Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sago:
Unlicht
Katzen, die wir auf unserem Weg trafen von Nadia Mikail
"Sie dachte an Feuer und Rauch, an Wellen und daran, wie die Erde zerbarst und sich verzweifelt bewegte. Sie dachte über Unlicht nach. Sie war wütend, so, so wütend."
Der 17jährigen Aisha und ihrem Freund Walter bleiben weniger als ein Jahr bis zum Ende der Welt. Dann wird ein Meteorit die Erde treffen.
Doch selbst angesichts dieser drohenden Apokalypse stehen für Menschen ihre privaten Tragödien im Vordergrund, vielleicht umso drängender. Vor Jahren hat Aishas ältere Schwester June die Familie spurlos verlassen. Kann es noch ein Wiedersehen geben?
Durch den Titel spielt das Buch unwillkürlich mit den Erwartungen von Katzenfreunden, dass man hier auf einige Katzenpersönlichkeiten treffen wird. Vor jedem Kapitel präsentiert sich auch eine hübsche Zeichnung von Flohsack, dem Streunerkater, der Aisha und ihre Mitreisenden auf der Suche nach June begleitet. Diese Bilder finden sich auch in der hinteren Innenklappe, was wirklich sehr hübsch gestaltet ist. Leider bleibt Flohsack aber die einzige Katze und spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Der Roman konzentriert sich auf Aisha und ihre Familie, die zahlreiche Verluste zu verkraften hat sowie auf ihre wirklich sehr schön geschilderte Beziehung zu dem freundlichen Walter. Und darauf, wie man mit dem Wissen leben soll, dass alle Hoffnungen und Träume bald zu einem absoluten Ende kommen werden. Dass die Geschichte in Malaysia spielt, fällt manchmal verblüffenderweise kaum auf. Angesichts so bedrückender Themen bleibt auf gut 200 Seiten wenig Zeit für Atmosphäre.
Dennoch hat die Autorin eine berührende Geschichte geschaffen und trotz der mangelnden Zukunftsaussichten ein gelungenes Ende.
Rezensionen von Netti:
Die drei ??? für Erwachsene
Die Auferstehung von Andreas Eschbach
Die drei ??? sind zurück! Wie cool ist das denn!
Sie sind nun, genau wie ich, über 50 Jahre alt. Im Buch erfährt man, wie es ihnen im Leben bis jetzt ergangen ist. Das fand ich sehr interessant. Wie es oft auch mit Jugendfreundschaften im echten Leben passiert, haben sie sich aus den Augen verloren und jahrzehntelang, über 30 Jahre, keinen Kontakt mehr zueinander gehabt.
Im Buch erfährt man, wie jeder von ihnen nun lebt.
Einen Fall gibt es im Buch auch. Die Tochter eines sehr reichen Mannes taucht plötzlich wieder auf, dabei war sie im Dschungel vor 7 Jahren bei einem Unglück spurlos verschwunden und inzwischen für tot erklärt worden. Erstaunlich nur, das sie gerade dann auftaucht wo ihr Vater lebensbedrohlich krank ist. Ist es wirklich die verschwundene Tochter ? Die Schwester des reichen Mannes hat bedenken, oder hat sie nur Angst um ihr Erbe, da sie eh in finanziellen Schwierigkeiten steckt?!
Zuerst ermitteln die 3 getrennt voneinander, da sie ja keinen Kontakt mehr zueinander haben. Aber irgendwann nehmen sie wieder Kontakt zueinander auf. Das gefällt mir ehrlich gesagt sehr gut, wo alle 3 wieder zusammen arbeiten. Dabei fühlt man sich in die gute, alte Zeit zurück versetzt. Der Schreibstil ist auch sehr gut und flüssig zu lesen.
Die Geschichte ist gut und interessant. Allerdings hätte der Fall für mich spannender sein können. Durch viel drum herum kommt der Fall manchmal für mich zu kurz und manche Stellen fand ich etwas langatmig. Mir hat ein wenig das mit rätseln und mit fiebern gefehlt, was man noch von früher kannte.
Ich finde die Idee vom Buch sehr gut, das die Kindheitshelden, die 3 ???, nun auch gealtert sind und es nun ein Buch für Erwachsene davon gibt.
Ich gebe dem Buch 4 Sterne. Es ist gut und interessant und ich freue mich, dass die 3 ??? zurück sind. Gerne mehr davon.
Rezensionen von Heyn Leserunde, Nico Strahl:
Nix für mich
Botanik des Wahnsinns von Leon Engler
Der Roman beinhaltet die Aufarbeitung einer Familiengeschichte, die seit Generationen geprägt ist von psychischen Erkrankungen, Delegierungen und Jobverlust.
Die Sprache ist hervorragend und irgendwie berührt einen natürlich auch die Geschichte. Aber - Möchte ich sowas lesen? Ehrlich gesagt nein.
Rezensionen von reimon:
Wer schreibt heute noch Briefe?
Die Briefeschreiberin von Virginia Evans
Sie, Sybil van Antwerp, und wie!
Die kurze Einleitung gibt ein hilfreiches „Bild“ von der Schreiberin, die sich keinesfalls als Schriftstellerin sehen will. Dieses Bild wird durch ihre Schreiben immer bunter. Ist sie eine Besserwisserin? Auf jeden Fall ist sie selbstkritisch und nimmt sich viel Zeit für ihre Formulierungen.
Sie schreibt, was sie denkt und bringt ihre Lebenserfahrung mit ein.
Die Sprünge zwischen den verschiedenen AdressatInnen sind manchmal verwirrend, das mag gewollt sein. Viele unterschiedliche Menschentypen und Lebensgeschichten werden zunehmend vertraut — macht der Umgang mit dieser Vielfalt erst einen Menschen aus?
Das Lesen erfordert Konzentration und ist gleichzeitig so spannend, dass ich das Buch kaum weglegen mag. Besonders neugierig macht die Identität der lange unbekannten Empfängerin/des Empfängers des nicht abgeschickten Briefs.
Dieses gelungene Debüt schafft Vorfreude auf weitere Werke von Virginia Evans.
Das Personenverzeichnis am Ende ist sehr notwendig — für das raschere Auffinden wäre ein Lesebändchen (und eins als Lesezeichen) hilfreich.
Rezensionen von Petra Sch.:
unterhaltsamer Auftakt um den Dorfpolizisten Hamish Macbeth
Hamish Macbeth, Hamish fischt im Trüben von M. C. Beaton
Der erste Band der Reihe um den schottischen Dorfpolizisten Hamish Macbeth war auch für mich der erste; und ich musste anfangs erstmal mit den teilweise schottischen Namen zurechtkommen - vor allem aber mit den vielen handelnden Personen!
Zum Glück gibt es zu Beginn ein Personenregister, was einerseits hilfreich ist, andererseits aber erstmal abschreckt.
;) Doch durch die unterschiedlichen Charaktere kann man mit der Zeit alle gut auseinanderhalten.
Allen voran Alice Wilson, eine unvermögende Sekretärin, aus deren Sicht man viel erzählt bekommt. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen, denn ich mag ihre Kombination aus Schüchternheit und Taffheit.
Worum geht's eigentlich? John Cartwright bietet gemeinsam mit seiner Frau Heather Kurse in seiner Angelschule an, wo sich diesmal acht unterschiedliche Persönlichkeiten zusammengefunden haben, die eine Woche zum Fischen in der wunderschönen Gegend um (das fiktive) Lochdubh verbringen.
Eine davon ist die aufdringliche, unverschämte und penetrante Lady Jane Winter, die gegen alle Teilnehmer stichelt und einige in die Bredouille bringt. Denn es gibt Geheimnisse, die nicht ans Tageslicht kommen sollen.
Als anstatt von Lachsen Lady Jane am Morgen des vierten Tages des Kurses tot aus dem Fluss geangelt wird, stellt sich heraus, dass sie eigentlich eine Klatschkolumnistin ist. Niemand konnte sie wegen ihrer Art leiden und somit haben alle ein Motiv. Doch wer hat es tatsächlich fertiggebracht, sie zu strangulieren? Und was ist das tatsächliche Motiv?
Der gutmütige Dorfpolizist Hamish Macbeth soll sich laut den Ermittlern aus der Stadt heraushalten, denn er ist deren Meinung nach dafür nicht geeignet - doch genau DAS stachelt ihn auf, und er will nun selbst den Täter enttarnen - auch um Priscilla, der Tochter des örtlichen Großgrundbesitzers zu imponieren.
Ich mag die ruhige und trockenhumorige Art von Hamish, und dass ihn alle unterschätzen.
Auch die unterschiedlich ausgearbeiteten Charaktere der Angelschüler sind interessant, und die wunderschöne schottische Landschaft samt der vielen Lochs ist anschaulich beschrieben.
Nur die Infos zum Angeln waren mir (als nicht-Kennerin) manchmal etwas zu viel.
Die Auflösung war zwar glaubhaft, aber mir ging es zu schnell, wie Hamish plötzlich den Täter entlarvt hat.
Fazit:
Humorvoller Cozy Crime mit viel schottischem Lokalkolorit, einem auf den ersten Blick etwas dümmlichen Dorfpolizisten, der von allen unterschätzt wird und eine illustre Angelgesellschaft unterhalten im ersten Band der Hamish Macbeth-Reihe.
Rezensionen von evaki:
Die Sehnsucht nach dem Lebensglück
6 aus 49 von Jacqueline Kornmüller
6 aus 49 ist der Titel des neuen Romans von Jacqueline Kornmüller, der mit seinem blau gelbem Umschlag von Kat Menschik gestaltet, ein wahrer Hingucker ist. Ähnlich einem Wimmelbuch gibt uns das Cover Einblick in den Inhalt des Romans. Vor einer herrlichen Bergkulisse, sehen wir, umrangt von üppigem Glücksklee, Tulpen und Tannen, ein erleuchtetes Haus mit Veranda und Terrasse, zwei lächelnde Damen in Kostüm mit Hut und purzelnden Lottokugeln.
Wie das nun alles zusammenhängt, können wir uns noch wenig ausmalen... aber alles der Reihe nach. Unsere Erzählerin ist die Enkeltochter von Lina, unserer Protagonistin, die wir im Laufe des Romans immer mehr bewundern. Geboren in einer Großfamilie in einfachsten Verhältnissen, schafft sie mit unglaublichem Fleiß, Energie, Mut und Glück ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und in's Positive zu wandeln. Es ist ein Buch, dass uns viel über die Nähe von Enkelin und Großmutter erzählt und von einer unbändigen Liebe, die stark und unbeugsam allen Widrigkeiten trotzt.
Rezensionen von reimon:
Wer schreibt heute noch Briefe?
Die Briefeschreiberin von Virginia Evans
Sie, Sybil van Antwerp, und wie!
Die kurze Einleitung gibt ein hilfreiches „Bild“ von der Schreiberin, die sich keinesfalls als Schriftstellerin sehen will. Dieses Bild wird durch ihre Schreiben immer bunter. Ist sie eine Besserwisserin? Auf jeden Fall ist sie selbstkritisch und nimmt sich viel Zeit für ihre Formulierungen.
Sie schreibt, was sie denkt und bringt ihre Lebenserfahrung mit ein.
Die Sprünge zwischen den verschiedenen AdressatInnen sind manchmal verwirrend, das mag gewollt sein. Viele unterschiedliche Menschentypen und Lebensgeschichten werden zunehmend vertraut — macht der Umgang mit dieser Vielfalt erst einen Menschen aus?
Das Lesen erfordert Konzentration und ist gleichzeitig so spannend, dass ich das Buch kaum weglegen mag. Besonders neugierig macht die Identität der lange unbekannten Empfängerin/des Empfängers des nicht abgeschickten Briefs.
Dieses gelungene Debüt schafft Vorfreude auf weitere Werke von Virginia Evans.
Das Personenverzeichnis am Ende ist sehr notwendig — für das raschere Auffinden wäre ein Lesebändchen (und eins als Lesezeichen) hilfreich.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Marianne Schaffer-Schellander:
Wahnsinnig langweilig!
Botanik des Wahnsinns von Leon Engler
Ich habe sehr lange gebaucht, um "Botanik des Wahnsinns" zu lesen, denn es gibt zwar einen Inhalt, aber nur eine bruchstückhafte lineare Handlung. Erst kurz vor der Mitte dieses Buches entsteht so etwas Ähnliches wie ein Spannungsbogen. Dass die eigene Berufswahl etwas mit der Familiengeschichte zu tun hat, ist für mich nicht überraschend.
Nur von alkoholkranken, depressiven Menschen zu lesen, die sich nicht um sich selbst oder um andere kümmern können, ist für mich weder ironisch, noch satirisch und schon gar nicht faszinierend, es macht mich nur traurig. Ich kann dieses Buch nicht als Lektüre für den Sommer und schon gar nicht für den Winter empfehlen.
Rezensionen von nil_liest:
Drei Furien, ein Cabrio und verdammt viel Wut
Furye von Kat Eryn Rubik
Ein Cabrio stürzt von der Klippe. Die Presse spricht von einem tragischen Unfall. Aber die Erzählerin weiß: Das war kein Unfall. Und so beginnt mit einem schwarzen Loch aus Erinnerung, Trauer und Wut ein literarischer Roadtrip zurück in die eigene Jugend – an den Ort, wo alles begann. Und wo alles endete.
Kat Eryn Rubik hat mit Furye einen Roman geschrieben, der wie ein Cocktail aus Sonnenbrand, Salz auf offener Wunde und bittersüßer Nostalgie schmeckt. Unfiltriert, poetisch, zornig und absolut fesselnd. Mir hat er gut gefallen in diesem Sommer.
Die namenlose Ich-Erzählerin ist das, was man gemeinhin als Erfolg bezeichnet: Musikmanagerin, Vogue-Coverfrau, tough und souverän. Innen drin? Leer. Abgestorben. “Ich hatte mein Leben vertan. Mich in mir selbst vertan.” (S. 287) — Dieser eine Satz, ein stilles Erdbeben, das sich durch den ganzen Roman zieht. Als ein Anruf sie zurück in ihre Heimatstadt ruft, ist das nicht einfach nur eine Reise, sondern eine Konfrontation mit ihrem früheren Ich. Dem Sommer der Furien. Alec. Meg. Tess. Drei Mädchen, ein Rudel, ein Schwur. Eine jugendliche Explosion – they owned the world.
Kat Eryn Rubik erzählt in zwei kunstvoll verschränkten Zeitebenen – Vergangenheit und Gegenwart, Furien und Frau – und spielt dabei virtuos mit Sprache und Atmosphäre. Die jugendliche Leichtigkeit flimmert heiß und gefährlich über den Seiten, während die Jetztzeit rau, reflektiert und voller schmerzhafter Klarheit ist.
Und ja, es tut weh. Denn Furye kratzt an allem, was glänzt: Leistungsdruck, toxische Weiblichkeitsbilder, psychische Gesundheit, gesellschaftliche Herkunft, Freundschaft und Verlust. Aber die Autorin kratzt nicht nur – sie reißt auf. Und gerade darin liegt die Kraft des Romans. Es ist keine feel-good-Lektüre. Es ist ein Roman, der dich anschreit, der dich wachküsst und dir gleichzeitig eine schallende Ohrfeige und eine zärtliche Umarmung verpasst.
Die weiblichen Figuren? Widersprüchlich, vielschichtig, radikal echt. Keine Heiligen, keine Heldinnen. Aber Furien eben – im besten Sinne: wild, loyal, wütend, unvergesslich.
Die literarische Wucht wird ergänzt durch visuelle Details (Tablettenblister und Sonnensegel als Reminiszenz ans Cover), liebevoll durchdachte Symbolik und sprachliche Sätze, bei denen man den Textmarker am liebsten heiraten möchte.
Fazit: Furye ist ein feministisches Feuerwerk mit emotionalem Tiefgang. Ein Roman, der dich durchschüttelt und nicht loslässt. Für alle, die keine Angst vor ehrlichen Geschichten haben. Für alle, die wissen wollen, wie es sich anfühlt, wenn man sich in sich selbst verliert – und vielleicht ein kleines Stück wiederfindet.
Rezensionen von carola1475:
Ein fesselnder Rachethriller, spannend bis zum Schluss
Asa von Zoran Drvenkar
Asa Kolberg hat die sechs Jahre im Gefängnis genutzt, um ihren Racheplan auszuarbeiten. Sie wird sich an denen rächen, die die grausame und gnadenlose Prüfung mit ihren archaisch anmutenden Regeln weiter durchgeführt haben und denen ihre Gemeinschaft wichtiger ist als der einzelne Mensch. Diese Tradition der Prüfung muss ein Ende finden.
Asa ist eine komplexe Protagonistin, sie ist in der Vergangenheit verletzt worden, dennoch ist sie stark, eigenwillig, mutig, unbeirrt und ich verstehe bald, dass sie sowohl bewundert als auch gefürchtet wird.
Asas Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, ebenso wie die ihrer Herkunftsfamilie, und auch die Figurenzeichnung anderer Charaktere hat Tiefe, da ich von deren Hintergrund und ihren Beziehungen zueinander erfahre. Zoran Drvenkar schreibt im Präsens und überwiegend aus der Du-Perspektive, wodurch ich mich sehr angesprochen fühle, obwohl ich nicht gemeint bin. Wer da erzählt, wird erst später deutlich und hat mich überrascht. Der Schreibstil ist bildhaft, anschaulich und präzise, flüssig und angenehm zu lesen, auch wegen der häufig kurzen Sätze. Wörtliche Rede wird nur durch voran gestellte Gedankenstriche gekennzeichnet, woran ich mich schnell gewöhnt habe.
'Asa' ist packend und spannend, beeindruckt mit fesselnder Wucht und düsterer Atmosphäre. Asas Emotionen kann mir der Autor eindringlich vermitteln und mich mit unvorhergesehenen Wendungen überraschen.
Das Cover, das die wilde, jugendliche Asa zeigt, die mich aus dem Augenwinkel von oben herab skeptisch anschaut, passt gut zum Buch. Ich empfehle den Thriller Lesern, die eine beeindruckende Protagonistin und ihr Leben in einem ungewöhnlichen Umfeld kennenlernen wollen und nicht vor manchmal schockierenden Beschreibungen zurück schrecken.









