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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra Sch.:

Der zweite Todesfall für den Antiquitätenhändler Siggi

Mord am Schätztag von Waldi Lehnertz

Im zweiten Teil der Reihe um den Antiquitätenhändler Siggi Malich findet dieser - nur wenige Wochen nach seinem ersten Toten - schon wieder einen auf seinem Gelände. Und zwar passiert dies am Schätztag, zu dem viele Leute aus der Umgebung kommen, um ihre 'wertvollen' Funde von Siggi und dessen Freund, dem Kunstexperten Anton Schauer, schätzen zu lassen.

Die männliche Leiche liegt im nachgebauten Trevi-Brunnen (den Siggi endlich mal loswerden möchte), ertrunken im dreckigen Regenwasser; eine römische Säule auf ihm zerbrochen.
Als am nächsten Tag auch noch Siggis Freundin Doro verschwunden ist und er seine Hündin Lola in einer Kammer eingesperrt findet, macht er sich mit Anton selbst auf die Suche, denn der Polizei in Form von Gunnar (den er ja nicht leiden kann) vertraut er nicht. Warum ist der Mann auf seinem Hof ermordet worden? War es wegen dem Koffer mit Krempel, den er kurz zuvor an Siggi verkauft hat? Oder hätte gar Siggi selbst das Opfer sein sollen? Denn der Tote sah ihm (zumindest von hinten) zum Verwechseln ähnlich.

Wie schon im ersten Band ist man sofort mitten in Siggis Antiquitäten-Welt, und hat beim Lesen natürlich den Autor selbst vor Augen. Denn Siggi ist ein wahrlich einwandfreies Abbild von 80€-Waldi ;)
Der Schreibstil ist wieder eher einfach gehalten, aber dadurch und die viele direkte Rede sehr lebendig - man hat Siggis Laden "Kunst und Kurioses" samt Hof genau vor Augen!
Und alle Charaktere sind detailliert ausgearbeitet; jeder hat so seine Schrullen und Macken, und genau das macht es so unterhaltsam und lebendig.

Doros Vater Isä lernt man nun auch kennen; der alte Mann ist genauso verschroben, aber liebenswert wie seine Tochter.
Anton ist Siggi eine große Hilfe, ich fand ihn sehr sympathisch und kompetent - nicht nur in Sachen Antiquitäten.
Doro mochte ich, wie auch im ersten Teil, durch ihre chaotische Art wieder ganz besonders. Sie peppt Siggis Leben auf und macht die Geschichte noch humorvoller.
So richtig überrascht hat mich diesmal aber Gunnar! Kommt er im ersten Band noch als inkompetent, faul und (v.a. Siggi gegenüber) abwehrend daher, ist er diesmal - auch wenn er den Todesfall, da er Siggi betrifft, immer noch nicht soo ganz ernst nimmt - tatsächlich auf zack und ermittelt (leider versteckt im Hintergrund).

Die Auflösung war für mich nicht komplett nachvollziehbar, da mir der Grund für Doros Entführung nicht so ganz klar war. Aber Doro selbst hat es ja auch nicht verstanden ;)


Fazit:
Unterhaltsamer zweiter Fall für den Antiquitätenhändler Siggi Malich, der schon wieder einen Toten auf seinem Gelände findet. Doro ist wieder die Beste!!

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Rezensionen von Petra Sch.:

Auftakt der Reihe um Antiquitätenhändler Siggi, der ungewollt einen Mord aufklären muss

Mord im Antiquitätenladen von Waldi Lehnertz

Als der Antiquitätenhändler Siggi Malich nach Hause kommt, bemerkt er, dass die Tür zu seinem Antiquitätenladen aufgebrochen und die Kamera an der Tür ausgeschalten worden ist. Und in einem Sessel in seinem Laden "Kunst und Kurioses" sitzt ein Toter.
Als der Polizist Gunnar (den er nicht leiden kann) eintrifft, ist von der Leiche jedoch keine Spur mehr zu sehen.

Gunnar glaubt Siggi natürlich kein Wort.
Und eine neue Putzfrau hat Siggi auch plötzlich ganz ungewollt bekommen.

Der Auftakt der Reihe um den Antiquitätenhändler Siggi hat mich gut unterhalten; der Schreibstil ist eher einfach, dadurch aber so lebendig und man hat für die Figur des Siggi natürlich direkt 80€-Waldi vor Augen! ;)
Mein Favorit war jedoch Doro, sie ist so verschroben und chaotisch, aber hat das Herz am rechten Fleck - man muss sie einfach lieben! Wie sie da plötzlich in Siggis Laden auftaucht und drauflosputzt und durch Missverständnisse nun einen Job als Putzfrau hat ;) Außerdem hat sie eine überraschend gute Kombinationsgabe.

Ich konnte zuerst Gunnars Meinung, dass er Siggi als Spinner abtut, verstehen. Ist ja auch seltsam, dass man wegen eines Toten gerufen wird, und dann ist da niemand. Doch ich fand sein Verhalten Siggi gegenüber wirklich einfach unfassbar; immerhin ist er Polizist und muss seine privaten Befindlichkeiten hintenanstellen und auch Aussagen von ihm verhassten Menschen erstmal ernst nehmen.
Zum Glück löst sich alles auf, die Leiche wird gefunden und das Motiv hat mich überrascht, war aber nachvollziehbar.


Fazit:
Unterhaltsamer Auftakt um den Antiquitätenhändler Siggi Malich, der unfreiwillig einen Toten auf seinem Hof findet und den Mordfall wegen der Unfähigkeit der Polizei mithilfe seiner neuer Angestellten Doro, die ich besonders ins Herz geschlossen habe, selbst aufklären muss.

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Rezensionen von barbara.liest:

gut umsetzbar

Human Design To Go – Werde, wer du bist von Özden Sevimli; Victoria Deindl

Das Buch Human design to go ist sehr verständlich aufgebaut und mit Hilfe des QRCodes und den Erklärungen kann man sich selbst sein eigenes Humandesign erstellen.
Die Kapitel sind so gestaltet, dass man sich seine eigenen Eigenschaften Schritt für Schritt herausholen kann, ohne das gesamte Buch lesen zu müssen.

Die Strukturierung gefällt mir sehr gut und auch die Aufteilung der einzelnen Kapitel ist gut durchdacht. Man kann sowohl die Sonnen- als auch die Schattenseiten gut finden und versteht danach einiges leichter.
Dadurch konnte ich einige Erkenntnisse für mich und meine Familie erlangen.
Wenn man in die Tiefe gehen möchte muss man meiner Meinung nach ein breiteres Reading machen lassen.
Meiner Meinung nach wurde fast ein bisschen zu viel von der persönlichen Geschichte der Autorinnen eingeflochten, was sicherlich Geschmacksache ist.
Alles in allem ein gutes Einsteigerbuch in dieses Thema.

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Rezensionen von nessabo:

Ich hätte nicht gedacht, dass ich Katzen noch mehr lieben könnte…

Das Buch, von dem deine Katze sich wünscht, du würdest es lesen von Lucy Hoile

… und dieses Buch hat mich vom Gegenteil überzeugt! Obwohl es sich um ein Sachbuch handelt, lässt es sich unglaublich gut und schnell lesen. Wahrscheinlich liegt das auch an der Nähe zum Thema und dass wir in so vielen Abschnitten unsere felligen Begleiter*innen wiedererkennen.

Ich fand das Buch wirklich gut strukturiert, alles Wichtige niedrigschwellig formuliert.

Und obwohl ich mir viel Erfahrung sowie ein gutes Maß an Verständnis für meine Katzen zuschreiben würde, habe ich noch einmal richtig viel dazugelernt. Mein Wissen rund um die feinen Kommunikationswege dieser Tiere, ihre Bedürfnisse und Ängste ist deutlich gestiegen.

Die Autorin, selbst Katzen-Verhaltenstherapeutin, bleibt naturgemäß allgemein, weil es eben in allen Fällen immer auf das individuelle Tier ankommt. Und trotzdem steckt das Buch voller Details und vor allem Liebe für diese tollen Individuen, die völlig zu Unrecht ein kratzbürstiges Image haben.

Persönlich gestört habe ich mich zwar an einer Aussage zur Ernährung, die unsachlich und falsch ist, und ebenso hätte ich mir eine noch klarere Kritik an Zucht gewünscht, aber bis auf diese beiden Kritikpunkte bin ich äußerst zufrieden. Das Werk wird nun für immer eine wichtige Ressource im Haushalt bleiben und ich habe es bereits begeistert verschenkt. Ein echtes Muss für alle, die Katzen lieben und sie ehrlich kennenlernen möchten. Und dass sich das lohnt, muss ich hoffentlich nicht betonen.

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Rezensionen von ReiShimura:

Kleine Stoffstücke, große Wirkung

Bezaubernde Patchwork-Ideen mit Paper Piecing von Liza Taylor

Nähen ist für mich neben Lesen eines meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen. Für mich hat beides etwas wunderbar Meditatives, ich kann abschalten und den Alltag vergessen. Besonders gut gefällt mir, wenn ich beide Hobbys miteinander verbinden kann und ich dann ein Hörbuch, während dem Nähen hören kann.

Ich habe das Gefühl, dass Patchwork in den letzten Jahren sehr modern geworden ist, davor war es gefühlsmäßig eher was für die ältere Generation. Die jüngeren haben sich weniger mit dem Thema beschäftigt und eher zu Jersey und anderen dehnbaren Stoffen gegriffen und Kleidungsstücke für sich oder für die Kinder genäht. Mir kommt es langsam aber so vor, als würde ein Umdenken stattfinden und auch immer mehr jüngere Nähbegeisterte greifen zu Webware Stoffen und erstellen kunstvolle Patchwork-Werke.
Von Paper Piecing habe ich schon öfters etwas gehört oder gelesen und auch bereits das eine oder andere Video zu dem Thema gesehen. Da mich dies alles neugierig gemacht hat, habe ich mich für dieses Buch entschieden und so viel gleich mal vorweg. Ich habe meine Entscheidung nicht bereut.
Dieses Buch ist durchaus für Neulinge in der Materie geeignet. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich nämlich relativ ausführlich mit den benötigten Materialien und Werkzeugen. Außerdem wird sowohl mit Worten als auch mit Bildern die eigentliche Technik erklärt. Der nächste Abschnitt besteht dann aus den eigentlichen Quiltblöcken. Wie bereits im Titel vermerkt, sind die Motive von der Natur inspiriert. Neben Schmetterlingen und Libellen, Pilzen und Nachtfaltern, findet man auch viele verschiedene Blüten. Die Blöcke können in zwei verschiedenen Größen genäht werden, die Anleitung wie man die Vorlagen ausdrucken muss, findet sich natürlich auch im Buch.
Die Anleitungen für die Herstellung der Blöcke ist recht kurzgehalten. Dies hat mich im ersten Augenblick ein wenig irritiert. Allerdings habe ich feststellen müssen, dass wenn man die Technik einmal verstanden hat, kann man ohne viele weitere Erklärungen die verschiedenen Blöcke herstellen.
Paper Piecing finde ich deswegen besonders wunderbar, weil man damit auch kleinere Webware-Reste gut verarbeiten kann. Jeder der näht weiß, dass immer irgendwelche kleinen Reststücke überbleiben, die zu schade zum Wegschmeißen sind.
Beim ersten Durchblättern war ich mir nicht sicher, inwieweit mir die Motive zusagen werden und ob da wirklich etwas dabei ist, was ich nachnähen möchte. Manche Ideen wirkten auf mich ein wenig altbacken. Allerdings habe ich schnell feststellen müssen, dass dies nicht an den Motiven, sondern an den verwendeten Stoffen liegt. Hierbei habe ich einfach einen anderen Geschmack. Aber dies ist ja das schöne am Nähen, dass jeder sich seine Dinge so gestalten kann, wie es den persönlichen Vorlieben entspricht.
Ein tolles Buch sowohl für Anfänger im Bereich Paper Piecing wie auch für Fortgeschrittene die auf der Suche nach neuen Motiven sind.

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Rezensionen von Lilli33:

Wieder ein herrliches Lesevergnügen

Ring the Bells von C. K. McDonnell

Wieder ein herrliches Lesevergnügen

Inhalt:
Fieberhaft arbeiten die Mitglieder der Redaktion der Stranger Times an der Weihnachtsausgabe und es sieht so aus, als könnte die Zeitung endlich mal pünktlich in den Druck gehen und die Redaktionsmitglieder Grace zuliebe eine kleine Weihnachtsfeier abhalten.

Doch dann kommt es natürlich ganz anders. Der Abend ist gelaufen, und dank einer unfreiwilligen Beschwörung gerät das Weihnachtsfest und sogar die ganze Menschheit in Gefahr.

Meine Meinung:
Schon der Prolog ist klasse gemacht. Einerseits werden hier noch einmal grob die wichtigsten Ereignisse und Personen aus den vorherigen Bänden erwähnt, andererseits wird eine erwartungsvolle Atmosphäre geschaffen, die mich geradezu auf die kommende Handlung hin fiebern ließ. Sicherlich macht das Lesen mehr Spaß, wenn man die Vorgängerbände kennt, denn es tummeln sich hier so viele verschiedene Personen und Gruppierungen, dass man sonst leicht den Überblick verlieren und viele Details gar nicht einordnen kann.

Caimh McDonnell lässt auch im fünften Band seiner fantastischen Reihe um die Wochenzeitung für Übersinnliches „The Stranger Times“ in Manchester jede Menge skurrile Ereignisse und witzige Dialoge auf die Leserschaft los - ein richtiges Feuerwerk, das von Anfang bis Ende gute Laune macht, trotz einiger eingestreuter ernster Elemente.

Neben dem altbekannten Personal werden neue Charaktere eingeführt, zum Beispiel der vierzehnjährige Clint, der sich als Redaktionsschreck erweist, auch wenn Grace in ihm den guten Jungen sehen will. Oder der alte Gott Zalas, der sich eine Anhängerschaft sucht. Manny bekommt dieses Mal seine eigene Geschichte, die ich sehr berührend fand. Und an Banecroft lernen wir eine ganz neue Seite kennen.

Die Stimmung ist leicht weihnachtlich, aber keine Angst, auch Weihnachtshasser kommen auf ihre Kosten. ;-)

Mit seiner kunterbunten, vielfältigen Handlung und dem genialen Humor, der genau auf meiner Linie liegt, empfand ich „Ring The Bells“ als einen der besten Bände dieser Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man
3. Love Will Tear Us Apart
4. Relight My Fire
5. Ring The Bells

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Rezensionen von PMelittaM:

Viel versprechender erster Band

Der Weg des ewigen Winters von Niilo Sevänen

Konstantinopel, 1007 nach Christus: Seit sieben Jahren regiert Kälte und Schnee die Welt, zudem werden immer mehr Monster davon angezogen, verantwortlich dafür ist wahrscheinlich die Weiße Hexe, wer oder was auch immer das ist.

Halla scheint nur ein kleines Mädchen, doch sie wird offenbar von verschiedenen Fraktionen gejagt, ihre Eltern wurden bereits getötet.

Nun hat sie ihr Onkel Orpheus, ein in den Tag hinein lebender Musiker, bei sich aufgenommen. Doch kann sie sich auf ihn verlassen?

Skadi ist eine Söldnerin, der aufgetragen wird, ein kleines Mädchen zu finden, doch nach und nach kommen ihr gewisse Zweifel an ihren Auftraggebern.

Kaiserin Theophanus Sohn Otto ist, nachdem er gegen die Weiße Hexe gekämpft hatte, seit sieben Jahren verschwunden. Ein geheimnisvoller Gefangener gibt ihr neue Hoffnung, Otto endlich zu finden.

Der erste Band der geplanten Trilogie macht es den Leser:innen nicht einfach, die Geschichte ist sehr komplex, es gibt verschiedene Perspektiven und Erzählstränge, die nicht unbedingt viel miteinander zu tun zu haben scheinen, und es bleiben auch am Ende viele Fragen offen. Aber gerade das fasziniert mich auch, beim Lesen wurde ich immer wieder überrascht, es gab viel zu spekulieren, aber auch Dinge, die ich so oder so ähnlich erwartet hatte. Dass am Ende noch so vieles ungeklärt ist, macht die Vorfreude auf den nächsten Band für mich nur noch größer.

Die Welt ist unsere, aber nicht ganz, denn es gibt Magie und magische beziehungsweise mystische Wesen, so dass sich die Historie zum Teil anders entwickelt hat, wie man zum Beispiel an Theophanu sieht. Die historische Theophanu starb bereits 991. Daraus ergibt sich für mich auch ein Teil Faszination, was ist anders, was nicht. Meiner Meinung nach ist die Verquickung von Fantasy und Historie gelungen. Vieles in diesem Roman basiert zudem auf der nordischen Mythologie, immerhin ist der Autor Finne, aber auch das Christentum spielt eine Rolle.

Die Protagonist:innen sind zwar deutlich charakterisiert, aber noch nicht sehr tiefgehend, ich hoffe, dass sich das in den weiteren Bänden noch ändert. Es gibt zudem eine ganze Reihe Charaktere, die man noch nicht klar einordnen kann, sind sie gut, sind sie böse, oder sind sie irgendwo zwischendrin und müssen sich noch entscheiden. Das gilt auch für Halla, die die wichtigste Person zu sein scheint.

Atmosphärisch kann der Roman punkten, vor allem im letzten Drittel, wo man die Kälte und die Gefahren fast körperlich spüren kann, aber auch in anderen Szenen, zum Beispiel in Hallas Träumen. Diese sind verklausuliert, und bedürfen der Interpretation, die man als Leser:in noch nicht wirklich liefern kann. Umso mehr bieten sie Spekulationsmaterial. Für mich waren es mit die interessantesten Szenen. Die Spannung ergibt sich nicht nur aus actionreichen Szenen, sondern eben auch aus all den Fragen, die man sich stellt.

Mir hat der Roman gut gefallen, er ist komplex, anspruchsvoll, geheimnisvoll, atmosphärisch, spannend und bietet Spekulationsmöglichkeiten. Auch das Setting gefällt mir gut, die Verquickung von Fantasy und Historie ist gelungen. So bin ich nun sehr gespannt, auf die weiteren Bände.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

In den Schuhen ihrer Schwester

Belladonnas von Liann Zhang

Dieser Thriller ist eine Art böse „doppeltes Lottchen“ Geschichte, bei der Julie in die Rolle ihrer toten Zwillingsschwester Chloe schlüpft, die ein deutlich privilegierteres, glamouröses Leben geführt hat. Doch mit diesem opportunistischen Rollentausch gehen auch Schwierigkeiten einher, die drohen, Julie zu Fall zu bringen, sodass sie immer tiefer in den Sumpf ihrer eigenen Lügen gerät.

Die Geschichte entwickelt sich anfangs recht gradlinig und vorhersehbar. Und dann wird es plötzlich irgendwie seltsam. Im Leben hätte ich nicht vorhersehen können, in welche Richtung sich die Handlung bewegt. Hätte es diesen Twist nicht gegeben wäre die Geschichte vielleicht sogar langweilig gewesen. Aber stattdessen wurde es schräg, irgendwie verdreht und auch ein bisschen unheimlich.

Ich hatte tatsächlich mehrere WTF-Momente beim Lesen und war total gebannt von der Handlung. Ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht und ob Julie wirklich damit durchkommt. Die Erzählung ist schon super wild und so nen Ticken drüber, sind wir mal ehrlich. Ich würd sagen da ist absolut nichts authentisch und nachvollziehbar. Liest sich mehr wie so ein Fiebertraum. Aber echt nicht schlecht und einfach unfassbar packend.

Die Geschichte selbst ist echt nicht so krass, lebt halt total von den schrägen Episoden und davon, dass man sich permanent fragt, was zur Hölle da vor sich geht. Die Charaktere sind alle insgesamt super flach und ziemlich klischeehaft angelegt.

Definitiv nicht der stärkste Thriller, aber ich hab mich gut unterhalten gefühlt und die Geschichte ist sehr kurzweilig angelegt. So als Standalone kann man das ganz gut machen.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Wenn mächtige Frauen sich in egoistische Männer verlieben

Medea von Rosie Hewlett

Ich weiß gar nicht, wieso Frauen in der griechischen Geschichte immer derart tragische Figuren sind. Fremdbestimmt, behandelt wie Eigentum, verschmäht und verachtet ist Medea das glänzende Beispiel einer mächtigen Frau, die durch ihre Liebe zu einem ehrgeizigen Mann zu Fall gebracht wird.

Medeas Geschichte macht wütend, betroffen und stimmt nachdenklich.

Sie kann nichts für das Leben in das sie hineingeboren wird und trotzdem ist sie die Schuldige für alles, was im weiteren Verlauf der Geschichte passiert. Denn die Geschichten der Frauen sind nie die des Ruhmes, wie ihre zeitweise Weggefährtin Atalante beweist. Es ist eine Geschichte über das männliche Narrativ, über Manipulation und Missbrauch.

Jason schreibt Medeas Geschichte während er ihre Seele vergiftet und ihren Kopf mit Lügen füllt. Und ihre Rache ist so wunderbar, so mächtig, so alles verzehrend. Female Rage auf eine ganz andere Ebene erhoben- liest sich wie alles, was schon immer aus einem herausbrechen wollte.

Das Buch ist toll geschrieben und die Geschichte absolut catchy und mitreißend. Gerne mehr davon

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Rezensionen von nessabo:

Ein Essay mit guten Ideen, der mir aber eher nicht im Gedächtnis bleiben wird

I feel you von Yasmine M'Barek

Ein Buch über Empathie zu lesen in den aktuellen Zeiten, die mich oft zum Verzweifeln bringen, schien mir eine gute Idee zu sein. Und so manchen Aspekt mochte ich auch wirklich an Yasmine M’Bareks Buch. Nach der Lektüre fühle ich mich aber ein wenig in der Luft hängen gelassen, was bei Essays natürlich immer eine Gefahr ist, anderen aber auch schon besser gelungen ist.

Zu Beginn fand ich das Buch nicht gerade niedrigschwellig, die zweite Hälfte hat mir dahingehend deutlich besser gefallen. Bis dahin empfand ich den Text oft gleichzeitig relativ detailliert und zu allgemein gehalten, zudem gespickt mit recht vielen Referenzen bzw. theoretischen Erklärungen. Grundsätzlich finde ich das nicht schlimm, hatte im Verhältnis zur Kürze des Buchs aber trotzdem damit zu kämpfen.

In der zweiten Hälfte kamen mir Text und Autorin deutlich zugänglicher vor. Sicherlich liegt das auch an den persönlichen Meinungsäußerungen M’Bareks, die für mich eher positiv zu bewerten sind. Anhand ihrer eigenen Einstellungen macht die Autorin so deutlich, wie kritisches Denken und Ambiguitätstoleranz aktiv gelebt werden können. Das war auch der größte positive Punkt beim Lesen für mich, denn an der Stelle habe ich mich bei all meinem Weltschmerz abgeholt gefühlt. Schwarz-Weiß-Denken und Frontenbildung tun mir aktuell nämlich ganz schön weh, besonders innerhalb linker Strömungen.

Und obwohl mir das ebenso wie die leicht selbstironische Erzählweise der Autorin gut gefallen hat, bleibt nach der Lektüre zu wenig bei mir hängen, als dass es für mich jetzt ein total einprägsames Werk gewesen wäre. Einige Ideen sind gut und haben mir phasenweise Hoffnung gegeben, aber ich fand es jetzt auch nicht total weltbewegend. Am Ende war es für meinen Geschmack dann auch etwas abrupt vorbei, das fühlte sich nicht ganz stimmig an. Vielleicht ist es eher ein Werk für Menschen, die ein dünnes Buch mit inhaltlichem Anspruch sowie leicht hoffnungsvoller Färbung suchen.

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