Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Selbstfindung?
Die Passantin von Nina George
Nina George erzählt die Geschichte einer Frau, die die Chance zu einem kompletten Neubeginn nützt oder genauer gesagt: die Geschichte einer Frau, die die Chance nützt sich selbst wieder zu finden. Identität, Selbstfindung aber auch Solidarität unter Frauen sind zentrale Themen.
Die Autorin lässt ihre Protagonistin in einem Haus Unterschlupf finden, das von sogenannten „unsichtbaren Frauen“ bewohnt wird – Frauen, die auch aus ihrem alten Leben geflüchtet sind.
Ihre Schicksale sind unglaublich grausam, vielschichtig und vermutlich lebensnah.
Sie erzählen von absurder Gewalt und Unterdrückung, aber auch von Mut, Wehrhaftigkeit und Befreiung – erschütternd und aufwühlend.
Nina Georges sprachlicher Stil ist bemerkenswert. Manchmal poetisch, aber dabei immer klar und gnadenlos offen (und deshalb oft schwer erträglich) führt sie die Leserin durch verschiedenste Schicksale, Erinnerungen und spannende Gedankenspiele.
Es ist kein Buch, das so einfach nebenher gelesen werden kann, es fordert Aufmerksamkeit und Gefühl und vor allem: auch nach Beendigung der Lektüre wirkt es lange nach!
Auf alle Fälle findet dieses Buch seinen Platz in meinem „Muss-ich-unbedingt-noch-einmal-oder-öfters-lesen“-Regal!
Lesenswert!
Rezensionen von clematis:
Vermisst
Local Woman Missing – Du wirst sie nicht finden von Mary Kubica
Meredith und ihre sechsjährige Tochter Delilah sind am Abend plötzlich nicht mehr zu Hause, Vater Josh und Sohn Leo stehen vor einem Rätsel, melden die beiden Familienglieder schließlich bei der Polizei als vermisst. Kein Nachbar hat etwas gesehen, niemand etwas gehört. Da kurz zuvor schon eine Frau aus der Siedlung verschwunden ist, ist die Vorstadt in Aufruhr.
Auf besonders fesselnde Weise erzählt Mary Kubica die Geschichte von Delilah, die elf Jahre nach der vermuteten Entführung ganz plötzlich wieder vor ihrem Wohnhaus steht. Die Abfolge der Szenen erfolgt in geschicktem Wechsel zwischen Jetzt und elf Jahren zuvor, wobei in der Vergangenheit nochmals in vor und nach dem Verschwinden von Meredith und Delilah unterteilt wird. Obendrein ergreifen unterschiedliche Figuren das Wort, sodass sich im Laufe der Zeit ein packendes Gesamtbild aus verschiedensten Perspektiven ergibt. Der flotte Schreibstil der Autorin tut sein Übriges zum perfekten Lesevergnügen, weshalb ich das Buch in einem Schwung durchgelesen habe.
Besonders Leos Abschnitte habe ich als sehr bewegend empfunden, denn der damals Vierjährige hat erst den Verlust von Mutter und Schwester verarbeiten müssen und sieht sich nun einer fremden Siebzehnjährigen gegenüber, an die er das Wort richtet. Aber auch sonst sind die Figuren sehr plastisch herausgearbeitet, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen bestens dargestellt. Interessante Details aus der Nachbarschaft und aus Merediths Berufsleben als Doula lassen die Geschichte so richtig lebendig werden, packende Momente und spannende offene Kapitelenden heizen das Tempo stetig an. Wie alles schlussendlich zusammenhängt, welche Querverbindungen einer näheren Betrachtung standhalten und welche Vermutungen in einer Sackgasse enden, das ist tatsächlich sehr faszinierend dargelegt, ich war bis zum letzten Moment vom Sog des Buches begeistert.
Ein überaus abwechslungsreicher Thriller auf psychologischer Basis, der immer wieder Überraschungen bereithält und durch seine detaillierte Figurenzeichnung besticht. Beste Unterhaltung garantiert!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar Pfleger:
Welch intensive Sprache!
Die Passantin von Nina George
Als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich mir sofort: welch geniale Idee ist denn Nina Georges Kopf da entsprungen! Der Einstieg in die Geschichte gelang wirklich wunderbar, machte mich neugierig und fesselte mich von Beginn an. Die Autorin arbeitet mit einer für mich sehr intensiven Sprache, mit der sie mich immer wieder auf besondere Art und Weise berühren konnte.
Mit ihren Worten, Beschreibungen, Schilderungen gelingt es ihr das ganze Buch hindurch, in das Erlebte und die Gefühle der Protagonistin Einblick zu geben, die Lesenden spüren zu lassen, wie es denn sein könnte, diesem Mann zu verfallen, unter ihm zu leiden, gefangen zu sein in einer ihr fremden Identität, sich nicht zu wehren, (nicht) zu sterben, vor Sehnsucht nach den Kindern fast zu zerbrechen, sich aber dann dem Leben zu stellen und "zurück" zu kommen. Ja, das Thema an sich ist nichts Neues ... und ja, das Buch hatte im Mittelteil seine Längen. Aber das ist für mich Jammern auf hohem Niveau. Deshalb meine Empfehlung: bitte lesen.
Rezensionen von Lilli33:
Fesselnder Roman um Liebe, Freundschaft und errat
Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer
Fesselnder Roman um Liebe, Freundschaft und Verrat
Zum 4. Mal entführt Kai Meyer uns ins Graphische Viertel in Leipzig. Die Bücher dieser Reihe hängen nur lose zusammen und können problemlos unabhängig voneinander gelesen werden, auch wenn einige Nebenfiguren in mehreren der Bände auftreten oder erwähnt werden.
1930. Die Freunde Felix, Julius, Vadim und Eddie treffen sich in Vadims Antiquariat, das ums Überleben kämpft. Zur Unterstützung werden die Freunde zu Bücherdieben, wobei sie vor allem wertvolle, geheimnisvolle Bücher stehlen und dabei auch in brenzlige Situationen kommen. Als die charismatische Eva zu der Gruppe stößt, wird es schwierig, denn sowohl Felix als auch Vadim zeigen Interesse an ihr und sie an ihnen. Als die Gruppe sich mit den Falschen einlässt, müssen sie sich trennen …
1945. Felix arbeitet für die Amerikaner als Bibliothekar. Ein Gefangener weiß angeblich etwas über Hitlers Bibliothek, will aber nur mit Felix sprechen. Widerwillig kehrt dieser nach Leipzig zurück, wo ihn die Vergangenheit wieder einholt.
Eigentlich kann man mich für historische Romane gar nicht begeistern. Dass Kai Meyer mit seinen Romanen um das Graphische Viertel dies trotzdem schafft, zeugt von wahrem Können. Sein Schreibstil ist einfach so klasse, dass ich mich ganz in den Geschichten verlieren kann. Die Szenerie wird so atmosphärisch dargestellt, dass ich mich nicht als Zuschauerin, sondern als Beteiligte fühle. Zuweilen fiel es mir ein bisschen schwer, mich zwischen den vielen verschiedenen Personen, Geheimdiensten und Spionen zurechtzufinden. Einiges hätte man für meinen Geschmack auch nicht ganz so detailliert ausführen müssen.
Der Roman ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion. So wurde ich einerseits gut unterhalten, konnte andererseits aber auch noch etwas dazulernen. Das liebe ich.
Die Reihe:
1. Die Bücher, der Junge und die Nacht
2. Die Bibliothek im Nebel
3. Das Haus der Bücher und Schatten
4. Das Antiquariat am alten Friedhof
Rezensionen von noa_studi:
Kurzweilige Pflichtlektüre
AlexandraFall von Merith Streicher
„AlexandraFall“ ist richtig spannend, witzig und gleichzeitig total zum Nachdenken.
Besonders spannend finde ich die Einblicke in die therapeutische Beziehung, da der Szenotest erwähnt wird und eine interessante Rolle einnimmt. Außerdem mischt ein Kater mit – was das Ganze irgendwie noch besonderer macht.
Die Einblicke in die dunklen Seiten der Gesellschaft sind echt heftig, nichts für schwache Nerven. Und diese zwei argen Illustrationen? Wow. Ein Buch, das hängen bleibt – ehrlich, intensiv und anders.
Rezensionen von Anam Cara:
Sehr empfehlenswert
Traumgeflüster von Georgie CH. Sword
„Traumgeflüster“ ist ein faszinierendes Buch, das mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Georgie CH. Sword gelingt es, mit eindrucksvoller Bildsprache und viel Gefühl Geschichten zu erschaffen, die einen tief in verschiedene Welten eintauchen lässt. Doch man taucht nicht nur in die verschiedenen Leben der Protagonistin ein, sondern auch in ihr jetziges Leben.
Die Autorin versteht es Spannung und Emotionen miteinander zu verweben – man fiebert mit den Figuren mit, erlebt ihre Abenteuer, Zweifel und Hoffnungen hautnah und verliert dabei völlig das Gefühl für Zeit und Raum. Besonders gefallen hat mir, wie detailreich die einzelnen Welten beschrieben sind – man hat das Gefühl, selbst dort zu sein. Das Buch hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch zum Träumen gebracht. Eine wundervolle Lektüre für alle, die gerne in magische, vielschichtige Geschichten eintauchen und sich von einer fesselnden Erzählung tragen lassen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Evi Werkl:
reich und schön vs. frei und selbstbestimmt
Die Passantin von Nina George
Nina George schreibt in „Die Passantin“ über Identität, Freiheit und dem Wunsch nach Selbstbestimmung einer Frau, die durch einen Zufall aus ihrem bisherigen Leben jäh aussteigen kann. Schön, reich und berühmt als Schauspielerin – warum aus so einem Märchen aussteigen wollen? Seite für Seite werden die Untiefen in ihrem bisherigen Leben sichtbar, eine Fassade, in der sich die Protagonistin selbst verloren hat.
Eine toxische Beziehung, der Anspruch, allen Erwartungen gerecht zu werden, dabei hat sie all die Jahre nur eine weitere Rolle gespielt. Von diesen Fesseln befreit bleibt zunächst nichts übrig, kein Selbst, keine eigenen Gedanken oder Wünsche. Andere Frauen mit schweren Schicksalen, die nicht in das gesellschaftliche „Normal“ passen oder vor drohender männlicher Gewalt fliehen und sich verstecken müssen, helfen der Hauptdarstellerin dabei, sich selbst wieder zu (er)finden und sich ihrer Vergangenheit als Opfer zu stellen.
Nina George nutzt die Sprache poetisch und kreativ, das kann manchmal ein Genuss oder eine Überraschung sein, streckenweise ist es für mich aber mühsam gewesen. Die Geschichte verfolgt hauptsächlich zwei Erzählstränge, am Ende kommt ein dritter und zusätzlich unterschiedliche Erzählperspektiven hinzu, das war beim Lesen zwar stellenweise etwas herausfordernd, hat die Geschichte durchaus interessant gemacht und die Spannung erhöht.
Leider sind die Figuren eher flach geblieben, die feministische Gesellschaftskritik habe ich als gar zu arg aufgetragen empfunden. Obwohl die Geschichte davon handelt, dass sich Frauen aus ihrem Opfersein und den gesellschaftlichen Zwängen befreien, können sie das anscheinend nur, wenn sie sämtliche – böse – Männer aus ihrem Leben verbannen. So definiere ich modernen Feminismus für mich nicht.
Rezensionen von Anam Cara:
Ein würdiger zweiter Band, der die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertrifft
Der Ausbruch von A. Elfe D.
and 2 ist nicht nur eine Fortsetzung, sondern eine Weiterentwicklung. Die Geschichte wird größer, reifer und emotional noch intensiver. Nach dem fesselnden ersten Band gelingt es A. Elfe D. auch im zweiten Teil der Scato-Elfen-Saga, die Magie und Spannung weiterzuführen – und sogar noch zu steigern.
Die Geschichte knüpft nahtlos an die Ereignisse des Auftakts an und führt die Leserinnen und Leser noch tiefer in die geheimnisvolle Welt der Scato-Elfen. Die Autorin versteht es meisterhaft, Emotionen und epische Momente miteinander zu verweben. Während im ersten Band das Kennenlernen der Welt im Vordergrund stand, geht es hier stärker um innere Konflikte, Entwicklungen und Entscheidungen, die alles verändern könnten. Besonders beeindruckend ist die Charakterentwicklung – vertraute Figuren zeigen neue Seiten, und auch die Nebencharaktere erhalten mehr Tiefe. Gespannt warte ich auf den 3ten Band um zu erfahren, wie es weitergeht.
Rezensionen von Anam Cara:
Ein Muss für alle, die Elfen, Magie und tiefgründige Geschichten lieben
Die Jägerin von A. Elfe D.
Die Autorin A. Elfe D. entführt die Leserinnen und Leser in eine faszinierende Welt voller Magie, uralter Geheimnisse und emotionaler Tiefe. Schon auf den ersten Seiten spürt man, dass hier mit viel Herzblut und Fantasie eine eigene Welt erschaffen wurde, die sich deutlich von klassischen Fantasy-Klischees abhebt.
Die Handlung ist spannend aufgebaut – zwischen Licht, Schatten, Freundschaft, Liebe und Verantwortung. Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin ihre Charaktere formt: Sie wirken lebendig, verletzlich und wachsen mit den Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. Die Emotionen sind greifbar, ohne ins Kitschige abzurutschen. Auch sprachlich überzeugt das Buch: Der Stil ist fließend, bildhaft und atmosphärisch. Was mir besonders gefallen hat, ist die Tiefe der Weltgestaltung. Das Ende lässt einen neugierig und erwartungsvoll zurück – man möchte sofort weiterlesen, um mehr über die Scato-Elfen und ihr Schicksal zu erfahren. Fazit: Ein packender Auftakt einer Fantasy-Saga, die sowohl durch Gefühl als auch durch Spannung überzeugt. A. Elfe D. hat mit Band 1 der Scato-Elfen-Saga ein magisches Leseerlebnis geschaffen, das in Erinnerung bleibt.
Rezensionen von PMelittaM:
Gelungener Abschlussband
Die Totenärztin: Schattenwalzer von René Anour
Wien 1909: Waidring hat wieder Kontakt zu Fanny Goldmann aufgenommen, und macht einige unheilvolle Andeutungen. Doch Fanny möchte sich jetzt vor allem auf ihre bevorstehende Hochzeit konzentrieren.
Natürlich stehen nicht nur die Hochzeitsvorbereitungen im Fokus des Romans, es ist auch sonst viel los.
Fannys Verlobter, Kommissar Max Meisel, möchte seine Vorgesetzten mit der Hochzeit beeindrucken und hofft auf eine Beförderung. Deshalb plädiert er darauf, das Angebot von Fannys reichem Onkel anzunehmen, in dessen Villa zu feiern. Dann könnte aber Fannys Cousin Schlomo nicht daran teilnehmen, was Fanny gar nicht gefallen würde. Schlomo verhält sich sowieso merkwürdig, was mit seinem neuen Liebhaber zu tun zu haben scheint. Und dann gibt es natürlich auch wieder eine Leiche, ein junger britischer Botschaftsangehöriger wird nackt und tot in seinem Büro gefunden.
Auch in diesem Roman kommen die Fans der Reihe wieder ganz auf ihre Kosten, ein spannender Fall, gefährliche Situationen, liebgewonnene Charaktere, medizinische Hintergründe, aber auch Überraschendes, Tragisches, Trauriges und einiges an Humor findet sich hier wieder. Besonders der Ausflug in ein besonderes Etablissement, das es tatsächlich gab, hat mich beeindruckt, und auch sonst fließt wieder Lokal- und Zeitkolorit mit ein.
Nach einem langen und spannenden Showdown ist dann alles aufgelöst. Manch einer wird vielleicht nicht ganz glücklich sein mit dem Ende, ich habe dieses Mal besonders viel gezittert, bin aber nicht unzufrieden. Nur, dass dies der Abschlussband der Reihe sein soll, gefällt mir nicht ganz so gut, ich würde Fanny gerne noch mindestens einmal wiedertreffen, meinetwegen auch in einer Kurzgeschichte.
Der Abschlussband der vierteiligen Reihe um die Gerichtsmedizinerin Fanny Goldmann ist gelungen, vielleicht sogar der beste der Reihe. Ich empfehle sehr gerne alle vier Bände, die man unbedingt der Reihe nach lesen sollte.









