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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lealein1906:

Auch Band 3 einfach wunderbar

Die Nelkentochter von Tessa Collins

Auch der dritte Teil der Blumentöchter-Reihe hat mich vollkommen überzeugt. Es fängt bei der Optik an und geht mit dem Inhalt weiter. Lali auf ihre Reise nach Sri Lanka zu begleiten ist einfach die ganze Zeit spannend und emotional und hat somit auf jeden Fall 5 Sterne verdient.
Lali bricht nach Sri Lanka auf, um ihre Mutter zu suchen, die sie als kleines Kind verlassen und dann nie wieder mit ihr Kontakt aufgenommen hat.

Jetzt ist es an der Zeit für Antworten.
Es macht so viel Spaß, in diesem Buch Sri Lanka zu erkunden, da wurden wunderbare Plätze ausgesucht, um das Land vorzustellen. Es ist alles so schön beschrieben, man würde am liebsten sofort selbst hinreisen. Der Schreibstil an sich ist auch wieder fesselnd und sehr schön flüssig zu lesen, die Seiten verfliegen wie nichts.
Richtig toll finde ich, dass auch die dunkle Seite in Sri Lankas Geschichte mit dem Bürgerkrieg in Teilen erzählt wird und Teil des Vergangenheitstrahls ist. Das bringt nochmal eine ganz eigene Note in die Geschichte ein.
Mit Lali kann man sich gut identifizieren und erlebt die Reise gerne mit ihr (auch wenn sie manchmal etwas zurückhaltend ist, aber das passt zu ihrer Persönlichkeit). Zwar wiederholt sich in jedem Buch ein bisschen das Schema mit dem gutaussehenden Mann, der auf einmal auftaucht, aber die Geschichte drumherum ist einfach immer wieder anders und spannend und das macht das Besondere an dieser Buchreihe aus.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe und kann alle Bücher nur herzlich weiterempfehlen.

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Rezensionen von Merri:

Lustig und frisch

Red Flags von Sophie Jo

Das Cover mit der markanten roten Flagge ist ein absoluter Blickfang und perfekt gewählt - die visuelle Umsetzung zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und spiegelt das Buchthema brillant wider.

Sophie Jo hat eine wunderbar unterhaltsame und emotionale Liebesgeschichte geschaffen, die das Thema Dating, Beziehungsängste und zu hohe Erwartungen sehr clever und zeitgemäß umsetzt.

Die Geschichte um die achtzehnjährige Poppy mit ihren hohen Standards und Cam mit seinen Bindungsängsten ist frisch, modern und authentisch erzählt. Der Schreibstil ist witzig, emotional und sehr zugänglich. Eine schöne Geschichte für junge Erwachsene und Teenager.
Es liest durch die abwechselnden Kapitel aus Cams und Poppys Sicht, die nochmals durch Chat-Einschübe aufgelockert sind, sehr flüssig und abwechslungsreich.
Die Hauptfiguren sind sympathisch und authentisch dargestellt. Ihre Unsicherheiten, Fehler, Ängste und Entwicklung kann ich nachvollziehen.

Das Buch behandelt Beziehungsthemen auf humorvolle und leichte Art, ähnlich wie "10 Dinge, die ich an dir hasse". Eine schöne Lektüre für Leute, die lustig-leichte Liebesromane mögen!

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Rezensionen von Merri:

Liebevolles Einschlafbuch mit kleinen Schwächen

Müde und geborgen von Herbert Renz-Polster; Bernd Penners

"Müde und geborgen" besticht durch bezaubernde, kindgerechte Illustrationen, die sofort ins Auge fallen. Die warmen Farben und niedlichen Details schaffen eine gemütliche Atmosphäre.

Die sanften Reime sind wunderbar rhythmisch und melodisch - sie lassen sich flüssig vorlesen und schaffen eine beruhigende Stimmung, die perfekt für kleine Zuhörer ist.

Die Buchlänge ist ideal dosiert, um die Aufmerksamkeit der Kleinsten nicht zu überfordern.

Das gelungene Vorwort hebt sich positiv hervor und bietet interessante, tiefgreifende Einblicke in die menschliche Natur des Schlafens. Leider enttäuschen die beigefügten Erwachsenen-Tipps: Sie bleiben oberflächlich und bieten erfahrenen Eltern wenig Neues oder Überraschendes.

Trotz dieser Schwäche ist es ein empfehlenswertes Buch für gemütliche Vorlesestunden, das Kinder sanft und liebevoll ins Land der Träume begleitet.

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Rezensionen von Nicole Koppandi:

Eines der besten Bücher

Der Schlächter von Joyce Carol Oates

Basierend auf drei wahren Biografien, die hier zu einer fiktiven Person zusammengefasst werden, wird die Geschichte des „Gynäkopsychiaters“ Dr. Silas Aloysius Weirs erzählt, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Pennsylvania als Gynäkologe bei psychisch kranken Frauen Eingriffe vornahm, um sie vom Wahnsinn zu heilen.

Der Werdegang von Dr. Weir, einem Arzt, der kein Blut sehen kann und sich eigentlich vor den Patientinnen graust, ist fast unglaublich. Silas Weir ist voller Komplexe und als er Direktor der staatlichen Heilanstalt für weibliche Geisteskranke wird, nützt er seine Position, um seine meist tödlichen Experimente an den Frauen im „Dienste der Wissenschaft“ auszuführen. Er ist getrieben von Ehrgeiz, um seine neuesten Erkenntnisse in den renommiertesten Journals in Amerika zu publizieren und dadurch Anerkennung in der Ärzteschaft und vor allem von seinem Vater zu erlangen – jedoch führt dieser Ehrgeiz dazu, dass immer mehr Frauen immer schlimmere medizinische Experimente und Versuche über sich ergehen lassen müssen.

Die Behandlungen sind grauenhaft, fast unerträglich – die Vorstellungen beim Lesen, dass die Durchführungen ohne Narkose erfolgten, kaum auszuhalten.

Ein Buch, dass über ein sehr schwarzes Kapitel der Medizin berichtet – es handelt sich, wie bereits erwähnt, um die Zusammenschau von drei realen Vorbildern. Wie schnell Frauen als psychisch krank erklärt und im wahrsten Sinne des Wortes weggesperrt wurden – um dann einem „Schlächter“ ausgeliefert zu sein.

Disclaimer: Eine Empfehlung für jene, die solch historische Unmenschlichkeiten aushalten. Ich fand es ganz großartig.

Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz

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Rezensionen von Petra Sch.:

hätte als Jugendthriller besser funktioniert

Not Quite Dead Yet von Holly Jackson

3,5 Sterne

Holly Jackson hat mich mit diesem außergewöhnlichen Plot neugierig gemacht - Jet hat 7 Tage Zeit, um ihre 'Ermordung' (weil sie, nachdem sie niedergeschlagen wurde, definitiv sterben wird) aufzuklären - und da ich "A Good Girls Guide To Murder" so toll fand, war ich richtig gespannt auf diesen ersten Erwachsenen-Thriller der Autorin.

Der Einstieg war auch richtig toll! Der Schreibstil ist einfach sooo lebendig, mitreißend und mit einem konstant hohen Spannungsbogen, sodass man immer weiterlesen will. Obwohl es leider sooo viele unlogische/unrealistische und nicht nachvollziehbare Dinge gibt, dass man mit der Zeit einfach nur den Kopf schütteln muss.
Jet war ja mit ihrem Schädelbruch schon fast gestorben, und geht nach einer Wiederbelebung und Koma mit gebrochenem Kopf einfach fröhlich aus dem Krankenhaus, um mithilfe von Billy, ihrem Jugendfreund, ihren Mörder zu ermitteln (denn in ca. 7 Tagen wird sich ein Aneurysma bilden, an dem sie sterben wird). Und es wird auch genau an diesen 7 Tagen festgehalten, gegen Schluss zählt Jet ihre Lebenszeit sogar in Stunden. Wie wenn diese Zeitangabe in Stein gemeißelt wäre.
Sie fährt auch ganz normal Auto. Oder sie schlägt "fröhlich" mit einem Vorschlaghammer auf Beton ein, um diesen zu brechen. Und erwähnt dabei keinerlei Schmerzen. Aber ein weinendes Baby bringt ihren Kopf fast zum Explodieren.
Dann ist da noch das unglaubwürdige Verschwinden von Billys Mom bzw. eher die unglaubwürdige Erklärung dafür.
Auch verhält sich Jet wie ein Teenager, kindisch und unreif ("Polizei-sprech", sie kriegt nichts in ihrem Leben auf die Reihe und denkt, ihren Mord aufzuklären, wäre etwas "Großes", was sie der Welt hinterlässt, an dem sie jetzt unbedingt festhält).
Wenn ich nicht gewusst hätte, dass Jet bereits 27 Jahre alt ist, hätte ich sie als Teenager verortet. Deshalb (und aufgrund der doch vielen Unglaubwürdigkeiten) hätte das Buch als Jugendthriller besser funktioniert

Der Thrill fehlt auch irgendwie zu Beginn; erst später entwickelt es sich krimimäßig. Was mir aber sehr gut gefallen hat, war, wie Jet einen kleinen Schritt nach dem anderen geht und ein Puzzleteilchen nach dem anderen aufdeckt. So etwas gefällt mir sehr gut an Krimis, wo man jeden Schritt nachvollziehen kann. Ebenso die vielen Verdächtigen, wo nach und nach einer nach dem anderen ausscheidet, bis am Schluss einer übrig bleibt. Diesen Täter hatte ich lange nicht auf dem Schirm, erst später, als man mehr und mehr Infos vorliegen hatte, war mir dann irgendwann klar, wer es gewesen sein muss.
Spannend waren auch die vielen menschliche Abgründe, die sich hier auftun und die nur schwer verdaulich sind.
Der Schluss hat mich zwiegespalten hinterlassen: der eine Teil hat mir gut gefallen, wohingegen der andere Teil für mich dann wieder zu überzogen war.


Fazit:
Ein superspannender, fesselnder Schreibstil, der einen lebendig durchs Geschehen peitscht, lässt einen über das unreife Verhalten von Jet sowie die vielen unlogischen und unglaubwürdigen Dinge hinwegsehen.

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Rezensionen von ReiShimura:

Bittere Süße: Ein magisches Leseerlebnis

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei von Lee Onhwa

Auf die Optik und Haptik der Bücher gehe ich normalerweise in meinen Rezensionen nicht wirklich ein. Dies liegt aber nicht daran, dass beides für mich nicht wirklich relevant ist, ganz im Gegenteil, es hat eher den Hintergrund, dass ich vornehmlich E-Books lese und Hörbücher höre, somit die Haptik schon einmal wegfällt.

Die Optik ist in dem Zusammenhang dann meistens auch eher nebensächlich, vor allem weil doch die inneren Werte zählen.
Bei diesem Buch möchte ich trotzdem eine Ausnahme machen, da mir das Cover unglaublich gut gefällt. Die Zeichnung erinnert mich sehr stark an die Filme aus dem Hause Ghibli. Ich könnte mir das Cover auch sehr gut als Poster vorstellen und würde es mir sofort in die Wohnung hängen.
Nun aber zu dem wirklich interessanten Punkt, der Inhalt des Buches. Meine Erwartungen waren hoch, immerhin wird das Buch unter anderem mit folgendem Satz beworben: “ Dieses Buch fühlt sich an wie eine Umarmung an einem kalten Tag“. Und um es kurz zu machen, hier hat der Verlag wirklich nicht zu viel versprochen.
Die Geschichte rund um Yeonhwa ist einfach berührend, herzerwärmend und unglaublich fesselnd. Von Anfang an hat mich die Autorin Lee Onhwa mit ihren Worten in einen Bann gezogen, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Wie ich es bereits oft bei japanischer oder koreanischer Literatur hatte, ist die Sprache sowohl poetisch, blumig und verschnörkelt und trotzdem geradlinig und klar. Mir ist bewusst, wie seltsam das klingen mag, aber genauso empfinde ich auch dieses Werk.
Die Autorin schafft es auf wunderbare Art und Weise die Atmosphäre einzufangen und Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Die Mischung aus magischen Komponenten, immerhin sind die Kunden des Hwawoldang Verstorbene und den alltäglichen Sorgen von Yeonhwa, wie sie den Kredit ihrer Großmutter zurückzahlen soll, ist perfekt abgestimmt und ergeben ein absolut stimmiges Ganzes. In jedem der Kapitel lernt man einen Kunden oder eine Kundin von Yeonhwa besser kennen und erfährt auch mehr darüber wie er oder sie aus dem Leben scheiden mussten. Auch wenn dies jetzt vielleicht sehr deprimierend und wenig lebensbejahend klingt, muss ich sagen, dass dies nicht der Fall war. Natürlich sind die Geschichten ergreifend und an manchen Stellen auch traurig. Dennoch schafft die Autorin es die positiven Dinge ins Rampenlicht zu stellen. Dies in Kombination mir ihren appetitanregenden Beschreibungen der Süßspeisen die Yeonhwa auf Wunsch ihrer Kunden herstellt, hat ein wunderbar warmes Gefühl in meinem Inneren entstehen lassen. Ein Hauch Melancholie mit einer großen Portion Herzenswärme.
Ich hatte das Glück in diesem Jahr bereits einige hervorragende Neuerscheinungen aus Japan und Korea lesen zu dürfen. Bei den meisten dachte ich, dass ich mein Lesehighlight für dieses Jahr bereits gefunden habe. Doch dann kam das nächste Highlight daher und so weiter. Lee Onhwas Roman lässt die gleichen Gedanken in meinem Kopf entstehen. Hier passt für mich einfach alles zusammen und ich wüsste nicht, was man besser hätte machen können. Außer vielleicht, wenn es zum Buch auch noch eine Box Süßigkeiten dazu geben würde. Dann könnte man die kleinen Köstlichkeiten, die so wunderbar eindrucksvoll beschrieben werden, nämlich gleich neben dem Lesen verkosten.
Ich kann dieses Buch nur von Herzen weiterempfehlen und hoffe sehr auf weitere Romane der Autorin.

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Rezensionen von April1985:

Heute bin ich

Wieso? Weshalb? Warum? Kernreihe, Band 58 - Unsere Gefühle von Andrea Erne

In Band 58 der Wissensbuchreihe für Kinder nimmt uns Andrea Erne auf eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle mit. Als Mama bin ich großer Fan solcher Bücher, schaffen sie es doch Emotionen so zu erklären, dass auch die Kleinsten sie begreifen können.
Melanie Brockamp hat das Bilderbuch liebevoll illustriert und die Bandbreite an Emotionen anhand verschiedener Alltagssituationen dargestellt.

Neben dem ganzen positiven und negativen Gefühlen lernen Kinder diese nicht nur zu benennen, sondern auch wie sie damit umgehen können. Nicht immer sind Gefühle nur gut oder schlecht. So kann zum Beispiel Wut auch hilfreich in manchen Situationen sein. All das erfahren Kinder beim Vorlesen, selber Lesen und anschauen.
Ich finde das Buch richtig toll gemacht, pädagogisch wertvoll und sehr wichtig. Es darf in keinem Kinderzimmer fehlen.

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Rezensionen von Immenhof:

Ideale Welt

Komm mit in die Welt von morgen! von Katja Diehl

„Komm mit in die Welt von morgen“ ist ein Buch, das Kindern auf einfache Weise zeigt, wie nachhaltiges Leben funktionieren könnte. Leider ist es aber sehr weit von der Realität entfernt. Besonders gefallen haben mir die Kapitel über Unverpacktläden und die verständliche Erklärung wichtiger Zusammenhänge.

Die Theorie ist spannend und gut erklärt, allerdings bleiben die Probleme dabei leider oft außen vor. Ein bisschen mehr Auseinandersetzung mit den Herausforderungen fände ich wichtig, um das Bild komplett zu machen. Das Nachwort dagegen ist richtig schön und motiviert dazu, selbst aktiv zu werden. Toll sind auch das Glossar und die Querverweise, die Zusammenhänge gut erklären. Insgesamt ein gelungenes Buch mit kleinen Schwächen, das Mut macht, über die Zukunft nachzudenken.
Zum kritischen Reflektieren und ins Gespräch kommen, ist das Buch sicherlich geeignet.

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Rezensionen von April1985 :

Heute bin ich

Wieso? Weshalb? Warum? Kernreihe, Band 58 - Unsere Gefühle von Andrea Erne

In Band 58 der Wissensbuchreihe für Kinder nimmt uns Andrea Erne auf eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle mit. Als Mama bin ich großer Fan solcher Bücher, schaffen sie es doch Emotionen so zu erklären, dass auch die Kleinsten sie begreifen können.
Melanie Brockamp hat das Bilderbuch liebevoll illustriert und die Bandbreite an Emotionen anhand verschiedener Alltagssituationen dargestellt.

Neben dem ganzen positiven und negativen Gefühlen lernen Kinder diese nicht nur zu benennen, sondern auch wie sie damit umgehen können. Nicht immer sind Gefühle nur gut oder schlecht. So kann zum Beispiel Wut auch hilfreich in manchen Situationen sein. All das erfahren Kinder beim Vorlesen, selber Lesen und anschauen.
Ich finde das Buch richtig toll gemacht, pädagogisch wertvoll und sehr wichtig. Es darf in keinem Kinderzimmer fehlen.

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Rezensionen von ReiShimura:

Aus dem Leben gegriffen

Born to Perform - Sei das Rad, nicht der Hamster von Caspar Bendix

Es gibt Bücher auf die wartet man sehnsüchtig und freut sich auf ihr Erscheinen. Und dann kommt entweder die erwartete Freude auf oder das böse Erwachen, weil die Erwartungen einfach nicht ansatzweise erfüllt wurden. Und dann gibt es die Bücher, über die man einfach zufällig stolpert und einen von den Socken hauen.

Dieses Buch gehört für mich definitiv in die letzte Kategorie.
Denn ich kannte im Vorfeld weder den Autor Casper Bendix, noch wurde mir dieses Buch empfohlen. Es war einfach ein Glücksgriff. Eines dieser Bücher oder in meinem Fall konkreter ein Hörbuch, das man hernimmt, weil man auf der dringenden Suche nach neuem Lesestoff ist und der Klappentext interessant klang.
Doch bereits nach wenigen Minuten hatte mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Dies lag einerseits an der eingängigen und unglaublich ausdrucksstarken Stimme von Nils Nelleßen. Ich habe mich bereits nach wenigen Sätzen in seine Stimme verliebt und habe jede einzelne Minute sehr genossen. Dies liegt vor allem an seinem Tempre und seiner Stimmmelodie. Meiner Meinung nach hat der Verlag hier wirklich genau ins Schwarze getroffen und ich hoffe sehr, dass ich in naher Zukunft noch weitere Hörbücher von Nils zu hören bekomme. Er ist einer dieser Sprecher, die mir auch die Rückseite meines Shampoos vorlesen könnten und ich würde noch immer dahin schmelzen. Denn es geht nicht darum, was er liest, sondern wie er es liest.
Doch meine sehr gute Bewertung ergibt sich natürlich nicht nur aus der meiner Begeisterung für die Stimme von Nils Nelleßen. Den Großteil meiner Bewertung macht der Inhalt des Buches von Casper Bendix aus. Doch auch dieser konnte mich begeistern. Denn seine Figuren sind einerseits so dermaßen abgedreht und doch so realistisch. Bei den Sprüchen die Doktor Thomas Meermann so von sich gibt, schüttelt man den Kopf und amüsiert sich über die Genialität des Autors. Doch richtig amüsant wird es, wenn man, so wie ich eben, im richtigen Leben bereits mit solchen Kandidaten in Berührung gekommen ist. Gefühlsmäßig jeder zweite Manager, dem ich begegnet bin, hat Sprüche in der Art des Doktor Meermanns abgesondert. Diese souverän vorgetragenen Sprüche, meist eine Mischung aus englisch und deutsch, die auf den ersten Blick so viel Sinn ergeben. Doch denkt man einmal darüber nach, fällt das ganze Kartenhaus zusammen. Das passiert halt leider, wenn die zentralen Eckpfeiler nicht stabil genug sind.
Casper Bendix erlaubt seinen Figuren aber auch, dass sie sich weiterentwickeln. Charakterentwicklung ist normalerweise eine gute Sache. In diesem Buch bin ich dabei allerdings zwiegespalten. Denn die Komik des Buches verliert sich dadurch ein klein wenig, dafür werden die Charaktere noch greifbarere und noch vielschichtiger. Das Buch mausert sich vom Klamauk zum ernstzunehmenden Roman. Der Übergang von dem einem zum anderen war ein wenig holprig, aber im Großen und Ganzen hat es doch funktioniert.
Wie bereists anfangs erwähnt, hat mich dieser Roman wirklich überrascht, und zwar im positiven Sinne. Manch ein Leser oder eine Leserin wird zwar über die Plattitüden und blöden Sprüche den Kopf schütteln, doch wenn man dies im realen Leben bereits einmal (oder eher mehrmals) erlebt hat, dann amüsiert man sich köstlich über dieses Buch. Aufgrund dessen, was ich über den Autor im Netz finden konnte, glaube ich, dass seine persönlichen Erfahrungen in der Wirtschaft in das Buch eingeflossen sind. Es bleibt mir daher nichts anders übrig, als eine Leseempfehlung für dieses Buch auszusprechen und noch einmal zu betonen, dass es wirklich aus dem Leben gegriffen ist.

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