Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lesemaus:
Giraffenmord
Giraffenmord von J. P. Conrad
Mir hat das Buch Giraffenmord vom Autor J.P. Conrad gut gefallen. Für mich brachte er Spannung und Humor in eine wundervolle Leseeinheit.
Ein höchst skurriler Start: die Urlaubsrückkehrer erwartet eine Leiche auf dem Teppich. Wer nun denkt einen knallharten Krimi zu lesen wird sicher enttäuscht sein.
Irgendwie ist es ein sehr humorvoller Krimi und nicht "angestaubt".
Ich habe das Lesen sehr genossen, war es doch mal etwas anderes.
Klares: Daumen hoch!
Rezensionen von Anndlich:
Herbst in Bramble Falls
Falling Like Leaves von Misty Wilson
Die New Yorkerin Ellis hat klare Zukunftspläne, sie möchte an der Columbia University Journalismus studieren. Doch ihre Pläne scheinen zu platzen, als ihre Eltern sich trennen und ihre Mutter Ellis mit nach Bramble Falls schleppt. Eine kleine Stadt, die Ellis’ Ziele in die Ferne rücken. Doch zum Glück findet in Bramble Falls das alljährliche Herbstfestival statt, dass Ellis von ihren Sorgen ablenkt und ihr Cooper näher bringt, den Jungen, den sie vor drei Jahren zum ersten Mal geküsst hat.
Nur Cooper scheint weniger über Ellis Rückkehr erfreut zu sein, doch die Anziehung zwischen den beiden ist für alle zu spüren.
Falling Like Leaves von Misty Wilson ist eine süße Herbstromance für Jugendliche, die sich super leicht liest und vor allem in Bramble Falls eine herbstliche Atmosphäre erzeugt.
Die Geschichte erleben wir aus Ellis Sicht, was für mich fast schon der größte Kritikpunkt ist, denn Ellis ist für mich phasenweise etwas zu dramatisch und egoistisch eingestellt. Während die Jugendlichen um sie herum reifer und reflektierter wirken, beißt sie sofort zu, wenn ein potenzielles Drama entfacht werden könnte. Aber klar, Ellis hat im Gegensatz zu den anderen Charakteren auch einen unfreiwilligen Umzug im Nacken. Ihr Verhalten lässt sich daher durchaus erklären, wenngleich ich mir manchmal trotzdem etwas mehr Reflexion gewünscht hätte.
Die herbstliche Atmosphäre in Bramble Falls kam super rüber und sorgt für einen gemütlichen Flair. Die Nebencharaktere in Bramble Falls fand ich allesamt sympathisch, nur die Geschichte aus dem Elternhaus war mir etwas zu stereotypisch und klischeehaft. Wilsons Schreibstil trägt einen super leicht durch die Geschichte und ich bin mir sicher, dass Falling Like Leaves für Jugendliche ein tolles, herbstliches Romance Buch ist.
Rezensionen von lesemaus:
Herzlauschen
Herzlauschen von Nicole Swidler; Uli T. Swidler
Herzlauschen ist ein wundervoller, gefühlvoller Roman.
Mich sprach sofort das Cover an, die junge Frau im dunklen der Bühne. Vor vielen Zuschauern und dennoch allein. Das machte mich sofort neugierig auf die Story.
Der Roman ist eine Liebesgeschichte zwischen der hoch gefeierten Sängerin Tessa und dem gehörlosen Künstler Paul.
Allein diese Konstellation macht es schon spannend.
Das Buch liest sich sehr flüssig und ich konnte beim Lesen wirklich nicht feststellen, dass hier zwei Autoren am Werk waren.
Mir hat der Roman sehr gefallen, obwohl manche Stellen doch recht von der Realität entfernt waren. Somit leider ein kleiner Abstrich. Aber ich fand den Roman von der ersten bis zur letzten Seite spannend und sehr lesenswert.
Danke für die schönen Lesemomente.
Rezensionen von Peachybookdreams :
Dämonenknochen
Till the End of the Moon 1 von Teng Luo Wei Zhi
Till the end of the Moon ist ein Buch, das mich nicht von Anfang an überzeugen konnte, ich bin aber echt froh, dass ich weitergelesen habe, denn ungefähr ab dem letzten zweiten Abschnitt ging es mit der Action los und ich konnte in die Geschichte finden. Mein größter Kritikpunkt, der es mir am Anfang nicht leicht gemacht hat, war die große Menge an Charakteren, die aber kaum optisch beschrieben wurden, sodass ich Schwierigkeiten hatte, mir alle bildlich vorzustellen.
Wer die Serie gesehen hat, wird sich hier wesentlich leichter tun. Auch Orte werden schnell gewechselt, ohne groß visuell beschrieben zu werden, weshalb ich bei manchen Szenen nicht wusste, wo sich die Charaktere gerade befinden. Mit den Namen hatte ich weniger Schwierigkeiten, hier hat mir das Glossar sehr weitergeholfen, auch die Fußnoten am Rand haben mich die chinesische Mythologie besser verstehen lassen.
Die Hauptprotagonisten haben mir aber gleich sehr gut gefallen. Li Susu muss 500 Jahre in die Vergangenheit reisen, um die Welt vor dem bösen Dämonengott Tantai Jin zu retten. Dabei schlüpft sie in den Körper von Ye Xiwu. Sie hat zwar ein paar Erinnerungen von ihr bekommen, doch noch ahnt sie nicht, welch eine Tyrannin Ye Xiwu war und sich ihr plötzlich ruhigeres Verhalten dadurch schnell bemerkbar macht. Als sie auf Tantai Jin stößt, gelingt es ihr aber nur schwer, ihren Zorn zu unterdrücken, doch je öfter sie den Umgang der anderen mit ihm beobachtet, desto klarer wird für Susu, wie schwierig es werden wird, das Herz des Dämonengottes zu öffnen.
Tantai Jin war ein Charakter, der mich bis zum Schluss verunsichert hat, aber auf eine spannende Art und Weise, weil sein Verhalten unberechenbar ist. Auf der einen Seite entwickelt man Mitgefühl, denn was ihm in der Vergangenheit passiert ist, war teilweise echt nicht leicht zu lesen. Auf der anderen Seite sieht man die ersten schrecklichen Entwicklungen, die ihn später zum Dämonengott machen. Die Beziehung zwischen ihm und Ye Xiwu ist von gegenseitigem Hass geprägt. Romantische Gefühle habe ich in diesem Teil kaum wahrgenommen. Wer langsamen Slow Burn mag, greift hier also zum richtigen Buch.
Fazit: Trotz holprigen Anfang konnte mich das Buch fesseln. Vor allem die unterschiedlichen dämonischen Wesen, von denen ich noch nie gelesen und gehört habe, machten die Geschichte aufregend und erfrischend anders im Vergleich zu den Fantasybüchern, die ich sonst lese. Auch die aufwendige Gestaltung der Illustrationen, die im Buch verteilt sind, und das Glossar, das einem die chinesische Mythologie näher bringt, haben mich begeistert. Ich bin neugierig, wie es mit Susu und Tantai Jin weitergehen wird, deshalb habe ich mir den nächsten Band vorbestellt.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Beeindruckender Debütroman mit psychologischem Tiefgang
Tanzende Spiegel von Annette Byford
In ihrem autofiktionalen Debütroman "Tanzende Spiegel" verwebt die Psychotherapeutin Annette Byford, die in Deutschland aufgewachsen ist und seit 40 Jahren in Großbritannien lebt, die Lebensgeschichte ihrer Mutter mit ihrer eigenen.
Die namenlose Mutter ist Anfang zwanzig und lebt in Wiesbaden.
Sie ist mit dem Medizinstudenten Walter verlobt, den sie an der Universität Münster kennenlernte. Die junge Frau fühlte sich sehr schnell durch die Verbindung eingeengt und verließ nach dem ersten Semester die Stadt. Sie hat sich ein kleines Dachzimmer gemietet und eine Bürotätigkeit angenommen. Walter wird bald eine eigene Praxis bekommen, doch die Mutter der Autorin ist noch nicht bereit zu heiraten, nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren ist sie lebenshungrig und genießt es, ins Kino zu gehen und sich mit ihren Kollegen zu treffen. Ihr Vorgesetzter bemüht sich intensiv um sie, und sie beginnen ein heimliches Verhältnis, das nicht folgenlos bleibt.
Im Hier und Jetzt lernen wir die Anfang der fünfziger Jahre geborene Ich-Erzählerin kennen, die als Psychotherapeutin arbeitet und seit zwei Jahren verwitwet ist. Sie hat viele Freunde und ein funktionierendes soziales Netzwerk. Eine junge Patientin weckt intensive Gefühle in ihr, sie denkt ständig an sie, und in ihren Tagträumen sind sie und die Cellistin ein Paar. Die Psychotherapeutin wünscht sich immer öfter, die junge Frau auch außerhalb der Praxis zu treffen. Sie gerät in einen tiefen Gewissenskonflikt, überschreitet bereits Grenzen und wird bald eine Entscheidung treffen müssen.
Die Handlung ist auf zwei Zeitebenen erzählt, auf der ersten begleiten wir die Mutter der Autorin ab einem Alter von etwa 22 Jahren, auf der zweiten Zeitebene erleben wir den Alltag der Psychotherapeutin und folgen ihren Erinnerungen an ihre Mutter. Die Geschichte wechselt ständig von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Durch die Kursivschrift sind die Zeitsprünge sehr gut erkennbar.
"Tanzende Spiegel" ist ein ganz wunderbares, ein kluges und berührendes Buch. Die schöne Sprache und der ruhige Erzählstil der Autorin haben mich von Beginn an begeistert. Die Autorin beschreibt ihre Mutter mit viel Liebe und Empathie. Es hat mir sehr viel Lesefreude bereitet, in die Lebensgeschichten der beiden Frauen einzutauchen. Ich mochte die junge Frau, die im Nachkriegsdeutschland die Liebe sucht, ihre Freiheit schätzt und selbstbestimmt leben möchte. Sie kann sich noch nicht mit der damaligen Rollenzuweisung als Mutter und Hausfrau identifizieren, und doch zwingen die Umstände sie zu einer lebenswichtigen Entscheidung. Ein halbes Jahrhundert später muss ihre Tochter feststellen, dass ihr Leben immer mehr zum Spiegelbild des Lebens der Mutter geworden ist, und auch sie muss eine wichtige Entscheidung treffen.
Ich habe das Buch, in dem es neben Liebe, Schuld und dem Schweigen über die Vergangenheit auch um eine Mutter-Tochter-Beziehung und ein Familiengeheimnis geht, sehr gern gelesen, es hat mich gefesselt und zutiefst berührt.
Am Ende des Romans weist die Autorin darauf hin, dass es sich um ein fiktives Werk handelt. Lediglich die Geschichte der Mutter beruht auf wahren Begebenheiten, die Abschnitte, die sich mit der Therapie befassen, sind fiktiv.
Absolute Leseempfehlung für alle, die gern anspruchsvolle Romane mit psychologischem Tiefgang lesen!
Rezensionen von Nele33:
harte, sehr gute Kost
Haus zur Sonne von Thomas Melle
Das Buch "Haus zur Sonne" des Autors Thomas Melle habe ich, als Hörbuch eingelesen von Jens Harzer, gehört.
Erzählt wird in der Ich-Perspektive, was den Protagonisten für mich sehr nahbar und authentisch machte. Nach dem Erfolg seines Buches "Die Welt im Rücken" knüpft die vorliegende Erzählung kompromisslos an.
Er schildert seine bipolare Störung so nachvollziehbar, dass es mir teilweise den Boden unter den Füßen wegzog und ich eine Pause benötigte. Als dem Protagonisten nach einer langen manischen Phase nichts mehr bleibt, außer der tiefe Depression, die ihn nur noch zur Beendigung seines Lebens drängt, scheint durch einen Flyer des "Haus zur Sonne" sein Wunsch in greifbare Nähe zu rücken. Eine staatliche Einrichtung für suizidale Menschen, denen dort letzte Wünsche einschließlich des Abschiedes vom Leben möglich gemacht werden sollen,
Zusätzlich zum Wunschessen gibt es Wellness-Behandlungen, doch in erster Linie arbeitet das "Haus zur Sonne" mit virtuellen Simulationen, in denen einfach alles möglich ist. Erinnerungen wieder zu erleben, sogar seinen eigenen Todeswunsch inkl. Todesart hautnah zu erfahren. Der namenlose Protagonist analysiert dort sein Leben, von dem ihm die Krankheit das meiste gestohlen hat und denkt an die vielen Menschen, einst Wegbegleiter und nun auch verloren. Mit jedem Satz und Gedanken wird die Scham, die Reue, aber auch die Verletzlichkeit und Verlorenheit, verursacht durch eine Krankheit, überdeutlich und eindringlich transportiert.
Der Sprecher unterstützt durch seinen sehr guten Lesefluss die qualvollen Gedanken außerordentlich gut.
Dieses Buch ist zu Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und ich wünsche dem Autor, dass er ihn diesmal bekommt.
Rezensionen von Anndlich:
Zwischen Wille und Instinkt.
Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos
Claire und Goliath leben in einer Welt, das dem ‚Wir‘ untergeordnet ist. Der Instinkt des Menschen dient dem Allgemeinwohl und Individualität darf nicht existieren. Goliath fehlt nur noch ein gerettetes Leben, um ein Tugendhafter zu werden, Claire steht vor ihrem Abschluss zur Vertrauten als plötzlich unbemerkt Schüler:innen verschwinden.
Claire und Goliath fällt dieser Umstand auf, doch Claire möchte auf keinen Fall auffallen, denn ihr Geheimnis bedroht ihr Leben.
Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos verspricht eine Dystopie über verbotene Individualität, Widerstand und Liebe und bietet ein komplexes Weltensystem, das aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird.
Der Klappentext klang mit all seinen aufgeworfenen Themen super spannend. Ein Instinkt der Menschen dazu verleitet, dem Allgemeinwohl zu dienen. Ein Gemeinwohl, das ausschließlich dem ‚Wir‘ dient und doch der versprochene Ausbruch von Individualität. Ähnlich spannend ließen sich auch die ersten Seiten lesen, aber mit jeder Seite mehr verpuffte mein Interesse und gewann an Verwirrung dazu. Fragen werfen sich auf, die auch bei weit über der Hälfte des Buches noch lange nicht geklärt sind und den Spaß am lesen rauben, weil die Handlungen der Charaktere ohne Verständnis für das System der Welt kaum einzuordnen sind.
Die Perspektiven wechseln primär zwischen Goliath und Claire, bieten aber auch ein paar Nebencharaktere. Perspektiven die vermutlich die Sichtweisen der verschiedenen Standpunkte darstellen sollen, sich aber in der Komplexität verlieren. Teilweise lassen sich Perspektiven nicht direkt zuordnen und verwirren nur noch mehr. Ein weiteres Problem war für mich, dass ich mit keiner einzigen Perspektive warm wurde und dadurch keinen Zugang zum Buch gefunden habe. Alle Perspektiven wirkten auf mich kühl, ähnlich wie die gesamte Gesellschaft.
Auch zeitlich fühlt man sich komplett verloren. Minitel, SMS, Jukebox,… das alles spricht für eine vergangene Zeit, Pay-TV Sender fallen dann doch eher in eine andere und so lässt es sich kaum verordnen. Was grundsätzlich kein Problem sein muss, aber insgesamt dann doch ein weiterer Punkt ist, der mich den Bezug zum Inhalt nicht abholen konnte, zumal es inhaltlich schon eine Begründung hätte geben können… wenn es denn jemals relevant geworden wäre.
Die Spur der Vertrauten konnte mich daher leider gar nicht abholen. Mir gefällt weiterhin die Grundidee dieses Buchs super gut und die Autorin hat viele wunderbare Ideen einfließen lassen, die für mich aber nur sehr selten ihre Wirkung erzielten. Immer wieder gab es auch kleinere Handlungen, die bedeutsam hätten werden können und dann doch nicht mehr erwähnt wurden. Die Einordnung als Jugendbuch für Kinder ab 14 Jahre finde ich sehr optimistisch, die Protagonist:innen sind zwar Jugendliche und doch glaube ich, dass es inhaltlich die Mehrheit von 14-jährigen (noch) nicht ansprechen dürfte.
Rezensionen von jori1020:
Wunderbar wienerisch – Von Grant bis Grand Hotel
Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser
Mit Fabula Rasa beweist Vea Kaiser einmal mehr, dass sie zu den großen Autor*innen der österreichischen Gegenwartsliteratur gehört. Ihr neuer Roman vereint all das, was ihre Bücher auszeichnet: eine klare, lebendige Sprache, durchzogen vom feinen Wiener Schmäh, viel Lokalkolorit und eine Handlung, die einen sofort in ihren Bann zieht.
Zugleich gelingt es ihr, auch ernstere Themen wie Drogenmissbrauch oder Altersdemenz mit einer bemerkenswerten Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang zu erzählen.
Im Zentrum steht Angelika Moser, Tochter einer Hausbesorgerin aus dem Wiener Gemeindebau. Ehrgeizig arbeitet sie sich in der Verwaltung des Grand Hotels Frohner nach oben, jongliert zwischen Arbeit, Kind und der Pflege ihrer Mutter und entdeckt dabei, wie einfach es scheint, mit gefälschten Rechnungen etwas Geld beiseitezuschaffen. Was als kleine Notlösung beginnt, wird zur Routine; aus kleinen Beträgen werden große Summen, und bei jeder neuen Rechnung fragt man sich: Wie lange geht das noch gut?
Trotz ihrer 550 Seiten liest sich die Geschichte leicht und fesselnd. Kaiser schreibt mit Empathie und einem scharfen Blick für Zwischentöne. Sie bringt uns Angelika und ihre schillernden Nebenfiguren so nah, dass man sie fast persönlich zu kennen glaubt. Besonders stark sind die Passagen über Mutterschaft – ehrlich, ungeschönt, körperlich direkt.
Am Ende bleibt die Frage: Was fühlen wir für Angelika Moser? Mitleid, Verständnis, vielleicht sogar Bewunderung? Fabula Rasa gibt darauf keine einfache Antwort. Genau das macht diesen Roman so lesenswert.
Rezensionen von Anja:
Intrigenreich und spannend
A Dance of Lies. Die Spionin von Brittney Arena
Vasalie war die Lieblingstänzerin von König Illian, bis sie wegen Mordverdachts eingesperrt wurde. Nun bietet Illian ihr die Chance auf Freiheit: Wenn sie für ihn bei der Versammlung der Königreiche spioniert, bekommt sie ihr Leben zurück. Vasalie würde alles dafür tun, nicht wieder eingesperrt zu werden.
Doch sie ahnt nicht, auf welch gefährlichen Deal sie sich einlässt, denn Illians Aufträge nehmen immer weitreichendere Ausmaße an. Zudem ist ihr Illans Bruder Anton auf der Spur, der ihre Absichten erahnt…
Das Hörbuch konnte mich von Anfang bis Ende fesseln. Nach ihrem Kerkeraufenthalt ist Vasalie wild entschlossen, zu überleben und sich nicht erneut einsperren zu lassen. Daher ist sie bereit, jeden von Illians Aufträgen zu erfüllen. Doch schnell bekommt sie erste Zweifel, als sie nicht nur spionieren, sondern auch Menschen verletzen soll. Zudem schließt sie auf der Versammlung, wo sie als Tänzerin auftreten soll, neue Freundschaften und möchte die Menschen, die sie so bereitwillig aufgenommen und unterstützt haben, nicht hintergehen, was sie in einen Konflikt bringt. Soll sie ihr Leben für das Wohl anderer aufgeben?
Auch wenn man Vasalie egoistisch und naiv nennen kann, ich mochte die junge Frau, die so verzweifelt für ihr Leben kämpft.
Ihre Hoffnung, dass ausgerechnet der Mann, dem sie ihre Probleme zu verdanken hat, nun ihre Rettung sein könnte, ist schon arg gutgläubig. Auch an anderen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass sie mehr hinterfragt und die Augen für das öffnet, was direkt vor ihrer Nase ist, statt sich von Gerüchten leiten zu lassen.
Als Ich-Erzählerin lässt sie an all ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Ihre inneren Konflikte und widersprüchlichen Gedanken, werden nachvollziehbar geschildert.
Verzweifelt sucht sie nach einem Ausweg und wird immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Geheimnissen gezogen.
Je mehr Vasalie erfährt und nachforscht, desto mehr unerwartete Wendungen nimmt die Geschichte.
Auch wenn das Tempo des Buches überwiegend ruhig ist, ist die Handlung ereignis- und abwechslungsreich: höfische Intrigen, Verrat und Lügen, Charaktere, die ein falsches Spiel spielen, Anbandelungen zwischen verschiedenen Figuren (dass Vasalie sich im Verlauf in gewisser Weise für 3 Männer interessiert, ist vielleicht etwas viel… wobei auch hier ihre verzwickten Gefühle und Abhängigkeiten erklärt werden).
Der Fantasyanteil der Geschichte ist eher gering und kommt überhaupt erst am Ende des Buches tatsächlich zum Tragen. Dennoch ist die entworfene Welt mit den Königshöfen, Mythen und Traditionen interessant. Allerdings ist es in der Vielzahl der facettenreichen Charaktere, von denen so mancher zu überraschen weiß, nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Zumindest fällt es mir in Hörbüchern immer etwas schwerer, wenn es sehr viele Namen gibt, diese zuzuordnen, wenn ich sie nicht vor Augen habe.
Dies ist aber auch der einzige Nachteil der Hörbuchumsetzung, ansonsten konnte ich der Geschichte problemlos folgen. Rebecca Veil, die Vasalie ihre Stimme leiht, hat eine angenehme Art, die aufgewühlten Gefühle der Protagonistin wiederzugeben.
Nach dem offenen Ende bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Fazit
Geheimnisse, Intrigen, Lügen und Verrat. Vasalie wird zum Spielball der Könige, als sie versucht, ihr Leben zu retten. Bald stellt sie sich die Frage, wie viele Menschen sie bereit ist, zu hintergehen, um sich selbst zu retten, oder ob es nicht doch eine andere Lösung geben könnte. Wendungsreich, spannend, dramatisch und emotional wird es im Geschehen, sodass die abwechslungsreiche Geschichte mich durchweg fesseln konnte.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Die kleinen Leute...
Diebe, Dirnen, Dienstboten von Georg Hamann
Ein Buch, das jene ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, die ansonsten in den Geschichtsbüchern nicht beachtet werden: die sogenannten „kleinen Leute“, also die große Masse der Menschen.
Der Autor erzählt in 13 Kapitel von Prostituierten, Scharfrichtern, Bandlkramern, Schindern und vielen anderen.
Er schildert die Lebensumstände, aber auch die ausgeprägten Standesdünkel dieser Randgruppen. Er erzählt von Menschen, die als „närrisch“ galten, als „ainfaltig“ oder als „würfelich im Kopf“ (Seite 70), Menschen die gering geachtet wurden, deren Leben und Beruf oft durch Gesetze streng geregelt war und die trotzdem unglaublich wichtig für das Funktionieren der Gesellschaft waren.
Jedes einzelne Kapitel zeichnet ein lebendiges Bild vergangener Zeiten.
Alle Namen und Umstände sind historisch verbürgt und ein ausführliches Literaturverzeichnis zeigt die genaue Recherche des Autors. Georg Hamann, Schriftsteller und Historiker, hat es also geschafft, viel Information spannend und extrem unterhaltsam zu präsentieren.
Genau so macht „Geschichtsunterricht“ wirklich Spaß!











