Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :
Doch keine verschwendete Zeit
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
Als ich auf Seite 60 ankam und las „… ich fühlte wenig, außer der leisen Gewissheit, dass ich meine Zeit verschwendete“, konnte ich der Protagonistin, der 15 jährigen Charlie, nur zustimmen. Doch ich hielt durch und wurde mehr und mehr mit Erinnerungen an meine eigenen Jugendjahre belohnt.
Genau so hat sich das manchmal angefühlt, nicht zu wissen, wozu ich auf der Welt bin und wo mein Platz ist. Die endlosen Gedankenschleifen und das alles. Die Sorgen der Eltern, die ebenso klugen wie banalen Ratschläge der älteren Generation. Freunde gewinnen und verlieren. Und die große Frage, wie man jemand für jemanden werden kann. Um die Erfahrungen und das Lebensgefühl aus der Sicht Charlies zu erzählen, verwendet Julia Engelmann in ihrem Debütroman „Himmel ohne Ende“ bewusst eine einfache, doch zu Herzen gehende Sprache. Es ist ihr zu wünschen, dass sie damit an ihre Erfolge als Poetry Slamerin, deren Stil sie in einigen Passagen treu bleibt, anknüpfen kann. Den jugendlichen LeserInnen lege ich das Buch besonders ans Herz … und nicht nur diesen. Denn jung waren wir alle einmal.
Rezensionen von Daggy:
Liebevoller Umgang mit der Wut
Die drei Muckeltiere und der Wüterix von Laura Mattern
Auf dem Cover sind drei rosa Gestalten zu sehen, ihnen gegenüber steht eine große dunkelrote Figur, die sehr böse auf sie herabschaut. Die kleinen sind die Muckeltiere, Mucki Mecki und Micki, sie wohnen im Emo-Wald und sind gute Zuhörer und sehr einfühlsam.
Es gibt viele Emos in diesem Wald und die spielen gerne miteinander.
Doch dann taucht der Wüterix auf und er macht seinem Namen alle Ehre. Sofort nachdem er so riesig im Wald auftaucht und zornig durch den Wald stapft, fliehen alle Emos vor ihm. Einige Emos, deren Eigenschaften sich von ihren Namen ableiten lassen, wie der Ignorus, versuchen den Wüterix zu beruhigen. Da nichts hilft, wenden sich die Emos an die Muckeltiere und die stellen die entscheidende Frage „Was macht dich denn so wütend! Erzählst du es uns?“ So kommt heraus, dass der Wüterix mitspielen möchte.
Am Ende des Buches wenden sich die Muckeltiere an uns und geben praktische Tipps zum Thema Wut. Ja, und wütend sind wir ja alle mal, wie schön, wenn sich dann alles so schön wieder einrenkt, wie in der Geschichte. Diese ungewöhnlichen Geschöpfe wurden so schön in den Illustrationen abgebildet, dass wir den Emo-Wald und seine Bewohner gerne besuchen würden. Auch wenn der Text etwas länger ausfällt, macht das Lesen dieses Buches Spaß und sicher findet sich der eine oder die andere in den Protagonisten wieder.
Rezensionen von gabiliest:
Von Mord, Intrige und Verrat: Ein spannender Historienkrimi
Das Lied des Vogelhändlers von Ralf H. Dorweiler
In seinem historischen Roman “Das Lied des Vogelhändlers” entführt Ralf H. Dorweiler die Lesenden in die Zeit des Hochmittelalters. Die auf zwei Zeitebenen angesiedelte Handlung zeigt, wie Verbrechen aus der Vergangenheit in die damalige Gegenwart fortwirken. Das stilvolle Cover betont die Wichtigkeit der Beizjagd mit Falken, die ein Statussymbol waren.
Anno domini 1190 ist ein erbitterter Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig entbrannt. Beide wurden zum König gekrönt. Zur selben Zeit befindet sich Kaiser Barbarossa auf dem dritten Kreuzzug ins heilige Land. An seiner Seite sind nicht nur Ritter, sondern auch Ärzte und Bader, denn die Schlachten sind gnadenlos. Eine junge Frau, Franziska von Hellenau, steht nach dem Tod ihres Onkels alleine da. Sie schließt sich dem Bader und den Nonnen aus dem Kloster der heiligen Hildegard von Bingen an und wird in der Krankenpflege bald unentbehrlich. So rettet sie auch Markgraf Hermann IV. von Baden das Leben und verliebt sich in ihn, obwohl er wesentlich älter ist. Ein nur kurzes Glück, denn der Graf findet durch die Hand eines Verräters den Tod. Wird Franziska späte Rache üben können?
Im Jahr 1200 richten die Söhne des getöteten Markgrafen ein Turnier auf Burg Hachberg aus. Auch Walther von der Vogelweide nimmt teil, als Bote des Königs Philipp. Doch geht es hier nicht nur um Minnegesang, Walther ist einer Intrige auf der Spur. Hilfe erhält er vom Vogelhändler Wigbert und dessen Mündel Almut, die nur die Voglersprache beherrscht. Nachdem Walther knapp dem Tod entgangen ist, wird klar, dass der Verräter aus der Vergangenheit auch ein vielfacher Mörder ist. Aber wie ihn finden und überführen?
Ralf H. Dorweiler hat einen historischen Roman geschrieben, der Spannung bis zum Schluss bietet. Neben der Krimihandlung erfahren die Lesenden viel über das Leben auf den Burgen im Mittelalter, über Turniere und Heiratspolitik. Man braucht jedoch nicht zu befürchten, trockene historische Fakten vorgesetzt zu bekommen, sondern alle Charaktere und Szenarien sind mit Leben erfüllt. Politische Ränkespiele, brutale Verbrechen und höfische Intrigen machen das Buch abwechslungsreich und bieten einen guten Einblick in das herrschaftliche Gepräge.
Zur besseren Orientierung bietet der Roman ein ausführliches Personenverzeichnis, jedes Kapitel trägt einen Vogelnamen und wird mit historischen Zitaten begonnen. Die geschilderten Protagonisten sind lebensnah dargestellt, die Umstände der damaligen Zeit möglichst authentisch wiedergegeben. Der Roman lebt von starken Charakteren: Franziska von Hellenau, die nicht vergisst, wer ihren Geliebten getötet hat und auch nach ihrem Leben trachtete; Der Falkner Rupert, Vertrauter des verstorbenen Markgrafen Hermann von Baden, der seine eigenen Ziele mit Rücksichtslosigkeit verfolgt; Wigbert, der Vogelhändler, der versucht, am Rande des Turniers Geschäfte zu machen sich liebevoll um sein Mündel Almut kümmert. Und nicht zuletzt Walther von der Vogelweide, dem es mit Wigbert zusammen gelingt, ein Mordkomplott aufzuklären und Franziska zu ihrem Recht zu verhelfen.
Mein Fazit:
Durch den bildhaften und flüssigen Schreibstil des Autors kommt selbst bei der geschichtlichen Einordnung der Ereignisse keine Langeweile auf. “Das Lied des Vogelhändlers” ist ein gelungener historischer Roman, der nicht nur geschichtlich Interessierten gefallen wird sondern der auch Krimifans durch die Schilderung der damaligen Lebensumstände, Ränkespiele und geheimnisvollen Mordanschläge überzeugen wird, wenn sie einen Blick in die Vergangenheit werfen wollen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.
Rezensionen von _Le4_:
Tolle Charaktere aber leider schlechte Mystery
Death at Morning House von Maureen Johnson
Im Buch geht es um Marlowe Wexler, die während eines Dates mit ihrer Kollegin aus Versehen das Haus ihrer Bekannten abbrennt. Um dem Klatsch in ihrer Stadt zu entgehen, nimmt sie einen Sommerjob am Morning House an. Im Morning House hat die berüchtigte Ralston Familie gelebt. Der Vater war ein bekannter Eugeniker, der seine Kinder mit Blick auf Gesundheit und Reinheit der Gene erzogen hat.
1932 ereignete sich dort ein tragischer Unfall, bei dem zwei der Kinder starben. Auch in der Gegenwart häufen sich mysteriöse Todesfälle und Marlowe nimmt sich vor, diese aufzuklären.
Die Geschichte hat mir anfangs sehr gut gefallen. Marlowe hat eine lustige innere Stimme, die dafür sorgt, dass das Buch unterhaltsam war. Mir hat gefallen, wie natürlich queer die ganzen Charaktere waren. Es gibt einige queere Charaktere und keiner davon wird dafür diskriminiert oder seltsam angesehen, was erfrischend war.
Die Geschichte rund um das Morning House hat mir gut gefallen. Wir lernen den notorischen Eugeniker Phillip Ralston kennen und seine Kinder kennen. Die Kinder setzen sich mit den Ansichten des eigenen Vaters auseinander und wir sehen die Spannungen zwischen den Familienmitgliedern, was spannend war. Jedes Mal, wenn wir wieder von der Vergangenheit gelesen haben, war ich vom Buch gefesselt.
Leider kann ich das nicht für den Zeitstrang in der Gegenwart sagen. Die Charaktere sind zwar sympathisch, aber das Mysterium ist außergewöhnlich schlecht aufgebaut. Im ersten Teil des Buches gibt es in der Gegenwart gar kein Mysterium. Im zweiten Teil gibt es dann eines, das sehr unbefriedigend war. Es gibt kaum Hinweise, die wir sammeln, um uns das Mysterium langsam aber sicher anzueignen, stattdessen reimt sich Marlowe irgendwann alles zusammen und rät quasi. Das Mysterium aus der Vergangenheit wird einfach so aufgelöst und die Charaktere in der Gegenwart kriegen es gar nicht selbst raus, sondern es wird einfach irgendwann für sie aufgelöst.
Ich war bereit, dieses Buch für seinen Humor und seine ungezwungene Queerness zu lieben, aber leider war das Mysterium sehr schlecht geschrieben.
Rezensionen von Daggy:
Nach der Wut kommt die Distanz
Elli Elefant reißt aus! von Laura Mattern
Fröhlich schaut uns Elli, das kleine Elefantenmädchen vom Cover entgegen. Doch schon auf der ersten Seite ist es Elli langweilig, denn der Zoo, in dem sie lebt, hat geschlossen und nicht passiert. Auch Mama hat keine Zeit für sie, denn sie muss sich um den kleinen Sohn Emil kümmern, den sie noch säugt.
Wütend beschließ Elli die anderen Zootriere zu besuchen in der Hoffnung, dass bei ihnen mehr los ist. Zunächst trifft sie den Clownfisch, der noch viel mehr Geschwister hat als Elli, nämlich 399 Stück. Nachdem sie bei den Löwen das Fleisch gekostet hat und findet „es schmeckt wie alte Socke auf Bananenkäse.“ geht es zu den Affen. Hier wird wild gespielt und Elli kann nicht auf den Baum klettern und macht sich auf den Weg zu den Flamingos. Doch auch dort ist sie unzufrieden, so geht es ihr auch bei den Pinguinen und den Fledermäusen. Da macht sie sich langsam auf den Heimweg, wo sie schon von ihrer Mama vermisst wird. Beide entschuldigen sich und so umarmen sich die beiden liebevoll auf dem letzten Bild.
Im Vorwort erklärt die Autorin, dass in Streitsituationen manchmal etwas Distanz notwendig ist, um dann in Ruhe wieder zusammen finden zu können. Am Ende des Buches gibt es dazu noch eine Psychologische Checkliste zum Thema Nähe & Distanz. Ich kann diese Ratschläge sehr gut verstehen, mir gefällt aber das „Ausreißen“ nicht. Sicher Elli blieb im Zoo und die Löwen hatten schon ihre Fleischration bekommen. Die Elefantenmutter spricht auch von ihren Sorgen und Elli weiß, dass es nicht richtig war. Trotzdem beunruhigt mich dieses Ausreißen. Der Text ist schon etwas länger, aber auf jeder Seite ist ein schönes großes Bild zu sehen, das lockert das Vorlesen auf.
Rezensionen von Daggy:
Sehr schöne Gedanken zum traurigen Thema
Leben, Sterben und Kaninchen von Dita Zipfel; Rán Flygenring
Auf dem Cover ist das Kind zu sehen, das im Text direkt angesprochen wird. Neben ihm das Kaninchen Miss Marple um dessen Tod es geht.
Zunächst sitz das Kind mit Miss Marple am Tisch und isst Erdbeermarmelade. Danach geht es um die Einzigartigkeit des Kindes, am Beispiel seines Ellenbogens und darum, dass es schon viele andere vor ihm auf dieser Erde gab.
Daraus entsteht die Aufforderung „Lern, was andere vor dir gelernt haben, und mach was Neues daraus.“ Unser Körper und die vielen Atome aus dem er besteht, führt zu der Frage „Wo waren deine Atome, als du noch nicht da warst?“ Dunkelblauer Hintergrund, das entsetzte Kind und Miss Marple am Boden mit leeren Augen. Der kurze Text besagt „Und das Ende ist immer der Tod.“ Miss Marple im Sarg liegen, danach sehen wir ein Kreuz und das Kind liegt am Boden mit der Schaufel in der Hand. Dann kehren die Buchstaben wieder ins Buch zurück und das Kind denkt über Beerdigungen nach. Dann folgt eine „Sammlung dessen, was ich weiß, was ich glaube…über den Tod zu wissen. Dann hören wir von den Verlusten der Autorin, da sind ihre Großeltern, aber auch ihre Schwester Nele.
„Du bist ein wichtiger Teil des Universums, es wäre ein völlig anderes ohne dich.“ So wunderschön tröstend und die Wichtigkeit des Lesenden herauskehrend endet dieses wundervolle Buch. Gerade gab es einen Todesfall im Freundeskreis und da fallen mir die Menschen ein, von denen ich mich schon verabschieden musste. Da hat mir das Lesen dieses Buches richtig gutgetan. Auch mir ist klar, ohne Tod gibt es kein neues Leben, das kann man sehr schön in der Natur beobachten. Der Text des Buches ist durch die direkte Ansprache und die persönlichen Erfahrungen des Autorin so ehrlich und klar und die Bilder sind so wunderbar passen und ansprechend gestaltet.
Rezensionen von Daggy:
Tröstlich
Komm, ich trag dich ein Stück, sagte die Schildkröte von Lena Raubaum; Leonie Schlager
Auf einem Sticker, der auf dem etwas düstern Cover klebt, steht „Das Begleitbuch zum Abschiednehmen“ Ein winziges Wesen sitzt auf einer großen Schildkröte, wir sehen nur die dunkler Umrisse vor einer hellen Sonne.
Das Kind schaut zwischen den Blättern auf einen Schildkrötpanzer, es ahnt „Etwas Trauriges würde passieren.
“ Als das Kind Angst spürt, spricht die Schildkröte es an und zeigt Verständnis. Sie bietet an das Kind zu tragen und will so lange bleiben, „wie es für dich notwendig ist.“ Unterwegs nach vielen Gesprächen rät die Schildkröte „Alle Fragen, alle Gefühle wollen atmen. Lass sie Luft holen.“ Zusammen komme sie ans Meer der Tränen, die nicht nur aus Trauer, sondern auch Lachen dort hinflossen. Danach traut sich das Kind zu fragen „Wie ist das, wenn man stirbt?“
Es gibt noch viele Fragen in diesem Buch, aber das Tröstlichste ist für das Kind, dass jemand da war und die Trauer begleitet hat. Die Illustrationen sind zart gehalten und bilden die Trauer und Verzagtheit des Kindes ab. Der Text ist tröstlich und zeigt, dass der Verlust, der hier nicht klar benannt ist, Verständnis und Unterstützung braucht, damit die Trauer erträglich bleibt.
Rezensionen von verhei:
gesellschaftlicher Roman in schöner atmosphärischer Kulisse
Die Rheinreise von Ann Schlee
Charlotte, eine alleinstehende Frau mittleren Alters, begleitet ihren Bruder, Reverend Charles Morrison und seine Familie 1851 auf einer Reise entlang des Rheins. Begleitet wird die Reise der kleinen Gruppe, durch die politischen Veränderungen der damaligen Zeit.
Ein Roman über die Rolle der Frau, hier vor allem auch der einer unverheirateten, in der damaligen Zeit.
Welchen allgemeinen gesellschaftlichen Zwängen sind Frauen zu der Zeit unterworfen und welche Hindernisse, erwartet in den speziellen ledigen Frauen? Welche Wünsche und Träume hat sie? Welche Erinnerungen hat sie verdrängt? Kann sie mehr sein als der Beiwagen der Familie ihres Bruders? Kann sie allein leben?
Der Schreibstil der Autorin nimmt den Leser mühelos in die damalige Zeit mit und man fühlt sich wirklich in die Szenerie gezogen. Man fühlt sich förmlich in den Schuhen der Protagonisten. Nicht nur die Gefühle, sondern auch die Szenerie werden gut geschildert.
Ein lesenswertes Buch, das die damalige Zeit gut einfängt, speziell die gesellschaftliche Situation und verpasste Chancen.
Rezensionen von verhei:
Eintauchen in eine magische Welt mit japanischer Mythologie
Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu
Der Laden in der Mondlichtgasse wird von Menschen gefunden, die auf der Suche sind und zweifeln, ja aus dem Gleichgewicht geraten sind. So unterschiedlich die Probleme sind, wie z.B. Beziehungszweifel, der Wunsch zu sehen wer einen Liebt, so ähnlich ist die Lösung- es gibt für all diese Probleme eine traditionelle japanische Süßigkeit.
Das Buch ist eine Aneinanderreihung von sechs verschiedenen Episoden, in denen Personen den Laden aufsuchen, und entsprechende Hilfe durch eine Süßigkeit erfahren. Jede Anekdote ist in der Ich-Form geschrieben, eigenständig, und greift ein persönliches Problem auf. Ein bisschen sind die philosophischen Geschichten wie ein Selbsthilfebuch bzw. als Suche der Person zu einem Selbst zu sehen. Viel aktiv sich entwickelnde Handlung gibt es nicht.
Man kann den Geschichten leicht folgen und taucht in die Fabel- und Märchenwelt Japans ein. Die Charaktere und ihre Probleme sind sehr ehrlich und glaubhaft geschildert. Man wird, so kurz die Anekdoten auch sind, gut mitgenommen, so dass man auch aus den kurzen Geschichten viel mitnehmen kann- und sei es nur den Wunsch auch so eine Süßigkeit probieren zu können.
Generell ist es ein sehr magisch gestaltetes Buch. Ich fand die Gestaltung des Romans sehr gelungen- vom wunderschön passenden Cover, bis zur Darstellung der jeweiligen Süßigkeit und schließlich das hilfreiche Glossar.
Ich fand die Idee hinter dem Buch sehr schön und vielversprechend, ein bisschen mehr weiterführende Handlung über den Fuchsgeist Kogetsu hätte mir gefallen. Man lernt im letzten Kapitel von seiner Vergangenheit, ja das stimmt, aber ich fände das Thema hätte durchwegs Potential für mehr Handlung und Entwicklung. Aber vielleicht ergibt sich das ja auch noch mit weitern Büchern.
Zusammenfassend, ein schönes Buch für Zwischendurch, aber dennoch zum Nachdenken, da mit philosophischen Inhalten. Ideal wenn man auch noch gerne in die fantastische japanische Fabelwelt eintauchen möchte, bzw. generell Japan Fan ist.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Freundschaft
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
Coming-of-age ist nicht gerade mein bevorzugtes Genre. Aber dieses Romandebüt von Julia Engelmann (Sängerin, Schauspielerin und Poetry-Slammerin) habe ich aber richtig gerne gelesen.
Sie lässt die 15-jährige Charlie von ihrem Alltag, ihren Gedanken, ihren Wünschen und Sorgen erzählen. Dies konsequente Ich-Erzählung ermöglicht einen tiefen Einblick in das Seelenleben der Jugendlichen und wird so doch auch zu einer kleinen Erinnerung an die eigene Teenagerzeit.
Charlie fühlt sich überall falsch und nirgendwo dazugehörig. Sie formuliert zwar ihre Gedanken durchaus präzise, aber in den Gesprächen mit ihrer Mutter oder in der Schule, kann sie diese nie laut aussprechen. Das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit ist übermächtig.
Aber die Autorin lässt Charlie nicht in diesem Zustand verharren. Durch eine besondere Freundschaft wird Entwicklung und Veränderung möglich. Eine bewegende Geschichte!
Besonders gut hat mir allerdings der Stil von Julia Engelmann gefallen, sie schreibt einfach hinreißend – man merkt deutlich die Poetry-Slammerin! Schnörkellos, aber voller Gefühl, mit feinen Bildern und trotzdem durchaus humorvoll erzählt sie Charlies Gefühlswelt. Ein warmherziges und kluges Buch!
Lesenswert!










