Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katyleh:
Kleinstlebewesen mit Großwirkung
Bakterien - die heimlichen Helden von Peter Wohlleben
Ich geb’s zu: Vor dem Buch dachte ich bei Bakterien an „eklig“ und „Hände waschen“. Nach 200 Seiten denk ich: „Okay, ohne die läuft hier gar nichts.“ Peter Wohlleben schafft es wieder, ein Thema das eigentlich unsichtbar ist, lebendig und greifbar zu machen.
Worum’s geht:
Wohlleben zeigt, wie sehr unser Leben von Bakterien abhängt.
Nicht nur beim Joghurt oder Sauerkraut, sondern direkt in uns. In jeder Körperzelle, auf der Haut, im Darm. Die kleinen Kerle produzieren Hormone, beeinflussen unsere Stimmung, motivieren uns sogar zum Sport. Und draußen in der Natur steuern sie das Wetter mit und könnten sogar bei der Klimakrise helfen. Seine These: Wir bestehen zu großen Teilen aus Bakterien und sollten endlich aufhören, gegen sie Krieg zu führen. Besser kooperieren.
Was mir gefallen hat:
Sympathischer Ton: Wohlleben schreibt nicht wie ein Laborbericht, sondern wie jemand, der dir beim Spaziergang begeistert erzählt, was er gerade entdeckt hat. Man merkt, dass er selbst fasziniert ist.
Anschauliche Geschichten: Er bindet viel eigene Erfahrung und Beispiele aus dem Alltag ein. Plötzlich macht es Sinn, warum Sauerkraut gut für den Bauch ist oder warum ein Spaziergang im Wald guttut.
Aha-Momente: Ich wusste nicht, dass Bakterien kommunizieren und gemeinsame Aktionen planen können. Das Buch ist wie ein Mikroskop – man sieht plötzlich eine ganze Welt, die vorher unsichtbar war.
Was mir gefehlt hat:
Manchmal wird’s ein bisschen zu erzählerisch. Wer knallharte Fakten und Studien will, muss sich durchhangeln. Und an ein paar Stellen wiederholt sich die Botschaft „Wir müssen netter zu Bakterien sein“. Verstanden hab ich’s nach dem zweiten Mal auch.
Fazit:
Ein Buch für Neugierige, die verstehen wollen, was im Hintergrund unseres Körpers und der Natur abläuft. Kein Fachbuch, sondern Alltagsbiologie zum Mitnehmen. Man legt es weg und guckt danach mit anderen Augen auf den Joghurt im Kühlschrank und auf den eigenen Darm.
4 Sterne für sympathisches Storytelling und viel neues Wissen. Den 5. Stern gibt’s nicht, weil’s mir stellenweise zu wenig Struktur und zu viel „Wohlleben erzählt“-Vibe war. Aber gelernt hab ich auf jeden Fall was.
Rezensionen von carola1475:
Spannend, beklemmend und realitätsnah
Nummer 138 von Gavin Bell
Ein behördeninternes Analyseprogramm findet schnell heraus, was einige Morde, die in verschiedenen US-Bundesstaaten verübt werden, gemeinsam haben: es ist die Adresse 138 Main Street. Davon gibt es über 7000 im ganzen Land, was einen großen, komplexen Fall mit ungeheurem Medieninteresse erwarten lässt.
FBI-Agent Ben Walker stellt eine Taskforce zusammen, zu der auch der Analytiker Matt Brodie und Officer Zoe Hill gehören, die Walker an einem der Tatorte durch ihre Aufmerksamkeit und Kombinationsstärke aufgefallen ist.
Es gibt keinerlei Spuren vom Täter, die Ermittler stehen unter Zeitdruck und untersuchen in alle Richtungen, können weitere Morde nicht verhindern und erst ein an die Presse gesandtes Manuskript offenbart die Gedankenwelt des Täters, der wie ein Terrorist die Menschen in Angst und Schrecken versetzt.
Gavin Bell schreibt klar, lebendig und bildhaft, beschreibt auch die vielfältigen verschiedenen Main Streets, die zu Tatorten werden und zeigt so die Beliebigkeit der Mordopfer. Ich bekomme Einblicke in das Leben verschiedener Bewohner von 138 Main Streets, die auf die potentielle Bedrohung mehr oder weniger gelassen oder zunehmend ängstlich und panisch reagieren und nehme Teil an den fast schon verzweifelten Ermittlungen, denen der Täter stets einen Schritt voraus ist.
Der Autor erhöht die Spannung auch durch multiperspektivisches Erzählen, was mich immer neugierig auf den nächsten Perspektivwechsel hat warten lassen, um zu erfahren, wie es dort weitergeht.
Die Figurenzeichnung ist gelungen und lässt mich mitfiebern und bei den Protagonisten hoffen, dass sie den Fall überleben.
'Nummer 138' ist klug konzipiert und fesselnd geschrieben, beängstigend sind die Aktualität und die Realitätsnähe der von Anfang bis Ende spannenden Geschichte. Mir hat der temporeiche Thriller mit dem düsteren Cover sehr gut gefallen und ich hoffe auf weitere Bücher von Gavin Bell.
Rezensionen von yellowdog:
Regime Change in Europa
Wer sind wir? von Joschka Fischer
Der politisch nicht mehr aktive Joschka Fischer ist doch noch sehr präsent. Erst letztes Jahr hat er mit einem eindrucksvollen und komplexen Werk überzeugt.
Jetzt ein Buch über deutsche Identität. Doch diesmal enttäuscht er, denn eigentlich erzählt er hauptsächlich die Geschichte Deutschlands, z.
B. ab Stunde Null nach. Offenbar definiert Fischer Deutschlands Identität aus dem Wiederaufbau nach 45. Westdeutschland war in dem Sinne verwestlicht, im positiven Sinne.
Er spricht viel von Europa und der Abkehr der USA.
Wenn ich richtig interpretiere, liegt Deutschlands Identitätssuche ein gutes Stück weit bei dem Versuch einer deutschen Führung in Europa, sozusagen ein Regime Change in Europa.
Einige Passagen des Buches sind also schon gelungen, doch ob sich darin die Frage nach der Identität erschöpft, wage ich zu bezweifeln.
Folgen kann man der im Nachwort angebotenen Antwort, dass Europa sich jetzt selbst kümmern muss, da auf die USA nicht mehr gezählt werden kann. Jetzt oder nie!
Vielleicht gelingt Joschka Fischer die Debatte über das Thema, wenn er mit diesem Buch und seinem wichtigen Thema auf Lesereise geht.
Rezensionen von Shilo:
Viel Gefühl, aber wenig Prada
Prada – Sie träumte von Mode und fand die Liebe von Susanne von Berg
Schon nach den ersten Kapiteln war spürbar, dass hier weniger die Geschichte eines bekannten Modehauses im Mittelpunkt steht, sondern vor allem eine sehr romantisch angelegte Liebesgeschichte. Die junge Sofia verlässt ihr Dorf, arbeitet bei den Brüdern Prada in Mailand und träumt davon, eigene Entwürfe zu schaffen.
Gerade dieser Einstieg machte zunächst neugierig, weil die Verbindung aus Mode, Italien und einer Frau mit großen Plänen viel Atmosphäre versprach. Auch das Cover und die Inhaltsangabe weckten Erwartungen an einen Roman, der stärker in die Welt von Prada eintaucht.
Leider konnte die Geschichte dieses Gefühl nur selten halten. Vieles wirkte recht oberflächlich und oft auch unnötig dramatisch. Die Liebesgeschichte zwischen Sofia und Mario nahm schnell sehr viel Raum ein, während die Entwicklung des Geschäfts eher im Hintergrund blieb. Dadurch entstand stellenweise das Gefühl, dass der Name Prada vor allem als Kulisse genutzt wird. Wer hofft, mehr über die Entstehung der Marke oder das damalige Italien zu erfahren, dürfte vermutlich etwas enttäuscht sein.
Auch die Figuren blieben eher blass. Sofia hatte zwar sympathische Momente, wirkte aber oft zu idealisiert. Mario wiederum blieb schwer greifbar und manche Entscheidungen erschienen wenig glaubwürdig. Einige Dialoge klangen zudem überraschend zeitgemäß und dem heutigen Sprachgebrauch angepasst, wodurch die Zeit um 1913 nicht immer lebendig wirkte. Gerade bei einem historischen Liebesroman fällt so etwas schnell auf.
Dabei liest sich das Buch durchaus flüssig und leicht. Die Seiten vergehen schnell und manche Szenen vermitteln ein angenehmes Bild vom alten Mailand, von Stoffen, kleinen Werkstätten und dem Wunsch nach einem besseren Leben. Trotzdem fehlte über weite Strecken die Tiefe. Gefühle wurden häufig sehr ausgeschmückt beschrieben, ohne wirklich zu berühren. Dadurch wirkte vieles etwas überladen und vorhersehbar.
Besonders schade war das nach den positiven Eindrücken anderer Bücher der Autorin. Vor allem die Kaufhaus-Reihe sowie die Alltagswunder-Saga konnten mit Atmosphäre, Figuren und Zeitgefühl deutlich mehr überzeugen. Umso größer war hier die Hoffnung auf einen Roman, der Modegeschichte und persönliche Schicksale glaubwürdig verbindet.
Wichtig ist aber auch, dass es sich um einen fiktiven Liebesroman handelt, der keine wirkliche Geschichte über Prada erzählt und die Realität keineswegs widerspiegelt. Wer eher eine leichte Liebesgeschichte mit etwas Glamour sucht, könnte trotzdem unterhalten werden. Die Erwartungen an einen tieferen Roman über die berühmte Marke sollten allerdings nicht zu hoch sein.
3 Sterne.
Rezensionen von Allesleser:
Leider ohne Wunder
Zeit der Freundinnen von Tanja Huthmacher
Wundertütentage. Man weiß nie, was der Tag noch bringen wird, welche Überraschungen er bereithält.
So geht es auch den drei Frauen Julia, Helene und Sophie. Alte Freundinnen, neue Freundinnen. Alle drei haben Kinder, die das Haus verlassen, um die Welt zu entdecken, ihre Träume zu verwirklichen und ihre eigene Zukunft aufzubauen.
Die alltäglichen Aufgaben und Ereignisse, die das mit sich bringt wechseln ab mit den persönlichen Problemen rund um Ehe, Freundschaft und eigene Träume.
Es ist eher eine ruhige Geschichte, bei der manches etwas aufgebauscht wird, was letztendlich schnell vergeht. Verlustängste, Eifersucht und Geheimnisse beschäftigen die Frauen. Julia, die im ersten Band die Hauptrolle spielt, sucht immer noch nach ihrem Vater, der vor langer Zeit die Familie verlassen hat. Durch einen Zufall hat sie endlich eine Spur zu ihm gefunden. Nette Idee, aber für mich nicht ganz nachvollziehbar.
Die Autorin hat hier viele Dinge aufgegriffen und in ihrer Geschichte untergebracht, immer auch darauf bedacht den Themen und Redewendungen der Zeit gerecht zu werden. Mir war es manchmal etwas zu viel und macht die Figuren, allen voran Julia, in meinen Augen nicht immer sympathisch.
Ich hätte gerne mehr erfahren über die Ausbildung des Sohnes, dafür weniger über die manchmal unreifen Handlungen von Julia.
Wundertüten sind Geschmackssache, genau wie Geschichten. Mir hat hier der Pep gefehlt, das Mitreißende, das was mich ans Buch fesselt. Eine nette Geschichte, die bestimmt ihre Leser finden wird.
Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:
Interessantes Buch zum immer wieder Hineinschmökern
Atlas der 60er Jahre von COLUMBUS Verlag GmbH & Co. KG
Die Umbrüche der 60er Jahre anhand von mehr als 200 (Land-)Karten und visuellen Darstellungen zu erzählen, finde ich außergewöhnlich. Sie ist mit diesem Atlas sehr gut gelungen.
Wo man beim Lesen langer Texte längst ausgestiegen wäre, laden die Karten zum Wiedereinstieg ein. Etwa wenn es ab S.
38 um die Mondlandungen der Apollo-Missionen geht. Gerade hatte ich die Nachrichten zur aktuellen Artemis-Mission der NASA verfolgt, da lud mich dieser Abschnitt ein auf die Mondlandungen vor mehr als 40 Jahren zurückzusehen.
Durch die Karten und bildliche Darstellungen lassen sich Entwicklungen, Zusammenhänge und globale Trends schnell erfassen und einordnen. Die Kartografie wird dabei selbst zum Analyseinstrument.
Im Abschnitt „Krieg und Konflikte“ werden etwa die zahlreichen Auseinandersetzungen im Zuge des Kalten Krieges anschaulich dargestellt. Man sieht gleich was sich wo ereignet hat.
Der 60er-Jahre-Atlas ist kein Buch zum von vorne bis hinten durchlesen, sondern eines zum immer wieder Hineinschmökern.
Rezensionen von JennifersBooks:
Ein Sommerroman, der mitten ins Herz trifft
Last Kiss of Summer von Jessica M. Felleman
Sommerromane haben für mich gerade einen ganz besonderen Reiz. Vielleicht liegt es am sonnigen Wetter, vielleicht daran, dass man endlich wieder gemütlich auf der Terrasse lesen kann - aber "Last Kiss of Summer" hat mich schon mit seinem Cover sofort eingefangen. Der rosa getönte Himmel, das Meer im Hintergrund, die Figuren in sommerlicher Kleidung: All das versprach Leichtigkeit, Wärme und eine klassische Young-Adult-Romance mit Friends-to-Lovers und Second-Chance Tropes.
Zwei beste Freunde aus Kindheitstagen, erste Liebe, Missverständnisse, ein wahrscheinliches Happy End - was sollte da schon schiefgehen? Wie sich herausstellt: sehr viel mehr, als man erwartet.
Denn diese Geschichte besitzt eine Tiefe, die man dem Cover und dem Klappentext nicht ansieht. Ich habe gelacht, mitgefiebert und seit Langem nicht mehr so sehr bei einem Buch geweint. Taschentücher sind beim Lesen definitiv Pflicht. Gleichzeitig möchte ich gar nicht zu viel über die Handlung verraten, denn schon kleine Details könnten Wendungen vorwegnehmen, die ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn man sie selbst erlebt.
Sera und Luke sind zwei Figuren, die sich sofort echt anfühlen. Ihre Gefühlswelt ist feinfühlig, nachvollziehbar und manchmal schmerzhaft authentisch. Beide tragen ihre eigenen Lasten mit sich herum, beide verheimlichen einander Dinge, obwohl sie beste Freunde sind - und genau daraus entstehen die Konflikte. Sie reagieren wie 18-Jährige nun einmal reagieren: impulsiv, eifersüchtig, unsicher, manchmal verschlossen. Ja, manches Drama hätte sich mit Ehrlichkeit vermeiden lassen, aber dann wäre es kein Jugendroman, sondern eine Therapiesitzung.
Besonders beeindruckt haben mich die unerwarteten Wendungen. Ich war fest überzeugt, die Richtung der Geschichte zu kennen, doch sie hat mich mehrfach überrascht - und genau das hat sie für mich in den 5-Sterne-Bereich katapultiert. Es ist lange her, dass mich ein Buch so sehr mitgerissen hat, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Dieses hat es mühelos geschafft. Und das Ende ist auf seine ganz eigene Art wunderschön, bittersüß und absolut tränenreich.
Fazit: "Last Kiss of Summer" ist weit mehr als eine sommerliche Young-Adult-Romance. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt über Freundschaft, Verlust, erste Liebe und den Mut, offen mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt - und das lange nachhallt.
Rezensionen von flyingmouse88:
Große Gefühle liebevoll erklärt
Wenn liebe Waschbären wütend sind von Sandra Grimm
Das Buch schafft es auf eine sehr liebevolle und kindgerechte Weise zu zeigen, dass Wut und andere starke Gefühle ganz normal sind – und dass jeder anders damit umgeht. Der kleine Waschbär probiert unterwegs verschiedene Möglichkeiten aus, mit seiner Wut klarzukommen, und genau das fand ich besonders schön: Es gibt hier nicht die eine perfekte Lösung.
Manche Dinge helfen, andere eben nicht – und auch das darf sein.
Die Geschichte wirkt warmherzig, ehrlich und nahbar. Besonders gelungen fand ich, dass die Tiere alle ihren ganz eigenen Charakter mitbringen und unterschiedliche Wege zeigen, mit Emotionen umzugehen. Dadurch entstehen viele schöne Gesprächsanlässe mit Kindern. Vor allem die Botschaft, Gefühle anzusprechen und Konflikte zu klären, wird ganz natürlich vermittelt, ohne belehrend zu wirken.
Auch optisch ist das Buch ein Highlight. Die Illustrationen sind wunderschön gestaltet, voller Persönlichkeit und mit viel Liebe zum Detail. Gleichzeitig macht die stabile Verarbeitung einen sehr hochwertigen Eindruck – perfekt für kleine Kinderhände.
Für mich ein rundum gelungenes Bilderbuch über große Gefühle, das nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen einiges mitgeben kann. Absolute Empfehlung!
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Fuckgirl
Fuckgirl von Bianca Jankovska
Fuckgirl hat eigentlich alles, was sich eine junge, moderne und feministische Frau nur wünschen kann (und sollte?):
Einen super coolen und kreativen Job und einen einfühlsamen Mann (ist verheiratet sein immer noch das Top Goal?), der die komplette Care Arbeit zu Hause übernimmt.
Und nicht nur das, der Mann übernimmt nicht nur die ganze physical and mental load des Haushalts, er ist auch besorgt, dass Fuckgirl sexuell nicht ausreichend befriedigt wird, weswegen er einer offenen Ehe zugestimmt hat.
Nur für Fuckgirl offen wohlgemerkt. Und so kann sich die Ich-Erzählerin noch ausgiebig mit wechselnden Sexpartnern amüsieren.
Denn ihr Mann ist zwar super praktisch und gemütlich wenn frau von der Arbeit nach Hause, aber so richtig hot läuft es im Bett nicht mehr wirklich.
Jankovska beschreibt mit Fuckgirls Beziehungs- und Lebensmodel ein Verhalten, das von der Gesellschaft eigentlich eher Männern zugeschrieben wird und in umgekehrter Rollenverteilung der Geschlechter nicht als ungewöhnlich gelten würde. So aber scheint es als provokant und progressiv zu gelten.
Nur merkt die Ich-Erzählerin, dass die casual Sex Dates, die erfreulicherweise recht explizit beschrieben werden, auch auf die Dauer irgendwie anstrengend und kompliziert sind. Schließlich trifft sie sich mit Männern. Der eine ist dann doch verheiratet und hat eine Frau mit Neugeborenem zu Hause sitzen, das andere Sex-Interest steht auf Kinks, die Erzählerin nicht so ganz teilt.
Mehr Frust als Lust?
Also was dann?
Jankovska lässt ihre Erzählerin anfangs als selbstbewusste Frau auftreten, die in jedem Lebensbereich genau weiß, was sie will. Sie will auch anderen Frauen helfen, ihnen die Augen über die Männer öffnen und sie aus ihren spießigen und monogamen Beziehungen zu befreien. Damit sie sie ein cooles und freies Leben führen können, so wie Fuckgirl.
Aber ist das wirklich so? Im Laufe des Romans kommen der Erzählerin immer mehr Zweifel, ob ihr Lebensmodel wirklich so erstrebenswert ist.
Ich dachte mir öfters, während ich den Roman las, dass ich feministisch schon ganz schön abgefuckt bin (um im Sprachgebrauch zu bleiben), weil ich mir irgendwie mehr erhofft hatte, als die trivialen Erkenntnisse, die sich meiner Lesart nach allmählich in Fuckgirls Gehirn herauskristallisieren. Wahrscheinlich hatte der Begriff „female revenge“ eine ungerechtfertigte Erwartungshaltung in mir geweckt. Ich dachte sofort an Eliza Clarks „Boy Parts“, in der Female revenge extrem drastische und wesentlich radikalere Ausmaße annimmt.
Ich fand Jankovskas Debütroman besonders in den Passagen stark, die mich mehr an feministische Essays erinnert haben und gar nicht unbedingt mit der fiktiven Romanhandlung zu tun hatten.
“Frauen zu mögen scheint viele Männer eine große Überwindung zu kosten. Es fällt ihnen schwer, Bücher von Frauen zu lesen, Podcasts von Frauen zu hören oder Serien zu konsumieren, die von Frauen geschrieben wurden.
Es ist ihnen unangenehm, sich mit den Memoiren einer Frau in die U-Bahn zu setzen, wo kämen wir da hin, wenn sich Männer uneigennützig mit den Büchern von Frauen auseinandersetzen würden, mit ihrem Innenleben, ihren Bedürfnissen, ihren Meinungen.”
Um es kurz zu machen, der Plot und Figurenentwicklung von Fuckgirl konnte mich nicht überzeugen, die feministischen Ideen und Gedanken dahinter umso mehr. Außerdem freue ich mich immer, wenn Frauenfiguren in Romanen nicht so handeln wie ich mir es wünschen würde, sondern sich eine gewisse Unberechenbarkeit und Ambivalenz bewahren.
Oder um die Autorin selbst zu zitieren:
“Gerade jetzt, wo uns ein zunehmend rechtes Regime konservative Ideale aufbürdet, ist es umso wichtiger, progressive Romane mit unkonventionellen Protagonistinnen zu publizieren und zu vertreiben.”
Rezensionen von leopol:
Solides, modernes Familienkochbuch
Cooking for Family von Julia Lanzke
Cooking for Family von Youtuberin Julia Lanzke, verspricht 100 schnelle Rezepte für die Familienküche und auch noch erprobte Hacks. Die Gestaltung ist modern, übersichtlich und farbenfroh, so dass auch Kinder die Mitkochen zum Stöbern angeregt sind.
Neben den versprochenen Tipps geht es natürlich, da es ein Kochbuch ist um Rezepte.
Übersichtlich ist alles gegliedert in Frühstück, Snacks, Desserts, Hauptgerichte und schnelle Hauptgerichte, jede Kategorie ist noch mit ihrer eigenen Seite für Tipps ausgestattet. Die Rezepte sind modern und etwas, das Kinder in der Regel gerne essen.
Zusätzlich zu den Rezepten gibt es eben Tipps, u.a. wie man sich das Leben in der Küche einfacher gestaltet – Schneidetechniken, Ideen zum Batch-Kochen und Meal Prep, Resteverwertung und Ideen für Wochenpläne. All dies wird noch durch Sicherheitstipps im Umgang mit Kindern in der Küche vervollständigt.
Natürlich sind so manche Tricks schon durch ihren Youtube Kanal bekannt, oder auch nichts neues für Personen, die schon oft kochen. Bei manchen Tipps, die eher allgemeiner sind, denkt man, dass einem das eh der Hausverstand sagt.
Das Schöne an diesem Buch ist aber, dass hier alles schön übersichtlich gesammelt ist, eben nur Kochen nicht noch Putzen, Reisen und sonstige Themen. Ideal um auch gleich etwas auszuprobieren, aber eben auch um leicht wieder etwas zu finden.
Das Kochbuch ist definitiv empfehlenswert für Familien mit sehr kleinen Kindern, die nun auch vermehrt mit den Kindern kochen wollen bzw. die auch einfach kindertauglichen Rezepte suchen. Denn seien wir uns ehrlich, manchmal weiß man einfach nicht was man heute wieder kochen soll.











