrecht Gänsehaut.
Wer harte Thriller liebt, sollte hier unbedingt zugreifen. Aber Achtung: Die Triggerwarnung ist absolut ernst zu nehmen – Rachekeller ist nichts für Zartbesaitete.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die an die Grenzen des Genres gehen wollen.

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Rezensionen von clematis:

Die Herkunft

Das Pestmädchen und der Medicus von Silvia Stolzenburg

Lina ist nach Gernots Tod Henkerswitwe und nach wie vor eine Unehrliche. Ihre Liebe zum Wundarzt Ulrich muss sie sich verbieten, ist er doch mit der Ratsherrentochter Angela verheiratet und somit unerreichbar. Nach dem Überfall in der Badestube und dem Brandanschlag auf ihr Wohnhaus ist Lina sicher, dass ihr irgendjemand nach dem Leben trachtet.

Spannend geht es weiter.

Nahtlos schließt Band 2 an die bisherigen Ereignisse an und lässt Augsburg im Jahre 1462 lebendig werden. Abgerissene Bettler, Beutelschneider und Huren kämpfen täglich ums Überleben, im Spital ringt man wieder einmal mit dem Schwarzen Tod und die Reichen sind der Meinung, sich alles kaufen und richten zu können. Mitten drinnen in diesem Ort der Gegensätze nimmt die junge Witwe Lina ganz alleine ihr Schicksal in die Hand und erwirtschaftet Geld mit der Herstellung von Salben und Pflastern, verkauft Armsünderfett und Fingerknöchelchen am Markt, bis ein Einbrecher ihr an die Gurgel will. Voll Angst flüchtet sie sich zum Bettlerkönig der Stadt, nicht wissend, in welch missliche Lage sie sich damit selbst begibt.

Mit vielen historisch belegten Einzelheiten besticht Silvia Stolzenburg einmal mehr und fesselt ihre Leser mit spannenden Szenen aus dem Spätmittelalter. Lina als überaus tapfere Frau hat einige Hürden zu überwinden, nicht zuletzt will sie endlich wissen, wer ihre Mutter ist und warum sie im Findelhaus aufwachsen musste. Besonders realistisch wird ihr steiniger Weg geschildert, von der Abhängigkeit und Unfreiheit einer Frau erzählt Stolzenburg ebenso wie von den typischen Behandlungsmöglichkeiten der Beulenpest und von der Annahme, dass es sich um eine Strafe Gottes für die fehlbaren Sünder handelt. Eingebettet in diesen überaus atmosphärischen Rahmen erleben wir hautnah Linas bange Wochen nach dem Tod von Gernot und fiebern mit ihr mit, wie sie fortan leben wird, in steter Angst vor einem weiteren Überfall, der mit ihrer Herkunft zusammenhängen dürfte. Böse ist das Ende von Band 2, denn es ist noch nicht das Ende!

Ein aufregender Teil der Reihe „Das Pestmädchen“, der einen beim Lesen in Atem hält und hoffen lässt, dass Teil 3 alsbald erscheint. Ich spreche eine Empfehlung aus, am besten im Anschluss an den ersten Band.

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