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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von csac:

Das Buch der Anfänge – Eine kunstvoll-herzliche Einladung zum Abenteuer des Erzählens

Das Buch der Anfänge von Heinz Janisch

„Die Sonne schien, aber sie wärmte nicht“ oder „Das Haus begann zu sprechen, einfach so“, sind Impulse, welche der Autor Heinz Janisch setzt, um Leser ins Träumen und Fantasieren zu bringen: Welche Erzählung könnte daraus entstehen? Welche wundersamen Gestalten warten darauf, diesem Satz zu entspringen? Seltsam-Skurriles wechselt sich dabei ab mit Lustig-Unterhaltsamen, insgesamt 33 Anfänge laden zum Staunen, Schmunzeln und Weiterdenken ein.

Doch nicht nur überraschende Sätze, auch farbenreiche, ansprechende Illustrationen von Michael Roher laden in diesem Buch dazu ein, Gedanken weiter zu spinnen und so neue Welten zu kreieren. Da bestaunt man als Leser Buchstaben, die aus Büchern purzeln und Ritter, die auf Steckenpferden durchs Weltall hopsen. Der Kraft der Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt.
Fazit: Ein Buch für große und kleine Träumer und Erzähler, die Geschichten zum Leben erwecken wollen.

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Rezensionen von Alais:

Wohlfühlkrimi mit Meeresbrise für kuschelige Lesestunden

Mörderisch verstrickt. Ein Strickclub ermittelt von Susanne Oswald

Hinter dem collagenhaften, fröhlich-bunten Cover verbirgt sich ein Häkelkrimi (bzw. genau genommen ein "Strickkrimi") mit extrem hohen Cosy-Faktor, sympathischer Hündin und Küstenambiente - lustigerweise inklusive Strickanleitungen im hinteren Teil.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, luftig-leicht, aber sehr ansprechend.

Besonders gut gefielen mir ihre Wortspiele und selbst erdachten Redensarten rund um Wolle und Wattenmeer.
So fiel es mir leicht, in die Atmosphäre der Romanwelt einzutauchen und mich dort heimelig zu fühlen. Zunächst herrschte mir dort allerdings ein bisschen zu viel heile Welt. Jenseits der "Schattenseite", die für den Krimicharakter des Buches sorgt, gehen die allermeisten Romanfiguren mit einer derart bewundernswert positiven Einstellung durchs Leben, dass ich mich über ein klein wenig mehr Übellaunigkeit der einen oder anderen Figur gefreut hätte. Einzig ein Teenager bildet hier eine - allerdings sehr zahme - Ausnahme. Auf so viel Harmonie musste ich mich erstmal einlassen, konnte sie, da sie nichtsdestotrotz authentisch wirkte, letztendlich aber doch genießen.
Vor allem wuchs immer mehr meine Freude an den Geschehnissen rund um den Strickclub (wobei es mir sehr recht war, dass die Krimihandlung manchmal etwas in den Hintergrund trat) und an der Entwicklung der so sympathischen wie interessanten Charaktere. Ein besonderes Highlight war für mich außerdem die liebevolle und verständnisvolle Darstellung von Ginger, der Hündin von Mette, der Inhaberin des kleinen Strickladens.
Mehr Wohlfühlroman statt Krimi, aber auf jeden Fall empfehlenswert für alle Strick-, Hunde- und Nordseeküstenfans sowie für alle, die sich nach ein bisschen Wohlfühlatmosphäre sehnen!

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Rezensionen von csac:

„Wir sind ja nicht aus Zucker“ – Ein buntes, fantasievolles Bilderbuch über das Abenteuer Schulweg

Wir sind ja nicht aus Zucker von Leonora Leitl

Das Auto streikt und muss in die Werkstatt und der ganze Familienalltag gerät kurz ins Stocken: Wie, bitte, soll Sanna nun in die Schule gelangen? Doch diese wäre nicht „Super-Sanna“, würde sie die Gelegenheit nicht nutzen, um zu Fuß aufzubrechen, abenteuerlustig und voller Freude auf das Kommende: Zusammen mit ihren Freunden Action-Alma und Käpt´n Kurti wandert sie wagemutig über Hängebrücken, durch Savannenstaub, vorbei an Baumriesen, spuckenden Vulkanlöchern und einem verführerischen Hexenhäusl in Form eines Würstlstandes.

Doch unsere Protagonistin ist sich sicher: „Das ist eine Fata Morgana! Wir dürfen auf keinen Fall vom Weg abkommen, sonst sind wir verloren.“ Gott sei Dank befindet sich ein „Spähtrupp“ (die Lehrerin) bereits auf dem Weg, um sie in Empfang zu nehmen. Auch der Rückweg gestaltet sich als ähnlich aufregend, nur begegnen den mutigen drei Kindern diesmal Riesen und Fledermäuse, bevor sie die heimatliche Burg erreichen. Auch wenn das Auto inzwischen repariert wurde und es morgen regnen soll, ist sich Sanna sicher: Morgen stürze ich mich ins nächste Abenteuer. „Ich bin ja nicht aus Zucker!“
Was für ein tempo- und farbenreiches Bilderbuch, eine wahre Fundgrube an fantastischen Figuren und Gestalten. Das Buchzeigt auf sehr eindrucksvolle Weise, wie aus scheinbar alltäglichen Begebenheiten ganz wunderbare, neue Welten entstehen können und lässt die großen und kleinen Leser dabei staunend und berührt zurück. Zugleich ist es ein liebevolles Plädoyer dafür, sich öfters zu Fuß auf den Weg zu machen – denn wer immer nur hastet, verpasst womöglich das Magische am Wegesrand.
Untermalt wird der bunte Text durch ebenso farbenfrohe, aufwendig gestaltete Illustrationen, die zum Staunen und Verweilen einladen. Sehr einladend und sehr gelungen!
Fazit: Eine Hymne an die Kraft der Fantasie, ein sehr, sehr schönes Bilderbuch!

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Rezensionen von Merri:

Das darf kein Tabu-Thema für Kinder sein!

Kinder von fern von Martine Letterie

"Kinder von fern" erzählt die bewegenden Geschichten von vier geflüchteten Kindern: Samuel, Fatima, Azad und Tamar. Diese müssen ihre Heimat verlassen - durch Krieg, Verfolgung und Gewalt. Ihre Flucht führt sie zu Fuß, durch Kanalisationen und in Schlauchbooten in eine ungewisse Zukunft.

Die Protagonisten sind Kinder wie alle anderen: Samuel träumt vom Fußball, Fatima liebt das Zeichnen. Durch diese Ähnlichkeiten entdecken unsere Kinder, dass es sich um Kinder "wie du und ich" handelt - mit denselben Träumen und Ängsten. Das schafft Empathie und Verständnis.

Das Buch behandelt die ernste Thematik von Flucht und Verlust mit beeindruckender Authentizität. Die Geschichten basieren auf Erfahrungen von Geflüchteten und zeigen sowohl die Schrecken der Flucht als auch Momente der Menschlichkeit. Auch das Bangen um die Aufenthaltsgenehmigung wird angesprochen.

Am Ende kommen die Kinder in einer Willkommensklasse, wo sie ein neues Kapitel beginnen können.

Es ist ein wichtiges Buch, das Empathie weckt und zeigt, dass hinter diesem politischen und manchmal hasserfüllten Thema menschliche Schicksale stehen und nicht nur Zahlen.

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Rezensionen von Camilla :

es glitzert

Sternenschweif, 3, Das Zauber-Zebra von Linda Chapman; Carola von Kessel

Also. Ich weiß nicht warum, ich finde die Bücher ja schon total girly - aber warum auch immer fährt mein Sohn total drauf ab. Er liebt die Zeichnungen (ich hatte nämlich mal ein altes Sternenschweif Buch mit anderen Illustrationen und das hat er nach ein paar Seiten abgebrochen weil es so schrecklich war).

Dieses Buch ist im gewohnten Stil - und noch besser was man online gar nicht sieht: das Cover ist mit bisschen Glitzer versetzt - also totaler Hingucker :)
Sonst Inhalt vom Buch ist gefühlt wie fast alle Sternenschweifbücher. Aber hier ganz cool der Ansatz mit einem Mischlingspferd. Die Charaktere sind sympathisch und die Story schreitet gut voran. Die Kapitellänge ist ideal um abends ein Kapitel zu schaffen für einen eher Lesemuffel wie ich ihn zu Hause habe. Das Buch ist zwar Teil einer Reihe, aber man muss nicht alle vorangegangen Bücher kennen um der Story zu folgen. Es sind alles eher stand alones...

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Rezensionen von Gaby 2707:

Ich komme sehr gerne wieder

Inselnächte von Anja Eichbaum

Gerade noch hat Inselpolizist Martin Ziegler einen Mann und eine Frau darauf aufmerksam gemacht, dass das Spielen und Toben ihres Kindes in den Dünen verboten ist, da passiert auch schon das Unglück. Das Mädchen wird zusammen mit ihrem kleinen Hund in den Dünen verschüttet, was der Hund leider nicht überlebt.

Das Mädchen hat großes Glück im Unglück. Nicht so viel Glück hat ein paar Tage später ein junger Mann aus der auf der Insel als total zerstritten bekannten Jansen-Familie. Schnell kommt allerdings die Vermutung auf, dass es sich hier nicht um einen Unfall handelt. Als auch seine Schwester Freyja tot aufgefunden wird, beginnen Martin Ziegler und sein Kollege Gert mit den Ermittlungen, in die auch immer wieder die alteingesessene Insulanerin Marthe Dirkens nebensächlich eingebunden ist.
Aber hier stehen nicht nur die beiden Todesfälle im Mittelpunkt. Es geht auch um Familiengeschichten von z.B. Daniela und Frank Prinzen, die das Tea-Time-Hostel von Marthe Dirksen übernommen haben. Inselpolizist Martin Ziegler und seine Anne plagen bzw. nervt das Kinderthema, das alle anderen brennend zu interessieren scheint. Und auch bei Polizeipsychologin Ruth Keiser und ihrem Oskar Schirmeier läuft nicht alles ganz so rund, wie sie es sich manchmal vorstellen. Und alles zusammen auf dieser wunderschönen Insel Norderney In der Nordsee.

Für mich ist es das dritte mal, dass ich zusammen mit Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser auf Tätersuche gehe. Und auch diesmal hat es mir großen Spaß gemacht.
Autorin Anja Eichbaum hat einen so bildhaften und aussagestarken Erzählstil, der mich sofort in die Geschichte hinein reißt und bis zum Schluss nicht mehr los lässt. Es tut sich aber auch ganz schön viel in diesem 8. Fall hier auf der Nordseeinsel Norderney. Es gibt so viele Menschen mit denen ich hier bekannt gemacht werde, die ich durch die detaillierten Beschreibungen aber bald in mein Kopfkino einflechten konnte. Bis auf ganz wenige sind sie mir alle mit ihren kleinen und größeren Macken, Ecken und Kanten sehr sympathisch. Gerade mit Marthe Dirksen hätte ich mich auch sofort angefreundet. Das Verdächtigenkarussell dreht sich ganz schön schnell und durch de kurzen Kapitel geht der Fall bzw. die Fälle ganz schön flott voran. Meine Täter, die ich für mich ausgemacht hatte, musste ich alle bald wieder laufen lassen. Als dann alte Familiengeheimnisse ans Tageslicht kommen, können auch die beiden Todesfälle geklärt werden. Was dabei alles heraus kommt, hat mich ganz schön geschockt.
Insgesamt war mir die Geschichte an manchen Stellen zu langatmig und zu ausschweifend, was auch der Spannung nicht gut getan hat. Andererseits haben mir die Einblicke in die verschiedenen Familien sehr gut gefallen und ich hätte sie nicht missen mögen.

Insgesamt eine interessante Geschichte, die auf einer wunderschönen Insel spielt und die ich sehr gerne gelesen habe. Ein bisserl weniger cosy und etwas mehr Crime, dann ist sie für mich genau richtig.

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Rezensionen von csac:

Herzlich Willkommen, Erdenkind - Ein "Begrüßungsbilderbuch"

Weil es dich gibt von Lena Raubaum

Bei der Geburt der Allerkleinsten freuen sich alle Tiere mit: Der Waschbär hat sich rausgeputzt, das Huhn, das gackert froh, das Schaf pflückt einen Blumenstrauß und das Zebra galoppiert wie wild. In zarten Reimen, kindgerecht, kurz und prägnant erzählt dieses süße Pappbilderbuch von der großen Freude aller Tiere, "weil es dich gibt".

Untermalt werden die einfachen Botschaften von ausdrucksstarken, klaren Illustrationen von Birgit Antoni, die vor guter Laune nur so strotzen und nicht nur die kleinen Leser ansprechen. Fazit: Süß zu lesen, schön zu verschenken.

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Rezensionen von Camilla :

endlich

Andor Junior, Bücherhelden 1. Klasse, Die geheime Botschaft von Jens Baumeister

Unsere ganze Familie sind total große Andor Fans bzw. Andor Junior Fans. Als das Spiel raus kam kamen auch die ersten Bücher raus - aber viel zu hohes Niveau! Kein Kind das Andor junior spielt liest ein 160 Seiten Buch in Erwachsener kleiner Schrift mit ein paar Bildern. Ist wenn überhaupt ein Vorlesebuch.

Und nun endlich: Andor junior als 1. Klasse Selber-lese-Buch! Einfach perfekt! Für spielbegeisterte Kinder sind auch die Rätsel bzw. Aufgaben gut im Buch integriert. Die Menge an Text ist sehr angenehm. Nicht für totale Anfänger - gut Ende erster Klasse. Aber man muss nicht unbedingt das Spiel kennen um der Story folgen zu können. Also alles in allem ein rund um gelungenes Buch! Auch der ältere Bruder hat es dann noch gelesen, war zwar gefühlt in 8 Minuten durch aber er fand die Spannung ausreichend und gerade die Vorstellung der Charaktere am Anfang im Klappentext sehr gut. Aber defintiv eher was für Erstis ;)

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Rezensionen von gerlisch:

Bittersüße Romance

Problematic Summer Romance - Die hitzige Unzulässigkeit der Liebe von Ali Hazelwood

Diese neue Story von Ali Hazelwood hat sich mit seiner lebendigen Erzählweise und seinen sympathischen Charakteren sofort in mein Herz geschlichen. Die große Schrift und die relativ kurzen Kapitel garantieren angenehmes Lesen, was perfekt ist um in die sommerliche Geschichte einzutauchen.
Die Dialoge sind humorvoll und schlagfertig und sorgen damit für einige Schmunzler.

Ali Hazelwood versteht es meisterhaft, eine Balance zwischen Witz und emotionaler Tiefe zu schaffen, sodass die Story leicht aber auch berührend wirkt.
Maya ist eine selbstbewusste Protagonistin, die genau weiß, was sie will, aber auch durch ihre Ängste und Zweifel wirkt sie sehr authentisch. Conor hingegen hat einige Red Flags, was in anfangs nicht besonders sympathisch macht. Allerdings war mir in Summe in der Beziehung zwischen den beiden zu viel hin und her, auch wenn die knisternden Momente gut unterhalten und die Chemie zwischen den beiden deutlich spürbar war.
Das Setting auf Sizilien ist einfach traumhaft gewählt. Eine Villa, Sonne, Meer und italienisches Lebensgefühl vermitteln wunderschönes Sommer-Feeling.
Die Geschichte hat mir bis auf ein paar Einschränkungen sehr gut gefallen.

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Rezensionen von gabiliest:

Bitter and sweet: An deiner Seite

Wohin du auch gehst von Christina Fonthes

Mit ihrem Debütroman “Wohin du auch gehst” hat die Autorin Christina Fonthes, die bereits den Writers Award und weitere Preise gewonnen hat, ein bemerkenswertes Buch über die Schicksale von zwei Frauen vorgelegt, die ihre Heimat, die heutige Demokratische Republik Kongo, verlassen haben.

Die Geschichte von Mira beginnt im Jahr 1974 in Gombe und Kinshasa.

Mira ist damals neun Jahre alt und wächst als Kind einer zu Reichtum und politischem Einfluss gekommenen Familie auf, doch den Konventionen will sie sich nicht beugen. Als Jugendliche geht sie in Klubs und verliebt sich in einen jungen Musiker. Als sie zur Strafe in das Haus ihrer älteren Schwester Eugenie geschickt wird, um dort den Haushalt zu führen, stellt sich heraus, dass sie schwanger ist. Mira will dieses Kind nicht und die nächsten Lebensjahre verbringt sie unter wechselnden Umständen in Europa. Ihre Berufung findet sie in ihrem Glauben.

Am 3. März 1982 wird Bijoux in Mbandaka geboren. Als Kind wird sie aus ihrem Heimatland nach London gebracht, um bei Tantine Mira zu leben. In der Beziehung dominiert das Unausgesprochene und die Religion. Als Bijoux erklärt, lesbisch zu sein, wird sie durch Mira und die Kirche unter Druck gesetzt, zu heiraten- eine unglückliche Ehe. Doch Bijoux bricht aus der Beziehung aus, sie möchte sich und ihre Freundin nicht mehr verstecken. Wird es ihr gelingen, ein erfülltes Leben mit ihrer Partnerin zu führen und sich mit ihrer Familie auszusöhnen?

Christina Fonthes hat ihren Roman in mehreren Zeitebenen aufgebaut, die zeigen, wie sich die Schicksale der beiden Frauen ineinander verschränken. Die einzelnen Kapitel sind jeweils einer Protagonistin- Mira oder Bijoux- zugeordnet, die die Handlung in Ich-Form erzählen. Die Sprache der Autorin ist lebendig und bildhaft, allerdings ist es notwendig, manchmal zurückzublättern, um die Zusammenhänge besser zu erkennen. Zwischen den beiden Frauen ist Schweigen vorherrschend, und erst spät werden die Lesenden erfahren, worauf sich dieses Schweigen gründet. So bietet das Buch am Ende noch einmal eine völlig neue Sicht auf das Geschehen.

Die Handlung wird authentisch bereichert durch Sätze in Lingala, einer Sprache, die in weiten Teilen der Demokratischen Republik Kongo und in den umliegenden afrikanischen Ländern gesprochen wird. Zum besseren Verständnis ist dem Buch am Ende ein Glossar angeschlossen, das die Ausdrücke erklärt.

Dieser Roman ist keine leichte Lesekost, obwohl er sich angenehm und flüssig liest. Die behandelten Probleme sind vielfältig: Migration und Diskriminierung aufgrund der Herkunft, schwierige Lebensbedingungen in einem Land, das nicht die Heimat ist, frühe Schwangerschaft, Krankheit und Tod. Dazu tragen auch die Wertvorstellungen und Sitten aus dem Herkunftsland bei, die die Sichtweise auf das Verhalten der Protagonistinnen bestimmen. Entgegen allen religiösen Regeln, die das Leben einschränken, wird vor allem das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe behandelt, wobei die beiden Partnerinnen sehr lange Ablehnung erfahren und Vorurteilen sowie falschen Vorstellungen ausgesetzt sind. Wird es Bijoux und ihrer Partnerin Chancey gelingen, ihre Liebe offen zu leben?

“Wohin du auch gehst” ist interessant und lesenswert, vielleicht braucht man ein wenig Zeit, um sich in die Situation der beiden Frauen zu versetzen, doch je mehr die Handlung voranschreitet, desto besser gelingt es. Vor allem Lesende, die anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen sind, werden hier eine interessantes Buch vorfinden. Allerdings hätte ich mir eine klarere Zeitstruktur gewünscht. Ich kann diesen Roman gerne empfehlen und bewerte ihn mit vier Sternen.

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